NoSoSt Entwicklung 2: Unterschied zwischen den Versionen

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|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| ahd. emiʒ, = immerwährend, häufig, eifrig, Adverb: ahd. emiʒʒēn
| ie. *omə-, *amə- = vorgehen, festmachen, bekräftigen u.a.
 
:germ. *amita-, *amitaz = beständig
Ableitungen: emiʒlīh = beständig, beharrlich, eifrig, mhd. emʒlīche, frühnhd. emslich
::ahd. emiʒ, = immerwährend, häufig, eifrig, Adverb: ahd. emiʒʒēn
 
:::Ableitungen: emiʒlīh = beständig, beharrlich, eifrig, mhd. emʒlīche, frühnhd. emslich
sehr früh schon mit der Endung ''-ig'': ahd. emiʒʒīg, emeʒʒīg, mhd. emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
::sehr früh schon mit der Endung ''-ig'': ahd. emiʒʒīg, emeʒʒīg, mhd. emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
 
:::ahd. emizzigôn, mhd. emzigen. abl. vorwiegend im obd. = sich fortgesetzt, unermüdlich mit etwas beschäftigen
ahd. emizzigôn, mhd. emzigen. abl. vorwiegend im obd. = sich fortgesetzt, unermüdlich mit etwas beschäftigen


zwischen dem 17. und 19. Jh. ist auch die Schreibweise ''ämsig'' zu finden
zwischen dem 17. und 19. Jh. ist auch die Schreibweise ''ämsig'' zu finden
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'''Frieden oder Krieg'''  
'''Frieden oder Krieg'''  


Das kleine Wörtchen Friede kann im Unterricht vielseitig verwendet werden, um ganz unterschiedliche Diskussionen anzuregen. Wie ist die Wirklichkeit in den Ländern Europas und der Welt? In welchen Ländern Europas herrscht Krieg und in welchen Ländern dominiert das friedliche miteinander? Leben wir nicht doch über alle Staaten hinweg in einer friedlichen Welt? Worüber wird aber mehr gesprochen und geschrieben? Was macht das mit uns? Werden hier eher die Ängste oder das friedliche Miteinander (die viel größere Realität) angesprochen. Leben wir mit Personen, die aus anderen Ländern, die zu uns gekommen sind nicht in der überwiegenden Mehrheit friedlich miteinander? Wie aber ist der Eindruck, der uns durch die Presse und dem Internet vermittelt werden?  
Das kleine Wörtchen Friede kann im Unterricht vielseitig verwendet werden, um ganz unterschiedliche Diskussionen anzuregen. Wie ist die Wirklichkeit in den Ländern Europas und der Welt? In welchen Ländern Europas herrscht Krieg und in welchen Ländern dominiert das friedliche miteinander? Leben wir nicht doch über alle Staaten hinweg in einer friedlichen Welt? Worüber wird aber mehr gesprochen und geschrieben? Was macht das mit uns? Werden hier eher die Ängste oder das friedliche Miteinander (die viel größere Realität) angesprochen. Leben wir mit Personen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, nicht in der überwiegenden Mehrheit friedlich miteinander? Wie aber ist der Eindruck, der uns durch die Presse und durch das Internet vermittelt werden?  


Interessant ist das Gegensatzpaar Krieg und Frieden. „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.“, heißt ein Spruch unter Journalisten. Wie sieht es aus, wenn wir Texte in einer örtlichen Tageszeitung oder die Nachrichten in den verschiedenen TV-Sendern auswerten? Wie häufig kommt der Begriff ''Friede'' vor und wie oft werden Wortbildungen mit dem Grundwort ''Krieg'' verwendet? Anregungen zur Diskussion liefert die Auswertung von verschiedenen Textauswertungen im Hinblick auf diese beiden Wörtern. m Kapitel [[Info - Frieden#Krieg und Frieden|Krieg und Frieden]] (siehe unten) findest du hierzu zwei interessante Diagramme.   
Interessant ist das Gegensatzpaar Krieg und Frieden. „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.“, heißt ein Spruch unter Journalisten. Wie sieht es aus, wenn wir Texte in einer örtlichen Tageszeitung oder die Nachrichten in den verschiedenen TV-Sendern auswerten? Wie häufig kommt der Begriff ''Friede'' vor und wie oft werden Wortbildungen mit dem Grundwort ''Krieg'' verwendet? Anregungen zur Diskussion liefert die Auswertung von verschiedenen Textkorpora im Hinblick auf diese beiden Wörter. Im Kapitel [[Info - Frieden#Krieg und Frieden|Krieg und Frieden]] (siehe unten) findest du hierzu zwei interessante Diagramme.   


===Fremdsprachen===
===Fremdsprachen===
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! colspan="2" |Weitere Quellen:  
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| colspan="2" |[https://www.aphorismen.de/suche?text=Frieden&seite=1 Aphorismen] (1523), [https://beruhmte-zitate.de/suche/?h=Frieden berühmte Zitate] (316), [https://www.bk-luebeck.eu/suchergebnisse2.html?q=Frieden bk-Luebeck] (47), [https://gutezitate.com/zitate/frieden/ Gute Zitate] (750), [https://www.phraseo.de/phrase/selig-sind-die-friedfertigen/ phrasio] (1), [https://de.wikiquote.org/wiki/Frieden Wikiquote] (50), [https://www.zitate-online.de/stichworte/frieden/ Zitate-online.de] (42), [https://falschzitate.blogspot.com/ Zitatforschung] (7)
| colspan="2" |[https://www.aphorismen.de/suche?text=Frieden&seite=1 Aphorismen] (1523), [https://beruhmte-zitate.de/suche/?h=Frieden berühmte Zitate] (316), [https://www.bk-luebeck.eu/suchergebnisse2.html?q=Frieden bk-Luebeck] (47), [https://gutezitate.com/zitate/frieden/ Gute Zitate] (750), [https://www.phraseo.de/phrase/selig-sind-die-friedfertigen/ phraseo] (1), [https://de.wikiquote.org/wiki/Frieden Wikiquote] (50), [https://www.zitate-online.de/stichworte/frieden/ Zitate-online.de] (42), [https://falschzitate.blogspot.com/ Zitatforschung] (7)
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= Info - garstig =
= Gebaren =
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|[[garstig|'''zurück zur Wortgeschichte ''garstig''''']]
|}
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{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
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Das Adjektiv ''garstig'' geht auf ältere Wörter zurück, die ''Widerwille, Abscheu'' und ''Ekel'' ausdrückten. Mittelhochdeutsch ''garst'' bezeichnete etwas ''Ranziges'' oder ''übel Riechendes''. Von dieser körperlichen Wahrnehmung entwickelte sich die Bedeutung weiter zu ''unangenehm'' und schließlich zur moralischen Bewertung eines Menschen als ''böse'' oder ''gemein''. Das ältere Wort ''garst'' ist heute nicht mehr gebräuchlich.
----
 
Auf diester Seite kannst du mehr über das Adjektiv ''gartig'' erfahren. Hier wird auch der Frage nachgegangen, ob das Morphem ''garst'' als unikales Morphem angesehen werden kann.
 


__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''garstig''==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *ghers-, *ghres- = Widerwille, Abscheu, Ekel → ahd. ''gerstī'' = Hass, Groll 
→ mhd. ''garst'' = ranzig, übel riechend 
→ nhd. ''garstig''
 
Bedeutungsentwicklung: Ekel, Gestank → unangenehm → böse, gemein
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Garstigkeit Garstigkeit]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort zeigt eine typische Bedeutungsverschiebung:
: körperliche Wahrnehmung (Geruch) → moralische Bewertung (Charakter)
 
Ähnliche Entwicklungen gibt es bei Wörtern wie:
: „faul“ (Geruch → Verhalten) 
: „stinkig“ (Geruch → Stimmung)
 
Das ältere Wort ''garst'' ist heute nicht mehr gebräuchlich.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''garst'' im Wort ''garstig'' kommt heute nicht mehr isoliert und nur in der Wortbildung ''garstig'' vor. Die einzige weitere Wortbildung (Garstigkeit) ist vom Adjektiv ''garstig'' abgeleitet.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Morphem ''garst'' ist daher ein<span style="color:green"> '''unikales Morphem'''</span>.
|Das Nomen ''Gebaren'' bezeichnet die Art und Weise, wie sich jemand verhält oder benimmt.
|-
|-
|}
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāren'' zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete. Hieraus wurde dann bereits im Mittelalter unsere heutige Form ''gebāren'' entwickelt. 


[[#top | Seitenanfang]]<br>
Entstanden ist das Nomen aus dem Verb ''gibārōn''. Dieses Verb ist veraltet und wird heute nur noch sehr selten benutzt. 
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: behavior, conduct 
Französisch: comportement 
Lateinisch: mores
|-
|}


==Belege/Quellen==
==Hinweise zum Wort ''Gebaren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Verhalten, Benehmen (meist auffällig oder kritisch gemeint)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Sein arrogantes Gebaren fiel allen sofort auf.''
''Das geschäftliche Gebaren dieser Firma ist nicht seriös.''


[https://www.dwds.de/wb/garstig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/garstig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00307 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00271 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=garstig ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/garstig Duden-online]
''Er legte ein sehr auffälliges Gebaren an den Tag.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
'''Worttrennung:''' Ge-ba-ren


<br>
'''Aussprache:''' [ɡəˈbaːʁən]
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|-
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[garstig|'''zurück zur Wortgeschichte ''garstig''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


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==Wortformen==
 
= Garaus =
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
Das Nomen ''Gebaren'' wird meist nur im Singular verwendet.
</div>
</div>


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{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
 
!style="width: 14%"|
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Adjektiv ''gar'' bedeutete im Mittelhochdeutschen „ganz, vollständig“, ''aus'' bedeutete „zu Ende“.
Das Nomen ''Garaus'' entstand aus dem Ausruf ''gar aus''. Das riefen die Wachen Anfang des 16. Jahrhunderts in den Städten Nürnberg und Regensburg, wenn abends die Stadttore geschlossen wurden. Dieser Ausruf wurde später auf das Tagesende und den Glockenschlag übertragen, der das Ende des Tages „einläutete“.
 
Die Verbindung ''gar aus'' bedeutete also zunächst: „vollständig zu Ende“. Daraus entwickelte sich später das Nomen ''Garaus'' in der Bedeutung ''Ende''.
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Nomen wird heute nicht mehr isoliert verwendet. Es kommt nur noch in der Redewendung ''jemanden den Garaus machen vor'' und bedeutet ''jemanden töten'', also das Leben eines Menschen absichtlich (mit Gewalt) beenden.
Diese Redewendung wird manchmal auch scherzhaft gemeint, z. B. „Kannst du nicht endlich der surrenden Mücke an der Fensterscheibe den Garaus machen." (freundliche Umschreibung für das Töten der Mücke).
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Garaus''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Ende, vollständige Vernichtung (meist in festen Wendungen)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Der Sturm machte dem alten Baum den Garaus.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum
 
'''Worttrennung:''' Gar-aus
 
'''Aussprache:''' [ˈɡaːɐ̯ˌʔaʊ̯s]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Garaus'' wird meist nur im Singular verwendet und tritt überwiegend in festen Wendungen auf.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Singular
Zeile 1.554: Zeile 1.494:
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|das Garaus
|das Gebaren
|–
|–
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|des Garaus
|des Gebarens
|–
|–
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|dem Garaus
|dem Gebaren
|–
|–
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|das Garaus
|das Gebaren
|–
|–
|-
|-
|}
|}


</br>
<div style="font-size:1.2em">
----
Das Verb ''gebaren'' ist ein starkes Verb. Es wird heute kaum noch verwendet.
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
</div>
|[[Info - Garaus| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Garaus''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
 
| colspan="2" |
= Info - Garaus =
!Gegenwart
{| style="width: 100%; text-align:center;"
(Präsens)
|[[Garaus|'''zurück zur Wortgeschichte ''Garaus''''']]
!1. Vergangenheit
|}
(Präteritum)
----
!2. Vergangenheit
 
(Perfekt)
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
 
 
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Garaus''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|germ. *garwa- → ahd. ''garo'' = fertig, vollständig → mhd. ''gar'' = bereit, vollständig, ganz ; ''gar'' + ''aus'' = zu Ende
Ausruf: ''gar aus'' = vollständig vorbei → Substantivierung: ''das Garaus''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|den Garaus machen (feste Redewendung)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Bedeutungs-'''
'''entwicklung:'''
|Das Wort ''Garaus'' ist ein Beispiel für die sogenannte „Zusammenrückung“:
: eine Wortgruppe („gar aus“) wird zu einem festen Wort.
 
Heute wird es fast ausschließlich in festen Wendungen verwendet, besonders:
: „jemandem den Garaus machen“ 
 
Die ursprüngliche wörtliche Bedeutung („ganz aus“) ist im heutigen Sprachgefühl nicht mehr unmittelbar erkennbar.
 
Bei dem Adjektiv ''gar'' hat sich von der ursprünglichen Bedeutung ahd. garo = fertig eine Bedeutungsverengung auf den gastronomischen Bereich im Sinne von ''fertig'' ''gegart'' verengt.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''Garaus'' ist zusammengesetzt aus dem Adjektiv ''gar'' und dem Adverb ''aus''. Das Adjektiv ''gar'' wird heute nur in der eingeschränkten gastronomischen Bedeutung verwendet. In der Wortbildung Garaus wird heute kein Bedeutungszusammenhang zum Adjektiv ''gar'' gesehen.
'''Einerseits''': Das Morphem ''gar'' (als Adjektiv ''gar'') kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen (z. B. Garküche, Garkoch, halbgar) vor. Es handelt sich daher nicht um ein unikales Morphem.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|Das Morphem gar ist demnach <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
|ich gebare
|ich gebarte
|ich habe gebart
|-
!2. Person
|du gebarst
|du gebartest
|du hast gebart
|-
|-
| colspan="2" |'''Andererseits:''' Heute wird kaum noch ein Zusammenhang zwischen dem Adjektiv ''gar'' (im gastronomischen Sinne) und dem Morphem ''gar'' im Nomen ''Garaus'' gesehen, zumal das Nomen nur noch in der Redewendung ''jemandem oder etwas den Garaus machen'' (im Sinne von töten, beenden) vorkommt. Aus diesem Grunde kann auch garaus als ein Morphem (= kleinste bedeutungstragende Einheit) betrachtet werden.
!3. Person
|er/sie/es gebart
|er/sie/es gebate
|er/sie/es hat gebart
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Das Morphem garaus kann daher auch als <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
(Plural)
!1. Person
|wir gebaren
|wir gebarten
|wir haben gebart
|-
|-
| colspan="2" |Das Adjektiv ''gar'' (ahd. garo) hat zudem einen Bedeutungswandel erlebt, von ursprünglich ahd. garo = ''vollständig, gerüstet, bereit gemacht'' hin zur heutigen(eingeschränkten) Bedeutung gar = ''fertig gekocht, gebraten, gebacken'' etc.
!2. Person
Auch das Morphem ''gar'' in ''Garaus'' hat einen Bedeutungswandel vollzogen. Aus der ursprünglichen Bedeutung ''vollständig, vorbei'' in der Wortgruppe ''gar aus'' ist eine Redewendung entstanden, die auf ''jmdn. oder etw. töten, vernichten'' eingeschränkt ist.
|ihr gebart
|ihr gebartet
|ihr habt gebart
|-
|-
|[[File:Pik-Kreis-blau.jpg]]
!3. Person
|Wenn nur das Morphem ''gar'' isoliert betrachtet wird, so bleibt zunächst offen, ob es aufgrund der Bedeutungsverschiebungen als unikales Morphem betrachtet werden kann. Daher wird das Morphem ''gar'' bis zur Klärung zunächst als <span style="color:blue">'''unklar'''</span> eingestuft.
|sie gebaren
|sie gebarten
|sie haben gebart
|-
|-
|}
|}
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Gebaren| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gebaren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


[[#top | Seitenanfang]]<br>
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==Belege/Quellen==
= Info - Gebaren =
 
[https://www.dwds.de/wb/Garaus DWDS],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Garaus Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] sh. [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00218 Adelung], vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G01053 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Wander&lemid=G00113 Wander] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Wanders_Deutsches_Sprichw%C3%B6rter-Lexikon Sprichwörterlexikon] Anfang 19. Jh. zeigt noch eine große Vielfalt der Redewendungen mit dem Nomen ''Garaus''), [https://www.zdl.org/?q=Garaus ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Garaus Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Garaus Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Garaus|'''zurück zur Wortgeschichte ''Garaus''''']]
|[[Gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebaren''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
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{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>


= Gebaren =
????{{DISPLAYTITLE:gebaren}}????
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>
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__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebaren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Verb ''tragen'': germ. *beran → ahd. beran → <abbr>mhd.</abbr> bern = tragen, bringen, hervorbringen
|Das Nomen ''Gebaren'' bezeichnet die Art und Weise, wie sich jemand verhält oder benimmt.
germ: *gabarjan → Verb gebaren: → ahd. gibārōn → <abbr>mhd.</abbr> <abbr>mnd.</abbr> gebāren
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāren'' zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete. Hieraus wurde dann bereits im Mittelalter unsere heutige Form ''gebāren'' entwickelt. 


Entstanden ist das Nomen aus dem Verb ''gibārōn''. Dieses Verb ist veraltet und wird heute nur noch sehr selten benutzt. 
Nomen: ahd. ''gibāren →'' mhd. ''gebāren''
|-
|- style="vertical-align:top;"
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|'''Wortbildungen:'''
|Englisch: behavior, conduct 
|[https://www.dwds.de/wb/Ausgabengebaren Ausgabengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Bühnengebaren Bühnengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Finanzgebaren Finanzgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Geschäftsgebaren Geschäftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Haushaltsgebaren Haushaltsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Herrschaftsgebaren Herrschaftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Machtgebaren Machtgebaren]
Französisch: comportement 
|- style="vertical-align:top;"
Lateinisch: mores
|'''Ableitungen:'''
|-
|[https://www.dwds.de/wb/gebaren gebaren] (Grundwort), [https://www.dwds.de/wb/Gebaren Gebaren] (Konversion), [https://www.dwds.de/wb/Gebarung Gebarung] (Ableitung)
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Gebaren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Verhalten, Benehmen (meist auffällig oder kritisch gemeint)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Wortgruppen:'''
|''Sein arrogantes Gebaren fiel allen sofort auf.''
|Das Wort ''Gebaren'' wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:
''Das geschäftliche Gebaren dieser Firma ist nicht seriös.''


''Er legte ein sehr auffälliges Gebaren an den Tag.''
: „sein seltsames Gebaren“ 
|- style="vertical-align:top;"
: „ein unangemessenes Gebaren“
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum
 
'''Worttrennung:''' Ge-ba-ren
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbaːʁən]
|-
|-
|Zitate:
|„Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ ([https://gutezitate.com/zitat/120966 Quelle])
„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ ([https://gutezitate.com/zitat/249087 Quelle])
|}
|}


==Wortformen==
== Wortvergleich ==
<div style="font-size:1.2em">
Die Wörter ''gebaren, gebären, Gebärde, Geburt'' und ''gebühren'' haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = heben, tragen. Auf die Bedeutung  *bher(ə) = ''tragen'' dieser Wurzel können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: ''Bahre'' (= Trage), ''Bürde'' (= was getragen wird), ''entbehren'' (= nicht tragen) und auch das Suffix -''bar'' (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) ''. ''All diese Wörter enthalten das Morphem ''behr. ''Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (''*bher(ə'') = heben) findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in ''empor'' und ''empören'', aber auch in ''Berg.''
Das Nomen ''Gebaren'' wird meist nur im Singular verwendet.
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht über die Ableitungen der deutschen Wörter vom indoeuropäischen *''bher''. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten.
!style="width: 14%"|
 
!style="width: 20%"|
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top; margin:auto"
!style="width: 33%"|Singular
|+ Herkunft und Entwicklung von von Grundwörtern zu indoeuropäisch *''bher(ə)''
!style="width: 33%"|Plural
! style="width: 15%" |Grundwort
! style="width: 12%" |ie.
! style="width: 8%" |germ.
! style="width: 20%" |Verb (ohne Präfix)
! style="width: 10%" |ahd.
! style="width: 10%" |mhd.
! style="width: 25%" |ursprüngliche Bedeutung
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
![[Info - gebaren|gebaren]], [[Gebaren]]
!Nominativ
| rowspan="8" |*bher- = tragen, heben
|das Gebaren
| rowspan="4" |*beraną
|
| rowspan="5" |alt: ahd. beran, mhd. bern = tragen, Frucht tragen, hervorbringen, gebären
|gibārōn, gibāra
|gebāren
|sich betragen
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!gebären
!Genitiv
|gibāran
|des Gebarens
|gebāren
|
|hervortragen → zur Welt bringen
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Gebärde, gebärden
!Dativ
|gibārida, gibārōn
|dem Gebaren
|gebærde, gebæren
|
|Benehmen, sichtbarer Ausdruck
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!entbehren
!Akkusativ
|inbēran
|das Gebaren
|enbern
|
|nicht tragen → entbehren
|-
|-
|}
! -bar
 
|*beraz
<div style="font-size:1.2em">
| -bāri
Das Verb ''gebaren'' ist ein starkes Verb. Es wird heute kaum noch verwendet.
| -bære
</div>
|tragbar → möglich
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
![[Info - Geburt|Geburt]]
(Singular)
|*burþiz *burdi-
! style="width: 13%" |1. Person
| -
|ich gebare
|giburt
|ich gebarte
|geburt
|ich habe gebart
|Leibesfrucht tragen
|-
|-
!2. Person
!Bahre
|du gebarst
|*berō
|du gebartest
| -
|du hast gebart
|bāra
|bāre
|Tragegestell
|-
|-
!3. Person
!Bürde
|er/sie/es gebart
|*burþi-
|er/sie/es gebate
| -
|er/sie/es hat gebart
|burdi
|bürde
|das Getragene
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
!empor
(Plural)
| rowspan="3" |*bher- = heben ⚠️
!1. Person
|*(ga)bur- ⚠️
|wir gebaren
|alt: ahd. bor = Höhe, Spitze; alt: ahd. in bore = in der Höhe
|wir gebarten
|empōr
|wir haben gebart
|empōr
|emporheben
|-
|-
!2. Person
!empören
|ihr gebart
|*(ga)burjan⚠️
|ihr gebartet
|alt: mhd. bōr
|ihr habt gebart
|empōren
|empōren
|emporheben → aufregen
|-
!gebühren, [[Info - Gebühr|Gebühr]]
|*burjaną ⚠️
|alt: ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten
|gibūren, giburī
|gebürn, gebüre
|heben, zuteilen
|-
|-
!3. Person
!Berg
|sie gebaren
|* bhereg̑h-, * bherg̑os-
|sie gebarten
Erweiterung zu *bher
|sie haben gebart
|*berga
| -
|berg
|berc
|hoch, erhaben, das erhobene
|-
|-
|}
|}
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Gebaren| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gebaren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
==Unikales Morphem ?==
 
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
= Info - Gebaren =
| colspan="2" |Der Wortstamm ''bar'' (ahd. ''bār'') kommt in dieser Bedeutung („tragen, sich verhalten“) auch in verwandten Wörtern vor. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortstamms ist für die meisten nicht mehr erkennbar.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''bar'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Gebaren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Gebaren Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00527 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00564 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02567 Grimm], [https://www.mhdwb-online.de/wb.php?linkid=47649000#47649000 MWb]), [https://www.zdl.org/?q=Gebaren ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebaren Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebaren''''']]
|[[Gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebaren''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
----


{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
<div style="color:red">
Die folgenden Wörter müssen noch überarbeitet und an die neue Version von </nowiki>''gebaren'' angepasst werden.
</div>
 
= gebären =
{{DISPLAYTITLE:gebären}}


<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>
----


__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebaren''==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|-
|Verb ''tragen'': germ. *beran → ahd. beran → <abbr>mhd.</abbr> bern = tragen, bringen, hervorbringen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
germ: *gabarjan → Verb gebaren: → ahd. gibārōn → <abbr>mhd.</abbr> <abbr>mnd.</abbr> gebāren
|Das Verb ''gebären'' bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Es gehört zum Wortfeld von ''Geburt'' und ''gebären''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāran'' zurück.


