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= gebaren =
 
<div style="color:red>#REDIRECT [[hell]] - neue Seite für behelligen mit Weiterleitung zu ''hell'' - erledigt
{{DISPLAYTITLE:hell}} </div>
 
= hell/behelligen =
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein ''heller Junge''. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Ulli, Klasse 2, Regensburg
|-
|}
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
| Was hat das Wort ''behelligen'' mit dem Adjektiv ''hell'' zu tun?
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
|- style="text-align: left"
|Wir haben im Kunstunterricht über ''hell und dunkel'' gesprochen. Was bedeutet ''hell'', welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass ''hell'' auch ''stören'' kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: ''Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen''. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig ''stören'' soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv ''hell'' in das Verb ''behelligen''?
|-
|}
 
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==Wortherkunft==
== Wortherkunft ==
 
=== heller Junge ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Zunächst bedeutete das Adjektiv '''''hell''''' nur ''hell tönend''. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: ''helle Farben'', ''hell und dunkel''.
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
||Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ''ein helles Köpfchen'' (= kluge, intelligente Person), ''das ist der helle Wahnsinn'' (= Ausdruck der Bewunderung), ''er hat seine helle Freude an etwas'' (im Sinne von ''großer Freude'').
|Das Verb ''gebaren'' hat heute zwei Hauptbedeutungen: 
|-
1. „ein Kind zur Welt bringen“ 
|
2. „sich auf eine bestimmte Weise verhalten“
|Dein Onkel hat gemeint, dass du ein ''sehr kluger Junge'' bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|}
|Das Wort ist vom althochdeutschen ''gibārōn'' abgeleitet.
=== behelligen ===
Das dazugehörige Nomen ''gibāra'' (mhd. ''gebār'') bedeutete „Betragen, Verhalten“.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die beiden Wörter ''hell'' und ''behelligen'' sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv ''hel''. Es meinte zunächst nur ''helle Töne''.


Ursprünglich bedeutete das Verb also „sich verhalten“ und wurde später auch im Sinne von „hervorbringen, gebären“ verwendet.
Das Verb ''behelligen'' ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb ''helligen''. Das bedeutete ''ermüden, jemanden quälen''. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) ''be-'' wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das '''Verb''' '''''behelligen''''' bedeutet heute ''jemanden belästigen''.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa ''nicht belästigen'' sollst, weil er gerade arbeitet.
|Englisch: to bear, to give birth; to behave 
Französisch: enfanter; se comporter 
Lateinisch: parere (gebären)
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''gebaren''==
==Hinweise zum Wort ''behelligen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. ein Kind zur Welt bringen 
|stören, belästigen
2. sich in bestimmter Weise verhalten (gehoben, oft kritisch)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Sie gebar ein gesundes Kind.'' 
|''Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.''
''Er gebärdete sich wie ein König.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
|'''Wortart:''' Verb


'''Worttrennung:''' ge-ba-ren
'''Worttrennung:''' be·hel·li·gen


'''Aussprache:''' [ɡəˈbaːʁən]
'''Aussprache:''' [bəˈhɛlɪɡn̩]
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
==Wortformen==
===hell===
<div style="font-size: 1.2em>
Das Wort ''hell'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.</div>
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|style="width: 26%"|hell
|style="width: 37%"|heller
|style="width: 37%"|am hellsten
|-
|}
===behelligen===
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebaren'' ist ein starkes Verb.
Das Verb ''behelligen'' wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb ''haben'' gebildet.
</div>
</div>


Zeile 61: Zeile 103:
(Singular)
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
! style="width: 13%" |1. Person
|ich gebäre
| style="width: 25%" |ich behellige
|ich gebar
| style="width: 25%" |ich behelligte
|ich habe geboren
| style="width: 25%" |ich habe behelligt
|-
|-
!2. Person
!2. Person
|du gebierst
|du behelligst
|du gebarst
|du behelligtest
|du hast geboren
|du hast behelligt
|-
|-
!3. Person
!3. Person
|er/sie/es gebiert
|er/sie/es behelligt
|er/sie/es gebar
|er/sie/es behelligte
|er/sie/es hat geboren
|er/sie/es hat behelligt
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
(Plural)
!1. Person
!1. Person
|wir gebären
|wir behelligen
|wir gebaren
|wir behelligten
|wir haben geboren
|wir haben behelligt
|-
|-
!2. Person
!2. Person
|ihr gebärt
|ihr behelligt
|ihr gebart
|ihr behelligtet
|ihr habt geboren
|ihr habt behelligt
|-
|-
!3. Person
!3. Person
|sie gebären
|sie behelligen
|sie gebaren
|sie behelligten
|sie haben geboren
|sie haben behelligt
|-
|-
|}
|}
== Modellwortschatz ==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort '''hell''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.</div>
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-469-VS.jpg
File:MWS-469-RS.jpg
</gallery>
<div style="font-size:1.2em">
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=469 Fremdsprachen] anhören.</div>


</br>
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;">
|[[Info - gebaren| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebaren''''']]
|[[Info - behelligen | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''behelligen''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Info - gebaren =
= Info - hell/behelligen =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebaren''''']]
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
|}
|}
----
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebaren''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''behelligen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Verb: 8. Jh. ahd. ''gibārōn'', mhd. ''gebāren''
|'''[https://www.dwds.de/wb/behelligen#etymwb-1 behelligen]:''' ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. ''hellegen'', ''helligen'' = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. ''behelligen'' = stören, belästigen, lästig fallen


Nomen: ahd. ''gibāra'', mhd. ''gebār'' = Betragen, Verhalten 
'''[https://www.dwds.de/wb/hell#etymwb-1 hell]:''' ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. ''hel'' = tönend, mhd. ''hel'' = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Hall hallen], [https://www.dwds.de/wb/einhellig#etymwb-1 einhellig], [https://www.dwds.de/wb/etymwb/mi%C3%9Fhellig misshellig]
 
Ursprünglich bedeutete das Wort „sich verhalten“ und entwickelte zusätzlich die Bedeutung „hervorbringen, gebären“.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|Gebaren, Gebärde, Gebärde(n), Gebärdensprache
| [https://www.dwds.de/wb/Behelligung Behelligung], [https://de.wiktionary.org/wiki/unbehelligt unbehellitgt]
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/hell hell]
|
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|Geburt, gebären, gebürtig (verwandt im Wortfeld)
| -
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Wort zeigt eine interessante Bedeutungsentwicklung: 
|Das Verb ''behelligen'' wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.
: von „Verhalten“ → „Hervorbringen“ → „ein Kind zur Welt bringen“


Die Bedeutung „sich gebärden“ ist heute oft gehoben oder ironisch gebraucht.
Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb ''helligen'' „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.
|}
|}
 
== Wörterliste zum Adjektiv ''hell''==
== Wortvergleich ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
Die Wörter gebaren, gebären
! colspan="2" |Adjektive
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; margin:auto"
|-
|+ xxx
! style="width: 15%; vertical-align:top;text-align:left" |Farbadjektive
! style="width: 20%" |Grundwort
|[https://www.dwds.de/wb/hellen hellen], [https://www.dwds.de/wb/hell hell], [https://www.dwds.de/wb/helle helle], [https://www.dwds.de/wb/Helle Helle], [https://www.dwds.de/wb/], [https://www.dwds.de/wb/hellbeige hellbeige], [https://www.dwds.de/wb/hellblau hellblau], [https://www.dwds.de/wb/hellblond hellblond], [https://www.dwds.de/wb/hellbraun hellbraun], [https://www.dwds.de/wb/hellfarbig hellfarbig], [https://www.dwds.de/wb/hellgelb hellgelb], [https://www.dwds.de/wb/hellglänzend hellglänzend], [https://www.dwds.de/wb/hellgrau hellgrau], [https://www.dwds.de/wb/hellgrün hellgrün], [https://www.dwds.de/wb/helllila helllila], [https://www.dwds.de/wb/hellrosa hellrosa], [https://www.dwds.de/wb/hellrot hellrot], [https://www.dwds.de/wb/hellviolett hellviolett], [https://www.dwds.de/wb/hellweiß hellweiß]
! style="width: 16%" |ie.
|-
! style="width: 16%" |germ.
! style="vertical-align:top;text-align:left" |so hell wie ...
!
|... die Dämmerung: [https://www.dwds.de/wb/dämmerhell dämmerhell], ... Glas: [https://www.dwds.de/wb/glashell glashell], [https://www.dwds.de/wb/glockenhell glockenhell], [https://www.dwds.de/wb/kristallhell kristallhell], [https://www.dwds.de/wb/mondhell mondhell], [https://www.dwds.de/wb/neonhell neonhell], [https://www.dwds.de/wb/schneehell schneehell], [https://www.dwds.de/wb/silberhell silberhell], [https://www.dwds.de/wb/sonnenhell sonnenhell], [https://www.dwds.de/wb/sternenhell sternenhell], [https://www.dwds.de/wb/tageshell tageshell], [https://www.dwds.de/wb/wasserhell wasserhell]
! style="width: 16%" |ahd
|-
! style="width: 16%" |mhd
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Erstglied)
|[https://www.dwds.de/wb/hellauf hellauf], [https://www.dwds.de/wb/helläugig helläugig], [https://www.dwds.de/wb/helldunkel helldunkel], [https://www.dwds.de/wb/hellerleuchtet hellerleuchtet], [https://www.dwds.de/wb/hellerlicht hellerlicht], [https://www.dwds.de/wb/hellhaarig hellhaarig], [https://www.dwds.de/wb/hellhäutig hellhäutig], [https://www.dwds.de/wb/hellleuchtend hellleuchtend], [https://www.dwds.de/wb/helllicht helllicht], [https://www.dwds.de/wb/helllodernd helllodernd], [https://www.dwds.de/wb/hellstrahlend hellstrahlend], [https://www.dwds.de/wb/hellwach hellwach]
|-
|-
!gebaren, Gebaren
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Letztglied)
| rowspan="5" |*bher(ə)
|[https://www.dwds.de/wb/überhell überhell], [https://www.dwds.de/wb/geisteshell geisteshell],  
(= heben, tragen)
| rowspan="3" |*beraną
| rowspan="2" |ahd. beran, mhd. bern
|gibārōn, ''gibāra''
|gebāren, gebāren
|-
|-
!gebären
! colspan="2" |Nomen
|giberan
|gebern
|-
|-
!Gebärde, gebärden
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Erstglied
|ahd. bāren
|[https://www.dwds.de/wb/Hellraumprojektor Hellraumprojektor], [https://www.dwds.de/wb/Hellriegel Hellriegel], [https://www.dwds.de/wb/Hellung Hellung], [https://www.dwds.de/wb/Hellwerden Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei],
|gibārida, gibāren
|gebærde, gebæren
|-
|-
!Geburt
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Letztglied
|*-burdi-
|[https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufheller Stimmungsaufheller], [https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufhellung Stimmungsaufhellung], [https://www.dwds.de/wb/Tageshelle Tageshelle], [https://www.dwds.de/wb/Taghelle Taghelle]
|
|giburt
|geburt
|-
|-
!gebühren, Gebühr
! colspan="2" |Wortgruppen
|*(gi)burjan
|-
|ahd. buien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten
!
|giburien, giburī
|[https://www.dwds.de/wb/hellhörig hellhörig], [https://www.dwds.de/wb/Hellhörigkeit Hellhörigkeit],
|gebürn, gebüre
[https://www.dwds.de/wb/hellsichtig hellsichtig], [https://www.dwds.de/wb/Hellsicht Hellsicht], [https://www.dwds.de/wb/Hellsichtigkeit Hellsichtigkeit],  
 
[https://www.dwds.de/wb/hellsehen hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellsehen Hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellseher Hellseher], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherei Hellseherei], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherin Hellseherin],  [https://www.dwds.de/wb/hellseherisch hellseherisch],
 
[https://www.dwds.de/wb/aufhellen aufhellen], [https://www.dwds.de/wb/Aufheller Aufheller], [https://www.dwds.de/wb/Aufhellung Aufhellung], [https://www.dwds.de/wb/aufgehellt aufgehellt],
 
[https://www.dwds.de/wb/erhellen erhellen], [https://www.dwds.de/wb/erhellt erhellt], [https://www.dwds.de/wb/Erhellung Erhellung],
|-
|-
|}
|}
Zeile 177: Zeile 224:
==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''gebaren'' besteht nicht aus einem unikalen Morphem.
| colspan="2" |Das Morphem ''hellig'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe ''be-''.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortstamm ''bar'' bzw. ''bār'' ist historisch bedeutungstragend („tragen, hervorbringen“). 
|Das Morphem ''hellig'' ist in dieser Bedeutung <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
Auch das Präfix ''ge-'' ist ein häufiges Bildungselement im Deutschen.
|-
| colspan="2" |Die Bestandteile sind heute jedoch nicht mehr transparent.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Für viele Sprecher ist die innere Struktur des Wortes nicht mehr erkennbar, sodass es wie ein einfaches, nicht zerlegbares Wort wirkt.
|-
|-
|}
|}
Zeile 194: Zeile 235:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


https://www.dwds.de/wb/gebaren  
[https://www.dwds.de/wb/behelligen DWDS]  
https://de.wiktionary.org/wiki/gebaren  
[https://de.wiktionary.org/wiki/behelligen Wiktionary]  
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)   
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
https://www.zdl.org/?q=gebaren  
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B06223 Grimm-Wörterbuch])   
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt  
[https://www.zdl.org/?q=behelligen ZDL]  
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebaren 
[https://de.wikipedia.org/wiki/behelligen Wikipedia]  
[https://www.duden.de/rechtschreibung/behelligen Duden-online]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebaren''''']]
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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----
----
= gebären =
=Hagebutte=
__TOC__
__TOC__


Zeile 218: Zeile 260:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Verb ''gebären'' bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Es gehört zum Wortfeld von ''Geburt'' und ''gebären''.
|Der erste Teil des Wortes ''Hag'' ist vom mittelhochdeutschen Wort ''hac'' abgeleitet. So nannte man früher eine Umzäunung, ein Gehege oder einen mit Gebüsch umzäunten Ort. Zur Einfriedung wurden oft ''Hagebutten'' oder ''Hagedorn'' verwendet.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die Herkunft des zweiten Wortteils (''butt'') ist nicht eindeutig geklärt. Einige Sprachwissenschaftler leiten ''butte'' vom mittelhochdeutschen ''butz'' = Knoten, Klumpen ab. Andere sehen einen Zusammenhang mit dem niederländischen Wort ''but'' = stumpf.
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāran'' zurück. 
 
Es gehört zu einer alten Wortfamilie mit der Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“.
 
Verwandt sind u. a.: 
''gebären'', ''Geburt'', ''gebürtig''.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Englisch: to give birth, to bear 
|Als ''Hagebutte'' bezeichnet man die roten Sammelnussfrüchte verschiedener Rosenarten, besonders der Heckenrose.
Französisch: enfanter 
Lateinisch: parere
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''gebären''==
==Hinweise zum Wort ''Hagebutte''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|ein Kind zur Welt bringen
|Rote Scheinfrucht verschiedener Rosenarten
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Frau gebar ein gesundes Kind.''
|''Im Herbst leuchten die roten Hagebutten an den Hecken.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
|'''Wortart:''' Nomen, feminin


'''Worttrennung:''' ge--ren
'''Worttrennung:''' Ha-ge-but-te


'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁən]
'''Aussprache:''' [ˈhaːɡəˌbʊtə]
|-
|-
|}
|}
Zeile 255: Zeile 289:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebären'' ist ein starkes Verb.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
| colspan="2" |
!style="width: 14%"|
!Gegenwart
!style="width: 20%"|
(Präsens)
!style="width: 33%"|Singular
!1. Vergangenheit
!style="width: 33%"|Plural
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!style="text-align:left"|1. Fall
(Singular)
!Nominativ
! style="width: 13%" |1. Person
|die Hagebutte
|ich gebäre
|die Hagebutten
|ich gebar
|ich habe geboren
|-
|-
!2. Person
!style="text-align:left"|2. Fall
|du gebierst
!Genitiv
|du gebarst
|der Hagebutte
|du hast geboren
|der Hagebutten
|-
|-
!3. Person
!style="text-align:left"|3. Fall
|er/sie/es gebiert
!Dativ
|er/sie/es gebar
|der Hagebutte
|er/sie/es hat geboren
|den Hagebutten
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
!style="text-align:left"|4. Fall
(Plural)
!Akkusativ
!1. Person
|die Hagebutte
|wir gebären
|die Hagebutten
|wir gebaren
|wir haben geboren
|-
!2. Person
|ihr gebärt
|ihr gebart
|ihr habt geboren
|-
!3. Person
|sie gebären
|sie gebaren
|sie haben geboren
|-
|-
|}
|}
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - gebären| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebären''''']]
|[[Info - Hagebutte| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Hagebutte''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Info - gebären =
=Info - Hagebutte=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|[[Hagebutte|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hagebutte''''']]
|}
|}
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__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebären''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Hagebutte''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibāran'' mhd. ''gebāren''
|ahd. ''haganbutta'', mhd. ''hagenbutz''
 
''butte'' möglicherweise aus dem niederländischen ''but'' = stumpf abgeleitet.


Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“ 
Einige Autoren sehen auch einen Zusammenhang mit ''butz'' = Klumpen, Knoten, Kerngehäuse.


→ Spezialisierung: „ein Kind zur Welt bringen“
Der erste Wortteil ''hag'' bedeutete ursprünglich: Umzäunung, Hecke, eingehegter Ort.
 
Von ''hag'' sind auch die Wörter ''Hecke'', ''Hain'', ''Gehege'' und ''Hagedorn'' abgeleitet.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
|Hagebuttenmarmelade, Hagebuttentee, Hagebuttenkern, Hagebuttenstrauch
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
|Hagedorn, Hecke, Gehege
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Verb ''gebären'' ist eng verwandt mit ''gebaren'', hat aber eine andere Bedeutungsentwicklung:
|Die Hagebutte ist botanisch keine echte Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht.
 
