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sh. Beffchen, begehren, behagen, behelligen, bequem, berappen, Bernstein betütern, Bickbeere, Bingelkraut, Bollwerk, Bottich, bräsig, Bräuigam, Brombeere, Brösel, Brosame, Butzemann, Butzenscheibe  
sh. Beffchen, begehren, behagen, behelligen, bequem, berappen, Bernstein betütern, Bickbeere, Bingelkraut, Bollwerk, Bottich, bräsig, Bräuigam, Brombeere, Brösel, Brosame, Butzemann, Butzenscheibe  
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= Aschenputtel =
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==Wortherkunft==
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|Das Wort ''Aschenputtel'' ist vor allem als Name der Märchenfigur bekannt. Es bezeichnet ein Mädchen, das im Haushalt arbeiten muss, schmutzig ist und schlecht behandelt wird.
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|Der Name setzt sich zusammen aus ''Asche'' und ''putteln'' (mundartlich für „reinigen, säubern“ oder auch „im Schmutz arbeiten“).
''Aschenputtel'' bedeutet also ursprünglich: „das Mädchen, das in der Asche arbeitet“ oder „das schmutzige Mädchen aus der Asche“.
Bekannt wurde das Wort durch das Märchen ''Aschenputtel'' der Brüder Grimm (1812).
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|Englisch: Cinderella; Französisch: Cendrillon; Italienisch: Cenerentola
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==Hinweise zum Wort ''Aschenputtel''==
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| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. Märchenfigur: ein armes, unterdrücktes Mädchen 
2. übertragen: jemand, der unbeachtet ist oder schlecht behandelt wird
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|'''Beispielsatz:'''
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|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum (selten auch Femininum im übertragenen Gebrauch)
'''Worttrennung:''' Aschen-put-tel
'''Aussprache:''' [ˈaʃn̩ˌpʊtl̩]
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==Wortformen==
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Das Wort ''Aschenputtel'' wird meist ohne Plural verwendet (Eigenname). Im übertragenen Sinn ist auch ein Plural möglich.
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= Info - Aschenputtel =
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|[[Aschenputtel|'''zurück zur Wortgeschichte ''Aschenputtel''''']]
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==Weiterführende Informationen zum Wort ''Aschenputtel''==
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|Kompositum aus:
: ''Asche'' (Verbrennungsrückstand) 
: ''putteln'' (mundartlich: arbeiten, reinigen, sich mit Schmutz beschäftigen)
→ Bedeutung: „in der Asche arbeitendes Mädchen“
Bekannt durch das Märchen der Brüder Grimm (1812)
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|'''Wortbildungen:'''
|Aschenputtelrolle, Aschenputtelgeschichte
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|'''Ableitungen:'''
|putteln (mundartlich), Putz (verwandt im Sinne von reinigen)
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|'''Interessantes:'''
|Das deutsche ''Aschenputtel'' entspricht internationalen Märchenfiguren:
:Cinderella (engl.) 
:Cendrillon (frz.) 
Typisch ist das Motiv des „erniedrigten Mädchens“, das am Ende aufsteigt.
Der Name beschreibt direkt die soziale Situation der Figur – das ist für viele Märchennamen typisch.
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==Unikales Morphem ?==
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|Die Bestandteile ''Asche'' und ''putteln'' sind (zum Teil mundartlich) eigenständige bedeutungstragende Einheiten.
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| colspan="2" |Allerdings ist der Bestandteil ''puttel'' heute nicht mehr frei verständlich.
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|Für moderne Sprecher wirkt ''puttel'' wie ein unikales Morphem, da es außerhalb dieses Wortes kaum vorkommt.
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[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/Aschenputtel DWDS],
[https://de.wiktionary.org/wiki/Aschenputtel Wiktionary],
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]
([https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=A08371 Grimm]),
[https://www.zdl.org/?q=Aschenputtel ZDL],
[https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel Wikipedia],
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Aschenputtel Duden-online]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
<br>
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|[[Aschenputtel|'''zurück zur Wortgeschichte ''Aschenputtel''''']]
|}
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Version vom 29. März 2026, 21:15 Uhr

Die bereits erstellen Seiten billig und putzig müssen korrigiert werden. Beide Wörter sind keine unikalen Morpheme

Zu Buchsbaum müssen noch die Seiten Buchse und Büchse erstellt werden. Siehe hierzu die Excel-Tabelle.

sh. Beffchen, begehren, behagen, behelligen, bequem, berappen, Bernstein betütern, Bickbeere, Bingelkraut, Bollwerk, Bottich, bräsig, Bräuigam, Brombeere, Brösel, Brosame, Butzemann, Butzenscheibe


Aschenputtel

Aschenputtel

Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Aschenputtel ist vor allem als Name der Märchenfigur bekannt. Es bezeichnet ein Mädchen, das im Haushalt arbeiten muss, schmutzig ist und schlecht behandelt wird.
Herr Alt Der Name setzt sich zusammen aus Asche und putteln (mundartlich für „reinigen, säubern“ oder auch „im Schmutz arbeiten“).

Aschenputtel bedeutet also ursprünglich: „das Mädchen, das in der Asche arbeitet“ oder „das schmutzige Mädchen aus der Asche“.

Bekannt wurde das Wort durch das Märchen Aschenputtel der Brüder Grimm (1812).

Frau Fremd Englisch: Cinderella; Französisch: Cendrillon; Italienisch: Cenerentola

Hinweise zum Wort Aschenputtel

Bedeutung: 1. Märchenfigur: ein armes, unterdrücktes Mädchen

2. übertragen: jemand, der unbeachtet ist oder schlecht behandelt wird

Beispielsatz: Sie wurde in der Firma lange wie ein Aschenputtel behandelt.
Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum (selten auch Femininum im übertragenen Gebrauch)

Worttrennung: Aschen-put-tel

Aussprache: [ˈaʃn̩ˌpʊtl̩]

Wortformen

Das Wort Aschenputtel wird meist ohne Plural verwendet (Eigenname). Im übertragenen Sinn ist auch ein Plural möglich.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Aschenputtel die Aschenputtel
2. Fall Genitiv des Aschenputtels der Aschenputtel
3. Fall Dativ dem Aschenputtel den Aschenputteln
4. Fall Akkusativ das Aschenputtel die Aschenputtel



Weiterführende Informationen zum Grundwort Aschenputtel
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Aschenputtel

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Weiterführende Informationen zum Wort Aschenputtel

Entstehung: Kompositum aus:
Asche (Verbrennungsrückstand)
putteln (mundartlich: arbeiten, reinigen, sich mit Schmutz beschäftigen)

→ Bedeutung: „in der Asche arbeitendes Mädchen“

Bekannt durch das Märchen der Brüder Grimm (1812)

Wortbildungen: Aschenputtelrolle, Aschenputtelgeschichte
Ableitungen: putteln (mundartlich), Putz (verwandt im Sinne von reinigen)
Interessantes: Das deutsche Aschenputtel entspricht internationalen Märchenfiguren:
Cinderella (engl.)
Cendrillon (frz.)

Typisch ist das Motiv des „erniedrigten Mädchens“, das am Ende aufsteigt.

Der Name beschreibt direkt die soziale Situation der Figur – das ist für viele Märchennamen typisch.

Unikales Morphem ?