→ Nomen: ahd. ''gibāren →'' mhd. ''gebāren''
Es gehört zu einer alten Wortfamilie mit der Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Ausgabengebaren Ausgabengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Bühnengebaren Bühnengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Finanzgebaren Finanzgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Geschäftsgebaren Geschäftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Haushaltsgebaren Haushaltsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Herrschaftsgebaren Herrschaftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Machtgebaren Machtgebaren]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/gebaren gebaren] (Grundwort), [https://www.dwds.de/wb/Gebaren Gebaren] (Konversion), [https://www.dwds.de/wb/Gebarung Gebarung] (Ableitung)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortgruppen:'''
|Das Wort ''Gebaren'' wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:


: „sein seltsames Gebaren“  
Verwandt sind u. a.:   
: „ein unangemessenes Gebaren“
''gebären'', ''Geburt'', ''gebürtig''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: to give birth, to bear 
Französisch: enfanter 
Lateinisch: parere
|-
|-
|Zitate:
|„Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ ([https://gutezitate.com/zitat/120966 Quelle])
„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ ([https://gutezitate.com/zitat/249087 Quelle])
|}
|}


== Wortvergleich ==
==Hinweise zum Wort ''gebären''==
Die Wörter ''gebaren, gebären, Gebärde, Geburt'' und ''gebühren'' haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = heben, tragen. Auf die Bedeutung  *bher(ə) = ''tragen'' dieser Wurzel können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: ''Bahre'' (= Trage), ''Bürde'' (= was getragen wird), ''entbehren'' (= nicht tragen) und auch das Suffix -''bar'' (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) ''. ''All diese Wörter enthalten das Morphem ''behr. ''Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (''*bher(ə'') = heben) findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in ''empor'' und ''empören'', aber auch in ''Berg.''
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
 
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht über die Ableitungen der deutschen Wörter vom indoeuropäischen *''bher''. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten.
|ein Kind zur Welt bringen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Frau gebar ein gesundes Kind.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' ge-bä-ren


{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top; margin:auto"
'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁən]
|+ Herkunft und Entwicklung von von Grundwörtern zu indoeuropäisch *''bher(ə)''
! style="width: 15%" |Grundwort
! style="width: 12%" |ie.
! style="width: 8%" |germ.
! style="width: 20%" |Verb (ohne Präfix)
! style="width: 10%" |ahd.
! style="width: 10%" |mhd.
! style="width: 25%" |ursprüngliche Bedeutung
|-
|-
![[Info - gebaren|gebaren]], [[Gebaren]]
|}
| rowspan="8" |*bher- = tragen, heben
 
| rowspan="4" |*beraną
==Wortformen==
| rowspan="5" |alt: ahd. beran, mhd. bern = tragen, Frucht tragen, hervorbringen, gebären
<div style="font-size:1.2em">
|gibārōn, gibāra
Das Verb ''gebären'' ist ein starkes Verb.
|gebāren
</div>
|sich betragen
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
!gebären
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|gibāran
(Singular)
|gebāren
! style="width: 13%" |1. Person
|hervortragen → zur Welt bringen
|ich gebäre
|ich gebar
|ich habe geboren
|-
|-
!Gebärde, gebärden
!2. Person
|gibārida, gibārōn
|du gebierst
|gebærde, gebæren
|du gebarst
|Benehmen, sichtbarer Ausdruck
|du hast geboren
|-
|-
!entbehren
!3. Person
|inbēran
|er/sie/es gebiert
|enbern
|er/sie/es gebar
|nicht tragen → entbehren
|er/sie/es hat geboren
|-
|-
! -bar
! rowspan="3" |Mehrzahl
|*beraz
(Plural)
| -bāri
!1. Person
| -bære
|wir gebären
|tragbar → möglich
|wir gebaren
|wir haben geboren
|-
|-
![[Info - Geburt|Geburt]]
!2. Person
|*burþiz *burdi-
|ihr gebärt
| -
|ihr gebart
|giburt
|ihr habt geboren
|geburt
|Leibesfrucht tragen
|-
|-
!Bahre
!3. Person
|*berō
|sie gebären
| -
|sie gebaren
|bāra
|sie haben geboren
|bāre
|Tragegestell
|-
!Bürde
|*burþi-
| -
|burdi
|bürde
|das Getragene
|-
!empor
| rowspan="3" |*bher- = heben ⚠️
|*(ga)bur- ⚠️
|alt: ahd. bor = Höhe, Spitze; alt: ahd. in bore = in der Höhe
|empōr
|empōr
|emporheben
|-
!empören
|*(ga)burjan⚠️
|alt: mhd. bōr
|empōren
|empōren
|emporheben → aufregen
|-
!gebühren, [[Info - Gebühr|Gebühr]]
|*burjaną ⚠️
|alt: ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten
|gibūren, giburī
|gebürn, gebüre
|heben, zuteilen
|-
!Berg
|* bhereg̑h-, * bherg̑os-
Erweiterung zu *bher
|*berga
| -
|berg
|berc
|hoch, erhaben, das erhobene
|-
|-
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
</br>
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
----
| colspan="2" |Der Wortstamm ''bar'' (ahd. ''bār'') kommt in dieser Bedeutung („tragen, sich verhalten“) auch in verwandten Wörtern vor. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortstamms ist für die meisten nicht mehr erkennbar.
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Info - gebären| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebären''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - gebären =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|}
----
 
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
 
 
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebären''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibāran'' → mhd. ''gebāren'' 
 
Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“ 
 
→ Spezialisierung: „ein Kind zur Welt bringen“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Verb ''gebären'' ist eng verwandt mit ''gebaren'', hat aber eine andere Bedeutungsentwicklung:
 
: ''gebären'' → körperlicher Vorgang (Kind zur Welt bringen) 
: ''gebaren'' → Verhalten, Benehmen 
 
Beide Wörter gehen jedoch auf denselben alten Wortstamm zurück.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bar'' kommt in ''gebaren'' und mit Umlaut in ''gebären''  und ''Gebärde'' und als Verbabstrakta in ''Geburt'' vor. Auf den gleichen germ. und ahd. Ursprung können auch das Suffix -bar, die Verneinung entbehren (= nicht tragen) sowie Bahre und Bürde zurückgeführt werden, auch wenn diese Zusammenhänge heute kaum noch erkannt werden. Siehe hierzu die Tabelle auf der Seite Info - Gebaren
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''bar'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|Das Morphem ''bar'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
Zeile 1.947: Zeile 1.893:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Gebaren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Gebaren Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00527 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00564 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02567 Grimm], [https://www.mhdwb-online.de/wb.php?linkid=47649000#47649000 MWb]), [https://www.zdl.org/?q=Gebaren ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebaren Duden-online]
https://www.dwds.de/wb/gebären 
https://de.wiktionary.org/wiki/gebären 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) 
https://www.zdl.org/?q=gebären 
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt 
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebären 


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Zeile 1.954: Zeile 1.905:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebaren''''']]
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----
----
 
= Gebärde =
<div style="color:red">
Die folgenden Wörter müssen noch überarbeitet und an die neue Version von </nowiki>''gebaren'' angepasst werden.
</div>
 
= gebären =
{{DISPLAYTITLE:gebären}}
 
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
Zeile 1.979: Zeile 1.924:
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Verb ''gebären'' bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Es gehört zum Wortfeld von ''Geburt'' und ''gebären''.
|Eine ''Gebärde'' ist eine Bewegung des Körpers, besonders der Hände oder des Gesichts, mit der etwas ausgedrückt wird.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāran'' zurück.   
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāra'' zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete.   


Es gehört zu einer alten Wortfamilie mit der Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“.   
Im Mittelhochdeutschen lautete die Form ''gebār''.   


Verwandt sind u. a.: 
Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''gebaren'' (= sich verhalten).
''gebären'', ''Geburt'', ''gebürtig''.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: to give birth, to bear  
|Englisch: gesture  
Französisch: enfanter  
Französisch: geste  
Lateinisch: parere
Lateinisch: gestus
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''gebären''==
==Hinweise zum Wort ''Gebärde''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|ein Kind zur Welt bringen
|bewusste oder unbewusste Körperbewegung als Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Frau gebar ein gesundes Kind.''
|''Mit einer freundlichen Gebärde begrüßte sie die Gäste.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin


'''Worttrennung:''' ge--ren
'''Worttrennung:''' Ge-bär-de


'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁən]
'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁdə]
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.015: Zeile 1.959:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebären'' ist ein starkes Verb.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
| colspan="2" |
!style="width: 14%"|
!Gegenwart
!style="width: 20%"|
(Präsens)
!style="width: 33%"|Singular
!1. Vergangenheit
!style="width: 33%"|Plural
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!style="text-align:left"|1. Fall
(Singular)
!Nominativ
! style="width: 13%" |1. Person
|die Gebärde
|ich gebäre
|die Gebärden
|ich gebar
|ich habe geboren
|-
|-
!2. Person
!style="text-align:left"|2. Fall
|du gebierst
!Genitiv
|du gebarst
|der Gebärde
|du hast geboren
|der Gebärden
|-
|-
!3. Person
!style="text-align:left"|3. Fall
|er/sie/es gebiert
!Dativ
|er/sie/es gebar
|der Gebärde
|er/sie/es hat geboren
|den Gebärden
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
!style="text-align:left"|4. Fall
(Plural)
!Akkusativ
!1. Person
|die Gebärde
|wir gebären
|die Gebärden
|wir gebaren
|wir haben geboren
|-
!2. Person
|ihr gebärt
|ihr gebart
|ihr habt geboren
|-
!3. Person
|sie gebären
|sie gebaren
|sie haben geboren
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.066: Zeile 1.992:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - gebären| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebären''''']]
|[[Info - Gebärde| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gebärde''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 2.073: Zeile 1.999:
----
----


= Info - gebären =
= Info - Gebärde =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|}
|}
----
----
Zeile 2.084: Zeile 2.010:
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebären''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebärde''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibāran'' → mhd. ''gebāren''   
|ahd. ''gibāra'' → mhd. ''gebār'' = Verhalten, Benehmen  


Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“ 
nhd. ''Gebärde'' = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens
 
Spezialisierung: „ein Kind zur Welt bringen“
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
|Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
|gebaren (sich verhalten), Gebaren
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Verb ''gebären'' ist eng verwandt mit ''gebaren'', hat aber eine andere Bedeutungsentwicklung:
|Das Wort ''Gebärde'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:


: ''gebären'' körperlicher Vorgang (Kind zur Welt bringen) 
: Verhalten sichtbares Verhalten Körperbewegung  
: ''gebaren'' Verhalten, Benehmen  


Beide Wörter gehen jedoch auf denselben alten Wortstamm zurück.
Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der ''Gebärdensprache'', einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bar'' kommt in ''gebaren'' und mit Umlaut in ''gebären'' und ''Gebärde'' und als Verbabstrakta in ''Geburt'' vor. Auf den gleichen germ. und ahd. Ursprung können auch das Suffix -bar, die Verneinung entbehren (= nicht tragen) sowie Bahre und Bürde zurückgeführt werden, auch wenn diese Zusammenhänge heute kaum noch erkannt werden. Siehe hierzu die Tabelle auf der Seite Info - Gebaren
| colspan="2" |Das Morphem ''bar'' in ''Gebärde'' kommt auch in ''gebären'', ohne Umlaut in ''Gebaren'', und als Verbalabsstraktum in ''Geburt'' vor, auch wenn diese Zusammenhänge heute nicht mehr erkennbar sind.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortstamm ''bär'' (ahd. ''bār'') ist bedeutungstragend („tragen, hervorbringen, sich verhalten“) und auch in verwandten Wörtern erhalten.
|-
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch nachvollziehbar.
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| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
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==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


https://www.dwds.de/wb/gebären  
https://www.dwds.de/wb/Gebärde  
https://de.wiktionary.org/wiki/gebären  
https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde  
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)   
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)   
https://www.zdl.org/?q=gebären  
https://www.zdl.org/?q=Gebärde  
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt  
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde  
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebären  
https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde  


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|}
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{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Gebärde =
= gebühren =
 
{{DISPLAYTITLE:gebühren}}
 
<div style="font-size:1.2em">
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{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
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| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Eine ''Gebärde'' ist eine Bewegung des Körpers, besonders der Hände oder des Gesichts, mit der etwas ausgedrückt wird.
|Das Verb ''gebühren'' wird heute vor allem in der Bedeutung „zustehen“ oder „angemessen sein“ verwendet, meist in gehobener Sprache.
|-
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| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāra'' zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete.   
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibūrēn'' zurück.   


Im Mittelhochdeutschen lautete die Form ''gebār''.   
Dieses bedeutete „sich gehören, zukommen, passend sein“.   


Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''gebaren'' (= sich verhalten).
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebühren'' (Substantiv: ''die Gebühr'').
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: gesture  
|Englisch: to be due, to befit  
Französisch: geste 
Französisch: convenir, être dû
Lateinisch: gestus
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Gebärde''==
==Hinweise zum Wort ''gebühren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|bewusste oder unbewusste Körperbewegung als Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken
|1. jemandem zustehen 
2. angemessen sein, sich gehören (gehoben)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Mit einer freundlichen Gebärde begrüßte sie die Gäste.''
|''Ihm gebührt großer Dank.'' 
''So viel Respekt gebührt dir.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin
|'''Wortart:''' Verb


'''Worttrennung:''' Ge-bär-de
'''Worttrennung:''' ge-büh-ren


'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁdə]
'''Aussprache:''' [ɡəˈbyːʁən]
|-
|-
|}
|}
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==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebühren'' wird meist unpersönlich oder nur in bestimmten Formen verwendet.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
!style="width: 14%"|
| colspan="2" |
!style="width: 20%"|
!Gegenwart
!style="width: 33%"|Singular
(Präsens)
!style="width: 33%"|Plural
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!Nominativ
(Singular)
|die Gebärde
! style="width: 13%" |1. Person
|die Gebärden
|ich gebühre
|ich gebührte
|ich habe gebührt
|-
!2. Person
|du gebührst
|du gebührtest
|du hast gebührt
|-
!3. Person
|er/sie/es gebührt
|er/sie/es gebührte
|er/sie/es hat gebührt
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
! rowspan="3" |Mehrzahl
!Genitiv
(Plural)
|der Gebärde
!1. Person
|der Gebärden
|wir gebühren
|wir gebührten
|wir haben gebührt
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!2. Person
!Dativ
|ihr gebührt
|der Gebärde
|ihr gebührtet
|den Gebärden
|ihr habt gebührt
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!3. Person
!Akkusativ
|sie gebühren
|die Gebärde
|sie gebührten
|die Gebärden
|sie haben gebührt
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.220: Zeile 2.170:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Gebärde| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gebärde''''']]
|[[Info - gebühren| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebühren''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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----


= Info - Gebärde =
= Info - gebühren =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|}
|}
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{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebärde''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebühren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibāra'' → mhd. ''gebār'' = Verhalten, Benehmen  
|ahd. ''gibūrēn'' → mhd. ''gebüeren''
 
Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“  


→ nhd. ''Gebärde'' = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens
→ nhd. ''gebühren'' = „zustehen“
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher
|Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|gebaren (sich verhalten), Gebaren
|Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Gebärde'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
|Das Wort ''gebühren'' wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:


: Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung  
: „Ehre, wem Ehre gebührt“  


Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der ''Gebärdensprache'', einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.
Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bar'' in ''Gebärde'' kommt auch in ''gebären'', ohne Umlaut in ''Gebaren'', und als Verbalabsstraktum in ''Geburt'' vor, auch wenn diese Zusammenhänge heute nicht mehr erkennbar sind.
| colspan="2" |Das Wort ''gebühren'' enthält kein unikales Morphem.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortstamm ''bär'' (ahd. ''bār'') ist bedeutungstragend („tragen, hervorbringen, sich verhalten“) und auch in verwandten Wörtern erhalten.
|Der Wortstamm ''bühr'' ist historisch bedeutungstragend („passen, zukommen“) und mit ''Gebühr'' verwandt.
|-
|-
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch nachvollziehbar.
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch erklärbar.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''bar'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang zwischen ''gebühren'' und ''Gebühr'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|-
|-
|}
|}
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==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


https://www.dwds.de/wb/Gebärde  
https://www.dwds.de/wb/gebühren  
https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde  
https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren  
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)   
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)   
https://www.zdl.org/?q=Gebärde  
https://www.zdl.org/?q=gebühren  
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde  
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr  
https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde  
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren  


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= gebühren =
= Geburt =
 
{{DISPLAYTITLE:gebühren}}


<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
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|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Verb ''gebühren'' wird heute vor allem in der Bedeutung „zustehen“ oder „angemessen sein“ verwendet, meist in gehobener Sprache.
|Das Wort ''Geburt'' bezeichnet das Zur-Welt-Kommen eines Menschen oder Tieres sowie den Beginn eines neuen Lebens.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibūrēn'' zurück.   
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''giburt'' zurück, das „Geborenwerden, Abstammung“ bedeutete.   


Dieses bedeutete „sich gehören, zukommen, passend sein“. 
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und geht auf eine alte Bedeutung „tragen, hervorbringen“ zurück.
 
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebühren'' (Substantiv: ''die Gebühr'').
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: to be due, to befit  
|Englisch: birth  
Französisch: convenir, être dû
Französisch: naissance 
Lateinisch: nativitas
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''gebühren''==
==Hinweise zum Wort ''Geburt''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. jemandem zustehen  
|1. das Zur-Welt-Kommen eines Kindes oder Lebewesens  
2. angemessen sein, sich gehören (gehoben)
2. Herkunft, Abstammung (gehoben)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Ihm gebührt großer Dank.''   
|''Die Geburt des Kindes verlief ohne Komplikationen.''   
''So viel Respekt gebührt dir.''
''Er ist von adeliger Geburt.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin


'''Worttrennung:''' ge-büh-ren
'''Worttrennung:''' Ge-burt


'''Aussprache:''' [ɡəˈbyːʁən]
'''Aussprache:''' [ɡəˈbʊʁt]
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.347: Zeile 2.292:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebühren'' wird meist unpersönlich oder nur in bestimmten Formen verwendet.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
| colspan="2" |
!style="width: 14%"|
!Gegenwart
!style="width: 20%"|
(Präsens)
!style="width: 33%"|Singular
!1. Vergangenheit
!style="width: 33%"|Plural
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!style="text-align:left"|1. Fall
(Singular)
!Nominativ
! style="width: 13%" |1. Person
|die Geburt
|ich gebühre
|die Geburten
|ich gebührte
|ich habe gebührt
|-
|-
!2. Person
!style="text-align:left"|2. Fall
|du gebührst
!Genitiv
|du gebührtest
|der Geburt
|du hast gebührt
|der Geburten
|-
|-
!3. Person
!style="text-align:left"|3. Fall
|er/sie/es gebührt
!Dativ
|er/sie/es gebührte
|der Geburt
|er/sie/es hat gebührt
|den Geburten
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
!style="text-align:left"|4. Fall
(Plural)
!Akkusativ
!1. Person
|die Geburt
|wir gebühren
|die Geburten
|wir gebührten
|wir haben gebührt
|-
!2. Person
|ihr gebührt
|ihr gebührtet
|ihr habt gebührt
|-
!3. Person
|sie gebühren
|sie gebührten
|sie haben gebührt
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.398: Zeile 2.325:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - gebühren| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebühren''''']]
|[[Info - Geburt| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Geburt''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 2.405: Zeile 2.332:
----
----


= Info - gebühren =
= Info - Geburt =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|}
|}
----
----
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebühren''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Geburt''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibūrēn'' → mhd. ''gebüeren''   
|ahd. ''giburt'' → mhd. ''geburt''   


Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“  
Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“  


→ nhd. ''gebühren'' = „zustehen“
→ nhd. ''Geburt'' = Vorgang des Geborenwerdens
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
|Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
|gebären, gebürtig, Gebärende
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''gebühren'' wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
|Das Wort ''Geburt'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
 
: hervorbringen → geboren werden → Ursprung 
 
Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:


: „Ehre, wem Ehre gebührt“  
: „die Geburt einer Idee“  


Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.
Damit kann ''Geburt'' auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''gebühren'' enthält kein unikales Morphem.
| colspan="2" |Das Wort ''Geburt'' enthält kein unikales Morphem.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortstamm ''bühr'' ist historisch bedeutungstragend („passen, zukommen“) und mit ''Gebühr'' verwandt.
|Der Wortstamm ''burt'' (ahd. ''burt'') gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und bedeutet „hervorbringen, geboren werden“.
|-
|-
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch erklärbar.
| colspan="2" |Die Wortstruktur ist historisch erklärbar.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang zwischen ''gebühren'' und ''Gebühr'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang mit ''gebären'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.453: Zeile 2.388:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


https://www.dwds.de/wb/gebühren  
https://www.dwds.de/wb/Geburt  
https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren  
https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt  
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)   
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)   
https://www.zdl.org/?q=gebühren  
https://www.zdl.org/?q=Geburt  
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr  
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt  
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren  
https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt  


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Geburt =
=Gefahr=
<div style="color:red">Frage: Autofahren ist gefährlich - Stimmt das? Was hat Gefahr / gefährlich mit fahren zu tun?</div>


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=genug=
#REDIRECT [[genügen]] #REDIRECT [[genügend]] #REDIRECT [[Genüge]] #REDIRECT [[ungenügend]] - Weiterleitungen müssen noch angelegt werden
{{DISPLAYTITLE:genug}}
<div style="font-size:1.2em>
Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Wort ''genug''. Es wird meist als Adjektiv verwendet. Das Wort ''genug'' gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Es bedeutet, dass etwas ''ausreichend'' oder ''in ausreichender Menge'' vorhanden ist.
</div>
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
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</div>
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Zeile 2.484: Zeile 2.431:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ''Geburt'' bezeichnet das Zur-Welt-Kommen eines Menschen oder Tieres sowie den Beginn eines neuen Lebens.
|Das Wort ''genug'' gab es schon im Mittelalter, also vor über tausend Jahren. Damals hieß es zunächst ''ginuog'' oder ''ginuogi'', später dann ''genuoc'' und noch später ''genug''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Mit dem Wort ''genug'' sagen wir, dass etwas ausreichend vorhanden ist. Wir können zum Beispiel sagen:
:a) ''Wir haben genug Brot gekauft.''
:b) ''Jetzt habe ich genug gearbeitet.''
:c) ''Das ist gut genug.''
In allen Beispielen bedeutet das Wort: ''Es reicht aus.''
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''giburt'' zurück, das „Geborenwerden, Abstammung“ bedeutete.
|Das zugrunde liegende germanische Verb ''*nōga'' ist schon sehr früh verschwunden. Bereits im Mittelalter gab es dieses Verb nicht mehr.
 
