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Zu ''Buchsbaum'' müssen noch die Seiten ''Buchse'' und ''Büchse'' erstellt werden. Siehe hierzu die Excel-Tabelle.
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Die bereits erstelle Seite ''billig'' muss korrigiert werden. Das Wort ist kein unikales Morphem
Die Seiten Aschenputtel und Aschenbrödel müssen aktualisiert werden (Wörterseiten ersetzen durch neue Wörterseiten und Infoseiten).
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= Aschenbrödel =
= Beffchen =
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==Wortherkunft==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|-
|Die ''biffe'' war bei den Römern eine Halsbinde. Später gehörte der weiße Kragen mit zwei herunterhängenden weißen Streifen (''beffe'') zur bürgerlichen Tracht. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Kleidungsstück zusammen mit einem schwarzen Talar zur Amtstracht eines evangelischen Geistlichen.
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''Aschenbrödel'' ist eine andere Bezeichnung für die bekannte Märchenfigur ''Aschenputtel''. Es wird vor allem im süddeutschen Raum und in Österreich verwendet.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ist zusammengesetzt aus ''Asche'' und ''Brödel''. In dem zweiten Wortteil ''-brödel'' steckt das mittelhochdeutsche Wort ''brodelen''. Es bedeutet ''aufwühlen''.
''Aschenbrödel'' nannte man früher einen Küchenjungen, der für alle schmutzigen Arbeiten zuständig war; ''einer, der in der Asche wühlt.''
 
Im Märchen vom ''Aschenbrödel'' sitzt ein Mädchen im Schmutz und muss „''die Asche aufwühlen''“, um die Erbsen herauszusuchen.
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|
|Aus dem alten Wort ''brodelen'' hat sich unser heute gebrauchtes Verb ''brodeln'' entwickelt. Wenn Wasser aufgekocht wird, dann ist es ''aufgewühlt'', es ''brodelt'' und ''blubbert''.
|-
|'''Geschichte:'''
|Im Märchen ist Aschenbrödel die jüngste von drei Töchtern. Sie musste aus der Asche Erbsen ausbuddeln, während ihre Schwestern zum Tanzen aufs Schloss des Königs gingen. Aschenputtel schlich unerkannt ebenfalls zum Schloss und heiratete später den Prinzen.
|-
|'''siehe auch:'''
|Weitere Hinweise zu diesem Märchen findest du beim Wort [[Aschenputtel]].
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|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Beffchen''==
==Hinweise zum Wort ''Aschenbrödel''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Zwei rechteckige Stoffstreifen, die am Halsausschnitt von Amtstrachten getragen werden.
|1. Märchenfigur: ein unterdrücktes Mädchen, das niedrige Arbeiten verrichten muss 
2. übertragen: jemand, der unbeachtet bleibt oder benachteiligt wird
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Der Pfarrer hat einen Talar mit einem weißen Beffchen.''
|''Die Geschichte vom Aschenbrödel wird auch unter dem Namen Aschenputtel erzählt.''
''Er spielte lange Zeit die Rolle des Aschenbrödels in der Mannschaft.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Neutrum
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum (auch Femininum im übertragenen Gebrauch möglich)


'''Worttrennung:''' Beff·chen
'''Worttrennung:''' Aschen-brö-del


'''Aussprache:''' [ˈbɛfçən]
'''Aussprache:''' [ˈaʃn̩ˌbrøːdl̩]
|-
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|}
|}
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==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Beffchen'' ist sächlich. Mit Ausnahme der 2. Person Einzahl (Genitiv, Singular) entsprechen alle Wortformen dem Grundwort.
Das Wort ''Aschenbrödel'' wird meist als Eigenname gebraucht. Ein Plural ist im übertragenen Sinn möglich.
</div>
</div>


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!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|das Beffchen
|das Aschenbrödel
|die Beffchen
|die Aschenbrödel
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|des Beffchen'''<u>s</u>'''
|des Aschenbrödel'''<u>s</u>'''
|der Beffchen
|der Aschenbrödel
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|dem Beffchen
|dem Aschenbrödel
|den Beffchen
|den Aschenbrödel'''<u>n</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|das Beffchen
|das Aschenbrödel
|die Beffchen
|die Aschenbrödel
|-
|-
|}
|}
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Beffchen | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Beffchen''''' ]]
|siehe auch: '''''[[Aschenputtel]]'''''
|-
|[[Info - Aschenbrödel| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Aschenbrödel''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Info - Beffchen =
 
= Info - Aschenbrödel =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Beffchen|'''zurück zur Wortgeschichte ''Beffchen''''' ]]
|[[Aschenbrödel|'''zurück zur Wortgeschichte ''Aschenbrödel''''']]
|}
|}
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__TOC__
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==Weiterführende Informationen zum Wort ''Beffchen''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Aschenbrödel''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|mlat. ''biffa'' → afrz. ''bif(f)e'' → mnl. ''beffe'' → nl. ''bef'' → mnd. ''beffe'' → 17. Jh. hd. ''Beffe'', Pl. ''Beffen'' → 18. Jh. Verkleinerungsform: ''Beffchen''
|Die Geschichte vom Aschenbrödel wurde von Ludwig Bechstein in das Neue deutsche Märchenbuch (Mitte 19. Jh.) übernommen. Er nannte die Märchenfigur '''Aschenbrödel'''.
 
Zunächst war die ''Beffe'' ab dem 17. Jahrhundert Teil der bürgerlichen Kleidung. Seit dem 19. Jahrhundert gehört sie zur Amtstracht evangelischer Geistlicher.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
| -
|Aschenbrödeldasein, Aschenbrödelgeschichte
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|brodeln
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Bilder von ''Beffchen'' findest du bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Beffchen Wikipedia]. Eine kindgerechte Beschreibung findest du auf den Internetseiten [https://www.religionen-entdecken.de/tags/beffchen Religionen entdecken] und [https://www.kirche-entdecken.de/sakristei/der-talar Kirche entdecken]. Bilder von ehemaligen EKD-Präsidenten mit Beffchen und Talar: [https://img.welt.de/img/newsticker/news1/mobile159079290/9312500547-ci102l-w1024/EKD-Ratspraesident-Heinrich-Bedford-Strohm.jpg Heinrich Bedford-Strohm], [https://www.heidelberger-katechismus.net/daten/Image/Bild_Upload_Orig/2986_org.jpg Nikolaus Schneider], [https://www.erfurt.de/mam/ef/erleben/sehenswertes/fittosize_85_700_0_f7911542b55479e5b914a3fc492c37a1_kaessmann.jpg Margot Käßmann]
|Das Wort ''Aschenbrödel'' ist eine ältere oder regionale Variante von ''Aschenputtel''. Die Geschichte vom ''Aschenbrödel'' wurde von Ludwig Bechstein in das Neue deutsche Märchenbuch (Mitte 19. Jh.) übernommen. Er nannte die Märchenfigur '''Aschenbrödel'''.
 
Bekannt wurde der Name besonders durch den Film:
:''[https://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Haseln%C3%BCsse_f%C3%BCr_Aschenbr%C3%B6del Drei Haselnüsse für Aschenbrödel]''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Verweis:'''
|Die [https://maerchen.com/ Märchensammlung] ist im Internet frei zugänglich. Die Geschichte vom Aschenbrödel kann auch bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Haseln%C3%BCsse_f%C3%BCr_Aschenbr%C3%B6del_(M%C3%A4rchen)#Handlung Wikipedia] nachgelesen werden. Dort finden sich auch Hinweise auf den Unterschied dieses Märchens im [https://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Haseln%C3%BCsse_f%C3%BCr_Aschenbr%C3%B6del_(M%C3%A4rchen)#%C3%84hnlichkeiten_zu_Grimms_M%C3%A4rchen Vergleich zu Grimms Aschenputtel].
siehe auch: [[ Aschenputtel]]
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Der Wortbestandteil ''beff'' kommt nicht isoliert und in keiner weiteren Wortbildung, sondern nur mit dem Deminativum -''chen'' vor. Das zugrunde liegende Nomen ''Beffe'' ist untergegangen und taucht heute in keinem Wörterverzeichnis mehr auf.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| colspan="2" |Das Nomen ''Brödel'' ist heute nur noch regional gebräuchlich. Das Morphem ''bröd'' ist die umgelautete Variante des Morphems ''brod'' des Verbs ''brodeln'' (Allomorphie). Dieses Morphem ''brod'' kommt isoliert (sh. [https://www.dwds.de/wb/brodeln#1 brodeln]) und in weiteren Wortbildungen (z. B. [https://www.dwds.de/wb/aufbrodeln aufbrodeln], [https://www.dwds.de/wb/emporbrodeln emporbrodeln], [https://www.dwds.de/wb/Gebrodel Gebrodel]) vor.
|Das Morphem ''beff'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''brod'' ist in dieser Bedeutung daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
Für viele Sprecher wirkt ''Brödel'' daher wie ein unikales Morphem, da es im modernen Standarddeutsch selten vorkommt.
|-
| colspan="2" |Das Verb ''brodeln'' im Sinne von ''trödeln'' wird vor allem in Oberösterreich benutzt. Die Herkunft ist unklar. Ein Zusammenhang zum Verb ''brodeln'' (s.o.) besteht nicht. Daher können die hiervon abgeleiteten Wortbildungen (z. B. [https://www.dwds.de/wb/herumbrodeln herumbrodeln] oder [https://www.dwds.de/wb/Brodler Brodlerin]) nicht berücksichtigt werden.
|-
|-
|}
|}
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==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Beffchen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Beffchen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B03069 Grimm-Wörterbuch]), [https://www.zdl.org/?q=Beffchen ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Beffchen Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Beffchen Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://www.dwds.de/wb/Aschenbr%C3%B6del DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Aschenbr%C3%B6del Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=A03114 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=A05783 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=A12962 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Aschenbr%C3%B6del ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenbr%C3%B6del Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Aschenbroedel Duden-online]


'''Abbildungen:''' [https://www.evangelisch.de/inhalte/74443/05-12-2012/der-talar-abstandshalter-oder-schutzkleidung evangelisch.de]  [https://www.religionen-entdecken.de/tags/beffchen Religionen entdecken], [https://de.wikipedia.org/wiki/Beffchen Wikipedia]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Beffchen|'''zurück zur Wortgeschichte ''Beffchen''''' ]]
|siehe auch: '''''[[Aschenputtel]]'''''
|-
|[[Aschenbrödel|'''zurück zur Wortgeschichte ''Aschenbrödel''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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= Aschenputtel =
= begehren =
__TOC__
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==Wortherkunft==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|-
|Im Mittelalter gab es das Verb ''gerōn'' (althochdeutsch). Es bedeutete ''verlangen, begehren''. Dieses Verb ist im Laufe der Zeit verschwunden. Erhalten geblieben ist die Ableitung ''begern'' bzw. ''begirn'', aus der sich das heutige Verb ''begehren'' entwickelt hat.
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''Aschenputtel'' ist vor allem als Name der Märchenfigur bekannt. Es bezeichnet ein Mädchen, das im Haushalt arbeiten muss, schmutzig ist und schlecht behandelt wird.
Bekannt wurde das Wort durch das Märchen ''Aschenputtel'' der Brüder Grimm (1812).
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Wenn früher Kinder ''im Wasser plantschten'' sagte man auch: ''Die Kinder pudeln.'' Von dem Wort ''pudeln'' ist später ''buddeln'' = ''im Sand graben, im Sand spielen'' abgeleitet (18. Jahrhundert). Auf die Wörter ''pudeln'' und ''buddeln'' kann auch der zweite Teil des Wortes ''Aschenputtel'' zurückgeführt werden. ''Aschenputtel'' ist jemand, der ''in der Asche gräbt oder buddelt.''
|-
|'''Märchen:'''
|Anfang des 19. Jahrhunderts kommt die Zusammensetzung '''''Aschenputtel''''' erstmals in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Grimms_M%C3%A4rchen Sammlung der Kinder- und Hausmärchen] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCder_Grimm Brüder Grimm] vor.
|-
|style="vertical-align:top;text-align:right"|Geschichte:
|Im Märchen ist ''Aschenputtel'' die jüngste von drei Töchtern. Sie musste aus der Asche Erbsen ausbuddeln, während ihre Schwestern zum Tanzen aufs Schloss des Königs gingen. ''Aschenputtel'' schlich unerkannt ebenfalls zum Schloss und heiratete später den Prinzen.
|-
|style="vertical-align:top;text-align:right"|Variationen:
|Das Märchen vom Aschenputtel hat zu allen Zeiten Kinder wie auch Erwachsene fasziniert. Die Grundidee der Geschichte kommt in vielen Variationen vor. Hiervon soll es über 400 geben.
|-
|style="vertical-align:top;text-align:right"|Umgangssprache:
|In der Umgangssprache wird ein unscheinbares, unauffälliges, farbloses kleines Mädchen auch „Aschenputtel“ genannt.
|-
|style="vertical-align:top;text-align:right"|ältere Versionen:
|Ähnliche Märchen wie das von Aschenputtel gab es schon bei den alten Ägyptern, den Griechen, Römern und auch in Persien und China.
|-
|
|Schon lange vor der Hausmärchensammlung der Brüder Grimm gab es das Märchen in Italien (''Cenerentola'') und Frankreich (''Cendrilon''). Von diesen Namen ist auch der Zeichentrickfilm [https://www.hanisauland.de/buch-film/filmtipps/alle-filme/cinderella.html ''Cinderella''] abgeleitet, der 1951 in die Kinos kam. Eine moderne Version der Aschenputtel-Geschichte von Walt Disney.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|In den nordischen Ländern ist der Name ähnlich wie bei uns, z. B.
:Dänisch: askepot, Niederländisch: assepoester, Norwegisch: askepott, Schwedisch: askungen
 
In anderen europäischen Sprachen finden wir hingegen den Namen wieder, der auch dem Film ''Cinderella'' seinen Namen gegeben hat:
 
:Englisch: Cinderella; Französisch: Cendrillon; Italienisch: Cenerentola, Spanisch: Cenicienta
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''begehren''==
==Hinweise zum Wort ''Aschenputtel''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|
|1. Märchenfigur: ein armes, unterdrücktes Mädchen 
# verlangen, wünschen
2. übertragen: jemand, der unbeachtet ist oder schlecht behandelt wird
# (gehoben) etwas fordern oder beanspruchen
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Sie begehren Einlass in das vornehme Restaurant.''
|''Sie wurde in der Firma lange wie ein Aschenputtel behandelt.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum (selten auch Femininum im übertragenen Gebrauch)


'''Worttrennung:''' be·geh·ren
'''Worttrennung:''' Aschen-put-tel


'''Aussprache:''' [bəˈɡeːʁən]
'''Aussprache:''' [ˈaʃn̩ˌpʊtl̩]
|-
|-
|}
|}
Zeile 160: Zeile 223:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Die Wortformen des Verbs ''begehren'' werden regelhaft gebildet. Grundwort: begehren, Hilfsverb: haben<br>Das Verb wird häufig in gehobener Sprache verwendet.
Das Wort ''Aschenputtel'' wird meist ohne Plural verwendet (Eigenname). Im übertragenen Sinn ist auch ein Plural möglich.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
| colspan="2" |
!style="width: 14%"|
!Gegenwart
!style="width: 20%"|
(Präsens)
!style="width: 33%"|Singular
!1. Vergangenheit
!style="width: 33%"|Plural
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!style="text-align:left"|1. Fall
(Singular)
!Nominativ
! style="width: 13%" |1. Person
|das Aschenputtel
|ich begehre
|die Aschenputtel
|ich begehrte
|ich habe begehrt
|-
|-
!2. Person
!style="text-align:left"|2. Fall
|du begehrst
!Genitiv
|du begehrtest
|des Aschenputtels
|du hast begehrt
|der Aschenputtel
|-
|-
!3. Person
!style="text-align:left"|3. Fall
|er/sie/es begehrt
!Dativ
|er/sie/es begehrte
|dem Aschenputtel
|er/sie/es hat begehrt
|den Aschenputteln
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
!style="text-align:left"|4. Fall
(Plural)
!Akkusativ
!1. Person
|das Aschenputtel
|wir begehren
|die Aschenputtel
|wir begehrten
|wir haben begehrt
|-
!2. Person
|ihr begehrt
|ihr begehrtet
|ihr habt begehrt
|-
!3. Person
|sie begehren
|sie begehrten
|sie haben begehrt
|-
|-
|}
|}
Zeile 211: Zeile 257:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - begehren | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''begehren''''' ]]
|siehe auch: '''''[[Aschenputtel|Aschenbrödel]]'''''
|-
|[[Info - Aschenputtel| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Aschenputtel''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 217: Zeile 265:


----
----
= Info - begehren =
 
= Info - Aschenputtel =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[begehren|'''zurück zur Wortgeschichte ''begehren''''' ]]
|[[Aschenputtel|'''zurück zur Wortgeschichte ''Aschenputtel''''']]
|}
|}
----
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''begehren''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Aschenputtel''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *g̑her- = begehren, wünschen → germ. *gerōn → ahd. ''gerōn'' → ahd. ''bigerōn'' und mhd. ''gern'' → mhd. ''begern'', ''begirn'' → nhd. ''begehren''
|18. Jh. ''pudeln'' = im Wasser spielen; ''buddeln'' = im Sand spielen; 19. Jh. Aschenputtel = Märchenfigur
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|sh. Wörterliste [https://www.dwds.de/wb/begehrlich begehrlich], [https://www.dwds.de/wb/Begehrlichkeit Begehrlichkeit]; [https://www.dwds.de/wb/aufbegehren aufbegehren], selten: [https://www.dwds.de/wb/abbegehren abbegehren], [https://www.dwds.de/wb/fortbegehren fortbegehren], [https://www.dwds.de/wb/heimbegehren heimbegehren], [https://www.dwds.de/wb/zur%C3%BCckbegehren zurückbegehren]
|Aschenputtelrolle, Aschenputtelgeschichte
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Begehren Begehren], [https://www.dwds.de/wb/Begehr Begehr]
| -
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Die Wortfamilie zeigt eine interessante Bedeutungsentwicklung: Aus einem ursprünglichen Verb für „verlangen“ entstanden verschiedene Wörter wie ''gern'' (etwas bereitwillig tun) und ''Gier'' (starkes Verlangen).
|Das Wort ''buddeln'' (in der Erde scharren) hatte in der Form ''puddeln'' auch die Bedeutung im Wasser plantschen. Hieraus hat sich die Bezeichnung für eine Hunderasse, den '''Pudel''' entwickelt. Der ''Pudel'' ist also ein Wasserhund.
Das heutige Verb ''begehren'' wird meist in gehobener oder formeller Sprache verwendet. Am häufigsten wird begehren im erotischen Sinn (erotisches Verlangen, nach Berührung, Vereinigung)
|-
|Verweise:
|siehe auch:  [[Aschenbrödel]]
Hier findest du die [https://projekt-gutenberg.org/authors/brueder-grimm/books/kinder-und-hausmaerchen/chapter/24/ Originalgeschichte der Brüder Grimm]. Im [https://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at510A.htm Märchenlexikon] findest du auch Verweise auf Variationen aus anderen Ländern.
 
Eine Beispielliste von [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel#Oper Oper]-, [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel#Musical Musicals] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel#Musik Musikstücken], [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel#Theater Theater-], [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel#Ballett Balett-] und  [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel#Film-_und_Fernsehadaptionen Filmadaptationen] sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel#Kunst Kunstprojekte] zur Geschichte findest du bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel Wikipedia].
|}
|}


== Wörterliste ==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|+Beispiele zur Wortbildung zum Grundwort ''begehren''
| colspan="2" |Das Morphem ''puttel'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und in Wortbildungen nur zusammen mit dem Nomen ''Aschen''- vor.
! Verben
|-
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/begehren ''begehren''], [https://www.dwds.de/wb/aufbegehren aufbegehren] ([https://www.dwds.de/wb/Aufbegehren Aufbegehren]), selten: [https://www.dwds.de/wb/abbegehren abbegehren], [https://www.dwds.de/wb/fortbegehren fortbegehren], [https://www.dwds.de/wb/heimbegehren heimbegehren], [https://www.dwds.de/wb/zur%C3%BCckbegehren zurückbegehren]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|-
|Das Morphem ''puttel'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''.</span>
! Adjektive
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/begehrt ''begehrt''], [https://www.dwds.de/wb/begehrlich begehrlich] ([https://www.dwds.de/wb/Begehrlichkeit Begehrlichkeit]), [https://www.dwds.de/wb/begehrenswert begehrenswert], [https://www.dwds.de/wb/hei%C3%9F%20begehrt heißbegehrt] ([https://www.duden.de/rechtschreibung/heisz_begehrt heiß begehrt]), [https://www.dwds.de/wb/vielbegehrt vielbegehrt]
|-
! Nomen
|-
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Abrissbegehren Abrissbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Abwahlbegehren Abwahlbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Asylbegehren Asylbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Aufnahmebegehren Aufnahmebegehren], [https://www.dwds.de/wb/Auskunftsbegehren Auskunftsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Auslieferungsbegehren Auslieferungsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Ausreisebegehren Ausreisebegehren], [https://www.dwds.de/wb/Beitrittsbegehren Beitrittsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Bürgerbegehren Bürgerbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Freiheitsbegehren Freiheitsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Initiativbegehren Initiativbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Klagebegehren Klagebegehren], [https://www.dwds.de/wb/Kreditbegehren Kreditbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Kündigungsbegehren Kündigungsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Mitgliederbegehren Mitgliederbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Räumungsbegehren Räumungsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Referendumsbegehren Referendumsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Reformbegehren Reformbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Revisionsbegehren Revisionsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Scheidungsbegehren Scheidungsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Subventionsbegehren Subventionsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Unterlassungsbegehren Unterlassungsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Volksbegehren Volksbegehren],
| colspan="2" |Das Morphem ''putt'' im Nomen ''Putte'' hat eine andere Bedeutung und Herkunft (<abbr>ital.</abbr> putto).
|-
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Aus dem ie. *g̑her- sind das Verb ''begehren'' (ahd. gerōn), das Nomen ''[https://www.dwds.de/wb/Gier Gier]'' (ahd. girīn) und das Adjektiv ''[https://www.dwds.de/wb/gern gern]'' (ahd. gerno) entstanden. Trotz dieser gemeinsamen indogermanischen Wurzel haben sich hieraus bereits in althochdeutscher Zeit verschiedene Wörter mit verschiedenen Bedeutungen und Schreibungen entwickelt.
Es besteht kein etymologischer Zusammenhang zum Nomen ''[https://de.wiktionary.org/wiki/Gehrung Gehrung]'' (<abbr>germ.</abbr> *gaiza-) = Verbindung zweier Holzteile.
 
Das Morphem ''gehr'' in ''begehren'' kommt nicht isoliert vor. (Das zugehörige Verb ist bereits zum Ende der mittelhochdeutschen Zeit untergegangen.) Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix ''be-'' vor.
 
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''gehr'' im Verb ''begehren'' muss daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
Zeile 274: Zeile 309:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/begehren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/begehren Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01041 Adelung], [https://fwb-online.de/lemma/beger.s.1f FWb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B01119 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B01451 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=begehren ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/begehren Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://www.dwds.de/wb/Aschenputtel DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Aschenputtel Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] ([https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=A12973 Grimm]), [https://www.zdl.org/?q=Aschenputtel ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Aschenputtel Duden-online]
 
siehe auch Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel Aschenputtel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Cendrillon Cendrillon], [https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Aschenkatze Cennerentola], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhodopis_(Het%C3%A4re) Rhodopis], [https://de.wikipedia.org/wiki/Youyang_zazu Youyang zazu]; [https://projekt-gutenberg.org/authors/brueder-grimm/books/kinder-und-hausmaerchen/chapter/24/ Originalgeschichte der Brüder Grimm], [https://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at510A.htm Märchenlexikon]  


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[begehren|'''zurück zur Wortgeschichte ''begehren''''' ]]
|siehe auch: [[Aschenbrödel|'''''Aschenbrödel''''']]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Aschenputtel|'''zurück zur Wortgeschichte ''Aschenputtel''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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= behagen =
 
= Beffchen =
__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 13%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Bereits im Mittelalter gab es das Wort ''behagen''. Es bedeutete ursprünglich ''gut tun'' oder ''frisch und angenehm wirken''.
|Die ''biffe'' war bei den Römern eine Halsbinde. Später gehörte der weiße Kragen mit zwei herunterhängenden weißen Streifen (''beffe'') zur bürgerlichen Tracht. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Kleidungsstück zusammen mit einem schwarzen Talar zur Amtstracht eines evangelischen Geistlichen.
|-
|}


Das Wort gehört zur Wortfamilie des germanischen Verbs ''hagan'' (= hegen, pflegen, schützen). Dieses Verb wurde bereits im Mittelalter nicht mehr verwendet.
==Hinweise zum Wort ''Beffchen''==
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Wenn etwas ''gut gepflegt'' oder ''gut versorgt ist'', dann fühlt es sich ''angenehm'' an. Wir können dann auch sagen: ''Es behagt mir''.
|-
|Aus derselben Wortfamilie stammen auch Wörter wie ''behaglich'', ''Behaglichkeit'' und ''unbehaglich''. Sie beschreiben ein Gefühl von Wohlsein oder angenehmer Atmosphäre.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|In einigen nordischen Ländern hat sich das germanische ''hagen'' erhalten. Zwei Beispiele: In Schweden gibt es [https://sv.wiktionary.org/wiki/behaga behaga] (= behagen) und [https://sv.wiktionary.org/wiki/behaglig behaglig] (= behaglich). Dieses Adjektiv gibt es auch in Norwegen [https://no.wiktionary.org/wiki/behagelig behagelig] (= behaglich).
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''behagen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|gefallen, sich wohlfühlen
|Zwei rechteckige Stoffstreifen, die am Halsausschnitt von Amtstrachten getragen werden.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Aufgaben behagen mir nicht.''
|''Der Pfarrer hat einen Talar mit einem weißen Beffchen.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
|'''Wortart:''' Substantiv, Neutrum


'''Worttrennung:''' be·ha·gen
'''Worttrennung:''' Beff·chen


'''Aussprache:''' [bəˈhaːɡn̩]
'''Aussprache:''' [ˈbɛfçən]
|-
|-
|}
|}
Zeile 325: Zeile 357:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb wird meist unpersönlich verwendet (''es behagt mir''). Infinitiv: ''behagen'', Partizip II: ''behagt'', Hilfsverb: ''haben''<br>
Das Substantiv ''Beffchen'' ist sächlich. Mit Ausnahme der 2. Person Einzahl (Genitiv, Singular) entsprechen alle Wortformen dem Grundwort.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
| colspan="2" |
!style="width: 14%"|
!Gegenwart
!style="width: 20%"|
(Präsens)
!style="width: 33%"|Singular
!1. Vergangenheit
!style="width: 33%"|Plural
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!style="text-align:left"|1. Fall
(Singular)
!Nominativ
! style="width: 13%" |1. Person
|das Beffchen
| style="width: 25%" |ich behage
|die Beffchen
| style="width: 25%" |ich behagte
| style="width: 25%" |ich habe behagt
|-
|-
!2. Person
!style="text-align:left"|2. Fall
|du behagst
!Genitiv
|du behagtest
|des Beffchen'''<u>s</u>'''
|du hast behagt
|der Beffchen
|-
|-
!3. Person
!style="text-align:left"|3. Fall
|er/sie/es behagt
!Dativ
|er/sie/es behagte
|dem Beffchen
|er/sie/es hat behagt
|den Beffchen
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
!style="text-align:left"|4. Fall
(Plural)
!Akkusativ
!1. Person
|das Beffchen
|wir behagen
|die Beffchen
|wir behagten
|wir haben behagt
|-
|-
!2. Person
|}
|ihr behagt
 
|ihr behagtet
|ihr habt behagt
|-
!3. Person
|sie behagen
|sie behagten
|sie haben behagt
|-
|}
 
</br>
</br>
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----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - behagen | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''behagen''''' ]]
|[[Info - Beffchen | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Beffchen''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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----
 
= Info - Beffchen =
= Info - behagen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[behagen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behagen''''' ]]
|[[Beffchen|'''zurück zur Wortgeschichte ''Beffchen''''' ]]
|}
|}
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__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''behagen''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Beffchen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|germ. *hagan = schützen, hegen > ahd. ''gihagan'' = gepflegt, genährt < mhd. ''behagen'' = frisch, freudig
|mlat. ''biffa'' → afrz. ''bif(f)e'' → mnl. ''beffe'' → nl. ''bef'' → mnd. ''beffe'' → 17. Jh. hd. ''Beffe'', Pl. ''Beffen'' → 18. Jh. Verkleinerungsform: ''Beffchen''
 
Zunächst war die ''Beffe'' ab dem 17. Jahrhundert Teil der bürgerlichen Kleidung. Seit dem 19. Jahrhundert gehört sie zur Amtstracht evangelischer Geistlicher.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/behaglich behaglich], [https://www.dwds.de/wb/Behaglichkeit Behaglichkeit], [https://www.dwds.de/wb/unbehaglich unbehaglich], [https://www.dwds.de/wb/Unbehaglichkeit Unbehaglichkeit], [https://www.dwds.de/wb/urbehaglich urbehaglich]; [https://www.dwds.de/wb/anbehagen anbehagen], [https://www.dwds.de/wb/missbehagen missbehagen]
| -
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Behagen Behagen]
| -
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Verb ''behagen'' wird heute meist unpersönlich verwendet, etwa in der Wendung ''Es behagt mir''. Damit wird ausgedrückt, dass etwas angenehm oder passend erscheint.
|Bilder von ''Beffchen'' findest du bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Beffchen Wikipedia]. Eine kindgerechte Beschreibung findest du auf den Internetseiten [https://www.religionen-entdecken.de/tags/beffchen Religionen entdecken] und [https://www.kirche-entdecken.de/sakristei/der-talar Kirche entdecken]. Bilder von ehemaligen EKD-Präsidenten mit Beffchen und Talar: [https://img.welt.de/img/newsticker/news1/mobile159079290/9312500547-ci102l-w1024/EKD-Ratspraesident-Heinrich-Bedford-Strohm.jpg Heinrich Bedford-Strohm], [https://www.heidelberger-katechismus.net/daten/Image/Bild_Upload_Orig/2986_org.jpg Nikolaus Schneider], [https://www.erfurt.de/mam/ef/erleben/sehenswertes/fittosize_85_700_0_f7911542b55479e5b914a3fc492c37a1_kaessmann.jpg Margot Käßmann]
 
Im modernen Sprachgebrauch wird das Verb seltener verwendet als die verwandten Wörter ''behaglich'' oder ''Behaglichkeit''.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''hag'' kommt in der Wortbildung und Bedeutung ''behagen'' nicht isoliert und in Wortbildungen nur mit dem Präfix ''be''- vor.
| colspan="2" |Der Wortbestandteil ''beff'' kommt nicht isoliert und in keiner weiteren Wortbildung, sondern nur mit dem Deminativum -''chen'' vor. Das zugrunde liegende Nomen ''Beffe'' ist untergegangen und taucht heute in keinem Wörterverzeichnis mehr auf.
Ein etymologischer Zusammenhang zu dem Nomen ''[https://www.dwds.de/wb/Hag Hag]'' (im Sinne von Hecke, <abbr>ahd.</abbr> hag <  <abbr>ie.</abbr> *kagh-) besteht nicht.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Daher kann ''hag'' in dieser Bedeutung als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|Das Morphem ''beff'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
Zeile 420: Zeile 434:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/behagen DWDS]
[https://www.dwds.de/wb/Beffchen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Beffchen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B03069 Grimm-Wörterbuch]), [https://www.zdl.org/?q=Beffchen ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Beffchen Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Beffchen Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://de.wiktionary.org/wiki/behagen Wiktionary]
 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01086 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05794 Grimm-2], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B01201 Goethe], [https://fwb-online.de/lemma/behagen.h1.3v FWB])
'''Abbildungen:''' [https://www.evangelisch.de/inhalte/74443/05-12-2012/der-talar-abstandshalter-oder-schutzkleidung evangelisch.de]  [https://www.religionen-entdecken.de/tags/beffchen Religionen entdecken], [https://de.wikipedia.org/wiki/Beffchen Wikipedia]
[https://www.zdl.org/?q=behagen ZDL]   
 
[https://de.wikipedia.org/wiki/Behagen Wikipedia]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[https://www.duden.de/rechtschreibung/behagen Duden-online]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]<br>
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[behagen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behagen''''' ]]
|[[Beffchen|'''zurück zur Wortgeschichte ''Beffchen''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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__INDEX__
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= begehren =
<div style="color:red>#REDIRECT [[hell]] - neue Seite für behelligen mit Weiterleitung zu ''hell'' - erledigt
__TOC__
{{DISPLAYTITLE:hell}} </div>


= hell/behelligen =
==Wortherkunft==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein ''heller Junge''. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|}
|Im Mittelalter gab es das Verb ''gerōn'' (althochdeutsch). Es bedeutete ''verlangen, begehren''. Dieses Verb ist im Laufe der Zeit verschwunden. Erhalten geblieben ist die Ableitung ''begern'' bzw. ''begirn'', aus der sich das heutige Verb ''begehren'' entwickelt hat.
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Ulli, Klasse 2, Regensburg
|-
|}
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
| Was hat das Wort ''behelligen'' mit dem Adjektiv ''hell'' zu tun?
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
|- style="text-align: left"
|Wir haben im Kunstunterricht über ''hell und dunkel'' gesprochen. Was bedeutet ''hell'', welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass ''hell'' auch ''stören'' kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: ''Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen''. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig ''stören'' soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv ''hell'' in das Verb ''behelligen''?
|-
|-
|}
|}


__TOC__
==Hinweise zum Wort ''begehren''==
 
== Wortherkunft ==
 
=== heller Junge ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Zunächst bedeutete das Adjektiv '''''hell''''' nur ''hell tönend''. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: ''helle Farben'', ''hell und dunkel''.
|-
||Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ''ein helles Köpfchen'' (= kluge, intelligente Person), ''das ist der helle Wahnsinn'' (= Ausdruck der Bewunderung), ''er hat seine helle Freude an etwas'' (im Sinne von ''großer Freude'').
|-
|
|
|Dein Onkel hat gemeint, dass du ein ''sehr kluger Junge'' bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.
# verlangen, wünschen
|-
# (gehoben) etwas fordern oder beanspruchen
|}
=== behelligen ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die beiden Wörter ''hell'' und ''behelligen'' sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv ''hel''. Es meinte zunächst nur ''helle Töne''. 
 
Das Verb ''behelligen'' ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb ''helligen''. Das bedeutete ''ermüden, jemanden quälen''. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) ''be-'' wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das '''Verb''' '''''behelligen''''' bedeutet heute ''jemanden belästigen''.
|-
|Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa ''nicht belästigen'' sollst, weil er gerade arbeitet.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''behelligen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|stören, belästigen
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.''
|''Sie begehren Einlass in das vornehme Restaurant.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
|'''Wortart:''' Verb


'''Worttrennung:''' be·hel·li·gen
'''Worttrennung:''' be·geh·ren


'''Aussprache:''' [bəˈhɛlɪɡn̩]
'''Aussprache:''' [bəˈɡeːʁən]
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
==Wortformen==
===hell===
<div style="font-size: 1.2em>
Das Wort ''hell'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.</div>
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|style="width: 26%"|hell
|style="width: 37%"|heller
|style="width: 37%"|am hellsten
|-
|}
===behelligen===
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''behelligen'' wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb ''haben'' gebildet.
Die Wortformen des Verbs ''begehren'' werden regelhaft gebildet. Grundwort: begehren, Hilfsverb: haben<br>Das Verb wird häufig in gehobener Sprache verwendet.
</div>
</div>


Zeile 536: Zeile 495:
(Singular)
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich behellige
|ich begehre
| style="width: 25%" |ich behelligte
|ich begehrte
| style="width: 25%" |ich habe behelligt
|ich habe begehrt
|-
|-
!2. Person
!2. Person
|du behelligst
|du begehrst
|du behelligtest
|du begehrtest
|du hast behelligt
|du hast begehrt
|-
|-
!3. Person
!3. Person
|er/sie/es behelligt
|er/sie/es begehrt
|er/sie/es behelligte
|er/sie/es begehrte
|er/sie/es hat behelligt
|er/sie/es hat begehrt
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
(Plural)
!1. Person
!1. Person
|wir behelligen
|wir begehren
|wir behelligten
|wir begehrten
|wir haben behelligt
|wir haben begehrt
|-
|-
!2. Person
!2. Person
|ihr behelligt
|ihr begehrt
|ihr behelligtet
|ihr begehrtet
|ihr habt behelligt
|ihr habt begehrt
|-
|-
!3. Person
!3. Person
|sie behelligen
|sie begehren
|sie behelligten
|sie begehrten
|sie haben behelligt
|sie haben begehrt
|-
|-
|}
|}
== Modellwortschatz ==
Das Wort '''hell''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-469-VS.jpg
File:MWS-469-RS.jpg
</gallery>
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=469 Fremdsprachen] anhören.


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</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - behelligen | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''behelligen''''' ]]
|[[Info - begehren | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''begehren''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 586: Zeile 537:


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= Info - begehren =
= Info - hell/behelligen =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
|[[begehren|'''zurück zur Wortgeschichte ''begehren''''' ]]
|}
|}
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__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''behelligen''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''begehren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|'''[https://www.dwds.de/wb/behelligen#etymwb-1 behelligen]:''' ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. ''hellegen'', ''helligen'' = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. ''behelligen'' = stören, belästigen, lästig fallen
|ie. *g̑her- = begehren, wünschen → germ. *gerōn → ahd. ''gerōn'' → ahd. ''bigerōn'' und mhd. ''gern'' → mhd. ''begern'', ''begirn'' → nhd. ''begehren''
 
'''[https://www.dwds.de/wb/hell#etymwb-1 hell]:''' ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. ''hel'' = tönend, mhd. ''hel'' = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Hall hallen], [https://www.dwds.de/wb/einhellig#etymwb-1 einhellig], [https://www.dwds.de/wb/etymwb/mi%C3%9Fhellig misshellig]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
| [https://www.dwds.de/wb/Behelligung Behelligung], [https://de.wiktionary.org/wiki/unbehelligt unbehellitgt]
|sh. Wörterliste [https://www.dwds.de/wb/begehrlich begehrlich], [https://www.dwds.de/wb/Begehrlichkeit Begehrlichkeit]; [https://www.dwds.de/wb/aufbegehren aufbegehren], selten: [https://www.dwds.de/wb/abbegehren abbegehren], [https://www.dwds.de/wb/fortbegehren fortbegehren], [https://www.dwds.de/wb/heimbegehren heimbegehren], [https://www.dwds.de/wb/zur%C3%BCckbegehren zurückbegehren]
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/hell hell]
|
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|[https://www.dwds.de/wb/Begehren Begehren], [https://www.dwds.de/wb/Begehr Begehr]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Verb ''behelligen'' wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.
|Die Wortfamilie zeigt eine interessante Bedeutungsentwicklung: Aus einem ursprünglichen Verb für „verlangen“ entstanden verschiedene Wörter wie ''gern'' (etwas bereitwillig tun) und ''Gier'' (starkes Verlangen).
Das heutige Verb ''begehren'' wird meist in gehobener oder formeller Sprache verwendet. Am häufigsten wird begehren im erotischen Sinn (erotisches Verlangen, nach Berührung, Vereinigung)
|}


Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb ''helligen'' „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.
== Wörterliste ==
|}
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%;"
== Wörterliste zum Adjektiv ''hell''==
|+Beispiele zur Wortbildung zum Grundwort ''begehren''
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
! Verben
! colspan="2" |Adjektive
|-
|-
! style="width: 15%; vertical-align:top;text-align:left" |Farbadjektive
|[https://de.wiktionary.org/wiki/begehren ''begehren''], [https://www.dwds.de/wb/aufbegehren aufbegehren] ([https://www.dwds.de/wb/Aufbegehren Aufbegehren]), selten: [https://www.dwds.de/wb/abbegehren abbegehren], [https://www.dwds.de/wb/fortbegehren fortbegehren], [https://www.dwds.de/wb/heimbegehren heimbegehren], [https://www.dwds.de/wb/zur%C3%BCckbegehren zurückbegehren]
|[https://www.dwds.de/wb/hellen hellen], [https://www.dwds.de/wb/hell hell], [https://www.dwds.de/wb/helle helle], [https://www.dwds.de/wb/Helle Helle], [https://www.dwds.de/wb/], [https://www.dwds.de/wb/hellbeige hellbeige], [https://www.dwds.de/wb/hellblau hellblau], [https://www.dwds.de/wb/hellblond hellblond], [https://www.dwds.de/wb/hellbraun hellbraun], [https://www.dwds.de/wb/hellfarbig hellfarbig], [https://www.dwds.de/wb/hellgelb hellgelb], [https://www.dwds.de/wb/hellglänzend hellglänzend], [https://www.dwds.de/wb/hellgrau hellgrau], [https://www.dwds.de/wb/hellgrün hellgrün], [https://www.dwds.de/wb/helllila helllila], [https://www.dwds.de/wb/hellrosa hellrosa], [https://www.dwds.de/wb/hellrot hellrot], [https://www.dwds.de/wb/hellviolett hellviolett], [https://www.dwds.de/wb/hellweiß hellweiß]
|-
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |so hell wie ...
! Adjektive
|... die Dämmerung: [https://www.dwds.de/wb/dämmerhell dämmerhell], ... Glas: [https://www.dwds.de/wb/glashell glashell], [https://www.dwds.de/wb/glockenhell glockenhell], [https://www.dwds.de/wb/kristallhell kristallhell], [https://www.dwds.de/wb/mondhell mondhell], [https://www.dwds.de/wb/neonhell neonhell], [https://www.dwds.de/wb/schneehell schneehell], [https://www.dwds.de/wb/silberhell silberhell], [https://www.dwds.de/wb/sonnenhell sonnenhell], [https://www.dwds.de/wb/sternenhell sternenhell], [https://www.dwds.de/wb/tageshell tageshell], [https://www.dwds.de/wb/wasserhell wasserhell]
|-
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Erstglied)
|[https://de.wiktionary.org/wiki/begehrt ''begehrt''], [https://www.dwds.de/wb/begehrlich begehrlich] ([https://www.dwds.de/wb/Begehrlichkeit Begehrlichkeit]), [https://www.dwds.de/wb/begehrenswert begehrenswert], [https://www.dwds.de/wb/hei%C3%9F%20begehrt heißbegehrt] ([https://www.duden.de/rechtschreibung/heisz_begehrt heiß begehrt]), [https://www.dwds.de/wb/vielbegehrt vielbegehrt]  
|[https://www.dwds.de/wb/hellauf hellauf], [https://www.dwds.de/wb/helläugig helläugig], [https://www.dwds.de/wb/helldunkel helldunkel], [https://www.dwds.de/wb/hellerleuchtet hellerleuchtet], [https://www.dwds.de/wb/hellerlicht hellerlicht], [https://www.dwds.de/wb/hellhaarig hellhaarig], [https://www.dwds.de/wb/hellhäutig hellhäutig], [https://www.dwds.de/wb/hellleuchtend hellleuchtend], [https://www.dwds.de/wb/helllicht helllicht], [https://www.dwds.de/wb/helllodernd helllodernd], [https://www.dwds.de/wb/hellstrahlend hellstrahlend], [https://www.dwds.de/wb/hellwach hellwach]
|-
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Letztglied)
! Nomen
|[https://www.dwds.de/wb/überhell überhell], [https://www.dwds.de/wb/geisteshell geisteshell],
|-
|-
! colspan="2" |Nomen
|[https://www.dwds.de/wb/Abrissbegehren Abrissbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Abwahlbegehren Abwahlbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Asylbegehren Asylbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Aufnahmebegehren Aufnahmebegehren], [https://www.dwds.de/wb/Auskunftsbegehren Auskunftsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Auslieferungsbegehren Auslieferungsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Ausreisebegehren Ausreisebegehren], [https://www.dwds.de/wb/Beitrittsbegehren Beitrittsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Bürgerbegehren Bürgerbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Freiheitsbegehren Freiheitsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Initiativbegehren Initiativbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Klagebegehren Klagebegehren], [https://www.dwds.de/wb/Kreditbegehren Kreditbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Kündigungsbegehren Kündigungsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Mitgliederbegehren Mitgliederbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Räumungsbegehren Räumungsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Referendumsbegehren Referendumsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Reformbegehren Reformbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Revisionsbegehren Revisionsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Scheidungsbegehren Scheidungsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Subventionsbegehren Subventionsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Unterlassungsbegehren Unterlassungsbegehren], [https://www.dwds.de/wb/Volksbegehren Volksbegehren],
|-
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Erstglied
|}
|[https://www.dwds.de/wb/Hellraumprojektor Hellraumprojektor], [https://www.dwds.de/wb/Hellriegel Hellriegel], [https://www.dwds.de/wb/Hellung Hellung], [https://www.dwds.de/wb/Hellwerden Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei],
 
|-
==Unikales Morphem ?==
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Letztglied
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|[https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufheller Stimmungsaufheller], [https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufhellung Stimmungsaufhellung], [https://www.dwds.de/wb/Tageshelle Tageshelle], [https://www.dwds.de/wb/Taghelle Taghelle]
| colspan="2" |Aus dem ie. *g̑her- sind das Verb ''begehren'' (ahd. gerōn), das Nomen ''[https://www.dwds.de/wb/Gier Gier]'' (ahd. girīn) und das Adjektiv ''[https://www.dwds.de/wb/gern gern]'' (ahd. gerno) entstanden. Trotz dieser gemeinsamen indogermanischen Wurzel haben sich hieraus bereits in althochdeutscher Zeit verschiedene Wörter mit verschiedenen Bedeutungen und Schreibungen entwickelt.
|-
Es besteht kein etymologischer Zusammenhang zum Nomen ''[https://de.wiktionary.org/wiki/Gehrung Gehrung]'' (<abbr>germ.</abbr> *gaiza-) = Verbindung zweier Holzteile.
! colspan="2" |Wortgruppen
|-
!
|[https://www.dwds.de/wb/hellhörig hellhörig], [https://www.dwds.de/wb/Hellhörigkeit Hellhörigkeit],
[https://www.dwds.de/wb/hellsichtig hellsichtig], [https://www.dwds.de/wb/Hellsicht Hellsicht], [https://www.dwds.de/wb/Hellsichtigkeit Hellsichtigkeit],  


[https://www.dwds.de/wb/hellsehen hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellsehen Hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellseher Hellseher], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherei Hellseherei], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherin Hellseherin],  [https://www.dwds.de/wb/hellseherisch hellseherisch],
Das Morphem ''gehr'' in ''begehren'' kommt nicht isoliert vor. (Das zugehörige Verb ist bereits zum Ende der mittelhochdeutschen Zeit untergegangen.) Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix ''be-'' vor.
 