: ''gebären'' → körperlicher Vorgang (Kind zur Welt bringen) 
: ''gebaren'' → Verhalten, Benehmen 


Beide Wörter gehen jedoch auf denselben alten Wortstamm zurück.
Die Früchte enthalten sehr viel Vitamin C und werden häufig zu Tee oder Marmelade verarbeitet.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''gebären'' enthält kein unikales Morphem.
| colspan="2" |Das Morphem ''butt(e)'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur in wenigen anderen Wortbildungen vor.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortstamm ''bär'' (ahd. ''bār'') bedeutet „tragen, hervorbringen“ und ist auch in anderen Wörtern erhalten (z. B. ''Geburt'').
|Das Morphem ''butt(e)'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch erklärbar.
| colspan="2" |Das Morphem ''hag(e)'' kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen vor.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang oft nicht mehr transparent, sodass der Wortaufbau nicht mehr erkannt wird.
|Das Morphem ''hag(e)'' ist daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}
Zeile 362: Zeile 379:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


https://www.dwds.de/wb/gebären  
[https://www.dwds.de/wb/Hagebutte DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Hagebutte Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=H00231 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H00102 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H00688 Grimm]), [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hagebutte&stichwort BDO], [https://www.zdl.org/?q=Hagebutte ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hagebutte Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Hagebutte Duden-online]
https://de.wiktionary.org/wiki/gebären  
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)
https://www.zdl.org/?q=gebären  
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt  
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebären 


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Zeile 374: Zeile 386:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|[[Hagebutte|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hagebutte''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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= Gebärde =
=Hahn=
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Warum schreibt wir ''Henne'' und nicht *''Hänne'' ? Das Wort ist doch von ''Hahn'' abgeleitet
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Klasse 4
|-
|}
__TOC__
__TOC__
==Diskussion==
{| style="width: 100%; vertical-align:center; font-size: 1.2em"
|-
|style="width:12%;vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Ortho.jpg | 120px | link=Graf Ortho|Graf Ortho]]
|Eine spannende Frage: Wer war zuerst da, die ''Henne'' oder der ''Hahn''? Vielleicht kann uns Herr Alt weiterhelfen. Er ist schließlich unser Experte für Wortgeschichten.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Natürlich der ''Hahn''.“, war seine knappe Antwort.
|-
| colspan="2" | Eine so kurze Antwort von Herrn Alt ist sehr ungewöhnlich. Entweder ist er sich in einem solchen Fall sehr sicher oder aber er hat keine richtige Lust, sich auf eine Diskussion mit seinen Kolleginnen und Kollegen einzulassen.
Nicht ungewöhnlich hingegen ist, dass Frau Kurz sich mit kurzen Antworten von Herrn Alt nicht zufrieden gibt.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Solch ein Quatsch!“, entfuhr es Frau Kurz. „Ohne die ''Henne'' gäb es kein Ei und ohne Ei keinen ''Hahn''.“
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|„Aber Frau Kurz! Es geht hier doch um die Geschichte der Wörter und nicht um die Geschichte der Hühner.“, mischte sich Herr Wort ein. „Also Herr Alt: Warum soll das Wort ''Hahn'' älter sein als das Wort ''Henne''?“
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Unser gemeines Haushuhn war schon den Germanen bekannt. Der ''Hahn'' hieß: *hanōn und die ''Henne'': *han-jō, was soviel wie ''Weibchen des Hahns'' bedeutete. Im Mittelalter (also vor rund tausend Jahren) wurde hieraus ''han'' und ''henna''. Bereits in dieser Zeit wurde der Vokal [a:] lang [haːn] bzw. kurz [e] [ˈhɛna] gesprochen.“
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Wissen Sie das genau? Könnte nicht auch *han-jō vor *hanōn da gewesen sein und Männchen der ''Henne'' geheißen haben? Wie können Sie da so sicher sein?“, hakte Frau Kurz nach.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Warum der ''Hahn'' bei den Germanen der dominantere Begriff war kann man an der Bedeutung ablesen. Das Wort ''Hahn'' = *hanōn kommt in vielen germanischen Sprachen vor (gotisch, altnordisch, altfriesisch = hana). Es bedeutete ursprünglich: der Sänger. Mit seinem morgendlichen ‚Geschrei’ drängte sich der ''Hahn'' in den Vordergrund – auch sprachlich. Die Frauen waren eben früher viel stiller. Das hat sich ja leider geändert. …“
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Herr Aaaaalt!“, unterbrach Frau Kurz mit bösem Blick.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Ist ja schon gut. Das war ein Scherz! – Bei den Ahnen der Ahnen der Germanen wurden dem ''Hahn'' magische Kräfte zugesprochen. Man glaubte nämlich, dass er mit seinem Gesang in der Lage war, den Morgen herbeizurufen – und nicht umgekehrt, wie wir heute glauben. Blieb der Hahnenschrei einmal am Morgen aus, so drohte Unheil. Kein Tag also, an dem man auf die Jagd gehen oder gar Krieg führen sollte. Und wenn der ''Hahn'' am Morgen krächzte anstatt zu krähen, dann gab es schlechtes Wetter.
Diese Vorstellung, dass der ''Hahn'' das Wetter voraussagen kann, hat sich bis heute gehalten. Auch der ''Wetterhahn'' auf den Kirchtürmen hat einen Ursprung in der alten germanischen Mythologie.


==Wortherkunft==
Solche magischen Fähigkeiten hatte die ''Henne'' natürlich nicht. Sie blieb ja morgens still“, ergänzte Herr Alt mit einem schmunzelnden Seitenblick auf Frau Kurz.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|„Lieber Herr Alt! Ich vermute, dass diese magische Kraft, die den ''Hähnen'' zugeschrieben wurde, noch sehr viel älter ist. Wir finden den ''Hahn'' als Sänger auch noch in anderen Sprachen (siehe hierzu die Übersetzungen unten).
: → russisch: петух (petuch) = Hahn, пет (pet) = singen-
: → litauisch: gaidýs = Hahn, gáida = Gesang
: → lateinisch: can-ere = singen
: ... “
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„ ... und der ''weiße'' ''Hahn'' als Symbol für den Lichtgott und der ''rote'' ''Hahn'' als Symbol für den Feuergott und der ''schwarze'' ''Hahn'' als Bild des Teufels und ...”
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Herr Aaaaaalt!” Die Geduld von Frau Kurz war offensichtlich zu Ende. „Die Frage der Kinder war doch: Warum schreiben wir ''Henne'' und nicht *''Hänne''“, versuchte Frau Kurz nun das Gespräch wieder auf den Punkt zu bringen.
|-
| style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Die Unterscheidung von ''Hahn'' und ''Henne'' hat sprachlich schon sehr früh bestanden. Dies wurde dann – auch in der Schreibung – immer weiter fortgeführt. Das nennt man ''Sprachtradition''. Die Kennzeichnung des Langvokals mit einem Dehnungs-h ist im übrigen sehr viel später (vermutlich erst im 16. Jahrhundert) entstanden.“
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Eine ''Gebärde'' ist eine Bewegung des Körpers, besonders der Hände oder des Gesichts, mit der etwas ausgedrückt wird.
|„Nun gut, Herr Alt“, meldete sich jetzt Herr Wort wieder zu Wort. Anders wäre Herr Alt auch nicht zu bremsen gewesen. Er wollte nämlich gerade anfangen auch noch die Sprachgeschichte des Huhns zu erzählen. „Ich muss also meine Regel mit dem Wortstamm ergänzen:“
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāra'' zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete. 
|style="text-align:center"|'''Die Schreibung des Wortstammes bleibt in Ableitungen erhalten'''


Im Mittelhochdeutschen lautete die Form ''gebār''.
– falls nicht Sprachtraditionen dem entgegenstehen –
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Mal ehrlich: Bei wie vielen Wörtern kommt das vor?“ fragte nun Frau Kurz.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Das weiß ich nicht. Sehr oft jedenfalls nicht.“, meinte Herr Alt.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Also dann sollten wir doch für Kinder die kurze Form der Regel lassen.“
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Ortho.jpg | 120px | link=Graf Ortho|Graf Ortho]]
|Dieser Einschätzung von Frau Kurz kann ich mich nur anschließen. Wenn wirklich einmal ein Kind ''Hänne'' schreibt, dann sollten wir uns über so viel Sprachkompetenz freuen.
|-
|}


Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''gebaren'' (= sich verhalten).
{| style="width: 100%; vertical-align:center; font-size:1.2em"
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| rowspan="3" style="width:12%;vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: gesture 
|In vielen Ländern wurde das germanische Wort *''hanōn'' übernommen:
Französisch: geste 
|-
Lateinisch: gestus
|
{| class="wikitable" style="width: 30%; vertical-align:center;margin:auto;"
! style="width:60%" |Land
! style="width:40%" |Sprache
|-
|Dänisch
|hane
|-
|Niederländisch
|haan
|-
|Norwegisch
|hane
|-
|Isländisch
|hani
|-
|Schwedisch
|hane, tupp
|}
|-
|In vielen europäischen Sprachen wurde das lateinisch Wort ''gallus'' übernommen, so z. B. in Italien (''gallo''), Portugal (''galo''), Spanien (''gallo''). In anderen Ländern entwickelten sich lautmalerische Wörter (aus dem Gegacker des Hahns: ''coco coco''), so z. B. in England, (''cock''), Finnland (''Kukko'') und Frankreich (''coq'').
|}
 
[[#top |Seitenanfang]]
{|style="width: 100%"
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Gebärde''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Hahn''==
===Modellwortschatz===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort '''Hahn''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.</div>
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-734-VS.jpg
File:MWS-734-RS.jpg
</gallery>
<div style="font-size:1.2em">
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=734 Fremdsprachen] anhören.</div>
 
=== Hinweise zum Wort ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|bewusste oder unbewusste Körperbewegung als Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken
|Ein Hahn ist das männliche Haushuhn. Das Wort wird aber auch für verschiedene technische Geräte verwendet, aus denen Flüssigkeiten oder Gase herausfließen können.
a) männliches Haushuhn
 
b) Absperr- oder Auslassvorrichtung für Flüssigkeiten oder Gase
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Mit einer freundlichen Gebärde begrüßte sie die Gäste.''
|''Der Hahn krähte schon vor Sonnenaufgang.''
 
''Dreh bitte den Wasserhahn zu!''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin
|'''Wortart:''' Nomen, maskulin


'''Worttrennung:''' Ge-bär-de
'''Worttrennung:''' Hahn


'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁdə]
'''Aussprache:''' [haːn]
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
=== Wortformen ===
<div style="font-size:1.2em">
__INDEX____TOC__<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Hahn'' ist ein männliches Nomen.
</div>
</div>


Zeile 432: Zeile 558:
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|die Gebärde
|der Hahn
|die Gebärden
|die Hähne
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|der Gebärde
|des Hahnes / Hahns
|der Gebärden
|der Hähne
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|der Gebärde
|dem Hahn
|den Gebärden
|den Hähnen
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|die Gebärde
|den Hahn
|die Gebärden
|die Hähne
|-
|-
|}
|}


</br>
 
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Gebärde| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gebärde''''']]
|'''zu den Wortgeschichten [[Henne|''Henne'']] und [[Huhn|''Huhn'']]
|-
|[[Info - Hahn| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Hahn''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 462: Zeile 590:
----
----


= Info - Gebärde =
=Info - Hahn=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|[[Hahn|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hahn''''']]
|}
|}
----
----
<div style="font-size:1.2em">
Die Wörter ''Hahn'' und ''Henne'' gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Beide reichen bis in die germanische Zeit zurück. Den Ursprung vermuten die Sprachwissenschaftler noch viel früher in der indoeuropäischen Sprachfamilie. Auf dieser Seite erfährst du mehr über den Ursprung, die Bedeutung und die Vielfalt der Bedeutungen in den Wortbildungen mit den Nomen ''Hahn'' und ''Hähnchen''.
</div>
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebärde''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Hahn''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibāra'' mhd. ''gebār'' = Verhalten, Benehmen 
|ie. *kan- = singen, klingen, tönen
:⇒ germ. *hanan- = Hahn, Sänger
::⇒ ahd. ''hano'', mhd. ''hane'' = Hahn
:::seit 8. Jh. Bezeichnung für männliches Huhn
:::seit 15. Jh. Technik: für Absperrvorrichtung (z. B. Gas-, Wasserhahn)
:::seit 16. Jh. Waffentechnik: für Vorrichtung an Schusswaffen
[[file:Bi-W-H Burg Reichenstein - Burgmuseum Konushahn.jpg | rechts | 200px]]
Der Hahn wurde wahrscheinlich nach seinem Krähen benannt. Das Wort gehört damit zu den Tiernamen, die auf einen charakteristischen Laut zurückgehen.


→ nhd. ''Gebärde'' = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens
Die technische Bedeutung ''Wasserhahn'' entstand erst nach dem Mittelalter. Viele Zapfhähne wurden damals mit einer Hahnfigur geschmückt.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|gebaren (sich verhalten), Gebaren
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Gebärde'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
|[[file:Bi-W-H Paulin Trier, Wetterhahn H1.jpg | rechts | 200px]]In vielen Kulturen gilt der Hahn als Symbol für Wachsamkeit und den Beginn des Tages. Auf Kirchtürmen findet man häufig einen Wetterhahn. Er erinnert zugleich an das Krähen des Hahnes am Beginn des Tages und zeigt zugleich die Windrichtung an.


: Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung 
Die weibliche Form zum Hahn ist die ''Henne''. Beide Wörter bilden ein altes Wortpaar, ähnlich wie ''Stier'' und ''Kuh'' oder ''Widder'' und ''Schaf''.
|-
|style="vertical-align:top"|[https://de.wikipedia.org/wiki/Hahn_(Wappentier) '''Wappentiere''']
|Der Hahn kommt auch in verschiedenen Wappen vor. Er findet sich in den Wappen von Städten, Firmen, Vereinen, Ländern usw. Häufig symbolisiert er ''Kampfbereitschaft'', ''Wachsamkeit'' oder ''Verteidiger'' der Familie. Hier einige Orte aus Deutschland, die den Hahn in ihrem Städtewappen führen:


Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der ''Gebärdensprache'', einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.
<gallery mode="nolines" perrow="5">
File:Bi-W-H_Hahn-Frankfurt-Oder.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_(Oder) Frankfurt (Oder)]
File:Bi-W-H_Hahn-Haan-NRW.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Haan Haan (NRW)]
File:Bi-W-H_Hahn-Horhausen-RP.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Horhausen_(Nassau) Horhausen (RP)]
File:Bi-W-H_Hahn-Seelze-NI.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Seelze Seelze (NI)]
File:Bi-W-H_Hahn-Thalmassing-BY.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Thalmassing Thalmassing (BY)]
</gallery>
 
|-
|
|Auch international findes du den ''Hahn'' in vielen Städten als Wappentier. Hier einige Beispiele von europäischen Orten:
<gallery mode="nolines" perrow="5">
File:Bi-W-H_Hahn-Bricon-F.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Bricon Bricon (F)]
File:Bi-W-H_Hahn-Jindřichov-CZ.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Jind%C5%99ichov_ve_Slezsku Jindřichov (CZ)]
File:Bi-W-H_Hahn-Koppingen-Ch.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Koppigen Koppingen (CH)]
File:Bi-W-H_Hahn-Laitila-FIN.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Laitila Laitila (FIN]
File:Bi-W-H_Hahn-Olawa-PL.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/O%C5%82awa Olawa (PL)]
</gallery>
|-
|
|Wenn dich der ''Hahn'' als Wappentier interessiert, dann findest du im Internet auf der Seite [https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Cocks_in_heraldry?uselang=de ''wikimedia commons''] viele hundert weitere Beispiele. Die meisten ''Hähne'' kommen in Familienwappen vor, aber auch in Vereinenswappen, Ländern (z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Kenia Kenia]) und selbst in der [https://cnosf.franceolympique.com/ Olympiamannschaft] von Frankreich.
|-
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
== Wortbildungen ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen ''Hahn''. In den meisten Wortbildungen steht ''Hahn'' als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] verlinkt.
| colspan="2" |Das Wort ''Gebärde'' enthält kein unikales Morphem.
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
|+Wortbildungen mit dem Grundwort ''Hahn''
!1. Hahn als Tier
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Auerhahn Auerhahn], [https://www.dwds.de/wb/Backhahn Backhahn], [https://www.dwds.de/wb/Berghahn Berghahn], [https://www.dwds.de/wb/Birkhahn Birkhahn], [https://www.dwds.de/wb/Brathahn Brathahn], [https://www.dwds.de/wb/Bruderhahn Bruderhahn], [https://www.dwds.de/wb/Fasanenhahn Fasanenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Finkenhahn Finkenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Flughahn Flughahn], [https://www.dwds.de/wb/Gickelhahn Gickelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Gockelhahn Gockelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Goldhahn Goldhahn], [https://www.dwds.de/wb/Hahn Hahn], [https://www.dwds.de/wb/Hahnen Hahnen], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenküken Hahnenküken], [https://www.dwds.de/wb/Hahnium Hahnium], [https://www.dwds.de/wb/Hahnwald Hahnwald], [https://www.dwds.de/wb/Haselhahn Haselhahn], [https://www.dwds.de/wb/Haushahn Haushahn], [https://www.dwds.de/wb/Hüpfhahn Hüpfhahn], [https://www.dwds.de/wb/Junghahn Junghahn], [https://www.dwds.de/wb/Kanarienhahn Kanarienhahn], [https://www.dwds.de/wb/Kapaun Kapaun], [https://www.dwds.de/wb/Kapphahn Kapphahn], [https://www.dwds.de/wb/Kickelhahn Kickelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Knurrhahn Knurrhahn], [https://www.dwds.de/wb/Lichtenhahn Lichtenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Masthahn Masthahn], [https://www.dwds.de/wb/Meerhahn Meerhahn], [https://www.dwds.de/wb/Pfauenhahn Pfauenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Pfauhahn Pfauhahn], [https://www.dwds.de/wb/Piephahn Piephahn], [https://www.dwds.de/wb/Rehhahn Rehhahn], [https://www.dwds.de/wb/Seehahn Seehahn], [https://www.dwds.de/wb/Straußenhahn Straußenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Truthahn Truthahn], [https://www.dwds.de/wb/Truthahnschießen Truthahnschießen], [https://www.dwds.de/wb/Urhahn Urhahn], [https://www.dwds.de/wb/Wildenhahn Wildenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Zuchthahn Zuchthahn], ...
|-
!2. Hahn als Körpermerkmal
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hahnenbalken Hahnenbalken], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenbrust Hahnenbrust], [https://www.dwds.de/wb/Hahnendorn Hahnendorn], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenfeder Hahnenfeder], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenfuß Hahnenfuß], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenfußgewächs Hahnenfußgewächs], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenhode Hahnenhode], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenhütchen Hahnenhütchen], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenkamm Hahnenkamm], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenkammrennen Hahnenkammrennen], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenklee Hahnenklee], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenschwanz Hahnenschwanz], [https://www.dwds.de/wb/Hahnensporn Hahnensporn], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenstimme Hahnenstimme], [https://www.dwds.de/wb/Hahnentritt Hahnentritt], [https://www.dwds.de/wb/Hahnentrittmuster Hahnentrittmuster], [https://www.dwds.de/wb/Hahnkeule Hahnkeule], ...
|-
!3. Hahn als Verhaltenstyp
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hahnenbalz Hahnenbalz], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenkampf Hahnenkampf], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenschau Hahnenschau], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenwackel Hahnenwackel], [https://www.dwds.de/wb/Hahnrei Hahnrei], [https://www.dwds.de/wb/Kampfhahn Kampfhahn], [https://www.dwds.de/wb/Platzhahn Platzhahn], [https://www.dwds.de/wb/Spielhahn Spielhahn], [https://www.dwds.de/wb/Streithahn Streithahn], [https://www.dwds.de/wb/Zankhahn Zankhahn], ...
|-
!4. Hahn als Zeitanzeiger
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hahnenkräh Hahnenkräh], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenkraht Hahnenkraht], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenruf Hahnenruf], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenschrei Hahnenschrei], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenwecker Hahnenwecker], ...
|-
!5. Hahn als Symboltier
|-
|[https://www.dwds.de/wb/roter Hahn roter Hahn], [https://www.dwds.de/wb/Tempelhahn Tempelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Turmhahn Turmhahn], [https://www.dwds.de/wb/Wetterhahn Wetterhahn], [https://www.dwds.de/wb/Windhahn Windhahn], ...
|-
!6. Hahn als technische Vorrichtung
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Abflusshahn Abflusshahn], [https://www.dwds.de/wb/Ablasshahn Ablasshahn], [https://www.dwds.de/wb/Absperrhahn Absperrhahn], [https://www.dwds.de/wb/Abstellhahn Abstellhahn], [https://www.dwds.de/wb/Ausflusshahn Ausflusshahn], [https://www.dwds.de/wb/Auslasshahn Auslasshahn], [https://www.dwds.de/wb/Benzinhahn Benzinhahn], [https://www.dwds.de/wb/Bierhahn Bierhahn], [https://www.dwds.de/wb/Dreiwegehahn Dreiwegehahn], [https://www.dwds.de/wb/Einhebelhahn Einhebelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Einweghahn Einweghahn], [https://www.dwds.de/wb/Fasshahn Fasshahn], [https://www.dwds.de/wb/Gashahn Gashahn], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenwasser Hahnenwasser], [https://www.dwds.de/wb/Haupthahn Haupthahn], [https://www.dwds.de/wb/Kippenhahn Kippenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Kraftstoffhahn Kraftstoffhahn], [https://www.dwds.de/wb/Leitungshahn Leitungshahn], [https://www.dwds.de/wb/Mehrwegehahn Mehrwegehahn], [https://www.dwds.de/wb/Messinghahn Messinghahn], [https://www.dwds.de/wb/Nickelhahn Nickelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Nothahn Nothahn], [https://www.dwds.de/wb/Ölhahn Ölhahn], [https://www.dwds.de/wb/Quetschhahn Quetschhahn], [https://www.dwds.de/wb/Regulierhahn Regulierhahn], [https://www.dwds.de/wb/Schwenkhahn Schwenkhahn], [https://www.dwds.de/wb/Sperrhahn Sperrhahn], [https://www.dwds.de/wb/Spundhahn Spundhahn], [https://www.dwds.de/wb/Streichhahn Streichhahn], [https://www.dwds.de/wb/Süßhahn Süßhahn], [https://www.dwds.de/wb/Tautenhahn Tautenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Uhrhahn Uhrhahn], [https://www.dwds.de/wb/Vierwegehahn Vierwegehahn], [https://www.dwds.de/wb/Warmwasserhahn Warmwasserhahn], [https://www.dwds.de/wb/Wasserhahn Wasserhahn], [https://www.dwds.de/wb/Zapfhahn Zapfhahn], [https://www.dwds.de/wb/Zweiwegehahn Zweiwegehahn], [https://www.dwds.de/wb/Zwickelhahn Zwickelhahn], ...
|-
!7. Hahn als Teil von Waffen und Geräten
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Abzugshahn Abzugshahn], [https://www.dwds.de/wb/Gewehrhahn Gewehrhahn], [https://www.dwds.de/wb/Revolverhahn Revolverhahn], [https://www.dwds.de/wb/Schnapphahn Schnapphahn], ...
|-
!8. Hahn in übertragenen Bedeutungen
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Geldhahn Geldhahn] (manchmal auch als [https://www.dwds.de/wb/Finanzhahn Finanzhahn], [https://www.dwds.de/wb/Kredithahn Kredithahn], [https://www.dwds.de/wb/Zinshahn Zinshahn] bezeichnet), ...
|-
|}
Nicht ganz so oft kommt das Nomen ''Hähnchen'' in Wortbildungen vor. Hier dominiert das Wort als Erstglied. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] verlinkt.
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
|+Wortbildungen mit dem Grundwort ''Hähne, Hänchen''
!1. Hähnchen als Geflügel und Jungtier
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Backhähnchen Backhähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Brathähnchen Brathähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Grillhähnchen Grillhähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchen Hähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Masthähnchen Masthähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Tiefkühlhähnchen Tiefkühlhähnchen]
|-
!2. Hähnchen als Nahrungsmittel
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hähnchenbraten Hähnchenbraten], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenbrühe Hähnchenbrühe], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenbrust Hähnchenbrust], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenfilet Hähnchenfilet], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenfleisch Hähnchenfleisch], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenflügel Hähnchenflügel], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenhack Hähnchenhack], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenkeule Hähnchenkeule], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenschenkel Hähnchenschenkel], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenschnitzel Hähnchenschnitzel], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenspieß Hähnchenspieß], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenteil Hähnchenteil]
|-
!3. Hähnchen in Zucht, Haltung und Vermarktung
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|[https://www.dwds.de/wb/Hähnchenkrise Hähnchenkrise], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenmast Hähnchenmast], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenmäster Hähnchenmäster], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenschlachterei Hähnchenschlachterei], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenschlachtung Hähnchenschlachtung]
|Der Wortstamm ''bär'' (ahd. ''bār'') ist bedeutungstragend („tragen, hervorbringen, sich verhalten“) und auch in verwandten Wörtern erhalten.
|-
|-
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch nachvollziehbar.
!4. „-hähnchen“ als Tiername
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|[https://www.dwds.de/wb/Getreidehähnchen Getreidehähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Goldhähnchen Goldhähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Lilienhähnchen Lilienhähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Spargelhähnchen Spargelhähnchen], ,
|Für heutige Sprecher ist die ursprüngliche Bedeutung („Verhalten“) jedoch nicht mehr direkt erkennbar.
|-
|-
|}
|}
== Redensarten und Sprichwörter mit „Hahn“ ==
<div style="font-size:1.2em"> '''Der Hahn als stolzes und selbstbewusstes Tier''' </div>
Der Hahn fällt durch seinen roten Kamm, sein buntes Gefieder und sein selbstbewusstes Auftreten auf. Er verteidigt sein Revier und zeigt den Hennen seine Stärke. Deshalb steht der Hahn in vielen Redensarten für Stolz, Selbstbewusstsein und manchmal auch für Überheblichkeit.
* '''stolz wie ein Hahn sein'''
* '''sich aufplustern wie ein Hahn'''
* '''wie ein Hahn auf dem Mist auftreten'''
* '''jeder Hahn ist König auf seinem Mist'''
* '''der Hahn denkt, die Sonne gehe seinetwegen auf'''
* '''wie ein Hahn im Korb sein'''
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beschreiben Menschen, die selbstbewusst auftreten, sich wichtigmachen oder ihre eigene Bedeutung überschätzen.
</br>
<div style="font-size:1.2em"> '''Der Hahn als Wächter des Tages''' </div>
Schon lange bevor es Wecker gab, kündigte der Hahn mit seinem Krähen den neuen Tag an. Deshalb wurde er zum Symbol für den frühen Morgen.
* '''mit dem Hahn aufstehen'''
* '''früh wie ein Hahn auf den Beinen sein'''
* '''mit den Hühnern schlafen gehen und mit dem Hahn aufstehen'''
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beschreiben Menschen, die früh schlafen gehen oder sehr früh aufstehen.
</br>
<div style="font-size:1.2em"> '''Der Hahn als Zeichen für Interesse oder Gleichgültigkeit ''' </div>
Der Hahn macht durch sein Krähen auf sich aufmerksam. Wenn aber „kein Hahn danach kräht“, interessiert sich niemand für eine Sache.
* '''danach kräht kein Hahn'''
* '''kein Hahn kräht danach'''
* '''da wird kein Hahn nach krähen'''
'''Bedeutung:''' Niemand interessiert sich für etwas oder schenkt ihm Beachtung.
</br>
<div style="font-size:1.2em">''' Der Hahn als Symbol für Feuer ''' </div>
Früher bezeichnete man ein Feuer oft als „roten Hahn“. Die Flammen erinnerten an den roten Hahnenkamm.
* '''den roten Hahn aufs Dach setzen'''
* '''der rote Hahn kräht auf dem Dach'''
* '''den roten Hahn aufsteigen lassen'''
* '''den roten Hahn reiten lassen'''
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beziehen sich auf Feuer, Brände oder Brandstiftung.
</br>
<div style="font-size:1.2em">''' Der Hahn in Religion und Bauernregeln ''' </div>
Der Hahn spielt auch in der christlichen Tradition und im Volksglauben eine Rolle.
* '''ehe der Hahn kräht'''
* '''der Hahn kräht dreimal'''
* '''wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist'''
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beziehen sich auf religiöse Erzählungen oder auf Beobachtungen des Wetters.
<div style="font-size:1.2em">'''Zusammenfassung'''</div>
Die meisten Redensarten mit '''Hahn''' beziehen sich auf:
# '''Stolz und Selbstbewusstsein'''
# '''den Beginn des Tages'''
# '''Interesse oder Gleichgültigkeit'''
# '''Feuer und Brände'''
# '''Religion und Volksglauben'''
Der Hahn erscheint in der Sprache meist als auffälliges, selbstbewusstes und weithin hörbares Tier.