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und geht auf eine alte Bedeutung „tragen, hervorbringen“ zurück.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: birth 
|Das ist ja interessant. Jetzt verstehe ich auch einige Übersetzungen unseres kleinen Wörtchens ''genug''.
Französisch: naissance 
Lateinisch: nativitas
|-
|-
|}
|
 
{| class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;margin:auto"
==Hinweise zum Wort ''Geburt''==
! style="width: 34% " |Sprache
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
! style="width: 33% " |genug
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
! style="width: 33% " |Aussprache
|1. das Zur-Welt-Kommen eines Kindes oder Lebewesens 
2. Herkunft, Abstammung (gehoben)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Geburt des Kindes verlief ohne Komplikationen.'' 
''Er ist von adeliger Geburt.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin
 
'''Worttrennung:''' Ge-burt
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbʊʁt]
|-
|-
|}
!Deutsch
 
|genug
==Wortformen==
|[ɡəˈnuːk]
<div style="font-size:1.2em">
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Dänisch
!Nominativ
|nok
|die Geburt
|[nʌɡ̊ˀ]
|die Geburten
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Isländisch
!Genitiv
|nóg
|der Geburt
|[nouːɣ]
|der Geburten
|-
!Englisch
|enough
|[ɪˈnʌf]
|-
!Niederdeutsch
|noog
|[noːx]
|-
!Niederländisch
|genoeg
|[ɣəˈnux]
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Norwegisch
!Dativ
|nok
|der Geburt
|[nɔk]
|den Geburten
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Schwedisch
!Akkusativ
|nog, noga
|die Geburt
|[nɔɡ], [ˈnuːɡa]
|die Geburten
|-
|-
|}
|}
|-
|
|Nur in den Niederlanden und in der englischen Sprache gibt es die Ableitung von dem alten Wort mit der Vorsilbe (Präfix) ''ge-''. In allen anderen Nordeuropäischen Länder kann das Wort direkt auf das alte germanische Verb ''*noug'' zurückgeführt werden.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Vom Wort ''genug'' ist das Verb ''genügen'' abgeleitet. Es bedeutet ''etwas ist genug'' oder ''ausreichend'' vorhanden.


</br>
Von dem Verb ''genügen'' ist das Adjektiv ''genügend'' abgeleitet. Das bezeichnet meist, das von einer Sache eine ausreichende (= ''genügend'') eine Menge oder Qualität vorhanden ist.
----
|-
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|[[Info - Geburt| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Geburt''''']]
|In Österreich nennt man die Schulnote 4 = ''genügend'' und die Note 6 = ''ungenügend''
|-
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
==Hinweise zur Wortgruppe ''genug''==
<div style="font-size: 1.3em">
'''''genug'''''
</div>
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|ausreichend; so viel wie nötig vorhanden
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Für alle Kinder war genug Kuchen da.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adverb, Pronomen, Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' ge·nug


= Info - Geburt =
'''Aussprache:''' [ɡəˈnuːk]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|}
|}
----
<div style="font-size: 1.3em">
'''''genügen'''''
</div>


{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|a) Maß, Menge - es ist ausreichend (genug) vorhanden


b) etwas zufriedenstellend erledigen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|a) ''Zwei Kuchen sollten für den Kindergeburtstag wohl genügen.''
b) ''Die Leistungen genügen nicht den Anforderungen, die vorher vereinbart waren.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
'''Worttrennung:''' ge-nü-gen


__TOC__
'''Aussprache:''' [ɡəˈnyːɡn̩]
 
|-
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Geburt''==
|}
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''giburt'' → mhd. ''geburt'' 


Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“ 
<div style="font-size: 1.3em">
'''''genügend'''''
</div>


→ nhd. ''Geburt'' = Vorgang des Geborenwerdens
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|eine ausreichende Menge oder zufriedenstellende Qualität; etwas ist angemessen, befriedigend, gut
in Österreich: die Schulnote 4
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
|Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
|''Mama hat genügend Kuchen gebacken. Es reicht für alle Geburtstagskinder.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortinfo:'''
|gebären, gebürtig, Gebärende
|'''Wortart:''' Adverb, Pronomen, selten auch Adjektiv
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Geburt'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:


: hervorbringen → geboren werden → Ursprung 
'''Worttrennung:''' ge-nü-gend


Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:
'''Aussprache:'''  [ɡəˈnyːɡn̩t]
|-
|}
<div style="font-size: 1.3em">
'''''ungenügend'''''
</div>
 
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|etwas weist deutliche Mängel auf, etwas ist bezogen auf die Vorgaben nicht ausreichend


: „die Geburt einer Idee“ 
in Deutschland: schlechteste Schulnote, Note 6 (Im Gebrauch als Schulnote kann das Adjektiv nicht gesteigert werden.)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Er hatte sich für die Klassenarbeit und ungenügend vorbereitet.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv


Damit kann ''Geburt'' auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.
'''Worttrennung:''' un-ge-nü-gend
|}


==Unikales Morphem ?==
'''Aussprache:''' [ɡəˈnyːɡn̩t]
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''Geburt'' enthält kein unikales Morphem.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortstamm ''burt'' (ahd. ''burt'') gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und bedeutet „hervorbringen, geboren werden“.
|-
| colspan="2" |Die Wortstruktur ist historisch erklärbar.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang mit ''gebären'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''genug'' wird meistens als Fürwort (Pronomen) verwendet. Es verändert daher seine Form nicht, ganz gleich wie es im Satz verwendet wird.


==Belege/Quellen==
Vom Wort ''genug'' ist auch das Verb ''genügen'' abgeleitet. Die verschiedenen Wortformen werden regelhaft gebildet:
 
https://www.dwds.de/wb/Geburt 
https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) 
https://www.zdl.org/?q=Geburt 
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt 
https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=gediegen=
{{DISPLAYTITLE:gediegen}}
 
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 90%; font-size: 1.2em; vertical-align:top; margin:auto"
----
| colspan="2" |
 
!Präsens
__TOC__
!Präteritum
 
!Perfekt
==Wortherkunft==
!Futur
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
! rowspan="3" style="width:10%" |Singular
|Das Adjektiv hat sich bereits im Mittelalter aus dem Wort ''gedeihen'' (althochdeutsch ''githīhan'') entwickelt. Gleichzeitig gab es schon sehr früh (8. Jahrhundert) das Wort ''gidigan'', woraus später ''gediegen'' entstand.
! style="width: 12%" |1. Person
|-
| style="width: 18%" |ich genüge
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 18%" |ich genügte
|Das Adjektiv kann ''gut und solide'', ''wertvoll'' oder ''sorgfältig bearbeitet'' bedeuten.
| style="width: 20%" |ich habe genügt
 
| style="width: 22%" |ich werde genügen
In Norddeutschland wird ''gediegen'' umgangssprachlich auch in der Bedeutung ''seltsam'' oder ''eigenartig'' verwendet.
 
In der Bergmannssprache bezeichnet man mit ''gediegen'' Metalle, die keine fremden Bestandteile enthalten, also ''rein'' sind.
|-
|-
|}
!2. Person
 
|du genügst
==Hinweise zum Wort ''gediegen''==
|du genügtest
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|du hast genügt
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|du wirst genügen
|hochwertig, sorgfältig gemacht, geschmackvoll
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Das Restaurant war sehr gediegen eingerichtet.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' ge-die-gen
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈdiːɡn̩]
|-
|-
|}
!3. Person
 
|er/sie/es genügt
==Wortformen==
|er/sie/es genügte
<div style="font-size:1.2em">
|er/sie/es hat genügt
Das Wort ''gediegen'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
|er/sie/es wird genügen
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
|-
!style="width: 30%"|Positiv
! rowspan="3" |Plural
!style="width: 30%"|Komparativ
!1. Person
|wir genügen
|wir genügten
|wir haben genügt
|wir werden genügen
|-
!2. Person
|ihr genügt
|ihr genügtet
|ihr habt genügt
|ihr werdet genügen
|-
!3. Person
|sie genügen
|sie genügten
|sie haben genügt
|sie werden genügen
|-
|}
<div style="font-size: 1.2em">
Das Wort ''genügend'' kann als Adverb (Umstandswort) oder wie das Wort ''genug'' als Pronomen (Fürwort) verwendet werden. Demnach kann auch das Wort ''genügend'' nicht gesteigert werden.
 
Das Gegenwort ''ungenügend'' ist ein Adjektiv, das regelhaft gesteigert werden kann:
</div>
{|class="wikitable" style="width: 50%; font-size:1.2em; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|-
|style="width: 26%"|gediegen
|ungenügend
|style="width: 37%"|gediegener
|ungenügender
|style="width: 37%"|am gediegensten
|am ungenügendsten
|-
|-
|}
|}
</br>
</br>
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - gediegen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gediegen''''']]
|siehe auch die Wortgeschichten [[begnügen|'''''begnügen''''']] und [[vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|siehe auch die weiterführenden Informationen zu [[Info - begnügen|'''''begnügen''''']] und [[Info - vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|[[Info - genug| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''genug''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 2.704: Zeile 2.667:
----
----


=Info - gediegen=
=xxx Info - genug=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gediegen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gediegen''''']]
|[[genug|'''zurück zur Wortgeschichte ''genug''''']]
|}
|}
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----
Auf dieser Seite findest du weiterführende Hinweise zum Wort ''genug''. Das Wort ''genug'' gehört zu einer alten Wortfamilie mit den Wörtern [[genügen|''genügen'']], [[begnügen|''begnügen'']] und [[vergnügen|''vergnügen'']]. In all diesen Wörtern ist das Morphem ''nug'' bzw. ''nüg'' enthalten. Wenn du mehr wissen möchtest, so findest du im letzten Kapitel interessante weitere [[genug# Belege/Quellen |Belege und Quellen]].


{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
Zeile 2.715: Zeile 2.681:
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''gediegen''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''genug''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gidigan'', mhd. ''gedigen''; ursprünglich das Partizip Perfekt von ahd. ''githīhan'', mhd. ''gedīhen'' = gedeihen
|ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
 
:⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
Das Adjektiv bedeutete ursprünglich „gut geraten“ oder „gut entwickelt“.
::'''genug:''' 8. Jh. ahd. ''ginuog'', ''ginuogi'', mhd. ''genuoc'' = ausreichend
::'''genügen:''' ahd. ''ginuogen'', mhd. ''genüegen''
::hierzu gehören auch die Wortbildungen ''begnügen'' (mhd. ''begenüegen'' = zufrieden stellen) und ''vergnügen'' (mhd. ''vergenüegen'' = zufriedenstellen, erfreuen)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Genüge Genüge], [https://www.dwds.de/wb/genügen genügen], [https://www.dwds.de/wb/genügend genügend]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|Gediegenheit, gediegenerweise
|
|- style="vertical-align:top;"
[https://www.dwds.de/wb/genug '''genug:'''] [https://www.dwds.de/wb/genuggetan genuggetan], [https://www.dwds.de/wb/genugsam genugsam], [https://www.dwds.de/wb/genugtun genugtun], [https://www.dwds.de/wb/Genugtuung Genugtuung], [https://www.dwds.de/wb/übergenug übergenug]
|'''Ableitungen:'''
 
| -
[https://www.dwds.de/wb/genügen '''genügen:'''] [https://www.dwds.de/wb/Genüge Genüge], [https://www.dwds.de/wb/genügend genügend], [https://www.dwds.de/wb/Genügen Genügen], [https://www.dwds.de/wb/Genügsamkeit Genügsamkeit], [https://www.dwds.de/wb/selbstgenügsam selbstgenügsam], [https://www.dwds.de/wb/Selbstgenügsamkeit Selbstgenügsamkeit], [https://www.dwds.de/wb/Ungenügen Ungenügen], [https://www.dwds.de/wb/ungenügend ungenügend]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|In der Bergmannssprache spricht man von ''gediegenem Gold'' oder ''gediegenem Silber'', wenn das Metall in reiner Form vorkommt.
|Das Wort ''genug'' gehört zu einer sehr alten germanischen Wortfamilie. Verwandte Wörter gibt es heute noch in vielen germanischen Sprachen. Das ursprüngliche Verb ist allerdings schon vor vielen Jahrhunderten verschwunden.
 
Regional kann ''gediegen'' auch „merkwürdig“ oder „eigenartig“ bedeuten.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==xxx Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dieg'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht selbstständig vor. Es erscheint nur noch mit dem Präfix ''ge''- im Adjektiv ''gediegen.''
| colspan="2" |Die Morpheme ''nug'' und mit Umlaut ''nüg'' kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur zusammen mit der Vorsilbe ''ge-'' (bzw. der Verkürzung dieser Vorsilbe zu ''g-'' in ''begnügen'' und ''vergnügen'') in Wortbildungen vor.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dieg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|Das Morphem ''nug'' bzw. ''nüg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''gnüg'' in ''begnügen'' und ''vergnügen'' enthält das verkürzte Präfix ''ge-''. Die Wörter lassen sich also als ''be-'' + ''g(e)-'' + ''nüg'' bzw. ''ver-'' + ''g(e)-'' + ''nüg'' erklären. Das eigentliche Morphem bleibt daher ''nüg'' (sh. hierzu auch [[Begnügen#Unikales Morphem ?|begnügen]]).
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.745: Zeile 2.716:
[[#top | Seitenanfang]]<br>
[[#top | Seitenanfang]]<br>


==Belege/Quellen==
==xxx Belege/Quellen==
 
'''genug:''' [https://www.dwds.de/wb/genug DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/genug Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=genug ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/genug Duden-online] (nicht werbefrei);  [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01345 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=genug BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G08042 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G02051 Goethe]


[https://www.dwds.de/wb/gediegen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/gediegen Wiktionary][https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00649 Adelung], [https://ewa.saw-leipzig.de/articles/53390/de#84470 EWA], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00867 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G03551 Grimm]), [https://www.zdl.org/?q=gediegen ZDL],  [https://de.wikipedia.org/wiki/gediegen Wikipedia],  [https://www.duden.de/rechtschreibung/gediegen Duden-online]
'''genügen:''' [https://www.dwds.de/wb/genügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/genügen Wiktionary] [https://www.zdl.org/?q=gen%C3%BCgen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/genuegen Duden-online] (nicht werbefrei); [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01346 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G08046 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G02053 Goethe]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Zeile 2.754: Zeile 2.727:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gediegen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gediegen''''']]
|siehe auch die Wortgeschichten [[begnügen|'''''begnügen''''']] und [[vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|[[genug|'''zurück zur Wortgeschichte ''genug''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----
----


=gedunsen=
=begnügen=
{{DISPLAYTITLE:gedunsen}}
{{DISPLAYTITLE:begnügen}}
Weiterleitung einrichten #Redirekt[[aufgedunsen]]
<div style="font-size:1.2em">
Wer sich mit etwas ''begnügt'', ist damit zufrieden und verlangt nicht mehr.


Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Verb ''begnügen'', was es bedeutet, wie es entstanden ist und wie die Wortformen im Satz gebildet werden.
</div>
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
Zeile 2.769: Zeile 2.748:


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__TOC__
__TOC__
Zeile 2.775: Zeile 2.755:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Adjektiv ist vom ausgestorbenen althochdeutschen Verb ''dinsan'' = ''ziehen, zerren, schleppen'' abgeleitet.
|Wenn du dich mit etwas ''begnügst'', dann bist du damit zufrieden. Du sagst also: Das reicht mir. Ich brauche nicht mehr.
 
Aus der Wortgruppe ''sich dinsen'' entwickelte sich die Bedeutung ''sich ausdehnen''. Daraus entstand später das heute selten gebrauchte Wort ''gedunsen''.
 
Im Mittelalter lautete die Form zunächst ''githinsan''. Später entwickelte sich daraus ''gedunsen''.
 
Wenn etwas ''aufgedunsen'' ist, dann ist es geschwollen oder ausgedehnt.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Grundwort ''dinsen'' wird heute nicht mehr gebraucht. Man sagt auch: ''Das Wort ist ausgestorben.''
|Das Wort ist von dem mittelhochdeutschen Verb ''begenüegen'' = zufriedenstellen abgeleitet. Darin steckt das Verb ''genügen'' und dies ist wiederum auf ''genug'' zurückzuführen.
 
Auch die Ableitung ''gedunsen'' kommt heute nur noch selten vor. Häufiger verwendet man das Wort ''aufgedunsen''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: swollen, puffed up
 
Französisch: gonflé
 
Lateinisch: tumidus
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''gedunsen''==
==Hinweise zum Wort ''begnügen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|geschwollen, ausgedehnt, aufgetrieben
|mit etwas zufrieden sein; nicht mehr verlangen
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Nach dem Stich war seine Hand ganz gedunsen.''
|''Lena begnügte sich mit einem kleinen Stück Kuchen.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
|'''Wortart:''' Verb


'''Worttrennung:''' ge-dun-sen
'''Worttrennung:''' be·gnü·gen


'''Aussprache:''' [ɡəˈdʊnzən]
'''Aussprache:''' [bəˈɡnyːɡn̩]
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.817: Zeile 2.782:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''gedunsen'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden heute kaum verwendet.
Das Wort ''begnügen'' ist ein regelmäßiges Verb. Es wird meistens reflexiv (auf sich selbst bezogen) gebraucht: ''sich begnügen''. Du kannst also nicht sagen: ''ich begnüge '''dich''''', sondern nur ''ich begnüge '''mich''''' ...
</div>
</div>


{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
!style="width: 30%"|Positiv
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!style="width: 30%"|Komparativ
(Singular)
!style="width: 40%"|Superlativ
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich begnüge mich
| style="width: 25%" |ich begnügte mich
| style="width: 25%" |ich habe mich begnügt
|-
|-
|style="width: 26%"|gedunsen
!2. Person
|style="width: 37%"|gedunsener
|du begnügst dich
|style="width: 37%"|am gedunsensten
|du begnügtest dich
|du hast dich begnügt
|-
!3. Person
|er/sie/es begnügt sich
|er/sie/es begnügte sich
|er/sie/es hat sich begnügt
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir begnügen uns
|wir begnügten uns
|wir haben uns begnügt
|-
!2. Person
|ihr begnügt euch
|ihr begnügtet euch
|ihr habt euch begnügt
|-
!3. Person
|sie begnügen sich
|sie begnügten sich
|sie haben sich begnügt
|-
|-
|}
|}
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - gedunsen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gedunsen''''']]
|siehe auch die Wortgeschichten [[genug|'''''genug''''']], [[genügen|'''''genügen''''']] und [[vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|[[Info - begnügen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''begnügen''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 2.842: Zeile 2.842:
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----


=Info - gedunsen=
=xxx Info - begnügen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gedunsen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gedunsen''''']]
|[[begnügen|'''zurück zur Wortgeschichte ''begnügen''''']]
|}
|}
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<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''begnügen'' gehört zur Wortfamilie von ''genug'' und ''genügen''. Es zeigt, dass jemand mit dem zufrieden ist, was vorhanden ist.
</div>


{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>




__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''gedunsen''==
==xxx Weiterführende Informationen zum Wort ''begnügen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *tens = hin und herziehen
|ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
 
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
got. ''at-þinsan'' = heranziehen
:⇒ genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
 
::⇒ genügen: ahd. ginuogen, mhd. genüegen
ahd. ''thinsan'', ''dinsan'', mhd. ''dinsen'' = ziehen, zerren, schleppen
:::⇒ mhd. benüegen, frühnhd. benügen = genug haben
:::⇒ parallel hierzu mhd. ''begenüegen'' = befriedigen, zufriedenstellen


8. Jh. ahd. ''thinsan''; 9. Jh. ''githinsan'', später ''gedunsen''
Fazit: Das Wort ist eine Verschmelzung von mhd. ''genüegen'' und mhd. ''benüegen'' = zufrieden sein. Das neuhochdeutsche ''benügen'' hält sich im deutschen Sprachraum bis Anfang des 18. Jahrhunderts, vereinzelt auch noch später. Es wird bereits ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von der Form ''begnügen'' verdrängt und ist heute ausgestorben.
 