[https://www.dwds.de/wb/aufhellen aufhellen], [https://www.dwds.de/wb/Aufheller Aufheller], [https://www.dwds.de/wb/Aufhellung Aufhellung], [https://www.dwds.de/wb/aufgehellt aufgehellt],


[https://www.dwds.de/wb/erhellen erhellen], [https://www.dwds.de/wb/erhellt erhellt], [https://www.dwds.de/wb/Erhellung Erhellung],
|-
|}
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''hellig'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe ''be-''.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''hellig'' ist in dieser Bedeutung <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|Das Morphem ''gehr'' im Verb ''begehren'' muss daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
Zeile 666: Zeile 594:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/behelligen DWDS]
[https://www.dwds.de/wb/begehren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/begehren Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01041 Adelung], [https://fwb-online.de/lemma/beger.s.1f FWb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B01119 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B01451 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=begehren ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/begehren Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://de.wiktionary.org/wiki/behelligen Wiktionary]
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B06223 Grimm-Wörterbuch]
[https://www.zdl.org/?q=behelligen ZDL]
[https://de.wikipedia.org/wiki/behelligen Wikipedia]
[https://www.duden.de/rechtschreibung/behelligen Duden-online]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


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<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
|[[begehren|'''zurück zur Wortgeschichte ''begehren''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----
----
 
= behagen =
= bequem =
__TOC__
{{DISPLAYTITLE:bequem}}
__TOC__


==Wortherkunft==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 13%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Adjektiv ''bequem'' war schon im Mittelalter bekannt. Es bedeutete ursprünglich ''passen, angemessen'' oder ''einrichten''. Dieses Adjektiv ist vom Verb ''bequemen'' abgeleitet. Das bedeutete früher ''etwas passend machen, einrichten'' oder ''etwas anpassen''.
|Bereits im Mittelalter gab es das Wort ''behagen''. Es bedeutete ursprünglich ''gut tun'' oder ''frisch und angenehm wirken''.


geht auf mittelhochdeutsch ''bequeme'' zurück und bedeutete ursprünglich „passend“, „geeignet“ oder „angemessen“. Es gehört zum Verb ''bequemen'' im Sinne von „passend machen“, „einrichten“ oder „anpassen“.
Das Wort gehört zur Wortfamilie des germanischen Verbs ''hagan'' (= hegen, pflegen, schützen). Dieses Verb wurde bereits im Mittelalter nicht mehr verwendet.
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Adjektiv ''bequem'' bedeutet heute ''angenehm, komfortabel.'' Etwas, das gut passt oder gut eingerichtet ist, wird als angenehm = ''bequem'' empfunden wird. Das Verb ''bequemen'' wird heute nur noch sehr selten, meist abwertend gebraucht.
|Wenn etwas ''gut gepflegt'' oder ''gut versorgt ist'', dann fühlt es sich ''angenehm'' an. Wir können dann auch sagen: ''Es behagt mir''.
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Aus derselben Wortfamilie stammen auch Wörter wie ''behaglich'', ''Behaglichkeit'' und ''unbehaglich''. Sie beschreiben ein Gefühl von Wohlsein oder angenehmer Atmosphäre.
| Besonders interessant finde ich den Ursprung von ''bequem'' und ''bequemen''. Hierin steckt das althochdeutsche Verb ''queman''. Im Mittelalter hat sich dieses Wort verändert. Aus dem ''qu'' am Wortanfang wurde zunächst ein ''k'', also ''kemen''. Aus dem ''e'' wurde dann ein ''o'', also ''komen''. Und hieraus ist das Verb ''kommen'' in seiner heutigen Bedeutung entstanden.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|In den meisten europäischen Sprachen hat sich für unser bequem das französische Wort [https://fr.wiktionary.org/wiki/confortable ''confortable''], englisch = [[wikt:comfortable|''comfortable'']] und bei uns als Fremdwort [https://de.wiktionary.org/wiki/komfortabel ''komfortabel''] durchgesetzt.
|In einigen nordischen Ländern hat sich das germanische ''hagen'' erhalten. Zwei Beispiele: In Schweden gibt es [https://sv.wiktionary.org/wiki/behaga behaga] (= behagen) und [https://sv.wiktionary.org/wiki/behaglig behaglig] (= behaglich). Dieses Adjektiv gibt es auch in Norwegen [https://no.wiktionary.org/wiki/behagelig behagelig] (= behaglich).  
Nur in Schweden finden wir noch den Zusammenhang zu dem alten germanischen Wort ''queman''. Dort heißt ''bequem'' = ''bekväm.''
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''bequem''==
==Hinweise zum Wort ''behagen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|gemütlich, angenehm
|gefallen, sich wohlfühlen
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Das ist ein sehr bequemer Sessel.''
|''Die Aufgaben behagen mir nicht.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
|'''Wortart:''' Verb


'''Worttrennung:''' be·quem
'''Worttrennung:''' be·ha·gen


'''Aussprache:''' [bəˈkveːm]
'''Aussprache:''' [bəˈhaːɡn̩]
|-
|-
|}
|}
Zeile 728: Zeile 645:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''bequem'' ist ein Adjektiv.
Das Verb wird meist unpersönlich verwendet (''es behagt mir''). Infinitiv: ''behagen'', Partizip II: ''behagt'', Hilfsverb: ''haben''<br>
</div>
</div>


{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
| colspan="2" |
!style="width: 30%"|Positiv
!Gegenwart
!style="width: 30%"|Komparativ
(Präsens)
!style="width: 40%"|Superlativ
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich behage
| style="width: 25%" |ich behagte
| style="width: 25%" |ich habe behagt
|-
!2. Person
|du behagst
|du behagtest
|du hast behagt
|-
|-
|bequem
!3. Person
|bequemer
|er/sie/es behagt
|am bequemsten
|er/sie/es behagte
|er/sie/es hat behagt
|-
|-
|}
! rowspan="3" |Mehrzahl
 
(Plural)
</br>
!1. Person
----
|wir behagen
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|wir behagten
|[[Info - bequem | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''bequem''''' ]]
|wir haben behagt
|}
|-
{{WörterABC-Tabelle}}
!2. Person
__INDEX__
|ihr behagt
 
|ihr behagtet
----
|ihr habt behagt
|-
!3. Person
|sie behagen
|sie behagten
|sie haben behagt
|-
|}


=Info - bequem=
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - behagen | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''behagen''''' ]]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
 
= Info - behagen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[bequem|'''zurück zur Wortgeschichte ''bequem''''' ]]
|[[behagen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behagen''''' ]]
|}
|}
----
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''bequem''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''behagen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| 9. Jh. ahd. ''biquāmi'', mhd. ''bequæme'' = angemessen, passend, tauglich < ahd. ''queman'' = kommen < ie. *gu̯em- = gehen, kommen
|germ. *hagan = schützen, hegen > ahd. ''gihagan'' = gepflegt, genährt < mhd. ''behagen'' = frisch, freudig
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
| [https://www.dwds.de/wb/bequemlich bequemlich], [https://www.dwds.de/wb/Bequemlichkeit Bequemlichkeit], [https://www.dwds.de/wb/superbequem superbequem], [https://www.dwds.de/wb/unbequem unbequem], [https://www.dwds.de/wb/Unbequemlichkeit Unbequemlichkeit]
|[https://www.dwds.de/wb/behaglich behaglich], [https://www.dwds.de/wb/Behaglichkeit Behaglichkeit], [https://www.dwds.de/wb/unbehaglich unbehaglich], [https://www.dwds.de/wb/Unbehaglichkeit Unbehaglichkeit], [https://www.dwds.de/wb/urbehaglich urbehaglich]; [https://www.dwds.de/wb/anbehagen anbehagen], [https://www.dwds.de/wb/missbehagen missbehagen]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|[https://de.wiktionary.org/wiki/bequemen bequemen]  
|[https://www.dwds.de/wb/Behagen Behagen]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ''bequem'' war „passend“ oder „angemessen“. Erst später entwickelte sich daraus die heutige Bedeutung „angenehm“, „komfortabel“ oder „leicht zu benutzen“.
|Das Verb ''behagen'' wird heute meist unpersönlich verwendet, etwa in der Wendung ''Es behagt mir''. Damit wird ausgedrückt, dass etwas angenehm oder passend erscheint.


Wenn etwas gut „passt“, ist es oft auch angenehm zu benutzen. Auf diese Weise entstand im Laufe der Sprachgeschichte die heutige Bedeutung des Wortes.
Im modernen Sprachgebrauch wird das Verb seltener verwendet als die verwandten Wörter ''behaglich'' oder ''Behaglichkeit''.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''bequem'' besteht aus dem Präfix ''be-'' und dem Wortbestandteil ''quem''. In mittelhochdeutscher Zeit sind aus diesem Morphem die Verben ''kommen'' und ''bequemen'' entstanden. Einerseits hat sich die Bedeutung (''bequemen'') mit der Zeit geändert und andererseits die Schreibung (''kommen''). Heute wird kein Zusammenhang mehr zwischen diesen beiden Verben gesehen.  
| colspan="2" |Das Morphem ''hag'' kommt in der Wortbildung und Bedeutung ''behagen'' nicht isoliert und in Wortbildungen nur mit dem Präfix ''be''- vor.
Im heutigen Deutsch kommt ''quem'' nicht als selbstständiges Wort vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix ''be''- vor.
Ein etymologischer Zusammenhang zu dem Nomen ''[https://www.dwds.de/wb/Hag Hag]'' (im Sinne von Hecke, <abbr>ahd.</abbr> hag <  <abbr>ie.</abbr> *kagh-) besteht nicht.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Aus diesem Grunde kann das Morphem ''quem'' im Adjektiv ''bequem'' als ein <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|Daher kann ''hag'' in dieser Bedeutung als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
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==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/bequem DWDS],  
[https://www.dwds.de/wb/behagen DWDS]   
[https://de.wiktionary.org/wiki/bequem Wiktionary],  
[https://de.wiktionary.org/wiki/behagen Wiktionary]   
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01086 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05794 Grimm-2], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B01201 Goethe], [https://fwb-online.de/lemma/behagen.h1.3v FWB])   
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01396 Adelung],
[https://www.zdl.org/?q=behagen ZDL]   
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B02209 Grimm-Wörterbuch],
[https://de.wikipedia.org/wiki/Behagen Wikipedia]   
[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B01746 Goethe-Wörterbuch]),  
[https://www.duden.de/rechtschreibung/behagen Duden-online]
[https://www.zdl.org/?q=bequem ZDL],  
[https://de.wikipedia.org/wiki/bequem Wikipedia],  
[https://www.duden.de/rechtschreibung/bequem Duden-online] (nicht werbefrei)


'''Etymologie:''' DWDS - [https://www.dwds.de/wb/bequem#etymwb-1 bequem], [https://www.dwds.de/wb/kommen#etymwb-1 kommen], [https://www.dwds.de/wb/bekommen#etymwb-1 bekommen]; Wiktionary: [https://de.wiktionary.org/wiki/bequem bequem], [https://de.wiktionary.org/wiki/bequemen bequemen], [https://de.wiktionary.org/wiki/kommen kommen], [https://de.wiktionary.org/wiki/bekommen bekommen]; ZDL - [https://www.zdl.org/?q=bequem bequem], [https://www.zdl.org/?q=kommen kommen], [https://www.zdl.org/?q=bekommen bekommen]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]<br>
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[bequem|'''zurück zur Wortgeschichte ''bequem''''' ]]
|[[behagen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behagen''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= betütern =
<div style="color:red>#REDIRECT [[hell]] - neue Seite für behelligen mit Weiterleitung zu ''hell'' - erledigt
__TOC__
{{DISPLAYTITLE:hell}} </div>


==Wortherkunft==
= hell/behelligen =
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein ''heller Junge''. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
|Das Verb stammt von dem norddeutschen Wort ''Tüder'' (Seil zum Anbinden eines weidenden Tiers). Ein Tier wurde mit einem solchen Seil festgebunden, damit es sich beim Weiden nicht zu weit entfernen konnte.
|}
 
{| style="width: 100%; text-align: right"
Übertragen entwickelte sich daraus die Bedeutung, jemanden besonders eng zu betreuen oder zu umsorgen – oft so sehr, dass es als übertrieben empfunden wird.
|Ulli, Klasse 2, Regensburg
|-
|}
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
| Was hat das Wort ''behelligen'' mit dem Adjektiv ''hell'' zu tun?
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
|- style="text-align: left"
|Wir haben im Kunstunterricht über ''hell und dunkel'' gesprochen. Was bedeutet ''hell'', welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass ''hell'' auch ''stören'' kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: ''Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen''. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig ''stören'' soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv ''hell'' in das Verb ''behelligen''?
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''betütern''==
__TOC__
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| jemanden besonders oder übertrieben umsorgen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Wir lassen uns gern von unserer Mama betütern.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb


'''Worttrennung:''' be·tü·tern
== Wortherkunft ==


'''Aussprache:''' [bəˈtyːtɐn]
=== heller Junge ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Zunächst bedeutete das Adjektiv '''''hell''''' nur ''hell tönend''. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: ''helle Farben'', ''hell und dunkel''.
|-
|-
|}
||Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ''ein helles Köpfchen'' (= kluge, intelligente Person), ''das ist der helle Wahnsinn'' (= Ausdruck der Bewunderung), ''er hat seine helle Freude an etwas'' (im Sinne von ''großer Freude'').
 
|-
==Wortformen==
|
<div style="font-size:1.2em">
|Dein Onkel hat gemeint, dass du ein ''sehr kluger Junge'' bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.
Das Verb ''betütern'' wird regelmäßig konjugiert. Infinitiv: betütern Partizip II: betütert  Hilfsverb: haben
|-
</div>
|}
=== behelligen ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die beiden Wörter ''hell'' und ''behelligen'' sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv ''hel''. Es meinte zunächst nur ''helle Töne''.   


{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
Das Verb ''behelligen'' ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb ''helligen''. Das bedeutete ''ermüden, jemanden quälen''. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) ''be-'' wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
(Singular)
|Das '''Verb''' '''''behelligen''''' bedeutet heute ''jemanden belästigen''.
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich betütere
| style="width: 25%" |ich betüterte
| style="width: 25%" |ich habe betütert
|-
|-
!2. Person
|Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa ''nicht belästigen'' sollst, weil er gerade arbeitet.
|du betüterst
|du betütertest
|du hast betütert
|-
|-
!3. Person
|}
|er/sie/es betütert
 
|er/sie/es betüterte
==Hinweise zum Wort ''behelligen''==
|er/sie/es hat betütert
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
! rowspan="3" |Mehrzahl
|stören, belästigen
(Plural)
|- style="vertical-align:top;"
!1. Person
|'''Beispielsatz:'''
|wir betütern
|''Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.''
|wir betüterten
|- style="vertical-align:top;"
|wir haben betütert
|'''Wortinfo:'''
|-
|'''Wortart:''' Verb
!2. Person
 
|ihr betütert
'''Worttrennung:''' be·hel·li·gen
|ihr betütertet
 
|ihr habt betütert
'''Aussprache:''' [bəˈhɛlɪɡn̩]
|-
!3. Person
|sie betütern
|sie betüterten
|sie haben betütert
|-
|-
|}
|}


</br>
==Wortformen==
----
===hell===
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
<div style="font-size: 1.2em>
|[[Info - betütern | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''betütern''''' ]]
Das Wort ''hell'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.</div>
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|style="width: 26%"|hell
|style="width: 37%"|heller
|style="width: 37%"|am hellsten
|-
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
===behelligen===
= Info - betütern =
<div style="font-size:1.2em">
{| style="width: 100%; text-align:center;"
Das Verb ''behelligen'' wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb ''haben'' gebildet.
|[[{{{WORT}}}|'''zurück zur Wortgeschichte ''{{{WORT}}}''''']]
</div>
|}
----
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''{{{WORT}}}''==
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| colspan="2" |
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
!Gegenwart
|norddeutsch ''Tüder'' = Strick, Seil zum Anbinden von Tieren
(Präsens)
|- style="vertical-align:top;"
!1. Vergangenheit
|'''verwandt:'''
(Präteritum)
|Tüter, vertütern, betütert
!2. Vergangenheit
|- style="vertical-align:top;"
(Perfekt)
|'''Ableitungen:'''
|-
| -
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|- style="vertical-align:top;"
(Singular)
|'''Interessantes:'''
! style="width: 13%" |1. Person
|Umgangssprachlich wird das Verb auch im Sinne von ''sich einen Schwips antrinken''(Herkunft unklar).
| style="width: 25%" |ich behellige
|}
| style="width: 25%" |ich behelligte
 
| style="width: 25%" |ich habe behelligt
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|-
|-
| colspan="2" |Das Verb ''tüdern'' ist eine regionale Variante zum Verb ''tütern''. Dieses Verb kommt ebenfalls nur noch als Regiolekt vor. Im der hochdeutschen Sprache kann es demgegenüber als ausgestorben bzw. veraltet angesehen werden. Daraus folgt: Als Dialektvariante gehört ''tüdern'' zur Wortfamilie ''tütern''. Das Morphem ''tüd'' bzw. ''tüt'' kommt in dieser Bedeutung mit der Verbendung ''-ern'' isoliert vor. Das Verb ''betütern'' ist demnach eine Wortbildung zu ''tütern
!2. Person
|du behelligst
|du behelligtest
|du hast behelligt
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
!3. Person
|Das Morphem ''tüt(ern)'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morpheme'''</span>.
|er/sie/es behelligt
|er/sie/es behelligte
|er/sie/es hat behelligt
|-
|-
|}
! rowspan="3" |Mehrzahl
 
(Plural)
[[#top | Seitenanfang]]<br>
!1. Person
 
|wir behelligen
==Belege/Quellen==
|wir behelligten
 
|wir haben behelligt
[https://www.dwds.de/wb/betütern DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/https://de.wiktionary.org/wiki/t%C3%BCdern Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q={{{Wort}}} ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/betütern Duden-online] (nicht werbefrei)
|-
!2. Person
|ihr behelligt
|ihr behelligtet
|ihr habt behelligt
|-
!3. Person
|sie behelligen
|sie behelligten
|sie haben behelligt
|-
|}


== Modellwortschatz ==
Das Wort '''hell''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-469-VS.jpg
File:MWS-469-RS.jpg
</gallery>
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=469 Fremdsprachen] anhören.


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - behelligen | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''behelligen''''' ]]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


__INDEX__
----


= Info - hell/behelligen =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
|}
----
----
= Bernstein =
__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''behelligen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Da ''Bernstein'' brennbar ist, nannte man ihn früher auch ''Brennstein''. Das niederdeutsche Wort für ''brennen'' ist ''bernen''. Hieraus ist das Wort ''Bernstein'' entstanden.
|'''[https://www.dwds.de/wb/behelligen#etymwb-1 behelligen]:''' ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. ''hellegen'', ''helligen'' = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. ''behelligen'' = stören, belästigen, lästig fallen
 
'''[https://www.dwds.de/wb/hell#etymwb-1 hell]:''' ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. ''hel'' = tönend, mhd. ''hel'' = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Hall hallen], [https://www.dwds.de/wb/einhellig#etymwb-1 einhellig], [https://www.dwds.de/wb/etymwb/mi%C3%9Fhellig misshellig]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| [https://www.dwds.de/wb/Behelligung Behelligung], [https://de.wiktionary.org/wiki/unbehelligt unbehellitgt]
|-
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|[https://de.wiktionary.org/wiki/hell hell]
|Das Wort Bernstein wird fast nur im deutschsprachigen Raum verwendet. Ebenfalls vom niederdeutschen ''bernen'' abgeleitet sind:
|
|-
|niederländisch: ''barnsteen'', polnisch: ''bursztyn'', schwedisch: ''bärnsten'', ukrainisch: бурштин (burštyn)
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Bernstein''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|fossiles Pflanzenharz von gelber bis dunkelbrauner Farbe (brennbar)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Ableitungen:'''
|''Bernstein findet man vor allem an der Ostseeküste.''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Interessantes:'''
|'''Wortart:''' Substantiv (männlich)
|Das Verb ''behelligen'' wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.


'''Worttrennung:''' Bern·stein
Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb ''helligen'' „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.
 
'''Aussprache:''' [ˈbɛʁnʃtaɪ̯n]
|-
|}
|}
 
== Wörterliste zum Adjektiv ''hell''==
==Wortformen==
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
<div style="font-size:1.2em">
! colspan="2" |Adjektive
Das Wort ''Bernstein'' wird meist als Stoffname verwendet und steht deshalb gewöhnlich im Singular.
|-
</div>
! style="width: 15%; vertical-align:top;text-align:left" |Farbadjektive
 
|[https://www.dwds.de/wb/hellen hellen], [https://www.dwds.de/wb/hell hell], [https://www.dwds.de/wb/helle helle], [https://www.dwds.de/wb/Helle Helle], [https://www.dwds.de/wb/], [https://www.dwds.de/wb/hellbeige hellbeige], [https://www.dwds.de/wb/hellblau hellblau], [https://www.dwds.de/wb/hellblond hellblond], [https://www.dwds.de/wb/hellbraun hellbraun], [https://www.dwds.de/wb/hellfarbig hellfarbig], [https://www.dwds.de/wb/hellgelb hellgelb], [https://www.dwds.de/wb/hellglänzend hellglänzend], [https://www.dwds.de/wb/hellgrau hellgrau], [https://www.dwds.de/wb/hellgrün hellgrün], [https://www.dwds.de/wb/helllila helllila], [https://www.dwds.de/wb/hellrosa hellrosa], [https://www.dwds.de/wb/hellrot hellrot], [https://www.dwds.de/wb/hellviolett hellviolett], [https://www.dwds.de/wb/hellweiß hellweiß]
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
! style="vertical-align:top;text-align:left" |so hell wie ...
!Nominativ
|... die Dämmerung: [https://www.dwds.de/wb/dämmerhell dämmerhell], ... Glas: [https://www.dwds.de/wb/glashell glashell], [https://www.dwds.de/wb/glockenhell glockenhell], [https://www.dwds.de/wb/kristallhell kristallhell], [https://www.dwds.de/wb/mondhell mondhell], [https://www.dwds.de/wb/neonhell neonhell], [https://www.dwds.de/wb/schneehell schneehell], [https://www.dwds.de/wb/silberhell silberhell], [https://www.dwds.de/wb/sonnenhell sonnenhell], [https://www.dwds.de/wb/sternenhell sternenhell], [https://www.dwds.de/wb/tageshell tageshell], [https://www.dwds.de/wb/wasserhell wasserhell]
|der Bernstein
|die Bernsteine
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Erstglied)
!Genitiv
|[https://www.dwds.de/wb/hellauf hellauf], [https://www.dwds.de/wb/helläugig helläugig], [https://www.dwds.de/wb/helldunkel helldunkel], [https://www.dwds.de/wb/hellerleuchtet hellerleuchtet], [https://www.dwds.de/wb/hellerlicht hellerlicht], [https://www.dwds.de/wb/hellhaarig hellhaarig], [https://www.dwds.de/wb/hellhäutig hellhäutig], [https://www.dwds.de/wb/hellleuchtend hellleuchtend], [https://www.dwds.de/wb/helllicht helllicht], [https://www.dwds.de/wb/helllodernd helllodernd], [https://www.dwds.de/wb/hellstrahlend hellstrahlend], [https://www.dwds.de/wb/hellwach hellwach]
|des Bernsteins
|der Bernsteine
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Letztglied)
!Dativ
|[https://www.dwds.de/wb/überhell überhell], [https://www.dwds.de/wb/geisteshell geisteshell],
|dem Bernstein
|den Bernsteinen
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
! colspan="2" |Nomen
!Akkusativ
|den Bernstein
|die Bernsteine
|-
|-
|}
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Erstglied
|[https://www.dwds.de/wb/Hellraumprojektor Hellraumprojektor], [https://www.dwds.de/wb/Hellriegel Hellriegel], [https://www.dwds.de/wb/Hellung Hellung], [https://www.dwds.de/wb/Hellwerden Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei],
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Letztglied
|[https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufheller Stimmungsaufheller], [https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufhellung Stimmungsaufhellung], [https://www.dwds.de/wb/Tageshelle Tageshelle], [https://www.dwds.de/wb/Taghelle Taghelle]
|-
! colspan="2" |Wortgruppen
|-
!
|[https://www.dwds.de/wb/hellhörig hellhörig], [https://www.dwds.de/wb/Hellhörigkeit Hellhörigkeit],
[https://www.dwds.de/wb/hellsichtig hellsichtig], [https://www.dwds.de/wb/Hellsicht Hellsicht], [https://www.dwds.de/wb/Hellsichtigkeit Hellsichtigkeit],  
 
[https://www.dwds.de/wb/hellsehen hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellsehen Hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellseher Hellseher], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherei Hellseherei], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherin Hellseherin],  [https://www.dwds.de/wb/hellseherisch hellseherisch],
 
[https://www.dwds.de/wb/aufhellen aufhellen], [https://www.dwds.de/wb/Aufheller Aufheller], [https://www.dwds.de/wb/Aufhellung Aufhellung], [https://www.dwds.de/wb/aufgehellt aufgehellt],


</br>
[https://www.dwds.de/wb/erhellen erhellen], [https://www.dwds.de/wb/erhellt erhellt], [https://www.dwds.de/wb/Erhellung Erhellung],
----
|-
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Bernstein| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bernstein''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
==Unikales Morphem ?==
----
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
=Info - Bernstein=
| colspan="2" |Das Morphem ''hellig'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe ''be-''.
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Bernstein|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bernstein''''']]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''hellig'' ist in dieser Bedeutung <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
|}
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==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bernstein''==
[[#top | Seitenanfang]]<br>
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
 
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
==Belege/Quellen==
|ndd. bernen = brennen; bern(e)stein = Bernstein
|- style="vertical-align:top;"
|'''International:'''
|[https://nl.wiktionary.org/wiki/barnsteen nl.] barnsteen, [https://pl.wiktionary.org/wiki/bursztyn pl.] bursztyn, [https://sv.wiktionary.org/wiki/b%C3%A4rnsten sv.] bärnsten, [https://uk.wiktionary.org/wiki/%D0%B1%D1%83%D1%80%D1%88%D1%82%D0%B8%D0%BD uk.] бурштин (burštyn), fy. barnstien
|-
|
|In den meisten europäischen Sprachen ist der Name für Bernstein vom alten arabischen Wort عنبر (`anbar) (= gelb) abgeleitet, z. B.: [[wikt:amber|en]]. amber, [https://fr.wiktionary.org/wiki/ambre_jaune fr]. ambre jaune, [https://it.wiktionary.org/wiki/ambra it.] /ambra, es./[https://el.wiktionary.org/wiki/ambar el.]/[https://tr.wiktionary.org/wiki/ambar tr.]/pt. ambar
|- style="vertical-align:top;"
|
|In den slavischen Sprachen wird das Wort meist vom litauischen ''gintãras'' abgeleitet, so z. B. [https://lv.wiktionary.org/wiki/dzintars lv]. dzintars,  be./[https://ru.wiktionary.org/wiki/%D1%8F%D0%BD%D1%82%D0%B0%D1%80%D1%8C ru]. янтарь (jantarʹ), [https://cs.wiktionary.org/wiki/jantar cs]./sb./sk./[https://sl.wikipedia.org/wiki/Jantar sl]./uk = jantár
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Erstglied:''' [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinanhänger Bernsteinanhänger], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinarmband Bernsteinarmband], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinauge Bernsteinauge], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteineinschluss Bernsteineinschluss], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinfischerei Bernsteinfischerei], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteingehänge Bernsteingehänge], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinkette Bernsteinkette], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinküste Bernsteinküste], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinland Bernsteinland], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinöl Bernsteinöl], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinperle Bernsteinperle], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinregal Bernsteinregal], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinsäure Bernsteinsäure], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinschmuck Bernsteinschmuck], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinschnecke Bernsteinschnecke], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinspitze Bernsteinspitze], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinstraße Bernsteinstraße], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinzimmer Bernsteinzimmer]


'''Letztglied:''' [https://www.dwds.de/wb/Naturbernstein Naturbernstein], [https://www.dwds.de/wb/Pressbernstein Pressbernstein], [https://www.dwds.de/wb/Rohbernstein Rohbernstein]
[https://www.dwds.de/wb/behelligen DWDS] 
[https://de.wiktionary.org/wiki/behelligen Wiktionary] 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B06223 Grimm-Wörterbuch]
[https://www.zdl.org/?q=behelligen ZDL] 
[https://de.wikipedia.org/wiki/behelligen Wikipedia]
[https://www.duden.de/rechtschreibung/behelligen Duden-online]


'''Adjektive:''' [https://www.dwds.de/wb/bernsteinfarben bernsteinfarben], [https://de.wiktionary.org/wiki/bernsteinfarbig bernsteinfarbig], [https://www.dwds.de/wb/bernsteingelb bernsteingelb]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://de.wiktionary.org/wiki/bernsteinern bernsteinern]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Für Kinder interessante Seiten: [https://klexikon.zum.de/wiki/Bernstein KLexikon], [https://miniklexikon.zum.de/wiki/Bernstein MiniKlexikon], [https://www.logo.de/bernstein-kurz-erklaert-100.html logo], [https://www.die-bloggerbande.de/bernstein/ Bloggerbande], [https://www.schutzstation-wattenmeer.de/wissen/wattenmeer/landschaft/bernstein/ Schutzstation Wattenmeer], [https://www.planet-wissen.de/natur/schmuck/bernstein/index.html Planet Wissen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein Wikipedia]
|}


==Unikales Morphem ?==
<br>
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bern'' kommt nicht isoliert vor und in dieser Bedeutung nur in Wortbildungen zusammen mit dem Wort ''Stein''. Nicht berücksichtigt werden bei der Bestimmung der Unikalität dieses Morphems das Vorkommen des Morphems in Eigennamen.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''bern'' muss daher <span style="color:green">'''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Bernstein DWDS], 
[https://de.wiktionary.org/wiki/Bernstein Wiktionary], 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (Adelung, Grimm, Goethe), 
[https://www.zdl.org/?q=Bernstein ZDL], 
[https://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein Wikipedia], 
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Bernstein Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bernstein|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bernstein''''']]
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= berappen =
 
{{DISPLAYTITLE:berappen}}
= bequem =
{{DISPLAYTITLE:bequem}}
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Zeile 1.094: Zeile 1.013:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die Herkunft des Verbs ist nicht vollständig geklärt. Das Wort stammt aus der Studentensprache und ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Wahrscheinlich gehört es zu dem rotwelschen Wort ''rabbes'' = ''Zins, Gewinn, Geldbetrag''. Daraus könnte sich die Bedeutung ''Geld zahlen, etwas abgeben'' entwickelt haben.
|Das Adjektiv ''bequem'' war schon im Mittelalter bekannt. Es bedeutete ursprünglich ''passen, angemessen'' oder ''einrichten''. Dieses Adjektiv ist vom Verb ''bequemen'' abgeleitet. Das bedeutete früher ''etwas passend machen, einrichten'' oder ''etwas anpassen''.
 
geht auf mittelhochdeutsch ''bequeme'' zurück und bedeutete ursprünglich „passend“, „geeignet“ oder „angemessen“. Es gehört zum Verb ''bequemen'' im Sinne von „passend machen“, „einrichten“ oder „anpassen“.
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Adjektiv ''bequem'' bedeutet heute ''angenehm, komfortabel.'' Etwas, das gut passt oder gut eingerichtet ist, wird als angenehm = ''bequem'' empfunden wird. Das Verb ''bequemen'' wird heute nur noch sehr selten, meist abwertend gebraucht.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Duden und andere etymologische Wörterbücher geben als wahrscheinlichste Erklärung eine Herkunft aus der Studenten- und Gaunersprache an. Das Wort ist also ein gutes Beispiel dafür, dass sich umgangssprachliche Ausdrücke aus Sondersprachen in der Alltagssprache festsetzen können.
| Besonders interessant finde ich den Ursprung von ''bequem'' und ''bequemen''. Hierin steckt das althochdeutsche Verb ''queman''. Im Mittelalter hat sich dieses Wort verändert. Aus dem ''qu'' am Wortanfang wurde zunächst ein ''k'', also ''kemen''. Aus dem ''e'' wurde dann ein ''o'', also ''komen''. Und hieraus ist das Verb ''kommen'' in seiner heutigen Bedeutung entstanden.
|-
|-
|}
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
 
|In den meisten europäischen Sprachen hat sich für unser bequem das französische Wort [https://fr.wiktionary.org/wiki/confortable ''confortable''], englisch = [[wikt:comfortable|''comfortable'']] und bei uns als Fremdwort [https://de.wiktionary.org/wiki/komfortabel ''komfortabel''] durchgesetzt.
==Hinweise zum Wort ''berappen''==
Nur in Schweden finden wir noch den Zusammenhang zu dem alten germanischen Wort ''queman''. Dort heißt ''bequem'' = ''bekväm.''
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''bequem''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|etwas (widerwillig) bezahlen
|gemütlich, angenehm
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Er musste für die Reparatur am Fahrrad viel zu viel berappen.''
|''Das ist ein sehr bequemer Sessel.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
|'''Wortart:''' Adjektiv


'''Worttrennung:''' be·rap·pen
'''Worttrennung:''' be·quem


'''Aussprache:''' [bəˈʁapn̩]
'''Aussprache:''' [bəˈkveːm]
|-
|-
|}
|}
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==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''berappen'' wird regelmäßig konjugiert.
Das Wort ''bequem'' ist ein Adjektiv.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!style="width: 30%"|Positiv
(Singular)
!style="width: 30%"|Komparativ
! style="width: 13%" |1. Person
!style="width: 40%"|Superlativ
| style="width: 25%" |ich berappe
| style="width: 25%" |ich berappte
| style="width: 25%" |ich habe berappt
|-
|-
!2. Person
|bequem
|du berappst
|bequemer
|du berapptest
|am bequemsten
|du hast berappt
|-
!3. Person
|er/sie/es berappt
|er/sie/es berappte
|er/sie/es hat berappt
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir berappen
|wir berappten
|wir haben berappt
|-
!2. Person
|ihr berappt
|ihr berapptet
|ihr habt berappt
|-
!3. Person
|sie berappen
|sie berappten
|sie haben berappt
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.171: Zeile 1.066:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - berappen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''berappen''''' ]]
|[[Info - bequem | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''bequem''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 1.178: Zeile 1.073:
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= Info - berappen =
=Info - bequem=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[berappen|'''zurück zur Wortgeschichte ''berappen''''' ]]
|[[bequem|'''zurück zur Wortgeschichte ''bequem''''' ]]
|}
|}
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__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''berappen''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''bequem''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Die Herkunft des Wortes ist unklar.
| 9. Jh. ahd. ''biquāmi'', mhd. ''bequæme'' = angemessen, passend, tauglich < ahd. ''queman'' = kommen < ie. *gu̯em- = gehen, kommen
 
|- style="vertical-align:top;"
# Rotwelsch ''rabbes'' = Zins, Gewinn, Geldbetrag. Daraus könnte ein Verb ''berappen'' = Geld zahlen, etwas abgeben entstanden sein. Verbreitung im 19. Jh. über Studentensprache.
# ''Rappen'' = kleine Münze (Schweiz). Aus dem Mehrwortausdruck ''mit Rappen zahlen'' könnte das Verb ''berappen'' entstanden sein.
# ''Rappe'' = schwarzes Pferd, Ableitung von schwarzem Rabe. Der ''Adler'' auf der Geldmünze (Schweiz) wird umgangssprachlich auch abwertend als ''Rabe'' verspottet. Hieraus könnte sich ebenfalls ''mit Rappen bezahlen'' = ''berappen'' entwickelt haben.
# ''berappen'' = Eine Wand mit Mörtel belegen. Kein Zusammenhang zur Bedeutung ''bezahlen'' bekannt.
# hebräisch: ''rapo, jerappe'' (רַפֹּא יְרַפֵּא) (Exodus 21,19); ''er soll ihm nur den Arbeitsausfall ersetzen und für seine Heilung sorgen''. Über Jiddisch, Rotwelsch und Studentensprache könnte sich hieraus ''berappen'' = bezahlen entwickelt haben.
 
Die meisten Sprachwissenschaftler halten nur die erste Erklärung als plausibel.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
| -
| [https://www.dwds.de/wb/bequemlich bequemlich], [https://www.dwds.de/wb/Bequemlichkeit Bequemlichkeit], [https://www.dwds.de/wb/superbequem superbequem], [https://www.dwds.de/wb/unbequem unbequem], [https://www.dwds.de/wb/Unbequemlichkeit Unbequemlichkeit]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|[https://de.wiktionary.org/wiki/bequemen bequemen]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ''bequem'' war „passend“ oder „angemessen“. Erst später entwickelte sich daraus die heutige Bedeutung „angenehm“, „komfortabel“ oder „leicht zu benutzen“.
 
Wenn etwas gut „passt“, ist es oft auch angenehm zu benutzen. Auf diese Weise entstand im Laufe der Sprachgeschichte die heutige Bedeutung des Wortes.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''rapp'' kommt im heutigen Deutsch in dieser Bedeutung nicht als selbstständiges Wort vor und erscheint nur in der Wortbildung ''berappen''. Historisch könnte es auf das heute nicht mehr gebräuchliche rotwelsche Wort ''rabbes'' („Zins, Geldbetrag“) zurückgehen.  
| colspan="2" |Das Wort ''bequem'' besteht aus dem Präfix ''be-'' und dem Wortbestandteil ''quem''. In mittelhochdeutscher Zeit sind aus diesem Morphem die Verben ''kommen'' und ''bequemen'' entstanden. Einerseits hat sich die Bedeutung (''bequemen'') mit der Zeit geändert und andererseits die Schreibung (''kommen''). Heute wird kein Zusammenhang mehr zwischen diesen beiden Verben gesehen.
Im heutigen Deutsch kommt ''quem'' nicht als selbstständiges Wort vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix ''be''- vor.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''rapp'' in der Wortbildung ''berappen'' kann daher <span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|Aus diesem Grunde kann das Morphem ''quem'' im Adjektiv ''bequem'' als ein <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
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==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/berappen DWDS],   
[https://www.dwds.de/wb/bequem DWDS],   
[https://de.wiktionary.org/wiki/berappen Wiktionary],   
[https://de.wiktionary.org/wiki/bequem Wiktionary]
[https://www.zdl.org/?q=berappen ZDL],   
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://de.wikipedia.org/wiki/Berappen Wikipedia],   
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01396 Adelung], 
[https://www.duden.de/rechtschreibung/berappen_bezahlen Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B02209 Grimm-Wörterbuch], 
[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B01746 Goethe-Wörterbuch]),   
[https://www.zdl.org/?q=bequem ZDL],   
[https://de.wikipedia.org/wiki/bequem Wikipedia],   
[https://www.duden.de/rechtschreibung/bequem Duden-online] (nicht werbefrei)


'''Etymologie:'''
'''Etymologie:''' DWDS - [https://www.dwds.de/wb/bequem#etymwb-1 bequem], [https://www.dwds.de/wb/kommen#etymwb-1 kommen], [https://www.dwds.de/wb/bekommen#etymwb-1 bekommen]; Wiktionary: [https://de.wiktionary.org/wiki/bequem bequem], [https://de.wiktionary.org/wiki/bequemen bequemen], [https://de.wiktionary.org/wiki/kommen kommen], [https://de.wiktionary.org/wiki/bekommen bekommen]; ZDL - [https://www.zdl.org/?q=bequem bequem], [https://www.zdl.org/?q=kommen kommen], [https://www.zdl.org/?q=bekommen bekommen]
[https://www.duden.de/rechtschreibung/berappen_bezahlen Duden-Online],
[https://de.wikipedia.org/wiki/Berappen Wikipedia],
[https://de.wikipedia.org/wiki/Putz_(Baustoff) Baustoff Putz],
[https://de.wikipedia.org/wiki/Entrinden Entrinden eines Baumstammes],
[https://www.markomannenwiki.de/Studentensprache/Berappen/ Studentensprache]
[https://www.bibleserver.com/LUT/2.Mose21,19 Lutherbibel Exodus 21,19], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01402 Adelung])


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[berappen|'''zurück zur Wortgeschichte ''berappen''''' ]]
|[[bequem|'''zurück zur Wortgeschichte ''bequem''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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__INDEX__
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= betütern =
= Bingelkraut =
__TOC__
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Zeile 1.250: Zeile 1.140:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Der Name ''Bingel'' geht vermutlich auf das althochdeutsche Wort ''bunge'' (= Knolle) zurück. Das ist ein Hinweis auf die knollenartige Wurzel der Pflanze.  
|Das Verb stammt von dem norddeutschen Wort ''Tüder'' (Seil zum Anbinden eines weidenden Tiers). Ein Tier wurde mit einem solchen Seil festgebunden, damit es sich beim Weiden nicht zu weit entfernen konnte.