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==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


https://www.dwds.de/wb/Gebärde 
[https://www.dwds.de/wb/Hahn DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Hahn Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=HA01441 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=H01417 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Hahn ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Hahn Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Hahn Duden-online] (nicht werbefrei)
https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)
https://www.zdl.org/?q=Gebärde 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde 
https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde 


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
'''Übersetzungen:''' [https://da.wiktionary.org/wiki/hane Dänisch], [https://en.wiktionary.org/wiki/cock#Etymology_1 Englisch], [https://fr.wiktionary.org/wiki/coq#%C3%89tymologie Französisch], [https://fi.wiktionary.org/wiki/kukko#Etymologia Finnisch], [https://is.wiktionary.org/wiki/hani Isländisch], [https://it.wiktionary.org/wiki/gallo#Italiano Italienisch], [https://la.wiktionary.org/wiki/gallus Latein], [https://nl.wiktionary.org/wiki/haan Niederländisch], [https://no.wiktionary.org/wiki/hane Norwegisch], [https://pt.wiktionary.org/wiki/galo Portugiesisch], [https://sv.wiktionary.org/wiki/tupp Schwedisch], [https://es.wiktionary.org/wiki/gallo Spanisch]


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<br>
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----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|'''zu den Wortgeschichten [[Henne|''Henne'']] und [[Huhn|''Huhn'']]
|-
|[[Hahn|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hahn''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= gebühren =
 
=Henne=
<div style="font-size:1.2em">
Eine Henne ist das weibliche Haushuhn. Sie legt Eier und zieht ihre Küken auf.
</div>
__TOC__
__TOC__


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|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Verb ''gebühren'' wird heute vor allem in der Bedeutung „zustehen“ oder „angemessen sein“ verwendet, meist in gehobener Sprache.
|Das Wort ''Henne'' bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibūrēn'' zurück. 
|Das Wort ''Henne'' gab es schon im Althochdeutschen als ''henna''. Es gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Die Wörter ''Hahn'' und ''Henne'' bilden seit vielen Jahrhunderten ein Wortpaar für die männlichen und weiblichen Tiere des Haushuhns.
 
|-
Dieses bedeutete „sich gehören, zukommen, passend sein“.
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
 
|In vielen Ländern wurde das germanische Wort *''hanōn'' übernommen:
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebühren'' (Substantiv: ''die Gebühr'').
|-
|
{| class="wikitable" style="width: 30%; vertical-align:center;margin:auto;"
! style="width:60%" |Land
! style="width:40%" |Sprache
|-
|Dänisch
|høne
|-
|Englisch
|hen
|-
|Niederländisch
|hen
|-
|Norwegisch
|høne
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Schwedisch
|Englisch: to be due, to befit 
|höna
Französisch: convenir, être dû
|}
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''gebühren''==
==Hinweise zum Wort ''Henne''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. jemandem zustehen 
|Das Wort ''Henne'' bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet.
2. angemessen sein, sich gehören (gehoben)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Ihm gebührt großer Dank.'' 
|''Die Henne führte ihre Küken über den Bauernhof.''
''So viel Respekt gebührt dir.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
|'''Wortart:''' Nomen, feminin


'''Worttrennung:''' ge-büh-ren
'''Worttrennung:''' Hen·ne


'''Aussprache:''' [ɡəˈbyːʁən]
'''Aussprache:''' [ˈhɛnə]
|-
|-
|}
|}
Zeile 569: Zeile 852:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebühren'' wird meist unpersönlich oder nur in bestimmten Formen verwendet.
Das Wort ''Henne'' ist ein weibliches Nomen.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
| colspan="2" |
!style="width: 14%"|
!Gegenwart
!style="width: 20%"|
(Präsens)
!style="width: 33%"|Singular
!1. Vergangenheit
!style="width: 33%"|Plural
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!style="text-align:left"|1. Fall
(Singular)
!Nominativ
! style="width: 13%" |1. Person
|die Henne
|ich gebühre
|die Hennen
|ich gebührte
|ich habe gebührt
|-
|-
!2. Person
!style="text-align:left"|2. Fall
|du gebührst
!Genitiv
|du gebührtest
|der Henne
|du hast gebührt
|der Hennen
|-
|-
!3. Person
!style="text-align:left"|3. Fall
|er/sie/es gebührt
!Dativ
|er/sie/es gebührte
|der Henne
|er/sie/es hat gebührt
|den Hennen
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
!style="text-align:left"|4. Fall
(Plural)
!Akkusativ
!1. Person
|die Henne
|wir gebühren
|die Hennen
|wir gebührten
|wir haben gebührt
|-
!2. Person
|ihr gebührt
|ihr gebührtet
|ihr habt gebührt
|-
!3. Person
|sie gebühren
|sie gebührten
|sie haben gebührt
|-
|-
|}
|}
Zeile 620: Zeile 886:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - gebühren| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebühren''''']]
|'''zu den Wortgeschichten [[Hahn|''Hahn'']] und [[Huhn|''Huhn'']]
|-
|[[Info - Henne| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Henne''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 627: Zeile 895:
----
----


= Info - gebühren =
=Info - Henne=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|[[Henne|'''zurück zur Wortgeschichte ''Henne''''']]
|}
|}
----
----
<div style="font-size:1.2em">
Die Wörter ''Henne'' und ''Hahn'' gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Sie bilden ein altes Wortpaar für die weiblichen und männlichen Tiere des Haushuhns.
</div>
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebühren''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Henne''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibūrēn'' mhd. ''gebüeren''
|ie. *kan- = singen, tönen, rufen
 
:⇒ germ. *hanjō = Henne
Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“ 
::⇒ ahd. ''henna'', mhd. ''henne'' = weibliches Haushuhn


→ nhd. ''gebühren'' = „zustehen“
Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich gehört es zur gleichen alten Wortfamilie wie ''Hahn''.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
|Gluckhenne, Legehenne, Bruthenne, Haushenne, Hennenfeder, Hennenstall
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
|hennenartig, Hennenhaltung, Hühnerhenne
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''gebühren'' wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
|Die Henne ist eines der wichtigsten Nutztiere des Menschen. Sie liefert Eier und wird seit mehreren tausend Jahren gehalten.


: „Ehre, wem Ehre gebührt“ 
Die Henne legt auch dann Eier, wenn kein Hahn vorhanden ist. Aus diesen Eiern können jedoch keine Küken schlüpfen.


Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.
Zusammen mit ''Hahn'' bildet ''Henne'' ein sogenanntes Movierungspaar, also ein Wortpaar zur Kennzeichnung männlicher und weiblicher Tiere.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
== Wortbildungen ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
Es gibt einige wenige Wortbildungen mit dem Nomen ''Henne''. In den Wortbildungen steht ''Henne'' (von wenigen Ausnahmen abgesehen) als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] verlinkt.
| colspan="2" |Das Wort ''gebühren'' enthält kein unikales Morphem.
 
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
|+Wortbildungen mit dem Grundwort ''Henne''
!1. Henne als weibliches Tier
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Henne Henne], [https://www.dwds.de/wb/Junghenne Junghenne]
|-
!2. Henne als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Nutzung)
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Brathenne Brathenne], [https://www.dwds.de/wb/Hennenhaltung Hennenhaltung], [https://www.dwds.de/wb/Käfighenne Käfighenne], [https://www.dwds.de/wb/Legehenne Legehenne], [https://www.dwds.de/wb/Legehennenanlage Legehennenanlage], [https://www.dwds.de/wb/Legehennenfarm Legehennenfarm], [https://www.dwds.de/wb/Legehennenfutter Legehennenfutter], [https://www.dwds.de/wb/Legehennenhaltung Legehennenhaltung], [https://www.dwds.de/wb/Legehennenkäfig Legehennenkäfig], ...
|-
!3. Henne als Muttertier (Brüten, Kükenaufzucht)
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Bruthenne Bruthenne], [https://www.dwds.de/wb/Gluckhenne Gluckhenne], [https://www.dwds.de/wb/Hennenküken Hennenküken], ...
|-
!4. Henne als besondere oder auffällige Henne
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|[https://www.dwds.de/wb/Fettenhenne Fettenhenne], [https://www.dwds.de/wb/Fetthenne Fetthenne], [https://www.dwds.de/wb/Krampfhenne Krampfhenne], [https://www.dwds.de/wb/Maschennetzhenne Maschennetzhenne], ...
|Der Wortstamm ''bühr'' ist historisch bedeutungstragend („passen, zukommen“) und mit ''Gebühr'' verwandt.
|-
|-
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch erklärbar.
!5. Henne als Bezeichnung anderer Tierarten
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|[https://www.dwds.de/wb/Auerhenne Auerhenne], [https://www.dwds.de/wb/Birkhenne Birkhenne], [https://www.dwds.de/wb/Fasanenhenne Fasanenhenne], [https://www.dwds.de/wb/Pfauenhenne Pfauenhenne], [https://www.dwds.de/wb/Pfauhenne Pfauhenne], [https://www.dwds.de/wb/Puthenne Puthenne], [https://www.dwds.de/wb/Putthenne Putthenne], [https://www.dwds.de/wb/Truthenne Truthenne], ...
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang zwischen ''gebühren'' und ''Gebühr'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|-
|-
|}
|}
== Redensarten und Sprichwörter mit „Henne“ ==
<div style=font-size:1.2em>
'''Die Henne als Mutter</div>
Hennen beschützen ihre Küken und wärmen sie unter ihren Flügeln. Deshalb stehen sie oft für Fürsorge und manchmal auch für Überfürsorge.
* '''wie eine Glucke auf ihre Küken aufpassen'''
* '''eine Glucke sein'''
* '''sich benehmen wie eine Glucke'''
* '''jemanden unter die Flügel nehmen'''
'''Bedeutung:''' Sich besonders fürsorglich um andere kümmern.
<div style=font-size:1.2em>
'''Die Henne als Eierlegerin</div>
Hennen legen Eier und sichern damit den Fortbestand ihrer Art. Deshalb entstanden Redensarten über Ursprung, Reichtum und Glück.
* '''Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?'''
* '''die Henne, die goldene Eier legt'''
* '''man soll die Henne nicht schlachten, die die Eier legt'''
* '''auch die blindeste Henne findet einmal ein Korn'''
'''Bedeutung:''' Fragen nach dem Ursprung, dauerhafter Nutzen oder unerwartetes Glück.
<div style=font-size:1.2em>
'''Die Henne als gackerndes Tier</div>
Hennen machen oft lautstark auf sich aufmerksam. Daraus entstanden Redensarten über Unruhe und viel Gerede.
* '''gackern wie eine Henne'''
* '''ein Gegacker wie im Hühnerstall'''
* '''herumlaufen wie eine aufgescheuchte Henne'''
'''Bedeutung:''' Lautes Reden, Aufregung oder hektisches Verhalten.
<div style=font-size:1.2em>
'''Die Henne als ängstliches Tier</div>
Hennen reagieren schnell auf Gefahren und suchen Schutz.
* '''ängstlich wie eine Henne sein'''
* '''sich verkriechen wie eine Henne'''
'''Bedeutung:''' Vorsichtig, schreckhaft oder furchtsam sein.
<div style=font-size:1.2em>
'''Zusammenfassung'''</div>
Die meisten Redensarten mit '''Henne''' beziehen sich auf drei Dinge:
# '''das Eierlegen''',
# '''das Beschützen der Küken''',
# '''das Gackern und aufgeregte Verhalten'''.
Beim '''Hahn''' stehen dagegen meist Stolz, Macht und der morgendliche Hahnenschrei im Mittelpunkt. Henne und Hahn ergänzen sich also auch in den Redensarten: Die Henne steht eher für Fürsorge und Alltag, der Hahn eher für Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit.