Das Wort Aschenputtel ist kein unikales Morphem, sondern ein zusammengesetztes Wort (Kompositum).
Pik-Kreis-gruen.jpg Die Bestandteile Asche und putteln sind (zum Teil mundartlich) eigenständige bedeutungstragende Einheiten.
Allerdings ist der Bestandteil puttel heute nicht mehr frei verständlich.
Pik-Kreis-rot.jpg Für moderne Sprecher wirkt puttel wie ein unikales Morphem, da es außerhalb dieses Wortes kaum vorkommt.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (Grimm), ZDL, Wikipedia, Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Beffchen

Wortherkunft

Herr Alt Die biffe war bei den Römern eine Halsbinde. Später gehörte der weiße Kragen mit zwei herunterhängenden weißen Streifen (beffe) zur bürgerlichen Tracht. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Kleidungsstück zusammen mit einem schwarzen Talar zur Amtstracht eines evangelischen Geistlichen.

Hinweise zum Wort Beffchen

Bedeutung: Zwei rechteckige Stoffstreifen, die am Halsausschnitt von Amtstrachten getragen werden.
Beispielsatz: Der Pfarrer hat einen Talar mit einem weißen Beffchen.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Neutrum

Worttrennung: Beff·chen

Aussprache: [ˈbɛfçən]

Wortformen

Das Substantiv Beffchen ist sächlich. Mit Ausnahme der 2. Person Einzahl (Genitiv, Singular) entsprechen alle Wortformen dem Grundwort.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Beffchen die Beffchen
2. Fall Genitiv des Beffchens der Beffchen
3. Fall Dativ dem Beffchen den Beffchen
4. Fall Akkusativ das Beffchen die Beffchen



Weiterführende Informationen zum Grundwort Beffchen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Beffchen

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Weiterführende Informationen zum Wort Beffchen

Entstehung: mlat. biffa → afrz. bif(f)e → mnl. beffe → nl. bef → mnd. beffe → 17. Jh. hd. Beffe, Pl. Beffen → 18. Jh. Verkleinerungsform: Beffchen

Zunächst war die Beffe ab dem 17. Jahrhundert Teil der bürgerlichen Kleidung. Seit dem 19. Jahrhundert gehört sie zur Amtstracht evangelischer Geistlicher.

Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Bilder von Beffchen findest du bei Wikipedia. Eine kindgerechte Beschreibung findest du auf den Internetseiten Religionen entdecken und Kirche entdecken. Bilder von ehemaligen EKD-Präsidenten mit Beffchen und Talar: Heinrich Bedford-Strohm, Nikolaus Schneider, Margot Käßmann

Unikales Morphem ?

Der Wortbestandteil beff kommt nicht isoliert und in keiner weiteren Wortbildung, sondern nur mit dem Deminativum -chen vor. Das zugrunde liegende Nomen Beffe ist untergegangen und taucht heute in keinem Wörterverzeichnis mehr auf.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem beff kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Abbildungen: evangelisch.de Religionen entdecken, Wikipedia

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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begehren

Wortherkunft

Herr Alt Im Mittelalter gab es das Verb gerōn (althochdeutsch). Es bedeutete verlangen, begehren. Dieses Verb ist im Laufe der Zeit verschwunden. Erhalten geblieben ist die Ableitung begern bzw. begirn, aus der sich das heutige Verb begehren entwickelt hat.

Hinweise zum Wort begehren

Bedeutung:
  1. verlangen, wünschen
  2. (gehoben) etwas fordern oder beanspruchen
Beispielsatz: Sie begehren Einlass in das vornehme Restaurant.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·geh·ren

Aussprache: [bəˈɡeːʁən]

Wortformen

Die Wortformen des Verbs begehren werden regelhaft gebildet. Grundwort: begehren, Hilfsverb: haben
Das Verb wird häufig in gehobener Sprache verwendet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich begehre ich begehrte ich habe begehrt
2. Person du begehrst du begehrtest du hast begehrt
3. Person er/sie/es begehrt er/sie/es begehrte er/sie/es hat begehrt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir begehren wir begehrten wir haben begehrt
2. Person ihr begehrt ihr begehrtet ihr habt begehrt
3. Person sie begehren sie begehrten sie haben begehrt



Weiterführende Informationen zum Grundwort begehren
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - begehren

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Weiterführende Informationen zum Wort begehren

Entstehung: ie. *g̑her- = begehren, wünschen → germ. *gerōn → ahd. gerōn → ahd. bigerōn und mhd. gern → mhd. begern, begirn → nhd. begehren
Wortbildungen: sh. Wörterliste begehrlich, Begehrlichkeit; aufbegehren, selten: abbegehren, fortbegehren, heimbegehren, zurückbegehren
Ableitungen: Begehren, Begehr
Interessantes: Die Wortfamilie zeigt eine interessante Bedeutungsentwicklung: Aus einem ursprünglichen Verb für „verlangen“ entstanden verschiedene Wörter wie gern (etwas bereitwillig tun) und Gier (starkes Verlangen).

Das heutige Verb begehren wird meist in gehobener oder formeller Sprache verwendet. Am häufigsten wird begehren im erotischen Sinn (erotisches Verlangen, nach Berührung, Vereinigung)

Wörterliste

Beispiele zur Wortbildung zum Grundwort begehren
Verben
begehren, aufbegehren (Aufbegehren), selten: abbegehren, fortbegehren, heimbegehren, zurückbegehren
Adjektive
begehrt, begehrlich (Begehrlichkeit), begehrenswert, heißbegehrt (heiß begehrt), vielbegehrt
Nomen
Abrissbegehren, Abwahlbegehren, Asylbegehren, Aufnahmebegehren, Auskunftsbegehren, Auslieferungsbegehren, Ausreisebegehren, Beitrittsbegehren, Bürgerbegehren, Freiheitsbegehren, Initiativbegehren, Klagebegehren, Kreditbegehren, Kündigungsbegehren, Mitgliederbegehren, Räumungsbegehren, Referendumsbegehren, Reformbegehren, Revisionsbegehren, Scheidungsbegehren, Subventionsbegehren, Unterlassungsbegehren, Volksbegehren,

Unikales Morphem ?

Aus dem ie. *g̑her- sind das Verb begehren (ahd. gerōn), das Nomen Gier (ahd. girīn) und das Adjektiv gern (ahd. gerno) entstanden. Trotz dieser gemeinsamen indogermanischen Wurzel haben sich hieraus bereits in althochdeutscher Zeit verschiedene Wörter mit verschiedenen Bedeutungen und Schreibungen entwickelt.

Es besteht kein etymologischer Zusammenhang zum Nomen Gehrung (germ. *gaiza-) = Verbindung zweier Holzteile.

Das Morphem gehr in begehren kommt nicht isoliert vor. (Das zugehörige Verb ist bereits zum Ende der mittelhochdeutschen Zeit untergegangen.) Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix be- vor.

Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem gehr im Verb begehren muss daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, FWb, Goethe, Grimm-2), ZDL, Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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behagen

Wortherkunft

Herr Alt Bereits im Mittelalter gab es das Wort behagen. Es bedeutete ursprünglich gut tun oder frisch und angenehm wirken.

Das Wort gehört zur Wortfamilie des germanischen Verbs hagan (= hegen, pflegen, schützen). Dieses Verb wurde bereits im Mittelalter nicht mehr verwendet.

Herr Wort Wenn etwas gut gepflegt oder gut versorgt ist, dann fühlt es sich angenehm an. Wir können dann auch sagen: Es behagt mir.
Aus derselben Wortfamilie stammen auch Wörter wie behaglich, Behaglichkeit und unbehaglich. Sie beschreiben ein Gefühl von Wohlsein oder angenehmer Atmosphäre.
Frau Fremd In einigen nordischen Ländern hat sich das germanische hagen erhalten. Zwei Beispiele: In Schweden gibt es behaga (= behagen) und behaglig (= behaglich). Dieses Adjektiv gibt es auch in Norwegen behagelig (= behaglich).