Der zweite Bestandteil ''Kraut'' bezeichnet allgemein eine krautige Pflanze.
Übertragen entwickelte sich daraus die Bedeutung, jemanden besonders eng zu betreuen oder zu umsorgen – oft so sehr, dass es als übertrieben empfunden wird.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Das Wort ''Bingelkraut'' kommt fast ausschließlich im deutschen Sprachraum vor. Im Niederdeutschen heißt es ''Büngel'', in anderen Regionen auch ''Hundskohl'', ''Schuttbingel'' oder ''Wintergrün''. In den Niederlanden heißt diese Pflanze ''bingelkruid''.
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Bingelkraut''==
==Hinweise zum Wort ''betütern''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Bingelkräuter sind krautige Pflanzen, die häufig auf Äckern, in Gärten und an Wegrändern wachsen und von vielen Menschen als Unkraut betrachtet werden.
| jemanden besonders oder übertrieben umsorgen
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Vater rupft das Bingelkraut im Garten aus.''
|''Wir lassen uns gern von unserer Mama betütern.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Neutrum
|'''Wortart:''' Verb


'''Worttrennung:''' Bin·gel·kraut
'''Worttrennung:''' be·tü·tern


'''Aussprache:''' [ˈbɪŋəlˌkʁaʊt]
'''Aussprache:''' [bəˈtyːtɐn]
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.278: Zeile 1.165:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Bingelkraut'' ist sächlich.
Das Verb ''betütern'' wird regelmäßig konjugiert. Infinitiv: betütern  Partizip II: betütert  Hilfsverb: haben
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
!style="width: 14%"|
| colspan="2" |
!style="width: 20%"|
!Gegenwart
!style="width: 33%"|Singular
(Präsens)
!style="width: 33%"|Plural
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!Nominativ
(Singular)
|das Bingelkraut
! style="width: 13%" |1. Person
|die Bingelkräuter
| style="width: 25%" |ich betütere
| style="width: 25%" |ich betüterte
| style="width: 25%" |ich habe betütert
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!2. Person
!Genitiv
|du betüterst
|des Bingelkrauts
|du betütertest
|der Bingelkräuter
|du hast betütert
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!3. Person
!Dativ
|er/sie/es betütert
|dem Bingelkraut
|er/sie/es betüterte
|den Bingelkräutern
|er/sie/es hat betütert
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
! rowspan="3" |Mehrzahl
!Akkusativ
(Plural)
|das Bingelkraut
!1. Person
|die Bingelkräuter
|wir betütern
|wir betüterten
|wir haben betütert
|-
!2. Person
|ihr betütert
|ihr betütertet
|ihr habt betütert
|-
!3. Person
|sie betütern
|sie betüterten
|sie haben betütert
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.312: Zeile 1.216:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Bingelkraut | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bingelkraut''''' ]]
|[[Info - betütern | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''betütern''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 1.318: Zeile 1.222:


----
----
=Info - Bingelkraut=
= Info - betütern =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bingelkraut|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bingelkraut''''' ]]
|[[{{{WORT}}}|'''zurück zur Wortgeschichte ''{{{WORT}}}''''']]
|}
|}
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==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bingelkraut''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''{{{WORT}}}''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| Das Bingelkraut gehört zur Pflanzengruppe der Wolfsmilchgewächse; ahd. ''bungo'', mhd. ''bunge'' = Knolle
|norddeutsch ''Tüder'' = Strick, Seil zum Anbinden von Tieren
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''verwandt:'''
|Waldbingelkraut
|Tüter, vertütern, betütert
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
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|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Die frischen Blätter der Pflanze sind giftig. Getrocknet hingegen werden den Blättern heilende Wirkungen bei verschiedenen Krankheiten zugesprochen. Mehr zum ''Bingelkraut'' findest du auf verschiedenen Biologie-Seiten im Internet, so z. B.
|Umgangssprachlich wird das Verb auch im Sinne von ''sich einen Schwips antrinken''(Herkunft unklar).
|-
|
|[https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/bingelkraut Botanikus], [https://heilkraeuter.de/lexikon/bingelkraut.htm Heilkräuter.de], [https://www.digitalefolien.de/biologie/pflanzen/frueh/waldbi.html#fotos Mediendatenbank Biologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bingelkr%C3%A4uter Wikipedia].
|-
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bingel'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen sondern nur in Verbindung mit dem Grundwort ''Kraut'' vor.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| colspan="2" |Das Verb ''tüdern'' ist eine regionale Variante zum Verb ''tütern''. Dieses Verb kommt ebenfalls nur noch als Regiolekt vor. Im der hochdeutschen Sprache kann es demgegenüber als ausgestorben bzw. veraltet angesehen werden. Daraus folgt: Als Dialektvariante gehört ''tüdern'' zur Wortfamilie ''tütern''. Das Morphem ''tüd'' bzw. ''tüt'' kommt in dieser Bedeutung mit der Verbendung ''-ern'' isoliert vor. Das Verb ''betütern'' ist demnach eine Wortbildung zu ''tütern
|Das Morphem ''bing'' bzw. ''bingel'' kommt in dieser Bedeutung ist <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''tüt(ern)'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morpheme'''</span>.  
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.357: Zeile 1.258:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Bingelkraut DWDS],
[https://www.dwds.de/wb/betütern DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/https://de.wiktionary.org/wiki/t%C3%BCdern Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q={{{Wort}}} ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/betütern Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://de.wiktionary.org/wiki/Bingelkraut Wiktionary], 
 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (siehe hier
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B02659 Adelung] mit einer veralteten Annahme zur Herkunft),
[https://www.zdl.org/?q=Bingelkraut ZDL]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Bingelkr%C3%A4uter Wikipedia], 
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Bingelkraut Duden-online] (nicht werbefrei)


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bingelkraut|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bingelkraut''''' ]]
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{{WörterABC-Tabelle}}
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= Bickbeere =
= Bernstein =
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Zeile 1.382: Zeile 1.272:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Der erste Bestandteil ''Bick'' geht vermutlich auf das niederdeutsche Wort ''pik'' (= Pech) zurück. Damit wird auf die dunkle, fast schwarze Farbe der Beeren hingewiesen.
|Da ''Bernstein'' brennbar ist, nannte man ihn früher auch ''Brennstein''. Das niederdeutsche Wort für ''brennen'' ist ''bernen''. Hieraus ist das Wort ''Bernstein'' entstanden.
|-
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Diese Beere wird je nach Region unterschiedlich benannt:
|Das Wort Bernstein wird fast nur im deutschsprachigen Raum verwendet. Ebenfalls vom niederdeutschen ''bernen'' abgeleitet sind:
|-
|-
|''Blaubeere, Heidelbeere, Heubeere (süddeutsch), Mollbeere, Moosbeere, Schwarzbeere, Staulbeere (Pfalz), Waldbeere, Wildbeere, Zeckbeere''
|niederländisch: ''barnsteen'', polnisch: ''bursztyn'', schwedisch: ''bärnsten'', ukrainisch: бурштин (burštyn)
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Bickbeere''==
==Hinweise zum Wort ''Bernstein''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Heidelbeere, Schwarzbeere
|fossiles Pflanzenharz von gelber bis dunkelbrauner Farbe (brennbar)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Im Herbst sammeln wir Bickbeeren.''
|''Bernstein findet man vor allem an der Ostseeküste.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, feminin
|'''Wortart:''' Substantiv (männlich)


'''Worttrennung:''' Bick·bee·re
'''Worttrennung:''' Bern·stein


'''Aussprache:''' [ˈbɪkˌbeːʁə]
'''Aussprache:''' [ˈbɛʁnʃtaɪ̯n]
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.410: Zeile 1.300:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Bickbeere'' ist feminin. Alle Fälle in der Einzahl (Singular) entsprechen dem Grundwort. In allen Fällen der Mehrzahl (Plural) wird an die Grundform ein ''e'' angehängt.
Das Wort ''Bernstein'' wird meist als Stoffname verwendet und steht deshalb gewöhnlich im Singular.
</div>
</div>


Zeile 1.421: Zeile 1.311:
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|die Bickbeere
|der Bernstein
|die Bickbeeren
|die Bernsteine
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|der Bickbeere
|des Bernsteins
|der Bickbeeren
|der Bernsteine
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|der Bickbeere
|dem Bernstein
|den Bickbeeren
|den Bernsteinen
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|die Bickbeere
|den Bernstein
|die Bickbeeren
|die Bernsteine
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.444: Zeile 1.334:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Bickbeere | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bickbeere''''' ]]
|[[Info - Bernstein| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bernstein''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 1.450: Zeile 1.340:


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=Info - Bickbeere=
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=Info - Bernstein=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bickbeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bickbeere''''' ]]
|[[Bernstein|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bernstein''''']]
|}
|}
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__TOC__
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==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bickbeere''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bernstein''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| agr. πίσσα (pissa), lat. pix, 8. Jh. ahd. peh, mhd. pech, bech = Pech; niederdeutsch ''bikbēre'', ''pik'' = Pech; damit wird auf die dunkle, fast schwarze Farbe der Beeren hingewiesen.
|ndd. bernen = brennen; bern(e)stein = Bernstein
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''International:'''
|Bickbeerenstrauch, Bickbeerenpflanze
|[https://nl.wiktionary.org/wiki/barnsteen nl.] barnsteen, [https://pl.wiktionary.org/wiki/bursztyn pl.] bursztyn, [https://sv.wiktionary.org/wiki/b%C3%A4rnsten sv.] bärnsten, [https://uk.wiktionary.org/wiki/%D0%B1%D1%83%D1%80%D1%88%D1%82%D0%B8%D0%BD uk.] бурштин (burštyn), fy. barnstien
|-
|
|In den meisten europäischen Sprachen ist der Name für Bernstein vom alten arabischen Wort عنبر (`anbar) (= gelb) abgeleitet, z. B.: [[wikt:amber|en]]. amber, [https://fr.wiktionary.org/wiki/ambre_jaune fr]. ambre jaune, [https://it.wiktionary.org/wiki/ambra it.] /ambra, es./[https://el.wiktionary.org/wiki/ambar el.]/[https://tr.wiktionary.org/wiki/ambar tr.]/pt. ambar
|- style="vertical-align:top;"
|
|In den slavischen Sprachen wird das Wort meist vom litauischen ''gintãras'' abgeleitet, so z. B. [https://lv.wiktionary.org/wiki/dzintars lv]. dzintars,  be./[https://ru.wiktionary.org/wiki/%D1%8F%D0%BD%D1%82%D0%B0%D1%80%D1%8C ru]. янтарь (jantarʹ), [https://cs.wiktionary.org/wiki/jantar cs]./sb./sk./[https://sl.wikipedia.org/wiki/Jantar sl]./uk = jantár
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Erstglied:''' [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinanhänger Bernsteinanhänger], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinarmband Bernsteinarmband], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinauge Bernsteinauge], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteineinschluss Bernsteineinschluss], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinfischerei Bernsteinfischerei], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteingehänge Bernsteingehänge], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinkette Bernsteinkette], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinküste Bernsteinküste], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinland Bernsteinland], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinöl Bernsteinöl], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinperle Bernsteinperle], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinregal Bernsteinregal], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinsäure Bernsteinsäure], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinschmuck Bernsteinschmuck], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinschnecke Bernsteinschnecke], [https://www.dwds.de/wb/Bernsteinspitze Bernsteinspitze], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinstraße Bernsteinstraße], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bernsteinzimmer Bernsteinzimmer]
 
'''Letztglied:''' [https://www.dwds.de/wb/Naturbernstein Naturbernstein], [https://www.dwds.de/wb/Pressbernstein Pressbernstein], [https://www.dwds.de/wb/Rohbernstein Rohbernstein]
 
'''Adjektive:''' [https://www.dwds.de/wb/bernsteinfarben bernsteinfarben], [https://de.wiktionary.org/wiki/bernsteinfarbig bernsteinfarbig], [https://www.dwds.de/wb/bernsteingelb bernsteingelb]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|[https://de.wiktionary.org/wiki/bernsteinern bernsteinern]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Die ''Bickbeere'' ist eine regionale Bezeichnung für die bekannte ''Heidelbeere'' (''Vaccinium myrtillus''). Siehe hierzu die Beschreibung im [https://klexikon.zum.de/wiki/Heidelbeere Kinderlexion] und auf der Seite [https://essen-wissen.de/wissen/heidelbeere/ essen-wissen.de].
|Für Kinder interessante Seiten: [https://klexikon.zum.de/wiki/Bernstein KLexikon], [https://miniklexikon.zum.de/wiki/Bernstein MiniKlexikon], [https://www.logo.de/bernstein-kurz-erklaert-100.html logo], [https://www.die-bloggerbande.de/bernstein/ Bloggerbande], [https://www.schutzstation-wattenmeer.de/wissen/wattenmeer/landschaft/bernstein/ Schutzstation Wattenmeer], [https://www.planet-wissen.de/natur/schmuck/bernstein/index.html Planet Wissen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein Wikipedia]
|-
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''Bickbeere'' besteht aus den Bestandteilen ''Bick'' und ''Beere''. Das Morphem ''bick'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und auch in keiner weiteren Wortbildung vor.
| colspan="2" |Das Morphem ''bern'' kommt nicht isoliert vor und in dieser Bedeutung nur in Wortbildungen zusammen mit dem Wort ''Stein''. Nicht berücksichtigt werden bei der Bestimmung der Unikalität dieses Morphems das Vorkommen des Morphems in Eigennamen.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''bick'' muss daher <span style="color:green">'''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|Das Morphem ''bern'' muss daher <span style="color:green">'''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.486: Zeile 1.389:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Bickbeere DWDS]   
[https://www.dwds.de/wb/Bernstein DWDS],  
[https://de.wiktionary.org/wiki/Heidelbeere Wiktionary]   
[https://de.wiktionary.org/wiki/Bernstein Wiktionary],  
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (Adelung, Grimm, Goethe),  
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B02440 Adelung])   
[https://www.zdl.org/?q=Bernstein ZDL],  
[https://www.zdl.org/?q=Bickbeere ZDL]   
[https://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein Wikipedia],  
[https://de.wikipedia.org/wiki/Heidelbeere Wikipedia]   
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Bernstein Duden-online]
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Bickbeere Duden-online]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Zeile 1.499: Zeile 1.401:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bickbeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bickbeere''''' ]]
|[[Bernstein|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bernstein''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 1.505: Zeile 1.407:


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= Bollwerk =
= berappen =
{{DISPLAYTITLE:berappen}}
__TOC__
__TOC__


Zeile 1.511: Zeile 1.414:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort wurde zum Ende des Mittelalters aus der niederdeutschen Sprache übernommen. Es ist eine Zusammensetzung aus ''Bohle'' und ''Werk''.  
|Die Herkunft des Verbs ist nicht vollständig geklärt. Das Wort stammt aus der Studentensprache und ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Wahrscheinlich gehört es zu dem rotwelschen Wort ''rabbes'' = ''Zins, Gewinn, Geldbetrag''. Daraus könnte sich die Bedeutung ''Geld zahlen, etwas abgeben'' entwickelt haben.
 
|-
Als ''bole'' bzw. ''bolle'' bezeichnete man früher ein dickes Holzbrett bzw. einen Baumstamm. Hieraus entwickelte sich später das Wort ''Bohle'' (= sehr starkes Brett).  
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Duden und andere etymologische Wörterbücher geben als wahrscheinlichste Erklärung eine Herkunft aus der Studenten- und Gaunersprache an. Das Wort ist also ein gutes Beispiel dafür, dass sich umgangssprachliche Ausdrücke aus Sondersprachen in der Alltagssprache festsetzen können.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''berappen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|etwas (widerwillig) bezahlen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Er musste für die Reparatur am Fahrrad viel zu viel berappen.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' be·rap·pen


Das ''Bollwerk'' war also ursprünglich ein Schutzbau aus Holzbohlen.
'''Aussprache:''' [bəˈʁapn̩]
|-
|-
|
|}
|Zunächst bezeichnete man so ein mit Erde und Holzstämmen befestigtes Ufer. Später wurde der Begriff auch im militärischen Sinne für eine Befestigungsanlage verwendet.
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''berappen'' wird regelmäßig konjugiert.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
|
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|Heute wird das Wort auch im übertragenen Sinn gebraucht, etwa als ''Bollwerk gegen den Krieg'' oder ''ein Bollwerk des Friedens''.
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich berappe
| style="width: 25%" |ich berappte
| style="width: 25%" |ich habe berappt
|-
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
!2. Person
|Das mittelhochdeutsche Wort ''bollwerc'' findet sich auch in nordgermanischen Sprachen.
|du berappst
|du berapptest
|du hast berappt
|-
|-
|
!3. Person
{| class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;margin:auto"
|er/sie/es berappt
! style="width: 34% " |Sprache
|er/sie/es berappte
! style="width: 33% " | Bollwerk
|er/sie/es hat berappt
! style="width: 33% " |Aussprache
|-
|-
!Deutsch
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Bollwerk
(Plural)
|[ˈbɔlˌvɛʁk]
!1. Person
|wir berappen
|wir berappten
|wir haben berappt
|-
|-
!Dänisch
!2. Person
|bolværk
|ihr berappt
|[ˈpʌlˌvɛɐ̯ˀk]
|ihr berapptet
|ihr habt berappt
|-
|-
!Englisch
!3. Person
|bulwark
|sie berappen
|[ˈbʊlwɜːk] (UK) / [ˈbʊlwɝːk] (US)
|sie berappten
|-
|sie haben berappt
!Niederländisch
|bolwerk
|[ˈbɔlʋɛrk]
|-
!Norwegisch
|bolverk
|[ˈbuːlværk]
|-
!Schwedisch
|bålverk
|[ˈboːlværk]
|-
|-
|}
|}
|-
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - berappen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''berappen''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


==Hinweise zum Wort ''Bollwerk''==
----
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|a) Festung, Bauwerk zum Schutz gegen Feinde


b) Schutzbarriere, Landeplatz im Hafen
= Info - berappen =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[berappen|'''zurück zur Wortgeschichte ''berappen''''' ]]
|}
----
__TOC__


c) übertragen: Einrichtung oder Maßnahme zum Schutz
==Weiterführende Informationen zum Wort ''berappen''==
|- style="vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|''a) Die Fundamente des mittelalterlichen Bollwerks sind noch immer gut zu erkennen.''
|Die Herkunft des Wortes ist unklar.


''b) Die Holzpfosten vor der Hafeneinfahrt sind ein guter Schutz bei stürmischer See.''
# Rotwelsch ''rabbes'' = Zins, Gewinn, Geldbetrag. Daraus könnte ein Verb ''berappen'' = Geld zahlen, etwas abgeben entstanden sein. Verbreitung im 19. Jh. über Studentensprache.
# ''Rappen'' = kleine Münze (Schweiz). Aus dem Mehrwortausdruck ''mit Rappen zahlen'' könnte das Verb ''berappen'' entstanden sein.
# ''Rappe'' = schwarzes Pferd, Ableitung von schwarzem Rabe. Der ''Adler'' auf der Geldmünze (Schweiz) wird umgangssprachlich auch abwertend als ''Rabe'' verspottet. Hieraus könnte sich ebenfalls ''mit Rappen bezahlen'' = ''berappen'' entwickelt haben.
# ''berappen'' = Eine Wand mit Mörtel belegen. Kein Zusammenhang zur Bedeutung ''bezahlen'' bekannt.
# hebräisch: ''rapo, jerappe'' (רַפֹּא יְרַפֵּא) (Exodus 21,19); ''er soll ihm nur den Arbeitsausfall ersetzen und für seine Heilung sorgen''. Über Jiddisch, Rotwelsch und Studentensprache könnte sich hieraus ''berappen'' = bezahlen entwickelt haben.


''c) Die große Demonstration war wie ein Bollwerk gegen die aufkeimende Ausländerfeindlichkeit.''
Die meisten Sprachwissenschaftler halten nur die erste Erklärung als plausibel.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Neutrum
| -
|}


'''Worttrennung:''' Boll·werk
==Unikales Morphem ?==
 
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
'''Aussprache:''' [ˈbɔlˌvɛʁk]
| colspan="2" |Das Morphem ''rapp'' kommt im heutigen Deutsch in dieser Bedeutung nicht als selbstständiges Wort vor und erscheint nur in der Wortbildung ''berappen''. Historisch könnte es auf das heute nicht mehr gebräuchliche rotwelsche Wort ''rabbes'' („Zins, Geldbetrag“) zurückgehen.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''rapp'' in der Wortbildung ''berappen'' kann daher <span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
[[#top | Seitenanfang]]<br>
<div style="font-size:1.2em">
 
Das Substantiv ''Bollwerk'' ist sächlich.
==Belege/Quellen==
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
[https://www.dwds.de/wb/berappen DWDS], 
!style="width: 14%"|
[https://de.wiktionary.org/wiki/berappen Wiktionary], 
!style="width: 20%"|
[https://www.zdl.org/?q=berappen ZDL], 
!style="width: 33%"|Singular
[https://de.wikipedia.org/wiki/Berappen Wikipedia], 
!style="width: 33%"|Plural
[https://www.duden.de/rechtschreibung/berappen_bezahlen Duden-online] (nicht werbefrei)
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|das Bollwerk
|die Bollwerke
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Bollwerks
|der Bollwerke
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Bollwerk
|den Bollwerken
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|das Bollwerk
|die Bollwerke
|-
|}


</br>
'''Etymologie:''' 
----
[https://www.duden.de/rechtschreibung/berappen_bezahlen Duden-Online], 
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
[https://de.wikipedia.org/wiki/Berappen Wikipedia], 
|[[Info - Bollwerk | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bollwerk''''' ]]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Putz_(Baustoff) Baustoff Putz], 
[https://de.wikipedia.org/wiki/Entrinden Entrinden eines Baumstammes], 
[https://www.markomannenwiki.de/Studentensprache/Berappen/ Studentensprache], 
[https://www.bibleserver.com/LUT/2.Mose21,19 Lutherbibel Exodus 21,19], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01402 Adelung])
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[berappen|'''zurück zur Wortgeschichte ''berappen''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----
----
= Info - Bollwerk =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bollwerk|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bollwerk''''' ]]
|}
----
----
= Bingelkraut =
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bollwerk''==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Der Name ''Bingel'' geht vermutlich auf das althochdeutsche Wort ''bunge'' (= Knolle) zurück. Das ist ein Hinweis auf die knollenartige Wurzel der Pflanze.
 
Der zweite Bestandteil ''Kraut'' bezeichnet allgemein eine krautige Pflanze.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Das Wort ''Bingelkraut'' kommt fast ausschließlich im deutschen Sprachraum vor. Im Niederdeutschen heißt es ''Büngel'', in anderen Regionen auch ''Hundskohl'', ''Schuttbingel'' oder ''Wintergrün''. In den Niederlanden heißt diese Pflanze ''bingelkruid''.
|-
|}


{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
==Hinweise zum Wort ''Bingelkraut''==
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|13. Jh. mhd. bollwerc, 14. Jh. mnd. bolwerk
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Bingelkräuter sind krautige Pflanzen, die häufig auf Äckern, in Gärten und an Wegrändern wachsen und von vielen Menschen als Unkraut betrachtet werden.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Abwehrbollwerk Abwehrbollwerk],
|''Vater rupft das Bingelkraut im Garten aus.''
[https://www.dwds.de/wb/Felsbollwerk Felsbollwerk], 
[https://www.dwds.de/wb/Felsenbollwerk Felsenbollwerk],
[https://www.dwds.de/wb/Festungsbollwerk Festungsbollwerk],
[https://www.dwds.de/wb/Grenzbollwerk Grenzbollwerk],
[https://www.dwds.de/wb/Inselbollwerk Inselbollwerk]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortinfo:'''
| -
|'''Wortart:''' Substantiv, Neutrum
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Interessantes:'''
'''Worttrennung:''' Bin·gel·kraut
|Das Wort ''Bollwerk'' gehört ursprünglich zur Sprache des Festungsbaus. Es bezeichnete eine starke Befestigungsanlage aus Erde, Holz oder Stein zum Schutz gegen Angriffe.


Heute wird das Wort häufig auch im übertragenen Sinn verwendet, etwa in Wendungen wie ''Bollwerk gegen den Extremismus'', ''Bollwerk der Demokratie'' oder ''Bollwerk des Friedens''. Damit ist eine starke Schutzfunktion gegen eine Bedrohung gemeint.
'''Aussprache:''' [ˈbɪŋəlˌkʁaʊt]
|-
|}
|}
==Fremdsprachen==
 
Das niederdeutsche bzw. niederländische Wort wurde in mehreren Fremdsprachen übernommen. Hier einige Beispiele:
==Wortformen==
{| class="wikitable sortable  mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto"
<div style="font-size:1.2em">
|+ Ableitungen vom ndd. ''bolwerc'' bzw. nl. ''bolwerk'' in andere Sprachen
Das Substantiv ''Bingelkraut'' ist sächlich.
! Sprache
</div>
! Bollwerk
 
! Aussprache
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
! Quelle
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!Deutsch
!style="text-align:left"|1. Fall
|Bollwerk
!Nominativ
|[ˈbɔlˌvɛʁk]
|das Bingelkraut
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Bollwerk Quelle]
|die Bingelkräuter
|-
|-
!Dänisch
!style="text-align:left"|2. Fall
|bolværk
!Genitiv
|[ˈpʌlˌvɛɐ̯ˀk]
|des Bingelkrauts
|[https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=bolv%C3%A6rk Quelle]
|der Bingelkräuter
|-
|-
!Englisch
!style="text-align:left"|3. Fall
|bulwark
!Dativ
|[ˈbʊlwɜːk] (UK) / [ˈbʊlwɝːk] (US)
|dem Bingelkraut
|[https://www.oed.com/dictionary/bulwark_n Quelley]
|den Bingelkräutern
|-
|-
!Niederländisch
!style="text-align:left"|4. Fall
|bolwerk
!Akkusativ
|[ˈbɔlʋɛrk]
|das Bingelkraut
|[https://www.vandale.nl/gratis-woordenboek/nederlands/betekenis/bolwerk Quelle]
|die Bingelkräuter
|-
|-
!Norwegisch
|}
|bolverk
 
|[ˈbuːlværk]
</br>
|[https://ordbokene.no/bm,nn/search?q=bolverk Quelle]
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Bingelkraut | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bingelkraut''''' ]]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=Info - Bingelkraut=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bingelkraut|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bingelkraut''''' ]]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bingelkraut''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| Das Bingelkraut gehört zur Pflanzengruppe der Wolfsmilchgewächse; ahd. ''bungo'', mhd. ''bunge'' = Knolle
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Waldbingelkraut
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Die frischen Blätter der Pflanze sind giftig. Getrocknet hingegen werden den Blättern heilende Wirkungen bei verschiedenen Krankheiten zugesprochen. Mehr zum ''Bingelkraut'' findest du auf verschiedenen Biologie-Seiten im Internet, so z. B.
|-
|-
!Schwedisch
|
|bålverk
|[https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/bingelkraut Botanikus], [https://heilkraeuter.de/lexikon/bingelkraut.htm Heilkräuter.de], [https://www.digitalefolien.de/biologie/pflanzen/frueh/waldbi.html#fotos Mediendatenbank Biologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bingelkr%C3%A4uter Wikipedia].
|[ˈboːlværk]
|[https://svenska.se/saob/?id=B_4533-0215.1 Quelle]
|-
|-
!Französisch
|}
|boulevard
 
|[buləvaʁ]
==Unikales Morphem ?==
|[https://www.cnrtl.fr/definition/boulevard Quelle]
|-
!Spanisch
|baluarte
|[baluˈaɾte]
|[https://dle.rae.es/baluarte Quelle]
|-
!Italienisch
|baluardo
|[baluˈardo]
|[https://www.treccani.it/vocabolario/baluardo/ Quelle]
|-
!Portugiesisch
|baluarte
|[baluˈaɾtɨ]
|[https://dicionario.priberam.org/baluarte Quelle]
|-
!Polnisch
|bulwar
|[ˈbulvar]
|[https://sjp.pwn.pl/slowniki/bulwar.html Quelle]
|-
!Russisch
|бульвар (bulvar)
|[bʊlʲˈvar]
|[https://gramota.ru/slovari/dic/?word=%D0%B1%D1%83%D0%BB%D1%8C%D0%B2%D0%B0%D1%80 Quelle]
|-
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Obwohl eine historische Verbindung zu ''Bohle'' besteht, tritt das Morphem ''boll'' heute nicht mehr als eigenständiges Wort auf. Das Morphem ''boll'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen sondern nur in Verbindung mit dem Grundwort ''werk'' vor.
| colspan="2" |Das Morphem ''bingel'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen sondern nur in Verbindung mit dem Grundwort ''Kraut'' vor.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''boll'' in der Wortbildung ''Bollwerk'' wird daher  <span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet.
|Das Morphem ''bing'' bzw. ''bingel'' kommt in dieser Bedeutung ist <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.740: Zeile 1.677:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Bollwerk DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bollwerk Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03524 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B04528 Grimm-2], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04027 Goethe];), [https://www.zdl.org/?q=Bollwerk ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Bollwerk Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Bollwerk Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://www.dwds.de/wb/Bingelkraut DWDS],
 
[https://de.wiktionary.org/wiki/Bingelkraut Wiktionary],
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (siehe hier  
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B02659 Adelung] mit einer veralteten Annahme zur Herkunft),
[https://www.zdl.org/?q=Bingelkraut ZDL]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Bingelkr%C3%A4uter Wikipedia],
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Bingelkraut Duden-online] (nicht werbefrei)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


<br>
<br>
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----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bollwerk|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bollwerk''''' ]]
|[[Bingelkraut|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bingelkraut''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----
----
= Bottich =
= Bickbeere =
__TOC__
__TOC__


Zeile 1.758: Zeile 1.702:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht vermutlich auf mittellateinisch ''butica'' („Gefäß, Fass“) oder auf lateinisch ''apothēca'' („Aufbewahrungsort, Lagerraum“) zurück. Im Mittelalter entwickelte sich daraus die Form ''boteche'', aus der schließlich das heutige Wort ''Bottich'' entstand.
|Der erste Bestandteil ''Bick'' geht vermutlich auf das niederdeutsche Wort ''pik'' (= Pech) zurück. Damit wird auf die dunkle, fast schwarze Farbe der Beeren hingewiesen.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Diese Beere wird je nach Region unterschiedlich benannt:
|-
|''Blaubeere, Heidelbeere, Heubeere (süddeutsch), Mollbeere, Moosbeere, Schwarzbeere, Staulbeere (Pfalz), Waldbeere, Wildbeere, Zeckbeere''
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Bottich''==
==Hinweise zum Wort ''Bickbeere''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Fass, größerer Behälter (meist aus Holz oder Kunststoff)
|Heidelbeere, Schwarzbeere
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Wir sammeln Regenwasser in einem großen Bottich.''
|''Im Herbst sammeln wir Bickbeeren.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum
|'''Wortart:''' Substantiv, feminin


'''Worttrennung:''' Bot·tich
'''Worttrennung:''' Bick·bee·re


'''Aussprache:''' [ˈbɔtɪç]
'''Aussprache:''' [ˈbɪkˌbeːʁə]
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.781: Zeile 1.730:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv [https://www.dwds.de/wb/Bottich ''Bottich''] ist männlich.
Das Substantiv ''Bickbeere'' ist feminin. Alle Fälle in der Einzahl (Singular) entsprechen dem Grundwort. In allen Fällen der Mehrzahl (Plural) wird an die Grundform ein ''e'' angehängt.
</div>
</div>


Zeile 1.792: Zeile 1.741:
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|der Bottich
|die Bickbeere
|die Bottich'''<u>e</u>'''
|die Bickbeeren
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|des Bottich'''<u>s</u>'''
|der Bickbeere
|der Bottich'''<u>e</u>'''
|der Bickbeeren
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|dem Bottich
|der Bickbeere
|den Bottich'''<u>en</u>'''
|den Bickbeeren
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|den Bottich
|die Bickbeere
|die Bottich'''<u>e</u>'''
|die Bickbeeren
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.815: Zeile 1.764:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Bottich | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bottich''''' ]]
|[[Info - Bickbeere | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bickbeere''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 1.821: Zeile 1.770:


----
----
= Info - Bottich =
=Info - Bickbeere=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bottich|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bottich''''' ]]
|[[Bickbeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bickbeere''''' ]]
|}
|}
----
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bottich''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bickbeere''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Die Herkunft des Wortes ist nicht eindeutig geklärt:
| agr. πίσσα (pissa), lat. pix, 8. Jh. ahd. peh, mhd. pech, bech = Pech; niederdeutsch ''bikbēre'', ''pik'' = Pech; damit wird auf die dunkle, fast schwarze Farbe der Beeren hingewiesen.
 
# griech. ''apothḗkē'' (ἀποθήκη) lat. ''apothēca'' = Aufbewahrungsort, Lagerraum (vgl. ''Apotheke'')
# mlat. ''butica'' = Gefäß, Behälter → ahd. ''botega'' → mhd. ''boteche''
 
Aus diesen Formen entwickelte sich im Neuhochdeutschen das Wort ''Bottich''.
|-
|
|[https://www.dwds.de/wb/B%C3%B6ttcher Böttcher], [https://www.dwds.de/wb/B%C3%BCtte Bütte]: <abbr>mnd.</abbr> bȫde, bōde (= [https://www.dwds.de/wb/B%C3%BCtte#etymwb-1 Bütte]) → 13. Jh. <abbr>mnd.</abbr> bȫdeker, 15. Jh. <abbr>frühnhd.</abbr> (<abbr>md.</abbr>) botticher, büttiger; kein etymologischer Zusammenhang zu [https://www.dwds.de/wb/Bottich Bottich]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
| -
|Bickbeerenstrauch, Bickbeerenpflanze
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|
| -
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Bottich'' gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die ursprünglich einen Aufbewahrungsort oder Behälter bezeichneten. Dazu gehört auch das Wort ''Apotheke'', das ursprünglich „Lagerraum“ bedeutete.
|Die ''Bickbeere'' ist eine regionale Bezeichnung für die bekannte ''Heidelbeere'' (''Vaccinium myrtillus''). Siehe hierzu die Beschreibung im [https://klexikon.zum.de/wiki/Heidelbeere Kinderlexion] und auf der Seite [https://essen-wissen.de/wissen/heidelbeere/ essen-wissen.de].
 
|-
Heute bezeichnet ''Bottich'' meist einen großen offenen Behälter, häufig aus Holz oder Kunststoff.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bott'' im Wort Bottich kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und in keiner weiteren Wortbildung vor.
| colspan="2" |Das Wort ''Bickbeere'' besteht aus den Bestandteilen ''Bick'' und ''Beere''. Das Morphem ''bick'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und auch in keiner weiteren Wortbildung vor.
Einen etymologischen Zusammenhang zum Wort [https://www.dwds.de/wb/B%C3%B6ttcher#etymwb-1 ''Böttcher''] gibt es nicht.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortbestandteil ''bott'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|Das Morphem ''bick'' muss daher <span style="color:green">'''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.867: Zeile 1.806:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Bottich DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bottich Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03634 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B08745 Grimm-Wörterbuch]), [https://www.zdl.org/?q=Bottich ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bottich Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Bottich Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://www.dwds.de/wb/Bickbeere DWDS]
[https://de.wiktionary.org/wiki/Heidelbeere Wiktionary]
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B02440 Adelung])
[https://www.zdl.org/?q=Bickbeere ZDL]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Heidelbeere Wikipedia]
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Bickbeere Duden-online]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Zeile 1.874: Zeile 1.819:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bottich|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bottich''''' ]]
|[[Bickbeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bickbeere''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 1.880: Zeile 1.825:


----
----
= bräsig =
= Bollwerk =
__TOC__
__TOC__


Zeile 1.886: Zeile 1.831:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort kommt aus der niederdeutschen Sprache und bedeutete ursprünglich ''kräftig, wohlgenährt''.
|Das Wort wurde zum Ende des Mittelalters aus der niederdeutschen Sprache übernommen. Es ist eine Zusammensetzung aus ''Bohle'' und ''Werk''.
 
Als ''bole'' bzw. ''bolle'' bezeichnete man früher ein dickes Holzbrett bzw. einen Baumstamm. Hieraus entwickelte sich später das Wort ''Bohle'' (= sehr starkes Brett).
 
Das ''Bollwerk'' war also ursprünglich ein Schutzbau aus Holzbohlen.
|-
|
|Zunächst bezeichnete man so ein mit Erde und Holzstämmen befestigtes Ufer. Später wurde der Begriff auch im militärischen Sinne für eine Befestigungsanlage verwendet.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|
|Das Wort ''bräsig'' galt lange Zeit als veraltet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird es in Norddeutschland wieder verstärkt benutzt. Es drückt ein ''langweiliges, wenig flexibles'' und ''schwerfälliges'' Verhalten einer Person aus.
|Heute wird das Wort auch im übertragenen Sinn gebraucht, etwa als ''Bollwerk gegen den Krieg'' oder ''ein Bollwerk des Friedens''.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Vergleichbare Bedeutungen finden sich auch in norddeutschen Dialekten, z. B. mecklenburgisch ''brœsig'', westfälisch: ''bræsig.'' In den meisten Wörterbüchern wird ''bräsig'' mit ''träge'' übersetzt, z. B. niederländisch: ''traag'', schwedisch ''trög'', norwegisch: ''treg'' oder dänisch ''træg''.
|Das mittelhochdeutsche Wort ''bollwerc'' findet sich auch in nordgermanischen Sprachen.
|-
|-
|}
|
 
{| class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;margin:auto"
==Hinweise zum Wort ''bräsig''==
! style="width: 34% " |Sprache
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
! style="width: 33% " | Bollwerk
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
! style="width: 33% " |Aussprache
|schwerfällig, träge; begriffsstutzig, langweilig
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Sie saßen stundenlang auf der Bank und starrten bräsig auf das Treiben im Park.''
 
''Die Kinder hockten den ganzen Nachmittag bräsig auf dem Sofa und starrten auf ihr Handy.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' brä·sig
 
'''Aussprache:''' [ˈbrɛːzɪç]
|-
|-
|}
!Deutsch
 
|Bollwerk
==Wortformen==
|[ˈbɔlˌvɛʁk]
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''bräsig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!Dänisch
!style="width: 30%"|Komparativ
|bolværk
!style="width: 40%"|Superlativ
|[ˈpʌlˌvɛɐ̯ˀk]
|-
|-
|bräsig
!Englisch
|bräsiger
|bulwark
|am bräsigsten
|[ˈbʊlwɜːk] (UK) / [ˈbʊlwɝːk] (US)
|-
!Niederländisch
|bolwerk
|[ˈbɔlʋɛrk]
|-
!Norwegisch
|bolverk
|[ˈbuːlværk]
|-
!Schwedisch
|bålverk
|[ˈboːlværk]
|-
|}
|-
|-
|}
|}


</br>
==Hinweise zum Wort ''Bollwerk''==
----
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|[[Info - bräsig | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''bräsig''''' ]]
|a) Festung, Bauwerk zum Schutz gegen Feinde
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
b) Schutzbarriere, Landeplatz im Hafen
= Info - bräsig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[bräsig|'''zurück zur Wortgeschichte ''bräsig''''' ]]
|}
----
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''bräsig''==
c) übertragen: Einrichtung oder Maßnahme zum Schutz
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|niederdeutsch ''bräsig'' = wohlgenährt, kräftig; vermutlich zu einem niederdeutschen Wortstamm ''brās/bras'' mit der Bedeutung „schwer, voll, massig“. Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden. Heute wird ''bräsig'' vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet. Heute wird ''bräsig'' vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
|
|''a) Die Fundamente des mittelalterlichen Bollwerks sind noch immer gut zu erkennen.''
 
''b) Die Holzpfosten vor der Hafeneinfahrt sind ein guter Schutz bei stürmischer See.''
 
''c) Die große Demonstration war wie ein Bollwerk gegen die aufkeimende Ausländerfeindlichkeit.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortinfo:'''
|
|'''Wortart:''' Substantiv, Neutrum
|-
 
|'''Interessantes:'''
'''Worttrennung:''' Boll·werk
|1978 bis 1980 lief im NDR bzw. ARD eine Fernsehserie nach einer Romanvorlage von [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Reuter Fritz Reuter] mit dem Namen [https://de.wikipedia.org/wiki/Onkel_Br%C3%A4sig Onkel Bräsig].
|}


==Unikales Morphem ?==
'''Aussprache:''' [ˈbɔlˌvɛʁk]
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Der Morphem ''bräs'' im Adjektiv ''bräsig'' kommt nicht isoliert vor. Hiervon gib es auch keine weiteren Wortbildungen.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Bestandteil ''bräs'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Bollwerk'' ist sächlich.
</div>


==Belege/Quellen==
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
 
!style="width: 14%"|
[https://www.dwds.de/wb/bräsig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/bräsig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B04963 Grimm-2], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B04821 MeckWB], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=B04790 WWb]), [https://www.zdl.org/?q=bräsig ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Onkel_Br%C3%A4sig Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/braesig Duden-online] (nicht werbefrei)
!style="width: 20%"|
 
!style="width: 33%"|Singular
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|das Bollwerk
|die Bollwerke
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Bollwerks
|der Bollwerke
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Bollwerk
|den Bollwerken
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|das Bollwerk
|die Bollwerke
|-
|}


<br>
</br>
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[bräsig|'''zurück zur Wortgeschichte ''bräsig''''' ]]
|[[Info - Bollwerk | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bollwerk''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 1.989: Zeile 1.947:


----
----
 
= Info - Bollwerk =
=Bräutigam=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bollwerk|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bollwerk''''' ]]
|}
----
__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bollwerk''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Im frühen Mittelalter hieß der zukünftige Ehemann ''brūtigomo''. Im ersten Teil des Wortes ''brut'' kannst du unser heutiges Wort ''Braut'' wiederfinden. Der zweite Teil ist auf das althochdeutsche Wort für Mann = ''gomo'' zurückzuführen. Dieses Wort ist mit dem lateinischen Wort ''homo'' (= Mensch, Mann) verwandt.


Das alte Wort ''gome'' gibt es heute nicht mehr. Es wurde schon früh im deutschsprachigen Raum durch ''Mann'' ersetzt.
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|13. Jh. mhd. bollwerc, 14. Jh. mnd. bolwerk
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Abwehrbollwerk Abwehrbollwerk],
[https://www.dwds.de/wb/Felsbollwerk Felsbollwerk], 
[https://www.dwds.de/wb/Felsenbollwerk Felsenbollwerk],
[https://www.dwds.de/wb/Festungsbollwerk Festungsbollwerk],
[https://www.dwds.de/wb/Grenzbollwerk Grenzbollwerk],
[https://www.dwds.de/wb/Inselbollwerk Inselbollwerk]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Bollwerk'' gehört ursprünglich zur Sprache des Festungsbaus. Es bezeichnete eine starke Befestigungsanlage aus Erde, Holz oder Stein zum Schutz gegen Angriffe.
 
Heute wird das Wort häufig auch im übertragenen Sinn verwendet, etwa in Wendungen wie ''Bollwerk gegen den Extremismus'', ''Bollwerk der Demokratie'' oder ''Bollwerk des Friedens''. Damit ist eine starke Schutzfunktion gegen eine Bedrohung gemeint.
|}
|}
== Fremdsprachen ==
==Fremdsprachen==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
Das niederdeutsche bzw. niederländische Wort wurde in mehreren Fremdsprachen übernommen. Hier einige Beispiele:
{| class="wikitable sortable  mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto"
|+ Ableitungen vom ndd. ''bolwerc'' bzw. nl. ''bolwerk'' in andere Sprachen
! Sprache
! Bollwerk
! Aussprache
! Quelle
|-
|-
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
!Deutsch
|Das alte Wort ''brūtigomo'' findest du auch in anderen germanischen Sprachen wieder.
|Bollwerk
|[ˈbɔlˌvɛʁk]
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Bollwerk Quelle]
|-
|-
|
!Dänisch
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto;"
|bolværk
! style="width: 22% " | Sprache
|[ˈpʌlˌvɛɐ̯ˀk]
! style="width: 22% " | Wort
|[https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=bolv%C3%A6rk Quelle]
! style="width: 22% " | Aussprache
! style="width: 34% " | Quelle
|-
|-
|Dänisch
!Englisch
|brudgom
|bulwark
|[ˈbʁuðˌkʌm]
|[ˈbʊlwɜːk] (UK) / [ˈbʊlwɝːk] (US)
|[https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=brudgom Den Danske Ordbog]
|[https://www.oed.com/dictionary/bulwark_n Quelley]
|-
|-
|Isländisch
!Niederländisch
|brúðgumi
|bolwerk
|[ˈpruːðkʏmɪ]
|[ˈbɔlʋɛrk]
|[https://islenskordabok.arnastofnun.is/ord/7042 Íslensk orðabók]
|[https://www.vandale.nl/gratis-woordenboek/nederlands/betekenis/bolwerk Quelle]
|-
|-
|Englisch
!Norwegisch
|bridegroom
|bolverk
|[ˈbɹaɪdɡɹuːm]
|[ˈbuːlværk]
|[https://www.oxfordlearnersdictionaries.com/definition/english/bridegroom Oxford Learner’s]
|[https://ordbokene.no/bm,nn/search?q=bolverk Quelle]
|-
|-
|Niederländisch
!Schwedisch
|bruidegom
|bålverk
|[ˈbrœy̯dəɣɔm]
|[ˈboːlværk]
|[https://www.vandale.nl/gratis-woordenboek/nederlands/betekenis/bruidegom Van Dale]
|[https://svenska.se/saob/?id=B_4533-0215.1 Quelle]
|-
!Französisch
|boulevard
|[buləvaʁ]
|[https://www.cnrtl.fr/definition/boulevard Quelle]
|-
!Spanisch
|baluarte
|[baluˈaɾte]
|[https://dle.rae.es/baluarte Quelle]
|-
!Italienisch
|baluardo
|[baluˈardo]
|[https://www.treccani.it/vocabolario/baluardo/ Quelle]
|-
!Portugiesisch
|baluarte
|[baluˈaɾtɨ]
|[https://dicionario.priberam.org/baluarte Quelle]
|-
|-
|Norwegisch
!Polnisch
|brudgom
|bulwar
|[ˈbrʉːdɡʊm]
|[ˈbulvar]
|[https://ordbokene.no/brudgom Bokmålsordboka]
|[https://sjp.pwn.pl/slowniki/bulwar.html Quelle]
|-
|-
|Schwedisch
!Russisch
|brudgum
|бульвар (bulvar)
|[ˈbrʉːdɡɵm]
|[bʊlʲˈvar]
|[https://svenska.se/so/?id=11029 Svensk Ordbok]
|[https://gramota.ru/slovari/dic/?word=%D0%B1%D1%83%D0%BB%D1%8C%D0%B2%D0%B0%D1%80 Quelle]
|}
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Bräutigam''==
==Unikales Morphem ?==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| colspan="2" |Obwohl eine historische Verbindung zu ''Bohle'' besteht, tritt das Morphem ''boll'' heute nicht mehr als eigenständiges Wort auf. Das Morphem ''boll'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen sondern nur in Verbindung mit dem Grundwort ''werk'' vor.
|zukünftiger Ehemann
|-
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|'''Beispielsatz:'''
|Das Morphem ''boll'' in der Wortbildung ''Bollwerk'' wird daher  <span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet.
|''Die Braut und der Bräutigam gehen gemeinsam zum Altar.''
|-
|- style="vertical-align:top;"
|}
|'''Wortinfo:'''
 
|'''Wortart:''' Nomen: der Bräutigam
[[#top | Seitenanfang]]<br>


'''Worttrennung:''' Bräu-ti-gam
==Belege/Quellen==


'''Aussprache:''' [ˈbʁɔʏ̯tɪɡaːm]
[https://www.dwds.de/wb/Bollwerk DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bollwerk Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03524 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B04528 Grimm-2], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04027 Goethe];), [https://www.zdl.org/?q=Bollwerk ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Bollwerk Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Bollwerk Duden-online] (nicht werbefrei)
|-
|}


==Wortformen==
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
<div style="font-size:1.2em">
Das Grundwort ''Bräutigam'' bezeichnet einen Mann kurz vor oder während der Hochzeit. 
In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''e'' angehängt. Für den Dativ sind im Singular zwei Varianten möglich. Im Plural wird ''en'' ergänzt
</div>


{| class="wikitable" style="width: 65%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
<br>
!style="width: 14%"|
----
!style="width: 20%"|
{| style="width: 100%; text-align:center;"
!style="width: 41%"|Singular
|[[Bollwerk|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bollwerk''''' ]]
!style="width: 25%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Bräutigam'''<u>s</u>'''
|der Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Bräutigam, dem Bräutigam'''<u>e</u>'''
|den Bräutigam'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Bräutigam| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bräutigam''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----
=Info - Bräutigam=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bräutigam|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bräutigam''''']]
|}
----
----
= Bottich =
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bräutigam''==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|
|Das Wort geht vermutlich auf mittellateinisch ''butica'' („Gefäß, Fass“) oder auf lateinisch ''apothēca'' („Aufbewahrungsort, Lagerraum“) zurück. Im Mittelalter entwickelte sich daraus die Form ''boteche'', aus der schließlich das heutige Wort ''Bottich'' entstand.
*'''Braut:''' germ. *brudi–, ahd. mhd. brūt
|-
*'''Mann/-gam:''' ie. *dhghem = Erde, germ. *guman-, ahd. gomo, mhd. gome; verwandt mit lat. homo
|}
*'''Bräutigam:''' germ. *brūdigumōn, ahd. brūtigomo, mhd. bruitegume
 
==Hinweise zum Wort ''Bottich''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Fass, größerer Behälter (meist aus Holz oder Kunststoff)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Jubelbr%C3%A4utigam Jubelbräutigam], [https://www.dwds.de/wb/Seelenbr%C3%A4utigam Seelenbräutigam], [https://www.dwds.de/wb/Silberbr%C3%A4utigam Silberbräutigam]; veraltet: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07472 Bräutigamsabend], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07473 Bräutigamsgabe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07474 Bräutigamsliebe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07475 Bräutigamsprobe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07476 Bräutigamsthaler],
|''Wir sammeln Regenwasser in einem großen Bottich.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortinfo:'''
| -
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Interessantes:'''
'''Worttrennung:''' Bot·tich
|Wenn du mehr über die Heirat erfahren möchtest, wie die Hochzeitszeremonie in den verschiedenen Religionen abläuft? Viele Antworten auf diese Fragen findest du auf der Internetseite [https://www.religionen-entdecken.de/suche?qtype=frage&suche=Heirat&religion=All Religionen entdecken].
 
'''Aussprache:''' [ˈbɔtɪç]
|-
|-
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Wortformen==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
<div style="font-size:1.2em">
| colspan="2" |Das Morphem ''bräut'' ist eine Umlautableitung von ''Braut'' (Allomorphie). Das Morphem ''braut'' kommt isoliert und in vielen Wortbildungen vor.
Das Substantiv [https://www.dwds.de/wb/Bottich ''Bottich''] ist männlich.
|-
</div>
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
 
|Das Morphem ''bräut/braut'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Bottich
|die Bottich'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Bottich'''<u>s</u>'''
|der Bottich'''<u>e</u>'''
|-
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''gam'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. In Wortbildungen kommt das Wort nur gemeinsam mit dem Erstglied ''bräut'' vor.
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Bottich
|den Bottich'''<u>en</u>'''
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
!style="text-align:left"|4. Fall
|Das Morphem ''gam'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
!Akkusativ
|den Bottich
|die Bottich'''<u>e</u>'''
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Bottich | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bottich''''' ]]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


==Belege/Quellen==
----
 
= Info - Bottich =
[https://www.dwds.de/wb/Br%C3%A4utigam DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Br%C3%A4utigam Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03902 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05140 Grimm-2], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04345 Goethe]; für Regiolekte: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B06970 Rheinisches WB], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B04957 Mecklenburgisches WB], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B05781 Pfälzisches WB], [https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/shwb/entry/Br%C3%A4utigam Südhessisches WB]; veraltete Wörter: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07471 Campe] ), [https://www.zdl.org/?q=Br%C3%A4utigam ZDL]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bräutigam|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bräutigam''''']]
|[[Bottich|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bottich''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
----
= Brombeere =
__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bottich''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Die ''Brombeere'' hieß im Mittelalter ''brāmberi''. Im ersten Teil des Wortes steckt das althochdeutsche Wort ''brāmo''. Das bedeutete „Dornenstrauch“. Der zweite Teil des Wortes (''beri'') ist die Beere. Die ''brāmberi'' ist demnach die ''Beere'', die an einem ''Dornenstrauch'' wächst.
|Die Herkunft des Wortes ist nicht eindeutig geklärt:
 
# griech. ''apothḗkē'' (ἀποθήκη) → lat. ''apothēca'' = Aufbewahrungsort, Lagerraum (vgl. ''Apotheke'')
# mlat. ''butica'' = Gefäß, Behälter → ahd. ''botega'' → mhd. ''boteche''
 
Aus diesen Formen entwickelte sich im Neuhochdeutschen das Wort ''Bottich''.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|
|Die ''Brombeere'' ist keine richtige Beere. In der Biologie gehört diese Frucht zur Gruppe der ''Steinfrüchte''. Wenn du genau wissen willst, warum das so ist, dann findest du im [https://klexikon.zum.de/wiki/Brombeere Kinderlexikon] eine verständliche Beschreibung.
|[https://www.dwds.de/wb/B%C3%B6ttcher Böttcher], [https://www.dwds.de/wb/B%C3%BCtte Bütte]: <abbr>mnd.</abbr> bȫde, bōde (= [https://www.dwds.de/wb/B%C3%BCtte#etymwb-1 Bütte]) → 13. Jh. <abbr>mnd.</abbr> bȫdeker, 15. Jh. <abbr>frühnhd.</abbr> (<abbr>md.</abbr>) botticher, büttiger; kein etymologischer Zusammenhang zu [https://www.dwds.de/wb/Bottich Bottich]
|-
|- style="vertical-align:top;"
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|'''Wortbildungen:'''
|Das Wort ist auch in anderen germanischen Sprachen verbreitet, z. B. englisch ''bramble'' (Dornenstrauch) und niederländisch ''braam''.
| -
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Brombeere''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Brombeeren sind blau-schwarze Früchte, die an einem stacheligen Strauch wachsen.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Ableitungen:'''
|''Ich esse gerne Brombeeren mit Sahne.''
|
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Interessantes:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Femininum
|Das Wort ''Bottich'' gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die ursprünglich einen Aufbewahrungsort oder Behälter bezeichneten. Dazu gehört auch das Wort ''Apotheke'', das ursprünglich „Lagerraum“ bedeutete.