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[[#top | Seitenanfang]]<br>
Zeile 675: Zeile 1.014:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


https://www.dwds.de/wb/gebühren 
[https://www.dwds.de/wb/Henne DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Henne Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=H01855 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Henne BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H02324 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H06259 Grimm], [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/h/kh02381.htm Krünitz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=H02612 WWb]), [https://www.zdl.org/?q=Henne ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Haushuhn Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Henne Duden-online] (nicht werbefrei)
https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)
https://www.zdl.org/?q=gebühren 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr 
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|'''zu den Wortgeschichten [[Hahn|''Hahn'']] und [[Huhn|''Huhn'']]
|-
|[[Henne|'''zurück zur Wortgeschichte ''Henne''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Geburt =
 
=Huhn=
<div style="font-size:1.2em">
Ein Huhn ist ein Haustier, das Eier legt und vom Menschen seit vielen tausend Jahren gehalten wird.
</div>
__TOC__
__TOC__


Zeile 700: Zeile 1.037:
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''Geburt'' bezeichnet das Zur-Welt-Kommen eines Menschen oder Tieres sowie den Beginn eines neuen Lebens.
|Das Wort ''Huhn'' bezeichnet heute meist das Haushuhn. Genau genommen umfasst das Wort sowohl den Hahn als auch die Henne. Oft wird das Wort aber auch speziell für die Henne verwendet.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''giburt'' zurück, das „Geborenwerden, Abstammung“ bedeutete.
|Das Wort ''Huhn'' ist sehr alt. Schon im Althochdeutschen gab es die Form ''huon''. Die Sprachwissenschaftler vermuten, dass das Wort ursprünglich ein junges Tier bezeichnete. Erst später wurde daraus die allgemeine Bezeichnung für das Haushuhn.
 
|-
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und geht auf eine alte Bedeutung „tragen, hervorbringen“ zurück.
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|In vielen Ländern wurde das germanische Wort *''hanōn'' übernommen:
|-
|
{| class="wikitable" style="width: 30%; vertical-align:center;margin:auto;"
! style="width:60%" |Land
! style="width:40%" |Sprache
|-
|Dänisch
|høne
|-
|Isländisch
|hæna
|-
|Niederländisch
|hoen
|-
|Norwegisch
|høne
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Schwedisch
|Englisch: birth 
|höns
Französisch: naissance 
|}
Lateinisch: nativitas
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Geburt''==
==Hinweise zum Wort ''Huhn''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. das Zur-Welt-Kommen eines Kindes oder Lebewesens 
|a) Haushuhn als Tierart<br>
2. Herkunft, Abstammung (gehoben)
b) Sammelbezeichnung für Hahn und Henne
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Geburt des Kindes verlief ohne Komplikationen.'' 
|''Das Huhn scharrte auf dem Hof nach Körnern.''
''Er ist von adeliger Geburt.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum


'''Worttrennung:''' Ge-burt
'''Worttrennung:''' Huhn


'''Aussprache:''' [ɡəˈbʊʁt]
'''Aussprache:''' [huːn]
|-
|-
|}
|}
Zeile 735: Zeile 1.088:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Huhn'' ist ein sächliches Nomen.
</div>
</div>


Zeile 745: Zeile 1.099:
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|die Geburt
|das Huhn
|die Geburten
|die Hühner
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|der Geburt
|des Huhnes / Huhns
|der Geburten
|der Hühner
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|der Geburt
|dem Huhn
|den Geburten
|den Hühnern
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|die Geburt
|das Huhn
|die Geburten
|die Hühner
|-
|-
|}
|}
Zeile 768: Zeile 1.122:
----
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Geburt| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Geburt''''']]
|'''zu den Wortgeschichten [[Hahn|''Hahn'']] und [[Henne|''Henne'']]
|-
|[[Info - Huhn| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Huhn''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 775: Zeile 1.131:
----
----


= Info - Geburt =
=Info - Huhn=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|[[Huhn|'''zurück zur Wortgeschichte ''Huhn''''']]
|}
|}
----
----
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Huhn'' gehört zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Es bezeichnet die gesamte Tierart, zu der Hahn und Henne gehören.
</div>
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Geburt''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Huhn''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''giburt'' mhd. ''geburt''
|urgerm. *hōna-, *hūna- = Huhn
:⇒ ahd. ''huon'' = Huhn
::⇒ mhd. ''huon'' = Huhn
:::⇒ nhd. ''Huhn''


Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“ 
Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise bezeichnete das Wort ursprünglich ein junges Tier oder Küken.


→ nhd. ''Geburt'' = Vorgang des Geborenwerdens
Das Wort ''Huhn'' ist mit niederländisch ''hoen'', englisch ''hen'' und schwedisch ''höna'' verwandt.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|gebären, gebürtig, Gebärende
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Geburt'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
|Das Haushuhn gehört zu den ältesten Nutztieren des Menschen. Es stammt vom Bankivahuhn aus Südostasien ab und wird seit mehreren tausend Jahren gezüchtet.


: hervorbringen → geboren werden → Ursprung 
Sprachlich interessant ist die Beziehung zwischen ''Huhn'', ''Hahn'' und ''Henne'':
:* ''Huhn'' bezeichnet die gesamte Tierart.
:* ''Hahn'' bezeichnet das männliche Tier.
:* ''Henne'' bezeichnet das weibliche Tier.


Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:
Die Redewendung ''wie die Hühner auf der Stange sitzen'' beschreibt Menschen, die dicht gedrängt nebeneinandersitzen.
|}


: „die Geburt einer Idee“ 


Damit kann ''Geburt'' auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.
 
== Wortbildungen ==
Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen ''Huhn''. In den Wortbildungen steht ''Huhn'' als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] verlinkt.
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
|+Wortbildungen mit dem Grundwort ''Huhn''
!1. Huhn als Tierart (Haus- und Wildhühner)
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Bankivahuhn Bankivahuhn], [https://www.dwds.de/wb/Bantamhuhn Bantamhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Brahmahuhn Brahmahuhn], [https://www.dwds.de/wb/Haubenhuhn Haubenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Haushuhn Haushuhn], [https://www.dwds.de/wb/Italienerhuhn Italienerhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Kammhuhn Kammhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Kotschinchinahuhn Kotschinchinahuhn], [https://www.dwds.de/wb/Lachshuhn Lachshuhn], [https://www.dwds.de/wb/Schopfhuhn Schopfhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Seidenhuhn Seidenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Weißhuhn Weißhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Zigeunerhuhn Zigeunerhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Zwerghuhn Zwerghuhn], ...
|-
!2. Huhn als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Landwirtschaft)
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Batteriehuhn Batteriehuhn], [https://www.dwds.de/wb/Freilandhuhn Freilandhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Hybridhuhn Hybridhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Käfighuhn Käfighuhn], [https://www.dwds.de/wb/Kampfhuhn Kampfhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Landhuhn Landhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Landhuhnrasse Landhuhnrasse], [https://www.dwds.de/wb/Legehuhn Legehuhn], [https://www.dwds.de/wb/Masthuhn Masthuhn], [https://www.dwds.de/wb/Masthuhn Masthuhn], [https://www.dwds.de/wb/Rassehuhn Rassehuhn], [https://www.dwds.de/wb/Stallhuhn Stallhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Zwienutzungshuhn Zwienutzungshuhn], ...
|-
!3. Huhn als Lebensmittel
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Backhuhn Backhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Brathuhn Brathuhn], [https://www.dwds.de/wb/Curryhuhn Curryhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Paprikahuhn Paprikahuhn], [https://www.dwds.de/wb/Perlhuhnbrust Perlhuhnbrust], [https://www.dwds.de/wb/Suppenhuhn Suppenhuhn], ...
|-
!4. Huhn als Bezeichnung anderer Vogelarten
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Auerhuhn Auerhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Binsenhuhn Binsenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Birkhuhn Birkhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Blässhuhn Blässhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Blesshuhn Blesshuhn], [https://www.dwds.de/wb/Brahmaputrahuhn Brahmaputrahuhn], [https://www.dwds.de/wb/Feldhuhn Feldhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Felsenhuhn Felsenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Flughuhn Flughuhn], [https://www.dwds.de/wb/Gabelhuhn Gabelhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Großfußhuhn Großfußhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Haselhuhn Haselhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Hokkohuhn Hokkohuhn], [https://www.dwds.de/wb/Königshuhn Königshuhn], [https://www.dwds.de/wb/Moorhuhn Moorhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Perlhuhn Perlhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Präriehuhn Präriehuhn], [https://www.dwds.de/wb/Purpurhuhn Purpurhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Puthuhn Puthuhn], [https://www.dwds.de/wb/Rackelhuhn Rackelhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Raufußhuhn Raufußhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Rebhuhn Rebhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Rothuhn Rothuhn], [https://www.dwds.de/wb/Satyrhuhn Satyrhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Schneehuhn Schneehuhn], [https://www.dwds.de/wb/Steinhuhn Steinhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Steißhuhn Steißhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Steppenhuhn Steppenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Sultanshuhn Sultanshuhn], [https://www.dwds.de/wb/Sumpfhuhn Sumpfhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Teichhuhn Teichhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Truthuhn Truthuhn], [https://www.dwds.de/wb/Waldhuhn Waldhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Wasserhuhn Wasserhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Wildhuhn Wildhuhn], ...
|-
!5. Huhn als übertragene oder besondere Benennung
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Gummihuhn Gummihuhn], [https://www.dwds.de/wb/Leichenhuhn Leichenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Unglückshuhn Unglückshuhn], ...
|-
|}
|}
Deutlich häufiger kommt die Pluralform mit Umlaut, ''Hühner'', in Wortbildungen vor. In der Wortbildung kommt die Pluralform (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nur als Erstglied vor. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] verlinkt.


==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|+Wortbildungen mit dem Grundwort ''Hühner''
| colspan="2" |Das Wort ''Geburt'' enthält kein unikales Morphem.
!1. Hühner als Tiere (Körperteile, Krankheiten, Verhalten)
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnerbein Hühnerbein], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbiss Hühnerbiss], [https://www.dwds.de/wb/hühnerblind hühnerblind], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerblut Hühnerblut], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerdarm Hühnerdarm], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerdreck Hühnerdreck], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerdung Hühnerdung], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerei Hühnerei], [https://www.dwds.de/wb/hühnereigroß hühnereigroß], [https://www.dwds.de/wb/Hühnereiweiß Hühnereiweiß], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfeder Hühnerfeder], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergackern Hühnergackern], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergelege Hühnergelege], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergrind Hühnergrind], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergrippe Hühnergrippe], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhaufen Hühnerhaufen], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkacke Hühnerkacke], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkadaver Hühnerkadaver], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkamm Hühnerkamm], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkopf Hühnerkopf], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkot Hühnerkot], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkralle Hühnerkralle], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerküken Hühnerküken], [https://www.dwds.de/wb/Hühnermist Hühnermist], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerpest Hühnerpest], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerschar Hühnerschar], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerscheiße Hühnerscheiße], [https://www.dwds.de/wb/Hühnervolk Hühnervolk], ...
|-
!2. Hühnerhaltung, Zucht und Landwirtschaft
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnerbaron Hühnerbaron], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbestand Hühnerbestand], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerdieb Hühnerdieb], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfabrik Hühnerfabrik], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfarm Hühnerfarm], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfutter Hühnerfutter], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhalter Hühnerhalter], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhaltung Hühnerhaltung], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerjagd Hühnerjagd], [https://www.dwds.de/wb/Hühnermast Hühnermast], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerproduktion Hühnerproduktion], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerrasse Hühnerrasse], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerschlachtung Hühnerschlachtung], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerzucht Hühnerzucht], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerzüchter Hühnerzüchter], ...
|-
!3. Hühner als Lebensmittel
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnerbouillon Hühnerbouillon], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbraten Hühnerbraten], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbrühe Hühnerbrühe], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbrust Hühnerbrust], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfilet Hühnerfilet], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfleisch Hühnerfleisch], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfrikassee Hühnerfrikassee], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergericht Hühnergericht], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkeule Hühnerkeule], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerklein Hühnerklein], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkoch Hühnerkoch], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerleber Hühnerleber], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerpaste Hühnerpaste], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerragout Hühnerragout], [https://www.dwds.de/wb/Hühnersalat Hühnersalat], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerschlegel Hühnerschlegel], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerschnitzel Hühnerschnitzel], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerspieß Hühnerspieß], [https://www.dwds.de/wb/Hühnersuppe Hühnersuppe], ...
|-
!4. Hühner als Lebensraum und Ausstattung
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnergehege Hühnergehege], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhaus Hühnerhaus], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhof Hühnerhof], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkäfig Hühnerkäfig], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerlatte Hühnerlatte], [https://www.dwds.de/wb/Hühnernest Hühnernest], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerstall Hühnerstall], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerstange Hühnerstange], [https://www.dwds.de/wb/Hühnersteige Hühnersteige], [https://www.dwds.de/wb/Hühnertreppe Hühnertreppe], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerzwinger Hühnerzwinger], ...
|-
!5. Hühner als andere Tier- oder Pflanzennamen
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnerfloh Hühnerfloh], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergans Hühnergans], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhabicht Hühnerhabicht], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerlaus Hühnerlaus], [https://www.dwds.de/wb/Hühnervogel Hühnervogel], ...
|Der Wortstamm ''burt'' (ahd. ''burt'') gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und bedeutet „hervorbringen, geboren werden“.
|-
|-
| colspan="2" |Die Wortstruktur ist historisch erklärbar.
!6. Hühner in übertragenen oder bildlichen Benennungen
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnerauge Hühnerauge], [https://www.dwds.de/wb/Hühneraugenpflaster Hühneraugenpflaster], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbeige Hühnerbeige], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbucht Hühnerbucht], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergott Hühnergott], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhaut Hühnerhaut], [https://www.dwds.de/wb/Hühner-KZ Hühner-KZ], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerleid Hühnerleid], [https://www.dwds.de/wb/Hühnermädchen Hühnermädchen], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerposten Hühnerposten], ...
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang mit ''gebären'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|-
|-
|}
|}


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== Redensarten und Sprichwörter mit „Huhn“ ==
<div style=font-size:1.2em>
'''Das Huhn als ängstliches und schreckhaftes Tier'''</div>
Hühner reagieren schnell auf ungewohnte Geräusche oder Gefahren. Deshalb stehen sie in vielen Redensarten für Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit.
 
* '''herumlaufen wie ein aufgescheuchtes Huhn'''
* '''wie ein kopfloses Huhn herumlaufen'''
* '''dastehen wie das Huhn vorm Messer'''
* '''wie ein nasses Huhn aussehen'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beschreiben Menschen, die hektisch, ratlos, verängstigt oder hilflos wirken.
 
<div style=font-size:1.2em>
'''Das Huhn als Bewohner des Hühnerstalls'''</div>
In einem Hühnerstall geht es oft laut und lebhaft zu. Viele Hühner laufen durcheinander und machen Geräusche.
 
* '''wie im Hühnerstall'''
* '''ein Hühnerhaufen sein'''
* '''ein Gegacker wie im Hühnerstall'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beschreiben Unordnung, Lärm und durcheinanderes Verhalten.
 
<div style=font-size:1.2em>
'''Das Huhn als Symbol für geringe Klugheit'''</div>
Hühner gelten im Volksglauben nicht als besonders kluge Tiere. Deshalb entstanden einige Redensarten über Vergesslichkeit oder mangelndes Nachdenken.
 
* '''ein Hühnerhirn haben'''
* '''ein dummes Huhn sein'''
* '''hirnlos wie ein Huhn'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beschreiben Menschen, die unüberlegt handeln oder als wenig klug gelten.
 
<div style=font-size:1.2em>
'''Das Huhn als Eierleger'''</div>
Hühner liefern Eier und waren früher für viele Familien besonders wertvoll. Deshalb entstanden Redensarten über Glück, Gewinn und Vorsicht.
 
* '''auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn'''
* '''das Huhn schlachten, das die goldenen Eier legt'''
* '''man soll die Hühner nicht zählen, bevor sie ausgeschlüpft sind'''
* '''lieber ein Ei heute als ein Huhn morgen'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten handeln von Glück, Nutzen, Geduld und vernünftigem Handeln.
 
<div style=font-size:1.2em>
'''Das Huhn als Symbol für das Unmögliche'''</div>
Manche Sprichwörter beschreiben etwas, das niemals eintreten wird.
 
* '''wenn die Hühner Zähne hätten'''
 
'''Bedeutung:''' Etwas ist äußerst unwahrscheinlich oder praktisch unmöglich.
 
<div style=font-size:1.2em>
'''Zusammenfassung'''</div>
Die meisten Redensarten mit '''Huhn''' beziehen sich auf:
 
# '''Angst und Unsicherheit'''
# '''Lärm und Unordnung'''
# '''Dummheit oder Gedankenlosigkeit'''
# '''Eier, Glück und Nutzen'''
# '''Unwahrscheinliche Ereignisse'''
 
Das Huhn erscheint in der Sprache meist als einfaches Haustier des Alltags. Viele Redensarten spiegeln Beobachtungen wider, die Menschen über Jahrhunderte auf Bauernhöfen gemacht haben.
 
Gemeinsam betrachtet zeigen die Redensarten ein interessantes Bild:
 
* Der '''Hahn''' steht für '''Stolz, Macht und Aufmerksamkeit'''.
* Die '''Henne''' steht für '''Fürsorge, Eier und Schutz'''.
* Das '''Huhn''' steht für '''Alltag, Angst, Unordnung und Lebenserfahrung'''.
 
So ergänzen sich Hahn, Henne und Huhn in der deutschen Sprache zu einem ganzen Netz von Bildern und Vorstellungen.
 
[[#top |Seitenanfang]]<br>


==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


https://www.dwds.de/wb/Geburt 
[https://www.dwds.de/wb/Huhn DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Huhn Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=H03497 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Huhn BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H12950 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H07182 Goethe], [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/h/kh04766.htm Krünitz]), [https://www.zdl.org/?q=Huhn ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Haushuhn Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Huhn Duden-online] (nicht werbefrei)
https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)
https://www.zdl.org/?q=Geburt 
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt 
https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|'''zu den Wortgeschichten [[Hahn|''Hahn'']] und [[Henne|''Henne'']]
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|[[Huhn|'''zurück zur Wortgeschichte ''Huhn''''']]
|}
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{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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=Hai=
<div style="font-size:1.2em">
Ein Hai ist ein großer Raubfisch, der in allen Meeren der Erde lebt. Das Wort schreiben wir mit <ai>. Diese ungewöhnliche Schreibung stammt wahrscheinlich aus einer nordischen Sprache.
</div>
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<div style="color:red>#REDIRECT [[hell]] - neue Seite für behelligen mit Weiterleitung zu ''hell'' - erledigt
{{DISPLAYTITLE:hell}} </div>
= hell/behelligen =
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein ''heller Junge''. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Ulli, Klasse 2, Regensburg
|-
|}
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
| Was hat das Wort ''behelligen'' mit dem Adjektiv ''hell'' zu tun?
|Warum schreibt man Hai mit ai, obwohl man doch ein ei hört?
|}
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
|H. G., Klasse 3, Köln
|- style="text-align: left"
|Wir haben im Kunstunterricht über ''hell und dunkel'' gesprochen. Was bedeutet ''hell'', welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass ''hell'' auch ''stören'' kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: ''Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen''. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig ''stören'' soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv ''hell'' in das Verb ''behelligen''?
|-
|-
|}
|}
__TOC__
__TOC__


== Wortherkunft ==
==Diskussion==
 
=== heller Junge ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Zunächst bedeutete das Adjektiv '''''hell''''' nur ''hell tönend''. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: ''helle Farben'', ''hell und dunkel''.
|-
|-
||Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ''ein helles Köpfchen'' (= kluge, intelligente Person), ''das ist der helle Wahnsinn'' (= Ausdruck der Bewunderung), ''er hat seine helle Freude an etwas'' (im Sinne von ''großer Freude'').
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Laut.jpg | 120px | link=Frau Laut|Frau Laut]]
|Das ist eine sehr kluge Frage. Wir hören ''ei'' und schreiben <ai>. Es gibt einige Wörter, die wir etwas anders schreiben, als wir es zunächst vermuten. Oft sind es ganz alte Wörter, die ihre Schreibung nie geändert haben, obwohl wir sie heute anders sprechen. Diese Wörter kann uns meist Herr Alt erklären. Es gibt aber auch Wörter, die wir aus anderen Sprachen übernommen haben. Hierfür ist Frau Fremd zuständig. Also liebe Kollegen, können Sie die Frage beantworten?
|-
|-
|
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Dein Onkel hat gemeint, dass du ein ''sehr kluger Junge'' bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.
|Es kann sein, dass dies ein sehr altes Wort ist.  In meinen alten Wörterbüchern habe ich aber keinen ''Hai'' gefunden. In meinen alten Wörterbüchern habe ich Formen gefunden, die auf nordische Sprachen zurückgehen. Liebe Frau Fremd: Wissen Sie woher das Wort kommt?
|-
|-
|}
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
=== behelligen ===
|Wahrscheinlich haben wir das Wort aus dem Niederländischen übernommen. Die Niederländer waren früher berühmte Seefahrer. Dort heißt der Fisch ''haai''. Noch ältere verwandte Wörter finden wir in Island. Vermutlich bezeichnete das Wort ursprünglich einen Haken oder Pflock. Die spitze Rückenflosse eines ''Hais'' erinnert tatsächlich ein wenig an einen Haken.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die beiden Wörter ''hell'' und ''behelligen'' sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv ''hel''. Es meinte zunächst nur ''helle Töne''.
 