Hinweise zum Wort behagen

Bedeutung: gefallen, sich wohlfühlen
Beispielsatz: Die Aufgaben behagen mir nicht.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·ha·gen

Aussprache: [bəˈhaːɡn̩]

Wortformen

Das Verb wird meist unpersönlich verwendet (es behagt mir). Infinitiv: behagen, Partizip II: behagt, Hilfsverb: haben

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich behage ich behagte ich habe behagt
2. Person du behagst du behagtest du hast behagt
3. Person er/sie/es behagt er/sie/es behagte er/sie/es hat behagt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir behagen wir behagten wir haben behagt
2. Person ihr behagt ihr behagtet ihr habt behagt
3. Person sie behagen sie behagten sie haben behagt



Weiterführende Informationen zum Grundwort behagen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Info - behagen

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Weiterführende Informationen zum Wort behagen

Entstehung: germ. *hagan = schützen, hegen > ahd. gihagan = gepflegt, genährt < mhd. behagen = frisch, freudig
Wortbildungen: behaglich, Behaglichkeit, unbehaglich, Unbehaglichkeit, urbehaglich; anbehagen, missbehagen
Ableitungen: Behagen
Interessantes: Das Verb behagen wird heute meist unpersönlich verwendet, etwa in der Wendung Es behagt mir. Damit wird ausgedrückt, dass etwas angenehm oder passend erscheint.

Im modernen Sprachgebrauch wird das Verb seltener verwendet als die verwandten Wörter behaglich oder Behaglichkeit.

Unikales Morphem ?

Das Morphem hag kommt in der Wortbildung und Bedeutung behagen nicht isoliert und in Wortbildungen nur mit dem Präfix be- vor.

Ein etymologischer Zusammenhang zu dem Nomen Hag (im Sinne von Hecke, ahd. hag < ie. *kagh-) besteht nicht.

Pik-Kreis-gruen.jpg Daher kann hag in dieser Bedeutung als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2, Goethe, FWB) ZDL Wikipedia Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen


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Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



#REDIRECT hell - neue Seite für behelligen mit Weiterleitung zu hell - erledigt

hell/behelligen

Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein heller Junge. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
Ulli, Klasse 2, Regensburg
Was hat das Wort behelligen mit dem Adjektiv hell zu tun?
Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
Wir haben im Kunstunterricht über hell und dunkel gesprochen. Was bedeutet hell, welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass hell auch stören kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig stören soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv hell in das Verb behelligen?


Wortherkunft

heller Junge

Herr Wort Zunächst bedeutete das Adjektiv hell nur hell tönend. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: helle Farben, hell und dunkel.
Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ein helles Köpfchen (= kluge, intelligente Person), das ist der helle Wahnsinn (= Ausdruck der Bewunderung), er hat seine helle Freude an etwas (im Sinne von großer Freude).
Dein Onkel hat gemeint, dass du ein sehr kluger Junge bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.

behelligen

Herr Alt Die beiden Wörter hell und behelligen sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv hel. Es meinte zunächst nur helle Töne.

Das Verb behelligen ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb helligen. Das bedeutete ermüden, jemanden quälen. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) be- wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.

Herr Wort Das Verb behelligen bedeutet heute jemanden belästigen.
Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa nicht belästigen sollst, weil er gerade arbeitet.

Hinweise zum Wort behelligen

Bedeutung: stören, belästigen
Beispielsatz: Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·hel·li·gen

Aussprache: [bəˈhɛlɪɡn̩]

Wortformen

hell

Das Wort hell ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.
Positiv Komparativ Superlativ
hell heller am hellsten

behelligen

Das Verb behelligen wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb haben gebildet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich behellige ich behelligte ich habe behelligt
2. Person du behelligst du behelligtest du hast behelligt
3. Person er/sie/es behelligt er/sie/es behelligte er/sie/es hat behelligt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir behelligen wir behelligten wir haben behelligt
2. Person ihr behelligt ihr behelligtet ihr habt behelligt
3. Person sie behelligen sie behelligten sie haben behelligt

Modellwortschatz

Das Wort hell gehört zum Modellwortschatz.

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.



Weiterführende Informationen zum Grundwort behelligen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - hell/behelligen

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Weiterführende Informationen zum Wort behelligen

Entstehung: behelligen: ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. hellegen, helligen = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. behelligen = stören, belästigen, lästig fallen

hell: ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. hel = tönend, mhd. hel = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: hallen, einhellig, misshellig

Wortbildungen: Behelligung, unbehellitgt
hell
Ableitungen: -
Interessantes: Das Verb behelligen wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.

Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb helligen „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.

Wörterliste zum Adjektiv hell

Adjektive
Farbadjektive hellen, hell, helle, Helle, [1], hellbeige, hellblau, hellblond, hellbraun, hellfarbig, hellgelb, hellglänzend, hellgrau, hellgrün, helllila, hellrosa, hellrot, hellviolett, hellweiß
so hell wie ... ... die Dämmerung: dämmerhell, ... Glas: glashell, glockenhell, kristallhell, mondhell, neonhell, schneehell, silberhell, sonnenhell, sternenhell, tageshell, wasserhell
sonstige (Erstglied) hellauf, helläugig, helldunkel, hellerleuchtet, hellerlicht, hellhaarig, hellhäutig, hellleuchtend, helllicht, helllodernd, hellstrahlend, hellwach
sonstige (Letztglied) überhell, geisteshell,
Nomen
Erstglied Hellraumprojektor, Hellriegel, Hellung, Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei,
Letztglied Stimmungsaufheller, Stimmungsaufhellung, Tageshelle, Taghelle
Wortgruppen
hellhörig, Hellhörigkeit,

hellsichtig, Hellsicht, Hellsichtigkeit,  

hellsehen, Hellsehen, Hellseher, Hellseherei, Hellseherin,  hellseherisch,

aufhellen, Aufheller, Aufhellung, aufgehellt,

erhellen, erhellt, Erhellung,

Unikales Morphem ?

Das Morphem hellig kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe be-.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem hellig ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch) ZDL Wikipedia Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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bequem

Wortherkunft

Herr Alt Das Adjektiv bequem war schon im Mittelalter bekannt. Es bedeutete ursprünglich passen, angemessen oder einrichten. Dieses Adjektiv ist vom Verb bequemen abgeleitet. Das bedeutete früher etwas passend machen, einrichten oder etwas anpassen.

geht auf mittelhochdeutsch bequeme zurück und bedeutete ursprünglich „passend“, „geeignet“ oder „angemessen“. Es gehört zum Verb bequemen im Sinne von „passend machen“, „einrichten“ oder „anpassen“.

Herr Wort Das Adjektiv bequem bedeutet heute angenehm, komfortabel. Etwas, das gut passt oder gut eingerichtet ist, wird als angenehm = bequem empfunden wird. Das Verb bequemen wird heute nur noch sehr selten, meist abwertend gebraucht.
Herr Alt Besonders interessant finde ich den Ursprung von bequem und bequemen. Hierin steckt das althochdeutsche Verb queman. Im Mittelalter hat sich dieses Wort verändert. Aus dem qu am Wortanfang wurde zunächst ein k, also kemen. Aus dem e wurde dann ein o, also komen. Und hieraus ist das Verb kommen in seiner heutigen Bedeutung entstanden.
Frau Fremd In den meisten europäischen Sprachen hat sich für unser bequem das französische Wort confortable, englisch = comfortable und bei uns als Fremdwort komfortabel durchgesetzt.