'''Worttrennung:''' Brom·bee·re
Heute bezeichnet ''Bottich'' meist einen großen offenen Behälter, häufig aus Holz oder Kunststoff.
|}


'''Aussprache:''' [ˈbʁɔmˌbeːʁə]
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bott'' im Wort Bottich kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und in keiner weiteren Wortbildung vor.
Einen etymologischen Zusammenhang zum Wort [https://www.dwds.de/wb/B%C3%B6ttcher#etymwb-1 ''Böttcher''] gibt es nicht.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortbestandteil ''bott'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
[[#top | Seitenanfang]]<br>
<div style="font-size:1.2em">
 
Das Substantiv ''Brombeere'' ist weiblich. Alle Wortformen in der Einzahl entsprechen dem Grundwort. Alle Pluralformen haben als Zusatz am Ende den Buchstaben ''n''.
==Belege/Quellen==
</div>
 
[https://www.dwds.de/wb/Bottich DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bottich Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03634 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B08745 Grimm-Wörterbuch]), [https://www.zdl.org/?q=Bottich ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bottich Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Bottich Duden-online] (nicht werbefrei)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
<br>
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|die Brombeere
|die Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|der Brombeere
|der Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|der Brombeere
|den Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|die Brombeere
|die Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
|}
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''weitere Beeren und Früchte auf [[Hauptseite|rechtschreibwiki.de]]: ''[[Himbeere]], [[Moltebeere]]'''''
|[[Bottich|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bottich''''' ]]
[[Info - Brombeere |'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Brombeere''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Info - Brombeere =
= bräsig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brombeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brombeere''''' ]]
|}
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__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Brombeere''==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|
|Das Wort kommt aus der niederdeutschen Sprache und bedeutete ursprünglich ''kräftig, wohlgenährt''.
:ie. *bhrem-, *bhrom- = borstig, Dorn → ahd. ''brāmo'', ''brāma'' → mhd. ''brāme'' = Dornenstrauch 
|-
:ie. *bhā-, *bhō- = glänzen → ahd. ''beri'' → nhd. ''Beere''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
:10. Jh. ahd. ''brāmberi'', mhd. ''brāmber''
|Das Wort ''bräsig'' galt lange Zeit als veraltet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird es in Norddeutschland wieder verstärkt benutzt. Es drückt ein ''langweiliges, wenig flexibles'' und ''schwerfälliges'' Verhalten einer Person aus.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Vergleichbare Bedeutungen finden sich auch in norddeutschen Dialekten, z. B. mecklenburgisch ''brœsig'', westfälisch: ''bræsig.'' In den meisten Wörterbüchern wird ''bräsig'' mit ''träge'' übersetzt, z. B. niederländisch: ''traag'', schwedisch ''trög'', norwegisch: ''treg'' oder dänisch ''træg''.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''bräsig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|schwerfällig, träge; begriffsstutzig, langweilig
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
|sh. Wörterliste
|''Sie saßen stundenlang auf der Bank und starrten bräsig auf das Treiben im Park.''
 
''Die Kinder hockten den ganzen Nachmittag bräsig auf dem Sofa und starrten auf ihr Handy.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortinfo:'''
| –
|'''Wortart:''' Adjektiv
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Interessantes:'''
'''Worttrennung:''' brä·sig
|Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Brombeere_(Frucht) ''Brombeere''] ist keine echte Beere, sondern – wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Himbeere ''Himbeere''], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kratzbeere Kratzbeere] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Moltebeere ''Moltebeere''] – eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Sammelsteinfrucht Sammelsteinfrucht].


Viele Bilder zur Brombeere findest du z. B. auf [https://www.grundschulmaterial.de/medien/p/1/?q=brombeere grundschulmaterial.de]. Dort sind auch Unterrichtsmaterialien, Bilder und Arbeitsblätter von Beeren und Früchten
'''Aussprache:''' [ˈbrɛːzɪç]
|-
|}
|}


==Wörterliste==
==Wortformen==
{| class="wikitable" style="width: 100%; margin:auto"
<div style="font-size:1.2em">
|+Wortbildungen mit ''Brombeere'' als Erstglied (Bestimmungswort)
Das Wort ''bräsig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
! style="width: 10%;" |Pflanze und Pflanzenteile
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeerblatt Brombeerblatt], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerbusch Brombeerbusch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergerank Brombeergerank], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergesträuch Brombeergesträuch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergestrüpp Brombeergestrüpp], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerhecke Brombeerhecke], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerpflanze Brombeerpflanze], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerranke Brombeerranke], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerstrauch Brombeerstrauch]
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|-
!Tiere (leben an/mit der Pflanze)
|bräsig
|-
|bräsiger
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeergallmilbe Brombeergallmilbe], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerperlmuttfalter Brombeerperlmuttfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeer-Perlmuttfalter Brombeer-Perlmuttfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerspinner Brombeerspinner], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerzipfelfalter Brombeerzipfelfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeer-Zipfelfalter Brombeer-Zipfelfalter]
|am bräsigsten
|-
!Lebensmittel und Produkte aus der Frucht
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeercreme Brombeercreme], [https://www.dwds.de/wb/Brombeereis Brombeereis], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerfruchtsaft Brombeerfruchtsaft], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergelee Brombeergelee], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkompott Brombeerkompott], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkonfitüre Brombeerkonfitüre], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkuchen Brombeerkuchen], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerlikör Brombeerlikör], [https://www.dwds.de/wb/Brombeermarmelade Brombeermarmelade], [https://www.dwds.de/wb/Brombeermilch Brombeermilch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeersaft Brombeersaft], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerscherbett Brombeerscherbett], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerschnee Brombeerschnee], [https://www.dwds.de/wb/Brombeersirup Brombeersirup], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerwein Brombeerwein]
|-
!sonstiges (Eigenschaften, übertragene Bedeutung)
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeeraroma Brombeeraroma], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerton Brombeerton], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkoalition Brombeerkoalition]
|-
|}
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''brom'' (aus ahd. ''brāmo'' = Dornenstrauch) kommt nicht isoliert und in Wortbildungen nur zusammen mit dem Letztglied Beere (Brombeere).
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''brom'' muss daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
</br>
 
----
==Belege/Quellen==
{| style="width: 100%; text-align:center;"
 
|[[Info - bräsig | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''bräsig''''' ]]
[https://www.dwds.de/wb/Brombeere DWDS] 
|}
[https://de.wiktionary.org/wiki/Brombeere Wiktionary] 
{{WörterABC-Tabelle}}
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
__INDEX__
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B20605 Grimm-Wörterbuch]) 
[https://www.zdl.org/?q=Brombeere ZDL] 
[https://de.wikipedia.org/wiki/Brombeere Wikipedia] 
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Brombeere Duden-online] (nicht werbefrei)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


<br>
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= Info - bräsig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brombeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brombeere''''' ]]
|[[bräsig|'''zurück zur Wortgeschichte ''bräsig''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
----
= Brösel =
__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''bräsig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''brōs(a)ma'' zurück und gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''Brosame''. Es bezeichnet ursprünglich etwas „Zerkrümeltes“ oder „Zerriebenes“.
|niederdeutsch ''bräsig'' = wohlgenährt, kräftig; vermutlich zu einem niederdeutschen Wortstamm ''brās/bras'' mit der Bedeutung „schwer, voll, massig“. Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden. Heute wird ''bräsig'' vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet. Heute wird ''bräsig'' vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| –
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| –
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|'''Interessantes:'''
|''Brösel'' wird vor allem umgangssprachlich verwendet und bezeichnet kleine Stückchen von Brot, Kuchen oder anderen trockenen Lebensmitteln. Häufig wird auch das Verb ''bröseln'' verwendet.
|1978 bis 1980 lief im NDR bzw. ARD eine Fernsehserie nach einer Romanvorlage von [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Reuter Fritz Reuter] mit dem Namen [https://de.wikipedia.org/wiki/Onkel_Br%C3%A4sig Onkel Bräsig].
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Der Morphem ''bräs'' im Adjektiv ''bräsig'' kommt nicht isoliert vor. Hiervon gib es auch keine weiteren Wortbildungen.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Bestandteil ''bräs'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Brösel''==
[[#top | Seitenanfang]]<br>
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|kleines, trockenes Stückchen von Brot, Kuchen oder Gebäck; Krümel
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Auf dem Tisch lagen noch einige Brösel vom Kuchen.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum


'''Worttrennung:''' Brö·sel
==Belege/Quellen==


'''Aussprache:''' [ˈbrøːzl̩]
[https://www.dwds.de/wb/bräsig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/bräsig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B04963 Grimm-2], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B04821 MeckWB], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=B04790 WWb]), [https://www.zdl.org/?q=bräsig ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Onkel_Br%C3%A4sig Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/braesig Duden-online] (nicht werbefrei)
|-
|}


==Wortformen==
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Brösel'' ist männlich und wird häufig im Plural verwendet.
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
<br>
!style="width: 14%"|
----
!style="width: 20%"|
{| style="width: 100%; text-align:center;"
!style="width: 33%"|Singular
|[[bräsig|'''zurück zur Wortgeschichte ''bräsig''''' ]]
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Brösel
|die Brösel
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Brösels
|der Brösel
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Brösel
|den Bröseln
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Brösel
|die Brösel
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Brosame | '''weitere Informationen findest du beim Stichwort ''Brosame''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 2.392: Zeile 2.309:


----
----
= Brosame =
 
=Bräutigam=
__TOC__
__TOC__


Zeile 2.398: Zeile 2.316:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Ursprünglich bedeutete das althochdeutsche Wort ''brōsme'' „das Zerriebene, das Zerkrümelte“.
|Im frühen Mittelalter hieß der zukünftige Ehemann ''brūtigomo''. Im ersten Teil des Wortes ''brut'' kannst du unser heutiges Wort ''Braut'' wiederfinden. Der zweite Teil ist auf das althochdeutsche Wort für Mann = ''gomo'' zurückzuführen. Dieses Wort ist mit dem lateinischen Wort ''homo'' (= Mensch, Mann) verwandt.


Das Wort hat geschichtlich nichts mit dem Wort ''Brot'' zu tun, auch wenn später die Bedeutung auf zerbröckeltes Brot eingeengt wurde.
Das alte Wort ''gome'' gibt es heute nicht mehr. Es wurde schon früh im deutschsprachigen Raum durch ''Mann'' ersetzt.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|}
|Heute wird das Wort fast nur noch im Plural ''Brosamen'' verwendet. Es kommt häufig in festen Wendungen vor, z. B. ''die Brosamen aufsammeln'' oder ''mit Brosamen abgespeist werden''.
== Fremdsprachen ==
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Brosame''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|winziges Stück von zerbröckeltem Brot oder Gebäck; Krümel
Das Wort wird meist im Plural (''Brosamen'') und oft im übertragenen Sinn gebraucht.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Für mich bleiben nur die Brosamen übrig.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum
'''Worttrennung:''' Bro·sa·me
'''Aussprache:''' [ˈbroːzamə]
|-
|-
|}
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
 
|Das alte Wort ''brūtigomo'' findest du auch in anderen germanischen Sprachen wieder.
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Brosame'' ist männlich und wird meist im Plural verwendet.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
|
!Nominativ
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto;"
|der Brosame
! style="width: 22% " | Sprache
|die Brosamen
! style="width: 22% " | Wort
! style="width: 22% " | Aussprache
! style="width: 34% " | Quelle
|-
|Dänisch
|brudgom
|[ˈbʁuðˌkʌm]
|[https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=brudgom Den Danske Ordbog]
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
|Isländisch
!Genitiv
|brúðgumi
|des Brosamens
|[ˈpruːðkʏmɪ]
|der Brosamen
|[https://islenskordabok.arnastofnun.is/ord/7042 Íslensk orðabók]
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
|Englisch
!Dativ
|bridegroom
|dem Brosamen
|[ˈbɹaɪdɡɹuːm]
|den Brosamen
|[https://www.oxfordlearnersdictionaries.com/definition/english/bridegroom Oxford Learner’s]
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
|Niederländisch
!Akkusativ
|bruidegom
|den Brosamen
|[ˈbrœy̯dəɣɔm]
|die Brosamen
|[https://www.vandale.nl/gratis-woordenboek/nederlands/betekenis/bruidegom Van Dale]
|-
|-
|Norwegisch
|brudgom
|[ˈbrʉːdɡʊm]
|[https://ordbokene.no/brudgom Bokmålsordboka]
|-
|Schwedisch
|brudgum
|[ˈbrʉːdɡɵm]
|[https://svenska.se/so/?id=11029 Svensk Ordbok]
|}
|}
 
|-
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brösel|'''zur Wortgeschichte ''Brösel''''' ]]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Brosame | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Brosame''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----


= Info - Brosame =
==Hinweise zum Wort ''Bräutigam''==
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brosame''''' ]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|zukünftiger Ehemann
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Braut und der Bräutigam gehen gemeinsam zum Altar.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen: der Bräutigam
 
'''Worttrennung:''' Bräu-ti-gam
 
'''Aussprache:''' [ˈbʁɔʏ̯tɪɡaːm]
|-
|}
|}
----
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Brosame''==
==Wortformen==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
<div style="font-size:1.2em">
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
Das Grundwort ''Bräutigam'' bezeichnet einen Mann kurz vor oder während der Hochzeit. 
|ie. *bhrē̌us- = zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln → 8. Jh. ahd. ''brōs(a)ma'' → mhd. ''brosem(e)'', ''brosme'' → nhd. ''Brosame''
In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''e'' angehängt. Für den Dativ sind im Singular zwei Varianten möglich. Im Plural wird ''en'' ergänzt
</div>


16. Jh. Verkürzung von spätmhd. brosemlīn, frühnhd. bröslein → nhd. ''Brösel''
{| class="wikitable" style="width: 65%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
|- style="vertical-align:top;"
!style="width: 14%"|
|'''Wortbildungen:'''
!style="width: 20%"|
| [https://www.dwds.de/wb/Brosame '''Bosame'''] -  
!style="width: 41%"|Singular
[https://www.dwds.de/wb/Br%C3%B6sel '''Brösel''']: [https://www.dwds.de/wb/br%C3%B6selig bröselig], [https://www.dwds.de/wb/Brotbr%C3%B6sel Brotbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Kuchenbr%C3%B6sel Kuchenbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Semmelbr%C3%B6sel Semmelbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Speckbr%C3%B6sel Speckbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Tabakbr%C3%B6sel Tabakbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Zwiebackbr%C3%B6sel Zwiebackbrösel]
!style="width: 25%"|Plural
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Brösel Brösel], [https://www.dwds.de/wb/broseln broseln]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Eine gute Beschreibung zu ''Brösel'' und ''Brosamen'' findest du bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%BCmel Wikipedia].
 
Martin Luther verwendet den Begriff ''Brosamen'' in seiner Bibelübersetzung: [https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us15%2C27 Neues Testament, Mathäus 15,27]. In anderen Übersetzungen finden wir [https://www.bibeltv.de/bibelthek/E%C3%9C/mt-15-27 Brotkrumen], [https://bibeltext.com/matthew/15-27.htm Brosamlein], [https://www.bible.com/de/bible/73/MAT.15.HFA Krümel], [https://bibeltext.com/bairisch/matthew/15.htm Brootbrocken],
 
Die Stelle im Matthäus Evangelium in der Luther den hebräischen Begriff mit ''Brosame'' übersetzt ist aus verschiedenen Gründen interessant und für viele unverständlich und verwirrend: Jesus, der sich nur für ''an sein Volk'', die Juden wendet und ''die andern, Heiden'' mit Hunden vergleicht?!. Wer mehr zu dieser Bibelstelle und verschiedenen Erklärungen interessiert finden bei [https://www.gutefrage.net/frage/matthaeus-1527-die-kaanaeische-frau--jesus gutefrage.net] oder auf YouTube in der [https://www.youtube.com/watch?v=qu_hKsr2x2c Scetch-Bibel] interessante Interpretationen.
| -
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''Brosame'' lässt sich historisch in mehrere Bestandteile zerlegen (''bros'' + ''-ame''). Diese Bestandteile kommen heute nicht mehr als selbstständige Wörter vor. Das Morphem ''bros'' kommt mit Umlaut im Wort ''[[Brösel]]'' vor (Allomorphie).
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
!style="text-align:left"|1. Fall
|Das Morphem ''bros'' kommt nicht isoliert (wegen ''Bösel'') vor. Es ist daher <span style="color:red">'''kein nikales Morphem'''</span>.
!Nominativ
|der Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''ame'' ist Bestandteil des Wortes ''Brosame''. Es kommt nicht isoliert und nur in diesem Wort vor. Im Wort ''Brösel'' (mhd. brosemlin) ist dieses Morphem nicht mehr enthalten.
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Bräutigam'''<u>s</u>'''
|der Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Bräutigam, dem Bräutigam'''<u>e</u>'''
|den Bräutigam'''<u>en</u>'''
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
!style="text-align:left"|4. Fall
|Das Morphem ''ame'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
!Akkusativ
|den Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
</br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Brosame DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Brosame Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem  [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B04137 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04635 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05477 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Brosame ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Brosame Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Brosame Duden-online] (nicht werbefrei)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brösel''''' ]]
|[[Info - Bräutigam| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bräutigam''''']]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brosame''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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= Butzemann =
=Info - Bräutigam=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bräutigam|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bräutigam''''']]
|}
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__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bräutigam''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Das Wort ''butz'' oder ''Butze'' ist eine verkürzte Form von ''Butzemann''. Es kann auf das alte Wort ''bōzen'' = schlagen, stoßen, poltern zurückgeführt werden. Der ''Butzemann'' ist demnach ursprünglich ein ''Poltergeist'' oder ''Klopfgeist''.
|
|-
*'''Braut:''' germ. *brudi–, ahd. mhd. brūt
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
*'''Mann/-gam:''' ie. *dhghem = Erde, germ. *guman-, ahd. gomo, mhd. gome; verwandt mit lat. homo
|Der Name ''Butzemann'' ist heute vor allem durch das Kinderlied ''Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann'' bekannt. Die Figur erscheint darin als lustige, tanzende Gestalt und hat ihren ursprünglich unheimlichen Charakter weitgehend verloren.
*'''Bräutigam:''' germ. *brūdigumōn, ahd. brūtigomo, mhd. bruitegume
|-
|- style="vertical-align:top;"
|Bi-Ba-Butzemann
|'''Wortbildungen:'''
|Den Text, Noten und die Musikbeispiele findest du im Internet, zum Beispiel auf der Seite von [https://www.singkinderlieder.de/video/es-tanzt-ein-bi-ba-butzemann Sing-Kinderlieder] Labbe-Idee.
|[https://www.dwds.de/wb/Jubelbr%C3%A4utigam Jubelbräutigam], [https://www.dwds.de/wb/Seelenbr%C3%A4utigam Seelenbräutigam], [https://www.dwds.de/wb/Silberbr%C3%A4utigam Silberbräutigam]; veraltet: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07472 Bräutigamsabend], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07473 Bräutigamsgabe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07474 Bräutigamsliebe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07475 Bräutigamsprobe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07476 Bräutigamsthaler],  
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Butzemann''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Kobold, Waldgeist, Poltergeist; Figur, mit der Kinder erschreckt werden (Kinderschreck)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Ableitungen:'''
|''Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann in unserm Kreis herum, wi-di-bum.''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Interessantes:'''
|'''Wortart:''' Nomen, maskulin
|Wenn du mehr über die Heirat erfahren möchtest, wie die Hochzeitszeremonie in den verschiedenen Religionen abläuft? Viele Antworten auf diese Fragen findest du auf der Internetseite [https://www.religionen-entdecken.de/suche?qtype=frage&suche=Heirat&religion=All Religionen entdecken].
 
'''Worttrennung:''' But-ze-mann
 
'''Aussprache:''' [ˈbʊtsəˌman]
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
==Unikales Morphem ?==
<div style="font-size:1.2em">
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
Das Wort ''Butzemann'' ist ein Nomen. Es wird regelmäßig dekliniert.
| colspan="2" |Das Morphem ''bräut'' ist eine Umlautableitung von ''Braut'' (Allomorphie). Das Morphem ''braut'' kommt isoliert und in vielen Wortbildungen vor.
</div>
|-
 
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
|Das Morphem ''bräut/braut'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
!style="width: 14%"|
|-
!style="width: 20%"|
| colspan="2" |Das Morphem ''gam'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. In Wortbildungen kommt das Wort nur gemeinsam mit dem Erstglied ''bräut'' vor.
!style="width: 33%"|Singular
|-
!style="width: 33%"|Plural
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|-
|Das Morphem ''gam'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Butzemann
|die Butzemänner
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Butzemanns / Butzemannes
|der Butzemänner
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Butzemann
|den Butzemännern
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Butzemann
|die Butzemänner
|-
|-
|}
|}


</br>
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Br%C3%A4utigam DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Br%C3%A4utigam Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03902 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05140 Grimm-2], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04345 Goethe]; für Regiolekte: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B06970 Rheinisches WB], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B04957 Mecklenburgisches WB], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B05781 Pfälzisches WB], [https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/shwb/entry/Br%C3%A4utigam Südhessisches WB]; veraltete Wörter: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07471 Campe] ), [https://www.zdl.org/?q=Br%C3%A4utigam ZDL]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[Butzenscheibe|'''''Butzenscheibe''''' ]] und [[putzig|'''''putzig''''' ]]
|[[Bräutigam|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bräutigam''''']]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Butzemann| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Butzemann''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Brombeere =
__TOC__


= Info - Butzemann=
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[[Butzemann|'''zurück zur Wortgeschichte ''Butzemann''''']]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die ''Brombeere'' hieß im Mittelalter ''brāmberi''. Im ersten Teil des Wortes steckt das althochdeutsche Wort ''brāmo''. Das bedeutete „Dornenstrauch“. Der zweite Teil des Wortes (''beri'') ist die Beere. Die ''brāmberi'' ist demnach die ''Beere'', die an einem ''Dornenstrauch'' wächst.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Die ''Brombeere'' ist keine richtige Beere. In der Biologie gehört diese Frucht zur Gruppe der ''Steinfrüchte''. Wenn du genau wissen willst, warum das so ist, dann findest du im [https://klexikon.zum.de/wiki/Brombeere Kinderlexikon] eine verständliche Beschreibung.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Das Wort ist auch in anderen germanischen Sprachen verbreitet, z. B. englisch ''bramble'' (Dornenstrauch) und niederländisch ''braam''.
|-
|}
|}
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__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Butzemann''==
==Hinweise zum Wort ''Brombeere''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|mhd. ''butz(e)'' = Kobold, Schreckgestalt; verwandt mit ahd. ''bōʒen'' = stoßen, schlagen
|Brombeeren sind blau-schwarze Früchte, die an einem stacheligen Strauch wachsen.
 
''Butzemann'' = Zusammensetzung aus ''Butz'' (Schreckgestalt) + ''Mann'', beleg seit dem 15. Jh.
 
ursprüngliche Bedeutung: Poltergeist, Klopfgeist → später: Kinderschreck → heute oft spielerisch (Kinderlied)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
|verbutzen (landschaftlich ''verkleiden, vermummen'')
|''Ich esse gerne Brombeeren mit Sahne.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortinfo:'''
|Butz, putzig
|'''Wortart:''' Substantiv, Femininum
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Interessantes:'''
'''Worttrennung:''' Brom·bee·re
|Die Bedeutungsentwicklung zeigt eine typische Abschwächung: von einer unheimlichen Spukgestalt zu einer harmlosen Figur im Kinderlied.


Das Kinderlied ''Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann'' ist seit dem 19. Jahrhundert verbreitet und prägt die heutige Vorstellung stark.
'''Aussprache:''' [ˈbʁɔmˌbeːʁə]
|-
|-
|
|weitere Information bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Butzemann Wikipedia]; siehe auch [[Butzenscheibe]]
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Wortformen==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
<div style="font-size:1.2em">
| colspan="2" |Das Wort ''Butzemann'' lässt sich formal in die Bestandteile ''Butz'' und ''Mann'' zerlegen.
Das Substantiv ''Brombeere'' ist weiblich. Alle Wortformen in der Einzahl entsprechen dem Grundwort. Alle Pluralformen haben als Zusatz am Ende den Buchstaben ''n''.
</div>


Das Morphem ''butz'' kommt heute kaum noch isoliert in der Bedeutung „Kobold, Schreckgestalt“ vor. Es existiert nur noch in wenigen Ableitungen wie ''Butzemann'' oder ''verbutzen''. Vom Nomen ''Butz'' (<abbr>mhd.</abbr> butze = Poltergeistist) ist auch das Adjektiv ''putzig'' (= drollig, seit 18. Jh.).
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|die Brombeere
|die Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|der Brombeere
|der Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''butz'' kommt kommt (wenn auch nur selten) isoliert vor (''Butz, Butze'') und auch in Wortbildungen (wenn auch selten und nur regional) in verbutzen. Vom Grundwort ''Butz'' ist auch das Adjektiv ''putzig'' abgeleitet..
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|der Brombeere
|den Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
!style="text-align:left"|4. Fall
|Das Morphem ''butz'' ist daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
!Akkusativ
|die Brombeere
|die Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
</br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Butzemann DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Butzemann Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B06320 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Butzemann ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Butzemann Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Butzemann Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|siehe auch die Wortgeschichten [[Butzenscheibe|'''''Butzenscheibe''''' ]] und [[putzig|'''''putzig''''' ]]
|'''weitere Beeren und Früchte auf [[Hauptseite|rechtschreibwiki.de]]: ''[[Himbeere]], [[Moltebeere]]'''''  
|}
[[Info - Brombeere |'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Brombeere''''']]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Butzemann|'''zurück zur Wortgeschichte ''Butzemann''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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= Info - Brombeere =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brombeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brombeere''''' ]]
|}
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= Butzenscheibe =
__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Brombeere''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|
|Die ''Butzenscheibe'' ist eine runde, meist in Blei gefasste Glasscheibe. Charakteristisch ist die kleine Verdickung oder Wölbung in der Mitte.
:ie. *bhrem-, *bhrom- = borstig, Dorn → ahd. ''brāmo'', ''brāma'' → mhd. ''brāme'' = Dornenstrauch 
|-
:ie. *bhā-, *bhō- = glänzen → ahd. ''beri'' → nhd. ''Beere''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
:10. Jh. ahd. ''brāmberi'', mhd. ''brāmber''
|Butzenscheiben werden seit dem Mittelalter hergestellt (ab etwa dem 12. Jahrhundert). Der Begriff ''Butzen'' stammt vermutlich aus dem oberdeutschen Sprachraum und bedeutete ursprünglich ''Klumpen, Verdickung, rundes Gebilde''. Erst im 19. Jahrhundert wurde daraus die Bezeichnung ''Butzenscheibe'' üblich.
|- style="vertical-align:top;"
|-
|'''Wortbildungen:'''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|sh. Wörterliste
|Englisch: bull’s-eye glass; Französisch: verre en cul de bouteille; Niederländisch: butzensglas
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Butzenscheibe''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Runde, meist in Blei gefasste Glasscheibe mit einer kleinen Erhöhung in der Mitte.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Ableitungen:'''
|''Die alten Fenster der Kirche bestehen aus vielen kleinen Butzenscheiben.''
|
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Interessantes:'''
|'''Wortart:''' Nomen, feminin
|Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Brombeere_(Frucht) ''Brombeere''] ist keine echte Beere, sondern – wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Himbeere ''Himbeere''], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kratzbeere Kratzbeere] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Moltebeere ''Moltebeere''] – eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Sammelsteinfrucht Sammelsteinfrucht].


'''Worttrennung:''' But-zen-schei-be
Viele Bilder zur Brombeere findest du z. B. auf [https://www.grundschulmaterial.de/medien/p/1/?q=brombeere grundschulmaterial.de]. Dort sind auch Unterrichtsmaterialien, Bilder und Arbeitsblätter von Beeren und Früchten
 
'''Aussprache:''' [ˈbʊt͡sn̩ˌʃaɪ̯bə]
|-
|}
|}


==Wortformen==
==Wörterliste==
<div style="font-size:1.2em">
{| class="wikitable" style="width: 100%; margin:auto"
Das Wort ''Butzenscheibe'' ist ein Nomen. Es wird regelhaft dekliniert.
|+Wortbildungen mit ''Brombeere'' als Erstglied (Bestimmungswort)
</div>
! style="width: 10%;" |Pflanze und Pflanzenteile
 
|-
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeerblatt Brombeerblatt], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerbusch Brombeerbusch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergerank Brombeergerank], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergesträuch Brombeergesträuch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergestrüpp Brombeergestrüpp], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerhecke Brombeerhecke], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerpflanze Brombeerpflanze], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerranke Brombeerranke], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerstrauch Brombeerstrauch]
!style="width: 14%"|
|-
!style="width: 20%"|
!Tiere (leben an/mit der Pflanze)
!style="width: 33%"|Singular
|-
!style="width: 33%"|Plural
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeergallmilbe Brombeergallmilbe], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerperlmuttfalter Brombeerperlmuttfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeer-Perlmuttfalter Brombeer-Perlmuttfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerspinner Brombeerspinner], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerzipfelfalter Brombeerzipfelfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeer-Zipfelfalter Brombeer-Zipfelfalter]
|-
!Lebensmittel und Produkte aus der Frucht
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeercreme Brombeercreme], [https://www.dwds.de/wb/Brombeereis Brombeereis], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerfruchtsaft Brombeerfruchtsaft], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergelee Brombeergelee], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkompott Brombeerkompott], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkonfitüre Brombeerkonfitüre], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkuchen Brombeerkuchen], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerlikör Brombeerlikör], [https://www.dwds.de/wb/Brombeermarmelade Brombeermarmelade], [https://www.dwds.de/wb/Brombeermilch Brombeermilch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeersaft Brombeersaft], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerscherbett Brombeerscherbett], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerschnee Brombeerschnee], [https://www.dwds.de/wb/Brombeersirup Brombeersirup], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerwein Brombeerwein]
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!sonstiges (Eigenschaften, übertragene Bedeutung)
!Nominativ
|die Butzenscheibe
|die Butzenscheiben
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeeraroma Brombeeraroma], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerton Brombeerton], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkoalition Brombeerkoalition]
!Genitiv
|der Butzenscheibe
|der Butzenscheiben
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
|}
!Dativ
==Unikales Morphem ?==
|der Butzenscheibe
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|den Butzenscheiben
| colspan="2" |Das Morphem ''brom'' (aus ahd. ''brāmo'' = Dornenstrauch) kommt nicht isoliert und in Wortbildungen nur zusammen mit dem Letztglied Beere (Brombeere).
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
!Akkusativ
|Das Morphem ''brom'' muss daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|die Butzenscheibe
|die Butzenscheiben
|-
|-
|}
|}


</br>
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Brombeere DWDS] 
[https://de.wiktionary.org/wiki/Brombeere Wiktionary] 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B20605 Grimm-Wörterbuch]) 
[https://www.zdl.org/?q=Brombeere ZDL] 
[https://de.wikipedia.org/wiki/Brombeere Wikipedia] 
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Brombeere Duden-online] (nicht werbefrei)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[Butzemann|'''''Butzemann''''' ]] und [[putzig|'''''putzig''''' ]]
|[[Brombeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brombeere''''' ]]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Butzenscheibe| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Butzenscheibe''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 2.758: Zeile 2.640:


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= Brösel =
__TOC__


= Info - Butzenscheibe =
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[[Butzenscheibe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Butzenscheibe''''']]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''brōs(a)ma'' zurück und gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''Brosame''. Es bezeichnet ursprünglich etwas „Zerkrümeltes“ oder „Zerriebenes“.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|''Brösel'' wird vor allem umgangssprachlich verwendet und bezeichnet kleine Stückchen von Brot, Kuchen oder anderen trockenen Lebensmitteln. Häufig wird auch das Verb ''bröseln'' verwendet.
|-
|}
|}
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__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Butzenscheibe''==
==Hinweise zum Wort ''Brösel''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|''Butzen'' = 15. Jh. Klumpen, Verdickung, rundes Gebilde (oberdeutsch)
|kleines, trockenes Stückchen von Brot, Kuchen oder Gebäck; Krümel
 
''Butzenscheibe'' = 19. Jh. Glasscheibe mit verdicktem, rundem Mittelteil
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
|[https://www.dwds.de/r/?corpus=wikipedia&q=Butzenfenster Butzenfenster], [https://www.dwds.de/r/?corpus=wikipedia&q=Butzenglas Butzenglas],[https://de.wiktionary.org/wiki/Butzenglasscheibe Butzenglasscheibe], [https://www.dwds.de/r/?corpus=wikipedia&q=Butzenscheibenfenster Butzenscheibenfenster]
|''Auf dem Tisch lagen noch einige Brösel vom Kuchen.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortinfo:'''
|Butzen (Grundwort), Butzenglas
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Butzenscheiben waren besonders im Mittelalter und in der frühen Neuzeit verbreitet, da große Glasscheiben schwer herzustellen waren. Die Herstellung erfolgte traditionell durch Glasblasen: Dabei entstand am Ende der Glasröhre eine Verdickung (Butzen), die als charakteristisches Merkmal sichtbar blieb.


Typisch sind sie heute noch in alten Häusern, Kirchen oder als dekoratives Element in Gaststätten. Das leicht unregelmäßige Glas erzeugt ein charakteristisches Lichtspiel.
'''Worttrennung:''' Brö·sel
|-
|
|Ausführliche Informationen findest du bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Butzenscheibe Wikipedia]. Wie werden (und wurden) Butzenscheiben hergestellt? Hierzu findest du eine gute Beschreibung und einen anschaulichen Film auf der Seite der [https://lamberts.de/butzenscheiben Glashüllte Lamberts].
|- style="vertical-align:top;"
|'''Abgrenzungen:'''
|'''Butzen''' (gelegentlich auch verkürzt ''Butz'') = Klumpen, Unreinigkeit, auch Kerngehäuse von Obst. > Butzenscheibe, hierzu gehören auch die Verben [https://www.dwds.de/wb/putzen ''putzen''], [https://www.dwds.de/wb/verputzen ''verputzen''] und das Nomen [https://www.dwds.de/wb/Putz ''Putz'']
'''Butz''' = kleines Kind > ''[https://www.dwds.de/wb/Butzemann Butzemann]'' (= Kobold ...), hierzu gehören auch das Adjektiv ''[https://www.dwds.de/wb/putzig putzig]'' und das Nomen ''[https://www.dwds.de/wb/B%C3%BCtzel Bützel]''.


'''Butze''' = kleine Bude, Verschlag aus Holz
'''Aussprache:''' [ˈbrøːzl̩]
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''butzen'' kommt zwar heute nur noch selten vor, ist aber regional und in Fachsprache weiterhin belegt (z. B. ''Butzenglas''). Das Morphem ''butzen'' kommt isoliert und in verschiedenen Wortbildungen vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''butzen'' ist daher in dieser Bedeutung <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Brösel'' ist männlich und wird häufig im Plural verwendet.
</div>


==Belege/Quellen==
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
 
!style="width: 14%"|
Butzen: [https://www.dwds.de/wb/Butzen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Butzen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (sh. [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B06321 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Butzen ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Butzen Duden-online]
!style="width: 20%"|
 
!style="width: 33%"|Singular
Butzenscheibe: [https://www.dwds.de/wb/Butzenscheibe DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Butzenscheibe Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (sh. [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B06326 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Butzenscheibe ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Butzenscheibe Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Butzenscheibe Duden-online]
!style="width: 33%"|Plural
 
|-
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Brösel
|die Brösel
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Brösels
|der Brösel
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Brösel
|den Bröseln
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Brösel
|die Brösel
|-
|}


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</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|siehe auch die Wortgeschichten [[Butzemann|'''''Butzemann''''' ]] und [[putzig|'''''putzig''''' ]]
|[[Brosame | '''weitere Informationen findest du beim Stichwort ''Brosame''''' ]]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Butzenscheibe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Butzenscheibe''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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= Brosame =
= putzig =
__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Ursprünglich bedeutete das althochdeutsche Wort ''brōsme'' „das Zerriebene, das Zerkrümelte“.
|Das Adjektiv ''putzig'' wird heute verwendet, um etwas als niedlich, drollig oder liebenswert zu beschreiben. Häufig bezieht es sich auf kleine Kinder oder Tiere, die durch ihr Verhalten besonders charmant wirken.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ''putzig'' verbreitete sich im 18. Jahrhundert zunächst in Norddeutschland.


Vermutlich ist es auf ''Butze'' = Kobold, Knirps zurückzuführen. Das Adjektiv bedeutete ursprünglich: „sich wie ein kleiner Kobold oder Knirps verhalten“.
Das Wort hat geschichtlich nichts mit dem Wort ''Brot'' zu tun, auch wenn später die Bedeutung auf zerbröckeltes Brot eingeengt wurde.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Englisch: cute, funny; Französisch: mignon, drôle; Niederländisch: schattig
|Heute wird das Wort fast nur noch im Plural ''Brosamen'' verwendet. Es kommt häufig in festen Wendungen vor, z. B. ''die Brosamen aufsammeln'' oder ''mit Brosamen abgespeist werden''.
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''putzig''==
==Hinweise zum Wort ''Brosame''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|niedlich, drollig, lustig, ein wenig sonderbar auf angenehme Weise
|winziges Stück von zerbröckeltem Brot oder Gebäck; Krümel
 
Das Wort wird meist im Plural (''Brosamen'') und oft im übertragenen Sinn gebraucht.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Der kleine Hund sieht wirklich putzig aus.''
|''Für mich bleiben nur die Brosamen übrig.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum


'''Worttrennung:''' put-zig
'''Worttrennung:''' Bro·sa·me


'''Aussprache:''' [ˈpʊt͡sɪç]
'''Aussprache:''' [ˈbroːzamə]
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.863: Zeile 2.748:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''putzig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
Das Substantiv ''Brosame'' ist männlich und wird meist im Plural verwendet.
</div>
</div>


{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Brosame
|die Brosamen
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Brosamens
|der Brosamen
|-
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="width: 30%"|Komparativ
!Dativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|dem Brosamen
|den Brosamen
|-
|-
|putzig
!style="text-align:left"|4. Fall
|putziger
!Akkusativ
|am putzigsten
|den Brosamen
|die Brosamen
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.881: Zeile 2.782:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[Butzemann|'''''Butzemann''''' ]] und [[Butzenscheibe|'''''Butzenscheibe''''' ]]
|[[Brösel|'''zur Wortgeschichte ''Brösel''''' ]]
|}
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - putzig| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''putzig''''']]
|[[Info - Brosame | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Brosame''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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= Info - putzig =
= Info - Brosame =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[putzig|'''zurück zur Wortgeschichte ''putzig''''']]
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brosame''''' ]]
|}
|}
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__TOC__
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==Weiterführende Informationen zum Wort ''putzig''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Brosame''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Mitte des 18. Jahrhunderts; abgeleitet von norddeutsch ''Butze'' = Kobold, kleines Wesen
|ie. *bhrē̌us- = zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln → 8. Jh. ahd. ''brōs(a)ma'' → mhd. ''brosem(e)'', ''brosme'' → nhd. ''Brosame''


→ Bedeutungsentwicklung: Kobold, kleines Wesen → kleines, lebhaftes Verhalten niedlich, drollig
16. Jh. Verkürzung von spätmhd. brosemlīn, frühnhd. bröslein nhd. ''Brösel''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/putzigerweise putzigerweise], [https://www.dwds.de/wb/Putzigkeit Putzigkeit]
| [https://www.dwds.de/wb/Brosame '''Bosame'''] -
[https://www.dwds.de/wb/Br%C3%B6sel '''Brösel''']: [https://www.dwds.de/wb/br%C3%B6selig bröselig], [https://www.dwds.de/wb/Brotbr%C3%B6sel Brotbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Kuchenbr%C3%B6sel Kuchenbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Semmelbr%C3%B6sel Semmelbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Speckbr%C3%B6sel Speckbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Tabakbr%C3%B6sel Tabakbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Zwiebackbr%C3%B6sel Zwiebackbrösel]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|[https://www.dwds.de/wb/Brösel Brösel], [https://www.dwds.de/wb/broseln broseln]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''Butz'', ''Butze'' und ''Butzemann''.  
|Eine gute Beschreibung zu ''Brösel'' und ''Brosamen'' findest du bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%BCmel Wikipedia].


Es zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung: unheimliches Wesen → kleines Wesen → niedliches Verhalten
Martin Luther verwendet den Begriff ''Brosamen'' in seiner Bibelübersetzung: [https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us15%2C27 Neues Testament, Mathäus 15,27]. In anderen Übersetzungen finden wir [https://www.bibeltv.de/bibelthek/E%C3%9C/mt-15-27 Brotkrumen], [https://bibeltext.com/matthew/15-27.htm Brosamlein], [https://www.bible.com/de/bible/73/MAT.15.HFA Krümel], [https://bibeltext.com/bairisch/matthew/15.htm Brootbrocken],


Solche Bedeutungsverschiebungen sind in der Kindersprache häufig, da ursprünglich bedrohliche Figuren „verniedlicht“ werden.
Die Stelle im Matthäus Evangelium in der Luther den hebräischen Begriff mit ''Brosame'' übersetzt ist aus verschiedenen Gründen interessant und für viele unverständlich und verwirrend: Jesus, der sich nur für ''an sein Volk'', die Juden wendet und ''die andern, Heiden'' mit Hunden vergleicht?!. Wer mehr zu dieser Bibelstelle und verschiedenen Erklärungen interessiert finden bei [https://www.gutefrage.net/frage/matthaeus-1527-die-kaanaeische-frau--jesus gutefrage.net] oder auf YouTube in der [https://www.youtube.com/watch?v=qu_hKsr2x2c Scetch-Bibel] interessante Interpretationen.  
| -
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''putzig'' lässt sich auf das Morphem ''putz'' zurückführen, das mit ''Butz'' (Kobold, kleines Wesen) verwandt ist.
| colspan="2" |Das Wort ''Brosame'' lässt sich historisch in mehrere Bestandteile zerlegen (''bros'' + ''-ame''). Diese Bestandteile kommen heute nicht mehr als selbstständige Wörter vor. Das Morphem ''bros'' kommt mit Umlaut im Wort ''[[Brösel]]'' vor (Allomorphie).
 
Dieses Morphem kommt heute nicht mehr isoliert in dieser Bedeutung vor. Es ist nur noch in wenigen Ableitungen wie ''putzigerweise'' oder ''Putzigkeit'' erhalten.
|-
| colspan="2" |Darüber hinaus besteht ein historischer Bedeutungszusammenhang zur Wortfamilie ''Butz'' (''Butze'', ''Butzemann''), sodass die ursprüngliche Bedeutung noch rekonstruierbar ist.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem putz in der Bedeutung von putzig ist daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|Das Morphem ''bros'' kommt nicht isoliert (wegen ''Bösel'') vor. Es ist daher <span style="color:red">'''kein nikales Morphem'''</span>.
|-
|-
| colspan="2" |Es gibt weder einen Bedeutungs- noch ein etymologischer Zusammenhang zwischen dem Morphem ''putz'' in ''putzig'' und dem Morphem ''putz'' in ''putzen'' (saubermachen) sowie dem Nomen ''Putz'' (= Gemisch aus Wasser, Sand und einem Bindungsmittel).
| colspan="2" |Das Morphem ''ame'' ist Bestandteil des Wortes ''Brosame''. Es kommt nicht isoliert und nur in diesem Wort vor. Im Wort ''Brösel'' (mhd. brosemlin) ist dieses Morphem nicht mehr enthalten.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''ame'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.938: Zeile 2.839:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/putzig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/putzig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]  
[https://www.dwds.de/wb/Brosame DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Brosame Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem  [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B04137 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04635 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05477 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Brosame ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Brosame Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Brosame Duden-online] (nicht werbefrei)
([https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=P09044 Grimm]), [https://www.zdl.org/?q=putzig ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kindchenschema Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/putzig Duden-online]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Zeile 2.946: Zeile 2.846:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[Butzemann|'''''Butzemann''''' ]] und [[Butzenscheibe|'''''Butzenscheibe''''' ]]
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brösel''''' ]]
|}
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[putzig|'''zurück zur Wortgeschichte ''putzig''''']]
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brosame''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Buchse =
= drollig =
<div style="color:red"> ''drollig'' und ''Info - drollig'' müssen noch bearbeitet werden. Ebenso die Texte zum Damhirsch </div>
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Zeile 2.961: Zeile 2.864:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''Buchse'' bezeichnet heute meist eine kleine Dose oder runde Hülse. In der Elektrotechnik ist damit oft ein röhrenförmiges Bauteil gemeint, in das etwas eingesetzt wird (Stecker, Steckdose).  
|Das Wort ''drollig'' wird ganz unterschiedlich verwendet. Es kann bedeuten:
 
* niedlich, süß, knuddelig -  ''Du hast aber sehr drollige Puppen.''
 
* spaßig, witzig, lustig - ''Er verhielt sich so drollig, dass alle lachen mussten.''
 
* eigenartig, merkwürdig, seltsam - ''Das ist schon drollig, dass du dich ausgerechnet heute "krank gemeldet" hast.''
|-
|-
|In der Fachsprache wird Buchse auch im Maschinenbau verwendet. Hier werden meist runde Bauteile gemeint, in die eine Achse oder Welle gesteckt wird.
|
|
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| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf lat. ''buxus'' = Buchsbaum zurück. Aus dem harten Holz des Buchsbaums wurden früher kleine Dosen hergestellt. Diese nannte man ''Buchsen''. Der Name ging dann vom Material (Buchsbaum) auf den Gegenstand (Dose) über. Mit der Industrialisierung wurde der Begriff zunächst im Maschinenbau verwendet. Im  20. Jahrhundert wurde das Wort Buchse dann auch in der Elektrotechnik zunächst auf Steckdosen angewendet, später dann auf alle Elektrostecker.
|Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen ''drollig'' = lustig, possenhaft.
 
Dieses geht wahrscheinlich auf das mittelniederdeutsche ''drolle'' zurück, das eine lustige Figur oder einen Kobold bezeichnete.
 
Verwandt ist möglicherweise auch das englische Wort ''droll'' (= spaßig, komisch).
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Buchse''==
==Hinweise zum Wort ''drollig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. kleine Dose, Behälter 
|auf eine eigenartige oder ungewöhnliche Weise lustig; komisch, possierlich
2. röhrenförmiges Bauteil (z. B. Lagerbuchse, Steckbuchse)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Du kannst schon einmal den Stecker von der Lampe in die Buchse stecken.''
|''Der kleine Hund sah mit seinem schiefen Kopf ganz drollig aus.''
''Die Schraube sitzt fest in der Metallbuchse.''
 