Das Verb ''behelligen'' ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb ''helligen''. Das bedeutete ''ermüden, jemanden quälen''. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) ''be-'' wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.
|-
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das '''Verb''' '''''behelligen''''' bedeutet heute ''jemanden belästigen''.
|Der Hai ist ein Raubfisch. In Wortzusammensetzungen wird das Wort ''Hai'' manchmal auch übertragen verwendet. Dann meint es einen Menschen, der andere ausnutzt:
|-
|-
|Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa ''nicht belästigen'' sollst, weil er gerade arbeitet.
|
:Wer andere mit überhöhten Zinsen für Kredite ausraubt, den nennt man ''Kredithai''.
:Wer Menschen mit zu hohen Mieten belastet, wird manchmal ''Miethai'' genannt.
:Ein ''Finanzhai'' ist jemand, der andere zu riskanten Geldgeschäften verleitet.
|}
 
{|style="width: 100%"
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''behelligen''==
==Weiterführende Informationen==
 
===Modellwortschatz===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort '''Hai''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
</div>
 
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-684-VS.jpg
File:MWS-684-RS.jpg
</gallery>
<div style="font-size:1.2em">
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=684 Fremdsprachen] anhören.
</div>
 
===Hinweise zum Wort ''Hai''===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|stören, belästigen
|a) großer Raubfisch der Meere
b) übertragen: rücksichtsloser Mensch
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.''
|''Der Hai schwamm ruhig durch das Wasser.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
|'''Wortart:''' Nomen, maskulin, '''der Hai'''
 
'''Worttrennung:''' -
 
'''Aussprache:''' [haɪ̯]
|-
|}
 
===Wortformen===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Hai'' ist ein männliches Nomen.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Hai
|die Haie
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Hais
|der Haie
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Hai
|den Haien
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Hai
|die Haie
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]</br>
 
----
</br>
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Hai| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Hai''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Info - Hai=
 
Das Wort ''Hai'' wurde vermutlich aus dem Niederländischen übernommen. Seine weitere Herkunft führt wahrscheinlich in den nordgermanischen Sprachraum. Die Schreibung mit <ai> erklärt sich dadurch, dass das Wort kein ursprünglich deutsches Erbwort ist.
 
----
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Hai''==
 
===Modellwortschatz===
 
Das Wort '''Hai''' gehört zum '''Modellwortschatz''' (siehe Karteikarte: [[:File:MWS-684-VS.jpg|Vorderseite]], [[:file:MWS-684-RS.jpg|Rückseite]]).


'''Worttrennung:''' be·hel·li·gen
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=684 Fremdsprachen] anhören.


'''Aussprache:''' [bəˈhɛlɪɡn̩]
===Herkunft===
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *k̑ā̌k-, *k̑ank- = Ast, Zweig, Pflock
:⇒ germ. *hanh- = spitzer Pflock, Holznagel
::⇒ nordgerm. ''hár'' = Pflock, Dolle
:::⇒ isl. ''hár'' = Dolle, Hai
::::⇒ nl. ''haai'' = Hai
:::::⇒ dt. ''Hai''
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
===Wortgeschichte===
===hell===
 
<div style="font-size: 1.2em>
[[file:Bi-W-H_Hai_Keipen.jpg | rechts | 250px]]
Das Wort ''hell'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.</div>
Aus dem germ. *hanh = spitzer Holzpflock entwickelte sich im isländischen ''hár'' die Doppelbedeutung ''Pflock'', ''Dolle'' und ''Hai''. Die ''Dolle'' ist die Halterung in der die Ruderblätter beim Ruderboot eingehängt werden. Diese Dolle war früher aus Holz und sah im Mittelalter bei den Wikingern noch ganz anders aus als bei uns heute. Schau dir einmal das Bild rechts an. Es zeigt die ''Keipe'' (so hieß die Dolle bei den Wikingern) eines Wikingerbootes. Und diese ''Keipe'' hat schon sehr viel Ähnlichkeit mit der Rückenflosse eines ''Hais''. So ist diese Doppelbedeutung entstanden.
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
 
Die Niederländer waren über Jahrhunderte eine große Seefahrernation. Dort ist das nordische ''har'' bzw. ''haj'' bereits seit Mitte des 15. Jh. belegt (mnl. ''hay'', nl. ''haai''). Im deutschsprachigen Raum wurde das Wort aus den Niederlanden übernommen, zunächst ''Hay'', später ''Hai''. In Reiseberichten ist es seit Mitte des 17. Jh. belegt.
 
== Wortbildungen ==
 
===Wörterliste, Beispiele===
 
Das Grundwort ''Hai'' kommt in vielen Wortbildungen vor. Besonders häufig sind Bezeichnungen einzelner Haiarten (Hai als Letztglied). Von den über 700 bekannten Haiarten enthalten rd. 500 Namen das Wort ''Hai''. die folgende Tabelle enthält einige Beispiele, die zum größten Teil auch in Online-Wörterbüchern aufgeführt werden.
 
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%;"
|+ Wortbildungen mit dem Grundwort Hai
|-
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 10%; vertical-align:top" |Erstglied:
!style="width: 30%"|Komparativ
|[https://www.dwds.de/wb/Haiangriff Haiangriff], [https://www.dwds.de/wb/Haifisch Haifisch], [https://www.dwds.de/wb/Haifischbecken Haifischbecken], [https://www.dwds.de/wb/Haifischflosse Haifischflosse], [https://www.dwds.de/wb/Haifischflossensuppe Haifischflossensuppe], [https://www.dwds.de/wb/Haifischgebiss Haifischgebiss], [https://www.dwds.de/wb/Haifischhaut Haifischhaut], [https://www.dwds.de/wb/Haifischmaul Haifischmaul], [https://www.dwds.de/wb/Haifischmeer Haifischmeer], [https://www.dwds.de/wb/Haifischteich Haifischteich], [https://www.dwds.de/wb/Haifischzahn Haifischzahn],  ...
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|-
|style="width: 26%"|hell
!style="vertical-align:top"|Letztglied:
|style="width: 37%"|heller
|[https://www.dwds.de/wb/Ammenhai Ammenhai], [https://www.dwds.de/wb/Blauhai Blauhai], [https://www.dwds.de/wb/Borneohai Borneohai], [https://www.dwds.de/wb/Breitflossenhai Breitflossenhai], [https://www.dwds.de/wb/Bronzehai Bronzehai], [https://www.dwds.de/wb/Bullenhai Bullenhai], [https://www.dwds.de/wb/Dolchnasenhai Dolchnasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Dornhai Dornhai], [https://www.dwds.de/wb/Eishai Eishai], [https://www.dwds.de/wb/Feinzahnhai Feinzahnhai], [https://www.dwds.de/wb/Fleckzahnhai Fleckzahnhai], [https://www.dwds.de/wb/Galapagoshai Galapagoshai], [https://www.dwds.de/wb/Gangeshai Gangeshai], [https://www.dwds.de/wb/Glatthai Glatthai], [https://www.dwds.de/wb/Großnasenhai Großnasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Hammerhai Hammerhai], [https://www.dwds.de/wb/Hartnasenhai Hartnasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Heringshai Heringshai], [https://www.dwds.de/wb/Hornhai Hornhai], [https://www.dwds.de/wb/Katzenhai Katzenhai], [https://www.dwds.de/wb/Koboldhai Koboldhai], [https://www.dwds.de/wb/Krokodilshai Krokodilshai], [https://www.dwds.de/wb/Küstenhai Küstenhai], [https://www.dwds.de/wb/Lachshai Lachshai], [https://www.dwds.de/wb/Menschenhai Menschenhai], [https://www.dwds.de/wb/Milchhai Milchhai], [https://www.dwds.de/wb/Nasenhai Nasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Pondicherryhai Pondicherryhai], [https://www.dwds.de/wb/Riesenhai Riesenhai], [https://www.dwds.de/wb/Riesenmaulhai Riesenmaulhai], [https://www.dwds.de/wb/Sandbankhai Sandbankhai], [https://www.dwds.de/wb/Sandtigerhai Sandtigerhai], [https://www.dwds.de/wb/Schildzahnhai Schildzahnhai], [https://www.dwds.de/wb/Schlafhai Schlafhai], [https://www.dwds.de/wb/Schlitzaugenhai Schlitzaugenhai], [https://www.dwds.de/wb/Schwarzfleckhai Schwarzfleckhai], [https://www.dwds.de/wb/Schwarzhai Schwarzhai], [https://www.dwds.de/wb/Schwarznasenhai Schwarznasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Schweinsaugenhai Schweinsaugenhai], [https://www.dwds.de/wb/Seidenhai Seidenhai], [https://www.dwds.de/wb/Silberspitzenhai Silberspitzenhai], [https://www.dwds.de/wb/Spatennasenhai Spatennasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Speerzahnhai Speerzahnhai], [https://www.dwds.de/wb/Stachelhai Stachelhai], [https://www.dwds.de/wb/Stierkopfhai Stierkopfhai], [https://www.dwds.de/wb/Tigerhai Tigerhai], [https://www.dwds.de/wb/Urhai Urhai], [https://www.dwds.de/wb/Walbuchthai Walbuchthai], [https://www.dwds.de/wb/Walhai Walhai], [https://www.dwds.de/wb/Weißnasenhai Weißnasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Weißwangenhai Weißwangenhai], [https://www.dwds.de/wb/Zitronenhai Zitronenhai], ...
|style="width: 37%"|am hellsten
|-
|-
|}
|}


===behelligen===
===Bedeutungsgruppen===
<div style="font-size:1.2em">
Die Namen der meisten ''Haie'', die das Grundwort enthalten, können in fünf Bedeutungsgruppen geordnet werden. Somit ist diese Bezeichnung der ''Haie'' ein gutes Beispiel dafür, wie Tiere einer größeren Gruppe in der Biologie (deutsche Namen) benannt werden.
Das Verb ''behelligen'' wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb ''haben'' gebildet.
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
</div>
|+ Wortbildungen mit dem Grundwort ''Hai''
!1. Körpermerkmale
|-
|Benennung nach Körperteilen, Form, Größe oder besonderen Merkmalen.
|-
|'''Beispiele:''' Breitflossenhai, Hammerhai, Großnasenhai, Riesenmaulhai, Speerzahnhai, Weißwangenhai
|-
!2. Farbe oder Lebensraum
|-
|Benennung nach Färbung oder Lebensraum.
|-
|'''Beispiele:''' Blauhai, Bronzehai, Küstenhai, Sandbankhai, Eishai
|-
!3. Ähnlichkeit mit anderen Tieren
|-
|Benennung nach Ähnlichkeiten zu anderen Tieren.
|-
|'''Beispiele:''' Bullenhai, Katzenhai, Krokodilshai, Tigerhai, Walhai
|-
!4. Geografische Herkunft
|-
|'''Beispiele:''' Borneohai, Galapagoshai, Gangeshai, Pondicherryhai
|-
!5. Sonstige zoologische Benennungen
|-
|'''Beispiele:''' Ammenhai, Koboldhai, Milchhai, Schlafhai, Urhai
|-
|}


{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
===''Hai'' in übertragener Bedeutung ===
| colspan="2" |
Der Name ''Hai'' wird auch als Bild für einen rücksichtslosen Menschen verwendet. Hier ist der ''Hai'' als ein räuberischer Fisch der Namensgeber.
!Gegenwart
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
(Präsens)
|+ Der Gebrauch des Wortes ''Hai'' in übertragener Bedeutung
!1. Vergangenheit
|-
(Präteritum)
!Grundwort
!2. Vergangenheit
!Kurze Erläuterung
(Perfekt)
|-
|Finanzhai
|Person, die andere im Finanzbereich rücksichtslos ausnutzt
|-
|Geldhai
|besonders habgieriger Mensch
|-
|Immobilienhai
|Person oder Unternehmen, das auf dem Immobilienmarkt andere ausnutzt
|-
|Kredithai
|Person oder Firma, die Kredite zu unfairen Bedingungen vergibt
|-
|Miethai
|Vermieter, der Mieter ausnutzt
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|Wohnungshai
(Singular)
|Person oder Unternehmen, das Wohnungssuchende benachteiligt
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich behellige
| style="width: 25%" |ich behelligte
| style="width: 25%" |ich habe behelligt
|-
|-
!2. Person
|}
|du behelligst
 
|du behelligtest
==Redensarten==
|du hast behelligt
 
Das Wort ''Hai'' kommt nur sehr selten in Redensarten vor. Häufiger wird es in Vergleichen und in übertragener Bedeutungen verwendet.
 
{| class="wikitable" style="width:100%"|
!style="width:25%"|Redensart / Mehrwortausdruck
!Kurze Beschreibung
|-
|-
!3. Person
|'''ein großer Hai in der Finanzwelt'''
|er/sie/es behelligt
|eine besonders mächtige, einflussreiche oder wohlhabende Person im Finanzwesen; oft mit dem Beiklang von Rücksichtslosigkeit oder Gewinnsucht
|er/sie/es behelligte
|er/sie/es hat behelligt
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
|'''unter Haien schwimmen'''
(Plural)
|sich in einer Umgebung bewegen, in der starke Konkurrenz herrscht und man ständig auf der Hut sein muss
!1. Person
|wir behelligen
|wir behelligten
|wir haben behelligt
|-
|-
!2. Person
|'''ein Hai im Geschäftsleben'''
|ihr behelligt
|ein rücksichtsloser, durchsetzungsstarker Geschäftsmann oder Unternehmer, der vor allem auf den eigenen Vorteil bedacht ist
|ihr behelligtet
|ihr habt behelligt
|-
|-
!3. Person
|'''„Haie sind besser als ihr Ruf.“'''
|sie behelligen
|Hinweis darauf, dass Haie oft als gefährliche Monster gelten, tatsächlich aber meist weniger gefährlich sind als allgemein angenommen; häufig auch übertragen verwendet, um Vorurteile zu hinterfragen
|sie behelligten
|sie haben behelligt
|-
|-
|'''sich unter die Haie wagen'''
|sich bewusst in eine schwierige oder konkurrenzbetonte Situation begeben, in der man mit mächtigen oder skrupellosen Personen zu tun hat
|}
|}


== Modellwortschatz ==
[[#top |Seitenanfang]]<br>
Das Wort '''hell''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
 
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
==Belege/Quellen==
File:MWS-469-VS.jpg
'''Sprache:''' [https://www.dwds.de/wb/Hai DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Hai Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=Hai ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Hai Duden-online], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] hier vor allem [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hai BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=H00881 Grimm], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H00128 Goethe]);
File:MWS-469-RS.jpg
 
</gallery>
'''Wissen:''' Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Haie Haie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Systematik_der_Haie Systematik], [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?search=Categorie%3AShark&title=Special%3AMediaSearch&type=page Bilder/Audio/Video]; [https://hai.swiss/haie Hai-Stiftung]
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=469 Fremdsprachen] anhören.
 
'''Kinder:''' [https://miniklexikon.zum.de/wiki/Haie MiniKlexikon], [https://klexikon.zum.de/wiki/Haie Klexikon], [https://www.pandaclub.ch/de/tier/hai/ PanaClub]; Kindernetzt: [https://www.kindernetz.de/wissen/tierlexikon/steckbrief-hai-100.html SWR Kindernetz], [https://www.kindernetz.de/wissen/tierlexikon/steckbrief-weisser-hai-100.html Weißer Hai], [https://www.kindernetz.de/wissen/tierlexikon/steckbrief-bambushai-100.html Bambushai]; Naturdetektive: [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/haie-besser-als-ihr-ruf.html Naturdetektive: Haie], [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/hammerhai.html Hammerhai], [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/katzenhaie.html Katzenhai], [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/makohaie.html Makohaie], [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/walhai.html Walhaie], [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/weisser-hai.html Weißer Hai]


</br>
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - behelligen | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''behelligen''''' ]]
|[[Hai|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hai''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Info - hell/behelligen =
=abhauen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
<div style="font-size:1.2em">
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>
----
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Wenn jemand ''abhaut'' (verschwindet), wird er dann gehauen ?
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Johann, Klasse 2, Bremerhaven
|-
|}
|}
----
__TOC__
__TOC__
==Diskussion==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width:12%;vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Wenn früher ein Ritter in Gefahr geriet, dann trieb er sein Pferd mit kräftigen Schlägen an (''er haute das Pferd''), um möglichst schnell der Gefahr zu entkommen. So entstand in der Soldatensprache das Wort ''abhauen''. Auch heute noch wird es in der Bedeutung von ''schnell weglaufen, verschwinden, sich davon machen'' verwendet, auch wenn dabei keiner mehr gehauen wird oder auf einem Pferd sitzt.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Lieber Herr Wort, das ist eine sehr schöne Geschichte. Daran können sich Kinder sehr schön die Bedeutung ''weglaufen'' für das Verb ''abhauen'' merken. Allerdings stimmt die Geschichte nicht ganz.


==Weiterführende Informationen zum Wort ''behelligen''==
Zunächst: Das Verb ''abhauen'' gab es schon im Mittelalter. Damals hieß es ''abahouwan''. Aus ''aba'' ist die Vorsilbe ''ab-'' geworden und aus ''houwan'' das Verb ''hauen''. Das alte Verb hatte die Bedeutung ''abschlagen, abschneiden'' oder ''abhacken''.
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|'''[https://www.dwds.de/wb/behelligen#etymwb-1 behelligen]:''' ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. ''hellegen'', ''helligen'' = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. ''behelligen'' = stören, belästigen, lästig fallen


'''[https://www.dwds.de/wb/hell#etymwb-1 hell]:''' ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. ''hel'' = tönend, mhd. ''hel'' = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Hall hallen], [https://www.dwds.de/wb/einhellig#etymwb-1 einhellig], [https://www.dwds.de/wb/etymwb/mi%C3%9Fhellig misshellig]
In den Mundarten, die in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen werden bedeutete ''hauen'' vor allem ''gehen, laufen, treten''. Von diesem oberdeutschen Wort ist die Bedeutung ''weglaufen, verschwinden'' für das Verb ''abhauen'' vor rund einhundert Jahren in die Umgangssprache übernommen worden.
|- style="vertical-align:top;"
|-
|'''Wortbildungen:'''
| style="width:12%;vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| [https://www.dwds.de/wb/Behelligung Behelligung], [https://de.wiktionary.org/wiki/unbehelligt unbehellitgt]
|Wenn du mehr zum Verb ''hauen'' wissen möchtest so findest du interessante Hinweise auf der Wörterseite [[hauen|''hauen'']].
|-
|}
{|style="width: 100%"
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/hell hell]
|}
|
 
==Weiterführende Informationen==
==Hinweise zum Verb ''abhauen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. etwas abschlagen, abtrennen
2. umgangssprachlich: sich (heimlich) davonmachen, verschwinden
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
| -
|1. ''Er hieb den vertrockneten Ast mit der Axt vom Baum ab.''
2. ''Als er mich sah haute er ganz schnell ab.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Wortinfo:'''
|Das Verb ''behelligen'' wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.
|'''Wortart:''' Verb, Vorsilbe: ''ab-'', Grundwort: [[hauen|''hauen'']]
 
'''Worttrennung:''' ab-hau-en


Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb ''helligen'' „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.
'''Aussprache:''' [ˈapˌhaʊ̯ən]
|-
|}
|}
== Wörterliste zum Adjektiv ''hell''==
 
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
==Wortformen==
! colspan="2" |Adjektive
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''abhauen'' ist ein Verb, dass aus der Vorsilbe (Präfix) ''ab-'' und dem Grundwort ''hauen'' zusammengesetzt ist. Es gibt zwei Bedeutungen: 1. ''etwas abtrennen'' und 2. ''verschwinden, weglaufen''. In der ersten Bedeutung werden die Wortformen unregelmäßig gebildet (starkes  Verb) und in der 2. Bedeutung regelmäßig (schwaches Verb).
 