15. Jh. ''aufdinsen'', ''aufdunsen'', später ''aufgedunsen''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Mehrwortausdrücken:'''
|aufgedunsen
|sich begnügen, sich damit begnügen, sich mit wenig begnügen
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|Dunst, gedunsen wirken
|begnügsam, begnügt, Begnügung, Selbstbegnügung
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das ursprüngliche Verb ''dinsen'' ist ausgestorben. Erhalten blieb das alte Morphem nur noch in wenigen Wörtern wie ''gedunsen'' oder ''aufgedunsen''.
|Das Wort ''begnügen'' ist eng mit ''genug'' verwandt. Wer sich begnügt, sagt gewissermaßen: „Das ist genug für mich.“
|- style="vertical-align:top;"
|
|Die Verkürzung des Präfix ''ge-'' zu ''g-'' finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
:begnügen - mhd. begenüegen
:eignen - mhd. eigenen
:Gnade - mhd. genāde
:leugnen - mhd. lougenen
:vergnügen - nhd. vergenügen
|-
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==xxx Redensarten, Zitate==
Die Bedeutung von ''begnügen = sich mit etwas abfinden'' kann sowohl positiv (ich bin mit etwas zufrieden) als auch negativ (mit etwas unzufrieden sein) verwendet werden. Es gibt nur wenige Redensarten und Zitate, in denen ''begnügen'' vorkommt. In den meisten wird das Verb in einer eher negativen Konnotation benutzt. Eine Anregung zum Nachdenken oder Schmunzeln finden sich hier allemal. Hier einige Beispiele:
 
:„Wenn du dich zu ''begnügen'' wüßtest, dann bräuchtest du den Tyrannen nicht zu schmeicheln.“ ― Diogenes von Sinope (413-323 v.Ch.) – [https://gutezitate.com/zitate/?q=begn%C3%BCgen&t=1 Quelle]
:„Wenn die Pfaffen nicht Tyrannen der Fürsten sein können, ''begnügen'' sie sich damit, ihre Schmeichler zu werden.“ ― Charles de Montesquieu (1689-1755) – [https://gutezitate.com/zitat/105621 Quelle]
:„Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem ''begnügen'' unmöglich.“ ― Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/2 Quelle]
:„In der Kunst muss man sich mit den Entdeckungen ''begnügen'' und sich vor den Erklärungen hüten.“ ― Georges Braque (1882-1963) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/ Quelle]
:„Warum sollen wir uns damit ''begnügen'', Kopien zu sein, wo Gott uns als Originale in die Welt gesetzt hat?“ ― Billy Graham (1918-2028) – [https://gutezitate.com/zitat/247308 Quelle]
:„Frauen ''begnügen'' sich nicht mehr mit der Hälfte des Himmels, sie wollen die Hälfte der Welt.“ ― Alice Schwarzer (1942-) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/2 Quelle]
: ...
 
==xxx Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''duns'' beziehungsweise die ältere Form ''dins'' kommt heute nicht mehr selbstständig vor. Es erscheint fast nur noch in den Wörtern ''gedunsen'' und ''aufgedunsen''.
| colspan="2" |'''Einerseits:''' Das Morphem ''nüg'' kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in ''genügen'', ''begnügen'', ''vergnügen'', ''genügend'' und ''Genügsamkeit''.
Wenn wir beim Wort ''begnügen'' eine Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''ge-''+''nüg'' betrachten, dann kommt das Morphem ''nüg'' (und ohne Umlaut ''nug'') nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ''ge-'' vor. Demnach wäre das Morphem ''nüg'' bzw. ''nug'' unikal.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| colspan="2" |'''Andererseits:''' Betrachten wir hingegen ''begnügen'' als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''gnüg'', dann kommt das Morphem ''gnüg'' nicht isoliert aber auch in der Wortbildung ''vergnügen'' vor, von der es viele weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem ''gnüg'' nicht unikal.
|Das Morphem ''duns'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
| colspan="2" |Das Präfix ''ge-'' kommt dagegen in vielen deutschen Wörtern vor.
| colspan="2" |'''Herkunft:''' Betrachtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb ''nügen'' (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben betrachtet werden.  Das ''g'' im Verb ''begnügen'' ist eine Verschmelzung (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Kofferwort Kontamination] von ''be''- und ''ge''-, sh. mhd. ''begenüegen''). Demnach ist ''g'' in ''begnügen'' eine Allomorph zum Präfix ''ge-''. Das Verb ''begnügen'' muss daher als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''ge-''+''nüg'' betrachtet werden und ''nüg'' (beziehungsweise ''nung'') ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ''ge-'' vorkommt.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''ge-'' ist daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|Das Morphem ''nüg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
[[#top |Seitenanfang]]<br>


==Belege/Quellen==
==xxx Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/gedunsen DWDS],
[https://www.dwds.de/wb/begnügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/begnügen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier insbesondere: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01062#0 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B01156#0 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=B02587#0 Grimm-1, [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B01497#0 Grumm-2]]), [https://www.zdl.org/?q=begnügen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/begnuegen Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://de.wiktionary.org/wiki/gedunsen Wiktionary],
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]
[https://www.zdl.org/?q=gedunsen ZDL],
[https://www.duden.de/rechtschreibung/gedunsen Duden-online]
 
gedunsen: 
[https://awb.saw-leipzig.de/?sigle=AWB&lemid=D00825 AWb],
[https://awb.saw-leipzig.de/?sigle=AWB&lemid=D00829 AWb-2],
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=D00448 BMZ],
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00667 Adelung]
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G03660 Grimm]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
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|[[gedunsen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gedunsen''''']]
|[[begnügen|'''zurück zur Wortgeschichte ''begnügen''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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=Gefahr=
<div style="color:red">Frage: Autofahren ist gefährlich - Stimmt das? Was hat Gefahr / gefährlich mit fahren zu tun?</div>


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=vergnügen=
 
<div style="font-size:1.2em">
=Gekröse=
Wer sich vergnügt, hat Spaß, freut sich oder verbringt eine schöne Zeit.
</div>


<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
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__TOC__
__TOC__
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|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das mittelhochdeutsche Wort ''gekrœse'' bedeutete ''kleines Gedärm''. Es ist vom mittelhochdeutschen Adjektiv ''krus'' = ''gedreht, gekrümmt'' abgeleitet und bedeutete ursprünglich also ''das Krause'' oder ''das Gedrehte''.
|In dem Wort ''vergnügen'' steckt das Wort ''genug''. Im Mittelalter hatte das Wort ''genuoc'' die Bedeutung ''es reicht'', ''es ist ausreichend'' oder ''es stellt zufrieden''. Aus ''genuoc'' entwickelten sich die Wörter ''genügen'' und ''vergenügen''. Die Vorsilbe ''ge-'' wurde später auf den Buchstaben ''g'' verkürzt. So entstand das heutige Verb ''vergnügen''.
 
Ähnlich entwickelte sich auch das Wort ''begnügen''. Es hieß früher ''begenügen''.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort bedeutete also ursprünglich ''kraus'' oder ''gedreht''. Deshalb konnte es später verschiedene Dinge bezeichnen:
|Das ist interessant. Aus ''zufriedenstellen'' (''genug'') wurde zunächst ''zufrieden sein'' (''vergenügen''). Daraus entwickelte sich die Bedeutung ''fröhlich sein'' und schließlich unsere heutige Bedeutung ''Spaß haben'' oder ''sich freuen''. So kann sich die Bedeutung eines Wortes im Laufe der Zeit Schritt für Schritt verändern.
 
|-
a) In der Anatomie nennt man die Falten im Bauchraum ''Gekröse.'' Diese umgeben die inneren Organe und halten halten sie zusammen. Diese Falten sehen auf den ersten Eindruck ziemlich ''kraus'' und ''wirr'' aus.
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
 
|englisch: ''to amuse'', ''to enjoy oneself''<br>
b) In der Medizin bezeichnet ''Gekröse'' die Eingeweide oder Innereien von Menschen und Tieren. Der Darm ist stark gewunden und gedreht, daher dieser Name.
französisch: ''s'amuser''<br>
 
spanisch: ''divertirse''
[[file:Bi-W-G Portrait Confused With Johannes Kepler 1610.jpg|right|x150px]]
c) In der Gastronomie nennt man essbare Innereien, besonders von Rindern oder Lämmern, ebenfalls ''Gekröse''.
 
d) Früher bezeichnete man auch eine kraus gefaltete Halskrause als ''Gekröse''. Auch diese sieht ''kraus'' und ''gedreht'' aussah. Dieses Kleidungsstück ist aus der Mode gekommen. Du findest es nur noch auf alten Bildern. Auf dem rechten Bild siehst du eine solche Halskrause.
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Gekröse''==
==Hinweise zum Wort ''vergnügen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Eingeweide, Darmgekröse oder Innereien
|a) Freude bereiten<br>
b) Spaß haben<br>
c) sich amüsieren
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Der Arzt untersuchte das Gekröse des Patienten.''
|''Die Kinder vergnügten sich den ganzen Nachmittag im Schwimmbad.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen
|'''Wortart:''' Verb


'''Worttrennung:''' Ge-krö-se
'''Worttrennung:''' ver·gnü·gen


'''Aussprache:''' [ɡəˈkʁøːzə]
'''Aussprache:''' [fɛɐ̯ˈɡnyːɡn̩]
|-
|-
|}
|}
Zeile 2.972: Zeile 2.984:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Gekröse'' ist ein Nomen sächlichen Geschlechts. Es wird meist nur im Singular verwendet.
Das Wort ''vergnügen'' wird heute meist reflexiv gebraucht: ''sich vergnügen''.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
{| class="wikitable" style="width: 90%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
!style="width: 14%"|
| colspan="2" |
!style="width: 20%"|
!Gegenwart
!style="width: 33%"|Singular
(Präsens)
!style="width: 33%"|Plural
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 22%" |ich vergnüge mich
| style="width: 25%" |ich vergnügte mich
| style="width: 28%" |ich habe mich vergnügt
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!2. Person
!Nominativ
|du vergnügst dich
|das Gekröse
|du vergnügtest dich
|die Gekröse
|du hast dich vergnügt
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!3. Person
!Genitiv
|er/sie/es vergnügt sich
|des Gekröses
|er/sie/es vergnügte sich
|der Gekröse
|er/sie/es hat sich vergnügt
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
! rowspan="3" |Mehrzahl
!Dativ
(Plural)
|dem Gekröse
!1. Person
|den Gekrösen
|wir vergnügen uns
|wir vergnügten uns
|wir haben uns vergnügt
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!2. Person
!Akkusativ
|ihr vergnügt euch
|das Gekröse
|ihr vergnügtet euch
|die Gekröse
|ihr habt euch vergnügt
|-
|-
|}
!3. Person
 
|sie vergnügen sich
</br>
|sie vergnügten sich
----
|sie haben sich vergnügt
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Gekröse| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gekröse''''']]
|[[Info - vergnügen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''vergnügen''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 3.013: Zeile 3.042:
----
----


=Info - Gekröse=
=Info - genug (Wortgruppe)=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gekröse|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gekröse''''']]
|[[vergnügen|'''zurück zur Wortgeschichte ''vergnügen''''']]
|}
|}
----
----
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''vergnügen'' gehört zur Wortfamilie von ''genug'' und ''genügen''. Seine heutige Bedeutung ''Spaß haben'' entwickelte sich aus der älteren Bedeutung ''zufrieden sein''.
</div>


{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
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__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gekröse''==
==Weiterführende Informationen zur Wortgruppe ''genug''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
===Entstehung===
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
ie. *enk̑-, *nek̑- = erreichen, erlangen
|<abbr>germ.</abbr> *kruzla, <abbr>ahd.</abbr> krul, <abbr>mhd.</abbr> krol = kraus, lockig
:⇒ germ. *nōga-, *nōgaz = genug seiend
:⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
::⇒ '''genug''': 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
:::⇒ '''genügen''': ahd. ginuogen, mhd. genüegen = befriedigen, reichlich vorhanden sein
:::⇒ '''benügen:''' mhd. benüegen, frühnhd. benügen = genug haben
 
::::⇒ '''begnügen:''' (Kontamination aus ''genügen'' und ''benügen'') mhd. ''begenüegen'' = befriedigen, zufriedenstellen
::::: ab ca. 15. Jh. Verschmelzung der Präfixe ''be-'' und ''ge-'' durch Wegfall des ''e'' zu ''beg-'': ''begnügen''
 
::::⇒ '''vergnügen:''' mhd. ''vernüegen'', frühnhd. ''vernügen'' = zufrieden stellen, Genugtuung leisten
::::: parallel hierzu frühnhd. ''vergenügen''
::::: ab ca. 15. Jh. Verschmelzung der Präfixe ''ver-'' und ''ge-'' durch Wegfall des ''e'' zu ''verg-'': ''vergnügen'' '''Fazit:''' Bei den Wörtern begnügen und vergnügen finden wir eine Verschmelzung von mhd. ''genüegen'' und mhd. ''benüegen'' bzw. mhd. ''vernügen''. Das neuhochdeutsche ''benügen'' hält sich im deutschen Sprachraum bis Anfang des 18. Jahrhunderts, vereinzelt auch noch später. Es wird bereits ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von der Form ''begnügen'' verdrängt und ist heute ausgestorben. Gleiches gilt für das Verb ''vergnügen''.
 
 
'''Bedeutungswandel ''vergnügen'':'''
::⇒ zunächst ''jemanden zufrieden stellen'', ''befriedigen'', ''entschädigen'', ''eine Schuld begleichen''
:::⇒ später ''innere Zufriedenheit empfinden''
::::⇒ ''fröhlich stimmen'', ''erheitern''
:::::⇒ heute meist: ''Spaß haben'', ''sich amüsieren'', ''sich freuen''


mhd. ''krus'' = gedreht, gekrümmt, kraus
===Ableitungen===


mhd. ''gekrœse'' = kleines Gedärm; ürsprünglich also ''das Gedrehte'' oder ''das Krause''
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|style="width: 10%; |'''genug:'''
|Darmgekröse, [https://www.dwds.de/wb/Kalbsgekr%C3%B6se Kalbsgekröse]
|[https://www.dwds.de/wb/Genüge Genüge], [https://www.dwds.de/wb/genügen genügen], [https://www.dwds.de/wb/genügend genügend]
veraltet: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G06216 gekröselt], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00992 Gekrösader], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00993 Gekrösdrüse], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=G02074 Gekrösentzündung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G06217 Gekrösfell], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=G02076 Gekrösgeflecht], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=G02077 Gekröshaut], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G06218 Gekrösmantel], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G06219 Gekröspulsader], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=G02079 Gekrösschlagader]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Grundwort:'''
|'''begnügen:'''
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Kr%C3%B6se Kröse], [https://www.dwds.de/wb/kr%C3%B6seln kröseln]; [https://www.dwds.de/wb/Kr%C3%B6selzange Kröselzange], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Kroeseeisen Kröseeisen], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=K14836 Kröseldorn] (Krausbeere)
|[https://www.dwds.de/wb/begn%C3%BCgsam begnügsam], [https://www.dwds.de/wb/Begn%C3%BCgung Begnügung]
|-
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''vergnügen:'''
|Das Wort ''Gekröse'' wurde früher auch für die gefaltelte Halskrause verwendet, weil diese stark gekräuselt war.
|[https://de.wiktionary.org/wiki/vergn%C3%BCgt vergnügt], [https://de.wiktionary.org/wiki/vergn%C3%BCglich vergnüglich], [https://de.wiktionary.org/wiki/Vergn%C3%BCgen Vergnügen], [https://de.wiktionary.org/wiki/Vergn%C3%BCgung Vergnügung]
 
In der heutigen Alltagssprache wird das Wort meist nur noch in der Medizin oder Fachsprache verwendet.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''kröse'' kommt im heutigen Sprachgebrauch als Nomen in einigen Dialekten, als Fachbegriff (Küfer, Glaser) und als Adjektiv ''kröseln'' vor. Demnach kommt das Morphem nicht isoliert und auch in verschiedenen Wortbildungen vor.
|-
| colspan="2" |Es gibt keinen etymologischen- oder Bedeutungszusammenhang zum Verb [https://www.dwds.de/wb/dwb/krosen ''krosen''], dem Nomen [https://www.dwds.de/wb/dwb/kros ''Kros''/''Krös''] und dem Eigennamen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%B6sus ''Krösus''].
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''krös'' ist daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
=== gn ⇒ g ===
 
Die Verkürzung des Präfix ''ge-'' zu ''g-'' finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
==Belege/Quellen==
:begnügen - mhd. begenüegen
:eignen - mhd. eigenen
:Gnade - mhd. genāde
:leugnen - mhd. lougenen
:vergnügen - nhd. vergenügen
== Wortbildungen ==


Gekröse: [https://www.dwds.de/wb/Gekröse DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Gekröse Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] ([https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00991 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gekr%C3%B6se&stichwort=&options&#x5B;case&#x5D;=1&options&#x5B;exact&#x5D;=1 BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=K01671 BMZ], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G06215 Grimm], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=K16970 RhWb], ), [https://www.zdl.org/?q=Gekröse ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gekroese Duden-online]
=== genug, genügen ===
 
<div style="color:red">
Kröse: [https://www.dwds.de/wb/Kröse DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Kröse Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz], ([https://bdo.badw.de/suche?lemma=Kr%C3%B6se&stichwort=&options&#x5B;case&#x5D;=1&options&#x5B;exact&#x5D;=1 BDO], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=K01670 BMZ], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=K14831 Grimm]), [https://digital.idiotikon.ch/idtkn/id3.htm#!page/30859/mode/1up Idiotikon] (Chrȫs, Grȫsch, Chrȫsch), [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/k/kk07368.htm Krünitz], [https://www.zdl.org/?q=Kr%C3%B6se ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Kroese Duden-online]
Einführungstext fehlt noch - Hinweis: Genugtuung (23,5), genugtun (105), genugsam (232), übergenug (188) Nennung in DWDS-Korpora
 
</div>
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
 
|- style="vertical-align:top;"
<br>
|style="width: 10%; |'''genug:'''
----
|[https://www.dwds.de/wb/genugsam genugsam], [https://www.dwds.de/wb/genugtun genugtun], [https://www.dwds.de/wb/Genugtuung Genugtuung], [https://www.dwds.de/wb/%C3%BCbergenug übergenug]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|- style="vertical-align:top;"
|[[Gekröse|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gekröse''''']]
|'''genügen'''
|[https://www.dwds.de/wb/Genüge Genüge], [https://www.dwds.de/wb/genügend genügend], [https://www.dwds.de/wb/Genügen Genügen], [https://www.dwds.de/wb/Genügsamkeit Genügsamkeit], [https://www.dwds.de/wb/selbstgenügsam selbstgenügsam], [https://www.dwds.de/wb/Selbstgenügsamkeit Selbstgenügsamkeit], [https://www.dwds.de/wb/Ungenügen Ungenügen], [https://www.dwds.de/wb/ungenügend ungenügend]
|- style="vertical-align:top;"
|'''begnügen'''
|[https://www.dwds.de/wb/begn%C3%BCgsam begnügsam], [https://www.dwds.de/wb/Begn%C3%BCgung Begnügung]
|-
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
=Gelichter=


<div style="font-size:1.2em">
=== vergnügen ===
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
Das Nomen ''Vergnügen'' als Letztglied ist in Wortbildungen sehr produktiv. Im Prinzip kann vieles zu einem ''Vergnügen'' führen. Das ''baden'' zum ''Badevergnügen'', ''Ferien'' zu ''Ferienvergnügen'', ''fahren'' zu ''Fahrvergnügen'', ''Instagram'' zu ''Instagrammvergnügen'', ''Radfahren'' zu ''Radfahrvergnügen'', zu ''Mountainbikevergnügen'', zu ''Rennradvergnügen'', zu ''Radrennvergnügen'' usw. usf. All diese Wörter wirst du in keinem Wörterbuch finden. Immer wieder tauchen neue Dinge auf, an oder bei denen Menschen ''sich vergnügen''.
</div>


----
Zur Nomenbildung ''Vergnügung'' gibt es deutlich weniger Wortbildungen. Es ist nicht sehr produktiv. ''Vergnügung'' steht in Wortbildungen (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) als Erstglied.


__TOC__
Die folgende Tabelle enthält viele Wortbildungen mit ''Vergnügen'' als Erst- oder Letztglied.


==Wortherkunft==
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|+Wortbildungen zum Grundwort [https://www.dwds.de/wb/vergnügen vergnügen]
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
! colspan="2" |[https://www.dwds.de/wb/Vergnügen Vergnügen]
|Das Wort ''Gelichter'' bezeichnet heute meistens eine Gruppe von Menschen, über die man sich ärgert oder schlecht denkt. Gemeint ist oft Gesindel oder eine unangenehme Menschengruppe.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
! style="width: 12%;vertical-align:top;text-align:left" |Letzglied
|Das war früher ganz anders. Da hatte das Nomen ''Gelichter'' eine eher positive Bedeutung.
|[https://www.dwds.de/wb/Abendvergnügen Abendvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Badevergnügen Badevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Ballvergnügen Ballvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Einkaufsvergnügen Einkaufsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Eisvergnügen Eisvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Fahrvergnügen Fahrvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Feierabendvergnügen Feierabendvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Ferienvergnügen Ferienvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Fernsehvergnügen Fernsehvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Filmvergnügen Filmvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Freiluftvergnügen Freiluftvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Freizeitvergnügen Freizeitvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Gaumenvergnügen Gaumenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Grillvergnügen Grillvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Hauptvergnügen Hauptvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Hörvergnügen Hörvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Jagdvergnügen Jagdvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Kindervergnügen Kindervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Kinovergnügen Kinovergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Lesevergnügen Lesevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Massenvergnügen Massenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Missvergnügen Missvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Pistenvergnügen Pistenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Privatvergnügen Privatvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Schneevergnügen Schneevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Schwimmvergnügen Schwimmvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sehvergnügen Sehvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Skivergnügen Skivergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sommervergnügen Sommervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sonntagsvergnügen Sonntagsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Spaßvergnügen Spaßvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Spielvergnügen Spielvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Tanzvergnügen Tanzvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Theatervergnügen Theatervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Urlaubsvergnügen Urlaubsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Volksvergnügen Volksvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Wintervergnügen Wintervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Wochenendvergnügen Wochenendvergnügen]
Im Mittelalter gab es das Wort ''lehtar''. Es bedeutete ''Lager, Bett''. Mit der Vorsilbe ''ge''- entstand hieraus ''gelihter.''
 