''Die Achse passt perfekt in die Lagerbuchse.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, feminin
|'''Wortart:''' Adjektiv


'''Worttrennung:''' Buch-se
'''Worttrennung:''' drol-lig


'''Aussprache:''' [ˈbʊksə]
'''Aussprache:''' [ˈdʁɔlɪç]
|-
|'''Adjektiv / Adverb'''
|Das Wort ''drollig'' kann als Adjektiv oder Adverb verwendet werden. Im [https://klexikon.zum.de/wiki/Adverb Kinderlexikon] wird dir am Beispiel von ''drollig'' der Unterschied erklärt.
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.994: Zeile 2.907:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Buchse'' ist ein Nomen. Es wird regelmäßig dekliniert. Alle Wortformen entsprechen in der Einzahl (Singular) dem Grundwort. In der Mehrzahl wird in allen Fällen ein '''''n''''' angefügt.
Das Wort ''drollig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="width: 30%"|Positiv
!Nominativ
!style="width: 30%"|Komparativ
|die Buchse
!style="width: 40%"|Superlativ
|die Buchse'''<u>n</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|der Buchse
|der Buchse'''<u>n</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|der Buchse
|den Buchse'''<u>n</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
|drollig
!Akkusativ
|drolliger
|die Buchse
|am drolligsten
|die Buchse'''<u>n</u>'''
|-
|-
|}
|}
Zeile 3.027: Zeile 2.924:
</br>
</br>
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----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[Büchse|'''''Büchse''''']] und [[Buchsbaum|'''''Buchsbaum''''' ]]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Buchse| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Buchse''''']]
|[[Info - drollig| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''drollig''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 3.038: Zeile 2.932:
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----


= Info - Buchse=
= Info - drollig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Buchse|'''zurück zur Wortgeschichte ''Buchse''''']]
|[[drollig|'''zurück zur Wortgeschichte ''drollig''''']]
|}
|}
----
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Buchse''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''drollig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|lat. ''buxus'' = Buchsbaum ahd. ''buhsa'' = Dose aus Buchsbaumholz → mhd. ''buhse'' → nhd. ''Buchse''
|niederländisch <abbr>nl.</abbr> drol = kleiner, dicker, etwas komisch aussehender Mann → nl. drollig = Spaßmacher, Knirps → mittelniederdeutsch ''drolle'' = Spaßmacher, lustige Figur niederdeutsch ''drollig'' = lustig
möglicherweise verwandt mit engl. ''droll ←''  
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/drolligerweise drolligerweise],
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Drolligkeit Drolligkeit]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''drollig'' gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die eine Mischung aus „lustig“ und „seltsam“ ausdrücken.


Bedeutungsentwicklung: Buchsbaum (Material) Dose aus Buchsbaum Behälter allgemein → technische Hülse → elektrischer Anschluss (Steckdose, Stecker)
Im Unterschied zu ''lustig'' wirkt ''drollig'' oft etwas ungewöhnlich oder leicht absurd.
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Ableitungen:'''
Solche Bedeutungsnuancen entstehen häufig aus Figurenbezeichnungen (z. B. Kobold lustig drollig).
|Büchse (lautliche Variante mit Bedeutungsverschiebung), buchsen (selten)
|}
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Interessantes:'''
==Unikales Morphem ?==
|Das Wort ''Buchse'' gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''Buchsbaum'' und ''Büchse''.
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
 
| colspan="2" |Das ursprüngliche niederländische Wort ''drol'' ist im Niederdeutschen und der deutschen Hochsprache nur in der Ableitung ''drollig'' übernommen worden. Das Morphem ''droll'' kommt nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur in der Wortbildung ''drollig'' vor (''drolligerweise, Drolligkeit'').
Besonders interessant ist die Bedeutungsverschiebung:
|-
: Pflanze (Baum) → Material → Gegenstand → technische Funktion
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
 
|Das Morphem ''droll'' in der Wortbildung ''drollig'' kann daher<span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
Die Form ''Büchse'' entwickelte sich bereits im 15. Jh. zu einer eigenen Bedeutung (z. B. Gewehr, Dose).
|-
|}
| colspan="2" |Es besteht zwar eine Bedeutungsähnlichkeit zum französischen <abbr>frz.</abbr> drôle = Kobold, allerdings sehen Sprachwissenschaftler hier keinen etymologischen Zusammenhang zum niederländischen ''drol'' bzw. ''drollig''.
 
|-
== Wortbildungen zum Nomen ''Buchse'' ==
|}
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
 
|-
[[#top | Seitenanfang]]<br>
! style="width: 15%; vertical-align:top;text-align:left" |Maschinenbau
 
|[https://www.dwds.de/wb/Bohrbuchse Bohrbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Bundbuchse Bundbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Festschmierstoffbuchse Festschmierstoffbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Feuerbuchse Feuerbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Gleitbuchse Gleitbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Gleitlagerbuchse Gleitlagerbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Hohlbuchse Hohlbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Lagerbuchse Lagerbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Schmierbuchse Schmierbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Stopfbuchse Stopfbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Zylinderlaufbuchse Zylinderlaufbuchse]
==Belege/Quellen==
|-
 
! style="width: 15%; vertical-align:top;text-align:left" |Elektrotechnik
[https://www.dwds.de/wb/drollig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/drollig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (siehe hier [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=D01140 Adelung] (Herkunft niedersächsisch ''drullig''), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=D13733 Grimm-2] (nl drullig > ndd drullig), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=D02289 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=drollig ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/drollig Duden-online]
|[https://www.dwds.de/wb/Anschlussbuchse Anschlussbuchse], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bananenstecker Bananenbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Buchsenleiste Buchsenleiste], [https://www.dwds.de/wb/Einbaubuchse Einbaubuchse], [https://www.dwds.de/wb/Kaltgerätebuchse Kaltgerätebuchse], [https://www.dwds.de/wb/Klinkenbuchse Klinkenbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Kopfhörerbuchse Kopfhörerbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Schaltbuchse Schaltbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Steckerbuchse Steckerbuchse], [https://www.dwds.de/wb/Telefonbuchse Telefonbuchse]
 
|-
Niederländisch: drol, drollig, drrollig, 16. Jh. [https://www.etymologiebank.nl/trefwoord/drollig Etymologiedatenbank.nl], [https://www.dbnl.org/zoek/solr/index.php?zoek=drollig&prefilter=&subform_values=&f_id=&size=10&sort=relevantie&weergave=lijst Digitale Bibliothek (DBNL)], Textbeispiele: [https://www.dbnl.org/tekst/else006lacc01_01/ Den lacchenden Apoll, uytbarstende in drollige rymen (1667)], [https://www.dbnl.org/tekst/hoff049ders02_01/ Der Struwwelpeter oder Lustige Geschichten und drrollige Bilder (1880)]
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
 
==Belege/Quellen==
<br>
 
----
[https://www.dwds.de/wb/Buchse DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Buchse Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] [https://www.zdl.org/?q=Buchse ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Buchse Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Buchse Duden-online]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
 
|[[drollig|'''zurück zur Wortgeschichte ''drollig''''']]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
= Damhirsch =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Der ''Damhirsch'' ist eine Hirschart mit geflecktem Fell und schaufelförmigem Geweih. Er lebt heute in vielen Teilen Europas in Wäldern und Parks.
|-
|
|-
|'''Interessantes:'''
|Wenn du mehr über diese Damhirsche erfahren möchtest, dann findest du im [https://klexikon.zum.de/wiki/Damhirsch Kinderlexikon] interessante Bilder und Beschreibungen.
Einen umfangreicheren Text und viele Bilder findest du im [https://www.zootier-lexikon.org/saeugetiere-mammalia/paarzeher/hirsche-hirschferkel-und-moschustiere-cervidae-tragulidae-moschidae/europaeischer-damhirsch-dama-dama Zootier-Lexikon.]
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das alte Wort für Wild lautete im Mittelalter ''tamo'' oder ''tame''. Daraus entwickelte sich ''Dam-''.
 
Dieses Wort wurde später mit Tierbezeichnungen kombiniert, z. B. ''Hirsch'', ''Bock'' oder ''Wild''. So entstand das zusammengesetzte Wort ''Damhirsch''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: fallow deer; Französisch: daim; Lateinisch: dama
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Damhirsch''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|mittelgroßer Hirsch mit meist geflecktem Fell und schaufelartigem Geweih
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Im Wildpark konnten wir mehrere Damhirsche beobachten.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, maskulin
 
'''Worttrennung:''' Dam-hirsch
 
'''Aussprache:''' [ˈdamˌhɪʁʃ]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Damhirsch'' ist ein Nomen und wird regelmäßig dekliniert.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Damhirsch
|die Damhirsch'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Damhirsch'''<u>es</u>'''
|der Damhirsch'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Damhirsch
|den Damhirsch'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Damhirsch
|die Damhirsche'''<u>e</u>'''
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Damhirsch| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Damhirsch''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - Damhirsch =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Damhirsch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Damhirsch''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Damhirsch''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| ie. *dem(ə)- = zähmen, bändigen → griech. damálēs (δαμάλης) = junger Stier → lat. damma, spätlat. dāma → 8. Jh. ahd. dām, tām; 9. Jh., dāmo, tāmo; 12. Jh. mhd. tāme, damme, bis ins 17. Jh. Dam = gezähmtes Horntier; ab dem 16. Jh. wird ''Dam'' zur Verdeutlichung zunehmend ergänzt mit den Domen ''Hirsch'' oder ''Bock'' = ''Damhirsch'', ''Dambock''.
 
ahd. ''tamo'', ''tame'' = Wild → mhd. ''dam'' → nhd. ''Dam'' (Wildart) 
+ ''Hirsch'' (männliches Tier mit Geweih)
 
→ ''Damhirsch'' = „Hirsch aus der Gruppe des Damwilds“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Dam: [https://www.dwds.de/wb/Dambock Dambock], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Damleder Damleder], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Damtier Damtier], [https://www.dwds.de/wb/Damwild Damwild] ([https://www.dwds.de/wb/Damwildgehege Damwildgehege]);
Damhirsch: Damhirschgeweih, Damhirschjagd, Damhirschkalb, Damhirschragout
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|-
|'''Rechtschreibung:'''
|Das ''a'' im ersten Wortteil wird kurz und betont gesprochen, [ˈdam]. Das führt nicht selten dazu, dass das Wort ''Damhirsch'' fälschlich mit doppeltem ''m'' geschrieben wird (falsch: *''Dammhirsch'').
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Der Damhirsch stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde schon in der Antike als Jagdtier gehalten.
 
Typisch ist sein schaufelförmiges Geweih, das ihn von anderen Hirscharten unterscheidet.
 
Das Wort zeigt eine klassische Zusammensetzung aus Tiergruppe (''Dam'') und genauer Bestimmung (''Hirsch'').
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''dam'' ist heute nur noch in Fach- oder Tierbezeichnungen gebräuchlich. im allgemeinen Sprachgebrauch kommt es nicht isoliert vor. Hiervon gibt es verschiedene Wortbildungen (sh. Tabelle oben).
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''dam'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Damhirsch DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Damhirsch Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (siehe [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=D00084 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=D00225 Goethe], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=D00306 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=D01329 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Damhirsch ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Damhirsch Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Damhirsch Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Damhirsch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Damhirsch''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=Dienstag=
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Bei den Germanen nannte man eine Volksversammlung ''Thing''. Der germanische Gott ''Tyr'' war der Beschützer dieser Versammlung.
 
Der Name ''Dienstag'' geht auf das alte Wort ''thingsus'' zurück. Diese bedeutete ''Beschützer des Things''. Aus dieser Form entwickelte sich später das heutige Wort ''Dienstag''.
 
Der Wortteil ''dien'' hat also nichts mit dem Verb ''dienen'' zu tun.
|-
|}
== Fremdsprachen ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|In allen nordgermanischen Sprachen ist die Bezeichnung für den ''Dienstag'' vom Germanischen Gott ''Tyr'' bzw. ''thingsus'' abgeleitet. Hier einige Beispiele:
|-
|
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto"
! Sprache
! Wochentag
! Aussprache
|-
!Deutsch
|Dienstag
|[ˈdiːnstaːk]
|-
!Dänisch
|tirsdag
|[ˈtsʰiɐ̯sdæˀ]
|-
!Englisch
|Tuesday
|[ˈtjuːzdeɪ]
|-
!Niederländisch
|dinsdag
|[ˈdɪnz.dɑx]
|-
!Norwegisch
|tirsdag
|[ˈtiːʂdɑːɡ]
|-
!Schwedisch
|tisdag
|[ˈtiːsdaɡ]
|-
|}
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Dienstag''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|der zweite Tag der Woche
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Am Dienstag gehe ich mit meiner Freundin ins Kino.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, der Dienstag; meist ohne Plural
 
'''Worttrennung:''' Diens-tag
 
'''Aussprache:''' [ˈdiːnstaːk]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Grundwort ''Dienstag'' wird fast immer nur in der Einzahl (Singular) verwendet. Eine Mehrzahl (Plural) kommt nur selten vor. Im 2. Fall (Genitiv) wird häufig ein ''s'' angehängt.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 41%"|Singular
!style="width: 25%"|Plural (selten)
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Dienstag
|die Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Dienstag'''<u>s</u>''', des Dienstag'''<u>es</u>'''
|der Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Dienstag
|den Dienstag'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Dienstag
|die Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Dienstag| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Dienstag''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
=Info - Dienstag=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Dienstag|'''zurück zur Wortgeschichte ''Dienstag''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Dienstag''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Bei den Römern hieß der Kriegsgott ''Mārs''. Danach ist auch der Planet ''Mars'' benannt. Die Germanen übernahmen von den Römern das System der Benennung der Wochentage. Der germanische Kriegsgott hieß *Þingsaz (latinisiert Thingsus).
 
Das Wort hängt mit dem germanischen ''Thing'' zusammen. So nannte man früher eine Volksversammlung oder ein Gericht. Der Gott ''Tyr'' (Thingsus) galt als Beschützer solcher Versammlungen. Der Tag wurde deshalb nach ihm benannt.
 
Daraus entwickelte sich im 12. Jh. <abbr>ahd.</abbr> ziestag, <abbr>mhd.</abbr> ziestac. Zunächst verbreitete sich der niederdeutsche Name ''dingesdach, dinstag'' am Niederrhein (13. Jh.) von dort verbreitete er sich bis zum 17. Jh. auf den gesamten deutschsprachigen Raum.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|}
 
== Wochentage ==
{{Wochentage}}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dien'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dien'' in der Wortbildung ''Dienstag'' kann daher<span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Dienstag DWDS],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Dienstag Wiktionary],  [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz],  [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Dienstag OWID],  [https://www.zdl.org/?q=Dienstag ZDL]
 
'''Fremdsprachen:''' [https://de.wiktionary.org/wiki/Dienstag Dänisch], [[wikt:Tuesday|Englisch]], [https://nl.wiktionary.org/wiki/dinsdag Niederländisch], [https://no.wiktionary.org/wiki/tirsdag Norwegisch], [https://sv.wiktionary.org/wiki/tisdag Schwedisch]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Dienstag|'''zurück zur Wortgeschichte ''Dienstag''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
=Duckdalbe=
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| colspan="2" |Vermutlich stammt das Wort ''Duckdalbe'' aus den Niederlanden. Dort bedeutet das Verb ''duiken'' = tauchen. Einen Pfahl oder eingerammten Pfosten nennt man dort ''dalbe''.
 
Die ''Duckdalbe'' ist also ein Pfahl, der tief in den Boden des Hafens ''eingetaucht'' oder eingerammt ist.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Herr Fremd|Herr Fremd]]
| colspan="2" |[[file:ChatGPT Duckdalbe 20260305.jpg | rechts | 320px]]Auch in anderen Sprachen rund um die Nordsee findet man ähnliche Wörter. Allen liegt das niederländische Wort ''dukdalve'' zugrunde.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Duckdalbe''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 55%; vertical-align:top;"|Im Hafenboden eingerammte Pfähle, die der Markierung der Fahrrinne dienen oder an denen Schiffe festgemacht werden können.
| rowspan="3" style="width: 15%; |[[file:20260304 Dalben Oberhafenkanal Hamburg 06.jpg|right|x150px]]
| rowspan="3" style="width: 15%; |[[file:20260304 Dalbe 02 KMJ.jpg|right|x150px]]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Duckdalben markieren die Fahrrinne für die Schiffe.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen: die Duckdalbe, die Duckdalben
 
'''Worttrennung:''' Duck-dal-be
 
'''Aussprache:''' [ˈdʊkˌdalbə]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Unterschied:'''
| colspan="3" |[[file:20260304 Dalben.jpg|right|x75px]]Meist wird ein einzelner Pfahl als ''Dalbe'' und eine Pfahlgruppe als ''Duckdalbe'' bezeichnet. Die oberen Bilder zeigen also ''Duckdalben''. Hier sind jeweils drei Pfähle miteinander verbunden. Das rechte Bild zeigt in der Mitte drei ''Dalben'', also einzelne Pfähle, an denen längere Schiffe festmachen können.
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
In der Einzahl (Singular) übernehmen alle vier Fälle das Grundwort. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''n'' angehängt.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|die Duckdalbe
|die Duckdalb'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|der Duckdalbe
|der Duckdalb'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|der Duckdalbe
|den Duckdalb'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|die Duckdalbe
|die Duckdalb'''<u>en</u>'''
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Duckdalbe| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Duckdalbe''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=Info - Duckdalbe=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Duckdalbe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Duckdalbe''''']]
|}
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__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Duckdalbe''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Die Herkunft des Wortes ''Duckdalbe'' ist unklar. Es gibt drei verschiedene Erklärungsansätze:
|-
|
|
# Das Wort ''Duckdalbe'' stammt aus dem Niederländischen. Dort bedeuten '''''duiken''''' = (ein)tauchen  und '''''dalbe''''' = eingerammter Pfahl im Wasser. Demnach ist die ''Duckdalbe'' ein Pfahl, der tief in den Boden eines Hafens eingerammt wird.
# Der spanische Feldherr und Herzog von Alba (spanisch [https://de.wikipedia.org/wiki/Fernando_%C3%81lvarez_de_Toledo,_Herzog_von_Alba#Statthalter_der_Niederlande '''Duque de Alba''']) war in der Mitte des 16. Jh. Stadthalter in den Niederlanden (die damals noch eine spanische Kolonie waren) und ließ dort den calvinistischen Aufstand ([https://de.wikipedia.org/wiki/Reformatorischer_Bildersturm#Niederlande Bildersturm]) brutal niederschlagen. Er soll in den niederländischen Häfen Pfähle anlegen lassen, damit auch größere (Kriegs)Schiffe dort anlegen konnten. In Spanien nennt man die Dalben ''duque de Alba.''  Auch in Dänemark ist die Bezeichnung ''duc d’albe'' geläufig. Möglich ist aber auch, dass diese Namensgebung eine spätere Umdeutung des niederländischen Begriffes (sh. 1.) ist.
# Als '''eher unwahrscheinlich''' gelten Ableitungen von niederdeutschen, westfriesischen oder englischen Wörtern, wie z. B. von engl. dock = Dock (Anlage zum Warten von Schiffen, nl. dokke). Ebenfalls unwahrscheinlich sind Ableitungen von den Verben ''(an)docken'' = etwas fest verbinden oder ''ducken'' = sich schnell nach unter beugen. Der zweite Teil (dalbe) könnte von niederländisch ''dalle/dallen'' = Balken, Schlucht, Tal abgeleitet sein. Auch dieser Erklärungsversuch wird heute eher als unwahrscheinlich angesehen.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Zum Bestandteil ''dalbe'' gibt es mehrere Wortbildungen:
 
[https://www.dwds.de/wb/Anlegedalbe Anlegedalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Eisbrecherdalbe Eisbrecherdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/F%C3%BChrungsdalbe Führungsdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Leitdalbe Leitdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Leuchtfeuerdalbe Leuchtfeuerdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Schutzdalbe Schutzdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Streichdalbe Streichdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Vert%C3%A4uungsdalbe Vertäuungsdalbe]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Eine anschauliche Beschreibung von Dalben und ihrer Funktion in Häfen findest du bei Wikipedia zum Stichwort [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe '''Dalbe'''].
|}
 
==Sprachvergleich==
In fast allen europäischen Ländern wird der Begriff ''Duckdalbe'' vom niederländischen ''dukdalve'' abgeleitet. In einigen Ländern (z. B. Dänemark, Spanien) wird auch auf den Herzog von Alba Bezug genommen. Die genaue Bedeutung (Pfahlgruppe im Hafen zum Festmachen oder Abweisen von Schiffen) ist überall ähnlich. In einigen Ländern werden auch die Markierungen einer Fahrrinne mit dem Begriff ''Dalbe'' bezeichnet.
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto;"
!style="width: 25%; |Sprache
!style="width: 25%; |Dalbe
!style="width: 35%; |Duckdalbe
!style="width: 15%; |Quellen
|-
|Deutsch
|Dalbe
|Duckdalbe
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia]
|-
|Niederländisch
|dalf
|dukdalf / dukdalve
|[https://nl.wikipedia.org/wiki/Dukdalf Wikipedia]
|-
|Norwegisch
|dalbe / pæle
|dykdalb
|[https://no.wikipedia.org/wiki/Dykdalb Wikipedia]
|-
|Dänisch
|dalbe
|dukdalbe / duc d’albe
|[https://da.wikipedia.org/wiki/Duc_d%27albe Wikipedia]
|-
|Schwedisch
| colspan="2" style="text-align:center"|dykdalb
|[https://sv.wikipedia.org/wiki/Dykdalb Wikipedia]
|-
|Englisch
| colspan="2" style="text-align:center" |dolphin
|[[wikipedia:Dolphin_(structure)|Wikipedia]]
|-
|Französisch
| colspan="2" style="text-align:center" |duc-d’Albe
|[https://fr.wikipedia.org/wiki/Duc-d%27Albe Wikipedia]
|-
|Spanisch
| colspan="2" style="text-align:center" |duque de Alba
|[https://es.wikipedia.org/wiki/Duque_de_Alba_(obra_mar%C3%ADtima) Wikipedia]
|}
 
==Unikales Morphem ?==
Da das niederländische Wort an die deutsche Schreibung angepasst wurde (Lehnwort) wird es nicht als Fremdwort behandelt. Es gibt keinen etymologischen Zusammenhang zum Verb ''ducken''.
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''duck'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor und nur in der Wortbildung ''Duckdalbe''.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''duck'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''dalbe'' kommt isoliert und in mehreren Wortbildungen vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''dalbe'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
'''Etymologie und Rechtschreibung:''' [https://www.dwds.de/wb/Duckdalbe DWDS], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Duckdalbe OWID], [https://www.zdl.org/?q=Duckdalbe ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Duckdalbe Duden-online]
 
Weitere Quellen wurden im Text verlinkt (sh. Tabelle in [[Info - Duckdalbe#Sprachvergleich|Kap. Sprachvergleich]]).
 
'''Landkarte:''' Die Landkarte wurde aus den Daten der Übersetzungen (sh. Tabelle in [[Info - Duckdalbe#Sprachvergleich|Kap. Sprachvergleich]]) mit Hilfe von [https://chatgpt.com/ ChatGPT] erstellt.
 
Abbildungen: Die Abbildungen von Dalben wurden von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia] und [http://www.elbetreff.de/Elbearchiv/elbe/flussbauwerke/f_flussbauwerke.htm elbetreff.de] (Herzlichen Dank an Andreas Glock für die Genehmigung für die Verwendung der Abbildung.) entnommen.
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Duckdalbe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Duckdalbe''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=dunnemals=
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen. Dort bedeutet ''dunn'' so viel wie ''dann'' oder ''damals''.
 
Das Wort ''dunnemals'' ist eine Verkürzung von ''anno dunnemals''. 
Diese Redewendung bedeutete ursprünglich: ''damals, vor langer Zeit''.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''dunnemals''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|damals
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Dunnemals gab es noch eine Volksschule.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adverb
 
'''Worttrennung:''' dun-ne-mals
 
'''Aussprache:''' [ˈdʊnəmaːls]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''dunnemals'' ist ein '''Adverb'''. 
Adverbien haben keine verschiedenen Wortformen.
</div>
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - dunnemals| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''dunnemals''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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= Info - dunnemals =
 
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[dunnemals|'''zurück zur Wortgeschichte ''dunnemals''''']]
|}
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__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''dunnemals''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|19. Jh. Das Wort stammt aus dem niederdeutschen ''dunn'' = dann, damals.
 
Es entwickelte sich aus der Redewendung ''anno dunnemals''.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das lateinische Wort ''anno'' bedeutet ''im Jahre''. Seit dem 15. Jahrhundert stellte man es häufig vor Datierungen.
 
Daraus entstanden später verschiedene scherzhafte Redewendungen für ''vor langer Zeit'':
 
*''anno dazumal'' - damals, vor langer Zeit
*''anno dunnemals'' - damals
*''anno Tobak'' - vor langer Zeit, als man zu Tabak noch Tobak sagte. (Das Wort ''Tabak'' stammt von den Ureinwohnern Nordamerikas. Sie nannten ihre Pfeifen nach der Antilleninsel ''Tobago'', die in ihrer Form den Pfeifen ähnelt. Aus diesem Namen hat sich ''Tobak'' und hieraus unser heutiges Wort ''Tabak'' entwickelt.)
*''anno pief'' - vor langer Zeit, als man noch nicht Tabak in Pfeifen (ahd. fîfâ, nd. pipe) rauchte
*''anno Tuck'' - damals, als es noch nicht Gewohnheit war (mhd. tuc = stoßen, schlagen, Tuck = Bewegung, Gewohnheit)
*''anno Leipzig-einundleipzig'' - vor langer Zeit, vor dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 ([https://de.wikipedia.org/wiki/Leipzig#Trivia/Redewendung mehr])
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dunn(e)'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dunn(e)'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/dunnemals DWDS], 
[https://de.wiktionary.org/wiki/dunnemals Wiktionary], 
[https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz], 
[https://www.zdl.org/?q=dunnemals ZDL]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[dunnemals|'''zurück zur Wortgeschichte ''dunnemals''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=Eberesche=
__TOC__
 
== Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| Der erste Teil des Wortes (''eber'') hat seinen Namen von der Farbe der Blätter und Früchte. Das alte (gallische) Wort ''eburo'' bedeutete ''rötlich braun''.
Die Blätter der ''Eberesche'' ähneln den Blättern einer ''Esche.'' Daher stammt der zweite Teil des Wortes. Beide Bäume haben außer dem Namen sonst keine Gemeinsamkeiten.
|-
|
|Die rohen Beeren der ''Eberesche'' sind für Menschen zwar nicht giftig, können aber durch ihren bitteren Geschmack Bauchschmerzen verursachen. Wenn sie aber gekocht werden, dann verlieren sie ihre Bitterkeit.
Die Beeren der Eberesche werden von vielen Vogelarten als Nahrung geschätzt. Daher wird dieser Baum auch ''Vogelbeere'' genannt.
|-
|
|Die folgenden Bilder zeigen links eine Allee mit Ebereschen.  Hier kannst du schön die rötlich braune Farbe der Blätter erkennen. Danach ist der Baum im ersten Wortteil benannt: eber = rötlich braun. Daneben siehst du die Blätter und Früchte der  Eberesche. Im Vergleich siehst du auf dem Bild daneben die Blätter einer Esche. Die Blätter der beiden Bäume sind sehr ähnlich. Daran kannst du erkennen, warum die Leute früher den zweiten Teil des Namens nach der Esche genannt haben.
|-
|
|
<gallery mode="nolines" perrow="4" widths="200px">
file:20260212_Vogelbeere_allee.jpg|Eberesche Baum-Allee
file:20260212_Werne-12-07-08_126a.jpg|Eberesche Blatt, Früchte
file:20260212_Fraxinus-excelsior-male-leaves.jpg|Esche Blatt
file:20260212_20121021Esche_Hockenheim.jpg|Esche im Herbst
</gallery>
|-
|
|Wenn du mehr über die ''Eberesche'' wissen möchtest, dann findest du auf der [[Info - Eberesche| Infoseite]] weitere Hinweise.
|-
|}
 
== Hinweise zum Wort ''Eberesche'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| Laubbaum mit rötlich braunen Früchten
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Eberesche ist ein anderer Name für die Vogelbeere.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Nomen
'''Worttrennung:''' Eber-esche
 
'''Aussprache:''' [ˈeːbɐˌʔɛʃə]
|-
|}
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em"> In allen vier Fällen ist die Endung für die Einzahl (Singular) ''e'' und für die Mehrzahl (Plural) ''en'':</div>
{|class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="width: 14%;text-align:left"|1. Fall
!style="width: 20%"|Nominativ
|die Eberesch'''<u>e</u>'''
|die Eberesch'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|der Eberesch'''<u>e</u>'''
|der Eberesch'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|der Eberesch'''<u>e</u>'''
|den Eberesch'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|die Eberesch'''<u>e</u>'''
|die Eberesch'''<u>en</u>'''
|-
|}
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
| [[Info - Eberesche|'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Eberesche''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
=Info - Eberesche=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Eberesche|'''zurück zur Wortgeschichte ''Eberesche''''']]
|}
----
 
== Weiterführende Informationen zum Wort ''Eberesche'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| ie. *erb(h)-, *reb(h)- = dunkelrötlich, bräunlich; air. ibar = Eibe; <abbr>ahd.</abbr> asc, <abbr>mhd.</abbr> asch = Esche; <abbr>frühnhd.</abbr> eberboum, eberasch, hd. Eberesche
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
 
|-style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
| Wenn du mehr über die Eberesche erfahren möchtest, so findest du leicht verständliche Beschreibung auf folgenden Internetseiten:[https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/eberesche Botanikus], [https://www.oekolandbau.de/umwelt-und-gesellschaft/biodiversitaet/vielfalt-der-wildtiere-und-pflanzen/wir-stellen-vor-die-wildpflanze-des-monats/pflanze-des-monats-januar-2022-eberesche/ Ökolandbau], [https://nabu-leverkusen.de/natur-in-leverkusen/pflanzen/baeume/eberesche/ NABU]
|-
|
|Die Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) benennt jedes Jahr einen Baum zum ''Baum des Jahres''. Viele Bilder und eine umfangreiche Beschreibung findest du auf der Internetseite der Schutzgemeinschaft deutscher Wald: [https://www.sdw.de/fileadmin/Bundesverband/01_Dateien/Baum_des_Jahres/1997_Baum_des_Jahres_Eberesche.pdf Baum des Jahres 1997: die Eberesche].
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''eber'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit ''Esche'' vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum gleichlautenden Morphem ''Eber'' (= männliches Schwein, ahd. ebur, <abbr>mhd.</abbr> eber) besteht nicht.
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''eber'' ist in dieser Bedeutung <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]</br>
== Belege/Quellen ==
 
[https://www.dwds.de/wb/Eberesche DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Eberesche Wiktionary], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Eberesche OWID], [https://www.zdl.org/?q=Eberesche ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eberesche Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Eberesche wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Eberesche Wortbedeutung.info]
 
'''Abbildungen:''' Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Vogelbeere Eberesche]: 1 a) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4407020 Von Mbdortmund - Eigenes Werk, GFDL 1.2], 1 b) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28748507 Von Straktur - Eigenes Werk, CC BY 3.0], Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Esche Esche]: 2 a) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22300978 Von AnRo0002 - Eigenes Werk, CC0],  2 b) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=232790 CC BY-SA 3.0]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Eberesche|'''zurück zur Wortgeschichte ''Eberesche''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=Eierschecke=
__TOC__
 
== Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Aus Eiern, Quark, Rosinen und Mandelsplittern bestehende Überzugmasse für einen Blechkuchen. In manchen Gegenden werden auch Äpfel, Quark und Mohn verwendet. Der Ursprung des Grundwortes ist unklar.
|-
|
|-
|}
 
== Hinweise zum Wort ''Eierschecke'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| Die Eierschecke ist eine Kuchenspezialität. Diese kommt ursprünglich aus Sachsen und Thüringen.
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Ich mag vor allem die Dresdener Eierschecke.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Nomen
'''Worttrennung:''' Ei-er-sche-cke
 
'''Aussprache:''' [ˈaɪ̯ɐˈʃɛkə]
|-
|}
 
== Wortformen ==
<div style="font-size:1.2em"> In fast allen vier Fällen wird in der Einzahl (Singular) das Grundwort ''Eierschecke'' und in der Mehrzahl (Plural) ''Eierschecken'' verwendet.</div>
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
! style="width: 14%" |
! style="width: 20%" |
! style="width: 33%" |Singular
! style="width: 33%" |Plural
|-
! style="width: 14%;text-align:left" |1. Fall
! style="width: 20%" |Nominativ
|die Eierschecke
|die Eierschecke'''<u>n</u>'''
|-
! style="text-align:left" |2. Fall
!Genitiv
|der Eierschecke
|der Eierschecke'''<u>n</u>'''
|-
! style="text-align:left" |3. Fall
!Dativ
|der Eierschecke
|den Eierschecke'''<u>n</u>'''
|-
! style="text-align:left" |4. Fall
!Akkusativ
|die Eierschecke
|die Eierschecke'''<u>n</u>'''
|-
|}
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
| '''[[Info - Eierschecke|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Eierschecke'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - Eierschecke =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Eierschecke|zurück zur Wortgeschichte ''Eierschecke'']]'''
|}
----
 
__TOC__
== Weiterführende Informationen zum Wort ''Eierschecke'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| '''Schecke:''' ahd. schecho, mhd. schëcke, schëgge - ''eng anschliessender durchsteppter leibrock, der auch als panzer gebraucht wurde'' (sh. [[Eierschecke#Belege/Quellen|Quelle]]). Eierschecke: Im 14. Jh. war ''Schecke'' die Bezeichnung für einen Männerrock, der an der Taille mit einem breiten Gürtel eng geschnürt wurde. Diese Dreiteilung des Rocks war vermutlich Namensgeber für das Wort Eierschecke (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Eierschecke Quelle]).
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
 
|-style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
| Kochrezepte (nicht werbefrei): [https://eierschecken.de/ Die Eierschecke], [https://www.ddr-rezepte.de/suess/dresdner-eierschecke/ Dresdener Eierschecke], [https://de.wikibooks.org/wiki/Kochbuch/_Freiberger_Eierschecke Freiberger Eierschecke],
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''scheck(e)'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''scheck(e)'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]</br>
== Belege/Quellen ==
 
[https://www.dwds.de/wb/Eierschecke DWDS], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Eierschecke OWID], [https://www.zdl.org/?q=Eierschecke ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eierschecke Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Eierschecke wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Eierschecke Wortbedeutung.info]
 
'''Entstehung:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Eierschecke Wikipedia], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=S00990 Mittelhochdeutsches Wörterbuch] (BMZ), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Lexer&lemid=S01227#0 Mittelhochdeutsches Handwörterbuch] (Lexer),
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Eierschecke|zurück zur Wortgeschichte ''Eierschecke'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=Elfenbein=
__TOC__
 
== Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Aus dem althochdeutschen Wort für ''helfant'' (= Elefant) entwickelte sich schon früh das Wort ''helfenbein''. Das althochdeutsche Wort bein hatte früher auch die Bedeutung Knochen. Das ''helfenbein'' war also ein ''Knochen des Elefanten''.
|-
|
|-
|}
 
== Hinweise zum Wort ''Elfenbein'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| Material von Tierzähnen, Stoßzähne vor allem von Elefanten, Mammut und Walen
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Stoßzähne der Elefanten sind aus Elfenbein.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Nomen
'''Worttrennung:''' El-fen-bein
 
'''Aussprache:''' [ˈɛlfn̩ˌbaɪ̯n]
|-
|}
== Wortformen ==
<div style="font-size:1.2em"> In fast allen vier Fällen wird das Grundwort ''Elfenbein'' verwendet. Im 2. und 3. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. In der Mehrzahl (Plural) wird ein ''e'' an das Grundwort angehängt. Im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) wird ''n'' ergänzt.:</div>
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
! style="width: 12%" |
! style="width: 15%" |
! style="width: 40%" |Singular
! style="width: 33%" |Plural
|-
! style="width: 14%;text-align:left" |1. Fall
! style="width: 20%" |Nominativ
|das Elfenbein
|die Elfenbein'''e'''
|-
! style="text-align:left" |2. Fall
!Genitiv
|des Elfenbein'''s''', des Elfenbein'''es'''
|der Elfenbein'''e'''
|-
! style="text-align:left" |3. Fall
!Dativ
|dem Elfenbein, dem Elfenbein'''e'''
|den Elfenbein'''en'''
|-
! style="text-align:left" |4. Fall
!Akkusativ
|das Elfenbein
|die Elfenbein'''e'''
|-
|}
 
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| '''[[Info - Elfenbein|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Elfenbein'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - Elfenbein =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Elfenbein|zurück zur Wortgeschichte ''Elfenbein'']]'''
|}
----
== Weiterführende Informationen zum Wort ''Elfenbein'' ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Entstehung:'''
| '''Elefant:''' griech. ἐλέφας (eléphās) > ahd. helfant; ahd. helfantbein = Elefantenknochen, Elfenbein, mhd. helfenbein; ab 16. Jh. auch ''elfenbein'' (in Angleichung an  griech. und lat. ohne ''h'')
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Wortbildungen:'''
[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbein Elfenbein]:
|'''Adjektive:''' [https://www.dwds.de/wb/elfenbeinartig?o=Elfenbeinartig elfenbeinartig], [https://de.wiktionary.org/wiki/elfenbeinern elfenbeinern], [https://de.wiktionary.org/wiki/elfenbeinfarben elfenbeinfarben]
'''Nomen:''' [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinarbeit Elfenbeinarbeit], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinbüste Elfenbeinbüste], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinexport Elfenbeinexport], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinfächer Elfenbeinfächer], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinfarbe Elfenbeinfarbe], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinfigur Elfenbeinfigur], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeingegenstand Elfenbeingegenstand], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeingriff Elfenbeingriff], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinhandel Elfenbeinhandel], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinhändler Elfenbeinhändler], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinimitation Elfenbeinimitation], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinjäger Elfenbeinjäger], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinkamm Elfenbeinkamm], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinkästchen Elfenbeinkästchen], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinknopf Elfenbeinknopf], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinkopf Elfenbeinkopf], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinkugel Elfenbeinkugel],[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinlöffel Elfenbeinlöffel],[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinpalast Elfenbeinpalast], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinporzellan Elfenbeinporzellan], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinschnitzerei Elfenbeinschnitzerei],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinthron Elfenbeinthron], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] (Redensart), [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] , [https://de.wiktionary.org/wiki/Mammutelfenbein Mammutelfenbein], ...
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Namen:'''
|Länder: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeink%C3%BCste Elfenbeinküste] (Land in Afrika)
Pflanzen: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Mannstreu Elfenbein-Mannstreu] (Pflanze), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-R%C3%B6hrling Elfenbeinröhrling] (Pilzart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Schneckling Elfenbeinschneckling] (Pilzart),
 
Tiere: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Federlibelle Elfenbein-Federlibelle] (Libellenart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Flechtenb%C3%A4rchen Elfenbein-Flechtenbärchen] (Schmetterling), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinm%C3%B6we Elfenbeinmöwe] (Mövenart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinspecht Elfenbeinspecht] (Vogelart), ...
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''sonstiges:'''
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] (Metapher), Elfenbeinmuseum in [https://www.schloesser-hessen.de/de/schloss-erbach/elfenbeinmuseum Schloss Erbach]
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Ableitungen:'''
| -
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Interessantes:'''
| Interessante Artikel für Kinder findest du im Klexikon ([https://klexikon.zum.de/wiki/Elefanten Elefant], [https://klexikon.zum.de/wiki/Elfenbein Elfenbein]) und im Mini-Klexikon ([https://miniklexikon.zum.de/wiki/Elefanten Elefant], [https://miniklexikon.zum.de/wiki/Elfenbein Elfenbein]). eine interessante Sendung für Kinder über Elefanten, Elfenbein und Elfenbeinschmuggel findest du in der Sendereihe [https://www.kika.de/loewenzahn/videos/suedafrika-elefanten-zwei-100 Löwenzahn].
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''elfen'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen sind nur zusammen mit dem Nomen ''bein'' bekannt. Einen etymologischen Zusammenhang des Wortes mit dem Zahlwort ''elf'' oder ''den'' ''Elfen'' (Fabelwesen) gibt es nicht.
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''elfen'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]</br>
== Belege/Quellen ==
 
[https://www.dwds.de/wb/Elfenbein DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbein Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01152 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E01616 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E03854 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Elfenbein OWID], [https://www.zdl.org/?q=Elfenbein ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Elfenbein Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Elfenbein wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Elfenbein Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Elfenbein|zurück zur Wortgeschichte ''Elfenbein'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=emsig=
<nowiki>{{DISPLAYTITLE:emsig}}</nowiki>
 
----
__TOC__
== Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Aus dem alten Adjektiv ''emiʒ'' (= fortwährend, ständig, immer) entwickelte sich schon im frühen Mittelalter die Adjektivform mit der Nachsilbe (Suffix) -''ig'', zunächst ''emiʒʒig'', später  ''emʒic''. in der Bedeutung ''häufig, eifrig''.
|-
| Das Wort kommt nur im deutschsprachigen Raum vor.
|-
|}
== Hinweise zum Wort ''emsig'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| ausdauernd, mit großem Eifer und fleiß arbeiten; unermüdlich, tüchtig
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Bienen sammeln emsig Pollen und fliegen von Blüte zu Blüte.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Adjektiv
'''Worttrennung:''' em-sig
 
'''Aussprache:''' [ˈɛmzɪç]
|-
|}
== Wortformen ==
<div style="font-size:1.2em"> Das Adjektiv ''emsig'' wird regelhaft gesteigert.:</div>
{| class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
! style="width: 30%" |Grundstufe (Positiv)
! style="width: 30%" |Vergleichsstufe (Komparativ)
! style="width: 40%" |Höchststufe (Superlativ)
|-
|emsig
|emsiger
|am emsigsten
|-
|}
 
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| '''[[Info - emsig|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''emsig'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - emsig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Emsig|zurück zur Wortgeschichte ''emsig'']]'''
|}
----
__TOC__
== Weiterführende Informationen zum Wort ''emsig'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| <abbr>ahd.</abbr> emiʒʒīg, emeʒʒīg, <abbr>mhd.</abbr> emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| Emsigkeit
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''ems'' im Adjektiv ''emsig'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Von diesem Morphem gibt es nur eine Ableitung/Wortbildung (= ''Emsigkeit''). Die Grundlage ist die Wortbildung ''ems + ig''. Einen etymologischen Zusammenhang mit anderen gleichlautenden Morphemen oder Namen gibt es nicht.
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''ems'' ist daher in dieser Bedeutung<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]</br>
== Belege/Quellen ==
[https://www.dwds.de/wb/emsig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/emsig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01209 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E01890 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04194 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=emsig OWID], [https://www.zdl.org/?q=emsig ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/emsig Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=emsig wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/emsig Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Emsig|zurück zur Wortgeschichte ''emsig'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=Engerling=
__TOC__
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Aus dem althochdeutschen Wort ''angar'' = ''Made, Larve'' wurde später ''enger'' und dann die Verkleinerungsform ''Engerling''.
|-
|}
==Hinweise zum Wort ''Engerling''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Der ''Engerling'' ist die Larve eines Maikäfert
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Engerlinge fressen die Wurzeln von unterschiedlichen Pflanzen.''
|-
| style="vertical-align:top;"|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen
'''Worttrennung:''' En-ger-ling, En-ger-lin-ge
 
'''Aussprache:''' [ˈɛŋɐlɪŋ]
|
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |'''Interessantes:'''
| style="vertical-align:top;"|Zu den Maikäfern gibt es eine interessante Seite im [https://klexikon.zum.de/wiki/Maik%C3%A4fer Klexikon]. Dort findest du auch eine Beschreibung der Entwicklung von der Larve (Engerling) bis zum Käfer.
| rowspan="2" style="width:15%; vertical-align:top" |[[file:20260303 Engerling Maikäfer melolontha 08.JPG|right|150px]]
|-
|Die Engerlinge unterscheiden sich von anderen Larven unter anderem durch ihre Form. Sie sehen fast wie der Buchstabe "C" aus.
|-
|}
 
== Wortformen ==
<div style="font-size:1.2em"> In fast allen vier Fällen wird das Grundwort ''Engerling'' verwendet. Im 2. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) wird ein ''s'' angehängt. In der Mehrzahl (Plural) wird ein ''e'' angehängt und im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) zusätzlich ein ''n'' ergänzt.:</div>
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
! style="width: 14%" |
! style="width: 20%" |
! style="width: 33%" |Singular
! style="width: 33%" |Plural
|-
! style="width: 14%;text-align:left" |1. Fall
! style="width: 20%" |Nominativ
|der Engerling
|die Engerling'''<u>e</u>'''
|-
! style="text-align:left" |2. Fall
!Genitiv
|des Engerling'''<u>s</u>'''
|der Engerling'''<u>e</u>'''
|-
! style="text-align:left" |3. Fall
!Dativ
|dem Engerling
|den Engerling'''<u>en</u>'''
|-
! style="text-align:left" |4. Fall
!Akkusativ
|den Engerling
|die Engerling'''<u>e</u>'''
|-
|}
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| [[Info - Engerling|'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Engerling''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - Engerling =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Engerling|zurück zur Wortgeschichte ''Engerling'']]'''
|}
----
__TOC__
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Engerling''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|<abbr>ie.</abbr> *angu̯(h)- = Schlange, <abbr>ahd.</abbr> angar, <abbr>mhd.</abbr> anger, enger = Enger; bereits im 10. Jh. auch mit dem Suffix -ring und später -ling; <abbr>ahd.</abbr> engiring, engirling, <abbr>mhd.</abbr> engerlinc.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
 
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Als Engerling wird nicht nur die Larve des Maikäfers genannt. In der Biologie zählen hierzu alle Larven der Familie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Scarabaeoidea Scarabaeoidea], also auch die Larven [https://de.wikipedia.org/wiki/Blatthornk%C3%A4fer Blatthornkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erdk%C3%A4fer Erdkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hirschk%C3%A4fer Hirschkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Mistk%C3%A4fer Mistkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenk%C3%A4fer Rosenkäfer] und weltweit über 35.000 weitere Arten. ([https://de.wikipedia.org/wiki/Scarabaeoidea Quelle]).
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''enger'' kommt nicht isoliert vor und hiervon gibt es auch keine Wortbildungen. Die Bezeichnung für die Maikäfer Larven als ''Engerling'' ist nicht verwandt mit dem Adjektiv ''eng''.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''enger'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/Engerling DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Engerling Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01252 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E02069 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04446 Grimm]), [https://www.owid.de/artikel/184464 OWID], [https://www.zdl.org/?q=Engerling ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Engerling Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Engerling wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Engerling/ Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Engerling|zurück zur Wortgeschichte ''Engerling'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=entbehren=
<nowiki>{{DISPLAYTITLE:entbehren}}</nowiki>
entbehrlich, Entbehrung <nowiki>#REDIRECT [[entbehren]]</nowiki>
----
__TOC__
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Das mittelhochdeutsche Verb ''enbern'' ist eine Verneinung des untergegangenen Verbs ''beran, bern = tragen.'' Die erste Silbe ''en'' ist die Verneinung. Ursprünglich bedeutete das Wort also ''etwas'' ''nicht tragen'' oder ''etwas nicht bei sich tragen.'' Das, was man ''nicht bei sich tragen'' kann, das braucht man auch nicht. So hat sich aus ''enbern = nicht tragen'' die Bedeutung ''ermangeln'' und ''vermissen'' entwickelt.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das untergegangene Verb ''beran'' (''bern'') ist auch noch in anderen Wörtern zu finden, zum Beispiel:
|-
|
*'''''gebären''''', mittelhochdeutsch ''gebern'' = ''zu Ende '''getragen''''', dazu gehört auch das Nomen ''[https://klexikon.zum.de/wiki/Geburt Geburt]''
*'''''Eimer''''', mittelhochdeutsch ''einber'' = ein Behälter, den man mit '''''ein'''er'' Hand '''''tragen''''' kann
*'''''Zuber''', '''zu''' ='' zwei, also ein Behälter, den man mit ''zwei'' Händen '''''tragen''''' muss
|-
|}
==Hinweise zum Wort ''entbehren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|etwas oder jemanden vermissen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispiel:'''
|''Ich habe als Kind früher vieles entbehren müssen.''
 