1. '''Grundform:''' abhauen, '''Vergangenheit (Partizip II):''' abgehauen, '''Hilfsverb:''' ''haben''
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" | abhauen = abschlagen
Hilfsverb: haben
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt) sein
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich haue ab
| style="width: 25%" |ich hieb ab
| style="width: 25%" |ich habe abgehauen
|-
!2. Person
|du haust ab
|du hiebst ab
|du hast abgehauen
|-
|-
! style="width: 15%; vertical-align:top;text-align:left" |Farbadjektive
!3. Person
|[https://www.dwds.de/wb/hellen hellen], [https://www.dwds.de/wb/hell hell], [https://www.dwds.de/wb/helle helle], [https://www.dwds.de/wb/Helle Helle], [https://www.dwds.de/wb/], [https://www.dwds.de/wb/hellbeige hellbeige], [https://www.dwds.de/wb/hellblau hellblau], [https://www.dwds.de/wb/hellblond hellblond], [https://www.dwds.de/wb/hellbraun hellbraun], [https://www.dwds.de/wb/hellfarbig hellfarbig], [https://www.dwds.de/wb/hellgelb hellgelb], [https://www.dwds.de/wb/hellglänzend hellglänzend], [https://www.dwds.de/wb/hellgrau hellgrau], [https://www.dwds.de/wb/hellgrün hellgrün], [https://www.dwds.de/wb/helllila helllila], [https://www.dwds.de/wb/hellrosa hellrosa], [https://www.dwds.de/wb/hellrot hellrot], [https://www.dwds.de/wb/hellviolett hellviolett], [https://www.dwds.de/wb/hellweiß hellweiß]
|er/sie/es haut ab
|er/sie/es hieb ab
|er/sie/es hat abgehauen
|-
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |so hell wie ...
! rowspan="3" |Mehrzahl
|... die Dämmerung: [https://www.dwds.de/wb/dämmerhell dämmerhell], ... Glas: [https://www.dwds.de/wb/glashell glashell], [https://www.dwds.de/wb/glockenhell glockenhell], [https://www.dwds.de/wb/kristallhell kristallhell], [https://www.dwds.de/wb/mondhell mondhell], [https://www.dwds.de/wb/neonhell neonhell], [https://www.dwds.de/wb/schneehell schneehell], [https://www.dwds.de/wb/silberhell silberhell], [https://www.dwds.de/wb/sonnenhell sonnenhell], [https://www.dwds.de/wb/sternenhell sternenhell], [https://www.dwds.de/wb/tageshell tageshell], [https://www.dwds.de/wb/wasserhell wasserhell]
(Plural)
!1. Person
|wir hauen ab
|wir hieben ab
|wir haben abgehauen
|-
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Erstglied)
!2. Person
|[https://www.dwds.de/wb/hellauf hellauf], [https://www.dwds.de/wb/helläugig helläugig], [https://www.dwds.de/wb/helldunkel helldunkel], [https://www.dwds.de/wb/hellerleuchtet hellerleuchtet], [https://www.dwds.de/wb/hellerlicht hellerlicht], [https://www.dwds.de/wb/hellhaarig hellhaarig], [https://www.dwds.de/wb/hellhäutig hellhäutig], [https://www.dwds.de/wb/hellleuchtend hellleuchtend], [https://www.dwds.de/wb/helllicht helllicht], [https://www.dwds.de/wb/helllodernd helllodernd], [https://www.dwds.de/wb/hellstrahlend hellstrahlend], [https://www.dwds.de/wb/hellwach hellwach]
|ihr haut ab
|ihr hiebt ab
|ihr habt abgehauen
|-
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Letztglied)
!3. Person
|[https://www.dwds.de/wb/überhell überhell], [https://www.dwds.de/wb/geisteshell geisteshell],
|sie hauen ab
|sie hieben ab
|sie haben abgehauen
|-
|-
! colspan="2" |Nomen
|}
<div style="font-size:1.2em">
2. '''Grundform:''' abhauen, '''Vergangenheit (Partizip II):''' abgehauen, '''Hilfsverb:''' ''sein''
 
Im süddeutschen Sprachraum werden die Wortformen regelhaft gebildet. Diese Wortformen wurden auch in die hochdeutschen Umgangssprache für die Bedeutung ''weglaufen, verschwinden'' übernommen.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" | abhauen = weglaufen
Hilfsverb: sein
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt) sein
|-
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Erstglied
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|[https://www.dwds.de/wb/Hellraumprojektor Hellraumprojektor], [https://www.dwds.de/wb/Hellriegel Hellriegel], [https://www.dwds.de/wb/Hellung Hellung], [https://www.dwds.de/wb/Hellwerden Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei],
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich haue ab
| style="width: 25%" |ich haute ab
| style="width: 25%" |ich bin abgehauen
|-
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Letztglied
!2. Person
|[https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufheller Stimmungsaufheller], [https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufhellung Stimmungsaufhellung], [https://www.dwds.de/wb/Tageshelle Tageshelle], [https://www.dwds.de/wb/Taghelle Taghelle]
|du haust ab
|du hautest ab
|du bist abgehauen
|-
|-
! colspan="2" |Wortgruppen
!3. Person
|er/sie/es haut ab
|er/sie/es haute ab
|er/sie/es ist abgehauen
|-
|-
!
! rowspan="3" |Mehrzahl
|[https://www.dwds.de/wb/hellhörig hellhörig], [https://www.dwds.de/wb/Hellhörigkeit Hellhörigkeit],
(Plural)
[https://www.dwds.de/wb/hellsichtig hellsichtig], [https://www.dwds.de/wb/Hellsicht Hellsicht], [https://www.dwds.de/wb/Hellsichtigkeit Hellsichtigkeit],  
!1. Person
 
|wir hauen
[https://www.dwds.de/wb/hellsehen hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellsehen Hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellseher Hellseher], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherei Hellseherei], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherin Hellseherin],  [https://www.dwds.de/wb/hellseherisch hellseherisch],
|wir hauten
 
|wir sind abgehauen
[https://www.dwds.de/wb/aufhellen aufhellen], [https://www.dwds.de/wb/Aufheller Aufheller], [https://www.dwds.de/wb/Aufhellung Aufhellung], [https://www.dwds.de/wb/aufgehellt aufgehellt],
 
[https://www.dwds.de/wb/erhellen erhellen], [https://www.dwds.de/wb/erhellt erhellt], [https://www.dwds.de/wb/Erhellung Erhellung],
|-
|-
|}
!2. Person
 
|ihr haut ab
==Unikales Morphem ?==
|ihr hautet
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|ihr seid abgehauen
| colspan="2" |Das Morphem ''hellig'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe ''be-''.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
!3. Person
|Das Morphem ''hellig'' ist in dieser Bedeutung <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|sie hauen ab
|hauten ab
|sie sind abgehauen
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
== Interessantes ==
<div style="font-size:1.2em">
Vielleicht kennst du das Wort ''Gassenhauer''. Das ist ein Schlager der sehr bekannt und weit verbreitet ist. Ein Lied dass auf allen Straßen und in allen Gassen gesungen wird. Die Gasse war früher der unbefestigte Weg innerhalb einer Stadt. Die Straße hingegen der Weg von einem Ort zum anderen. Im zweiten Wortteil von ''Gassenhauer'' findest du das oberdeutsche Wort ''hauen'' in der Bedeutung ''gehen, laufen'' wieder.


==Belege/Quellen==
Wer also durch die ''Gassen'' einer Stadt ''ging'' und dabei ein allen bekanntes Lied sang, der sang einen ''Gassenhauer''. Dieses Wort wurde später in der Umgangssprache weitgehend vom Nomen ''Schlager' verdrängt.
</div>


[https://www.dwds.de/wb/behelligen DWDS] 
[[#top | Seitenanfang]]</br>
[https://de.wiktionary.org/wiki/behelligen Wiktionary] 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B06223 Grimm-Wörterbuch]) 
[https://www.zdl.org/?q=behelligen ZDL] 
[https://de.wikipedia.org/wiki/behelligen Wikipedia]
[https://www.duden.de/rechtschreibung/behelligen Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


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{| style="width: 100%; text-align:center;"
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|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
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|[[Info - abhauen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''abhauen''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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Aktuelle Version vom 9. Juni 2026, 20:06 Uhr


#REDIRECT hell - neue Seite für behelligen mit Weiterleitung zu hell - erledigt

hell/behelligen

Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein heller Junge. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
Ulli, Klasse 2, Regensburg
Was hat das Wort behelligen mit dem Adjektiv hell zu tun?
Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
Wir haben im Kunstunterricht über hell und dunkel gesprochen. Was bedeutet hell, welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass hell auch stören kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig stören soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv hell in das Verb behelligen?


Wortherkunft

heller Junge

Herr Wort Zunächst bedeutete das Adjektiv hell nur hell tönend. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: helle Farben, hell und dunkel.
Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ein helles Köpfchen (= kluge, intelligente Person), das ist der helle Wahnsinn (= Ausdruck der Bewunderung), er hat seine helle Freude an etwas (im Sinne von großer Freude).
Dein Onkel hat gemeint, dass du ein sehr kluger Junge bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.

behelligen

Herr Alt Die beiden Wörter hell und behelligen sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv hel. Es meinte zunächst nur helle Töne.

Das Verb behelligen ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb helligen. Das bedeutete ermüden, jemanden quälen. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) be- wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.

Herr Wort Das Verb behelligen bedeutet heute jemanden belästigen.
Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa nicht belästigen sollst, weil er gerade arbeitet.

Hinweise zum Wort behelligen

Bedeutung: stören, belästigen
Beispielsatz: Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·hel·li·gen

Aussprache: [bəˈhɛlɪɡn̩]

Wortformen

hell

Das Wort hell ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.
Positiv Komparativ Superlativ
hell heller am hellsten

behelligen

Das Verb behelligen wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb haben gebildet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich behellige ich behelligte ich habe behelligt
2. Person du behelligst du behelligtest du hast behelligt
3. Person er/sie/es behelligt er/sie/es behelligte er/sie/es hat behelligt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir behelligen wir behelligten wir haben behelligt
2. Person ihr behelligt ihr behelligtet ihr habt behelligt
3. Person sie behelligen sie behelligten sie haben behelligt

Modellwortschatz

Das Wort hell gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.



Weiterführende Informationen zum Grundwort behelligen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - hell/behelligen

zurück zur Wortgeschichte behelligen


Weiterführende Informationen zum Wort behelligen

Entstehung: behelligen: ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. hellegen, helligen = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. behelligen = stören, belästigen, lästig fallen

hell: ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. hel = tönend, mhd. hel = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: hallen, einhellig, misshellig

Wortbildungen: Behelligung, unbehellitgt
hell
Ableitungen: -
Interessantes: Das Verb behelligen wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.

Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb helligen „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.

Wörterliste zum Adjektiv hell

Adjektive
Farbadjektive hellen, hell, helle, Helle, [1], hellbeige, hellblau, hellblond, hellbraun, hellfarbig, hellgelb, hellglänzend, hellgrau, hellgrün, helllila, hellrosa, hellrot, hellviolett, hellweiß
so hell wie ... ... die Dämmerung: dämmerhell, ... Glas: glashell, glockenhell, kristallhell, mondhell, neonhell, schneehell, silberhell, sonnenhell, sternenhell, tageshell, wasserhell
sonstige (Erstglied) hellauf, helläugig, helldunkel, hellerleuchtet, hellerlicht, hellhaarig, hellhäutig, hellleuchtend, helllicht, helllodernd, hellstrahlend, hellwach
sonstige (Letztglied) überhell, geisteshell,
Nomen
Erstglied Hellraumprojektor, Hellriegel, Hellung, Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei,
Letztglied Stimmungsaufheller, Stimmungsaufhellung, Tageshelle, Taghelle
Wortgruppen
hellhörig, Hellhörigkeit,

hellsichtig, Hellsicht, Hellsichtigkeit,  

hellsehen, Hellsehen, Hellseher, Hellseherei, Hellseherin,  hellseherisch,

aufhellen, Aufheller, Aufhellung, aufgehellt,

erhellen, erhellt, Erhellung,

Unikales Morphem ?

Das Morphem hellig kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe be-.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem hellig ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

Seitenanfang

Belege/Quellen

DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch) ZDL Wikipedia Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



zurück zur Wortgeschichte behelligen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Hagebutte

Wortherkunft

Herr Alt Der erste Teil des Wortes Hag ist vom mittelhochdeutschen Wort hac abgeleitet. So nannte man früher eine Umzäunung, ein Gehege oder einen mit Gebüsch umzäunten Ort. Zur Einfriedung wurden oft Hagebutten oder Hagedorn verwendet.
Die Herkunft des zweiten Wortteils (butt) ist nicht eindeutig geklärt. Einige Sprachwissenschaftler leiten butte vom mittelhochdeutschen butz = Knoten, Klumpen ab. Andere sehen einen Zusammenhang mit dem niederländischen Wort but = stumpf.
Herr Wort Als Hagebutte bezeichnet man die roten Sammelnussfrüchte verschiedener Rosenarten, besonders der Heckenrose.

Hinweise zum Wort Hagebutte

Bedeutung: Rote Scheinfrucht verschiedener Rosenarten
Beispielsatz: Im Herbst leuchten die roten Hagebutten an den Hecken.
Wortinfo: Wortart: Nomen, feminin

Worttrennung: Ha-ge-but-te

Aussprache: [ˈhaːɡəˌbʊtə]

Wortformen

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Hagebutte die Hagebutten
2. Fall Genitiv der Hagebutte der Hagebutten
3. Fall Dativ der Hagebutte den Hagebutten
4. Fall Akkusativ die Hagebutte die Hagebutten



Weiterführende Informationen zum Grundwort Hagebutte
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Hagebutte

zurück zur Wortgeschichte Hagebutte


Weiterführende Informationen zum Wort Hagebutte

Entstehung: ahd. haganbutta, mhd. hagenbutz

butte möglicherweise aus dem niederländischen but = stumpf abgeleitet.

Einige Autoren sehen auch einen Zusammenhang mit butz = Klumpen, Knoten, Kerngehäuse.

Der erste Wortteil hag bedeutete ursprünglich: Umzäunung, Hecke, eingehegter Ort.

Von hag sind auch die Wörter Hecke, Hain, Gehege und Hagedorn abgeleitet.

Wortbildungen: Hagebuttenmarmelade, Hagebuttentee, Hagebuttenkern, Hagebuttenstrauch
Ableitungen: Hagedorn, Hecke, Gehege
Interessantes: Die Hagebutte ist botanisch keine echte Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht.

Die Früchte enthalten sehr viel Vitamin C und werden häufig zu Tee oder Marmelade verarbeitet.

Unikales Morphem ?

Das Morphem butt(e) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur in wenigen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem butt(e) ist daher ein unikales Morphem.
Das Morphem hag(e) kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem hag(e) ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, Goethe, Grimm), BDO, ZDL, Wikipedia, Duden-online

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Hahn

Warum schreibt wir Henne und nicht *Hänne ? Das Wort ist doch von Hahn abgeleitet
Klasse 4

Diskussion

Graf Ortho Eine spannende Frage: Wer war zuerst da, die Henne oder der Hahn? Vielleicht kann uns Herr Alt weiterhelfen. Er ist schließlich unser Experte für Wortgeschichten.
Herr Alt „Natürlich der Hahn.“, war seine knappe Antwort.
Eine so kurze Antwort von Herrn Alt ist sehr ungewöhnlich. Entweder ist er sich in einem solchen Fall sehr sicher oder aber er hat keine richtige Lust, sich auf eine Diskussion mit seinen Kolleginnen und Kollegen einzulassen.

Nicht ungewöhnlich hingegen ist, dass Frau Kurz sich mit kurzen Antworten von Herrn Alt nicht zufrieden gibt.

Frau Kurz „Solch ein Quatsch!“, entfuhr es Frau Kurz. „Ohne die Henne gäb es kein Ei und ohne Ei keinen Hahn.“
Herr Wort „Aber Frau Kurz! Es geht hier doch um die Geschichte der Wörter und nicht um die Geschichte der Hühner.“, mischte sich Herr Wort ein. „Also Herr Alt: Warum soll das Wort Hahn älter sein als das Wort Henne?“
Herr Alt „Unser gemeines Haushuhn war schon den Germanen bekannt. Der Hahn hieß: *hanōn und die Henne: *han-jō, was soviel wie Weibchen des Hahns bedeutete. Im Mittelalter (also vor rund tausend Jahren) wurde hieraus han und henna. Bereits in dieser Zeit wurde der Vokal [a:] lang [haːn] bzw. kurz [e] [ˈhɛna] gesprochen.“
Frau Kurz „Wissen Sie das genau? Könnte nicht auch *han-jō vor *hanōn da gewesen sein und Männchen der Henne geheißen haben? Wie können Sie da so sicher sein?“, hakte Frau Kurz nach.
Herr Alt „Warum der Hahn bei den Germanen der dominantere Begriff war kann man an der Bedeutung ablesen. Das Wort Hahn = *hanōn kommt in vielen germanischen Sprachen vor (gotisch, altnordisch, altfriesisch = hana). Es bedeutete ursprünglich: der Sänger. Mit seinem morgendlichen ‚Geschrei’ drängte sich der Hahn in den Vordergrund – auch sprachlich. Die Frauen waren eben früher viel stiller. Das hat sich ja leider geändert. …“
Frau Kurz „Herr Aaaaalt!“, unterbrach Frau Kurz mit bösem Blick.
Herr Alt „Ist ja schon gut. Das war ein Scherz! – Bei den Ahnen der Ahnen der Germanen wurden dem Hahn magische Kräfte zugesprochen. Man glaubte nämlich, dass er mit seinem Gesang in der Lage war, den Morgen herbeizurufen – und nicht umgekehrt, wie wir heute glauben. Blieb der Hahnenschrei einmal am Morgen aus, so drohte Unheil. Kein Tag also, an dem man auf die Jagd gehen oder gar Krieg führen sollte. Und wenn der Hahn am Morgen krächzte anstatt zu krähen, dann gab es schlechtes Wetter.

Diese Vorstellung, dass der Hahn das Wetter voraussagen kann, hat sich bis heute gehalten. Auch der Wetterhahn auf den Kirchtürmen hat einen Ursprung in der alten germanischen Mythologie.

Solche magischen Fähigkeiten hatte die Henne natürlich nicht. Sie blieb ja morgens still“, ergänzte Herr Alt mit einem schmunzelnden Seitenblick auf Frau Kurz.

Frau Fremd „Lieber Herr Alt! Ich vermute, dass diese magische Kraft, die den Hähnen zugeschrieben wurde, noch sehr viel älter ist. Wir finden den Hahn als Sänger auch noch in anderen Sprachen (siehe hierzu die Übersetzungen unten).
→ russisch: петух (petuch) = Hahn, пет (pet) = singen-
→ litauisch: gaidýs = Hahn, gáida = Gesang
→ lateinisch: can-ere = singen
... “
Herr Alt „ ... und der weiße Hahn als Symbol für den Lichtgott und der rote Hahn als Symbol für den Feuergott und der schwarze Hahn als Bild des Teufels und ...”
Frau Kurz „Herr Aaaaaalt!” Die Geduld von Frau Kurz war offensichtlich zu Ende. „Die Frage der Kinder war doch: Warum schreiben wir Henne und nicht *Hänne“, versuchte Frau Kurz nun das Gespräch wieder auf den Punkt zu bringen.
Herr Alt „Die Unterscheidung von Hahn und Henne hat sprachlich schon sehr früh bestanden. Dies wurde dann – auch in der Schreibung – immer weiter fortgeführt. Das nennt man Sprachtradition. Die Kennzeichnung des Langvokals mit einem Dehnungs-h ist im übrigen sehr viel später (vermutlich erst im 16. Jahrhundert) entstanden.“
Herr Wort „Nun gut, Herr Alt“, meldete sich jetzt Herr Wort wieder zu Wort. Anders wäre Herr Alt auch nicht zu bremsen gewesen. Er wollte nämlich gerade anfangen auch noch die Sprachgeschichte des Huhns zu erzählen. „Ich muss also meine Regel mit dem Wortstamm ergänzen:“
Die Schreibung des Wortstammes bleibt in Ableitungen erhalten

– falls nicht Sprachtraditionen dem entgegenstehen –

Frau Kurz „Mal ehrlich: Bei wie vielen Wörtern kommt das vor?“ fragte nun Frau Kurz.
Herr Alt „Das weiß ich nicht. Sehr oft jedenfalls nicht.“, meinte Herr Alt.
Frau Kurz „Also dann sollten wir doch für Kinder die kurze Form der Regel lassen.“
Graf Ortho Dieser Einschätzung von Frau Kurz kann ich mich nur anschließen. Wenn wirklich einmal ein Kind Hänne schreibt, dann sollten wir uns über so viel Sprachkompetenz freuen.
Frau Fremd In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen:
Land Sprache
Dänisch hane
Niederländisch haan
Norwegisch hane
Isländisch hani
Schwedisch hane, tupp
In vielen europäischen Sprachen wurde das lateinisch Wort gallus übernommen, so z. B. in Italien (gallo), Portugal (galo), Spanien (gallo). In anderen Ländern entwickelten sich lautmalerische Wörter (aus dem Gegacker des Hahns: coco coco), so z. B. in England, (cock), Finnland (Kukko) und Frankreich (coq).

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Weiterführende Informationen zum Wort Hahn

Modellwortschatz

Das Wort Hahn gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.