Aus der Bedeutung ''Menschen, die aus dem gleichen Lager kommen'' entstand die Bedeutung ''Menschen mit übereinstimmender Art, Sippe, Geschlecht.'' Ab dem 17. Jahrhundert verschob sich die Bedeutung zunehmend ins negative. Heute bedeutete das Nomen ''Gesindel'' und wird umgangssprachlich eher als Schimpfwort und beleidigend verwendet.
|-
|-
|}
! colspan="2" |[https://www.dwds.de/wb/Vergnügung Vergnügung]
 
==Hinweise zum Wort ''Gelichter''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|abwertend: eine als schlecht oder unangenehm angesehene Gruppe von Menschen; Gesindel
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Der alte Mann wollte mit diesem lauten Gelichter nichts zu tun haben.''
''Nachts treiben sich im Park allerlei Gelichter herum.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum
 
'''Worttrennung:''' Ge·lich·ter
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈlɪçtɐ]
|-
|-
|}
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Erstglied
 
|[https://www.dwds.de/wb/Freizeitvergnügung Freizeitvergnügung], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsangebot Vergnügungsangebot], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsanlage Vergnügungsanlage], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsausflug Vergnügungsausflug], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsausschuss Vergnügungsausschuss], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsbetrieb Vergnügungsbetrieb], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsdampfer Vergnügungsdampfer], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsetablissement Vergnügungsetablissement], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsfahrt Vergnügungsfahrt], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsindustrie Vergnügungsindustrie], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungskommission Vergnügungskommission], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungslokal Vergnügungslokal], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsmeile Vergnügungsmeile], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsmöglichkeit Vergnügungsmöglichkeit], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungspalast Vergnügungspalast], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungspark Vergnügungspark], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsreise Vergnügungsreise], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsreisende Vergnügungsreisende], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsschiff Vergnügungsschiff], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsstätte Vergnügungsstätte], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssteuer Vergnügungssteuer], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssucht Vergnügungssucht], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssüchtige Vergnügungssüchtige], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungstempel Vergnügungstempel], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsviertel Vergnügungsviertel], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungswart Vergnügungswart], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungswartin Vergnügungswartin], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungszentrum Vergnügungszentrum], [https://www.dwds.de/wb/Volksvergnügung Volksvergnügung]
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Gelichter'' wird meist nur im Singular verwendet. Es bezeichnet häufig eine Menschengruppe als Gesamtheit.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
! colspan="2" |''Adjektive''
!Nominativ
|das Gelichter
|die Gelichter
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
! style="vertical-align:top;text-align:left" |[https://www.dwds.de/wb/vergnügt -vergnügt]
!Genitiv
|[https://www.dwds.de/wb/missvergnügt missvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/quietschvergnügt quietschvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/seelenvergnügt seelenvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/stillvergnügt stillvergnügt]; ([https://www.dwds.de/wb/Vergnügtheit Vergnügtheit])
|des Gelichters
|der Gelichter
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
! style="vertical-align:top;text-align:left" |vergnügung-
!Dativ
|[https://www.dwds.de/wb/vergnügenshalber vergnügenshalber], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungslustig vergnügungslustig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungssteuerpflichtig vergnügungssteuerpflichtig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungssüchtig vergnügungssüchtig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungswillig vergnügungswillig]
|dem Gelichter
|den Gelichtern
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige
!Akkusativ
|[https://www.dwds.de/wb/vergnüglich vergnüglich] ([https://www.dwds.de/wb/Vergnüglichkeit Vergnüglichkeit]), [https://www.dwds.de/wb/vergnügsam vergnügsam]
|das Gelichter
|die Gelichter
|-
|-
|}
|}


</br>
== Redensarten, Zitate ==
----
<div style="color:red">
{| style="width: 100%; text-align:center;"
es fehlen noch Mehrwortausdrücke, Redensarten, Zitate für verschiedene Wörter (genug, genügen, begnügen, vergnügen) </div>
|[[Info - Gelichter| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gelichter''''']]
=== Mehrwortausdrücke ===
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Info - Gelichter=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gelichter|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gelichter''''']]
|}
----
 
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
 
 
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gelichter''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|-
|ie. *legh- = (sich) legen, liegen; lat. ''lectus'' = Lagerstatt, Bett
| style="width: 10%;vertical-align:top" |'''begnügen:'''
:⇒ ahd. ''lehtar'' = Lager (9. Jh.)
|sich begnügen, sich damit begnügen, sich mit wenig begnügen
::⇒ ahd. ''gilehtar'' = Gebärmutter, eigentlich: Ort, wo das Kind liegt (ca. 10. Jh.)
:::⇒ mhd. ''gelihter'' = Menschen übereinstimmender Art, Sippe, Geschlecht (ca. 14. Jh.)
::::⇒ nhd. ''Gelichter'' = Menschengruppe
:::::⇒ später abwertend: Gesindel (ab 17. Jh.)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''xx:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Diebsgelichter Diebsgelichter] / [https://www.dwds.de/wb/Diebsgelichter Diebesgelichter]
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort hatte ursprünglich keine negative Bedeutung. Erst im Laufe der Sprachgeschichte wurde daraus ein Schimpfwort für eine als unangenehm empfundene Menschengruppe.
|}
|}
 
==Unikales Morphem ?==
=== Redensarten ===
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
'''genug'''
| colspan="2" |Das Morphem ''licht(er)'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor. Ein etymologischer oder Bedeutungszusammenhang zum Nomen ''Licht'' besteht nicht.
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%;margin:auto"
|+Redensarten, die ''genug, genügend, begnügen'' oder ''vergnügen'' enthalten
!
!style="width: 30%"|Redensart / Sprichwort
!style="width: 60%"|Kurze Bedeutung
!style="width: 10%"|Belege
|-
|1
|Genug ist besser als zuviel.
|Maßhalten ist besser, als mehr zu besitzen oder zu verlangen, als man braucht.
|[https://projekt-gutenberg.org/authors/karl-simrock/books/die-deutschen-sprichwoerter/chapter/2/ Quelle (3402)]
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|1
|Das Morphem ''licht(er)'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|Genug haben ist mehr als viel haben.
|Zufriedenheit mit dem Vorhandenen macht reicher als großer Besitz ohne Genügsamkeit.
|[https://projekt-gutenberg.org/authors/karl-simrock/books/die-deutschen-sprichwoerter/chapter/2/ Quelle (3403)]
|-
|-
|}
|1
 
|Nur der hat genug, wer sich's genug sein lässt.
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|Wer mit dem zufrieden ist, was er hat, empfindet keinen Mangel.
 
|[https://dokumen.pub/die-weisheit-auf-der-gasse-oder-sinn-und-geist-deutscher-sprichwrter-3891908016.html Quelle (S.198)]
==Belege/Quellen==
|-
 
|1
[https://www.dwds.de/wb/Gelichter DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Gelichter Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01146 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G07088 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G01707 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=G01678 PfWb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=L03826 RhWb]), [https://www.zdl.org/?q=Gelichter ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Gelichter Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gelichter Duden-online] (nicht werbefrei)
|Wer nie genug hat, ist immer arm.
 
|Wer immer mehr haben will, fühlt sich trotz seines Besitzes arm; Gier verhindert Zufriedenheit.
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|[https://www.volkskundemuseum.at/jart/prj3/volkskundemuseum/data/publikation/1533520002752/1533520002752.pdf Quelle (S.52)]
 
|-
<br>
|1
----
|Das ist kaum genug für seinen hohlen Zahn.
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|Eine Menge – ursprünglich besonders Essen oder Trinken – ist für jemanden viel zu klein; sie reicht bei Weitem nicht aus.
|[[Gelichter|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gelichter''''']]
|[https://operone.de/spruch/de197/ Quelle]
|}
|-
{{WörterABC-Tabelle}}
|2
__INDEX__
|Dem Weisen genügt ein Wort.
----
|Ein kluger Mensch versteht schon einen kurzen Hinweis; man muss ihm nicht alles ausführlich erklären.
 
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Phrasen/V Quelle]
=genesen=
{{DISPLAYTITLE:genesen}}
 
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>
 
----
 
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|2
|Das Verb ''genesen'' ist schon sehr alt. Vor rund tausend Jahren schrieb man ''ginesan''. Das bedeutete ''überleben'' oder ''gerettet werden''. Mit der Zeit hat sich die Bedeutung eingeengt. Früher hatte das Verb auch die Bedeutung ''ein Kind gebären, zur Welt bringen''. Diese Bedeutung findest du heute aber nur noch in alten gehobenen Texten.
|Das genügt!
|Aufforderung, mit etwas aufzuhören: „Jetzt ist es genug!“
|[https://www.duden.de/rechtschreibung/genuegen Quelle]
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|2
|Heute bedeutet ''genesen'' vor allem ''nach einer Krankheit wieder gesund werden''.
|Das muss genügen.
|Mit dem Vorhandenen muss man sich zufriedengeben, auch wenn mehr wünschenswert wäre.
|[https://de.langenscheidt.com/deutsch-englisch/genuegen Quelle]
|-
|-
|}
|2
 
|sich selbst genügen
==Hinweise zum Wort ''genesen''==
|Mit sich selbst auskommen; andere Menschen oder äußere Dinge nicht benötigen, um zufrieden zu sein.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://www.duden.de/rechtschreibung/autark Quelle]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|nach einer Krankheit wieder gesund werden
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Nach einigen Wochen im Krankenhaus ist die Patientin wieder genesen.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' ge·ne·sen
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈneːzn̩]
|-
|-
|}
|2
 
|den Anforderungen genügen
==Wortformen==
|Die gestellten Anforderungen erfüllen; gut genug für einen bestimmten Zweck sein.
<div style="font-size:1.2em">
|[https://www.duden.de/rechtschreibung/genuegen Quelle]
Das Verb ''genesen'' ist ein starkes Verb. Das Präteritum lautet ''genas''. Das Partizip II heißt ''genesen'', Hilfsverb ''sein''.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|3
(Singular)
|Wer sich begnügen lässt, hat alle Tage ein Fest.
! style="width: 13%" |1. Person
|Wer mit dem zufrieden ist, was er hat, kann sich dauerhaft glücklich fühlen.
| style="width: 25%" |ich genese
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Wander&lemid=B00415 Quelle]
| style="width: 25%" |ich genas
| style="width: 25%" |ich bin genesen
|-
|-
!2. Person
|3
|du genest
|sich mit wenigem begnügen
|du genasest, genast
|Mit wenig zufrieden sein und nicht mehr verlangen.
|du bist genesen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01062 Quelle]
|-
|-
!3. Person
|3
|er/sie/es genest
|sich mit Brot und Wasser begnügen
|er/sie/es genas
|Mit sehr einfacher bzw. karger Versorgung zufrieden sein.
|er/sie/es ist genesen
|[https://fwb-online.de/lemma/begn%C3%BCgen.s.3v Quelle]
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
|3
(Plural)
|sich mit dem begnügen, was man hat
!1. Person
|Mit dem eigenen Besitz bzw. den vorhandenen Möglichkeiten zufrieden sein.
|wir genesen
|[https://de.wiktionary.org/wiki/begn%C3%BCgen Quelle]
|wir genasen
|wir sind genesen
|-
|-
!2. Person
|3
|ihr genest
|Mir begnüget, wie's Gott füget.
|ihr genaset
|Man nimmt zufrieden an, was einem das Schicksal bzw. Gott zuteilt.
|ihr seid genesen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Wander&lemid=B00415 Quelle]
|-
|-
!3. Person
|4
|sie genesen
|Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
|sie genasen
|Bevor man sich ausruht oder etwas Schönes unternimmt, soll man zunächst seine Pflichten erledigen.
|sie sind genesen
|[https://de.wiktionary.org/wiki/vergn%C3%BCgen Quelle]
|-
|4
|Es war mir ein Vergnügen.
|Höfliche Formel: „Ich habe es gern getan“ bzw. „Es hat mich gefreut.“
|[https://www.duden.de/rechtschreibung/Vergnuegen Quelle]
|-
|4
|Ein teures Vergnügen sein.
|Etwas macht Freude oder ist erstrebenswert, kostet aber viel Geld.
|[https://www.duden.de/rechtschreibung/Vergnuegen Quelle]
|-
|4
|Ein zweifelhaftes Vergnügen sein.
|Etwas, das eigentlich angenehm sein sollte, in Wirklichkeit aber wenig oder gar keine Freude macht; oft ironisch.
|[https://www.duden.de/rechtschreibung/Vergnuegen Quelle]
|-
|4
|Mit Vergnügen!
|„Sehr gern!“; höfliche Antwort auf eine Bitte oder einen Vorschlag.
|[https://grammatisch.de-academic.com/searchall.php?SWord=Vergn%C3%BCgen&from=de&to=xx&did=grammatisch&stype= Quelle]
|-
|-
|}
|}


</br>
=== Zitate ===
----
'''genug'''
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - genesen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''genesen''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----


=Info - genesen=
xxx
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[genesen|'''zurück zur Wortgeschichte ''genesen''''']]
|}
----


{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
'''begnügen'''


Die Bedeutung von ''begnügen = sich mit etwas abfinden'' kann sowohl positiv (ich bin mit etwas zufrieden) als auch negativ (mit etwas unzufrieden sein) verwendet werden. Es gibt nur wenige Redensarten und Zitate, in denen ''begnügen'' vorkommt. In den meisten wird das Verb in einer eher negativen Konnotation benutzt. Eine Anregung zum Nachdenken oder Schmunzeln finden sich hier allemal. Hier einige Beispiele:
:„Wenn du dich zu ''begnügen'' wüßtest, dann bräuchtest du den Tyrannen nicht zu schmeicheln.“ ― Diogenes von Sinope (413-323 v.Ch.) – [https://gutezitate.com/zitate/?q=begn%C3%BCgen&t=1 Quelle]
:„Wenn die Pfaffen nicht Tyrannen der Fürsten sein können, ''begnügen'' sie sich damit, ihre Schmeichler zu werden.“ ― Charles de Montesquieu (1689-1755) – [https://gutezitate.com/zitat/105621 Quelle]
:„Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem ''begnügen'' unmöglich.“ ― Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/2 Quelle]
:„In der Kunst muss man sich mit den Entdeckungen ''begnügen'' und sich vor den Erklärungen hüten.“ ― Georges Braque (1882-1963) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/ Quelle]
:„Warum sollen wir uns damit ''begnügen'', Kopien zu sein, wo Gott uns als Originale in die Welt gesetzt hat?“ ― Billy Graham (1918-2028) – [https://gutezitate.com/zitat/247308 Quelle]
:„Frauen ''begnügen'' sich nicht mehr mit der Hälfte des Himmels, sie wollen die Hälfte der Welt.“ ― Alice Schwarzer (1942-) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/2 Quelle]
: ...
:'''vergnügen'''
:Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.


__TOC__
=== Freude oder Vergnügen ===
Nicht nur für Psychologen interessant: [https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fromm Erich Fromm] unterscheidet zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Freude#Vergn%C3%BCgen ''Vergnügen''] als kurzzeitiges Hochgefühl und [https://de.wikipedia.org/wiki/Freude ''Freude''] als ein Gefühl auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Beides kennzeichnet ein Lebensprinzip. ''Freude'' als langfristiges Lebensprinzip (Selbstverwirklichung) und ''Vergnügen'' als kurzfristiges Lebensprinzip (Kennzeichen der Konsumgesellschaft).
----


==Weiterführende Informationen zum Wort ''genesen''==
==xxx Weiterführende Informationen zum Wort ''begnügen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 12%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *nes- ''wohlbehalten wohin gelangen, das sichere Heim erreichen'' → germ. *nazjan ''genesen machen''
|ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
:⇒ ahd. ''nerien'' → mhd. ''neren'', ''nerigen'' = genesen machen, (er)retten, am Leben erhalten → ''nähren'' = mit Nahrung versorgen
germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
:⇒ ahd. ''ginesan'', mhd. ''genesen'' = gesund werden
:⇒ genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
|- style="vertical-align:top;"
::⇒ genügen: ahd. ginuogen, mhd. genüegen
|'''Wortbildungen:'''
:::⇒ mhd. benüegen, frühnhd. benügen = genug haben
|[https://www.dwds.de/wb/genesen genesen]: [https://www.dwds.de/wb/wiedergenesen wiedergenesen]
:::⇒ parallel hierzu mhd. ''begenüegen'' = befriedigen, zufriedenstellen
|- style="vertical-align:top;"
 
|[https://www.dwds.de/wb/Genesung Genesung] (Erstglied):
Fazit: Das Wort ist eine Verschmelzung von mhd. ''genüegen'' und mhd. ''benüegen'' = zufrieden sein. Das neuhochdeutsche ''benügen'' hält sich im deutschen Sprachraum bis Anfang des 18. Jahrhunderts, vereinzelt auch noch später. Es wird bereits ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von der Form ''begnügen'' verdrängt und ist heute ausgestorben.
|[https://www.dwds.de/wb/Genesungsbegleiter Genesungsbegleiter], [https://www.dwds.de/wb/Genesungschance Genesungschance], [https://www.dwds.de/wb/Genesungsheim Genesungsheim], [https://www.dwds.de/wb/Genesungskompanie Genesungskompanie], [https://www.dwds.de/wb/Genesungskur Genesungskur], [https://www.dwds.de/wb/Genesungsnachweis Genesungsnachweis], [https://www.dwds.de/wb/Genesungsprozess Genesungsprozess], [https://www.dwds.de/wb/Genesungsurlaub Genesungsurlaub], [https://www.dwds.de/wb/Genesungswunsch Genesungswunsch], [https://www.dwds.de/wb/Genesungszeit Genesungszeit]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|[https://www.dwds.de/wb/Genesung Genesung] (Letztglied):  
|'''Mehrwortausdrücken:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Müttergenesung Müttergenesung], [https://www.dwds.de/wb/Müttergenesungsheim Müttergenesungsheim], [https://www.dwds.de/wb/Müttergenesungskur Müttergenesungskur], [https://www.dwds.de/wb/Müttergenesungswerk Müttergenesungswerk], [https://www.dwds.de/wb/Wiedergenesung Wiedergenesung]
|sich begnügen, sich damit begnügen, sich mit wenig begnügen
|- style="vertical-align:top;"
|[https://www.dwds.de/wb/Genesene Genesene]:
|[https://www.dwds.de/wb/Genesenennachweis Genesenennachweis], [https://www.dwds.de/wb/Genesenenstatus Genesenenstatus]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Genesung Genesung], die/der [https://www.dwds.de/wb/Genesene Genesene]
|[https://www.dwds.de/wb/begn%C3%BCgsam begnügsam], begnügt, [https://www.dwds.de/wb/Begn%C3%BCgung Begnügung], Selbstbegnügung
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|[[File:Be-W-G genesen.jpg|link=https://www.dwds.de/r/plot/?view=1&corpus=zeitungenxl&norm=date%2Bclass&smooth=spline&genres=0&grand=1&slice=1&prune=0&window=0&wbase=0&logavg=0&logscale=0&xrange=1946%3A2024&q1=Genesung|Quelle|right|250px]]Während der Corona-Pandemie wurde das Wort ''Genesene'' sehr häufig verwendet. Damit bezeichnete man Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden hatten. Auch Wörter wie ''Genesungsnachweis'' oder ''Genesenenstatus'' wurden damals oft benutzt.
|Das Wort ''begnügen'' ist eng mit ''genug'' verwandt. Wer sich begnügt, sagt gewissermaßen: „Das ist genug für mich.
 
|- style="vertical-align:top;"
Die rechte Grafik zeigt den Verlauf des Nomens ''Genesung''. Nach dem zweiten Weltkrieg und vielen Verletzten Soldaten und Zivilisten ging die Verwendungskurve mit einiger Verzögerung (die für die Genesung gebraucht wurde) steil nach oben. Fast auf den gleichen Höchststand stieg die Kurve 2021 in Folge der Coronapandemie an.
|
|}
|
 
:
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''nes'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur mit dem Präfix ''ge-'' im Wort ''genesen'' vor. Wortbildungen kommen zum Morphem ''nes'' nur zusammen mit dem Präfix ''ge''- vor.
|-
| colspan="2" |Auf den gleichen germanischen Worturspung kann auch das Verb ''nähren'' zurückgeführt werden. Allerdings hat sich hieraus ein Morphem mit völlig anderer Schreibung entwickelt.
|-
| colspan="2" |Einen etymologischen und Bedeutungszusammenhang zur Wortfamilie ''Genese'' besteht nicht.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''nes'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
----


==Belege/Quellen==
==xxx Weiterführende Informationen zum Wort ''vergnügen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 12%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen


[https://www.dwds.de/wb/genesen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/genesen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01323 Adelung], zu den alten Bedeutungen sh. vor allem: [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G07918 Grimm], hier 2. und 3., [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G02006 Goethe] hier 2., [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/g/kg01452.htm Krünitz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Lexer&lemid=G02107 Mittelhochdeutsch Wb]), [https://www.zdl.org/?q=genesen ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Rekonvaleszenz Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/genesen Duden-online] (nicht werbefrei)
:⇒ genug: 8. Jh. ahd. ''ginuog'', ''ginuogi'', mhd. ''genuoc'' = ausreichend
::⇒ mhd. ''vernüegen'', frühnhd. ''vernügen'' = zufrieden stellen, Genugtuung leisten
:::⇒ parallel hierzu frühnhd. ''vergenügen''
::::⇒ ab dem 17. Jh. Verschmelzung des Präfixes ''ge-'' zu ''g'' = ''vergnügen''


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
'''Bedeutungswandel:'''


<br>
:⇒ zunächst ''jemanden zufrieden stellen'', ''befriedigen'', ''entschädigen'', ''eine Schuld begleichen''
----
::⇒ später ''innere Zufriedenheit empfinden''
{| style="width: 100%; text-align:center;"
:::⇒ ''fröhlich stimmen'', ''erheitern''
|[[genesen|'''zurück zur Wortgeschichte ''genesen''''']]
::::⇒ heute meist: ''Spaß haben'', ''sich amüsieren'', ''sich freuen''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Vergnügen, Vergnügungspark, Vergnügungsreise, Vergnügungssteuer, Vergnügungssucht, Freizeitvergnügen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://de.wiktionary.org/wiki/vergn%C3%BCgt vergnügt], [https://de.wiktionary.org/wiki/vergn%C3%BCglich vergnüglich], [https://de.wiktionary.org/wiki/Vergn%C3%BCgen Vergnügen], [https://de.wiktionary.org/wiki/Vergn%C3%BCgung Vergnügung]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das heutige Nomen ''Vergnügen'' wird sehr häufig gebraucht. Das Verb ''vergnügen'' dagegen erscheint heute meist in der reflexiven Form ''sich vergnügen''.
|- style="vertical-align:top;"
|
|Die Verkürzung des Präfixes ''ge-'' zu ''g-'' finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
:begnügen – mhd. ''begenüegen''
:eignen – mhd. ''geeigenen''
:Gnade – mhd. ''genāde''
:leugnen – mhd. ''lougenen''
:vergnügen – frühnhd. ''vergenügen''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Vergnügen oder Freude'''
|Nicht nur für Psychologen interessant: [https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fromm Erich Fromm] unterscheidet zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Freude#Vergn%C3%BCgen ''Vergnügen''] als kurzzeitiges Hochgefühl und [https://de.wikipedia.org/wiki/Freude ''Freude''] als ein Gefühl auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Beides kennzeichnet ein Lebensprinzip. ''Freude'' als langfristiges Lebensprinzip (Selbstverwirklichung) und ''Vergnügen'' als kurzfristiges Lebensprinzip (Kennzeichen der Konsumgesellschaft).
|-
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----


=genug=
== xxx Wortbildungen ==
#REDIRECT [[genügen]] #REDIRECT [[genügend]] #REDIRECT [[Genüge]] #REDIRECT [[ungenügend]] - Weiterleitungen müssen noch angelegt werden
{{DISPLAYTITLE:genug}}
<div style="font-size:1.2em>
Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Wort ''genug''. Es wird meist als Adjektiv verwendet. Das Wort ''genug'' gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Es bedeutet, dass etwas ''ausreichend'' oder ''in ausreichender Menge'' vorhanden ist.
</div>
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>


----
=== genug, genügen ===
 
Im Duden Wörterbuch wird ''genug'' primär der Gruppe der Pronomen (Indefinitpronomen) zugeordnet.
 