Nur in Schweden finden wir noch den Zusammenhang zu dem alten germanischen Wort queman. Dort heißt bequem = bekväm.

Hinweise zum Wort bequem

Bedeutung: gemütlich, angenehm
Beispielsatz: Das ist ein sehr bequemer Sessel.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: be·quem

Aussprache: [bəˈkveːm]

Wortformen

Das Wort bequem ist ein Adjektiv.

Positiv Komparativ Superlativ
bequem bequemer am bequemsten



Weiterführende Informationen zum Grundwort bequem
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Info - bequem

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Weiterführende Informationen zum Wort bequem

Entstehung: 9. Jh. ahd. biquāmi, mhd. bequæme = angemessen, passend, tauglich < ahd. queman = kommen < ie. *gu̯em- = gehen, kommen
Wortbildungen: bequemlich, Bequemlichkeit, superbequem, unbequem, Unbequemlichkeit
Ableitungen: bequemen
Interessantes: Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes bequem war „passend“ oder „angemessen“. Erst später entwickelte sich daraus die heutige Bedeutung „angenehm“, „komfortabel“ oder „leicht zu benutzen“.

Wenn etwas gut „passt“, ist es oft auch angenehm zu benutzen. Auf diese Weise entstand im Laufe der Sprachgeschichte die heutige Bedeutung des Wortes.

Unikales Morphem ?

Das Wort bequem besteht aus dem Präfix be- und dem Wortbestandteil quem. In mittelhochdeutscher Zeit sind aus diesem Morphem die Verben kommen und bequemen entstanden. Einerseits hat sich die Bedeutung (bequemen) mit der Zeit geändert und andererseits die Schreibung (kommen). Heute wird kein Zusammenhang mehr zwischen diesen beiden Verben gesehen.

Im heutigen Deutsch kommt quem nicht als selbstständiges Wort vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix be- vor.

Pik-Kreis-gruen.jpg Aus diesem Grunde kann das Morphem quem im Adjektiv bequem als ein unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-Wörterbuch, Goethe-Wörterbuch), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Etymologie: DWDS - bequem, kommen, bekommen; Wiktionary: bequem, bequemen, kommen, bekommen; ZDL - bequem, kommen, bekommen

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betütern

Wortherkunft

Herr Alt Das Verb stammt von dem norddeutschen Wort Tüder (Seil zum Anbinden eines weidenden Tiers). Ein Tier wurde mit einem solchen Seil festgebunden, damit es sich beim Weiden nicht zu weit entfernen konnte.

Übertragen entwickelte sich daraus die Bedeutung, jemanden besonders eng zu betreuen oder zu umsorgen – oft so sehr, dass es als übertrieben empfunden wird.

Hinweise zum Wort betütern

Bedeutung: jemanden besonders oder übertrieben umsorgen
Beispielsatz: Wir lassen uns gern von unserer Mama betütern.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·tü·tern

Aussprache: [bəˈtyːtɐn]

Wortformen

Das Verb betütern wird regelmäßig konjugiert. Infinitiv: betütern Partizip II: betütert Hilfsverb: haben

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich betütere ich betüterte ich habe betütert
2. Person du betüterst du betütertest du hast betütert
3. Person er/sie/es betütert er/sie/es betüterte er/sie/es hat betütert
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir betütern wir betüterten wir haben betütert
2. Person ihr betütert ihr betütertet ihr habt betütert
3. Person sie betütern sie betüterten sie haben betütert



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Info - betütern

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Entstehung: norddeutsch Tüder = Strick, Seil zum Anbinden von Tieren
verwandt: Tüter, vertütern, betütert
Ableitungen: -
Interessantes: Umgangssprachlich wird das Verb auch im Sinne von sich einen Schwips antrinken(Herkunft unklar).

Unikales Morphem ?

Das Verb tüdern ist eine regionale Variante zum Verb tütern. Dieses Verb kommt ebenfalls nur noch als Regiolekt vor. Im der hochdeutschen Sprache kann es demgegenüber als ausgestorben bzw. veraltet angesehen werden. Daraus folgt: Als Dialektvariante gehört tüdern zur Wortfamilie tütern. Das Morphem tüd bzw. tüt kommt in dieser Bedeutung mit der Verbendung -ern isoliert vor. Das Verb betütern ist demnach eine Wortbildung zu tütern
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem tüt(ern) ist daher kein unikales Morpheme.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)


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Bernstein

Wortherkunft

Herr Alt Da Bernstein brennbar ist, nannte man ihn früher auch Brennstein. Das niederdeutsche Wort für brennen ist bernen. Hieraus ist das Wort Bernstein entstanden.
Frau Fremd Das Wort Bernstein wird fast nur im deutschsprachigen Raum verwendet. Ebenfalls vom niederdeutschen bernen abgeleitet sind:
niederländisch: barnsteen, polnisch: bursztyn, schwedisch: bärnsten, ukrainisch: бурштин (burštyn)

Hinweise zum Wort Bernstein

Bedeutung: fossiles Pflanzenharz von gelber bis dunkelbrauner Farbe (brennbar)
Beispielsatz: Bernstein findet man vor allem an der Ostseeküste.
Wortinfo: Wortart: Substantiv (männlich)

Worttrennung: Bern·stein

Aussprache: [ˈbɛʁnʃtaɪ̯n]

Wortformen

Das Wort Bernstein wird meist als Stoffname verwendet und steht deshalb gewöhnlich im Singular.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Bernstein die Bernsteine
2. Fall Genitiv des Bernsteins der Bernsteine
3. Fall Dativ dem Bernstein den Bernsteinen
4. Fall Akkusativ den Bernstein die Bernsteine



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Info - Bernstein

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Weiterführende Informationen zum Wort Bernstein

Entstehung: ndd. bernen = brennen; bern(e)stein = Bernstein
International: nl. barnsteen, pl. bursztyn, sv. bärnsten, uk. бурштин (burštyn), fy. barnstien
In den meisten europäischen Sprachen ist der Name für Bernstein vom alten arabischen Wort عنبر (`anbar) (= gelb) abgeleitet, z. B.: en. amber, fr. ambre jaune, it. /ambra, es./el./tr./pt. ambar
In den slavischen Sprachen wird das Wort meist vom litauischen gintãras abgeleitet, so z. B. lv. dzintars, be./ru. янтарь (jantarʹ), cs./sb./sk./sl./uk = jantár
Wortbildungen: Erstglied: Bernsteinanhänger, Bernsteinarmband, Bernsteinauge, Bernsteineinschluss, Bernsteinfischerei, Bernsteingehänge, Bernsteinkette, Bernsteinküste, Bernsteinland, Bernsteinöl, Bernsteinperle, Bernsteinregal, Bernsteinsäure, Bernsteinschmuck, Bernsteinschnecke, Bernsteinspitze, Bernsteinstraße, Bernsteinzimmer

Letztglied: Naturbernstein, Pressbernstein, Rohbernstein

Adjektive: bernsteinfarben, bernsteinfarbig, bernsteingelb

Ableitungen: bernsteinern
Interessantes: Für Kinder interessante Seiten: KLexikon, MiniKlexikon, logo, Bloggerbande, Schutzstation Wattenmeer, Planet Wissen, Wikipedia

Unikales Morphem ?