Hinweise zum Wort

Bedeutung: Ein Hahn ist das männliche Haushuhn. Das Wort wird aber auch für verschiedene technische Geräte verwendet, aus denen Flüssigkeiten oder Gase herausfließen können.

a) männliches Haushuhn

b) Absperr- oder Auslassvorrichtung für Flüssigkeiten oder Gase

Beispielsatz: Der Hahn krähte schon vor Sonnenaufgang.

Dreh bitte den Wasserhahn zu!

Wortinfo: Wortart: Nomen, maskulin

Worttrennung: Hahn

Aussprache: [haːn]

Wortformen

Das Wort Hahn ist ein männliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Hahn die Hähne
2. Fall Genitiv des Hahnes / Hahns der Hähne
3. Fall Dativ dem Hahn den Hähnen
4. Fall Akkusativ den Hahn die Hähne



zu den Wortgeschichten Henne und Huhn
Weiterführende Informationen zum Grundwort Hahn
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Info - Hahn

zurück zur Wortgeschichte Hahn

Die Wörter Hahn und Henne gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Beide reichen bis in die germanische Zeit zurück. Den Ursprung vermuten die Sprachwissenschaftler noch viel früher in der indoeuropäischen Sprachfamilie. Auf dieser Seite erfährst du mehr über den Ursprung, die Bedeutung und die Vielfalt der Bedeutungen in den Wortbildungen mit den Nomen Hahn und Hähnchen.


Weiterführende Informationen zum Wort Hahn

Entstehung: ie. *kan- = singen, klingen, tönen
⇒ germ. *hanan- = Hahn, Sänger
⇒ ahd. hano, mhd. hane = Hahn
seit 8. Jh. Bezeichnung für männliches Huhn
seit 15. Jh. Technik: für Absperrvorrichtung (z. B. Gas-, Wasserhahn)
seit 16. Jh. Waffentechnik: für Vorrichtung an Schusswaffen
Bi-W-H Burg Reichenstein - Burgmuseum Konushahn.jpg

Der Hahn wurde wahrscheinlich nach seinem Krähen benannt. Das Wort gehört damit zu den Tiernamen, die auf einen charakteristischen Laut zurückgehen.

Die technische Bedeutung Wasserhahn entstand erst nach dem Mittelalter. Viele Zapfhähne wurden damals mit einer Hahnfigur geschmückt.

Interessantes:
Bi-W-H Paulin Trier, Wetterhahn H1.jpg
In vielen Kulturen gilt der Hahn als Symbol für Wachsamkeit und den Beginn des Tages. Auf Kirchtürmen findet man häufig einen Wetterhahn. Er erinnert zugleich an das Krähen des Hahnes am Beginn des Tages und zeigt zugleich die Windrichtung an.

Die weibliche Form zum Hahn ist die Henne. Beide Wörter bilden ein altes Wortpaar, ähnlich wie Stier und Kuh oder Widder und Schaf.

Wappentiere Der Hahn kommt auch in verschiedenen Wappen vor. Er findet sich in den Wappen von Städten, Firmen, Vereinen, Ländern usw. Häufig symbolisiert er Kampfbereitschaft, Wachsamkeit oder Verteidiger der Familie. Hier einige Orte aus Deutschland, die den Hahn in ihrem Städtewappen führen:
Auch international findes du den Hahn in vielen Städten als Wappentier. Hier einige Beispiele von europäischen Orten:
Wenn dich der Hahn als Wappentier interessiert, dann findest du im Internet auf der Seite wikimedia commons viele hundert weitere Beispiele. Die meisten Hähne kommen in Familienwappen vor, aber auch in Vereinenswappen, Ländern (z. B. Kenia) und selbst in der Olympiamannschaft von Frankreich.

Wortbildungen

Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Hahn. In den meisten Wortbildungen steht Hahn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hahn
1. Hahn als Tier
Auerhahn, Backhahn, Berghahn, Birkhahn, Brathahn, Bruderhahn, Fasanenhahn, Finkenhahn, Flughahn, Gickelhahn, Gockelhahn, Goldhahn, Hahn, Hahnen, Hahnenküken, Hahnium, Hahnwald, Haselhahn, Haushahn, Hüpfhahn, Junghahn, Kanarienhahn, Kapaun, Kapphahn, Kickelhahn, Knurrhahn, Lichtenhahn, Masthahn, Meerhahn, Pfauenhahn, Pfauhahn, Piephahn, Rehhahn, Seehahn, Straußenhahn, Truthahn, Truthahnschießen, Urhahn, Wildenhahn, Zuchthahn, ...
2. Hahn als Körpermerkmal
Hahnenbalken, Hahnenbrust, Hahnendorn, Hahnenfeder, Hahnenfuß, Hahnenfußgewächs, Hahnenhode, Hahnenhütchen, Hahnenkamm, Hahnenkammrennen, Hahnenklee, Hahnenschwanz, Hahnensporn, Hahnenstimme, Hahnentritt, Hahnentrittmuster, Hahnkeule, ...
3. Hahn als Verhaltenstyp
Hahnenbalz, Hahnenkampf, Hahnenschau, Hahnenwackel, Hahnrei, Kampfhahn, Platzhahn, Spielhahn, Streithahn, Zankhahn, ...
4. Hahn als Zeitanzeiger
Hahnenkräh, Hahnenkraht, Hahnenruf, Hahnenschrei, Hahnenwecker, ...
5. Hahn als Symboltier
Hahn roter Hahn, Tempelhahn, Turmhahn, Wetterhahn, Windhahn, ...
6. Hahn als technische Vorrichtung
Abflusshahn, Ablasshahn, Absperrhahn, Abstellhahn, Ausflusshahn, Auslasshahn, Benzinhahn, Bierhahn, Dreiwegehahn, Einhebelhahn, Einweghahn, Fasshahn, Gashahn, Hahnenwasser, Haupthahn, Kippenhahn, Kraftstoffhahn, Leitungshahn, Mehrwegehahn, Messinghahn, Nickelhahn, Nothahn, Ölhahn, Quetschhahn, Regulierhahn, Schwenkhahn, Sperrhahn, Spundhahn, Streichhahn, Süßhahn, Tautenhahn, Uhrhahn, Vierwegehahn, Warmwasserhahn, Wasserhahn, Zapfhahn, Zweiwegehahn, Zwickelhahn, ...
7. Hahn als Teil von Waffen und Geräten
Abzugshahn, Gewehrhahn, Revolverhahn, Schnapphahn, ...
8. Hahn in übertragenen Bedeutungen
Geldhahn (manchmal auch als Finanzhahn, Kredithahn, Zinshahn bezeichnet), ...

Nicht ganz so oft kommt das Nomen Hähnchen in Wortbildungen vor. Hier dominiert das Wort als Erstglied. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hähne, Hänchen
1. Hähnchen als Geflügel und Jungtier
Backhähnchen, Brathähnchen, Grillhähnchen, Hähnchen, Masthähnchen, Tiefkühlhähnchen
2. Hähnchen als Nahrungsmittel
Hähnchenbraten, Hähnchenbrühe, Hähnchenbrust, Hähnchenfilet, Hähnchenfleisch, Hähnchenflügel, Hähnchenhack, Hähnchenkeule, Hähnchenschenkel, Hähnchenschnitzel, Hähnchenspieß, Hähnchenteil
3. Hähnchen in Zucht, Haltung und Vermarktung
Hähnchenkrise, Hähnchenmast, Hähnchenmäster, Hähnchenschlachterei, Hähnchenschlachtung
4. „-hähnchen“ als Tiername
Getreidehähnchen, Goldhähnchen, Lilienhähnchen, Spargelhähnchen, ,

Redensarten und Sprichwörter mit „Hahn“

Der Hahn als stolzes und selbstbewusstes Tier

Der Hahn fällt durch seinen roten Kamm, sein buntes Gefieder und sein selbstbewusstes Auftreten auf. Er verteidigt sein Revier und zeigt den Hennen seine Stärke. Deshalb steht der Hahn in vielen Redensarten für Stolz, Selbstbewusstsein und manchmal auch für Überheblichkeit.

  • stolz wie ein Hahn sein
  • sich aufplustern wie ein Hahn
  • wie ein Hahn auf dem Mist auftreten
  • jeder Hahn ist König auf seinem Mist
  • der Hahn denkt, die Sonne gehe seinetwegen auf
  • wie ein Hahn im Korb sein

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die selbstbewusst auftreten, sich wichtigmachen oder ihre eigene Bedeutung überschätzen.

Der Hahn als Wächter des Tages

Schon lange bevor es Wecker gab, kündigte der Hahn mit seinem Krähen den neuen Tag an. Deshalb wurde er zum Symbol für den frühen Morgen.

  • mit dem Hahn aufstehen
  • früh wie ein Hahn auf den Beinen sein
  • mit den Hühnern schlafen gehen und mit dem Hahn aufstehen

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die früh schlafen gehen oder sehr früh aufstehen.

Der Hahn als Zeichen für Interesse oder Gleichgültigkeit

Der Hahn macht durch sein Krähen auf sich aufmerksam. Wenn aber „kein Hahn danach kräht“, interessiert sich niemand für eine Sache.

  • danach kräht kein Hahn
  • kein Hahn kräht danach
  • da wird kein Hahn nach krähen

Bedeutung: Niemand interessiert sich für etwas oder schenkt ihm Beachtung.

Der Hahn als Symbol für Feuer

Früher bezeichnete man ein Feuer oft als „roten Hahn“. Die Flammen erinnerten an den roten Hahnenkamm.

  • den roten Hahn aufs Dach setzen
  • der rote Hahn kräht auf dem Dach
  • den roten Hahn aufsteigen lassen
  • den roten Hahn reiten lassen

Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf Feuer, Brände oder Brandstiftung.

Der Hahn in Religion und Bauernregeln

Der Hahn spielt auch in der christlichen Tradition und im Volksglauben eine Rolle.

  • ehe der Hahn kräht
  • der Hahn kräht dreimal
  • wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist

Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf religiöse Erzählungen oder auf Beobachtungen des Wetters.

Zusammenfassung

Die meisten Redensarten mit Hahn beziehen sich auf:

  1. Stolz und Selbstbewusstsein
  2. den Beginn des Tages
  3. Interesse oder Gleichgültigkeit
  4. Feuer und Brände
  5. Religion und Volksglauben

Der Hahn erscheint in der Sprache meist als auffälliges, selbstbewusstes und weithin hörbares Tier.


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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Übersetzungen: Dänisch, Englisch, Französisch, Finnisch, Isländisch, Italienisch, Latein, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch



zu den Wortgeschichten Henne und Huhn
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Henne

Eine Henne ist das weibliche Haushuhn. Sie legt Eier und zieht ihre Küken auf.


Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet.
Herr Alt Das Wort Henne gab es schon im Althochdeutschen als henna. Es gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Die Wörter Hahn und Henne bilden seit vielen Jahrhunderten ein Wortpaar für die männlichen und weiblichen Tiere des Haushuhns.
Frau Fremd In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen:
Land Sprache
Dänisch høne
Englisch hen
Niederländisch hen
Norwegisch høne
Schwedisch höna

Hinweise zum Wort Henne

Bedeutung: Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet.
Beispielsatz: Die Henne führte ihre Küken über den Bauernhof.
Wortinfo: Wortart: Nomen, feminin

Worttrennung: Hen·ne

Aussprache: [ˈhɛnə]

Wortformen

Das Wort Henne ist ein weibliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Henne die Hennen
2. Fall Genitiv der Henne der Hennen
3. Fall Dativ der Henne den Hennen
4. Fall Akkusativ die Henne die Hennen



zu den Wortgeschichten Hahn und Huhn
Weiterführende Informationen zum Grundwort Henne
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Info - Henne

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Die Wörter Henne und Hahn gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Sie bilden ein altes Wortpaar für die weiblichen und männlichen Tiere des Haushuhns.


Weiterführende Informationen zum Wort Henne

Entstehung: ie. *kan- = singen, tönen, rufen
⇒ germ. *hanjō = Henne
⇒ ahd. henna, mhd. henne = weibliches Haushuhn

Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich gehört es zur gleichen alten Wortfamilie wie Hahn.

Wortbildungen: Gluckhenne, Legehenne, Bruthenne, Haushenne, Hennenfeder, Hennenstall
Ableitungen: hennenartig, Hennenhaltung, Hühnerhenne
Interessantes: Die Henne ist eines der wichtigsten Nutztiere des Menschen. Sie liefert Eier und wird seit mehreren tausend Jahren gehalten.

Die Henne legt auch dann Eier, wenn kein Hahn vorhanden ist. Aus diesen Eiern können jedoch keine Küken schlüpfen.

Zusammen mit Hahn bildet Henne ein sogenanntes Movierungspaar, also ein Wortpaar zur Kennzeichnung männlicher und weiblicher Tiere.

Wortbildungen

Es gibt einige wenige Wortbildungen mit dem Nomen Henne. In den Wortbildungen steht Henne (von wenigen Ausnahmen abgesehen) als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Henne
1. Henne als weibliches Tier
Henne, Junghenne
2. Henne als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Nutzung)
Brathenne, Hennenhaltung, Käfighenne, Legehenne, Legehennenanlage, Legehennenfarm, Legehennenfutter, Legehennenhaltung, Legehennenkäfig, ...
3. Henne als Muttertier (Brüten, Kükenaufzucht)
Bruthenne, Gluckhenne, Hennenküken, ...
4. Henne als besondere oder auffällige Henne
Fettenhenne, Fetthenne, Krampfhenne, Maschennetzhenne, ...
5. Henne als Bezeichnung anderer Tierarten
Auerhenne, Birkhenne, Fasanenhenne, Pfauenhenne, Pfauhenne, Puthenne, Putthenne, Truthenne, ...

Redensarten und Sprichwörter mit „Henne“

Die Henne als Mutter

Hennen beschützen ihre Küken und wärmen sie unter ihren Flügeln. Deshalb stehen sie oft für Fürsorge und manchmal auch für Überfürsorge.

  • wie eine Glucke auf ihre Küken aufpassen
  • eine Glucke sein
  • sich benehmen wie eine Glucke
  • jemanden unter die Flügel nehmen

Bedeutung: Sich besonders fürsorglich um andere kümmern.

Die Henne als Eierlegerin

Hennen legen Eier und sichern damit den Fortbestand ihrer Art. Deshalb entstanden Redensarten über Ursprung, Reichtum und Glück.

  • Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?
  • die Henne, die goldene Eier legt
  • man soll die Henne nicht schlachten, die die Eier legt
  • auch die blindeste Henne findet einmal ein Korn

Bedeutung: Fragen nach dem Ursprung, dauerhafter Nutzen oder unerwartetes Glück.

Die Henne als gackerndes Tier

Hennen machen oft lautstark auf sich aufmerksam. Daraus entstanden Redensarten über Unruhe und viel Gerede.

  • gackern wie eine Henne
  • ein Gegacker wie im Hühnerstall
  • herumlaufen wie eine aufgescheuchte Henne

Bedeutung: Lautes Reden, Aufregung oder hektisches Verhalten.

Die Henne als ängstliches Tier

Hennen reagieren schnell auf Gefahren und suchen Schutz.

  • ängstlich wie eine Henne sein
  • sich verkriechen wie eine Henne

Bedeutung: Vorsichtig, schreckhaft oder furchtsam sein.

Zusammenfassung

Die meisten Redensarten mit Henne beziehen sich auf drei Dinge:

  1. das Eierlegen,
  2. das Beschützen der Küken,
  3. das Gackern und aufgeregte Verhalten.

Beim Hahn stehen dagegen meist Stolz, Macht und der morgendliche Hahnenschrei im Mittelpunkt. Henne und Hahn ergänzen sich also auch in den Redensarten: Die Henne steht eher für Fürsorge und Alltag, der Hahn eher für Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit.


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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Goethe, Grimm, Krünitz, WWb), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)


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Huhn

Ein Huhn ist ein Haustier, das Eier legt und vom Menschen seit vielen tausend Jahren gehalten wird.


Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Huhn bezeichnet heute meist das Haushuhn. Genau genommen umfasst das Wort sowohl den Hahn als auch die Henne. Oft wird das Wort aber auch speziell für die Henne verwendet.
Herr Alt Das Wort Huhn ist sehr alt. Schon im Althochdeutschen gab es die Form huon. Die Sprachwissenschaftler vermuten, dass das Wort ursprünglich ein junges Tier bezeichnete. Erst später wurde daraus die allgemeine Bezeichnung für das Haushuhn.
Frau Fremd In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen:
Land Sprache
Dänisch høne
Isländisch hæna
Niederländisch hoen
Norwegisch høne
Schwedisch höns

Hinweise zum Wort Huhn

Bedeutung: a) Haushuhn als Tierart

b) Sammelbezeichnung für Hahn und Henne

Beispielsatz: Das Huhn scharrte auf dem Hof nach Körnern.
Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum

Worttrennung: Huhn

Aussprache: [huːn]

Wortformen

Das Wort Huhn ist ein sächliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Huhn die Hühner
2. Fall Genitiv des Huhnes / Huhns der Hühner
3. Fall Dativ dem Huhn den Hühnern
4. Fall Akkusativ das Huhn die Hühner



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Info - Huhn

zurück zur Wortgeschichte Huhn

Das Wort Huhn gehört zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Es bezeichnet die gesamte Tierart, zu der Hahn und Henne gehören.


Weiterführende Informationen zum Wort Huhn

Entstehung: urgerm. *hōna-, *hūna- = Huhn
⇒ ahd. huon = Huhn
⇒ mhd. huon = Huhn
⇒ nhd. Huhn

Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise bezeichnete das Wort ursprünglich ein junges Tier oder Küken.

Das Wort Huhn ist mit niederländisch hoen, englisch hen und schwedisch höna verwandt.

Interessantes: Das Haushuhn gehört zu den ältesten Nutztieren des Menschen. Es stammt vom Bankivahuhn aus Südostasien ab und wird seit mehreren tausend Jahren gezüchtet.

Sprachlich interessant ist die Beziehung zwischen Huhn, Hahn und Henne:

  • Huhn bezeichnet die gesamte Tierart.
  • Hahn bezeichnet das männliche Tier.
  • Henne bezeichnet das weibliche Tier.

Die Redewendung wie die Hühner auf der Stange sitzen beschreibt Menschen, die dicht gedrängt nebeneinandersitzen.


Wortbildungen

Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Huhn. In den Wortbildungen steht Huhn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Huhn
1. Huhn als Tierart (Haus- und Wildhühner)
Bankivahuhn, Bantamhuhn, Brahmahuhn, Haubenhuhn, Haushuhn, Italienerhuhn, Kammhuhn, Kotschinchinahuhn, Lachshuhn, Schopfhuhn, Seidenhuhn, Weißhuhn, Zigeunerhuhn, Zwerghuhn, ...
2. Huhn als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Landwirtschaft)
Batteriehuhn, Freilandhuhn, Hybridhuhn, Käfighuhn, Kampfhuhn, Landhuhn, Landhuhnrasse, Legehuhn, Masthuhn, Masthuhn, Rassehuhn, Stallhuhn, Zwienutzungshuhn, ...
3. Huhn als Lebensmittel
Backhuhn, Brathuhn, Curryhuhn, Paprikahuhn, Perlhuhnbrust, Suppenhuhn, ...
4. Huhn als Bezeichnung anderer Vogelarten
Auerhuhn, Binsenhuhn, Birkhuhn, Blässhuhn, Blesshuhn, Brahmaputrahuhn, Feldhuhn, Felsenhuhn, Flughuhn, Gabelhuhn, Großfußhuhn, Haselhuhn, Hokkohuhn, Königshuhn, Moorhuhn, Perlhuhn, Präriehuhn, Purpurhuhn, Puthuhn, Rackelhuhn, Raufußhuhn, Rebhuhn, Rothuhn, Satyrhuhn, Schneehuhn, Steinhuhn, Steißhuhn, Steppenhuhn, Sultanshuhn, Sumpfhuhn, Teichhuhn, Truthuhn, Waldhuhn, Wasserhuhn, Wildhuhn, ...
5. Huhn als übertragene oder besondere Benennung
Gummihuhn, Leichenhuhn, Unglückshuhn, ...