''Ich möchte dich für keinen Tag in meinem Leben entbehren.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
'''Worttrennung:''' ent-beh-ren
 
'''Aussprache:''' [ɛntˈbeːʁən]
|-
|}
 
== Wortformem (Flexion) ==
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich entbehre
| style="width: 25%" |ich entbehrte
| style="width: 25%" |ich habe entbehrt
|-
!2. Person
|du entbehrst
|du entbehrtest
|du hast entbehrt
|-
!3. Person
|er/sie/es entbehrt
|er/sie/es entbehrte
|er/sie/es hat entbehrt
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir entbehren
|wir entbehrten
|wir haben entbehrt
|-
!2. Person
|ihr entbehrt
|ihr entbehrtet
|ihr habt entbehrt
|-
!3. Person
|sie entbehren
|sie entbehrten
|sie haben entbehrt
|-
|}
 
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| [[Info - entbehren|'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''entbehren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - entbehren =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[entbehren|'''zurück zur Wortgeschichte ''entbehren''''']]
|}
----
__TOC__
==Weiterführende Informationen zum Wort ''entbehren''==
{| style="width: 100%; "
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|Aus dem Verb ahd. ''beran'', mhd. ''bern'' = tragen, hervorbringen hat sich mit dem altdeutschen Präfix in- = ''nein, nicht'' (als Negation ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern = ''nicht tragen'' entwickelt. Das ursprüngliche Verb (''beran, bern'') ist schon früh untergegangen und kommt nur noch in einigen Regiolekten vor. Das Präfix ahd. ''in''- und mittelhochdeutsch ''en''- ist in späterer Zeit an das verbreitete Präfix ''ent''- angepasst worden.
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Wortbildungen:'''
([https://de.wiktionary.org/wiki/entbehren entbehren]):
| Nomen: [https://de.wiktionary.org/wiki/Entbehrung Entbehrung], [https://www.dwds.de/wb/Entbehrlichkeit Entbehrlichkeit], [https://www.dwds.de/wb/Unentbehrlichkeit Unentbehrlichkeit]
Adjektive: [https://de.wiktionary.org/wiki/entbehrlich entbehrlich], [https://www.dwds.de/wb/entbehrt entbehrt], [https://www.dwds.de/wb/entbehrungsreich entbehrungsreich], [https://www.dwds.de/wb/entbehrungsvoll entbehrungsvoll], [https://www.dwds.de/wb/langentbehrt langentbehrt], [https://www.dwds.de/wb/unentbehrlich unentbehrlich]
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''verwandte Wörter:'''
|Es gibt einige Wörter, die mit dem untergegangenen Verb mhd. bern (= tragen) verwandt bzw. hiervon abgeleitet sind. Dazu gehören die oben genannten Wörter ''gebären, Geburt, Eimer'' und ''Zuber''. Hier sind weitere Wörter, denen man diesen Zusammenhang nicht auf den ersten Blick ansehen kann:
|-
!
|
*'''Bürde''' = im übertragenen Sinn ''eine Last tragen'' -  ie. *bher(ə), germ. *burþīn, ahd. burdī, mhd. bürde
*'''Bahre''' = Trage, Gestell, auf der ein Toter getragen wird - ie. *bher(ə), germ. *bērō, ahd. bāra (8./9. Jh.), mhd. bāre
*'''Gebärde''' = ie. *bher(ə), ahd. gibārida, mhd. gebærde
*'''gebaren''' = ie. *bher(ə), ahd. gibārōn, mhd. gebāren
*'''gebühren''' (Gebühr) = sich zutragen, zufallen - * bher(ə), germ. *(gi)burjan, ahd. giburien, giburren, mhd. gebürn
|-
!
|Das mittelhochdeutsche Präfix ''en''- (ahd. ''in''-) führt zusammen mit dem mittelhochdeutschen Verb ''bern'' in der Bedeutung ''heben, erhaben'' auch zu weiteren Verwandtschaften, zum Beispiel: '''''empor''''' (ahd. in bore, mhd. enbore = in die Höhe), '''''empören''''' (ahd. irbōren, mhd. enbœ̅ren = erheben). Die gleiche germanische Wurzel haben auch die Wörter '''''Berg''''' (* bherg̑os-, <abbr>germ.</abbr> *berga-, mhd. berc = hoch erhaben) und '''''Burg''''' (<abbr>germ.</abbr> *burg-, mhd. burc = befestigte Höhe). Damit sind auch viele Vor- und Ortsnamen mit dem untergegangenen althochdeutschen Verb ''beran'' verwandt, von '''''Birgit''''' (die Erhabene) und '''''Ingeborg''''' (die Hüterin) bis '''''Augsburg''''' und '''''Wittenberg'''''.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das zugrunde liegende gemeingermanische Verb ''beran, ber'' ist ausgestorben. Erhalten geblieben ist das Morphem ''ber'' nur in der ursprünglich verneinenden Bedeutung mit dem Präfix ''ent-''. Hiervon sind auch alle Wortbildungen mit dem Morphem ''ent-'' + ''behr'' abgeleitet.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''behr'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/entbehren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/entbehren Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01271 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E02069 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04551 Grimm]), [https://www.owid.de/artikel/125066 OWID], [https://www.zdl.org/?q=entbehren ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/entbehren Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=entbehren wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/entbehren/ Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[entbehren|'''zurück zur Wortgeschichte ''entbehren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=erwähnen=
__TOC__
==Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Das Wort ist von dem ausgestorbenen mittelhochdeutschen Wort ''ge-wähenen'' = ''sagen, berichten, gedenken'' abgeleitet. Hieraus entwickelte sich später unsere heutige Bedeutung.
|-
| Das Verb ''erwähnen'' ist nicht verwandt mit dem Nomen ''Wahn'' und dem hiervon abgeleiteten Verb ''wähnen''.
|-
|}
==Hinweise zum Wort ''erwähnen'' ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| a) etwas beiläufig anmerken
 
b) etwas urkundlich nennen, anführen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''a) Er hat in unserem Gespräch gestern gar nicht erwähnt, dass er vor drei Wochen operiert wurde.''
 
b) ''Der Name unserer Stadt wurde bereits im 12. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
<nowiki>;</nowiki> ich erwähne, du erwähnst, er/sie/es erwähnt, wir erwähnen; wir haben erwähnt
 
'''Worttrennung:''' er-wäh-nen
 
'''Aussprache:''' [ɛɐ̯ˈvɛːnən]
|-
|}
 
== Wortformem (Flexion) ==
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich erwähne
| style="width: 25%" |ich erwähnte
| style="width: 25%" |ich habe erwähnt
|-
!2. Person
|du erwähnst
|du erwähntest
|du hast erwähnt
|-
!3. Person
|er/sie/es erwähnt
|er/sie/es erwähnte
|er/sie/es hat erwähnt
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir erwähnen
|wir erwähnten
|wir haben erwähnt
|-
!2. Person
|ihr erwähnt
|ihr erwähntet
|ihr habt erwähnt
|-
!3. Person
|sie erwähnen
|sie erwähnten
|sie haben erwähnt
|-
|}
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| '''[[Info - erwähnen|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''erwähnen'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
=Info - erwähnen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Erwähnen|zurück zur Wortgeschichte ''erwähnen'']]'''
|}
----
__TOC__
==Weiterführende Informationen zum Wort ''erwähnen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-
| style="width:15%; text-align:left; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|<abbr>ahd.</abbr> giwahanen neben giwahan, <abbr>mhd.</abbr> gewähenen, seit 16. Jh. als erwähnen im heutigen Sinne belegt
in Abgrenzung hierzu und nicht verwandt: ahd. mhd. wān, wōn = Vermutung, Meinung, Hoffnung, Erwartung, Vorstellung, Scheu (sh. [https://www.dwds.de/wb/Wahn#etymwb-1 DWDS]); ab 16. Jh. = Selbsttäuschung, ab 18. Jh. trügerische Vorstellung, Medizin: krankhafte Erscheinung, zwanghafte Einbildung
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Bedeutungs-'''
 
'''Unterschied:'''
|''Die Stadt Soest wurde bereits 836 urkundlich erwähnt.'' ''In einer alten Urkunde steht, dass die Stadt Lübeck bereits 1160 das Stadtrecht erhalten hat.'' Im ersten Beispiel bedeutet ''erwähnen'', dass Soest möglicherweise schon sehr viel früher das Stadtrecht verlieben bekommen hat. Es bedeutet nicht, dass Soest 836 das Stadtrecht erhalten hat.
|-
|  style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Wortbildungen:'''
|Adjektivbildungen: [https://www.dwds.de/wb/ersterwähnt ersterwähnt], [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnenswert erwähnenswert], [https://www.dwds.de/wb/erwähntermaßen erwähntermaßen], [https://www.dwds.de/wb/obenerwähnt obenerwähnt], [https://www.dwds.de/wb/vorerwähnt vorerwähnt], [https://de.wiktionary.org/wiki/unerwähnt unerwähnt], ...
Nomenbildungen: [https://www.dwds.de/wb/Ersterwähnung Ersterwähnung],  [https://www.dwds.de/wb/Nichterwähnung Nichterwähnung], [https://www.dwds.de/wb/Obenerwähnte Obenerwähnte], ...
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Ableitungen:'''
|Grundwort: [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnen erwähnen], Adjektiv: [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnt erwähnt], Nomen: [https://de.wiktionary.org/wiki/Erwähnung Erwähnung]
|}
 
== Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''wähn'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix ''er''- vor. Es gibt keinen Bedeutungszusammenhang zwischen dem Morphem ''wähn'' in ''erwähnen'' und ''wähn'' im Verb ''wähnen'' (Grundwort ''Wahn'').
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''wähn'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen ==
[https://www.dwds.de/wb/erwähnen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/erw%C3%A4hnen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E02122 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E03726 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E08969 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=erwähnen OWID], [https://www.zdl.org/?q=erwähnen ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/erwähnen Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=erwähnen wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/erwähnen Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Erwähnen|zurück zur Wortgeschichte ''erwähnen'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=Flederwisch=
__TOC__
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|[[file:20260226_Plumeau.jpg|right|x150px]]Das Wort ist zusammengesetzt aus den mittelhochdeutschen Verben ''vlederen'' (= flattern) und ''wischen''.
 
Früher nannte man den aus Gänsefedern zusammengebundenen Staubbesen auch ''federwisch''.
 
In der Abbildung rechts findest du einige Beispiele wie diese Federwische früher ausgesehen haben.
|-
|}
==Hinweise zum Wort ''Flederwisch''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|a) Wisch aus Gänsefedern zum Abstauben
 
früher auch Handfeger, der aus Gänseflügeln hergestellt wurde.
 
b) Scherzhafte Bezeichnung für ein unruhiges, lebhaftes Kind.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|a) ''Das Stubenmädchen fegt mit dem Flederwisch den Staub vom Schrank.''
 
b) ''Rita ist ein richtiger wilder Flederwisch''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|Nomen: der Flederwisch, die Flederwische; Worttrennung: Fle-der-wisch; Aussprache:  [ˈfleːdɐˌvɪʃ]
|- style="vertical-align:top;"
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em"> Das Grundwort kommt nur im 1. (Nominativ) und 4. Fall (Akkusativ) in der Einzahl (Singular) vor. Für den 2. (Genitiv) und 3. Fall (Dativ) können zwei verschiedene Formen gebildet werden. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''e'' ergänzt, im 3. Fall (Dativ) ''en''.</div>
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 12%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 42%"|Singular
!style="width: 26%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Flederwisch
|die Flederwisch'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Flederwisch'''<u>s</u>''', des Flederwisch'''<u>es</u>'''
|der Flederwisch'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
| dem Flederwisch, dem Flederwisch<u>'''e'''</u>
|den Flederwisch'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Flederwisch
|die Flederwisch'''<u>e</u>'''
|-
|}
 
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Flederwisch| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Flederwisch''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Info - Flederwisch =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Flederwisch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Flederwisch''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Flederwisch''==
{| style="width: 100%;"
|-
| style="width: 15%; text-align:left; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|'''[https://www.dwds.de/wb/fledern fledern]:''' mhd. vlederen, vledern = flattern; mhd. vederwisch = Federwisch, seit 15. Jh. dann vlederwisch
'''[https://www.dwds.de/wb/wischen wischen]:''' ahd. ''wisken,'' mhd. wischen, wüschen
|- style="vertical-align:top;"
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Ableitungen und Wortbildungen:'''
|'''[https://www.dwds.de/wb/fledern fledern]:''' hierzu [https://www.dwds.de/wb/Flederbeer Flederbeer], [[Fledermaus]],  [https://www.dwds.de/wb/Fledertier Fledertier], [https://www.dwds.de/wb/zerfledern zerfledern]
'''[https://de.wiktionary.org/wiki/fleddern fleddern]:''' (rotw. fladern = waschen; vermutlich von mhd. ''vlederen'' abgeleitet), [https://www.dwds.de/wb/zerfleddern zerfleddern], [https://de.wiktionary.org/wiki/Leichenfledderer Leichenfledderer], ...
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Interessantes:'''
|Bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Flederwisch Wikipedia] ist ein interessanter Artikel, der die Herstellung und Funktion der aus Gänsefedern gebundenen ''Handfeger'' oder ''Staubwedel'' beschreibt.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''fleder'' kommt isoliert im Verb ''fledern'' vor. Von diesem Verb gibt es weitere Wortbildungen, z. B. Flederhund, Fledermaus usw.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''fleder'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/Flederwisch DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Flederwisch Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=F02259 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=F05453 Grimm]), [https://www.owid.de/service/cosmas/suche/kw?query=Flederwisch OWID], [https://www.zdl.org/?q=Flederwisch ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Flederwisch Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Flederwisch wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Flederwisch/ Wortbedeutung.info], [https://de.wikipedia.org/wiki/Flederwisch Flederwisch]
 
'''Abbildung:''' [https://de.wiktionary.org/wiki/Flederwisch#/media/Datei:Plumeau.jpg Flederwisch]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Flederwisch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Flederwisch''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Firlefanz=
__TOC__
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Früher nannte man in Frankreich einen lustigen Tanz, in dem viel gehüpft und gesprungen wurde ''virelai''. Daraus ist im späten Mittelalter das Wort ''firlifanz'' entstanden. Die Bedeutung ''überflüssiges Zeug'' und ''Unsinn'' hat sich hieraus erst später entwickelt.
|-
|}
==Hinweise zum Wort ''Firlefanz''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|überflüssiges, wertloses unnützes Zeug; törichtes Gerede; Unsinn
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Nehmt keinen Firlefanz mit auf die Reise. Macht nicht so einen Firlefanz um die kleine Feier.''
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen
 
'''Worttrennung:''' Fir-le-fanz
 
'''Aussprache:''' [ˈfɪʁləˌfants]
|-
|}
== Wortformen ==
<div style="font-size:1.2em"> In der Einzahl (Singular) wird im 1., 3. und 4. Fall das Grundwort verwendet. Im 2. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) wird ein ''es'' angehängt. In der Mehrzahl (Plural) wird im 1., 2. und 4. Fall ein ''e'' an das Grundwort ergänzt. Im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) wird ''e'' durch ''en'' ersetzt.:</div>
{|class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="width: 14%;text-align:left"|1. Fall
!style="width: 20%"|Nominativ
|der Firlefanz
|die Firlefanz'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Firlefanz'''<u>es</u>'''
|der Firlefanz'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Firlefanz
|den Firlefanz'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Firlefanz
|die Firlefanz'''<u>e</u>'''
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Firlefanz| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Firlefanz''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Info - Firlefanz=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Firlefanz|'''zurück zur Wortgeschichte ''Firlefanz''''']]
|}
----
__TOC__
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Firlefanz''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Die genaue Herkunft ist unklar. Vermutlich liegt dem Wort das  afrz. lai = ''Gedicht'' und afrz. virelai = ''Ringel-, Reigenlied'' zugrunde. Der zweite Teil des Wortes ''fanz'' könnte von mhd. ''tanz'' abgeleitet sein. Möglich ist aber auch, dass der Ursprung in dem  mhd. Wort ''alefanz'' = ''Schalk, Possen'' liegt.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| [https://www.dwds.de/wb/Firlefanzerei Firlefanzerei], veraltet und heute nicht mehr gebräuchlich: firlefanzen, Firlefanzer
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Die Morpheme ''firle'' und ''fanz'' kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Die Morpheme ''firle'' und ''fanz'' sind daher<span style="color:green"> '''unikale Morpheme'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Firlefanz DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Firlefanz Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=F01441 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=F02013 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=F04549 Grimm]), [https://www.owid.de/service/cosmas/suche/kw?query=Firlefanz OWID], [https://www.zdl.org/?q=Firlefanz ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Firlefanz Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Firlefanz wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Firlefanz/ Wortbedeutung.info], [https://de.wikipedia.org/wiki/Firlefanz Wikipedia]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Firlefanz|'''zurück zur Wortgeschichte ''Firlefanz''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= garstig =
{{DISPLAYTITLE:garstig}}
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''garstig'' beschreibt etwas, das unangenehm, widerlich oder böse wirkt. Das kann sich sowohl auf das Verhalten einer Person beziehen, als auch auf Gerüche oder Situationen.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf mittelhochdeutsch ''garst'' zurück, das „ranzig, schlecht riechend“ bedeutete.
 
Verwandt ist althochdeutsch ''gerstī'' = Hass, Groll.
 
Ursprünglich bezeichnete ''garstig'' also etwas, das Ekel oder Abscheu hervorruft. Die Bedeutung wurde später auf Verhalten von Menschen übertragen.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''garstig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. widerlich, ekelerregend 
2. böse, gemein, unangenehm im Verhalten
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Er war heute besonders garstig zu seinen Mitschülern.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' gars-tig
 
'''Aussprache:''' [ˈɡaʁstɪç]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''garstig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|garstig
|garstiger
|am garstigsten
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - garstig| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''garstig''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - garstig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[garstig|'''zurück zur Wortgeschichte ''garstig''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''garstig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *ghers-, *ghres- = Widerwille, Abscheu, Ekel → ahd. ''gerstī'' = Hass, Groll 
→ mhd. ''garst'' = ranzig, übel riechend 
→ nhd. ''garstig''
 
Bedeutungsentwicklung: Ekel, Gestank → unangenehm → böse, gemein
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Garstigkeit Garstigkeit]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort zeigt eine typische Bedeutungsverschiebung:
: körperliche Wahrnehmung (Geruch) → moralische Bewertung (Charakter)
 
Ähnliche Entwicklungen gibt es bei Wörtern wie:
: „faul“ (Geruch → Verhalten) 
: „stinkig“ (Geruch → Stimmung)
 
Das ältere Wort ''garst'' ist heute nicht mehr gebräuchlich.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''garst'' im Wort ''garstig'' kommt heute nicht mehr isoliert und nur in der Wortbildung ''garstig'' vor. Die einzige weitere Wortbildung (Garstigkeit) ist vom Adjektiv ''garstig'' abgeleitet.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''garst'' ist daher ein<span style="color:green"> '''unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/garstig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/garstig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00307 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00271 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=garstig ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/garstig Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[garstig|'''zurück zur Wortgeschichte ''garstig''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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= Garaus =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Adjektiv ''gar'' bedeutete im Mittelhochdeutschen „ganz, vollständig“, ''aus'' bedeutete „zu Ende“.
Das Nomen ''Garaus'' entstand aus dem Ausruf ''gar aus''. Das riefen die Wachen Anfang des 16. Jahrhunderts in den Städten Nürnberg und Regensburg, wenn abends die Stadttore geschlossen wurden. Dieser Ausruf wurde später auf das Tagesende und den Glockenschlag übertragen, der das Ende des Tages „einläutete“.
 
Die Verbindung ''gar aus'' bedeutete also zunächst: „vollständig zu Ende“. Daraus entwickelte sich später das Nomen ''Garaus'' in der Bedeutung ''Ende''.
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Nomen wird heute nicht mehr isoliert verwendet. Es kommt nur noch in der Redewendung ''jemanden den Garaus machen vor'' und bedeutet ''jemanden töten'', also das Leben eines Menschen absichtlich (mit Gewalt) beenden.
Diese Redewendung wird manchmal auch scherzhaft gemeint, z. B. „Kannst du nicht endlich der surrenden Mücke an der Fensterscheibe den Garaus machen." (freundliche Umschreibung für das Töten der Mücke).
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Garaus''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Ende, vollständige Vernichtung (meist in festen Wendungen)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Der Sturm machte dem alten Baum den Garaus.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum
 
'''Worttrennung:''' Gar-aus
 
'''Aussprache:''' [ˈɡaːɐ̯ˌʔaʊ̯s]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Garaus'' wird meist nur im Singular verwendet und tritt überwiegend in festen Wendungen auf.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|das Garaus
|–
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Garaus
|–
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Garaus
|–
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|das Garaus
|–
|-
|}
 
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Garaus| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Garaus''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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= Info - Garaus =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Garaus|'''zurück zur Wortgeschichte ''Garaus''''']]
|}
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__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Garaus''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|germ. *garwa- → ahd. ''garo'' = fertig, vollständig → mhd. ''gar'' = bereit, vollständig, ganz ; ''gar'' + ''aus'' = zu Ende
Ausruf: ''gar aus'' = vollständig vorbei → Substantivierung: ''das Garaus''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|den Garaus machen (feste Redewendung)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Bedeutungs-'''
'''entwicklung:'''
|Das Wort ''Garaus'' ist ein Beispiel für die sogenannte „Zusammenrückung“:
: eine Wortgruppe („gar aus“) wird zu einem festen Wort.
 
Heute wird es fast ausschließlich in festen Wendungen verwendet, besonders:
: „jemandem den Garaus machen“ 
 
Die ursprüngliche wörtliche Bedeutung („ganz aus“) ist im heutigen Sprachgefühl nicht mehr unmittelbar erkennbar.
 
Bei dem Adjektiv ''gar'' hat sich von der ursprünglichen Bedeutung ahd. garo = fertig eine Bedeutungsverengung auf den gastronomischen Bereich im Sinne von ''fertig'' ''gegart'' verengt.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''Garaus'' ist zusammengesetzt aus dem Adjektiv ''gar'' und dem Adverb ''aus''. Das Adjektiv ''gar'' wird heute nur in der eingeschränkten gastronomischen Bedeutung verwendet. In der Wortbildung Garaus wird heute kein Bedeutungszusammenhang zum Adjektiv ''gar'' gesehen.
'''Einerseits''': Das Morphem ''gar'' (als Adjektiv ''gar'') kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen (z. B. Garküche, Garkoch, halbgar) vor. Es handelt sich daher nicht um ein unikales Morphem.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem gar ist demnach <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |'''Andererseits:''' Heute wird kaum noch ein Zusammenhang zwischen dem Adjektiv ''gar'' (im gastronomischen Sinne) und dem Morphem ''gar'' im Nomen ''Garaus'' gesehen, zumal das Nomen nur noch in der Redewendung ''jemandem oder etwas den Garaus machen'' (im Sinne von töten, beenden) vorkommt. Aus diesem Grunde kann auch garaus als ein Morphem (= kleinste bedeutungstragende Einheit) betrachtet werden.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem garaus kann daher auch als <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
| colspan="2" |Das Adjektiv ''gar'' (ahd. garo) hat zudem einen Bedeutungswandel erlebt, von ursprünglich ahd. garo = ''vollständig, gerüstet, bereit gemacht'' hin zur heutigen(eingeschränkten) Bedeutung gar = ''fertig gekocht, gebraten, gebacken'' etc.
Auch das Morphem ''gar'' in ''Garaus'' hat einen Bedeutungswandel vollzogen. Aus der ursprünglichen Bedeutung ''vollständig, vorbei'' in der Wortgruppe ''gar aus'' ist eine Redewendung entstanden, die auf ''jmdn. oder etw. töten, vernichten'' eingeschränkt ist.
|-
|[[File:Pik-Kreis-blau.jpg]]
|Wenn nur das Morphem ''gar'' isoliert betrachtet wird, so bleibt zunächst offen, ob es aufgrund der Bedeutungsverschiebungen als unikales Morphem betrachtet werden kann. Daher wird das Morphem ''gar'' bis zur Klärung zunächst als <span style="color:blue">'''unklar'''</span> eingestuft.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Garaus DWDS],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Garaus Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] sh. [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00218 Adelung], vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G01053 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Wander&lemid=G00113 Wander] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Wanders_Deutsches_Sprichw%C3%B6rter-Lexikon Sprichwörterlexikon] Anfang 19. Jh. zeigt noch eine große Vielfalt der Redewendungen mit dem Nomen ''Garaus''), [https://www.zdl.org/?q=Garaus ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Garaus Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Garaus Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[Büchse|'''''Büchse''''']] und [[Buchsbaum|'''''Buchsbaum''''' ]]
|[[Garaus|'''zurück zur Wortgeschichte ''Garaus''''']]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Buchse|'''zurück zur Wortgeschichte ''Buchse''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
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= Büchse =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''Büchse'' bezeichnet heute sowohl eine Dose als auch – in einer übertragenen Bedeutung – ein Gewehr. Beide Bedeutungen gehen auf die Vorstellung eines röhrenförmigen oder hohlen Gegenstands zurück.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht wie ''Buchse'' auf das lateinische Wort ''buxus'' = Buchsbaum zurück. Daraus entstand ahd. ''buhsa'' = Dose aus Buchsbaumholz.
 
Später entwickelte sich daraus die Form ''Büchse''. Die Bedeutung erweiterte sich: Von der kleinen Dose wurde der Begriff auf röhrenförmige Gegenstände übertragen – schließlich auch auf Feuerwaffen.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Büchse''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. Dose, Behälter (z. B. Konservendose) 
2. Gewehr (umgangssprachlich)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Er nahm die Büchse aus dem Schrank.'' 
''Die Erbsen sind noch in der Büchse.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, feminin
 
'''Worttrennung:''' Büch-se
 
'''Aussprache:''' [ˈbʏksə]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Büchse'' ist ein Nomen. Es wird regelmäßig dekliniert. Alle Wortformen entsprechen in der Einzahl (Singular) dem Grundwort. In der Mehrzahl wird in allen Fällen ein '''''n''''' angefügt.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|die Büchse
|die Büchse'''<u>n</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|der Büchse
|der Büchse'''<u>n</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|der Büchse
|den Büchse'''<u>n</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|die Büchse
|die Büchsen'''<u>n</u>'''
|-
|}
 
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|siehe auch die Wortgeschichten [[Buchse|'''''Buchse''''']] und [[Buchsbaum|'''''Buchsbaum''''' ]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Büchse| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Büchse''''']]
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{{WörterABC-Tabelle}}
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= Info - Büchse =
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|[[Büchse|'''zurück zur Wortgeschichte ''Büchse''''']]
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==Weiterführende Informationen zum Wort ''Büchse''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Buchsbaum: <abbr>griech.</abbr> pýxos (πύξος) → lat. ''buxus'' = Buchsbaum = Buchsbaum
<abbr>Büchse: griech.</abbr> pyxís (πυξίς) → <abbr>lat.</abbr> pyxis = Büchse → ahd. ''buhsa'' = Dose → mhd. ''buhse'' → nhd. ''Büchse''
Bedeutungsentwicklung:
: Buchsbaum → Dose aus Buchsbaum → Behälter → röhrenförmiger Gegenstand → Feuerwaffe
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Büchsenmacher, Büchsenfleisch, Konservendose („Büchse“ umgangssprachlich)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Buchse (Parallelform), büchsig (selten), Büchslein (veraltet)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Büchse'' gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''Buchsbaum'' und ''Buchse''.
Besonders auffällig ist die starke Bedeutungsverschiebung:
: Pflanze → Material → Dose → Technik → Waffe
Die übertragene Bedeutung „Gewehr“ entstand durch die Ähnlichkeit der Form (Röhre).
Die Redewendung „die Büchse der Pandora öffnen“ geht auf die griechische Mythologie zurück.
|-
|
|siehe hierzu [https://www.geo.de/geolino/redewendungen/1623-rtkl-redewendung-die-buechse-der-pandora-oeffnen?utm_source=chatgpt.com Geolino], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pandora Wikipedia], [https://de.wiktionary.org/wiki/B%C3%BCchse_der_Pandora Wiktionary]
|}
Wortbildungen zum Nomen ''Büchse''
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/B%C3%BCchse DWDS],
[https://de.wiktionary.org/wiki/B%C3%BCchse Wiktionary],
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]
([https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B14118 Grimm]),
[https://www.zdl.org/?q=B%C3%BCchse ZDL],
[https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCchse Wikipedia],
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Buechse Duden-online]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[Buchse|'''''Buchse''''']] und [[Buchsbaum|'''''Buchsbaum''''' ]]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Büchse|'''zurück zur Wortgeschichte ''Büchse''''']]
|}
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Aktuelle Version vom 1. April 2026, 22:36 Uhr

Die bereits erstellen Seiten billig und putzig müssen korrigiert werden. Beide Wörter sind keine unikalen Morpheme

Zu Buchsbaum müssen noch die Seiten Buchse und Büchse erstellt werden. Siehe hierzu die Excel-Tabelle.

Die bereits erstelle Seite billig muss korrigiert werden. Das Wort ist kein unikales Morphem

Die Seiten Aschenputtel und Aschenbrödel müssen aktualisiert werden (Wörterseiten ersetzen durch neue Wörterseiten und Infoseiten).

sh. Beffchen, begehren, behagen, behelligen, bequem, berappen, Bernstein betütern, Bickbeere, Bingelkraut, Bollwerk, Bottich, bräsig, Bräuigam, Brombeere, Brösel, Brosame, Butzemann, Butzenscheibe


Aschenbrödel

Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Aschenbrödel ist eine andere Bezeichnung für die bekannte Märchenfigur Aschenputtel. Es wird vor allem im süddeutschen Raum und in Österreich verwendet.
Herr Alt Das Wort ist zusammengesetzt aus Asche und Brödel. In dem zweiten Wortteil -brödel steckt das mittelhochdeutsche Wort brodelen. Es bedeutet aufwühlen.

Aschenbrödel nannte man früher einen Küchenjungen, der für alle schmutzigen Arbeiten zuständig war; einer, der in der Asche wühlt.

Im Märchen vom Aschenbrödel sitzt ein Mädchen im Schmutz und muss „die Asche aufwühlen“, um die Erbsen herauszusuchen.

Aus dem alten Wort brodelen hat sich unser heute gebrauchtes Verb brodeln entwickelt. Wenn Wasser aufgekocht wird, dann ist es aufgewühlt, es brodelt und blubbert.
Geschichte: Im Märchen ist Aschenbrödel die jüngste von drei Töchtern. Sie musste aus der Asche Erbsen ausbuddeln, während ihre Schwestern zum Tanzen aufs Schloss des Königs gingen. Aschenputtel schlich unerkannt ebenfalls zum Schloss und heiratete später den Prinzen.
siehe auch: Weitere Hinweise zu diesem Märchen findest du beim Wort Aschenputtel.

Hinweise zum Wort Aschenbrödel

Bedeutung: 1. Märchenfigur: ein unterdrücktes Mädchen, das niedrige Arbeiten verrichten muss

2. übertragen: jemand, der unbeachtet bleibt oder benachteiligt wird

Beispielsatz: Die Geschichte vom Aschenbrödel wird auch unter dem Namen Aschenputtel erzählt.

Er spielte lange Zeit die Rolle des Aschenbrödels in der Mannschaft.

Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum (auch Femininum im übertragenen Gebrauch möglich)

Worttrennung: Aschen-brö-del

Aussprache: [ˈaʃn̩ˌbrøːdl̩]

Wortformen

Das Wort Aschenbrödel wird meist als Eigenname gebraucht. Ein Plural ist im übertragenen Sinn möglich.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Aschenbrödel die Aschenbrödel
2. Fall Genitiv des Aschenbrödels der Aschenbrödel
3. Fall Dativ dem Aschenbrödel den Aschenbrödeln
4. Fall Akkusativ das Aschenbrödel die Aschenbrödel



siehe auch: Aschenputtel
Weiterführende Informationen zum Grundwort Aschenbrödel
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Aschenbrödel

zurück zur Wortgeschichte Aschenbrödel


Weiterführende Informationen zum Wort Aschenbrödel

Entstehung: Die Geschichte vom Aschenbrödel wurde von Ludwig Bechstein in das Neue deutsche Märchenbuch (Mitte 19. Jh.) übernommen. Er nannte die Märchenfigur Aschenbrödel.
Wortbildungen: Aschenbrödeldasein, Aschenbrödelgeschichte
Ableitungen: brodeln
Interessantes: Das Wort Aschenbrödel ist eine ältere oder regionale Variante von Aschenputtel. Die Geschichte vom Aschenbrödel wurde von Ludwig Bechstein in das Neue deutsche Märchenbuch (Mitte 19. Jh.) übernommen. Er nannte die Märchenfigur Aschenbrödel.

Bekannt wurde der Name besonders durch den Film:

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
Verweis: Die Märchensammlung ist im Internet frei zugänglich. Die Geschichte vom Aschenbrödel kann auch bei Wikipedia nachgelesen werden. Dort finden sich auch Hinweise auf den Unterschied dieses Märchens im Vergleich zu Grimms Aschenputtel.

siehe auch: Aschenputtel

Unikales Morphem ?

Das Nomen Brödel ist heute nur noch regional gebräuchlich. Das Morphem bröd ist die umgelautete Variante des Morphems brod des Verbs brodeln (Allomorphie). Dieses Morphem brod kommt isoliert (sh. brodeln) und in weiteren Wortbildungen (z. B. aufbrodeln, emporbrodeln, Gebrodel) vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem brod ist in dieser Bedeutung daher kein unikales Morphem.

Für viele Sprecher wirkt Brödel daher wie ein unikales Morphem, da es im modernen Standarddeutsch selten vorkommt.

Das Verb brodeln im Sinne von trödeln wird vor allem in Oberösterreich benutzt. Die Herkunft ist unklar. Ein Zusammenhang zum Verb brodeln (s.o.) besteht nicht. Daher können die hiervon abgeleiteten Wortbildungen (z. B. herumbrodeln oder Brodlerin) nicht berücksichtigt werden.

Seitenanfang

Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, Grimm-1, Grimm-2), ZDL, Wikipedia, Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



siehe auch: Aschenputtel
zurück zur Wortgeschichte Aschenbrödel
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Aschenputtel

Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Aschenputtel ist vor allem als Name der Märchenfigur bekannt. Es bezeichnet ein Mädchen, das im Haushalt arbeiten muss, schmutzig ist und schlecht behandelt wird.

Bekannt wurde das Wort durch das Märchen Aschenputtel der Brüder Grimm (1812).

Herr Alt Wenn früher Kinder im Wasser plantschten sagte man auch: Die Kinder pudeln. Von dem Wort pudeln ist später buddeln = im Sand graben, im Sand spielen abgeleitet (18. Jahrhundert). Auf die Wörter pudeln und buddeln kann auch der zweite Teil des Wortes Aschenputtel zurückgeführt werden. Aschenputtel ist jemand, der in der Asche gräbt oder buddelt.
Märchen: Anfang des 19. Jahrhunderts kommt die Zusammensetzung Aschenputtel erstmals in der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm vor.
Geschichte: Im Märchen ist Aschenputtel die jüngste von drei Töchtern. Sie musste aus der Asche Erbsen ausbuddeln, während ihre Schwestern zum Tanzen aufs Schloss des Königs gingen. Aschenputtel schlich unerkannt ebenfalls zum Schloss und heiratete später den Prinzen.
Variationen: Das Märchen vom Aschenputtel hat zu allen Zeiten Kinder wie auch Erwachsene fasziniert. Die Grundidee der Geschichte kommt in vielen Variationen vor. Hiervon soll es über 400 geben.
Umgangssprache: In der Umgangssprache wird ein unscheinbares, unauffälliges, farbloses kleines Mädchen auch „Aschenputtel“ genannt.
ältere Versionen: Ähnliche Märchen wie das von Aschenputtel gab es schon bei den alten Ägyptern, den Griechen, Römern und auch in Persien und China.
Schon lange vor der Hausmärchensammlung der Brüder Grimm gab es das Märchen in Italien (Cenerentola) und Frankreich (Cendrilon). Von diesen Namen ist auch der Zeichentrickfilm Cinderella abgeleitet, der 1951 in die Kinos kam. Eine moderne Version der Aschenputtel-Geschichte von Walt Disney.
Frau Fremd In den nordischen Ländern ist der Name ähnlich wie bei uns, z. B.
Dänisch: askepot, Niederländisch: assepoester, Norwegisch: askepott, Schwedisch: askungen

In anderen europäischen Sprachen finden wir hingegen den Namen wieder, der auch dem Film Cinderella seinen Namen gegeben hat:

Englisch: Cinderella; Französisch: Cendrillon; Italienisch: Cenerentola, Spanisch: Cenicienta

Hinweise zum Wort Aschenputtel

Bedeutung: 1. Märchenfigur: ein armes, unterdrücktes Mädchen

2. übertragen: jemand, der unbeachtet ist oder schlecht behandelt wird

Beispielsatz: Sie wurde in der Firma lange wie ein Aschenputtel behandelt.
Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum (selten auch Femininum im übertragenen Gebrauch)

Worttrennung: Aschen-put-tel

Aussprache: [ˈaʃn̩ˌpʊtl̩]

Wortformen

Das Wort Aschenputtel wird meist ohne Plural verwendet (Eigenname). Im übertragenen Sinn ist auch ein Plural möglich.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Aschenputtel die Aschenputtel
2. Fall Genitiv des Aschenputtels der Aschenputtel
3. Fall Dativ dem Aschenputtel den Aschenputteln
4. Fall Akkusativ das Aschenputtel die Aschenputtel



siehe auch: Aschenbrödel
Weiterführende Informationen zum Grundwort Aschenputtel
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Aschenputtel

zurück zur Wortgeschichte Aschenputtel


Weiterführende Informationen zum Wort Aschenputtel

Entstehung: 18. Jh. pudeln = im Wasser spielen; buddeln = im Sand spielen; 19. Jh. Aschenputtel = Märchenfigur
Wortbildungen: Aschenputtelrolle, Aschenputtelgeschichte
Ableitungen: -
Interessantes: Das Wort buddeln (in der Erde scharren) hatte in der Form puddeln auch die Bedeutung im Wasser plantschen. Hieraus hat sich die Bezeichnung für eine Hunderasse, den Pudel entwickelt. Der Pudel ist also ein Wasserhund.
Verweise: siehe auch: Aschenbrödel

Hier findest du die Originalgeschichte der Brüder Grimm. Im Märchenlexikon findest du auch Verweise auf Variationen aus anderen Ländern.

Eine Beispielliste von Oper-, Musicals und Musikstücken, Theater-, Balett- und Filmadaptationen sowie Kunstprojekte zur Geschichte findest du bei Wikipedia.

Unikales Morphem ?

Das Morphem puttel kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und in Wortbildungen nur zusammen mit dem Nomen Aschen- vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem puttel ist daher ein unikales Morphem.
Das Morphem putt im Nomen Putte hat eine andere Bedeutung und Herkunft (ital. putto).

Seitenanfang

Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (Grimm), ZDL, Wikipedia, Duden-online

siehe auch Wikipedia: Aschenputtel, Cendrillon, Cennerentola, Rhodopis, Youyang zazu; Originalgeschichte der Brüder Grimm, Märchenlexikon

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



siehe auch: Aschenbrödel
zurück zur Wortgeschichte Aschenputtel
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Beffchen

Wortherkunft

Herr Alt Die biffe war bei den Römern eine Halsbinde. Später gehörte der weiße Kragen mit zwei herunterhängenden weißen Streifen (beffe) zur bürgerlichen Tracht. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Kleidungsstück zusammen mit einem schwarzen Talar zur Amtstracht eines evangelischen Geistlichen.

Hinweise zum Wort Beffchen

Bedeutung: Zwei rechteckige Stoffstreifen, die am Halsausschnitt von Amtstrachten getragen werden.
Beispielsatz: Der Pfarrer hat einen Talar mit einem weißen Beffchen.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Neutrum

Worttrennung: Beff·chen

Aussprache: [ˈbɛfçən]

Wortformen

Das Substantiv Beffchen ist sächlich. Mit Ausnahme der 2. Person Einzahl (Genitiv, Singular) entsprechen alle Wortformen dem Grundwort.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Beffchen die Beffchen
2. Fall Genitiv des Beffchens der Beffchen
3. Fall Dativ dem Beffchen den Beffchen
4. Fall Akkusativ das Beffchen die Beffchen



Weiterführende Informationen zum Grundwort Beffchen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Beffchen

zurück zur Wortgeschichte Beffchen


Weiterführende Informationen zum Wort Beffchen

Entstehung: mlat. biffa → afrz. bif(f)e → mnl. beffe → nl. bef → mnd. beffe → 17. Jh. hd. Beffe, Pl. Beffen → 18. Jh. Verkleinerungsform: Beffchen

Zunächst war die Beffe ab dem 17. Jahrhundert Teil der bürgerlichen Kleidung. Seit dem 19. Jahrhundert gehört sie zur Amtstracht evangelischer Geistlicher.

Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Bilder von Beffchen findest du bei Wikipedia. Eine kindgerechte Beschreibung findest du auf den Internetseiten Religionen entdecken und Kirche entdecken. Bilder von ehemaligen EKD-Präsidenten mit Beffchen und Talar: Heinrich Bedford-Strohm, Nikolaus Schneider, Margot Käßmann

Unikales Morphem ?

Der Wortbestandteil beff kommt nicht isoliert und in keiner weiteren Wortbildung, sondern nur mit dem Deminativum -chen vor. Das zugrunde liegende Nomen Beffe ist untergegangen und taucht heute in keinem Wörterverzeichnis mehr auf.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem beff kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

Seitenanfang

Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Abbildungen: evangelisch.de Religionen entdecken, Wikipedia

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

begehren

Wortherkunft

Herr Alt Im Mittelalter gab es das Verb gerōn (althochdeutsch). Es bedeutete verlangen, begehren. Dieses Verb ist im Laufe der Zeit verschwunden. Erhalten geblieben ist die Ableitung begern bzw. begirn, aus der sich das heutige Verb begehren entwickelt hat.

Hinweise zum Wort begehren

Bedeutung:
  1. verlangen, wünschen
  2. (gehoben) etwas fordern oder beanspruchen
Beispielsatz: Sie begehren Einlass in das vornehme Restaurant.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·geh·ren

Aussprache: [bəˈɡeːʁən]

Wortformen

Die Wortformen des Verbs begehren werden regelhaft gebildet. Grundwort: begehren, Hilfsverb: haben
Das Verb wird häufig in gehobener Sprache verwendet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich begehre ich begehrte ich habe begehrt
2. Person du begehrst du begehrtest du hast begehrt
3. Person er/sie/es begehrt er/sie/es begehrte er/sie/es hat begehrt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir begehren wir begehrten wir haben begehrt
2. Person ihr begehrt ihr begehrtet ihr habt begehrt
3. Person sie begehren sie begehrten sie haben begehrt



Weiterführende Informationen zum Grundwort begehren
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - begehren

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Weiterführende Informationen zum Wort begehren

Entstehung: ie. *g̑her- = begehren, wünschen → germ. *gerōn → ahd. gerōn → ahd. bigerōn und mhd. gern → mhd. begern, begirn → nhd. begehren
Wortbildungen: sh. Wörterliste begehrlich, Begehrlichkeit; aufbegehren, selten: abbegehren, fortbegehren, heimbegehren, zurückbegehren
Ableitungen: Begehren, Begehr
Interessantes: Die Wortfamilie zeigt eine interessante Bedeutungsentwicklung: Aus einem ursprünglichen Verb für „verlangen“ entstanden verschiedene Wörter wie gern (etwas bereitwillig tun) und Gier (starkes Verlangen).

Das heutige Verb begehren wird meist in gehobener oder formeller Sprache verwendet. Am häufigsten wird begehren im erotischen Sinn (erotisches Verlangen, nach Berührung, Vereinigung)

Wörterliste

Beispiele zur Wortbildung zum Grundwort begehren
Verben
begehren, aufbegehren (Aufbegehren), selten: abbegehren, fortbegehren, heimbegehren, zurückbegehren
Adjektive
begehrt, begehrlich (Begehrlichkeit), begehrenswert, heißbegehrt (heiß begehrt), vielbegehrt
Nomen
Abrissbegehren, Abwahlbegehren, Asylbegehren, Aufnahmebegehren, Auskunftsbegehren, Auslieferungsbegehren, Ausreisebegehren, Beitrittsbegehren, Bürgerbegehren, Freiheitsbegehren, Initiativbegehren, Klagebegehren, Kreditbegehren, Kündigungsbegehren, Mitgliederbegehren, Räumungsbegehren, Referendumsbegehren, Reformbegehren, Revisionsbegehren, Scheidungsbegehren, Subventionsbegehren, Unterlassungsbegehren, Volksbegehren,

Unikales Morphem ?

Aus dem ie. *g̑her- sind das Verb begehren (ahd. gerōn), das Nomen Gier (ahd. girīn) und das Adjektiv gern (ahd. gerno) entstanden. Trotz dieser gemeinsamen indogermanischen Wurzel haben sich hieraus bereits in althochdeutscher Zeit verschiedene Wörter mit verschiedenen Bedeutungen und Schreibungen entwickelt.

Es besteht kein etymologischer Zusammenhang zum Nomen Gehrung (germ. *gaiza-) = Verbindung zweier Holzteile.

Das Morphem gehr in begehren kommt nicht isoliert vor. (Das zugehörige Verb ist bereits zum Ende der mittelhochdeutschen Zeit untergegangen.) Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix be- vor.

Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem gehr im Verb begehren muss daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, FWb, Goethe, Grimm-2), ZDL, Duden-online (nicht werbefrei)

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behagen

Wortherkunft

Herr Alt Bereits im Mittelalter gab es das Wort behagen. Es bedeutete ursprünglich gut tun oder frisch und angenehm wirken.

Das Wort gehört zur Wortfamilie des germanischen Verbs hagan (= hegen, pflegen, schützen). Dieses Verb wurde bereits im Mittelalter nicht mehr verwendet.

Herr Wort Wenn etwas gut gepflegt oder gut versorgt ist, dann fühlt es sich angenehm an. Wir können dann auch sagen: Es behagt mir.
Aus derselben Wortfamilie stammen auch Wörter wie behaglich, Behaglichkeit und unbehaglich. Sie beschreiben ein Gefühl von Wohlsein oder angenehmer Atmosphäre.
Frau Fremd In einigen nordischen Ländern hat sich das germanische hagen erhalten. Zwei Beispiele: In Schweden gibt es behaga (= behagen) und behaglig (= behaglich). Dieses Adjektiv gibt es auch in Norwegen behagelig (= behaglich).