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
----
|- style="vertical-align:top;"
|style="width: 10%; |'''genug:'''
|[https://www.dwds.de/wb/genugsam genugsam], [https://www.dwds.de/wb/genugtun genugtun], [https://www.dwds.de/wb/Genugtuung Genugtuung], [https://www.dwds.de/wb/%C3%BCbergenug übergenug]
|- style="vertical-align:top;"
|'''genügen'''
|[https://www.dwds.de/wb/Genüge Genüge], [https://www.dwds.de/wb/genügend genügend], [https://www.dwds.de/wb/Genügen Genügen], [https://www.dwds.de/wb/Genügsamkeit Genügsamkeit], [https://www.dwds.de/wb/selbstgenügsam selbstgenügsam], [https://www.dwds.de/wb/Selbstgenügsamkeit Selbstgenügsamkeit], [https://www.dwds.de/wb/Ungenügen Ungenügen], [https://www.dwds.de/wb/ungenügend ungenügend]
|- style="vertical-align:top;"
|'''begnügen'''
|[https://www.dwds.de/wb/begn%C3%BCgsam begnügsam], [https://www.dwds.de/wb/Begn%C3%BCgung Begnügung]
|-
|}
 
=== vergnügen ===
Das Nomen ''Vergnügen'' als Letztglied ist in Wortbildungen sehr produktiv. Im Prinzip kann vieles zu einem ''Vergnügen'' führen. Das ''baden'' zum ''Badevergnügen'', ''Ferien'' zu ''Ferienvergnügen'', ''fahren'' zu ''Fahrvergnügen'', ''Autofahren'' zu ''Autofahrvergnügen'',  ''Autorennen'' zu ''Autorennvergnügen'', ''Radfahren'' zu ''Radfahrvergnügen'', zu ''Mountainbikevergnügen'', zu ''Rennradvergnügen'', zu ''Radrennvergnügen'' usw. usf. All diese Wörter wirst du in keinem Wörterbuch finden.
 
Zur Nomenbildung ''Vergnügung'' gibt es deutlich weniger Wortbildungen. Es ist nicht sehr produktiv. ''Vergnügung'' steht in Wortbildungen (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) als Erstglied.


__TOC__
Die folgende Tabelle enthält viele Wortbildungen mit ''Vergnügen'' als Erst- oder Letztglied.


==Wortherkunft==
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|+Wortbildungen zum Grundwort [https://www.dwds.de/wb/vergnügen vergnügen]
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
! colspan="2" |[https://www.dwds.de/wb/Vergnügen Vergnügen]
|Das Wort ''genug'' gab es schon im Mittelalter, also vor über tausend Jahren. Damals hieß es zunächst ''ginuog'' oder ''ginuogi'', später dann ''genuoc'' und noch später ''genug''.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
! style="width: 12%;vertical-align:top;text-align:left" |Letzglied
|Mit dem Wort ''genug'' sagen wir, dass etwas ausreichend vorhanden ist. Wir können zum Beispiel sagen:
|[https://www.dwds.de/wb/Abendvergnügen Abendvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Badevergnügen Badevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Ballvergnügen Ballvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Einkaufsvergnügen Einkaufsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Eisvergnügen Eisvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Fahrvergnügen Fahrvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Feierabendvergnügen Feierabendvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Ferienvergnügen Ferienvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Fernsehvergnügen Fernsehvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Filmvergnügen Filmvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Freiluftvergnügen Freiluftvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Freizeitvergnügen Freizeitvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Gaumenvergnügen Gaumenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Grillvergnügen Grillvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Hauptvergnügen Hauptvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Hörvergnügen Hörvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Jagdvergnügen Jagdvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Kindervergnügen Kindervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Kinovergnügen Kinovergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Lesevergnügen Lesevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Massenvergnügen Massenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Missvergnügen Missvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Pistenvergnügen Pistenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Privatvergnügen Privatvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Schneevergnügen Schneevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Schwimmvergnügen Schwimmvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sehvergnügen Sehvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Skivergnügen Skivergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sommervergnügen Sommervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sonntagsvergnügen Sonntagsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Spaßvergnügen Spaßvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Spielvergnügen Spielvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Tanzvergnügen Tanzvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Theatervergnügen Theatervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Urlaubsvergnügen Urlaubsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Volksvergnügen Volksvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Wintervergnügen Wintervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Wochenendvergnügen Wochenendvergnügen]
:a) ''Wir haben genug Brot gekauft.''
:b) ''Jetzt habe ich genug gearbeitet.''
:c) ''Das ist gut genug.''
In allen Beispielen bedeutet das Wort: ''Es reicht aus.''
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
! colspan="2" |[https://www.dwds.de/wb/Vergnügung Vergnügung]
|Das zugrunde liegende germanische Verb ''*nōga'' ist schon sehr früh verschwunden. Bereits im Mittelalter gab es dieses Verb nicht mehr.
|-
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Erstglied
|Das ist ja interessant. Jetzt verstehe ich auch einige Übersetzungen unseres kleinen Wörtchens ''genug''.
|[https://www.dwds.de/wb/Freizeitvergnügung Freizeitvergnügung], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsangebot Vergnügungsangebot], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsanlage Vergnügungsanlage], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsausflug Vergnügungsausflug], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsausschuss Vergnügungsausschuss], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsbetrieb Vergnügungsbetrieb], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsdampfer Vergnügungsdampfer], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsetablissement Vergnügungsetablissement], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsfahrt Vergnügungsfahrt], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsindustrie Vergnügungsindustrie], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungskommission Vergnügungskommission], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungslokal Vergnügungslokal], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsmeile Vergnügungsmeile], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsmöglichkeit Vergnügungsmöglichkeit], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungspalast Vergnügungspalast], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungspark Vergnügungspark], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsreise Vergnügungsreise], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsreisende Vergnügungsreisende], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsschiff Vergnügungsschiff], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsstätte Vergnügungsstätte], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssteuer Vergnügungssteuer], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssucht Vergnügungssucht], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssüchtige Vergnügungssüchtige], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungstempel Vergnügungstempel], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsviertel Vergnügungsviertel], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungswart Vergnügungswart], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungswartin Vergnügungswartin], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungszentrum Vergnügungszentrum], [https://www.dwds.de/wb/Volksvergnügung Volksvergnügung]
|-
|-
|
! colspan="2" |''Adjektive''
{| class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;margin:auto"
! style="width: 34% " |Sprache
! style="width: 33% " |genug
! style="width: 33% " |Aussprache
|-
|-
!Deutsch
! style="vertical-align:top;text-align:left" |[https://www.dwds.de/wb/vergnügt -vergnügt]
|genug
|[https://www.dwds.de/wb/missvergnügt missvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/quietschvergnügt quietschvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/seelenvergnügt seelenvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/stillvergnügt stillvergnügt]; ([https://www.dwds.de/wb/Vergnügtheit Vergnügtheit])
|[ɡəˈnuːk]
|-
|-
!Dänisch
! style="vertical-align:top;text-align:left" |vergnügung-
|nok
|[https://www.dwds.de/wb/vergnügenshalber vergnügenshalber], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungslustig vergnügungslustig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungssteuerpflichtig vergnügungssteuerpflichtig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungssüchtig vergnügungssüchtig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungswillig vergnügungswillig]
|[nʌɡ̊ˀ]
|-
|-
!Isländisch
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige
|nóg
|[https://www.dwds.de/wb/vergnüglich vergnüglich] ([https://www.dwds.de/wb/Vergnüglichkeit Vergnüglichkeit]), [https://www.dwds.de/wb/vergnügsam vergnügsam]
|[nouːɣ]
|-
|-
!Englisch
|}
|enough
 
|[ɪˈnʌf]
==xxx Unikales Morphem ?==
 
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''nüg'' kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in ''genügen'', ''begnügen'', ''vergnügen'', ''genügend'' und ''Genügsamkeit''.
 
Wenn wir beim Wort ''vergnügen'' eine Zusammensetzung der Morpheme ''ver-''+''ge-''+''nüg'' betrachten, dann kommt das Morphem ''nüg'' (und ohne Umlaut ''nug'') nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ''ge-'' vor. Demnach wäre das Morphem ''nüg'' bzw. ''nug'' unikal.
 
Betrachten wir hingegen ''begnügen'' als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''gnüg'', dann kommt das Morphem ''gnüg'' nicht isoliert aber auch in der Wortbildung ''begnügen'' vor, von der es weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem ''gnüg'' nicht unikal.
 
Betrechtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb ''nügen'' (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben betrachtet werden. Das ''g'' im Verb ''vergnügen'' ist eine Verschmelzung (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Kofferwort Kontamination]) (sh. frühnhd. ''vergenüegen''). Demnach ist ''g'' in ''vergnügen'' eine Allomorph zum Präfix ''ge-''. Das Verb ''vergnügen'' muss daher als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''ge-''+''nüg'' betrachtet werden und ''nüg'' (beziehungsweise ''nung'') ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ''ge-'' vorkommt.
|-
|-
!Niederdeutsch
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|noog
|Das Morphem ''nüg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|[noːx]
|-
|-
!Niederländisch
|}
|genoeg
 
|[ɣəˈnux]
==Unikales Morphem ?==
|-
<div style=color:red>
!Norwegisch
oder kein unikales Morphem, da alle Wörter vom ahd. genug, genüg abgeleitet sind</div>
|nok
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|[nɔk]
| colspan="2" |'''Einerseits:''' Das Morphem ''nüg'' kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in ''genügen'', ''begnügen'', ''vergnügen'', ''genügend'' und ''Genügsamkeit''.
|-
Wenn wir beim Wort ''vergnügen'' eine Zusammensetzung der Morpheme ''ver-''+''ge-''+''nüg'' betrachten, dann kommt das Morphem ''nüg'' (und ohne Umlaut ''nug'') nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ''ge-'' vor. Demnach wäre das Morphem ''nüg'' bzw. ''nug'' unikal.
!Schwedisch
|nog, noga
|[nɔɡ], [ˈnuːɡa]
|-
|-
|}
| colspan="2" |'''Andererseits:''' Betrachten wir hingegen ''vergnügen'' als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''gnüg'', dann kommt das Morphem ''gnüg'' nicht isoliert aber auch in der Wortbildung ''begnügen'' vor, von der es weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem ''gnüg'' nicht unikal.
|-
|-
|
| colspan="2" |'''Herkunft:''' Betrachtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb ''nügen'' (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben betrachtet werden.  Das ''g'' im Verb ''vergnügen'' ist eine Verschmelzung (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Kofferwort Kontamination] von ''be''- und ''ge''-, sh. frühnhd. ''vergenügen'', 15. Jh.). Demnach ist ''g'' in ''vergnügen'' eine Allomorph zum Präfix ''ge-''. Das Verb ''vergnügen'' muss daher als Zusammensetzung der Morpheme ''ver-''+''ge-''+''nüg'' betrachtet werden und ''nüg'' (beziehungsweise ''nung'') ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ''ge-'' vorkommt.
|Nur in den Niederlanden und in der englischen Sprache gibt es die Ableitung von dem alten Wort mit der Vorsilbe (Präfix) ''ge-''. In allen anderen Nordeuropäischen Länder kann das Wort auf das alte germanische Verb ''*noug'' zurückgeführt werden.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|vom Wort ''genug'' ist das Verb ''genügen'' abgeleitet. Es bedeutet ''etwas ist genug'' oder ''ausreichend'' vorhanden.
|Das Morphem ''nüg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
 
Von diesem Verb ist das Adjektiv ''genügend'' abgeleitet. Das bezeichnet meist, das von einer Sache eine ausreichende (= ''genügend'') eine Menge oder Qualität vorhanden ist.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|In Österreich nennt man die Schulnote 4 = ''genügend'' und die Note 6 = ''ungenügend''
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zur Wortgruppe ''genug''==
<div style="font-size: 1.3em">
'''''genug'''''
</div>
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|ausreichend; so viel wie nötig vorhanden
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Für alle Kinder war genug Kuchen da.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adverb, Pronomen, Adjektiv


'''Worttrennung:''' ge·nug


'''Aussprache:''' [ɡəˈnuːk]
[[#top |Seitenanfang]]<br>
|-
 
|}
==Belege/Quellen==
<div style="font-size: 1.3em">
'''genug:''' [https://www.dwds.de/wb/genug DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/genug Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=genug ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/genug Duden-online] (nicht werbefrei); [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01345 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=genug BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G08042 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G02051 Goethe]
'''''genügen'''''
</div>
 
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|a) Maß, Menge - es ist ausreichend (genug) vorhanden
 
b) etwas zufriedenstellend erledigen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|a) ''Zwei Kuchen sollten für den Kindergeburtstag wohl genügen.''
 
b) ''Die Leistungen genügen nicht den Anforderungen, die vorher vereinbart waren.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' ge-nü-gen
 
'''Aussprache:'''  [ɡəˈnyːɡn̩]
|-
|}
 
<div style="font-size: 1.3em">
'''''genügend'''''
</div>
 
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|eine ausreichende Menge oder zufriedenstellende Qualität; etwas ist angemessen, befriedigend, gut
in Österreich: die Schulnote 4
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Mama hat genügend Kuchen gebacken. Es reicht für alle Geburtstagskinder.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adverb, Pronomen, selten auch Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' ge-nü-gend
 
'''Aussprache:'''  [ɡəˈnyːɡn̩t]
|-
|}
<div style="font-size: 1.3em">
'''''ungenügend'''''
</div>
 
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|etwas weist deutliche Mängel auf, etwas ist bezogen auf die Vorgaben nicht ausreichend
 
in Deutschland: schlechteste Schulnote, Note 6 (Im Gebrauch als Schulnote kann das Adjektiv nicht gesteigert werden.)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Er hatte sich für die Klassenarbeit und ungenügend vorbereitet.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' un-ge-nü-gend
 
'''Aussprache:'''  [ɡəˈnyːɡn̩t]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''genug'' wird meistens als Adverb (Umstandswort) oder Pronomen (Fürwort) verwendet. Als Adjektiv (Eigenschaftswort) bleibt es unverändert und wird normalerweise nicht gesteigert.
</div>
 
<div style="font-size: 1.2em">
Wenn das Wort ''genug'' als Adjektiv verwendet wird, dann ist es nicht steigerbar.
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|genug
| –
| –
|-
|}
<div style="font-size: 1.2em">
Vom Wort ''genug'' ist auch das Verb ''genügen'' abgeleitet. Die verschiedenen Wortformen werden regelhaft gebildet:
</div>
{| class="wikitable" style="width: 90%; font-size: 1.2em; vertical-align:top; margin:auto"
| colspan="2" |
!Präsens
!Präteritum
!Perfekt
!Futur
|-
! rowspan="3" style="width:10%" |Singular
! style="width: 12%" |1. Person
| style="width: 18%" |ich genüge
| style="width: 18%" |ich genügte
| style="width: 20%" |ich habe genügt
| style="width: 22%" |ich werde genügen
|-
!2. Person
|du genügst
|du genügtest
|du hast genügt
|du wirst genügen
|-
!3. Person
|er/sie/es genügt
|er/sie/es genügte
|er/sie/es hat genügt
|er/sie/es wird genügen
|-
! rowspan="3" |Plural
!1. Person
|wir genügen
|wir genügten
|wir haben genügt
|wir werden genügen
|-
!2. Person
|ihr genügt
|ihr genügtet
|ihr habt genügt
|ihr werdet genügen
|-
!3. Person
|sie genügen
|sie genügten
|sie haben genügt
|sie werden genügen
|-
|}
<div style="font-size: 1.2em">
Das Wort ''genügend'' kann als Adverb (Umstandswort) oder Pronomen (Fürwort) verwendet werden. Demnach kann auch das Wort ''genügend'' nicht gesteigert werden.
 
Das Gegenwort ''ungenügend'' ist ein Adjektiv, das regelhaft gesteigert werden kann:
</div>
{|class="wikitable" style="width: 50%; font-size:1.2em; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|ungenügend
|ungenügender
|am ungenügendsten
|-
|}
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[begnügen|'''''begnügen''''']] und [[vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|siehe auch die weiterführenden Informationen zu [[Info - begnügen|'''''begnügen''''']] und [[Info - vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|[[Info - genug| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''genug''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Info - genug=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[genug|'''zurück zur Wortgeschichte ''genug''''']]
|}
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Auf dieser Seite findest du weiterführende Hinweise zum Wort ''genug''. Das Wort ''genug'' gehört zu einer alten Wortfamilie mit den Wörtern [[genügen|''genügen'']], [[begnügen|''begnügen'']] und [[vergnügen|''vergnügen'']]. In all diesen Wörtern ist das Morphem ''nug'' bzw. ''nüg'' enthalten. Wenn du mehr wissen möchtest, so findest du im letzten Kapitel interessante weitere [[genug# Belege/Quellen |Belege und Quellen]].
 
 
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
 
 
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''genug''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
:⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
::'''genug:''' 8. Jh. ahd. ''ginuog'', ''ginuogi'', mhd. ''genuoc'' = ausreichend
::'''genügen:''' ahd. ''ginuogen'', mhd. ''genüegen''
::hierzu gehören auch die Wortbildungen ''begnügen'' (mhd. ''begenüegen'' = zufrieden stellen) und ''vergnügen'' (mhd. ''vergenüegen'' = zufriedenstellen, erfreuen)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Genüge Genüge], [https://www.dwds.de/wb/genügen genügen], [https://www.dwds.de/wb/genügend genügend]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|
[https://www.dwds.de/wb/genug '''genug:'''] [https://www.dwds.de/wb/genuggetan genuggetan], [https://www.dwds.de/wb/genugsam genugsam], [https://www.dwds.de/wb/genugtun genugtun], [https://www.dwds.de/wb/Genugtuung Genugtuung], [https://www.dwds.de/wb/übergenug übergenug]
 
[https://www.dwds.de/wb/genügen '''genügen:'''] [https://www.dwds.de/wb/Genüge Genüge], [https://www.dwds.de/wb/genügend genügend], [https://www.dwds.de/wb/Genügen Genügen], [https://www.dwds.de/wb/Genügsamkeit Genügsamkeit], [https://www.dwds.de/wb/selbstgenügsam selbstgenügsam], [https://www.dwds.de/wb/Selbstgenügsamkeit Selbstgenügsamkeit], [https://www.dwds.de/wb/Ungenügen Ungenügen], [https://www.dwds.de/wb/ungenügend ungenügend]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''genug'' gehört zu einer sehr alten germanischen Wortfamilie. Verwandte Wörter gibt es heute noch in vielen germanischen Sprachen. Das ursprüngliche Verb ist allerdings schon vor vielen Jahrhunderten verschwunden.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Die Morpheme ''nug'' und mit Umlaut ''nüg'' kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur zusammen mit der Vorsilbe ''ge-'' (bzw. der Verkürzung dieser Vorsilbe zu ''g-'' in ''begnügen'' und ''vergnügen'') in Wortbildungen vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''nug'' bzw. ''nüg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''gnüg'' in ''begnügen'' und ''vergnügen'' enthält das verkürzte Präfix ''ge-''. Die Wörter lassen sich also als ''be-'' + ''g(e)-'' + ''nüg'' bzw. ''ver-'' + ''g(e)-'' + ''nüg'' erklären. Das eigentliche Morphem bleibt daher ''nüg''.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
'''genug:''' [https://www.dwds.de/wb/genug DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/genug Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01345 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=genug BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G08042 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G02051 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=genug ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/genug Duden-online] (nicht werbefrei)
 
'''genügen:''' [https://www.dwds.de/wb/genügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/genügen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01346 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G08046 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G02053 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=gen%C3%BCgen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/genuegen Duden-online] (nicht werbefrei)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[begnügen|'''''begnügen''''']] und [[vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|[[genug|'''zurück zur Wortgeschichte ''genug''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=begnügen=
{{DISPLAYTITLE:begnügen}}
<div style="font-size:1.2em">
Wer sich mit etwas ''begnügt'', ist damit zufrieden und verlangt nicht mehr.
 
Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Verb ''begnügen'', was es bedeutet, wie es entstanden ist und wie die Wortformen im Satz gebildet werden.
</div>
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>
 
----
 
 
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Wenn du dich mit etwas ''begnügst'', dann bist du damit zufrieden. Du sagst also: Das reicht mir. Ich brauche nicht mehr.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ist von dem mittelhochdeutschen Verb ''begenüegen'' = zufriedenstellen abgeleitet. Darin steckt das Verb ''genügen'' und dies ist wiederum auf ''genug'' zurückzuführen.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''begnügen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|mit etwas zufrieden sein; nicht mehr verlangen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Lena begnügte sich mit einem kleinen Stück Kuchen.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' be·gnü·gen
 
'''Aussprache:''' [bəˈɡnyːɡn̩]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''begnügen'' ist ein regelmäßiges Verb. Es wird meistens reflexiv (auf sich selbst bezogen) gebraucht: ''sich begnügen''. Du kannst also nicht sagen: ''ich begnüge '''dich''''', sondern nur ''ich begnüge '''mich''''' ...
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich begnüge mich
| style="width: 25%" |ich begnügte mich
| style="width: 25%" |ich habe mich begnügt
|-
!2. Person
|du begnügst dich
|du begnügtest dich
|du hast dich begnügt
|-
!3. Person
|er/sie/es begnügt sich
|er/sie/es begnügte sich
|er/sie/es hat sich begnügt
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir begnügen uns
|wir begnügten uns
|wir haben uns begnügt
|-
!2. Person
|ihr begnügt euch
|ihr begnügtet euch
|ihr habt euch begnügt
|-
!3. Person
|sie begnügen sich
|sie begnügten sich
|sie haben sich begnügt
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[genug|'''''genug''''']], [[genügen|'''''genügen''''']] und [[vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|[[Info - begnügen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''begnügen''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Info - begnügen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[begnügen|'''zurück zur Wortgeschichte ''begnügen''''']]
|}
----
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''begnügen'' gehört zur Wortfamilie von ''genug'' und ''genügen''. Es zeigt, dass jemand mit dem zufrieden ist, was vorhanden ist.
</div>
 
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
 
 
 
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''begnügen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
:⇒ genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
::⇒ genügen: ahd. ginuogen, mhd. genüegen
:::⇒ mhd. benüegen, frühnhd. benügen = genug haben
:::⇒ parallel hierzu mhd. ''begenüegen'' = befriedigen, zufriedenstellen
 
Fazit: Das Wort ist eine Verschmelzung von mhd. ''genüegen'' und mhd. ''benüegen'' = zufrieden sein. Das neuhochdeutsche ''benügen'' hält sich im deutschen Sprachraum bis Anfang des 18. Jahrhunderts, vereinzelt auch noch später. Es wird bereits ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von der Form ''begnügen'' verdrängt.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Mehrwortausdrücken:'''
|sich begnügen, sich damit begnügen, sich mit wenig begnügen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|begnügsam, begnügt, Begnügung, Selbstbegnügung
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''begnügen'' ist eng mit ''genug'' verwandt. Wer sich begnügt, sagt gewissermaßen: „Das ist genug für mich.“
|- style="vertical-align:top;"
|
|Die Verkürzung des Präfix ''ge-'' zu ''g-'' finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
:begnügen - mhd. begenüegen
:eignen - mhd. eigenen
:Gnade - mhd. genāde
:leugnen - mhd. lougenen
:vergnügen - nhd. vergenügen
|-
|}
 
==Redensarten, Zitate==
Die Bedeutung von ''begnügen = sich mit etwas abfinden'' kann sowohl positiv (ich bin mit etwas zufrieden) als auch negativ (mit etwas unzufrieden sein) verwendet werden. Es gibt nur wenige Redensarten und Zitate, in denen ''begnügen'' vorkommt. In den meisten wird das Verb in einer eher negativen Konnotation benutzt. Eine Anregung zum Nachdenken oder Schmunzeln finden sich hier allemal. Hier einige Beispiele:
 
:„Wenn du dich zu ''begnügen'' wüßtest, dann bräuchtest du den Tyrannen nicht zu schmeicheln.“ ― Diogenes von Sinope (413-323 v.Ch.) – [https://gutezitate.com/zitate/?q=begn%C3%BCgen&t=1 Quelle]
:„Wenn die Pfaffen nicht Tyrannen der Fürsten sein können, ''begnügen'' sie sich damit, ihre Schmeichler zu werden.“ ― Charles de Montesquieu (1689-1755) – [https://gutezitate.com/zitat/105621 Quelle]
:„Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem ''begnügen'' unmöglich.“ ― Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/2 Quelle]
:„In der Kunst muss man sich mit den Entdeckungen ''begnügen'' und sich vor den Erklärungen hüten.“ ― Georges Braque (1882-1963) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/ Quelle]
:„Warum sollen wir uns damit ''begnügen'', Kopien zu sein, wo Gott uns als Originale in die Welt gesetzt hat?“ ― Billy Graham (1918-2028) – [https://gutezitate.com/zitat/247308 Quelle]
:„Frauen ''begnügen'' sich nicht mehr mit der Hälfte des Himmels, sie wollen die Hälfte der Welt.“ ― Alice Schwarzer (1942-) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/2 Quelle]
: ...
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''nüg'' kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in ''genügen'', ''begnügen'', ''vergnügen'', ''genügend'' und ''Genügsamkeit''.
 