Das Morphem bern kommt nicht isoliert vor und in dieser Bedeutung nur in Wortbildungen zusammen mit dem Wort Stein. Nicht berücksichtigt werden bei der Bestimmung der Unikalität dieses Morphems das Vorkommen des Morphems in Eigennamen.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem bern muss daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (Adelung, Grimm, Goethe), ZDL, Wikipedia, Duden-online

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berappen

Wortherkunft

Herr Alt Die Herkunft des Verbs ist nicht vollständig geklärt. Das Wort stammt aus der Studentensprache und ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Wahrscheinlich gehört es zu dem rotwelschen Wort rabbes = Zins, Gewinn, Geldbetrag. Daraus könnte sich die Bedeutung Geld zahlen, etwas abgeben entwickelt haben.
Herr Wort Duden und andere etymologische Wörterbücher geben als wahrscheinlichste Erklärung eine Herkunft aus der Studenten- und Gaunersprache an. Das Wort ist also ein gutes Beispiel dafür, dass sich umgangssprachliche Ausdrücke aus Sondersprachen in der Alltagssprache festsetzen können.

Hinweise zum Wort berappen

Bedeutung: etwas (widerwillig) bezahlen
Beispielsatz: Er musste für die Reparatur am Fahrrad viel zu viel berappen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·rap·pen

Aussprache: [bəˈʁapn̩]

Wortformen

Das Verb berappen wird regelmäßig konjugiert.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich berappe ich berappte ich habe berappt
2. Person du berappst du berapptest du hast berappt
3. Person er/sie/es berappt er/sie/es berappte er/sie/es hat berappt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir berappen wir berappten wir haben berappt
2. Person ihr berappt ihr berapptet ihr habt berappt
3. Person sie berappen sie berappten sie haben berappt



Weiterführende Informationen zum Grundwort berappen
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Info - berappen

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Weiterführende Informationen zum Wort berappen

Entstehung: Die Herkunft des Wortes ist unklar.
  1. Rotwelsch rabbes = Zins, Gewinn, Geldbetrag. Daraus könnte ein Verb berappen = Geld zahlen, etwas abgeben entstanden sein. Verbreitung im 19. Jh. über Studentensprache.
  2. Rappen = kleine Münze (Schweiz). Aus dem Mehrwortausdruck mit Rappen zahlen könnte das Verb berappen entstanden sein.
  3. Rappe = schwarzes Pferd, Ableitung von schwarzem Rabe. Der Adler auf der Geldmünze (Schweiz) wird umgangssprachlich auch abwertend als Rabe verspottet. Hieraus könnte sich ebenfalls mit Rappen bezahlen = berappen entwickelt haben.
  4. berappen = Eine Wand mit Mörtel belegen. Kein Zusammenhang zur Bedeutung bezahlen bekannt.
  5. hebräisch: rapo, jerappe (רַפֹּא יְרַפֵּא) (Exodus 21,19); er soll ihm nur den Arbeitsausfall ersetzen und für seine Heilung sorgen. Über Jiddisch, Rotwelsch und Studentensprache könnte sich hieraus berappen = bezahlen entwickelt haben.

Die meisten Sprachwissenschaftler halten nur die erste Erklärung als plausibel.

Wortbildungen: -
Ableitungen: -

Unikales Morphem ?

Das Morphem rapp kommt im heutigen Deutsch in dieser Bedeutung nicht als selbstständiges Wort vor und erscheint nur in der Wortbildung berappen. Historisch könnte es auf das heute nicht mehr gebräuchliche rotwelsche Wort rabbes („Zins, Geldbetrag“) zurückgehen.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem rapp in der Wortbildung berappen kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Etymologie: Duden-Online, Wikipedia, Baustoff Putz, Entrinden eines Baumstammes, Studentensprache, Lutherbibel Exodus 21,19, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung)

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Bingelkraut

Wortherkunft

Herr Alt Der Name Bingel geht vermutlich auf das althochdeutsche Wort bunge (= Knolle) zurück. Das ist ein Hinweis auf die knollenartige Wurzel der Pflanze.

Der zweite Bestandteil Kraut bezeichnet allgemein eine krautige Pflanze.

Frau Fremd Das Wort Bingelkraut kommt fast ausschließlich im deutschen Sprachraum vor. Im Niederdeutschen heißt es Büngel, in anderen Regionen auch Hundskohl, Schuttbingel oder Wintergrün. In den Niederlanden heißt diese Pflanze bingelkruid.

Hinweise zum Wort Bingelkraut

Bedeutung: Bingelkräuter sind krautige Pflanzen, die häufig auf Äckern, in Gärten und an Wegrändern wachsen und von vielen Menschen als Unkraut betrachtet werden.
Beispielsatz: Vater rupft das Bingelkraut im Garten aus.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Neutrum

Worttrennung: Bin·gel·kraut

Aussprache: [ˈbɪŋəlˌkʁaʊt]

Wortformen

Das Substantiv Bingelkraut ist sächlich.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Bingelkraut die Bingelkräuter
2. Fall Genitiv des Bingelkrauts der Bingelkräuter
3. Fall Dativ dem Bingelkraut den Bingelkräutern
4. Fall Akkusativ das Bingelkraut die Bingelkräuter



Weiterführende Informationen zum Grundwort Bingelkraut
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Info - Bingelkraut

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Weiterführende Informationen zum Wort Bingelkraut

Entstehung: Das Bingelkraut gehört zur Pflanzengruppe der Wolfsmilchgewächse; ahd. bungo, mhd. bunge = Knolle
Wortbildungen: Waldbingelkraut
Ableitungen: -
Interessantes: Die frischen Blätter der Pflanze sind giftig. Getrocknet hingegen werden den Blättern heilende Wirkungen bei verschiedenen Krankheiten zugesprochen. Mehr zum Bingelkraut findest du auf verschiedenen Biologie-Seiten im Internet, so z. B.
Botanikus, Heilkräuter.de, Mediendatenbank Biologie, Wikipedia.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bingel kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen sondern nur in Verbindung mit dem Grundwort Kraut vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem bing bzw. bingel kommt in dieser Bedeutung ist ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (siehe hier Adelung mit einer veralteten Annahme zur Herkunft), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

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Bickbeere

Wortherkunft

Herr Alt Der erste Bestandteil Bick geht vermutlich auf das niederdeutsche Wort pik (= Pech) zurück. Damit wird auf die dunkle, fast schwarze Farbe der Beeren hingewiesen.
Herr Wort Diese Beere wird je nach Region unterschiedlich benannt:
Blaubeere, Heidelbeere, Heubeere (süddeutsch), Mollbeere, Moosbeere, Schwarzbeere, Staulbeere (Pfalz), Waldbeere, Wildbeere, Zeckbeere

Hinweise zum Wort Bickbeere

Bedeutung: Heidelbeere, Schwarzbeere
Beispielsatz: Im Herbst sammeln wir Bickbeeren.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, feminin

Worttrennung: Bick·bee·re

Aussprache: [ˈbɪkˌbeːʁə]

Wortformen

Das Substantiv Bickbeere ist feminin. Alle Fälle in der Einzahl (Singular) entsprechen dem Grundwort. In allen Fällen der Mehrzahl (Plural) wird an die Grundform ein e angehängt.