Hinweise zum Wort behagen

Bedeutung: gefallen, sich wohlfühlen
Beispielsatz: Die Aufgaben behagen mir nicht.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·ha·gen

Aussprache: [bəˈhaːɡn̩]

Wortformen

Das Verb wird meist unpersönlich verwendet (es behagt mir). Infinitiv: behagen, Partizip II: behagt, Hilfsverb: haben

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich behage ich behagte ich habe behagt
2. Person du behagst du behagtest du hast behagt
3. Person er/sie/es behagt er/sie/es behagte er/sie/es hat behagt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir behagen wir behagten wir haben behagt
2. Person ihr behagt ihr behagtet ihr habt behagt
3. Person sie behagen sie behagten sie haben behagt



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Entstehung: germ. *hagan = schützen, hegen > ahd. gihagan = gepflegt, genährt < mhd. behagen = frisch, freudig
Wortbildungen: behaglich, Behaglichkeit, unbehaglich, Unbehaglichkeit, urbehaglich; anbehagen, missbehagen
Ableitungen: Behagen
Interessantes: Das Verb behagen wird heute meist unpersönlich verwendet, etwa in der Wendung Es behagt mir. Damit wird ausgedrückt, dass etwas angenehm oder passend erscheint.

Im modernen Sprachgebrauch wird das Verb seltener verwendet als die verwandten Wörter behaglich oder Behaglichkeit.

Unikales Morphem ?

Das Morphem hag kommt in der Wortbildung und Bedeutung behagen nicht isoliert und in Wortbildungen nur mit dem Präfix be- vor.

Ein etymologischer Zusammenhang zu dem Nomen Hag (im Sinne von Hecke, ahd. hag < ie. *kagh-) besteht nicht.

Pik-Kreis-gruen.jpg Daher kann hag in dieser Bedeutung als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

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hell/behelligen

Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein heller Junge. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
Ulli, Klasse 2, Regensburg
Was hat das Wort behelligen mit dem Adjektiv hell zu tun?
Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
Wir haben im Kunstunterricht über hell und dunkel gesprochen. Was bedeutet hell, welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass hell auch stören kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig stören soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv hell in das Verb behelligen?


Wortherkunft

heller Junge

Herr Wort Zunächst bedeutete das Adjektiv hell nur hell tönend. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: helle Farben, hell und dunkel.
Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ein helles Köpfchen (= kluge, intelligente Person), das ist der helle Wahnsinn (= Ausdruck der Bewunderung), er hat seine helle Freude an etwas (im Sinne von großer Freude).
Dein Onkel hat gemeint, dass du ein sehr kluger Junge bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.

behelligen

Herr Alt Die beiden Wörter hell und behelligen sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv hel. Es meinte zunächst nur helle Töne.

Das Verb behelligen ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb helligen. Das bedeutete ermüden, jemanden quälen. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) be- wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.

Herr Wort Das Verb behelligen bedeutet heute jemanden belästigen.
Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa nicht belästigen sollst, weil er gerade arbeitet.

Hinweise zum Wort behelligen

Bedeutung: stören, belästigen
Beispielsatz: Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·hel·li·gen

Aussprache: [bəˈhɛlɪɡn̩]

Wortformen

hell

Das Wort hell ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.
Positiv Komparativ Superlativ
hell heller am hellsten

behelligen

Das Verb behelligen wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb haben gebildet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich behellige ich behelligte ich habe behelligt
2. Person du behelligst du behelligtest du hast behelligt
3. Person er/sie/es behelligt er/sie/es behelligte er/sie/es hat behelligt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir behelligen wir behelligten wir haben behelligt
2. Person ihr behelligt ihr behelligtet ihr habt behelligt
3. Person sie behelligen sie behelligten sie haben behelligt

Modellwortschatz

Das Wort hell gehört zum Modellwortschatz.

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.



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Info - hell/behelligen

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Weiterführende Informationen zum Wort behelligen

Entstehung: behelligen: ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. hellegen, helligen = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. behelligen = stören, belästigen, lästig fallen

hell: ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. hel = tönend, mhd. hel = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: hallen, einhellig, misshellig

Wortbildungen: Behelligung, unbehellitgt
hell
Ableitungen: -
Interessantes: Das Verb behelligen wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.

Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb helligen „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.

Wörterliste zum Adjektiv hell

Adjektive
Farbadjektive hellen, hell, helle, Helle, [1], hellbeige, hellblau, hellblond, hellbraun, hellfarbig, hellgelb, hellglänzend, hellgrau, hellgrün, helllila, hellrosa, hellrot, hellviolett, hellweiß
so hell wie ... ... die Dämmerung: dämmerhell, ... Glas: glashell, glockenhell, kristallhell, mondhell, neonhell, schneehell, silberhell, sonnenhell, sternenhell, tageshell, wasserhell
sonstige (Erstglied) hellauf, helläugig, helldunkel, hellerleuchtet, hellerlicht, hellhaarig, hellhäutig, hellleuchtend, helllicht, helllodernd, hellstrahlend, hellwach
sonstige (Letztglied) überhell, geisteshell,
Nomen
Erstglied Hellraumprojektor, Hellriegel, Hellung, Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei,
Letztglied Stimmungsaufheller, Stimmungsaufhellung, Tageshelle, Taghelle
Wortgruppen
hellhörig, Hellhörigkeit,

hellsichtig, Hellsicht, Hellsichtigkeit,  

hellsehen, Hellsehen, Hellseher, Hellseherei, Hellseherin,  hellseherisch,

aufhellen, Aufheller, Aufhellung, aufgehellt,

erhellen, erhellt, Erhellung,

Unikales Morphem ?

Das Morphem hellig kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe be-.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem hellig ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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bequem

Wortherkunft

Herr Alt Das Adjektiv bequem war schon im Mittelalter bekannt. Es bedeutete ursprünglich passen, angemessen oder einrichten. Dieses Adjektiv ist vom Verb bequemen abgeleitet. Das bedeutete früher etwas passend machen, einrichten oder etwas anpassen.

geht auf mittelhochdeutsch bequeme zurück und bedeutete ursprünglich „passend“, „geeignet“ oder „angemessen“. Es gehört zum Verb bequemen im Sinne von „passend machen“, „einrichten“ oder „anpassen“.

Herr Wort Das Adjektiv bequem bedeutet heute angenehm, komfortabel. Etwas, das gut passt oder gut eingerichtet ist, wird als angenehm = bequem empfunden wird. Das Verb bequemen wird heute nur noch sehr selten, meist abwertend gebraucht.
Herr Alt Besonders interessant finde ich den Ursprung von bequem und bequemen. Hierin steckt das althochdeutsche Verb queman. Im Mittelalter hat sich dieses Wort verändert. Aus dem qu am Wortanfang wurde zunächst ein k, also kemen. Aus dem e wurde dann ein o, also komen. Und hieraus ist das Verb kommen in seiner heutigen Bedeutung entstanden.
Frau Fremd In den meisten europäischen Sprachen hat sich für unser bequem das französische Wort confortable, englisch = comfortable und bei uns als Fremdwort komfortabel durchgesetzt.

Nur in Schweden finden wir noch den Zusammenhang zu dem alten germanischen Wort queman. Dort heißt bequem = bekväm.

Hinweise zum Wort bequem

Bedeutung: gemütlich, angenehm
Beispielsatz: Das ist ein sehr bequemer Sessel.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: be·quem

Aussprache: [bəˈkveːm]

Wortformen

Das Wort bequem ist ein Adjektiv.

Positiv Komparativ Superlativ
bequem bequemer am bequemsten



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Weiterführende Informationen zum Wort bequem

Entstehung: 9. Jh. ahd. biquāmi, mhd. bequæme = angemessen, passend, tauglich < ahd. queman = kommen < ie. *gu̯em- = gehen, kommen
Wortbildungen: bequemlich, Bequemlichkeit, superbequem, unbequem, Unbequemlichkeit
Ableitungen: bequemen
Interessantes: Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes bequem war „passend“ oder „angemessen“. Erst später entwickelte sich daraus die heutige Bedeutung „angenehm“, „komfortabel“ oder „leicht zu benutzen“.

Wenn etwas gut „passt“, ist es oft auch angenehm zu benutzen. Auf diese Weise entstand im Laufe der Sprachgeschichte die heutige Bedeutung des Wortes.

Unikales Morphem ?

Das Wort bequem besteht aus dem Präfix be- und dem Wortbestandteil quem. In mittelhochdeutscher Zeit sind aus diesem Morphem die Verben kommen und bequemen entstanden. Einerseits hat sich die Bedeutung (bequemen) mit der Zeit geändert und andererseits die Schreibung (kommen). Heute wird kein Zusammenhang mehr zwischen diesen beiden Verben gesehen.

Im heutigen Deutsch kommt quem nicht als selbstständiges Wort vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix be- vor.

Pik-Kreis-gruen.jpg Aus diesem Grunde kann das Morphem quem im Adjektiv bequem als ein unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-Wörterbuch, Goethe-Wörterbuch), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Etymologie: DWDS - bequem, kommen, bekommen; Wiktionary: bequem, bequemen, kommen, bekommen; ZDL - bequem, kommen, bekommen

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betütern

Wortherkunft

Herr Alt Das Verb stammt von dem norddeutschen Wort Tüder (Seil zum Anbinden eines weidenden Tiers). Ein Tier wurde mit einem solchen Seil festgebunden, damit es sich beim Weiden nicht zu weit entfernen konnte.

Übertragen entwickelte sich daraus die Bedeutung, jemanden besonders eng zu betreuen oder zu umsorgen – oft so sehr, dass es als übertrieben empfunden wird.

Hinweise zum Wort betütern

Bedeutung: jemanden besonders oder übertrieben umsorgen
Beispielsatz: Wir lassen uns gern von unserer Mama betütern.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·tü·tern

Aussprache: [bəˈtyːtɐn]

Wortformen

Das Verb betütern wird regelmäßig konjugiert. Infinitiv: betütern Partizip II: betütert Hilfsverb: haben

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich betütere ich betüterte ich habe betütert
2. Person du betüterst du betütertest du hast betütert
3. Person er/sie/es betütert er/sie/es betüterte er/sie/es hat betütert
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir betütern wir betüterten wir haben betütert
2. Person ihr betütert ihr betütertet ihr habt betütert
3. Person sie betütern sie betüterten sie haben betütert



Weiterführende Informationen zum Grundwort betütern
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Info - betütern

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Entstehung: norddeutsch Tüder = Strick, Seil zum Anbinden von Tieren
verwandt: Tüter, vertütern, betütert
Ableitungen: -
Interessantes: Umgangssprachlich wird das Verb auch im Sinne von sich einen Schwips antrinken(Herkunft unklar).

Unikales Morphem ?

Das Verb tüdern ist eine regionale Variante zum Verb tütern. Dieses Verb kommt ebenfalls nur noch als Regiolekt vor. Im der hochdeutschen Sprache kann es demgegenüber als ausgestorben bzw. veraltet angesehen werden. Daraus folgt: Als Dialektvariante gehört tüdern zur Wortfamilie tütern. Das Morphem tüd bzw. tüt kommt in dieser Bedeutung mit der Verbendung -ern isoliert vor. Das Verb betütern ist demnach eine Wortbildung zu tütern
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem tüt(ern) ist daher kein unikales Morpheme.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)


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Bernstein

Wortherkunft

Herr Alt Da Bernstein brennbar ist, nannte man ihn früher auch Brennstein. Das niederdeutsche Wort für brennen ist bernen. Hieraus ist das Wort Bernstein entstanden.
Frau Fremd Das Wort Bernstein wird fast nur im deutschsprachigen Raum verwendet. Ebenfalls vom niederdeutschen bernen abgeleitet sind:
niederländisch: barnsteen, polnisch: bursztyn, schwedisch: bärnsten, ukrainisch: бурштин (burštyn)

Hinweise zum Wort Bernstein

Bedeutung: fossiles Pflanzenharz von gelber bis dunkelbrauner Farbe (brennbar)
Beispielsatz: Bernstein findet man vor allem an der Ostseeküste.
Wortinfo: Wortart: Substantiv (männlich)

Worttrennung: Bern·stein

Aussprache: [ˈbɛʁnʃtaɪ̯n]

Wortformen

Das Wort Bernstein wird meist als Stoffname verwendet und steht deshalb gewöhnlich im Singular.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Bernstein die Bernsteine
2. Fall Genitiv des Bernsteins der Bernsteine
3. Fall Dativ dem Bernstein den Bernsteinen
4. Fall Akkusativ den Bernstein die Bernsteine



Weiterführende Informationen zum Grundwort Bernstein
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Weiterführende Informationen zum Wort Bernstein

Entstehung: ndd. bernen = brennen; bern(e)stein = Bernstein
International: nl. barnsteen, pl. bursztyn, sv. bärnsten, uk. бурштин (burštyn), fy. barnstien
In den meisten europäischen Sprachen ist der Name für Bernstein vom alten arabischen Wort عنبر (`anbar) (= gelb) abgeleitet, z. B.: en. amber, fr. ambre jaune, it. /ambra, es./el./tr./pt. ambar
In den slavischen Sprachen wird das Wort meist vom litauischen gintãras abgeleitet, so z. B. lv. dzintars, be./ru. янтарь (jantarʹ), cs./sb./sk./sl./uk = jantár
Wortbildungen: Erstglied: Bernsteinanhänger, Bernsteinarmband, Bernsteinauge, Bernsteineinschluss, Bernsteinfischerei, Bernsteingehänge, Bernsteinkette, Bernsteinküste, Bernsteinland, Bernsteinöl, Bernsteinperle, Bernsteinregal, Bernsteinsäure, Bernsteinschmuck, Bernsteinschnecke, Bernsteinspitze, Bernsteinstraße, Bernsteinzimmer

Letztglied: Naturbernstein, Pressbernstein, Rohbernstein

Adjektive: bernsteinfarben, bernsteinfarbig, bernsteingelb

Ableitungen: bernsteinern
Interessantes: Für Kinder interessante Seiten: KLexikon, MiniKlexikon, logo, Bloggerbande, Schutzstation Wattenmeer, Planet Wissen, Wikipedia

Unikales Morphem ?

Das Morphem bern kommt nicht isoliert vor und in dieser Bedeutung nur in Wortbildungen zusammen mit dem Wort Stein. Nicht berücksichtigt werden bei der Bestimmung der Unikalität dieses Morphems das Vorkommen des Morphems in Eigennamen.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem bern muss daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (Adelung, Grimm, Goethe), ZDL, Wikipedia, Duden-online

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berappen

Wortherkunft

Herr Alt Die Herkunft des Verbs ist nicht vollständig geklärt. Das Wort stammt aus der Studentensprache und ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Wahrscheinlich gehört es zu dem rotwelschen Wort rabbes = Zins, Gewinn, Geldbetrag. Daraus könnte sich die Bedeutung Geld zahlen, etwas abgeben entwickelt haben.
Herr Wort Duden und andere etymologische Wörterbücher geben als wahrscheinlichste Erklärung eine Herkunft aus der Studenten- und Gaunersprache an. Das Wort ist also ein gutes Beispiel dafür, dass sich umgangssprachliche Ausdrücke aus Sondersprachen in der Alltagssprache festsetzen können.

Hinweise zum Wort berappen

Bedeutung: etwas (widerwillig) bezahlen
Beispielsatz: Er musste für die Reparatur am Fahrrad viel zu viel berappen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·rap·pen

Aussprache: [bəˈʁapn̩]

Wortformen

Das Verb berappen wird regelmäßig konjugiert.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich berappe ich berappte ich habe berappt
2. Person du berappst du berapptest du hast berappt
3. Person er/sie/es berappt er/sie/es berappte er/sie/es hat berappt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir berappen wir berappten wir haben berappt
2. Person ihr berappt ihr berapptet ihr habt berappt
3. Person sie berappen sie berappten sie haben berappt



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Weiterführende Informationen zum Wort berappen

Entstehung: Die Herkunft des Wortes ist unklar.
  1. Rotwelsch rabbes = Zins, Gewinn, Geldbetrag. Daraus könnte ein Verb berappen = Geld zahlen, etwas abgeben entstanden sein. Verbreitung im 19. Jh. über Studentensprache.
  2. Rappen = kleine Münze (Schweiz). Aus dem Mehrwortausdruck mit Rappen zahlen könnte das Verb berappen entstanden sein.
  3. Rappe = schwarzes Pferd, Ableitung von schwarzem Rabe. Der Adler auf der Geldmünze (Schweiz) wird umgangssprachlich auch abwertend als Rabe verspottet. Hieraus könnte sich ebenfalls mit Rappen bezahlen = berappen entwickelt haben.
  4. berappen = Eine Wand mit Mörtel belegen. Kein Zusammenhang zur Bedeutung bezahlen bekannt.
  5. hebräisch: rapo, jerappe (רַפֹּא יְרַפֵּא) (Exodus 21,19); er soll ihm nur den Arbeitsausfall ersetzen und für seine Heilung sorgen. Über Jiddisch, Rotwelsch und Studentensprache könnte sich hieraus berappen = bezahlen entwickelt haben.

Die meisten Sprachwissenschaftler halten nur die erste Erklärung als plausibel.

Wortbildungen: -
Ableitungen: -

Unikales Morphem ?

Das Morphem rapp kommt im heutigen Deutsch in dieser Bedeutung nicht als selbstständiges Wort vor und erscheint nur in der Wortbildung berappen. Historisch könnte es auf das heute nicht mehr gebräuchliche rotwelsche Wort rabbes („Zins, Geldbetrag“) zurückgehen.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem rapp in der Wortbildung berappen kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

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Etymologie: Duden-Online, Wikipedia, Baustoff Putz, Entrinden eines Baumstammes, Studentensprache, Lutherbibel Exodus 21,19, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung)

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Bingelkraut

Wortherkunft

Herr Alt Der Name Bingel geht vermutlich auf das althochdeutsche Wort bunge (= Knolle) zurück. Das ist ein Hinweis auf die knollenartige Wurzel der Pflanze.

Der zweite Bestandteil Kraut bezeichnet allgemein eine krautige Pflanze.

Frau Fremd Das Wort Bingelkraut kommt fast ausschließlich im deutschen Sprachraum vor. Im Niederdeutschen heißt es Büngel, in anderen Regionen auch Hundskohl, Schuttbingel oder Wintergrün. In den Niederlanden heißt diese Pflanze bingelkruid.

Hinweise zum Wort Bingelkraut

Bedeutung: Bingelkräuter sind krautige Pflanzen, die häufig auf Äckern, in Gärten und an Wegrändern wachsen und von vielen Menschen als Unkraut betrachtet werden.
Beispielsatz: Vater rupft das Bingelkraut im Garten aus.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Neutrum

Worttrennung: Bin·gel·kraut

Aussprache: [ˈbɪŋəlˌkʁaʊt]

Wortformen

Das Substantiv Bingelkraut ist sächlich.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Bingelkraut die Bingelkräuter
2. Fall Genitiv des Bingelkrauts der Bingelkräuter
3. Fall Dativ dem Bingelkraut den Bingelkräutern
4. Fall Akkusativ das Bingelkraut die Bingelkräuter



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Weiterführende Informationen zum Wort Bingelkraut

Entstehung: Das Bingelkraut gehört zur Pflanzengruppe der Wolfsmilchgewächse; ahd. bungo, mhd. bunge = Knolle
Wortbildungen: Waldbingelkraut
Ableitungen: -
Interessantes: Die frischen Blätter der Pflanze sind giftig. Getrocknet hingegen werden den Blättern heilende Wirkungen bei verschiedenen Krankheiten zugesprochen. Mehr zum Bingelkraut findest du auf verschiedenen Biologie-Seiten im Internet, so z. B.
Botanikus, Heilkräuter.de, Mediendatenbank Biologie, Wikipedia.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bingel kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen sondern nur in Verbindung mit dem Grundwort Kraut vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem bing bzw. bingel kommt in dieser Bedeutung ist ein unikales Morphem.

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Bickbeere

Wortherkunft

Herr Alt Der erste Bestandteil Bick geht vermutlich auf das niederdeutsche Wort pik (= Pech) zurück. Damit wird auf die dunkle, fast schwarze Farbe der Beeren hingewiesen.
Herr Wort Diese Beere wird je nach Region unterschiedlich benannt:
Blaubeere, Heidelbeere, Heubeere (süddeutsch), Mollbeere, Moosbeere, Schwarzbeere, Staulbeere (Pfalz), Waldbeere, Wildbeere, Zeckbeere

Hinweise zum Wort Bickbeere

Bedeutung: Heidelbeere, Schwarzbeere
Beispielsatz: Im Herbst sammeln wir Bickbeeren.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, feminin

Worttrennung: Bick·bee·re

Aussprache: [ˈbɪkˌbeːʁə]

Wortformen

Das Substantiv Bickbeere ist feminin. Alle Fälle in der Einzahl (Singular) entsprechen dem Grundwort. In allen Fällen der Mehrzahl (Plural) wird an die Grundform ein e angehängt.

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Bickbeere die Bickbeeren
2. Fall Genitiv der Bickbeere der Bickbeeren
3. Fall Dativ der Bickbeere den Bickbeeren
4. Fall Akkusativ die Bickbeere die Bickbeeren



Weiterführende Informationen zum Grundwort Bickbeere
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Info - Bickbeere

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Weiterführende Informationen zum Wort Bickbeere

Entstehung: agr. πίσσα (pissa), lat. pix, 8. Jh. ahd. peh, mhd. pech, bech = Pech; niederdeutsch bikbēre, pik = Pech; damit wird auf die dunkle, fast schwarze Farbe der Beeren hingewiesen.
Wortbildungen: Bickbeerenstrauch, Bickbeerenpflanze
Ableitungen: -
Interessantes: Die Bickbeere ist eine regionale Bezeichnung für die bekannte Heidelbeere (Vaccinium myrtillus). Siehe hierzu die Beschreibung im Kinderlexion und auf der Seite essen-wissen.de.

Unikales Morphem ?

Das Wort Bickbeere besteht aus den Bestandteilen Bick und Beere. Das Morphem bick kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und auch in keiner weiteren Wortbildung vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem bick muss daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

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Bollwerk

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort wurde zum Ende des Mittelalters aus der niederdeutschen Sprache übernommen. Es ist eine Zusammensetzung aus Bohle und Werk.

Als bole bzw. bolle bezeichnete man früher ein dickes Holzbrett bzw. einen Baumstamm. Hieraus entwickelte sich später das Wort Bohle (= sehr starkes Brett).

Das Bollwerk war also ursprünglich ein Schutzbau aus Holzbohlen.

Zunächst bezeichnete man so ein mit Erde und Holzstämmen befestigtes Ufer. Später wurde der Begriff auch im militärischen Sinne für eine Befestigungsanlage verwendet.
Heute wird das Wort auch im übertragenen Sinn gebraucht, etwa als Bollwerk gegen den Krieg oder ein Bollwerk des Friedens.
Frau Fremd Das mittelhochdeutsche Wort bollwerc findet sich auch in nordgermanischen Sprachen.
Sprache Bollwerk Aussprache
Deutsch Bollwerk [ˈbɔlˌvɛʁk]
Dänisch bolværk [ˈpʌlˌvɛɐ̯ˀk]
Englisch bulwark [ˈbʊlwɜːk] (UK) / [ˈbʊlwɝːk] (US)
Niederländisch bolwerk [ˈbɔlʋɛrk]
Norwegisch bolverk [ˈbuːlværk]
Schwedisch bålverk [ˈboːlværk]

Hinweise zum Wort Bollwerk

Bedeutung: a) Festung, Bauwerk zum Schutz gegen Feinde

b) Schutzbarriere, Landeplatz im Hafen

c) übertragen: Einrichtung oder Maßnahme zum Schutz

Beispielsatz: a) Die Fundamente des mittelalterlichen Bollwerks sind noch immer gut zu erkennen.

b) Die Holzpfosten vor der Hafeneinfahrt sind ein guter Schutz bei stürmischer See.

c) Die große Demonstration war wie ein Bollwerk gegen die aufkeimende Ausländerfeindlichkeit.

Wortinfo: Wortart: Substantiv, Neutrum

Worttrennung: Boll·werk

Aussprache: [ˈbɔlˌvɛʁk]

Wortformen

Das Substantiv Bollwerk ist sächlich.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Bollwerk die Bollwerke
2. Fall Genitiv des Bollwerks der Bollwerke
3. Fall Dativ dem Bollwerk den Bollwerken
4. Fall Akkusativ das Bollwerk die Bollwerke



Weiterführende Informationen zum Grundwort Bollwerk
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Info - Bollwerk

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Weiterführende Informationen zum Wort Bollwerk

Entstehung: 13. Jh. mhd. bollwerc, 14. Jh. mnd. bolwerk
Wortbildungen: Abwehrbollwerk,

Felsbollwerk, Felsenbollwerk, Festungsbollwerk, Grenzbollwerk, Inselbollwerk

Ableitungen: -
Interessantes: Das Wort Bollwerk gehört ursprünglich zur Sprache des Festungsbaus. Es bezeichnete eine starke Befestigungsanlage aus Erde, Holz oder Stein zum Schutz gegen Angriffe.

Heute wird das Wort häufig auch im übertragenen Sinn verwendet, etwa in Wendungen wie Bollwerk gegen den Extremismus, Bollwerk der Demokratie oder Bollwerk des Friedens. Damit ist eine starke Schutzfunktion gegen eine Bedrohung gemeint.

Fremdsprachen

Das niederdeutsche bzw. niederländische Wort wurde in mehreren Fremdsprachen übernommen. Hier einige Beispiele:

Ableitungen vom ndd. bolwerc bzw. nl. bolwerk in andere Sprachen
Sprache Bollwerk Aussprache Quelle
Deutsch Bollwerk [ˈbɔlˌvɛʁk] Quelle
Dänisch bolværk [ˈpʌlˌvɛɐ̯ˀk] Quelle
Englisch bulwark [ˈbʊlwɜːk] (UK) / [ˈbʊlwɝːk] (US) Quelley
Niederländisch bolwerk [ˈbɔlʋɛrk] Quelle
Norwegisch bolverk [ˈbuːlværk] Quelle
Schwedisch bålverk [ˈboːlværk] Quelle
Französisch boulevard [buləvaʁ] Quelle
Spanisch baluarte [baluˈaɾte] Quelle
Italienisch baluardo [baluˈardo] Quelle
Portugiesisch baluarte [baluˈaɾtɨ] Quelle
Polnisch bulwar [ˈbulvar] Quelle
Russisch бульвар (bulvar) [bʊlʲˈvar] Quelle

Unikales Morphem ?

Obwohl eine historische Verbindung zu Bohle besteht, tritt das Morphem boll heute nicht mehr als eigenständiges Wort auf. Das Morphem boll kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen sondern nur in Verbindung mit dem Grundwort werk vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem boll in der Wortbildung Bollwerk wird daher als unikales Morphem betrachtet.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2, Goethe;), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

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Bottich

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort geht vermutlich auf mittellateinisch butica („Gefäß, Fass“) oder auf lateinisch apothēca („Aufbewahrungsort, Lagerraum“) zurück. Im Mittelalter entwickelte sich daraus die Form boteche, aus der schließlich das heutige Wort Bottich entstand.

Hinweise zum Wort Bottich

Bedeutung: Fass, größerer Behälter (meist aus Holz oder Kunststoff)
Beispielsatz: Wir sammeln Regenwasser in einem großen Bottich.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Maskulinum

Worttrennung: Bot·tich

Aussprache: [ˈbɔtɪç]

Wortformen

Das Substantiv Bottich ist männlich.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Bottich die Bottiche
2. Fall Genitiv des Bottichs der Bottiche
3. Fall Dativ dem Bottich den Bottichen
4. Fall Akkusativ den Bottich die Bottiche



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Weiterführende Informationen zum Wort Bottich

Entstehung: Die Herkunft des Wortes ist nicht eindeutig geklärt:
  1. griech. apothḗkē (ἀποθήκη) → lat. apothēca = Aufbewahrungsort, Lagerraum (vgl. Apotheke)
  2. mlat. butica = Gefäß, Behälter → ahd. botega → mhd. boteche

Aus diesen Formen entwickelte sich im Neuhochdeutschen das Wort Bottich.

Böttcher, Bütte: mnd. bȫde, bōde (= Bütte) → 13. Jh. mnd. bȫdeker, 15. Jh. frühnhd. (md.) botticher, büttiger; kein etymologischer Zusammenhang zu Bottich
Wortbildungen: -
Ableitungen:
Interessantes: Das Wort Bottich gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die ursprünglich einen Aufbewahrungsort oder Behälter bezeichneten. Dazu gehört auch das Wort Apotheke, das ursprünglich „Lagerraum“ bedeutete.

Heute bezeichnet Bottich meist einen großen offenen Behälter, häufig aus Holz oder Kunststoff.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bott im Wort Bottich kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und in keiner weiteren Wortbildung vor.

Einen etymologischen Zusammenhang zum Wort Böttcher gibt es nicht.

Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortbestandteil bott kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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bräsig

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort kommt aus der niederdeutschen Sprache und bedeutete ursprünglich kräftig, wohlgenährt.
Herr Wort Das Wort bräsig galt lange Zeit als veraltet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird es in Norddeutschland wieder verstärkt benutzt. Es drückt ein langweiliges, wenig flexibles und schwerfälliges Verhalten einer Person aus.
Frau Fremd Vergleichbare Bedeutungen finden sich auch in norddeutschen Dialekten, z. B. mecklenburgisch brœsig, westfälisch: bræsig. In den meisten Wörterbüchern wird bräsig mit träge übersetzt, z. B. niederländisch: traag, schwedisch trög, norwegisch: treg oder dänisch træg.

Hinweise zum Wort bräsig

Bedeutung: schwerfällig, träge; begriffsstutzig, langweilig
Beispielsatz: Sie saßen stundenlang auf der Bank und starrten bräsig auf das Treiben im Park.

Die Kinder hockten den ganzen Nachmittag bräsig auf dem Sofa und starrten auf ihr Handy.

Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: brä·sig

Aussprache: [ˈbrɛːzɪç]

Wortformen

Das Wort bräsig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.

Positiv Komparativ Superlativ
bräsig bräsiger am bräsigsten



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Weiterführende Informationen zum Wort bräsig

Entstehung: niederdeutsch bräsig = wohlgenährt, kräftig; vermutlich zu einem niederdeutschen Wortstamm brās/bras mit der Bedeutung „schwer, voll, massig“. Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden. Heute wird bräsig vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet. Heute wird bräsig vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet.
Wortbildungen:
Ableitungen:
Interessantes: 1978 bis 1980 lief im NDR bzw. ARD eine Fernsehserie nach einer Romanvorlage von Fritz Reuter mit dem Namen Onkel Bräsig.

Unikales Morphem ?

Der Morphem bräs im Adjektiv bräsig kommt nicht isoliert vor. Hiervon gib es auch keine weiteren Wortbildungen.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Bestandteil bräs kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-2, MeckWB, WWb), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

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Bräutigam

Wortherkunft

Herr Alt Im frühen Mittelalter hieß der zukünftige Ehemann brūtigomo. Im ersten Teil des Wortes brut kannst du unser heutiges Wort Braut wiederfinden. Der zweite Teil ist auf das althochdeutsche Wort für Mann = gomo zurückzuführen. Dieses Wort ist mit dem lateinischen Wort homo (= Mensch, Mann) verwandt.

Das alte Wort gome gibt es heute nicht mehr. Es wurde schon früh im deutschsprachigen Raum durch Mann ersetzt.

Fremdsprachen

Frau Fremd Das alte Wort brūtigomo findest du auch in anderen germanischen Sprachen wieder.
Sprache Wort Aussprache Quelle
Dänisch brudgom [ˈbʁuðˌkʌm] Den Danske Ordbog
Isländisch brúðgumi [ˈpruːðkʏmɪ] Íslensk orðabók
Englisch bridegroom [ˈbɹaɪdɡɹuːm] Oxford Learner’s
Niederländisch bruidegom [ˈbrœy̯dəɣɔm] Van Dale
Norwegisch brudgom [ˈbrʉːdɡʊm] Bokmålsordboka
Schwedisch brudgum [ˈbrʉːdɡɵm] Svensk Ordbok

Hinweise zum Wort Bräutigam

Bedeutung: zukünftiger Ehemann
Beispielsatz: Die Braut und der Bräutigam gehen gemeinsam zum Altar.
Wortinfo: Wortart: Nomen: der Bräutigam

Worttrennung: Bräu-ti-gam

Aussprache: [ˈbʁɔʏ̯tɪɡaːm]

Wortformen

Das Grundwort Bräutigam bezeichnet einen Mann kurz vor oder während der Hochzeit. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein e angehängt. Für den Dativ sind im Singular zwei Varianten möglich. Im Plural wird en ergänzt

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Bräutigam die Bräutigame
2. Fall Genitiv des Bräutigams der Bräutigame
3. Fall Dativ dem Bräutigam, dem Bräutigame den Bräutigamen
4. Fall Akkusativ den Bräutigam die Bräutigame



Weiterführende Informationen zum Grundwort Bräutigam
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Weiterführende Informationen zum Wort Bräutigam

Entstehung:
  • Braut: germ. *brudi–, ahd. mhd. brūt
  • Mann/-gam: ie. *dhghem = Erde, germ. *guman-, ahd. gomo, mhd. gome; verwandt mit lat. homo
  • Bräutigam: germ. *brūdigumōn, ahd. brūtigomo, mhd. bruitegume
Wortbildungen: Jubelbräutigam, Seelenbräutigam, Silberbräutigam; veraltet: Bräutigamsabend, Bräutigamsgabe, Bräutigamsliebe, Bräutigamsprobe, Bräutigamsthaler,
Ableitungen: -
Interessantes: Wenn du mehr über die Heirat erfahren möchtest, wie die Hochzeitszeremonie in den verschiedenen Religionen abläuft? Viele Antworten auf diese Fragen findest du auf der Internetseite Religionen entdecken.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bräut ist eine Umlautableitung von Braut (Allomorphie). Das Morphem braut kommt isoliert und in vielen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bräut/braut ist daher kein unikales Morphem.
Das Morphem gam kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. In Wortbildungen kommt das Wort nur gemeinsam mit dem Erstglied bräut vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem gam ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2, Goethe; für Regiolekte: Rheinisches WB, Mecklenburgisches WB, Pfälzisches WB, Südhessisches WB; veraltete Wörter: Campe ), ZDL

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Brombeere

Wortherkunft

Herr Alt Die Brombeere hieß im Mittelalter brāmberi. Im ersten Teil des Wortes steckt das althochdeutsche Wort brāmo. Das bedeutete „Dornenstrauch“. Der zweite Teil des Wortes (beri) ist die Beere. Die brāmberi ist demnach die Beere, die an einem Dornenstrauch wächst.
Herr Wort Die Brombeere ist keine richtige Beere. In der Biologie gehört diese Frucht zur Gruppe der Steinfrüchte. Wenn du genau wissen willst, warum das so ist, dann findest du im Kinderlexikon eine verständliche Beschreibung.
Frau Fremd Das Wort ist auch in anderen germanischen Sprachen verbreitet, z. B. englisch bramble (Dornenstrauch) und niederländisch braam.

Hinweise zum Wort Brombeere

Bedeutung: Brombeeren sind blau-schwarze Früchte, die an einem stacheligen Strauch wachsen.
Beispielsatz: Ich esse gerne Brombeeren mit Sahne.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Femininum

Worttrennung: Brom·bee·re

Aussprache: [ˈbʁɔmˌbeːʁə]

Wortformen

Das Substantiv Brombeere ist weiblich. Alle Wortformen in der Einzahl entsprechen dem Grundwort. Alle Pluralformen haben als Zusatz am Ende den Buchstaben n.

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Brombeere die Brombeeren
2. Fall Genitiv der Brombeere der Brombeeren
3. Fall Dativ der Brombeere den Brombeeren
4. Fall Akkusativ die Brombeere die Brombeeren



weitere Beeren und Früchte auf rechtschreibwiki.de: Himbeere, Moltebeere

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Weiterführende Informationen zum Wort Brombeere

Entstehung:
ie. *bhrem-, *bhrom- = borstig, Dorn → ahd. brāmo, brāma → mhd. brāme = Dornenstrauch
ie. *bhā-, *bhō- = glänzen → ahd. beri → nhd. Beere
10. Jh. ahd. brāmberi, mhd. brāmber
Wortbildungen: sh. Wörterliste
Ableitungen:
Interessantes: Die Brombeere ist keine echte Beere, sondern – wie die Himbeere, die Kratzbeere und die Moltebeere – eine Sammelsteinfrucht.

Viele Bilder zur Brombeere findest du z. B. auf grundschulmaterial.de. Dort sind auch Unterrichtsmaterialien, Bilder und Arbeitsblätter von Beeren und Früchten

Wörterliste

Wortbildungen mit Brombeere als Erstglied (Bestimmungswort)
Pflanze und Pflanzenteile
Brombeerblatt, Brombeerbusch, Brombeergerank, Brombeergesträuch, Brombeergestrüpp, Brombeerhecke, Brombeerpflanze, Brombeerranke, Brombeerstrauch
Tiere (leben an/mit der Pflanze)
Brombeergallmilbe, Brombeerperlmuttfalter, Brombeer-Perlmuttfalter, Brombeerspinner, Brombeerzipfelfalter, Brombeer-Zipfelfalter
Lebensmittel und Produkte aus der Frucht
Brombeercreme, Brombeereis, Brombeerfruchtsaft, Brombeergelee, Brombeerkompott, Brombeerkonfitüre, Brombeerkuchen, Brombeerlikör, Brombeermarmelade, Brombeermilch, Brombeersaft, Brombeerscherbett, Brombeerschnee, Brombeersirup, Brombeerwein
sonstiges (Eigenschaften, übertragene Bedeutung)
Brombeeraroma, Brombeerton, Brombeerkoalition

Unikales Morphem ?

Das Morphem brom (aus ahd. brāmo = Dornenstrauch) kommt nicht isoliert und in Wortbildungen nur zusammen mit dem Letztglied Beere (Brombeere).
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem brom muss daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch) ZDL Wikipedia Duden-online (nicht werbefrei)

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Brösel

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche brōs(a)ma zurück und gehört zur gleichen Wortfamilie wie Brosame. Es bezeichnet ursprünglich etwas „Zerkrümeltes“ oder „Zerriebenes“.
Herr Wort Brösel wird vor allem umgangssprachlich verwendet und bezeichnet kleine Stückchen von Brot, Kuchen oder anderen trockenen Lebensmitteln. Häufig wird auch das Verb bröseln verwendet.

Hinweise zum Wort Brösel

Bedeutung: kleines, trockenes Stückchen von Brot, Kuchen oder Gebäck; Krümel
Beispielsatz: Auf dem Tisch lagen noch einige Brösel vom Kuchen.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Maskulinum

Worttrennung: Brö·sel

Aussprache: [ˈbrøːzl̩]

Wortformen

Das Substantiv Brösel ist männlich und wird häufig im Plural verwendet.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Brösel die Brösel
2. Fall Genitiv des Brösels der Brösel
3. Fall Dativ dem Brösel den Bröseln
4. Fall Akkusativ den Brösel die Brösel



weitere Informationen findest du beim Stichwort Brosame
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Brosame

Wortherkunft

Herr Alt Ursprünglich bedeutete das althochdeutsche Wort brōsme „das Zerriebene, das Zerkrümelte“.

Das Wort hat geschichtlich nichts mit dem Wort Brot zu tun, auch wenn später die Bedeutung auf zerbröckeltes Brot eingeengt wurde.

Herr Wort Heute wird das Wort fast nur noch im Plural Brosamen verwendet. Es kommt häufig in festen Wendungen vor, z. B. die Brosamen aufsammeln oder mit Brosamen abgespeist werden.

Hinweise zum Wort Brosame

Bedeutung: winziges Stück von zerbröckeltem Brot oder Gebäck; Krümel

Das Wort wird meist im Plural (Brosamen) und oft im übertragenen Sinn gebraucht.

Beispielsatz: Für mich bleiben nur die Brosamen übrig.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Maskulinum

Worttrennung: Bro·sa·me

Aussprache: [ˈbroːzamə]

Wortformen

Das Substantiv Brosame ist männlich und wird meist im Plural verwendet.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Brosame die Brosamen
2. Fall Genitiv des Brosamens der Brosamen
3. Fall Dativ dem Brosamen den Brosamen
4. Fall Akkusativ den Brosamen die Brosamen



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Weiterführende Informationen zum Grundwort Brosame
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Weiterführende Informationen zum Wort Brosame

Entstehung: ie. *bhrē̌us- = zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln → 8. Jh. ahd. brōs(a)ma → mhd. brosem(e), brosme → nhd. Brosame

16. Jh. Verkürzung von spätmhd. brosemlīn, frühnhd. bröslein → nhd. Brösel

Wortbildungen: Bosame -

Brösel: bröselig, Brotbrösel, Kuchenbrösel, Semmelbrösel, Speckbrösel, Tabakbrösel, Zwiebackbrösel

Ableitungen: Brösel, broseln
Interessantes: Eine gute Beschreibung zu Brösel und Brosamen findest du bei Wikipedia.

Martin Luther verwendet den Begriff Brosamen in seiner Bibelübersetzung: Neues Testament, Mathäus 15,27. In anderen Übersetzungen finden wir Brotkrumen, Brosamlein, Krümel, Brootbrocken,

Die Stelle im Matthäus Evangelium in der Luther den hebräischen Begriff mit Brosame übersetzt ist aus verschiedenen Gründen interessant und für viele unverständlich und verwirrend: Jesus, der sich nur für an sein Volk, die Juden wendet und die andern, Heiden mit Hunden vergleicht?!. Wer mehr zu dieser Bibelstelle und verschiedenen Erklärungen interessiert finden bei gutefrage.net oder auf YouTube in der Scetch-Bibel interessante Interpretationen.

-

Unikales Morphem ?

Das Wort Brosame lässt sich historisch in mehrere Bestandteile zerlegen (bros + -ame). Diese Bestandteile kommen heute nicht mehr als selbstständige Wörter vor. Das Morphem bros kommt mit Umlaut im Wort Brösel vor (Allomorphie).
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bros kommt nicht isoliert (wegen Bösel) vor. Es ist daher kein nikales Morphem.
Das Morphem ame ist Bestandteil des Wortes Brosame. Es kommt nicht isoliert und nur in diesem Wort vor. Im Wort Brösel (mhd. brosemlin) ist dieses Morphem nicht mehr enthalten.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem ame kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Goethe, Grimm-2), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

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drollig

drollig und Info - drollig müssen noch bearbeitet werden. Ebenso die Texte zum Damhirsch


Wortherkunft

Herr Wort Das Wort drollig wird ganz unterschiedlich verwendet. Es kann bedeuten:
  • niedlich, süß, knuddelig - Du hast aber sehr drollige Puppen.
  • spaßig, witzig, lustig - Er verhielt sich so drollig, dass alle lachen mussten.
  • eigenartig, merkwürdig, seltsam - Das ist schon drollig, dass du dich ausgerechnet heute "krank gemeldet" hast.
Herr Alt Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen drollig = lustig, possenhaft.

Dieses geht wahrscheinlich auf das mittelniederdeutsche drolle zurück, das eine lustige Figur oder einen Kobold bezeichnete.

Verwandt ist möglicherweise auch das englische Wort droll (= spaßig, komisch).

Hinweise zum Wort drollig

Bedeutung: auf eine eigenartige oder ungewöhnliche Weise lustig; komisch, possierlich
Beispielsatz: Der kleine Hund sah mit seinem schiefen Kopf ganz drollig aus.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: drol-lig

Aussprache: [ˈdʁɔlɪç]

Adjektiv / Adverb Das Wort drollig kann als Adjektiv oder Adverb verwendet werden. Im Kinderlexikon wird dir am Beispiel von drollig der Unterschied erklärt.

Wortformen

Das Wort drollig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.

Positiv Komparativ Superlativ
drollig drolliger am drolligsten



Weiterführende Informationen zum Grundwort drollig
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Info - drollig

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Weiterführende Informationen zum Wort drollig

Entstehung: niederländisch nl. drol = kleiner, dicker, etwas komisch aussehender Mann → nl. drollig = Spaßmacher, Knirps → mittelniederdeutsch drolle = Spaßmacher, lustige Figur → niederdeutsch drollig = lustig

möglicherweise verwandt mit engl. droll ←

Wortbildungen: drolligerweise,
Ableitungen: Drolligkeit
Interessantes: Das Wort drollig gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die eine Mischung aus „lustig“ und „seltsam“ ausdrücken.

Im Unterschied zu lustig wirkt drollig oft etwas ungewöhnlich oder leicht absurd.

Solche Bedeutungsnuancen entstehen häufig aus Figurenbezeichnungen (z. B. Kobold → lustig → drollig).

Unikales Morphem ?

Das ursprüngliche niederländische Wort drol ist im Niederdeutschen und der deutschen Hochsprache nur in der Ableitung drollig übernommen worden. Das Morphem droll kommt nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur in der Wortbildung drollig vor (drolligerweise, Drolligkeit).
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem droll in der Wortbildung drollig kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.
Es besteht zwar eine Bedeutungsähnlichkeit zum französischen frz. drôle = Kobold, allerdings sehen Sprachwissenschaftler hier keinen etymologischen Zusammenhang zum niederländischen drol bzw. drollig.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (siehe hier Adelung (Herkunft niedersächsisch drullig), Grimm-2 (nl drullig > ndd drullig), Goethe), ZDL, Duden-online

Niederländisch: drol, drollig, drrollig, 16. Jh. Etymologiedatenbank.nl, Digitale Bibliothek (DBNL), Textbeispiele: Den lacchenden Apoll, uytbarstende in drollige rymen (1667), Der Struwwelpeter oder Lustige Geschichten und drrollige Bilder (1880)

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Damhirsch

Wortherkunft

Herr Wort Der Damhirsch ist eine Hirschart mit geflecktem Fell und schaufelförmigem Geweih. Er lebt heute in vielen Teilen Europas in Wäldern und Parks.
Interessantes: Wenn du mehr über diese Damhirsche erfahren möchtest, dann findest du im Kinderlexikon interessante Bilder und Beschreibungen.

Einen umfangreicheren Text und viele Bilder findest du im Zootier-Lexikon.

Herr Alt Das alte Wort für Wild lautete im Mittelalter tamo oder tame. Daraus entwickelte sich Dam-.

Dieses Wort wurde später mit Tierbezeichnungen kombiniert, z. B. Hirsch, Bock oder Wild. So entstand das zusammengesetzte Wort Damhirsch.