Wenn wir beim Wort ''begnügen'' eine Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''ge-''+''nüg'' betrachten, dann kommt das Morphem ''nüg'' (und ohne Umlaut ''nug'') nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ''ge-'' vor. Demnach wäre das Morphem ''nüg'' bzw. ''nug'' unikal.
 
Betrachten wir hingegen ''begnügen'' als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''gnüg'', dann kommt das Morphem ''gnüg'' nicht isoliert aber auch in der Wortbildung ''vergnügen'' vor, von der es viele weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem ''gnüg'' nicht unikal.
 
Betrechtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb ''nügen'' (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben getrachtet werden. Das ''g'' im Verb ''begnügen'' ist eine Verschmelzung (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Kofferwort Kontamination]) (sh. mhd. ''begenüegen''). Demnach ist ''g'' in ''begnügen'' eine Allomorph zum Präfix ''ge-''. Das Verb ''begnügen'' muss daher als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''ge-''+''nüg'' betrachtet werden und ''nüg'' (beziehungsweise ''nung'') ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ''ge-'' vorkommt.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''nüg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
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|}
 
[[#top |Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/begnügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/begnügen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier insbesondere: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01062#0 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B01156#0 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=B02587#0 Grimm-1, [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B01497#0 Grumm-2]]), [https://www.zdl.org/?q=begnügen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/begnuegen Duden-online] (nicht werbefrei)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[begnügen|'''zurück zur Wortgeschichte ''begnügen''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=vergnügen=
<div style="font-size:1.2em">
Wer sich vergnügt, hat Spaß, freut sich oder verbringt eine schöne Zeit.
</div>
 
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>
 
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__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|In dem Wort ''vergnügen'' steckt das Wort ''genug''. Im Mittelalter hatte das Wort ''genuoc'' die Bedeutung ''es reicht'', ''es ist ausreichend'' oder ''es stellt zufrieden''. Aus ''genuoc'' entwickelten sich die Wörter ''genügen'' und ''vergenügen''. Die Vorsilbe ''ge-'' wurde später auf den Buchstaben ''g'' verkürzt. So entstand das heutige Verb ''vergnügen''.
 
Ähnlich entwickelte sich auch das Wort ''begnügen''. Es hieß früher ''begenügen''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das ist interessant. Aus ''zufriedenstellen'' (''genug'') wurde zunächst ''zufrieden sein'' (''vergenügen''). Daraus entwickelte sich die Bedeutung ''fröhlich sein'' und schließlich unsere heutige Bedeutung ''Spaß haben'' oder ''sich freuen''. So kann sich die Bedeutung eines Wortes im Laufe der Zeit Schritt für Schritt verändern.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|englisch: ''to amuse'', ''to enjoy oneself''<br>
französisch: ''s'amuser''<br>
spanisch: ''divertirse''
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''vergnügen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|a) Freude bereiten<br>
b) Spaß haben<br>
c) sich amüsieren
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Kinder vergnügten sich den ganzen Nachmittag im Schwimmbad.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' ver·gnü·gen
 
'''Aussprache:''' [fɛɐ̯ˈɡnyːɡn̩]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''vergnügen'' wird heute meist reflexiv gebraucht: ''sich vergnügen''.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 90%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 22%" |ich vergnüge mich
| style="width: 25%" |ich vergnügte mich
| style="width: 28%" |ich habe mich vergnügt
|-
!2. Person
|du vergnügst dich
|du vergnügtest dich
|du hast dich vergnügt
|-
!3. Person
|er/sie/es vergnügt sich
|er/sie/es vergnügte sich
|er/sie/es hat sich vergnügt
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir vergnügen uns
|wir vergnügten uns
|wir haben uns vergnügt
|-
!2. Person
|ihr vergnügt euch
|ihr vergnügtet euch
|ihr habt euch vergnügt
|-
!3. Person
|sie vergnügen sich
|sie vergnügten sich
|sie haben sich vergnügt
|-
|}
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - vergnügen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''vergnügen''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=Info - vergnügen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[vergnügen|'''zurück zur Wortgeschichte ''vergnügen''''']]
|}
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<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''vergnügen'' gehört zur Wortfamilie von ''genug'' und ''genügen''. Seine heutige Bedeutung ''Spaß haben'' entwickelte sich aus der älteren Bedeutung ''zufrieden sein''.
</div>
 
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
 
 
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''vergnügen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 12%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
 
:⇒ genug: 8. Jh. ahd. ''ginuog'', ''ginuogi'', mhd. ''genuoc'' = ausreichend
::⇒ mhd. ''vernüegen'', frühnhd. ''vernügen'' = zufrieden stellen, Genugtuung leisten
:::⇒ parallel hierzu frühnhd. ''vergenügen''
::::⇒ ab dem 17. Jh. Verschmelzung des Präfixes ''ge-'' zu ''g'' = ''vergnügen''
 
'''Bedeutungswandel:'''
 
:⇒ zunächst ''jemanden zufrieden stellen'', ''befriedigen'', ''entschädigen'', ''eine Schuld begleichen''
::⇒ später ''innere Zufriedenheit empfinden''
:::⇒ ''fröhlich stimmen'', ''erheitern''
::::⇒ heute meist: ''Spaß haben'', ''sich amüsieren'', ''sich freuen''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Vergnügen, Vergnügungspark, Vergnügungsreise, Vergnügungssteuer, Vergnügungssucht, Freizeitvergnügen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|vergnügt, vergnüglich, Vergnügen, vergnügungssüchtig
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das heutige Nomen ''Vergnügen'' wird sehr häufig gebraucht. Das Verb ''vergnügen'' dagegen erscheint heute meist in der reflexiven Form ''sich vergnügen''.
|- style="vertical-align:top;"
|
|Die Verkürzung des Präfixes ''ge-'' zu ''g-'' finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
:begnügen – mhd. ''begenüegen''
:eignen – mhd. ''geeigenen''
:Gnade – mhd. ''genāde''
:leugnen – mhd. ''lougenen''
:vergnügen – frühnhd. ''vergenügen''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Vergnügen oder Freude'''
|Nicht nur für Psychologen interessant: [https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fromm Erich Fromm] unterscheidet zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Freude#Vergn%C3%BCgen ''Vergnügen''] als kurzzeitiges Hochgefühl und [https://de.wikipedia.org/wiki/Freude ''Freude''] als ein Gefühl auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Beides kennzeichnet ein Lebensprinzip. ''Freude'' als langfristiges Lebensprinzip (Selbstverwirklichung) und ''Vergnügen'' als kurzfristiges Lebensprinzip (Kennzeichen der Konsumgesellschaft).
|-
|}
 
== Wörterliste ==
Das Nomen ''Vergnügen'' als Letztglied ist in Wortbildungen sehr produktiv. Im Prinzip kann vieles zu einem ''Vergnügen'' führen. Das ''baden'' zum ''Badevergnügen'', ''Ferien'' zu ''Ferienvergnügen'', ''fahren'' zu ''Fahrvergnügen'', ''Autofahren'' zu ''Autofahrvergnügen'',  ''Autorennen'' zu ''Autorennvergnügen'', ''Radfahren'' zu ''Radfahrvergnügen'', zu ''Mountainbikevergnügen'', zu ''Rennradvergnügen'', zu ''Radrennvergnügen'' usw. usf. All diese Wörter wirst du in keinem Wörterbuch finden.
 
Zur Nomenbildung ''Vergnügung'' gibt es deutlich weniger Wortbildungen. Es ist nicht sehr produktiv. ''Vergnügung'' steht in Wortbildungen (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) als Erstglied.
 
Die folgende Tabelle enthält viele Wortbildungen mit ''Vergnügen'' als Erst- oder Letztglied.
 
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
|+Wortbildungen zum Grundwort [https://www.dwds.de/wb/vergnügen vergnügen]
|-
! colspan="2" |[https://www.dwds.de/wb/Vergnügen Vergnügen]
|-
! style="width: 12%;vertical-align:top;text-align:left" |Letzglied
|[https://www.dwds.de/wb/Abendvergnügen Abendvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Badevergnügen Badevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Ballvergnügen Ballvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Einkaufsvergnügen Einkaufsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Eisvergnügen Eisvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Fahrvergnügen Fahrvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Feierabendvergnügen Feierabendvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Ferienvergnügen Ferienvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Fernsehvergnügen Fernsehvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Filmvergnügen Filmvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Freiluftvergnügen Freiluftvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Freizeitvergnügen Freizeitvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Gaumenvergnügen Gaumenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Grillvergnügen Grillvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Hauptvergnügen Hauptvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Hörvergnügen Hörvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Jagdvergnügen Jagdvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Kindervergnügen Kindervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Kinovergnügen Kinovergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Lesevergnügen Lesevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Massenvergnügen Massenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Missvergnügen Missvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Pistenvergnügen Pistenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Privatvergnügen Privatvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Schneevergnügen Schneevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Schwimmvergnügen Schwimmvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sehvergnügen Sehvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Skivergnügen Skivergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sommervergnügen Sommervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sonntagsvergnügen Sonntagsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Spaßvergnügen Spaßvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Spielvergnügen Spielvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Tanzvergnügen Tanzvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Theatervergnügen Theatervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Urlaubsvergnügen Urlaubsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Volksvergnügen Volksvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Wintervergnügen Wintervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Wochenendvergnügen Wochenendvergnügen]
|-
! colspan="2" |[https://www.dwds.de/wb/Vergnügung Vergnügung]
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Erstglied
|[https://www.dwds.de/wb/Freizeitvergnügung Freizeitvergnügung], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsangebot Vergnügungsangebot], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsanlage Vergnügungsanlage], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsausflug Vergnügungsausflug], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsausschuss Vergnügungsausschuss], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsbetrieb Vergnügungsbetrieb], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsdampfer Vergnügungsdampfer], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsetablissement Vergnügungsetablissement], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsfahrt Vergnügungsfahrt], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsindustrie Vergnügungsindustrie], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungskommission Vergnügungskommission], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungslokal Vergnügungslokal], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsmeile Vergnügungsmeile], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsmöglichkeit Vergnügungsmöglichkeit], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungspalast Vergnügungspalast], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungspark Vergnügungspark], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsreise Vergnügungsreise], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsreisende Vergnügungsreisende], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsschiff Vergnügungsschiff], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsstätte Vergnügungsstätte], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssteuer Vergnügungssteuer], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssucht Vergnügungssucht], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssüchtige Vergnügungssüchtige], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungstempel Vergnügungstempel], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsviertel Vergnügungsviertel], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungswart Vergnügungswart], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungswartin Vergnügungswartin], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungszentrum Vergnügungszentrum], [https://www.dwds.de/wb/Volksvergnügung Volksvergnügung]
|-
! colspan="2" |''Adjektive''
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |[https://www.dwds.de/wb/vergnügt -vergnügt]
|[https://www.dwds.de/wb/missvergnügt missvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/quietschvergnügt quietschvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/seelenvergnügt seelenvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/stillvergnügt stillvergnügt]; ([https://www.dwds.de/wb/Vergnügtheit Vergnügtheit])
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |vergnügung-
|[https://www.dwds.de/wb/vergnügenshalber vergnügenshalber], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungslustig vergnügungslustig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungssteuerpflichtig vergnügungssteuerpflichtig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungssüchtig vergnügungssüchtig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungswillig vergnügungswillig]
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige
|[https://www.dwds.de/wb/vergnüglich vergnüglich] ([https://www.dwds.de/wb/Vergnüglichkeit Vergnüglichkeit]), [https://www.dwds.de/wb/vergnügsam vergnügsam]
|-
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''nüg'' kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in ''genügen'', ''begnügen'', ''vergnügen'', ''genügend'' und ''Genügsamkeit''.


Wenn wir beim Wort ''vergnügen'' eine Zusammensetzung der Morpheme ''ver-''+''ge-''+''nüg'' betrachten, dann kommt das Morphem ''nüg'' (und ohne Umlaut ''nug'') nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ''ge-'' vor. Demnach wäre das Morphem ''nüg'' bzw. ''nug'' unikal.
'''genügen:''' [https://www.dwds.de/wb/genügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/genügen Wiktionary] [https://www.zdl.org/?q=gen%C3%BCgen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/genuegen Duden-online] (nicht werbefrei); [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01346 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G08046 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G02053 Goethe]


Betrachten wir hingegen ''begnügen'' als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''gnüg'', dann kommt das Morphem ''gnüg'' nicht isoliert aber auch in der Wortbildung ''begnügen'' vor, von der es weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem ''gnüg'' nicht unikal.
'''begnügen:''' [https://www.dwds.de/wb/begnügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/begnügen Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=begnügen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/begnuegen Duden-online] (nicht werbefrei); [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01062#0 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B01156#0 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=B02587#0 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B01497#0 Grimm-2]


Betrechtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb ''nügen'' (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben betrachtet werden. Das ''g'' im Verb ''vergnügen'' ist eine Verschmelzung (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Kofferwort Kontamination]) (sh. frühnhd. ''vergenüegen''). Demnach ist ''g'' in ''vergnügen'' eine Allomorph zum Präfix ''ge-''. Das Verb ''vergnügen'' muss daher als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''ge-''+''nüg'' betrachtet werden und ''nüg'' (beziehungsweise ''nung'') ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ''ge-'' vorkommt.
'''vergnügen:''' [https://www.dwds.de/wb/vergnügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/vergnügen Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=vergnügen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/vergnuegen Duden-online] (nicht werbefrei); [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=V00357 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Vergn%C3%BCgen BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=V01535 Grimm], [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/v/kv02321.htm Krünitz])
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''nüg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
 
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==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/vergnügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/vergnügen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=V00357 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Vergn%C3%BCgen BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=V01535 Grimm], [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/v/kv02321.htm Krünitz]), [https://www.zdl.org/?q=vergnügen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/vergnuegen Duden-online] (nicht werbefrei)


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]

Aktuelle Version vom 19. August 2026, 01:56 Uhr

Die bereits erstellen Seiten billig und putzig müssen korrigiert werden. Beide Wörter sind keine unikalen Morpheme

Zu Buchsbaum müssen noch die Seiten Buchse und Büchse erstellt werden. Siehe hierzu die Excel-Tabelle.

Die bereits erstelle Seite billig muss korrigiert werden. Das Wort ist kein unikales Morphem

Die Seiten Aschenputtel und Aschenbrödel müssen aktualisiert werden (Wörterseiten ersetzen durch neue Wörterseiten und Infoseiten).

sh. drollig, Damhirsch, Dienstag, Duckdalbe, dunnemals,

sh. emsig,

sh. Flederwisch, Firlefanz,

sh. garstig, Garaus, gebaren, gebären, Gebärde, gebühren, Geburt, gediegen, gedunsen, Gekröse, Gelichter, genesen, genug, begnügen, vergnügen

#REDIRECT Verweisseite



emsig

{{DISPLAYTITLE:emsig}}

{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>



Wortherkunft

Herr Alt Aus dem alten Adjektiv emiʒ (= fortwährend, ständig, immer) entwickelte sich schon im frühen Mittelalter die Adjektivform mit der Nachsilbe (Suffix) -ig, zunächst emiʒʒig, später emʒic. in der Bedeutung häufig, eifrig.
Das Wort kommt nur im deutschsprachigen Raum vor.

Hinweise zum Wort emsig

Bedeutung: ausdauernd, mit großem Eifer und fleiß arbeiten; unermüdlich, tüchtig
Beispielsatz: Die Bienen sammeln emsig Pollen und fliegen von Blüte zu Blüte.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: em-sig

Aussprache: [ˈɛmzɪç]

Wortformen

Das Adjektiv emsig wird regelhaft gesteigert.:
Grundstufe (Positiv) Vergleichsstufe (Komparativ) Höchststufe (Superlativ)
emsig emsiger am emsigsten

Weiterführende Informationen zum Grundwort emsig
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Info - emsig

zurück zur Wortgeschichte emsig

{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>


Weiterführende Informationen zum Wort emsig

Wann mit ä = ämsig, Belege im Duden prüfen?
Entstehung: ie. *omə-, *amə- = vorgehen, festmachen, bekräftigen u.a.
germ. *amita-, *amitaz = beständig
ahd. emiʒ, = immerwährend, häufig, eifrig, Adverb: ahd. emiʒʒēn
Ableitungen: emiʒlīh = beständig, beharrlich, eifrig, mhd. emʒlīche, frühnhd. emslich
sehr früh schon mit der Endung -ig: ahd. emiʒʒīg, emeʒʒīg, mhd. emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
ahd. emizzigôn, mhd. emzigen. abl. vorwiegend im obd. = sich fortgesetzt, unermüdlich mit etwas beschäftigen

zwischen dem 17. und 19. Jh. ist auch die Schreibweise ämsig zu finden

Wortbildungen: -
Ableitungen: Emsigkeit

Unikales Morphem ?

Das Morphem ems im Adjektiv emsig kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Von diesem Morphem gibt es nur eine Ableitung/Wortbildung (= Emsigkeit). Die Grundlage ist die Wortbildung ems + ig. Einen etymologischen Zusammenhang mit anderen gleichlautenden Morphemen oder Namen gibt es nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem ems ist daher in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

Seitenanfang

Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Duden Online-Wörterbuch, OWID, ZDL

Wörterbuchnetz: Adelung, Goethe, Grimm-1, Grimm-2; BDO, PfWb (hier auch empfsig, emsich), RhWb, ShWb, WBO (auch ämßig, emßig, ämpßig, ämstig), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=E00677 WfWb[ (auch: ämsig)

wissen.de, Wortbedeutung.info

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



zurück zur Wortgeschichte emsig
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Frieden

Kannst du uns sagen, ob es eine Pluralform von der Frieden gibt?
Klasse 3, Straelen
Heißt es eigentlich der Friede oder der Frieden?
Moni, Klasse 2, Bremerhaven

Diskussion

Graf Ortho Tja, die einen sagen so und die anderen so. Was ist Ihre Meinung Herr Wort?
Herr Wort In einigen Wörterbüchern werden beide Wörter gleichberechtigt aufgeführt. In anderen wird der Friede als die ältere Form von der Frieden bezeichnet.
Rein formal ist es sicherlich richtig, dass ein Plural von dem Wort Frieden gebildet werden kann (der Frieden, die Frieden). In der normalen Sprache allerdings wird das Pluralwort kaum vorkommen. In der Regel werden zusammengesetzte Wörter verwendet, die leichter als Plural passen, z. B. Friedensschlüsse oder Friedensverträge.
Herr Alt Früher sprach man von Friede (also ohne n am Wortende). Zu diesem Wort gibt es ganz sicher einen Plural (der Friede, die Frieden).
So entlässt beispielsweise der Priester in einer christlichen Kirche am Ende der Messe die Gläubigen mit den Worten: “Der Friede sei mit dir/euch.
Graf Ortho Ich fasse einmal zusammen:
In der gehobenen Sprache und in alten Redewendungen (z. B. “Friede, Freude, Eierkuchen”) wirst du das Wort Friede häufiger antreffen. In neuerer Zeit wird dagegen häufiger die Form der Frieden (Einzahl) verwendet.
Die Mehrzahl (die Frieden) wird hingegen nur sehr, sehr selten verwendet. In der Regel werden zur Bildung der Mehrzahl Wortbildungen genutzt, z. B. Friedensgespräche, Friedenskonferenzen, Friedensschlüsse, Friedensverträge.
Herr Wort Lieber Herr Alt, auf die Auffassung, dass Friede die ältere und Frieden die neuere Form sein soll, bin ich auch in verschiedenen Wörterbüchern gestoßen. Allerdings stimmt dies nicht ganz. Es kommt auch sehr auf die Bedeutung an:.
  • Wenn wir die Bedeutung kein Krieg meinen, dann können wir beide Wörter bedeutungsgleich verwenden. Hier ist heute die Form Frieden (Einzahl, kein Plural) gebräuchlich:
Schon lange herrschte Frieden (Friede) zwischen den Ländern.
Die Menschen in der Ukraine wünschen sich nichts sehnlicher als einen gerechten dauerhaften Frieden.
  • Das Wort kann aber auch im Sinne von Ruhe und Harmonie benutzt werden. Hier wird vor allem in der gehobenen Sprache die Form Friede bevorzugt.
Der Friede zwischen den sonst so streitbaren Geschwistern war schon fast unheimlich.
  • Auch in Zitaten, vor allem aus der Bibel ist die Form Friede noch gebräuchlich:
Der Friede sei mit euch! Friede seiner Asche!
Frau Fremd In den europäischen Sprachen kannst du vor allem vier Sprachgruppen für das Wort Frieden finden:
  1. Germanische Sprachen in Nordeuropa, z. B. dänisch, norwegisch, schwedisch = fred
  2. In den romanischen Sprachen wird das Wort vom lateinischen pax abgeleitet, z. B. französisch paix, italienisch pace, spanisch und portugiesisch paz. Auch das englische Wort peace ist vom lateinischen abgeleitet.
  3. In Osteuropa finden wir in der slavischen Sprachfamilie das Wort mir. Es bedeutete ursprünglich Welt, Gemeinschaft, friedliche Zusammenleben. So wird das Wort in Bulgarien, Russland, Serbien und der Ukraine geschrieben: мир.
  4. Und dann gibt es noch einige andere regionale Sprachfamilien mit ganz unterschiedlichen Bezeichnungen, z. B. Finnland = rauha, Litauen = taika, Polen = pokój und Ungarn = béke.