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Bickbeere die Bickbeeren
2. Fall Genitiv der Bickbeere der Bickbeeren
3. Fall Dativ der Bickbeere den Bickbeeren
4. Fall Akkusativ die Bickbeere die Bickbeeren



Weiterführende Informationen zum Grundwort Bickbeere
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Info - Bickbeere

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Weiterführende Informationen zum Wort Bickbeere

Entstehung: agr. πίσσα (pissa), lat. pix, 8. Jh. ahd. peh, mhd. pech, bech = Pech; niederdeutsch bikbēre, pik = Pech; damit wird auf die dunkle, fast schwarze Farbe der Beeren hingewiesen.
Wortbildungen: Bickbeerenstrauch, Bickbeerenpflanze
Ableitungen: -
Interessantes: Die Bickbeere ist eine regionale Bezeichnung für die bekannte Heidelbeere (Vaccinium myrtillus). Siehe hierzu die Beschreibung im Kinderlexion und auf der Seite essen-wissen.de.

Unikales Morphem ?

Das Wort Bickbeere besteht aus den Bestandteilen Bick und Beere. Das Morphem bick kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und auch in keiner weiteren Wortbildung vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem bick muss daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung) ZDL Wikipedia Duden-online

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Bollwerk

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort wurde zum Ende des Mittelalters aus der niederdeutschen Sprache übernommen. Es ist eine Zusammensetzung aus Bohle und Werk.

Als bole bzw. bolle bezeichnete man früher ein dickes Holzbrett bzw. einen Baumstamm. Hieraus entwickelte sich später das Wort Bohle (= sehr starkes Brett).

Das Bollwerk war also ursprünglich ein Schutzbau aus Holzbohlen.

Zunächst bezeichnete man so ein mit Erde und Holzstämmen befestigtes Ufer. Später wurde der Begriff auch im militärischen Sinne für eine Befestigungsanlage verwendet.
Heute wird das Wort auch im übertragenen Sinn gebraucht, etwa als Bollwerk gegen den Krieg oder ein Bollwerk des Friedens.
Frau Fremd Das mittelhochdeutsche Wort bollwerc findet sich auch in nordgermanischen Sprachen.
Sprache Bollwerk Aussprache
Deutsch Bollwerk [ˈbɔlˌvɛʁk]
Dänisch bolværk [ˈpʌlˌvɛɐ̯ˀk]
Englisch bulwark [ˈbʊlwɜːk] (UK) / [ˈbʊlwɝːk] (US)
Niederländisch bolwerk [ˈbɔlʋɛrk]
Norwegisch bolverk [ˈbuːlværk]
Schwedisch bålverk [ˈboːlværk]

Hinweise zum Wort Bollwerk

Bedeutung: a) Festung, Bauwerk zum Schutz gegen Feinde

b) Schutzbarriere, Landeplatz im Hafen

c) übertragen: Einrichtung oder Maßnahme zum Schutz

Beispielsatz: a) Die Fundamente des mittelalterlichen Bollwerks sind noch immer gut zu erkennen.

b) Die Holzpfosten vor der Hafeneinfahrt sind ein guter Schutz bei stürmischer See.

c) Die große Demonstration war wie ein Bollwerk gegen die aufkeimende Ausländerfeindlichkeit.

Wortinfo: Wortart: Substantiv, Neutrum

Worttrennung: Boll·werk

Aussprache: [ˈbɔlˌvɛʁk]

Wortformen

Das Substantiv Bollwerk ist sächlich.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Bollwerk die Bollwerke
2. Fall Genitiv des Bollwerks der Bollwerke
3. Fall Dativ dem Bollwerk den Bollwerken
4. Fall Akkusativ das Bollwerk die Bollwerke



Weiterführende Informationen zum Grundwort Bollwerk
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Info - Bollwerk

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Weiterführende Informationen zum Wort Bollwerk

Entstehung: 13. Jh. mhd. bollwerc, 14. Jh. mnd. bolwerk
Wortbildungen: Abwehrbollwerk,

Felsbollwerk, Felsenbollwerk, Festungsbollwerk, Grenzbollwerk, Inselbollwerk

Ableitungen: -
Interessantes: Das Wort Bollwerk gehört ursprünglich zur Sprache des Festungsbaus. Es bezeichnete eine starke Befestigungsanlage aus Erde, Holz oder Stein zum Schutz gegen Angriffe.

Heute wird das Wort häufig auch im übertragenen Sinn verwendet, etwa in Wendungen wie Bollwerk gegen den Extremismus, Bollwerk der Demokratie oder Bollwerk des Friedens. Damit ist eine starke Schutzfunktion gegen eine Bedrohung gemeint.

Fremdsprachen

Das niederdeutsche bzw. niederländische Wort wurde in mehreren Fremdsprachen übernommen. Hier einige Beispiele:

Ableitungen vom ndd. bolwerc bzw. nl. bolwerk in andere Sprachen
Sprache Bollwerk Aussprache Quelle
Deutsch Bollwerk [ˈbɔlˌvɛʁk] Quelle
Dänisch bolværk [ˈpʌlˌvɛɐ̯ˀk] Quelle
Englisch bulwark [ˈbʊlwɜːk] (UK) / [ˈbʊlwɝːk] (US) Quelley
Niederländisch bolwerk [ˈbɔlʋɛrk] Quelle
Norwegisch bolverk [ˈbuːlværk] Quelle
Schwedisch bålverk [ˈboːlværk] Quelle
Französisch boulevard [buləvaʁ] Quelle
Spanisch baluarte [baluˈaɾte] Quelle
Italienisch baluardo [baluˈardo] Quelle
Portugiesisch baluarte [baluˈaɾtɨ] Quelle
Polnisch bulwar [ˈbulvar] Quelle
Russisch бульвар (bulvar) [bʊlʲˈvar] Quelle

Unikales Morphem ?

Obwohl eine historische Verbindung zu Bohle besteht, tritt das Morphem boll heute nicht mehr als eigenständiges Wort auf. Das Morphem boll kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen sondern nur in Verbindung mit dem Grundwort werk vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem boll in der Wortbildung Bollwerk wird daher als unikales Morphem betrachtet.

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Bottich

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort geht vermutlich auf mittellateinisch butica („Gefäß, Fass“) oder auf lateinisch apothēca („Aufbewahrungsort, Lagerraum“) zurück. Im Mittelalter entwickelte sich daraus die Form boteche, aus der schließlich das heutige Wort Bottich entstand.

Hinweise zum Wort Bottich

Bedeutung: Fass, größerer Behälter (meist aus Holz oder Kunststoff)
Beispielsatz: Wir sammeln Regenwasser in einem großen Bottich.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Maskulinum

Worttrennung: Bot·tich

Aussprache: [ˈbɔtɪç]

Wortformen

Das Substantiv Bottich ist männlich.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Bottich die Bottiche
2. Fall Genitiv des Bottichs der Bottiche
3. Fall Dativ dem Bottich den Bottichen
4. Fall Akkusativ den Bottich die Bottiche



Weiterführende Informationen zum Grundwort Bottich
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Weiterführende Informationen zum Wort Bottich

Entstehung: Die Herkunft des Wortes ist nicht eindeutig geklärt:
  1. griech. apothḗkē (ἀποθήκη) → lat. apothēca = Aufbewahrungsort, Lagerraum (vgl. Apotheke)
  2. mlat. butica = Gefäß, Behälter → ahd. botega → mhd. boteche

Aus diesen Formen entwickelte sich im Neuhochdeutschen das Wort Bottich.