Deutlich häufiger kommt die Pluralform mit Umlaut, Hühner, in Wortbildungen vor. In der Wortbildung kommt die Pluralform (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nur als Erstglied vor. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hühner
1. Hühner als Tiere (Körperteile, Krankheiten, Verhalten)
Hühnerbein, Hühnerbiss, hühnerblind, Hühnerblut, Hühnerdarm, Hühnerdreck, Hühnerdung, Hühnerei, hühnereigroß, Hühnereiweiß, Hühnerfeder, Hühnergackern, Hühnergelege, Hühnergrind, Hühnergrippe, Hühnerhaufen, Hühnerkacke, Hühnerkadaver, Hühnerkamm, Hühnerkopf, Hühnerkot, Hühnerkralle, Hühnerküken, Hühnermist, Hühnerpest, Hühnerschar, Hühnerscheiße, Hühnervolk, ...
2. Hühnerhaltung, Zucht und Landwirtschaft
Hühnerbaron, Hühnerbestand, Hühnerdieb, Hühnerfabrik, Hühnerfarm, Hühnerfutter, Hühnerhalter, Hühnerhaltung, Hühnerjagd, Hühnermast, Hühnerproduktion, Hühnerrasse, Hühnerschlachtung, Hühnerzucht, Hühnerzüchter, ...
3. Hühner als Lebensmittel
Hühnerbouillon, Hühnerbraten, Hühnerbrühe, Hühnerbrust, Hühnerfilet, Hühnerfleisch, Hühnerfrikassee, Hühnergericht, Hühnerkeule, Hühnerklein, Hühnerkoch, Hühnerleber, Hühnerpaste, Hühnerragout, Hühnersalat, Hühnerschlegel, Hühnerschnitzel, Hühnerspieß, Hühnersuppe, ...
4. Hühner als Lebensraum und Ausstattung
Hühnergehege, Hühnerhaus, Hühnerhof, Hühnerkäfig, Hühnerlatte, Hühnernest, Hühnerstall, Hühnerstange, Hühnersteige, Hühnertreppe, Hühnerzwinger, ...
5. Hühner als andere Tier- oder Pflanzennamen
Hühnerfloh, Hühnergans, Hühnerhabicht, Hühnerlaus, Hühnervogel, ...
6. Hühner in übertragenen oder bildlichen Benennungen
Hühnerauge, Hühneraugenpflaster, Hühnerbeige, Hühnerbucht, Hühnergott, Hühnerhaut, Hühner-KZ, Hühnerleid, Hühnermädchen, Hühnerposten, ...

Redensarten und Sprichwörter mit „Huhn“

Das Huhn als ängstliches und schreckhaftes Tier

Hühner reagieren schnell auf ungewohnte Geräusche oder Gefahren. Deshalb stehen sie in vielen Redensarten für Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit.

  • herumlaufen wie ein aufgescheuchtes Huhn
  • wie ein kopfloses Huhn herumlaufen
  • dastehen wie das Huhn vorm Messer
  • wie ein nasses Huhn aussehen

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die hektisch, ratlos, verängstigt oder hilflos wirken.

Das Huhn als Bewohner des Hühnerstalls

In einem Hühnerstall geht es oft laut und lebhaft zu. Viele Hühner laufen durcheinander und machen Geräusche.

  • wie im Hühnerstall
  • ein Hühnerhaufen sein
  • ein Gegacker wie im Hühnerstall

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Unordnung, Lärm und durcheinanderes Verhalten.

Das Huhn als Symbol für geringe Klugheit

Hühner gelten im Volksglauben nicht als besonders kluge Tiere. Deshalb entstanden einige Redensarten über Vergesslichkeit oder mangelndes Nachdenken.

  • ein Hühnerhirn haben
  • ein dummes Huhn sein
  • hirnlos wie ein Huhn

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die unüberlegt handeln oder als wenig klug gelten.

Das Huhn als Eierleger

Hühner liefern Eier und waren früher für viele Familien besonders wertvoll. Deshalb entstanden Redensarten über Glück, Gewinn und Vorsicht.

  • auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn
  • das Huhn schlachten, das die goldenen Eier legt
  • man soll die Hühner nicht zählen, bevor sie ausgeschlüpft sind
  • lieber ein Ei heute als ein Huhn morgen

Bedeutung: Die Redensarten handeln von Glück, Nutzen, Geduld und vernünftigem Handeln.

Das Huhn als Symbol für das Unmögliche

Manche Sprichwörter beschreiben etwas, das niemals eintreten wird.

  • wenn die Hühner Zähne hätten

Bedeutung: Etwas ist äußerst unwahrscheinlich oder praktisch unmöglich.

Zusammenfassung

Die meisten Redensarten mit Huhn beziehen sich auf:

  1. Angst und Unsicherheit
  2. Lärm und Unordnung
  3. Dummheit oder Gedankenlosigkeit
  4. Eier, Glück und Nutzen
  5. Unwahrscheinliche Ereignisse

Das Huhn erscheint in der Sprache meist als einfaches Haustier des Alltags. Viele Redensarten spiegeln Beobachtungen wider, die Menschen über Jahrhunderte auf Bauernhöfen gemacht haben.

Gemeinsam betrachtet zeigen die Redensarten ein interessantes Bild:

  • Der Hahn steht für Stolz, Macht und Aufmerksamkeit.
  • Die Henne steht für Fürsorge, Eier und Schutz.
  • Das Huhn steht für Alltag, Angst, Unordnung und Lebenserfahrung.

So ergänzen sich Hahn, Henne und Huhn in der deutschen Sprache zu einem ganzen Netz von Bildern und Vorstellungen.

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Hai

Ein Hai ist ein großer Raubfisch, der in allen Meeren der Erde lebt. Das Wort schreiben wir mit <ai>. Diese ungewöhnliche Schreibung stammt wahrscheinlich aus einer nordischen Sprache.


Warum schreibt man Hai mit ai, obwohl man doch ein ei hört?
H. G., Klasse 3, Köln


Diskussion

Frau Laut Das ist eine sehr kluge Frage. Wir hören ei und schreiben <ai>. Es gibt einige Wörter, die wir etwas anders schreiben, als wir es zunächst vermuten. Oft sind es ganz alte Wörter, die ihre Schreibung nie geändert haben, obwohl wir sie heute anders sprechen. Diese Wörter kann uns meist Herr Alt erklären. Es gibt aber auch Wörter, die wir aus anderen Sprachen übernommen haben. Hierfür ist Frau Fremd zuständig. Also liebe Kollegen, können Sie die Frage beantworten?
Herr Alt Es kann sein, dass dies ein sehr altes Wort ist. In meinen alten Wörterbüchern habe ich aber keinen Hai gefunden. In meinen alten Wörterbüchern habe ich Formen gefunden, die auf nordische Sprachen zurückgehen. Liebe Frau Fremd: Wissen Sie woher das Wort kommt?
Frau Fremd Wahrscheinlich haben wir das Wort aus dem Niederländischen übernommen. Die Niederländer waren früher berühmte Seefahrer. Dort heißt der Fisch haai. Noch ältere verwandte Wörter finden wir in Island. Vermutlich bezeichnete das Wort ursprünglich einen Haken oder Pflock. Die spitze Rückenflosse eines Hais erinnert tatsächlich ein wenig an einen Haken.
Herr Wort Der Hai ist ein Raubfisch. In Wortzusammensetzungen wird das Wort Hai manchmal auch übertragen verwendet. Dann meint es einen Menschen, der andere ausnutzt:
Wer andere mit überhöhten Zinsen für Kredite ausraubt, den nennt man Kredithai.
Wer Menschen mit zu hohen Mieten belastet, wird manchmal Miethai genannt.
Ein Finanzhai ist jemand, der andere zu riskanten Geldgeschäften verleitet.
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Weiterführende Informationen

Modellwortschatz

Das Wort Hai gehört zum Modellwortschatz.

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.

Hinweise zum Wort Hai

Bedeutung: a) großer Raubfisch der Meere

b) übertragen: rücksichtsloser Mensch

Beispielsatz: Der Hai schwamm ruhig durch das Wasser.
Wortinfo: Wortart: Nomen, maskulin, der Hai

Worttrennung: -

Aussprache: [haɪ̯]

Wortformen

Das Wort Hai ist ein männliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Hai die Haie
2. Fall Genitiv des Hais der Haie
3. Fall Dativ dem Hai den Haien
4. Fall Akkusativ den Hai die Haie

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Weiterführende Informationen zum Grundwort Hai
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Info - Hai

Das Wort Hai wurde vermutlich aus dem Niederländischen übernommen. Seine weitere Herkunft führt wahrscheinlich in den nordgermanischen Sprachraum. Die Schreibung mit <ai> erklärt sich dadurch, dass das Wort kein ursprünglich deutsches Erbwort ist.


Weiterführende Informationen zum Wort Hai

Modellwortschatz

Das Wort Hai gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite).

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.

Herkunft

Entstehung: ie. *k̑ā̌k-, *k̑ank- = Ast, Zweig, Pflock
⇒ germ. *hanh- = spitzer Pflock, Holznagel
⇒ nordgerm. hár = Pflock, Dolle
⇒ isl. hár = Dolle, Hai
⇒ nl. haai = Hai
⇒ dt. Hai

Wortgeschichte

Bi-W-H Hai Keipen.jpg

Aus dem germ. *hanh = spitzer Holzpflock entwickelte sich im isländischen hár die Doppelbedeutung Pflock, Dolle und Hai. Die Dolle ist die Halterung in der die Ruderblätter beim Ruderboot eingehängt werden. Diese Dolle war früher aus Holz und sah im Mittelalter bei den Wikingern noch ganz anders aus als bei uns heute. Schau dir einmal das Bild rechts an. Es zeigt die Keipe (so hieß die Dolle bei den Wikingern) eines Wikingerbootes. Und diese Keipe hat schon sehr viel Ähnlichkeit mit der Rückenflosse eines Hais. So ist diese Doppelbedeutung entstanden.

Die Niederländer waren über Jahrhunderte eine große Seefahrernation. Dort ist das nordische har bzw. haj bereits seit Mitte des 15. Jh. belegt (mnl. hay, nl. haai). Im deutschsprachigen Raum wurde das Wort aus den Niederlanden übernommen, zunächst Hay, später Hai. In Reiseberichten ist es seit Mitte des 17. Jh. belegt.

Wortbildungen

Wörterliste, Beispiele

Das Grundwort Hai kommt in vielen Wortbildungen vor. Besonders häufig sind Bezeichnungen einzelner Haiarten (Hai als Letztglied). Von den über 700 bekannten Haiarten enthalten rd. 500 Namen das Wort Hai. die folgende Tabelle enthält einige Beispiele, die zum größten Teil auch in Online-Wörterbüchern aufgeführt werden.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hai
Erstglied: Haiangriff, Haifisch, Haifischbecken, Haifischflosse, Haifischflossensuppe, Haifischgebiss, Haifischhaut, Haifischmaul, Haifischmeer, Haifischteich, Haifischzahn, ...
Letztglied: Ammenhai, Blauhai, Borneohai, Breitflossenhai, Bronzehai, Bullenhai, Dolchnasenhai, Dornhai, Eishai, Feinzahnhai, Fleckzahnhai, Galapagoshai, Gangeshai, Glatthai, Großnasenhai, Hammerhai, Hartnasenhai, Heringshai, Hornhai, Katzenhai, Koboldhai, Krokodilshai, Küstenhai, Lachshai, Menschenhai, Milchhai, Nasenhai, Pondicherryhai, Riesenhai, Riesenmaulhai, Sandbankhai, Sandtigerhai, Schildzahnhai, Schlafhai, Schlitzaugenhai, Schwarzfleckhai, Schwarzhai, Schwarznasenhai, Schweinsaugenhai, Seidenhai, Silberspitzenhai, Spatennasenhai, Speerzahnhai, Stachelhai, Stierkopfhai, Tigerhai, Urhai, Walbuchthai, Walhai, Weißnasenhai, Weißwangenhai, Zitronenhai, ...

Bedeutungsgruppen

Die Namen der meisten Haie, die das Grundwort enthalten, können in fünf Bedeutungsgruppen geordnet werden. Somit ist diese Bezeichnung der Haie ein gutes Beispiel dafür, wie Tiere einer größeren Gruppe in der Biologie (deutsche Namen) benannt werden.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hai
1. Körpermerkmale
Benennung nach Körperteilen, Form, Größe oder besonderen Merkmalen.
Beispiele: Breitflossenhai, Hammerhai, Großnasenhai, Riesenmaulhai, Speerzahnhai, Weißwangenhai
2. Farbe oder Lebensraum
Benennung nach Färbung oder Lebensraum.
Beispiele: Blauhai, Bronzehai, Küstenhai, Sandbankhai, Eishai
3. Ähnlichkeit mit anderen Tieren
Benennung nach Ähnlichkeiten zu anderen Tieren.
Beispiele: Bullenhai, Katzenhai, Krokodilshai, Tigerhai, Walhai
4. Geografische Herkunft
Beispiele: Borneohai, Galapagoshai, Gangeshai, Pondicherryhai
5. Sonstige zoologische Benennungen
Beispiele: Ammenhai, Koboldhai, Milchhai, Schlafhai, Urhai

Hai in übertragener Bedeutung

Der Name Hai wird auch als Bild für einen rücksichtslosen Menschen verwendet. Hier ist der Hai als ein räuberischer Fisch der Namensgeber.

Der Gebrauch des Wortes Hai in übertragener Bedeutung
Grundwort Kurze Erläuterung
Finanzhai Person, die andere im Finanzbereich rücksichtslos ausnutzt
Geldhai besonders habgieriger Mensch
Immobilienhai Person oder Unternehmen, das auf dem Immobilienmarkt andere ausnutzt
Kredithai Person oder Firma, die Kredite zu unfairen Bedingungen vergibt
Miethai Vermieter, der Mieter ausnutzt
Wohnungshai Person oder Unternehmen, das Wohnungssuchende benachteiligt

Redensarten

Das Wort Hai kommt nur sehr selten in Redensarten vor. Häufiger wird es in Vergleichen und in übertragener Bedeutungen verwendet.

Redensart / Mehrwortausdruck Kurze Beschreibung
ein großer Hai in der Finanzwelt eine besonders mächtige, einflussreiche oder wohlhabende Person im Finanzwesen; oft mit dem Beiklang von Rücksichtslosigkeit oder Gewinnsucht
unter Haien schwimmen sich in einer Umgebung bewegen, in der starke Konkurrenz herrscht und man ständig auf der Hut sein muss
ein Hai im Geschäftsleben ein rücksichtsloser, durchsetzungsstarker Geschäftsmann oder Unternehmer, der vor allem auf den eigenen Vorteil bedacht ist
„Haie sind besser als ihr Ruf.“ Hinweis darauf, dass Haie oft als gefährliche Monster gelten, tatsächlich aber meist weniger gefährlich sind als allgemein angenommen; häufig auch übertragen verwendet, um Vorurteile zu hinterfragen
sich unter die Haie wagen sich bewusst in eine schwierige oder konkurrenzbetonte Situation begeben, in der man mit mächtigen oder skrupellosen Personen zu tun hat

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Belege/Quellen

Sprache: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden-online, Wörterbuchnetz hier vor allem BDO, Grimm, Goethe);

Wissen: Wikipedia: Haie, Systematik, Bilder/Audio/Video; Hai-Stiftung

Kinder: MiniKlexikon, Klexikon, PanaClub; Kindernetzt: SWR Kindernetz, Weißer Hai, Bambushai; Naturdetektive: Naturdetektive: Haie, Hammerhai, Katzenhai, Makohaie, Walhaie, Weißer Hai



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abhauen

{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>


Wenn jemand abhaut (verschwindet), wird er dann gehauen ?
Johann, Klasse 2, Bremerhaven

Diskussion

Herr Wort Wenn früher ein Ritter in Gefahr geriet, dann trieb er sein Pferd mit kräftigen Schlägen an (er haute das Pferd), um möglichst schnell der Gefahr zu entkommen. So entstand in der Soldatensprache das Wort abhauen. Auch heute noch wird es in der Bedeutung von schnell weglaufen, verschwinden, sich davon machen verwendet, auch wenn dabei keiner mehr gehauen wird oder auf einem Pferd sitzt.
Herr Alt Lieber Herr Wort, das ist eine sehr schöne Geschichte. Daran können sich Kinder sehr schön die Bedeutung weglaufen für das Verb abhauen merken. Allerdings stimmt die Geschichte nicht ganz.

Zunächst: Das Verb abhauen gab es schon im Mittelalter. Damals hieß es abahouwan. Aus aba ist die Vorsilbe ab- geworden und aus houwan das Verb hauen. Das alte Verb hatte die Bedeutung abschlagen, abschneiden oder abhacken.

In den Mundarten, die in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen werden bedeutete hauen vor allem gehen, laufen, treten. Von diesem oberdeutschen Wort ist die Bedeutung weglaufen, verschwinden für das Verb abhauen vor rund einhundert Jahren in die Umgangssprache übernommen worden.

Herr Wort Wenn du mehr zum Verb hauen wissen möchtest so findest du interessante Hinweise auf der Wörterseite hauen.
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Weiterführende Informationen

Hinweise zum Verb abhauen

Bedeutung: 1. etwas abschlagen, abtrennen

2. umgangssprachlich: sich (heimlich) davonmachen, verschwinden

Beispielsatz: 1. Er hieb den vertrockneten Ast mit der Axt vom Baum ab.

2. Als er mich sah haute er ganz schnell ab.

Wortinfo: Wortart: Verb, Vorsilbe: ab-, Grundwort: hauen

Worttrennung: ab-hau-en

Aussprache: [ˈapˌhaʊ̯ən]

Wortformen

Das Wort abhauen ist ein Verb, dass aus der Vorsilbe (Präfix) ab- und dem Grundwort hauen zusammengesetzt ist. Es gibt zwei Bedeutungen: 1. etwas abtrennen und 2. verschwinden, weglaufen. In der ersten Bedeutung werden die Wortformen unregelmäßig gebildet (starkes Verb) und in der 2. Bedeutung regelmäßig (schwaches Verb).

1. Grundform: abhauen, Vergangenheit (Partizip II): abgehauen, Hilfsverb: haben

abhauen = abschlagen

Hilfsverb: haben

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt) sein

Einzahl

(Singular)

1. Person ich haue ab ich hieb ab ich habe abgehauen
2. Person du haust ab du hiebst ab du hast abgehauen
3. Person er/sie/es haut ab er/sie/es hieb ab er/sie/es hat abgehauen
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir hauen ab wir hieben ab wir haben abgehauen
2. Person ihr haut ab ihr hiebt ab ihr habt abgehauen
3. Person sie hauen ab sie hieben ab sie haben abgehauen

2. Grundform: abhauen, Vergangenheit (Partizip II): abgehauen, Hilfsverb: sein

Im süddeutschen Sprachraum werden die Wortformen regelhaft gebildet. Diese Wortformen wurden auch in die hochdeutschen Umgangssprache für die Bedeutung weglaufen, verschwinden übernommen.

abhauen = weglaufen

Hilfsverb: sein

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt) sein

Einzahl

(Singular)

1. Person ich haue ab ich haute ab ich bin abgehauen
2. Person du haust ab du hautest ab du bist abgehauen
3. Person er/sie/es haut ab er/sie/es haute ab er/sie/es ist abgehauen
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir hauen wir hauten wir sind abgehauen
2. Person ihr haut ab ihr hautet ihr seid abgehauen
3. Person sie hauen ab hauten ab sie sind abgehauen

Interessantes

Vielleicht kennst du das Wort Gassenhauer. Das ist ein Schlager der sehr bekannt und weit verbreitet ist. Ein Lied dass auf allen Straßen und in allen Gassen gesungen wird. Die Gasse war früher der unbefestigte Weg innerhalb einer Stadt. Die Straße hingegen der Weg von einem Ort zum anderen. Im zweiten Wortteil von Gassenhauer findest du das oberdeutsche Wort hauen in der Bedeutung gehen, laufen wieder.

Wer also durch die Gassen einer Stadt ging und dabei ein allen bekanntes Lied sang, der sang einen Gassenhauer. Dieses Wort wurde später in der Umgangssprache weitgehend vom Nomen Schlager' verdrängt.

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Weiterführende Informationen zum Grundwort abhauen
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