Frau Fremd Englisch: fallow deer; Französisch: daim; Lateinisch: dama

Hinweise zum Wort Damhirsch

Bedeutung: mittelgroßer Hirsch mit meist geflecktem Fell und schaufelartigem Geweih
Beispielsatz: Im Wildpark konnten wir mehrere Damhirsche beobachten.
Wortinfo: Wortart: Nomen, maskulin

Worttrennung: Dam-hirsch

Aussprache: [ˈdamˌhɪʁʃ]

Wortformen

Das Wort Damhirsch ist ein Nomen und wird regelmäßig dekliniert.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Damhirsch die Damhirsche
2. Fall Genitiv des Damhirsches der Damhirsche
3. Fall Dativ dem Damhirsch den Damhirschen
4. Fall Akkusativ den Damhirsch die Damhirschee



Weiterführende Informationen zum Grundwort Damhirsch
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Info - Damhirsch

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Weiterführende Informationen zum Wort Damhirsch

Entstehung: ie. *dem(ə)- = zähmen, bändigen → griech. damálēs (δαμάλης) = junger Stier → lat. damma, spätlat. dāma → 8. Jh. ahd. dām, tām; 9. Jh., dāmo, tāmo; 12. Jh. mhd. tāme, damme, bis ins 17. Jh. Dam = gezähmtes Horntier; ab dem 16. Jh. wird Dam zur Verdeutlichung zunehmend ergänzt mit den Domen Hirsch oder Bock = Damhirsch, Dambock.

ahd. tamo, tame = Wild → mhd. dam → nhd. Dam (Wildart) + Hirsch (männliches Tier mit Geweih)

Damhirsch = „Hirsch aus der Gruppe des Damwilds“

Wortbildungen: Dam: Dambock, Damleder, Damtier, Damwild (Damwildgehege);

Damhirsch: Damhirschgeweih, Damhirschjagd, Damhirschkalb, Damhirschragout

Ableitungen: -
Rechtschreibung: Das a im ersten Wortteil wird kurz und betont gesprochen, [ˈdam]. Das führt nicht selten dazu, dass das Wort Damhirsch fälschlich mit doppeltem m geschrieben wird (falsch: *Dammhirsch).
Interessantes: Der Damhirsch stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde schon in der Antike als Jagdtier gehalten.

Typisch ist sein schaufelförmiges Geweih, das ihn von anderen Hirscharten unterscheidet.

Das Wort zeigt eine klassische Zusammensetzung aus Tiergruppe (Dam) und genauer Bestimmung (Hirsch).

Unikales Morphem ?

Das Morphem dam ist heute nur noch in Fach- oder Tierbezeichnungen gebräuchlich. im allgemeinen Sprachgebrauch kommt es nicht isoliert vor. Hiervon gibt es verschiedene Wortbildungen (sh. Tabelle oben).
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem dam ist in dieser Bedeutung daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (siehe Adelung, Goethe, Grimm-1, Grimm-2), ZDL, Wikipedia, Duden-online

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Dienstag

Wortherkunft

Herr Alt Bei den Germanen nannte man eine Volksversammlung Thing. Der germanische Gott Tyr war der Beschützer dieser Versammlung.

Der Name Dienstag geht auf das alte Wort thingsus zurück. Diese bedeutete Beschützer des Things. Aus dieser Form entwickelte sich später das heutige Wort Dienstag.

Der Wortteil dien hat also nichts mit dem Verb dienen zu tun.

Fremdsprachen

Frau Fremd In allen nordgermanischen Sprachen ist die Bezeichnung für den Dienstag vom Germanischen Gott Tyr bzw. thingsus abgeleitet. Hier einige Beispiele:
Sprache Wochentag Aussprache
Deutsch Dienstag [ˈdiːnstaːk]
Dänisch tirsdag [ˈtsʰiɐ̯sdæˀ]
Englisch Tuesday [ˈtjuːzdeɪ]
Niederländisch dinsdag [ˈdɪnz.dɑx]
Norwegisch tirsdag [ˈtiːʂdɑːɡ]
Schwedisch tisdag [ˈtiːsdaɡ]

Hinweise zum Wort Dienstag

Bedeutung: der zweite Tag der Woche
Beispielsatz: Am Dienstag gehe ich mit meiner Freundin ins Kino.
Wortinfo: Wortart: Nomen, der Dienstag; meist ohne Plural

Worttrennung: Diens-tag

Aussprache: [ˈdiːnstaːk]

Wortformen

Das Grundwort Dienstag wird fast immer nur in der Einzahl (Singular) verwendet. Eine Mehrzahl (Plural) kommt nur selten vor. Im 2. Fall (Genitiv) wird häufig ein s angehängt.

Singular Plural (selten)
1. Fall Nominativ der Dienstag die Dienstage
2. Fall Genitiv des Dienstags, des Dienstages der Dienstage
3. Fall Dativ dem Dienstag den Dienstagen
4. Fall Akkusativ den Dienstag die Dienstage



Weiterführende Informationen zum Grundwort Dienstag
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Info - Dienstag

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Weiterführende Informationen zum Wort Dienstag

Entstehung: Bei den Römern hieß der Kriegsgott Mārs. Danach ist auch der Planet Mars benannt. Die Germanen übernahmen von den Römern das System der Benennung der Wochentage. Der germanische Kriegsgott hieß *Þingsaz (latinisiert Thingsus).

Das Wort hängt mit dem germanischen Thing zusammen. So nannte man früher eine Volksversammlung oder ein Gericht. Der Gott Tyr (Thingsus) galt als Beschützer solcher Versammlungen. Der Tag wurde deshalb nach ihm benannt.

Daraus entwickelte sich im 12. Jh. ahd. ziestag, mhd. ziestac. Zunächst verbreitete sich der niederdeutsche Name dingesdach, dinstag am Niederrhein (13. Jh.) von dort verbreitete er sich bis zum 17. Jh. auf den gesamten deutschsprachigen Raum.

Wortbildungen: -
Ableitungen: -

Wochentage

Die Römer nannten die Wochentage nach den damals bekannten Planeten der Erde. Die einzelnen Planeten waren für die Römer zugleich Götter. Die Germanen übernahmen dieses System. Sie änderten die Namen und benannten die Wochentage nach ihren Göttern. Als die Christen die germanischen Länder missionierten versuchten sie, diese heidnischen Namen der Wochentage umzubenennen. Dies konnten sie jedoch nur bei dem Mittwoch (Mitte der Woche) und dem Samstag (Ableitung vom hebräischen Sabbat = Ruhetag) durchsetzen.
Die Zählung der Wochentage begann bei den Römern mit dem Sonnengot (Sonntag). Erst mit Beschluss der UNO 1978 setzte sich weltweit die heute gebräuchliche Zählung mit dem Montag als ersten Tag der Woche durch.

röm. Zählung Römische Planeten Germanische Götter germanisch Mythologie seit 1978 UNO Tag Wochentag heute
2 Mond Mani Gott des Mondes 1 Montag germ. Gott
3 Mars Tyr/Tiu/ Ziu, Thingsus Gott des Krieges und des Rechts 2 Dienstag germ. Gott
4 Merkur Wodan, Odin, Futhark Hauptgott der Germanen 3 Mittwoch Mitte der Woche
5 Jupiter Donar, Thor Gott des Donners 4 Donnerstag germ. Gott
6 Venus Frija/Frigg Schutzgöttin der Ehe und des Lebens 5 Freitag germ. Gott
7 Saturn Saturn; Sabbat Gott der Aussaat; Ruhetag (Judentum) 6 Samstag hebr. Sabbat
1 Sonne Sonne, Sol Sonnengott (lat. männl. / germ. weibl.) 7 Sonntag röm./germ. Gott

Unikales Morphem ?

Das Morphem dien kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem dien in der Wortbildung Dienstag kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, OWID, ZDL

Fremdsprachen: Dänisch, Englisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch

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Duckdalbe

Wortherkunft

Herr Alt Vermutlich stammt das Wort Duckdalbe aus den Niederlanden. Dort bedeutet das Verb duiken = tauchen. Einen Pfahl oder eingerammten Pfosten nennt man dort dalbe.

Die Duckdalbe ist also ein Pfahl, der tief in den Boden des Hafens eingetaucht oder eingerammt ist.

Herr Fremd
ChatGPT Duckdalbe 20260305.jpg
Auch in anderen Sprachen rund um die Nordsee findet man ähnliche Wörter. Allen liegt das niederländische Wort dukdalve zugrunde.

Hinweise zum Wort Duckdalbe

Bedeutung: Im Hafenboden eingerammte Pfähle, die der Markierung der Fahrrinne dienen oder an denen Schiffe festgemacht werden können.
20260304 Dalben Oberhafenkanal Hamburg 06.jpg
20260304 Dalbe 02 KMJ.jpg
Beispielsatz: Die Duckdalben markieren die Fahrrinne für die Schiffe.
Wortinfo: Wortart: Nomen: die Duckdalbe, die Duckdalben

Worttrennung: Duck-dal-be

Aussprache: [ˈdʊkˌdalbə]

Unterschied:
20260304 Dalben.jpg
Meist wird ein einzelner Pfahl als Dalbe und eine Pfahlgruppe als Duckdalbe bezeichnet. Die oberen Bilder zeigen also Duckdalben. Hier sind jeweils drei Pfähle miteinander verbunden. Das rechte Bild zeigt in der Mitte drei Dalben, also einzelne Pfähle, an denen längere Schiffe festmachen können.

Wortformen

In der Einzahl (Singular) übernehmen alle vier Fälle das Grundwort. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein n angehängt.

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Duckdalbe die Duckdalben
2. Fall Genitiv der Duckdalbe der Duckdalben
3. Fall Dativ der Duckdalbe den Duckdalben
4. Fall Akkusativ die Duckdalbe die Duckdalben



Weiterführende Informationen zum Grundwort Duckdalbe
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Info - Duckdalbe

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Weiterführende Informationen zum Wort Duckdalbe

Entstehung: Die Herkunft des Wortes Duckdalbe ist unklar. Es gibt drei verschiedene Erklärungsansätze:
  1. Das Wort Duckdalbe stammt aus dem Niederländischen. Dort bedeuten duiken = (ein)tauchen und dalbe = eingerammter Pfahl im Wasser. Demnach ist die Duckdalbe ein Pfahl, der tief in den Boden eines Hafens eingerammt wird.
  2. Der spanische Feldherr und Herzog von Alba (spanisch Duque de Alba) war in der Mitte des 16. Jh. Stadthalter in den Niederlanden (die damals noch eine spanische Kolonie waren) und ließ dort den calvinistischen Aufstand (Bildersturm) brutal niederschlagen. Er soll in den niederländischen Häfen Pfähle anlegen lassen, damit auch größere (Kriegs)Schiffe dort anlegen konnten. In Spanien nennt man die Dalben duque de Alba. Auch in Dänemark ist die Bezeichnung duc d’albe geläufig. Möglich ist aber auch, dass diese Namensgebung eine spätere Umdeutung des niederländischen Begriffes (sh. 1.) ist.
  3. Als eher unwahrscheinlich gelten Ableitungen von niederdeutschen, westfriesischen oder englischen Wörtern, wie z. B. von engl. dock = Dock (Anlage zum Warten von Schiffen, nl. dokke). Ebenfalls unwahrscheinlich sind Ableitungen von den Verben (an)docken = etwas fest verbinden oder ducken = sich schnell nach unter beugen. Der zweite Teil (dalbe) könnte von niederländisch dalle/dallen = Balken, Schlucht, Tal abgeleitet sein. Auch dieser Erklärungsversuch wird heute eher als unwahrscheinlich angesehen.
Wortbildungen: Zum Bestandteil dalbe gibt es mehrere Wortbildungen:

Anlegedalbe, Eisbrecherdalbe, Führungsdalbe, Leitdalbe, Leuchtfeuerdalbe, Schutzdalbe, Streichdalbe, Vertäuungsdalbe

Interessantes: Eine anschauliche Beschreibung von Dalben und ihrer Funktion in Häfen findest du bei Wikipedia zum Stichwort Dalbe.

Sprachvergleich

In fast allen europäischen Ländern wird der Begriff Duckdalbe vom niederländischen dukdalve abgeleitet. In einigen Ländern (z. B. Dänemark, Spanien) wird auch auf den Herzog von Alba Bezug genommen. Die genaue Bedeutung (Pfahlgruppe im Hafen zum Festmachen oder Abweisen von Schiffen) ist überall ähnlich. In einigen Ländern werden auch die Markierungen einer Fahrrinne mit dem Begriff Dalbe bezeichnet.

Sprache Dalbe Duckdalbe Quellen
Deutsch Dalbe Duckdalbe Wikipedia
Niederländisch dalf dukdalf / dukdalve Wikipedia
Norwegisch dalbe / pæle dykdalb Wikipedia
Dänisch dalbe dukdalbe / duc d’albe Wikipedia
Schwedisch dykdalb Wikipedia
Englisch dolphin Wikipedia
Französisch duc-d’Albe Wikipedia
Spanisch duque de Alba Wikipedia

Unikales Morphem ?

Da das niederländische Wort an die deutsche Schreibung angepasst wurde (Lehnwort) wird es nicht als Fremdwort behandelt. Es gibt keinen etymologischen Zusammenhang zum Verb ducken.

Das Morphem duck kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor und nur in der Wortbildung Duckdalbe.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem duck ist daher ein unikales Morphem.
Das Morphem dalbe kommt isoliert und in mehreren Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem dalbe ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

Etymologie und Rechtschreibung: DWDS, OWID, ZDL, Wikipedia, Duden-online

Weitere Quellen wurden im Text verlinkt (sh. Tabelle in Kap. Sprachvergleich).

Landkarte: Die Landkarte wurde aus den Daten der Übersetzungen (sh. Tabelle in Kap. Sprachvergleich) mit Hilfe von ChatGPT erstellt.

Abbildungen: Die Abbildungen von Dalben wurden von Wikipedia und elbetreff.de (Herzlichen Dank an Andreas Glock für die Genehmigung für die Verwendung der Abbildung.) entnommen.

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dunnemals

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen. Dort bedeutet dunn so viel wie dann oder damals.

Das Wort dunnemals ist eine Verkürzung von anno dunnemals. Diese Redewendung bedeutete ursprünglich: damals, vor langer Zeit.

Hinweise zum Wort dunnemals

Bedeutung: damals
Beispielsatz: Dunnemals gab es noch eine Volksschule.
Wortinfo: Wortart: Adverb

Worttrennung: dun-ne-mals

Aussprache: [ˈdʊnəmaːls]

Wortformen

Das Wort dunnemals ist ein Adverb. Adverbien haben keine verschiedenen Wortformen.



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Info - dunnemals

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Weiterführende Informationen zum Wort dunnemals

Entstehung: 19. Jh. Das Wort stammt aus dem niederdeutschen dunn = dann, damals.

Es entwickelte sich aus der Redewendung anno dunnemals.

Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Das lateinische Wort anno bedeutet im Jahre. Seit dem 15. Jahrhundert stellte man es häufig vor Datierungen.

Daraus entstanden später verschiedene scherzhafte Redewendungen für vor langer Zeit:

  • anno dazumal - damals, vor langer Zeit
  • anno dunnemals - damals
  • anno Tobak - vor langer Zeit, als man zu Tabak noch Tobak sagte. (Das Wort Tabak stammt von den Ureinwohnern Nordamerikas. Sie nannten ihre Pfeifen nach der Antilleninsel Tobago, die in ihrer Form den Pfeifen ähnelt. Aus diesem Namen hat sich Tobak und hieraus unser heutiges Wort Tabak entwickelt.)
  • anno pief - vor langer Zeit, als man noch nicht Tabak in Pfeifen (ahd. fîfâ, nd. pipe) rauchte
  • anno Tuck - damals, als es noch nicht Gewohnheit war (mhd. tuc = stoßen, schlagen, Tuck = Bewegung, Gewohnheit)
  • anno Leipzig-einundleipzig - vor langer Zeit, vor dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 (mehr)

Unikales Morphem ?

Das Morphem dunn(e) kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem dunn(e) ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, ZDL

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Eberesche

Wortherkunft

Herr Wort Der erste Teil des Wortes (eber) hat seinen Namen von der Farbe der Blätter und Früchte. Das alte (gallische) Wort eburo bedeutete rötlich braun.

Die Blätter der Eberesche ähneln den Blättern einer Esche. Daher stammt der zweite Teil des Wortes. Beide Bäume haben außer dem Namen sonst keine Gemeinsamkeiten.

Die rohen Beeren der Eberesche sind für Menschen zwar nicht giftig, können aber durch ihren bitteren Geschmack Bauchschmerzen verursachen. Wenn sie aber gekocht werden, dann verlieren sie ihre Bitterkeit.

Die Beeren der Eberesche werden von vielen Vogelarten als Nahrung geschätzt. Daher wird dieser Baum auch Vogelbeere genannt.

Die folgenden Bilder zeigen links eine Allee mit Ebereschen. Hier kannst du schön die rötlich braune Farbe der Blätter erkennen. Danach ist der Baum im ersten Wortteil benannt: eber = rötlich braun. Daneben siehst du die Blätter und Früchte der Eberesche. Im Vergleich siehst du auf dem Bild daneben die Blätter einer Esche. Die Blätter der beiden Bäume sind sehr ähnlich. Daran kannst du erkennen, warum die Leute früher den zweiten Teil des Namens nach der Esche genannt haben.
Wenn du mehr über die Eberesche wissen möchtest, dann findest du auf der Infoseite weitere Hinweise.

Hinweise zum Wort Eberesche

Bedeutung: Laubbaum mit rötlich braunen Früchten
Beispielsatz: Die Eberesche ist ein anderer Name für die Vogelbeere.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: Eber-esche

Aussprache: [ˈeːbɐˌʔɛʃə]

Wortformen

In allen vier Fällen ist die Endung für die Einzahl (Singular) e und für die Mehrzahl (Plural) en:
Singular Plural
1. Fall Nominativ die Eberesche die Ebereschen
2. Fall Genitiv der Eberesche der Ebereschen
3. Fall Dativ der Eberesche den Ebereschen
4. Fall Akkusativ die Eberesche die Ebereschen



Weiterführende Informationen zum Grundwort Eberesche
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Info - Eberesche

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Weiterführende Informationen zum Wort Eberesche

Entstehung: ie. *erb(h)-, *reb(h)- = dunkelrötlich, bräunlich; air. ibar = Eibe; ahd. asc, mhd. asch = Esche; frühnhd. eberboum, eberasch, hd. Eberesche
Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Wenn du mehr über die Eberesche erfahren möchtest, so findest du leicht verständliche Beschreibung auf folgenden Internetseiten:Botanikus, Ökolandbau, NABU
Die Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) benennt jedes Jahr einen Baum zum Baum des Jahres. Viele Bilder und eine umfangreiche Beschreibung findest du auf der Internetseite der Schutzgemeinschaft deutscher Wald: Baum des Jahres 1997: die Eberesche.

Unikales Morphem ?

Das Morphem eber kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit Esche vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum gleichlautenden Morphem Eber (= männliches Schwein, ahd. ebur, mhd. eber) besteht nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem eber ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

Abbildungen: Wikipedia: Eberesche: 1 a) Von Mbdortmund - Eigenes Werk, GFDL 1.2, 1 b) Von Straktur - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Wikipedia: Esche: 2 a) Von AnRo0002 - Eigenes Werk, CC0, 2 b) CC BY-SA 3.0

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Eierschecke

Wortherkunft

Herr Alt Aus Eiern, Quark, Rosinen und Mandelsplittern bestehende Überzugmasse für einen Blechkuchen. In manchen Gegenden werden auch Äpfel, Quark und Mohn verwendet. Der Ursprung des Grundwortes ist unklar.

Hinweise zum Wort Eierschecke

Bedeutung: Die Eierschecke ist eine Kuchenspezialität. Diese kommt ursprünglich aus Sachsen und Thüringen.
Beispielsatz: Ich mag vor allem die Dresdener Eierschecke.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: Ei-er-sche-cke

Aussprache: [ˈaɪ̯ɐˈʃɛkə]

Wortformen

In fast allen vier Fällen wird in der Einzahl (Singular) das Grundwort Eierschecke und in der Mehrzahl (Plural) Eierschecken verwendet.
Singular Plural
1. Fall Nominativ die Eierschecke die Eierschecken
2. Fall Genitiv der Eierschecke der Eierschecken
3. Fall Dativ der Eierschecke den Eierschecken
4. Fall Akkusativ die Eierschecke die Eierschecken



Weiterführende Informationen zum Grundwort Eierschecke
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Info - Eierschecke

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Weiterführende Informationen zum Wort Eierschecke

Entstehung: Schecke: ahd. schecho, mhd. schëcke, schëgge - eng anschliessender durchsteppter leibrock, der auch als panzer gebraucht wurde (sh. Quelle). Eierschecke: Im 14. Jh. war Schecke die Bezeichnung für einen Männerrock, der an der Taille mit einem breiten Gürtel eng geschnürt wurde. Diese Dreiteilung des Rocks war vermutlich Namensgeber für das Wort Eierschecke (sh. Quelle).
Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Kochrezepte (nicht werbefrei): Die Eierschecke, Dresdener Eierschecke, Freiberger Eierschecke,

Unikales Morphem ?

Das Morphem scheck(e) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem scheck(e) ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

Entstehung: Wikipedia, Mittelhochdeutsches Wörterbuch (BMZ), Mittelhochdeutsches Handwörterbuch (Lexer),

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Elfenbein

Wortherkunft

Herr Alt Aus dem althochdeutschen Wort für helfant (= Elefant) entwickelte sich schon früh das Wort helfenbein. Das althochdeutsche Wort bein hatte früher auch die Bedeutung Knochen. Das helfenbein war also ein Knochen des Elefanten.

Hinweise zum Wort Elfenbein

Bedeutung: Material von Tierzähnen, Stoßzähne vor allem von Elefanten, Mammut und Walen
Beispielsatz: Die Stoßzähne der Elefanten sind aus Elfenbein.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: El-fen-bein

Aussprache: [ˈɛlfn̩ˌbaɪ̯n]

Wortformen

In fast allen vier Fällen wird das Grundwort Elfenbein verwendet. Im 2. und 3. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. In der Mehrzahl (Plural) wird ein e an das Grundwort angehängt. Im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) wird n ergänzt.:
Singular Plural
1. Fall Nominativ das Elfenbein die Elfenbeine
2. Fall Genitiv des Elfenbeins, des Elfenbeines der Elfenbeine
3. Fall Dativ dem Elfenbein, dem Elfenbeine den Elfenbeinen
4. Fall Akkusativ das Elfenbein die Elfenbeine
Weiterführende Informationen zum Grundwort Elfenbein
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Info - Elfenbein

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Weiterführende Informationen zum Wort Elfenbein

Entstehung: Elefant: griech. ἐλέφας (eléphās) > ahd. helfant; ahd. helfantbein = Elefantenknochen, Elfenbein, mhd. helfenbein; ab 16. Jh. auch elfenbein (in Angleichung an griech. und lat. ohne h)
Wortbildungen:

Elfenbein:

Adjektive: elfenbeinartig, elfenbeinern, elfenbeinfarben

Nomen: Elfenbeinarbeit, Elfenbeinbüste, Elfenbeinexport, Elfenbeinfächer, Elfenbeinfarbe, Elfenbeinfigur, Elfenbeingegenstand, Elfenbeingriff, Elfenbeinhandel, Elfenbeinhändler, Elfenbeinimitation, Elfenbeinjäger, Elfenbeinkamm, Elfenbeinkästchen, Elfenbeinknopf, Elfenbeinkopf, Elfenbeinkugel,Elfenbeinlöffel,Elfenbeinpalast, Elfenbeinporzellan, Elfenbeinschnitzerei, Elfenbeinthron, Elfenbeinturm (Redensart), Elfenbeinturm , Mammutelfenbein, ...

Namen: Länder: Elfenbeinküste (Land in Afrika)

Pflanzen: Elfenbein-Mannstreu (Pflanze), Elfenbeinröhrling (Pilzart), Elfenbeinschneckling (Pilzart),

Tiere: Elfenbein-Federlibelle (Libellenart), Elfenbein-Flechtenbärchen (Schmetterling), Elfenbeinmöwe (Mövenart), Elfenbeinspecht (Vogelart), ...

sonstiges: Elfenbeinturm (Metapher), Elfenbeinmuseum in Schloss Erbach
Ableitungen: -
Interessantes: Interessante Artikel für Kinder findest du im Klexikon (Elefant, Elfenbein) und im Mini-Klexikon (Elefant, Elfenbein). eine interessante Sendung für Kinder über Elefanten, Elfenbein und Elfenbeinschmuggel findest du in der Sendereihe Löwenzahn.

Unikales Morphem ?

Das Morphem elfen kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen sind nur zusammen mit dem Nomen bein bekannt. Einen etymologischen Zusammenhang des Wortes mit dem Zahlwort elf oder den Elfen (Fabelwesen) gibt es nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem elfen ist daher ein unikales Morphem.

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emsig

{{DISPLAYTITLE:emsig}}


Wortherkunft

Herr Alt Aus dem alten Adjektiv emiʒ (= fortwährend, ständig, immer) entwickelte sich schon im frühen Mittelalter die Adjektivform mit der Nachsilbe (Suffix) -ig, zunächst emiʒʒig, später emʒic. in der Bedeutung häufig, eifrig.
Das Wort kommt nur im deutschsprachigen Raum vor.

Hinweise zum Wort emsig

Bedeutung: ausdauernd, mit großem Eifer und fleiß arbeiten; unermüdlich, tüchtig
Beispielsatz: Die Bienen sammeln emsig Pollen und fliegen von Blüte zu Blüte.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: em-sig

Aussprache: [ˈɛmzɪç]

Wortformen

Das Adjektiv emsig wird regelhaft gesteigert.:
Grundstufe (Positiv) Vergleichsstufe (Komparativ) Höchststufe (Superlativ)
emsig emsiger am emsigsten

Weiterführende Informationen zum Grundwort emsig
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Entstehung: ahd. emiʒʒīg, emeʒʒīg, mhd. emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
Wortbildungen: -
Ableitungen: Emsigkeit

Unikales Morphem ?

Das Morphem ems im Adjektiv emsig kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Von diesem Morphem gibt es nur eine Ableitung/Wortbildung (= Emsigkeit). Die Grundlage ist die Wortbildung ems + ig. Einen etymologischen Zusammenhang mit anderen gleichlautenden Morphemen oder Namen gibt es nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem ems ist daher in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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Engerling

Wortherkunft

Herr Alt Aus dem althochdeutschen Wort angar = Made, Larve wurde später enger und dann die Verkleinerungsform Engerling.

Hinweise zum Wort Engerling

Bedeutung: Der Engerling ist die Larve eines Maikäfert
Beispielsatz: Die Engerlinge fressen die Wurzeln von unterschiedlichen Pflanzen.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: En-ger-ling, En-ger-lin-ge

Aussprache: [ˈɛŋɐlɪŋ]

Interessantes: Zu den Maikäfern gibt es eine interessante Seite im Klexikon. Dort findest du auch eine Beschreibung der Entwicklung von der Larve (Engerling) bis zum Käfer.
20260303 Engerling Maikäfer melolontha 08.JPG
Die Engerlinge unterscheiden sich von anderen Larven unter anderem durch ihre Form. Sie sehen fast wie der Buchstabe "C" aus.

Wortformen

In fast allen vier Fällen wird das Grundwort Engerling verwendet. Im 2. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) wird ein s angehängt. In der Mehrzahl (Plural) wird ein e angehängt und im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) zusätzlich ein n ergänzt.:
Singular Plural
1. Fall Nominativ der Engerling die Engerlinge
2. Fall Genitiv des Engerlings der Engerlinge
3. Fall Dativ dem Engerling den Engerlingen
4. Fall Akkusativ den Engerling die Engerlinge

Weiterführende Informationen zum Grundwort Engerling
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Weiterführende Informationen zum Wort Engerling

Entstehung: ie. *angu̯(h)- = Schlange, ahd. angar, mhd. anger, enger = Enger; bereits im 10. Jh. auch mit dem Suffix -ring und später -ling; ahd. engiring, engirling, mhd. engerlinc.
Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Als Engerling wird nicht nur die Larve des Maikäfers genannt. In der Biologie zählen hierzu alle Larven der Familie der Scarabaeoidea, also auch die Larven Blatthornkäfer, Erdkäfer, Hirschkäfer, Mistkäfer, Rosenkäfer und weltweit über 35.000 weitere Arten. (Quelle).

Unikales Morphem ?

Das Morphem enger kommt nicht isoliert vor und hiervon gibt es auch keine Wortbildungen. Die Bezeichnung für die Maikäfer Larven als Engerling ist nicht verwandt mit dem Adjektiv eng.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem enger ist in dieser Bedeutung daher ein unikales Morphem.

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entbehren

{{DISPLAYTITLE:entbehren}} entbehrlich, Entbehrung #REDIRECT [[entbehren]]


Wortherkunft

Herr Alt Das mittelhochdeutsche Verb enbern ist eine Verneinung des untergegangenen Verbs beran, bern = tragen. Die erste Silbe en ist die Verneinung. Ursprünglich bedeutete das Wort also etwas nicht tragen oder etwas nicht bei sich tragen. Das, was man nicht bei sich tragen kann, das braucht man auch nicht. So hat sich aus enbern = nicht tragen die Bedeutung ermangeln und vermissen entwickelt.
Herr Wort Das untergegangene Verb beran (bern) ist auch noch in anderen Wörtern zu finden, zum Beispiel:
  • gebären, mittelhochdeutsch gebern = zu Ende getragen, dazu gehört auch das Nomen Geburt
  • Eimer, mittelhochdeutsch einber = ein Behälter, den man mit einer Hand tragen kann
  • Zuber, zu = zwei, also ein Behälter, den man mit zwei Händen tragen muss

Hinweise zum Wort entbehren

Bedeutung: etwas oder jemanden vermissen
Beispiel: Ich habe als Kind früher vieles entbehren müssen.

Ich möchte dich für keinen Tag in meinem Leben entbehren.

Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ent-beh-ren

Aussprache: [ɛntˈbeːʁən]

Wortformem (Flexion)

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich entbehre ich entbehrte ich habe entbehrt
2. Person du entbehrst du entbehrtest du hast entbehrt
3. Person er/sie/es entbehrt er/sie/es entbehrte er/sie/es hat entbehrt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir entbehren wir entbehrten wir haben entbehrt
2. Person ihr entbehrt ihr entbehrtet ihr habt entbehrt
3. Person sie entbehren sie entbehrten sie haben entbehrt

Weiterführende Informationen zum Grundwort entbehren
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Info - entbehren

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Weiterführende Informationen zum Wort entbehren

Entstehung: Aus dem Verb ahd. beran, mhd. bern = tragen, hervorbringen hat sich mit dem altdeutschen Präfix in- = nein, nicht (als Negation ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern = nicht tragen entwickelt. Das ursprüngliche Verb (beran, bern) ist schon früh untergegangen und kommt nur noch in einigen Regiolekten vor. Das Präfix ahd. in- und mittelhochdeutsch en- ist in späterer Zeit an das verbreitete Präfix ent- angepasst worden.
Wortbildungen:

(entbehren):

Nomen: Entbehrung, Entbehrlichkeit, Unentbehrlichkeit

Adjektive: entbehrlich, entbehrt, entbehrungsreich, entbehrungsvoll, langentbehrt, unentbehrlich

verwandte Wörter: Es gibt einige Wörter, die mit dem untergegangenen Verb mhd. bern (= tragen) verwandt bzw. hiervon abgeleitet sind. Dazu gehören die oben genannten Wörter gebären, Geburt, Eimer und Zuber. Hier sind weitere Wörter, denen man diesen Zusammenhang nicht auf den ersten Blick ansehen kann:
  • Bürde = im übertragenen Sinn eine Last tragen - ie. *bher(ə), germ. *burþīn, ahd. burdī, mhd. bürde
  • Bahre = Trage, Gestell, auf der ein Toter getragen wird - ie. *bher(ə), germ. *bērō, ahd. bāra (8./9. Jh.), mhd. bāre
  • Gebärde = ie. *bher(ə), ahd. gibārida, mhd. gebærde
  • gebaren = ie. *bher(ə), ahd. gibārōn, mhd. gebāren
  • gebühren (Gebühr) = sich zutragen, zufallen - * bher(ə), germ. *(gi)burjan, ahd. giburien, giburren, mhd. gebürn
Das mittelhochdeutsche Präfix en- (ahd. in-) führt zusammen mit dem mittelhochdeutschen Verb bern in der Bedeutung heben, erhaben auch zu weiteren Verwandtschaften, zum Beispiel: empor (ahd. in bore, mhd. enbore = in die Höhe), empören (ahd. irbōren, mhd. enbœ̅ren = erheben). Die gleiche germanische Wurzel haben auch die Wörter Berg (* bherg̑os-, germ. *berga-, mhd. berc = hoch erhaben) und Burg (germ. *burg-, mhd. burc = befestigte Höhe). Damit sind auch viele Vor- und Ortsnamen mit dem untergegangenen althochdeutschen Verb beran verwandt, von Birgit (die Erhabene) und Ingeborg (die Hüterin) bis Augsburg und Wittenberg.

Unikales Morphem ?

Das zugrunde liegende gemeingermanische Verb beran, ber ist ausgestorben. Erhalten geblieben ist das Morphem ber nur in der ursprünglich verneinenden Bedeutung mit dem Präfix ent-. Hiervon sind auch alle Wortbildungen mit dem Morphem ent- + behr abgeleitet.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem behr ist in dieser Bedeutung daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

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erwähnen

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort ist von dem ausgestorbenen mittelhochdeutschen Wort ge-wähenen = sagen, berichten, gedenken abgeleitet. Hieraus entwickelte sich später unsere heutige Bedeutung.
Das Verb erwähnen ist nicht verwandt mit dem Nomen Wahn und dem hiervon abgeleiteten Verb wähnen.

Hinweise zum Wort erwähnen

Bedeutung: a) etwas beiläufig anmerken

b) etwas urkundlich nennen, anführen

Beispielsatz: a) Er hat in unserem Gespräch gestern gar nicht erwähnt, dass er vor drei Wochen operiert wurde.

b) Der Name unserer Stadt wurde bereits im 12. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt.

Wortinfo: Wortart: Verb

; ich erwähne, du erwähnst, er/sie/es erwähnt, wir erwähnen; wir haben erwähnt

Worttrennung: er-wäh-nen

Aussprache: [ɛɐ̯ˈvɛːnən]

Wortformem (Flexion)

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich erwähne ich erwähnte ich habe erwähnt
2. Person du erwähnst du erwähntest du hast erwähnt
3. Person er/sie/es erwähnt er/sie/es erwähnte er/sie/es hat erwähnt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir erwähnen wir erwähnten wir haben erwähnt
2. Person ihr erwähnt ihr erwähntet ihr habt erwähnt
3. Person sie erwähnen sie erwähnten sie haben erwähnt



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Entstehung: ahd. giwahanen neben giwahan, mhd. gewähenen, seit 16. Jh. als erwähnen im heutigen Sinne belegt

in Abgrenzung hierzu und nicht verwandt: ahd. mhd. wān, wōn = Vermutung, Meinung, Hoffnung, Erwartung, Vorstellung, Scheu (sh. DWDS); ab 16. Jh. = Selbsttäuschung, ab 18. Jh. trügerische Vorstellung, Medizin: krankhafte Erscheinung, zwanghafte Einbildung

Bedeutungs-

Unterschied:

Die Stadt Soest wurde bereits 836 urkundlich erwähnt. In einer alten Urkunde steht, dass die Stadt Lübeck bereits 1160 das Stadtrecht erhalten hat. Im ersten Beispiel bedeutet erwähnen, dass Soest möglicherweise schon sehr viel früher das Stadtrecht verlieben bekommen hat. Es bedeutet nicht, dass Soest 836 das Stadtrecht erhalten hat.
Wortbildungen: Adjektivbildungen: ersterwähnt, erwähnenswert, erwähntermaßen, obenerwähnt, vorerwähnt, unerwähnt, ...

Nomenbildungen: Ersterwähnung, Nichterwähnung, Obenerwähnte, ...

Ableitungen: Grundwort: erwähnen, Adjektiv: erwähnt, Nomen: Erwähnung

Unikales Morphem ?

Das Morphem wähn kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix er- vor. Es gibt keinen Bedeutungszusammenhang zwischen dem Morphem wähn in erwähnen und wähn im Verb wähnen (Grundwort Wahn).
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem wähn ist daher ein unikales Morphem.

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Flederwisch

Wortherkunft

Herr Alt
20260226 Plumeau.jpg
Das Wort ist zusammengesetzt aus den mittelhochdeutschen Verben vlederen (= flattern) und wischen.

Früher nannte man den aus Gänsefedern zusammengebundenen Staubbesen auch federwisch.

In der Abbildung rechts findest du einige Beispiele wie diese Federwische früher ausgesehen haben.

Hinweise zum Wort Flederwisch

Bedeutung: a) Wisch aus Gänsefedern zum Abstauben

früher auch Handfeger, der aus Gänseflügeln hergestellt wurde.

b) Scherzhafte Bezeichnung für ein unruhiges, lebhaftes Kind.

Beispielsatz: a) Das Stubenmädchen fegt mit dem Flederwisch den Staub vom Schrank.

b) Rita ist ein richtiger wilder Flederwisch

Wortinfo: Nomen: der Flederwisch, die Flederwische; Worttrennung: Fle-der-wisch; Aussprache: [ˈfleːdɐˌvɪʃ]

Wortformen

Das Grundwort kommt nur im 1. (Nominativ) und 4. Fall (Akkusativ) in der Einzahl (Singular) vor. Für den 2. (Genitiv) und 3. Fall (Dativ) können zwei verschiedene Formen gebildet werden. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein e ergänzt, im 3. Fall (Dativ) en.
Singular Plural
1. Fall Nominativ der Flederwisch die Flederwische
2. Fall Genitiv des Flederwischs, des Flederwisches der Flederwische
3. Fall Dativ dem Flederwisch, dem Flederwische den Flederwischen
4. Fall Akkusativ den Flederwisch die Flederwische

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Entstehung: fledern: mhd. vlederen, vledern = flattern; mhd. vederwisch = Federwisch, seit 15. Jh. dann vlederwisch

wischen: ahd. wisken, mhd. wischen, wüschen

Ableitungen und Wortbildungen: fledern: hierzu Flederbeer, Fledermaus, Fledertier, zerfledern

fleddern: (rotw. fladern = waschen; vermutlich von mhd. vlederen abgeleitet), zerfleddern, Leichenfledderer, ...

Interessantes: Bei Wikipedia ist ein interessanter Artikel, der die Herstellung und Funktion der aus Gänsefedern gebundenen Handfeger oder Staubwedel beschreibt.

Unikales Morphem ?

Das Morphem fleder kommt isoliert im Verb fledern vor. Von diesem Verb gibt es weitere Wortbildungen, z. B. Flederhund, Fledermaus usw.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem fleder ist daher kein unikales Morphem.

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Abbildung: Flederwisch

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Firlefanz

Wortherkunft

Herr Alt Früher nannte man in Frankreich einen lustigen Tanz, in dem viel gehüpft und gesprungen wurde virelai. Daraus ist im späten Mittelalter das Wort firlifanz entstanden. Die Bedeutung überflüssiges Zeug und Unsinn hat sich hieraus erst später entwickelt.

Hinweise zum Wort Firlefanz

Bedeutung: überflüssiges, wertloses unnützes Zeug; törichtes Gerede; Unsinn
Beispielsatz: Nehmt keinen Firlefanz mit auf die Reise. Macht nicht so einen Firlefanz um die kleine Feier.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: Fir-le-fanz

Aussprache: [ˈfɪʁləˌfants]

Wortformen

In der Einzahl (Singular) wird im 1., 3. und 4. Fall das Grundwort verwendet. Im 2. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) wird ein es angehängt. In der Mehrzahl (Plural) wird im 1., 2. und 4. Fall ein e an das Grundwort ergänzt. Im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) wird e durch en ersetzt.:
Singular Plural
1. Fall Nominativ der Firlefanz die Firlefanze
2. Fall Genitiv des Firlefanzes der Firlefanze
3. Fall Dativ dem Firlefanz den Firlefanzen
4. Fall Akkusativ den Firlefanz die Firlefanze



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Entstehung: Die genaue Herkunft ist unklar. Vermutlich liegt dem Wort das  afrz. lai = Gedicht und afrz. virelai = Ringel-, Reigenlied zugrunde. Der zweite Teil des Wortes fanz könnte von mhd. tanz abgeleitet sein. Möglich ist aber auch, dass der Ursprung in dem  mhd. Wort alefanz = Schalk, Possen liegt.
Wortbildungen: Firlefanzerei, veraltet und heute nicht mehr gebräuchlich: firlefanzen, Firlefanzer
Ableitungen: -

Unikales Morphem ?

Die Morpheme firle und fanz kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Die Morpheme firle und fanz sind daher unikale Morpheme.

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garstig

Wortherkunft

Herr Wort Das Wort garstig beschreibt etwas, das unangenehm, widerlich oder böse wirkt. Das kann sich sowohl auf das Verhalten einer Person beziehen, als auch auf Gerüche oder Situationen.
Herr Alt Das Wort geht auf mittelhochdeutsch garst zurück, das „ranzig, schlecht riechend“ bedeutete.

Verwandt ist althochdeutsch gerstī = Hass, Groll.

Ursprünglich bezeichnete garstig also etwas, das Ekel oder Abscheu hervorruft. Die Bedeutung wurde später auf Verhalten von Menschen übertragen.

Hinweise zum Wort garstig

Bedeutung: 1. widerlich, ekelerregend

2. böse, gemein, unangenehm im Verhalten

Beispielsatz: Er war heute besonders garstig zu seinen Mitschülern.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: gars-tig

Aussprache: [ˈɡaʁstɪç]

Wortformen

Das Wort garstig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.

Positiv Komparativ Superlativ
garstig garstiger am garstigsten



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Weiterführende Informationen zum Wort garstig

Entstehung: ie. *ghers-, *ghres- = Widerwille, Abscheu, Ekel → ahd. gerstī = Hass, Groll

→ mhd. garst = ranzig, übel riechend → nhd. garstig

Bedeutungsentwicklung: Ekel, Gestank → unangenehm → böse, gemein

Wortbildungen:
Ableitungen: Garstigkeit
Interessantes: Das Wort zeigt eine typische Bedeutungsverschiebung:
körperliche Wahrnehmung (Geruch) → moralische Bewertung (Charakter)

Ähnliche Entwicklungen gibt es bei Wörtern wie:

„faul“ (Geruch → Verhalten)
„stinkig“ (Geruch → Stimmung)

Das ältere Wort garst ist heute nicht mehr gebräuchlich.

Unikales Morphem ?

Das Morphem garst im Wort garstig kommt heute nicht mehr isoliert und nur in der Wortbildung garstig vor. Die einzige weitere Wortbildung (Garstigkeit) ist vom Adjektiv garstig abgeleitet.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem garst ist daher ein unikales Morphem.

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Garaus

Wortherkunft

Herr Alt Das Adjektiv gar bedeutete im Mittelhochdeutschen „ganz, vollständig“, aus bedeutete „zu Ende“.

Das Nomen Garaus entstand aus dem Ausruf gar aus. Das riefen die Wachen Anfang des 16. Jahrhunderts in den Städten Nürnberg und Regensburg, wenn abends die Stadttore geschlossen wurden. Dieser Ausruf wurde später auf das Tagesende und den Glockenschlag übertragen, der das Ende des Tages „einläutete“.

Die Verbindung gar aus bedeutete also zunächst: „vollständig zu Ende“. Daraus entwickelte sich später das Nomen Garaus in der Bedeutung Ende.

Herr Wort Das Nomen wird heute nicht mehr isoliert verwendet. Es kommt nur noch in der Redewendung jemanden den Garaus machen vor und bedeutet jemanden töten, also das Leben eines Menschen absichtlich (mit Gewalt) beenden.

Diese Redewendung wird manchmal auch scherzhaft gemeint, z. B. „Kannst du nicht endlich der surrenden Mücke an der Fensterscheibe den Garaus machen." (freundliche Umschreibung für das Töten der Mücke).

Hinweise zum Wort Garaus

Bedeutung: Ende, vollständige Vernichtung (meist in festen Wendungen)
Beispielsatz: Der Sturm machte dem alten Baum den Garaus.
Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum

Worttrennung: Gar-aus

Aussprache: [ˈɡaːɐ̯ˌʔaʊ̯s]

Wortformen

Das Wort Garaus wird meist nur im Singular verwendet und tritt überwiegend in festen Wendungen auf.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Garaus
2. Fall Genitiv des Garaus
3. Fall Dativ dem Garaus
4. Fall Akkusativ das Garaus



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Weiterführende Informationen zum Wort Garaus

Entstehung: germ. *garwa- → ahd. garo = fertig, vollständig → mhd. gar = bereit, vollständig, ganz ; gar + aus = zu Ende

Ausruf: gar aus = vollständig vorbei → Substantivierung: das Garaus

Wortbildungen: den Garaus machen (feste Redewendung)
Ableitungen: -
Bedeutungs-

entwicklung:

Das Wort Garaus ist ein Beispiel für die sogenannte „Zusammenrückung“:
eine Wortgruppe („gar aus“) wird zu einem festen Wort.

Heute wird es fast ausschließlich in festen Wendungen verwendet, besonders:

„jemandem den Garaus machen“

Die ursprüngliche wörtliche Bedeutung („ganz aus“) ist im heutigen Sprachgefühl nicht mehr unmittelbar erkennbar.

Bei dem Adjektiv gar hat sich von der ursprünglichen Bedeutung ahd. garo = fertig eine Bedeutungsverengung auf den gastronomischen Bereich im Sinne von fertig gegart verengt.

Unikales Morphem ?

Das Wort Garaus ist zusammengesetzt aus dem Adjektiv gar und dem Adverb aus. Das Adjektiv gar wird heute nur in der eingeschränkten gastronomischen Bedeutung verwendet. In der Wortbildung Garaus wird heute kein Bedeutungszusammenhang zum Adjektiv gar gesehen.

Einerseits: Das Morphem gar (als Adjektiv gar) kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen (z. B. Garküche, Garkoch, halbgar) vor. Es handelt sich daher nicht um ein unikales Morphem.

Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem gar ist demnach kein unikales Morphem.
Andererseits: Heute wird kaum noch ein Zusammenhang zwischen dem Adjektiv gar (im gastronomischen Sinne) und dem Morphem gar im Nomen Garaus gesehen, zumal das Nomen nur noch in der Redewendung jemandem oder etwas den Garaus machen (im Sinne von töten, beenden) vorkommt. Aus diesem Grunde kann auch garaus als ein Morphem (= kleinste bedeutungstragende Einheit) betrachtet werden.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem garaus kann daher auch als ein unikales Morphem betrachtet werden.
Das Adjektiv gar (ahd. garo) hat zudem einen Bedeutungswandel erlebt, von ursprünglich ahd. garo = vollständig, gerüstet, bereit gemacht hin zur heutigen(eingeschränkten) Bedeutung gar = fertig gekocht, gebraten, gebacken etc.

Auch das Morphem gar in Garaus hat einen Bedeutungswandel vollzogen. Aus der ursprünglichen Bedeutung vollständig, vorbei in der Wortgruppe gar aus ist eine Redewendung entstanden, die auf jmdn. oder etw. töten, vernichten eingeschränkt ist.

Pik-Kreis-blau.jpg Wenn nur das Morphem gar isoliert betrachtet wird, so bleibt zunächst offen, ob es aufgrund der Bedeutungsverschiebungen als unikales Morphem betrachtet werden kann. Daher wird das Morphem gar bis zur Klärung zunächst als unklar eingestuft.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz sh. Adelung, vor allem Grimm-1, Wander (Sprichwörterlexikon Anfang 19. Jh. zeigt noch eine große Vielfalt der Redewendungen mit dem Nomen Garaus), ZDL, Wikipedia, Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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