Böttcher, Bütte: mnd. bȫde, bōde (= Bütte) → 13. Jh. mnd. bȫdeker, 15. Jh. frühnhd. (md.) botticher, büttiger; kein etymologischer Zusammenhang zu Bottich
Wortbildungen: -
Ableitungen:
Interessantes: Das Wort Bottich gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die ursprünglich einen Aufbewahrungsort oder Behälter bezeichneten. Dazu gehört auch das Wort Apotheke, das ursprünglich „Lagerraum“ bedeutete.

Heute bezeichnet Bottich meist einen großen offenen Behälter, häufig aus Holz oder Kunststoff.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bott im Wort Bottich kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und in keiner weiteren Wortbildung vor.

Einen etymologischen Zusammenhang zum Wort Böttcher gibt es nicht.

Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortbestandteil bott kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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bräsig

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort kommt aus der niederdeutschen Sprache und bedeutete ursprünglich kräftig, wohlgenährt.
Herr Wort Das Wort bräsig galt lange Zeit als veraltet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird es in Norddeutschland wieder verstärkt benutzt. Es drückt ein langweiliges, wenig flexibles und schwerfälliges Verhalten einer Person aus.
Frau Fremd Vergleichbare Bedeutungen finden sich auch in norddeutschen Dialekten, z. B. mecklenburgisch brœsig, westfälisch: bræsig. In den meisten Wörterbüchern wird bräsig mit träge übersetzt, z. B. niederländisch: traag, schwedisch trög, norwegisch: treg oder dänisch træg.

Hinweise zum Wort bräsig

Bedeutung: schwerfällig, träge; begriffsstutzig, langweilig
Beispielsatz: Sie saßen stundenlang auf der Bank und starrten bräsig auf das Treiben im Park.

Die Kinder hockten den ganzen Nachmittag bräsig auf dem Sofa und starrten auf ihr Handy.

Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: brä·sig

Aussprache: [ˈbrɛːzɪç]

Wortformen

Das Wort bräsig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.

Positiv Komparativ Superlativ
bräsig bräsiger am bräsigsten



Weiterführende Informationen zum Grundwort bräsig
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - bräsig

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Weiterführende Informationen zum Wort bräsig

Entstehung: niederdeutsch bräsig = wohlgenährt, kräftig; vermutlich zu einem niederdeutschen Wortstamm brās/bras mit der Bedeutung „schwer, voll, massig“. Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden. Heute wird bräsig vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet. Heute wird bräsig vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet.
Wortbildungen:
Ableitungen:
Interessantes: 1978 bis 1980 lief im NDR bzw. ARD eine Fernsehserie nach einer Romanvorlage von Fritz Reuter mit dem Namen Onkel Bräsig.

Unikales Morphem ?

Der Morphem bräs im Adjektiv bräsig kommt nicht isoliert vor. Hiervon gib es auch keine weiteren Wortbildungen.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Bestandteil bräs kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-2, MeckWB, WWb), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

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Bräutigam

Wortherkunft

Herr Alt Im frühen Mittelalter hieß der zukünftige Ehemann brūtigomo. Im ersten Teil des Wortes brut kannst du unser heutiges Wort Braut wiederfinden. Der zweite Teil ist auf das althochdeutsche Wort für Mann = gomo zurückzuführen. Dieses Wort ist mit dem lateinischen Wort homo (= Mensch, Mann) verwandt.

Das alte Wort gome gibt es heute nicht mehr. Es wurde schon früh im deutschsprachigen Raum durch Mann ersetzt.

Fremdsprachen

Frau Fremd Das alte Wort brūtigomo findest du auch in anderen germanischen Sprachen wieder.
Sprache Wort Aussprache Quelle
Dänisch brudgom [ˈbʁuðˌkʌm] Den Danske Ordbog
Isländisch brúðgumi [ˈpruːðkʏmɪ] Íslensk orðabók
Englisch bridegroom [ˈbɹaɪdɡɹuːm] Oxford Learner’s
Niederländisch bruidegom [ˈbrœy̯dəɣɔm] Van Dale
Norwegisch brudgom [ˈbrʉːdɡʊm] Bokmålsordboka
Schwedisch brudgum [ˈbrʉːdɡɵm] Svensk Ordbok

Hinweise zum Wort Bräutigam

Bedeutung: zukünftiger Ehemann
Beispielsatz: Die Braut und der Bräutigam gehen gemeinsam zum Altar.
Wortinfo: Wortart: Nomen: der Bräutigam

Worttrennung: Bräu-ti-gam

Aussprache: [ˈbʁɔʏ̯tɪɡaːm]

Wortformen

Das Grundwort Bräutigam bezeichnet einen Mann kurz vor oder während der Hochzeit. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein e angehängt. Für den Dativ sind im Singular zwei Varianten möglich. Im Plural wird en ergänzt

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Bräutigam die Bräutigame
2. Fall Genitiv des Bräutigams der Bräutigame
3. Fall Dativ dem Bräutigam, dem Bräutigame den Bräutigamen
4. Fall Akkusativ den Bräutigam die Bräutigame



Weiterführende Informationen zum Grundwort Bräutigam
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Info - Bräutigam

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Weiterführende Informationen zum Wort Bräutigam

Entstehung:
  • Braut: germ. *brudi–, ahd. mhd. brūt
  • Mann/-gam: ie. *dhghem = Erde, germ. *guman-, ahd. gomo, mhd. gome; verwandt mit lat. homo
  • Bräutigam: germ. *brūdigumōn, ahd. brūtigomo, mhd. bruitegume
Wortbildungen: Jubelbräutigam, Seelenbräutigam, Silberbräutigam; veraltet: Bräutigamsabend, Bräutigamsgabe, Bräutigamsliebe, Bräutigamsprobe, Bräutigamsthaler,
Ableitungen: -
Interessantes: Wenn du mehr über die Heirat erfahren möchtest, wie die Hochzeitszeremonie in den verschiedenen Religionen abläuft? Viele Antworten auf diese Fragen findest du auf der Internetseite Religionen entdecken.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bräut ist eine Umlautableitung von Braut (Allomorphie). Das Morphem braut kommt isoliert und in vielen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bräut/braut ist daher kein unikales Morphem.
Das Morphem gam kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. In Wortbildungen kommt das Wort nur gemeinsam mit dem Erstglied bräut vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem gam ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2, Goethe; für Regiolekte: Rheinisches WB, Mecklenburgisches WB, Pfälzisches WB, Südhessisches WB; veraltete Wörter: Campe ), ZDL

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Brombeere

Wortherkunft

Herr Alt Die Brombeere hieß im Mittelalter brāmberi. Im ersten Teil des Wortes steckt das althochdeutsche Wort brāmo. Das bedeutete „Dornenstrauch“. Der zweite Teil des Wortes (beri) ist die Beere. Die brāmberi ist demnach die Beere, die an einem Dornenstrauch wächst.
Herr Wort Die Brombeere ist keine richtige Beere. In der Biologie gehört diese Frucht zur Gruppe der Steinfrüchte. Wenn du genau wissen willst, warum das so ist, dann findest du im Kinderlexikon eine verständliche Beschreibung.
Frau Fremd Das Wort ist auch in anderen germanischen Sprachen verbreitet, z. B. englisch bramble (Dornenstrauch) und niederländisch braam.

Hinweise zum Wort Brombeere

Bedeutung: Brombeeren sind blau-schwarze Früchte, die an einem stacheligen Strauch wachsen.
Beispielsatz: Ich esse gerne Brombeeren mit Sahne.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Femininum

Worttrennung: Brom·bee·re

Aussprache: [ˈbʁɔmˌbeːʁə]

Wortformen

Das Substantiv Brombeere ist weiblich. Alle Wortformen in der Einzahl entsprechen dem Grundwort. Alle Pluralformen haben als Zusatz am Ende den Buchstaben n.

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Brombeere die Brombeeren
2. Fall Genitiv der Brombeere der Brombeeren
3. Fall Dativ der Brombeere den Brombeeren
4. Fall Akkusativ die Brombeere die Brombeeren



weitere Beeren und Früchte auf rechtschreibwiki.de: Himbeere, Moltebeere

Weiterführende Informationen zum Grundwort Brombeere

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Info - Brombeere

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Weiterführende Informationen zum Wort Brombeere

Entstehung:
ie. *bhrem-, *bhrom- = borstig, Dorn → ahd. brāmo, brāma → mhd. brāme = Dornenstrauch
ie. *bhā-, *bhō- = glänzen → ahd. beri → nhd. Beere
10. Jh. ahd. brāmberi, mhd. brāmber
Wortbildungen: sh. Wörterliste
Ableitungen:
Interessantes: Die Brombeere ist keine echte Beere, sondern – wie die Himbeere, die Kratzbeere und die Moltebeere – eine Sammelsteinfrucht.

Viele Bilder zur Brombeere findest du z. B. auf grundschulmaterial.de. Dort sind auch Unterrichtsmaterialien, Bilder und Arbeitsblätter von Beeren und Früchten

Wörterliste

Wortbildungen mit Brombeere als Erstglied (Bestimmungswort)
Pflanze und Pflanzenteile
Brombeerblatt, Brombeerbusch, Brombeergerank, Brombeergesträuch, Brombeergestrüpp, Brombeerhecke, Brombeerpflanze, Brombeerranke, Brombeerstrauch
Tiere (leben an/mit der Pflanze)
Brombeergallmilbe, Brombeerperlmuttfalter, Brombeer-Perlmuttfalter, Brombeerspinner, Brombeerzipfelfalter, Brombeer-Zipfelfalter
Lebensmittel und Produkte aus der Frucht
Brombeercreme, Brombeereis, Brombeerfruchtsaft, Brombeergelee, Brombeerkompott, Brombeerkonfitüre, Brombeerkuchen, Brombeerlikör, Brombeermarmelade, Brombeermilch, Brombeersaft, Brombeerscherbett, Brombeerschnee, Brombeersirup, Brombeerwein
sonstiges (Eigenschaften, übertragene Bedeutung)
Brombeeraroma, Brombeerton, Brombeerkoalition

Unikales Morphem ?

Das Morphem brom (aus ahd. brāmo = Dornenstrauch) kommt nicht isoliert und in Wortbildungen nur zusammen mit dem Letztglied Beere (Brombeere).
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem brom muss daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch) ZDL Wikipedia Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Brösel

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche brōs(a)ma zurück und gehört zur gleichen Wortfamilie wie Brosame. Es bezeichnet ursprünglich etwas „Zerkrümeltes“ oder „Zerriebenes“.
Herr Wort Brösel wird vor allem umgangssprachlich verwendet und bezeichnet kleine Stückchen von Brot, Kuchen oder anderen trockenen Lebensmitteln. Häufig wird auch das Verb bröseln verwendet.

Hinweise zum Wort Brösel

Bedeutung: kleines, trockenes Stückchen von Brot, Kuchen oder Gebäck; Krümel
Beispielsatz: Auf dem Tisch lagen noch einige Brösel vom Kuchen.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Maskulinum

Worttrennung: Brö·sel

Aussprache: [ˈbrøːzl̩]

Wortformen

Das Substantiv Brösel ist männlich und wird häufig im Plural verwendet.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Brösel die Brösel
2. Fall Genitiv des Brösels der Brösel
3. Fall Dativ dem Brösel den Bröseln
4. Fall Akkusativ den Brösel die Brösel



weitere Informationen findest du beim Stichwort Brosame
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Brosame

Wortherkunft

Herr Alt Ursprünglich bedeutete das althochdeutsche Wort brōsme „das Zerriebene, das Zerkrümelte“.

Das Wort hat geschichtlich nichts mit dem Wort Brot zu tun, auch wenn später die Bedeutung auf zerbröckeltes Brot eingeengt wurde.

Herr Wort Heute wird das Wort fast nur noch im Plural Brosamen verwendet. Es kommt häufig in festen Wendungen vor, z. B. die Brosamen aufsammeln oder mit Brosamen abgespeist werden.

Hinweise zum Wort Brosame

Bedeutung: winziges Stück von zerbröckeltem Brot oder Gebäck; Krümel

Das Wort wird meist im Plural (Brosamen) und oft im übertragenen Sinn gebraucht.

Beispielsatz: Für mich bleiben nur die Brosamen übrig.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Maskulinum

Worttrennung: Bro·sa·me

Aussprache: [ˈbroːzamə]

Wortformen

Das Substantiv Brosame ist männlich und wird meist im Plural verwendet.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Brosame die Brosamen
2. Fall Genitiv des Brosamens der Brosamen
3. Fall Dativ dem Brosamen den Brosamen
4. Fall Akkusativ den Brosamen die Brosamen



zur Wortgeschichte Brösel
Weiterführende Informationen zum Grundwort Brosame
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Info - Brosame

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Weiterführende Informationen zum Wort Brosame

Entstehung: ie. *bhrē̌us- = zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln → 8. Jh. ahd. brōs(a)ma → mhd. brosem(e), brosme → nhd. Brosame

16. Jh. Verkürzung von spätmhd. brosemlīn, frühnhd. bröslein → nhd. Brösel

Wortbildungen: Bosame -

Brösel: bröselig, Brotbrösel, Kuchenbrösel, Semmelbrösel, Speckbrösel, Tabakbrösel, Zwiebackbrösel

Ableitungen: Brösel, broseln
Interessantes: Eine gute Beschreibung zu Brösel und Brosamen findest du bei Wikipedia.

Martin Luther verwendet den Begriff Brosamen in seiner Bibelübersetzung: Neues Testament, Mathäus 15,27. In anderen Übersetzungen finden wir Brotkrumen, Brosamlein, Krümel, Brootbrocken,

Die Stelle im Matthäus Evangelium in der Luther den hebräischen Begriff mit Brosame übersetzt ist aus verschiedenen Gründen interessant und für viele unverständlich und verwirrend: Jesus, der sich nur für an sein Volk, die Juden wendet und die andern, Heiden mit Hunden vergleicht?!. Wer mehr zu dieser Bibelstelle und verschiedenen Erklärungen interessiert finden bei gutefrage.net oder auf YouTube in der Scetch-Bibel interessante Interpretationen.

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Unikales Morphem ?

Das Wort Brosame lässt sich historisch in mehrere Bestandteile zerlegen (bros + -ame). Diese Bestandteile kommen heute nicht mehr als selbstständige Wörter vor. Das Morphem bros kommt mit Umlaut im Wort Brösel vor (Allomorphie).
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bros kommt nicht isoliert (wegen Bösel) vor. Es ist daher kein nikales Morphem.
Das Morphem ame ist Bestandteil des Wortes Brosame. Es kommt nicht isoliert und nur in diesem Wort vor. Im Wort Brösel (mhd. brosemlin) ist dieses Morphem nicht mehr enthalten.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem ame kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Goethe, Grimm-2), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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