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Weiterführende Informationen

Modellwortschatz

Das Wort Frieden gehört zum Modellwortschatz.

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.

Hinweise zum Wort

Bedeutung: a) friedliches Miteinander,

b) Verhältnis zwischen Staaten ohne Gewalt, ohne Krieg

c) Ruhe, Stille

d) religiöse Erfüllung (christliche Religionen)

Beispielsatz: a) Wir wollen einfach nur in Frieden gelassen werden.

b) Nach jahrelanger Auseinandersetzung schlossen die beiden Staaten endlich Frieden.

c) Hier konnte er den Frieden in der Natur genießen.

d) Der Friede sei mit euch!

Wortinfo: der Friede, die Frieden; der Frieden
Herkunft: Das Wort Friede hat seine Wurzeln in der germanischen Sprache. Im Mittelalter hieß es fridu, später vride und hieraus hat sich das hochdeutsch Friede entwickelt.

Interessantes

Phönizier Vor etwa dreitausend Jahren lebten im heutigen Libanon ein Seefahrervolk, die Phönizier. Sie waren die ersten, die ein Alphabet entwickelten. Das phönizische Alphabet wurde in semitische Sprachen übernommen. Hieraus entwickelte sich später sowohl die hebräische als auch die arabische Sprache.
Alphabet Das phönizische Alphabet bestand nur aus Konsonanten Die Vokale wurden beim Sprechen hinzugefügt. Die Buchstabenfolge s-l-m bedeutete Gesundheit, Ruhe, Glück und Frieden.
Schalom Diese Buchstabenfolge (s-l-m) wurde im hebräischen zu schalom. Am Sabbat, dem siebten Tag in der Woche (Ruhetag) wünschen sich Juden Schabbat Schalom, einen „friedvollen Sabbat“.
Salam Die Buchstabenfolge s-l-m wurden in der arabischen Sprache slim oder salam gesprochen. Hieraus entwickelte sich die arabische Grußformel salām ʿalaikum (səˈlɑːm əˌleɪkʊm) „Der Frieden auf Euch!“
Islam

Muslime

Auch diese Bezeichnung für die im arabischen Raum weit verbreitete Religion (Islam) ist von der Buchstabenfolge s-l-m abgeleitet. Und auch in der Bezeichnung für die angehörigen dieser Religion, die Muslime steckt das semitische Wort s-l-m.

Mehr über das Wort Frieden kannst du auf der Seite weiterführende Informationen zum Wort Frieden erfahren. Ddort findest du weitere Vergleiche zwischen verschiedenen Sprachgruppen, zur Herkunft des Wortes und zu den umfangreichen Wortbildungen zum Grundwort Frieden.

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Quellen Wörter/Wortanalyse:
Modellwortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Modellwortschatz,
Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo
Rechtschreibung: Wiktionary, Duden, DWDS, IDS
Etymologie: DWDS, educalingo, Wörterbuchnetz, Wortbedeutung.info, Wikipedia



Weiterführende Informationen zum Grundwort Frieden
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Friede

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Informationen zum Wort

Modellwortschatz

Das Wort Frieden gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite). Du kannst dir auch einige [Fremdsprachen] anhören.

Herkunft

Das deutsche Wort Friede hat seinen Ursprung im germanischen *friþu-, althochdeutsch fridu, mittelhochdeutsch vride.

Bei den Römern war Pax der Name für die Göttin des Friedens. Bei den Römern war Friede verbunden mit einer vertraglichen Vereinbarung (= pactum). Das lateinische Nomen Pax ist die Grundlage für den Begriff Frieden in den romanischen Sprachen.

Das urslawische Wort *mirъ hatte die Bedeutung Frieden und zugleich Gemeinschaft und Welt. In den meisten slawischen Sprachen haben sich beide Bedeutungen bis heute erhalten. In Russland beispielsweise wurde bis zur Rechtschreibreform (1916) unterschieden zwischen мир = Frieden und мiръ = Welt. Danach übernahm das russische мир wieder wie im urslawischen beide Bedeutungen. Das urslawische Wort hat sich in fast allen slawischen Sprachen erhalten (siehe hierzu das Kapitel Fremdsprachen Gruppe 3).

In der semitischen Schrift gab es noch keine Vokalbuchstaben. Diese wurden beim Sprechen hinzugefügt. Aus der semitischen Buchstabenfolge š-l-m hat sich in der hebräischen Sprache das Wort Schalom (= Frieden, Ruhe, Glück, Gesundheit) und in den arabischen Sprachen salam, silm, salm (= Frieden mit Gott) entwickelt.

Wörterlisten

Es gibt mehr als 600 Wortbildungen, die das Grundmorphem fried enthalten. Die folgende Tabelle gibt Beispiele für Wortbildungen. Diese sind nach der Wortart gruppiert.

Gruppierung der Wortbildungen nach Wortarten
Nomen Bei den meisten Wortbildungen (≥ 350) steht das Grundmorphem am Wortanfang (Erstglied, Bestimmungswort).
Erstglied: Von wenigen Ausnahmen abgesehen folgt auf dieses Morphem als Bindeglied die Silbe -ens- gefolgt vom Grundwort. Beispiele: Friedenskonferenz, Friedensplan, Friedensbewegung, Friedensnobelpreis, Friedenskongress, Friedensforschung, Friedensstifter, Friedenskongress, ...
Bei einigen wenigen Wortbildungen wird das Morphem fried direkt mit dem Grundwort (Letztglied) verbunden. Dies sind meist Substantivierungen von Adjektiven. Beispiele: Friedfertigkeit, Friedlichkeit, Friedlosigkeit, Friedsamkeit. Sehr selten sind direkte Ergänzungen mit Substantiven, Beispiele: Friedfisch, Friedwald, Friedhof Von der Wortbildung Friedhof gibt es allerdings über 75 weitere Wortbildungen, z. B. Friedhofsgärtner, Friedhofsgelände, Friedhofsgebühr, Friedhofskapelle, Friedhofsordnung, Friedhofsverwaltung. Weitere Wortbildungen sh. Binnenglied.
Letztglied: Am Wortende steht meist der Singular -fried (Beispiel: Störenfried) oder -friede (z. B. Unfriede) . Häufig gibt es zu diesem Singularwort auch das Pluralwort -frieden, das in vielen Online-Wörterbüchern (DWDS, Wiktionary) primär genannt wird. Beispiele: Burgfriede, Hausfrieden/Hausfriede, Seelenfrieden/Seelenfriede, Unfrieden/Unfriede, Weltfrieden/Weltfriede, ...
Binnenglied: Das Morphem -fried- kommt als Binnenglied in der Regel als Ableitung von einer Wortbildung fried- als Erst- (Beispiel: Separatfriedensvertrag) oder -fried als Letztglied, (Beispiele: Nahostfriedensprozesses , Feldfriedensbruch)
Die beiden häufigsten Wortbildungen mit fried im Wortinneren sind die Wörter Friedhof (≥ 75) und Weltfriede (≥ 15)
Weltfriede - Beispiele: Weltfriedensbewegung, Weltfriedensdienst, Weltfriedenskonferenz, Weltfriedenskongress, Weltfriedenslager, Weltfriedenslauf, Weltfriedensordnung, Weltfriedensrat, Weltfriedenstag, Weltfriedenstreffen, Weltfriedenszustand, ...
Friedhof - Beispiele: Dorffriedhof, Heldenfriedhof,Nationalfriedhof, Soldatenfriedhof, Stadtfriedhof, Waldfriedhof, ...; Autofriedhof, Datenfriedhof, Schiffsfriedhof, Zugfriedhof, ...
Verben Das veraltete und heute nur noch selten genutzte Verb frieden (= unter Schutz stellen) kommt heute nur noch mit vorangestelltem Präfix bzw. Partikel vor. Hiervor sind dann weitere Wortbildungen möglich.
befrieden, befriedigen, befriedigend (Befriedigung), unbefriedigend
einfrieden (Einfriedung, Einfriedungshecke, Einfriedungsmauer, Einfriedungszaun)
umfrieden (Umfriedung)
zufrieden (Zufriedenheit, Arbeitszufriedenheit, Kundenzufriedenheit, Lebenszufriedenheit, Patientenzufriedenheit, Unzufriedenheit), zufriedenstellen, hochzufrieden, selbstzufrieden, unzufrieden
Adjektive Aus dem Morphem fried lassen sich mit typischen Adjektivsuffixen einige nicht selten benutzte Adjektive bilden. Beispiele: friedlich (unfriedlich), friedlos, friedsam, friedvoll
Mit der Ergänzung -ens- und als Letztglied ein Adjektiv lassen sich viele weitere Adjektive bilden. Beispiele: friedensfähig, friedenstüchtig, friedenswillig, friedliebend, ...

Die Grundbedeutung des Wortes Friede/Frieden (sicheres Zusammenleben von Staaten und Personengruppen) wird durch verschiedene Wortbildungen erweitert. Die folgende Tabelle gibt Beispiele für zwölf verschiedene Bedeutungsgruppen.

Gruppierung der Wortbildungen (Nomen) nach Bedeutungsgruppen
1. Friedensschluss & Rechtstexte umfasst alles, was formal geregelt wird (Vertrag, Abkommen, Resolution usw.) (Verträge, Abkommen, Resolutionen)
Friedensabkommen, Friedenskonferenz, Friedensschluss, Friedensverhandlung, Friedensvertrag, ... (≥ 30)
Burgfriede, Landfriede, Präliminarfrieden, Religionsfriede, ...
2. Friedensprozess & Diplomatie alles, was den Weg zum Frieden beschreibt (Verhandlungen, Initiativen, Maßnahmen)
Friedensangebot, Friedensgespräch, Friedensinitiative, Friedensplan, Friedensprozess, ... (≥ 50)
Verhandlungsfrieden, ...
3. Friedenssicherung & Einsatz konkrete Sicherungsmaßnahmen (Peacekeeping, Missionen, Militär)
Friedensdelegation, Friedenseinsatz, Friedensmission, Friedenssicherung, Friedenstruppe, ... (≥ 25)
4. Friedensbewegung & Zivilgesellschaft gesellschaftliche Friedensarbeit im öffentlichen Raum (Aktivismus, Protest, Kampagnen)
Friedensbewegung, Friedensbotschafter, Friedensdemonstration, Friedensfest, Friedensmanifest, Friedensmarsch, ... (≥ 75)
5. Konflikt & Gegenbegriffe alles, was Frieden verhindert oder zerstört (Bruch, Gegner, Störung, Gefährdung)
Friedensbruch, Friedensdiktat, Friedensfeind, Friedensgegner, Friedensstörer, ... (≥ 10)
Diktatfrieden, Gewaltfrieden, Schandfrieden, Scheinfriede, Unfriede, ...
6. Organisationen & Gremien Friedensarbeit als strukturierte Organisation (Vereine, Komitees, Koordination)
Friedensbeirat, Friedensbeobachter, Friedensblock, Friedensbund, Friedensbündnis, ... (≥ 20)
7. Personen & Preise Personen oder Personengruppen (Titel, Rollen, Auszeichnungen)
Friedensfilmpreis, Friedenskanzler, Friedensnobelpreis, Friedensnobelpreisträger, -trägerin, ... (≥ 15)
8. Religion & Kultur Friedensbegriffe in Liturgie, Ritualen, Kulturtraditionen (Rituale, Gottesdienst, Friedensgruß etc.)
Friedensandacht, Friedensengel, Friedensgebet, Friedensglocke. Friedenskuss, ... (≥ 20)
Gottesfriede, Sonntagsfriede, ...
9. Symbole, Orte & Objekte Frieden als sichtbares Zeichen (Zeichen, Denkmäler, Parks, Dinge)
Friedensbaum, Friedensfahne, Friedenspfeife, Friedenssymbol, Friedenstaube, ... (≥ 35)
Friedhof, s. o., ... (≥ 60)
10. Werte, Ideen & Motivation Frieden als innerer/gesellschaftlicher Wertbegriff (Hoffnung, Wille, Sehnsucht, Konzept)
Friedensgedanke, Friedensidee, Friedenssehnsucht, Friedensstifter, Friedenswille, ... (≥ 40)
Hausfriede, Seelenfriede, Weltfriede, ...
11. Wirtschaft & Ressourcen alle Begriffe, die mit Wirtschaft zu tun haben (Nutzen, Finanzierung, Dividende, Steuer)
Friedensdividende, Friedensproduktion, Friedensware, Friedenswerkstatt, Friedenswirtschaft, ... (≥ 10)
Arbeitsfriede, Betriebsfriede, ...
12. Wissenschaft, Bildung & Ethik Frieden als Fachgebiet, Reflexion, Lehre, Ethik (Forschung, Pädagogik, Theorie)
Friedenserziehung, Friedensethik, Friedensförderung, Friedensforscher, Friedensforschung, ... (≥ 20)

Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum Online Wörterbuch Wiktionary. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora.

Anregungen für den Unterricht

Rechtschreib- und Sprachunterricht

Sprachgruppen

Das Wort Friede kann im Unterricht gut genutzt werden, um Übersetzungen in verschiedenen Sprachgruppen zu vergleichen. Die Übersetzungen in den europäischen Sprachen sind vor allem in den drei Sprachgruppen der germanischen (Nordeuropa), romanischen (Südeuropa) und slavischen (Osteuropa) Sprachgruppen sind länderübergreifen sehr ähnlich. Auch die vom Semitischen abgeleiteten Sprachen weisen hier sehr viel Ähnlichkeiten auf. Einige Fremdsprachen sind auf der Karteikarte des Modellwortschatzes aufgeführt. Diese Übersetzungen können als Grundlage für weitere Fremdsprachen genutzt werden. Im Kapitel Fremdsprachen ist das Nomen Frieden in viele Fremdsprachen nach Sprachgruppen geordnet zusammengestellt.

Schülerinnen und Schüler können mit Hilfe des Google Übersetzers selbst nach Übersetzungen in die verschiedenen europäischen Sprachen erforschen. Ein Auftrag könnte beispielsweise lauten: „Wie wird das Wort Frieden in anderen Sprachen ausgedrückt. Nutzt hierfür auf eurem Laptop/Notebook/Computer den Google Übersetzer. Wählt im rechten Feld europäische Länder aus. In welchen Ländern gibt es Gemeinsamkeiten (Ähnlichkeiten). Ordnet die Länder nach Sprachgruppen oder nach Regionen.“

Vornamen

Die Vornamen der Schülerinnen und Schüler in einer Klasse sind im Sprachunterricht immer eine gute Gelegenheit, sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Sprachen auszutauschen. Je vielfältiger die in den Familien der Kinder gesprochenen Sprachen sind, desto interessanter wird es. Da viele Namen auf das Wort Frieden zurückgeführt werden können kann es für die Schüler(innen) interessant sein, die Bedeutung von hievon abgeleiteten Vornamen zu erkunden.

Relativ einfach ist es Namen zu finden, die mi Fried-, Frid- oder Fred- beginnen. Schwieriger ist es, wenn diese Wortteile am Wortende oder im Wortinneren vorkommen. Die Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler könnte zunächst darin bestehen, entsprechende Vornamen in der Klasse, dem Sportverein oder Schule usw. zu suchen. Im Internet kann die Vornamenliste bei Wikipedia hilfreich sein. Im Kapitel Vornamen findest du für fünf häufig vorkommende Vornamen (Friedrich, Gottfried, Siegfried, Wilfried, Winfried) angegeben, für wie viele Personen mit diesem Vornamen ein Wikipedia-Artikel existiert. Immerhin kommen bei Wikipedia in den Top-100 deutscher Vornamen drei Vornamen vor, die vom germanischen fridu abgeleitet sind: Friedrich (Platz 1), Gottfried (Pl. 70), Siegfried (Pl. 75) und Friederike (Pl. 46).

Eine echte Herausforderung ist es, Vornamen mit romanischem (pax, pace usw.) und slavischem (mir) Ursprung zu finden. Auch hierzu findest du einige Beispiele im Kapitel Vornamen. Interessant ist, dass ausgerechnet die beiden weltweit bekannten Personen, deren Staaten Krieg gegeneinander führen, glauben, den Frieden in ihren Vornamen zu tragen: Wladimir und Wolodymyr. Beide Namen sind slavischen Ursprungs und das slavische Wort für Frieden ist mir oder myr (мир). Warum diese beiden nicht Herrscher des Friedens (vlad / volod = herrschen, besitzen) sind, erfährst du ebenfalls im Kapitel Vornamen.

Frieden oder Krieg

Das kleine Wörtchen Friede kann im Unterricht vielseitig verwendet werden, um ganz unterschiedliche Diskussionen anzuregen. Wie ist die Wirklichkeit in den Ländern Europas und der Welt? In welchen Ländern Europas herrscht Krieg und in welchen Ländern dominiert das friedliche miteinander? Leben wir nicht doch über alle Staaten hinweg in einer friedlichen Welt? Worüber wird aber mehr gesprochen und geschrieben? Was macht das mit uns? Werden hier eher die Ängste oder das friedliche Miteinander (die viel größere Realität) angesprochen. Leben wir mit Personen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, nicht in der überwiegenden Mehrheit friedlich miteinander? Wie aber ist der Eindruck, der uns durch die Presse und durch das Internet vermittelt werden?

Interessant ist das Gegensatzpaar Krieg und Frieden. „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.“, heißt ein Spruch unter Journalisten. Wie sieht es aus, wenn wir Texte in einer örtlichen Tageszeitung oder die Nachrichten in den verschiedenen TV-Sendern auswerten? Wie häufig kommt der Begriff Friede vor und wie oft werden Wortbildungen mit dem Grundwort Krieg verwendet? Anregungen zur Diskussion liefert die Auswertung von verschiedenen Textkorpora im Hinblick auf diese beiden Wörter. Im Kapitel Krieg und Frieden (siehe unten) findest du hierzu zwei interessante Diagramme.

Fremdsprachen

Die folgende Tabelle enthält Übersetzungen des Wortes Frieden in verschiedene Sprachgruppen:

  1. germanische Sprachen (vor allem in Nordeuropa)
  2. romanische Sprachen (vor allem in Süd- und Westeuropa)
  3. slavische Sprachen (vor allem in Osteuropa)
  4. sonstige länderbezogene europäische Sprachen
  5. semitische Sprachen (hiervon sind vor allem die arabische und hebräische Sprachen abgeleitet)
Das Wort Frieden in verschiedenen Sprachen
Nr. Sprache Übersetzung Aussprache
1 Afrikaans vrede [ˈfreːdə]
1 Dänisch fred [freð]
1 Deutsch Frieden [ˈfʁiːdn̩]
1 Englisch (altengl.) frith [frɪθ]
1 Isländisch friður [ˈfrɪːðʏr]
1 Niederländisch vrede [ˈvrɛːdə]
1 Norwegisch fred [freːd]
1 Plattdeutsch Fräd [frɛːd]
1 Saterfriesisch Free [freː]
1 Schwedisch fred / frid [freːd / frɪd]
1 Westfriesisch frede [ˈfrɛdə]
2 Englisch peace [piːs]
2 Französisch paix [pɛ]
2 Galicisch paz [pas]
2 Italienisch pace [ˈpaːtʃe]
2 Katalanisch pau [paw]
2 Latein pāx [ˈpaːks]
2 Okzitanisch patz [pat͡s]
2 Portugiesisch paz [pas / paʃ]
2 Rätoromanisch pasch / pâs [paʃ / pas]
2 Rumänisch pace [ˈpat͡ʃe]
2 Sardisch (Logudorese) paghe [ˈpaɡe]
2 Spanisch paz [paθ / pas]
3 Russisch мир (mir) [mʲir]
3 Ukrainisch мир (myr) [mɪr]
3 Belarussisch мір (mir) [mir]
3 Bulgarisch мир (mir) [mir]
3 Mazedonisch мир (mir) [mir]
3 Serbisch мир (mir) [mir]
3 Kroatisch mir [mir]
3 Slowenisch mir [miːr]
3 Tschechisch mír [miːr]
3 Slowakisch mier [mɪ̯er]
4 Baskisch (euskara) bakea [baˈkea]
4 Ungarisch (Magyar) béke [ˈbeːkɛ]
4 Finnisch (su⁠ɔ⁠mi) rauha [ˈrɑu̯hɑ]
4 Estnisch (eesti keel) rahu [ˈrɑhu]
4 Litauisch (lietuvių kalba) taika [ˈtaɪkɐ]
4 Lettisch (latviešu valoda) miers [ˈmiɛrs]
4 Irisch (Gaeilge) síocháin [ˈʃiːxɑːnʲ]
4 Walisisch (Cymraeg) heddwch [ˈhɛðʊx]
4 Polnisch pokój [ˈpɔkuj]
4 Griechisch ειρήνη (eirini) [iˈrini]
4 Türkisch barış [baˈɾɯʃ]
5 Hebräisch שָׁלוֹם‎ (shalom) [ʃaˈlom]
5 Arabisch سلام‎ (salām) [saˈlaːm]
5 Amharisch ሰላም‎ (sälam) [səˈlam]
5 Aramäisch שלמא‎ (shlama) [ʃlɑːˈmɑ]
5 Syrisch (Ostaramäisch) ܫܠܡܐ‎ (shlama) [ʃlɑːˈmɑ]
5 Maltesisch sliem [sliːm]
5 Ugaritisch 𐎌𐎍𐎎 šlm (shalam) [ʃaːlam] (rekonstr.)

Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Die Sprache ist mit dem Artikel bei Wikipedia und das Wort mit dem Online Wörterbuch Wiktionary (deutsch/englisch) verlinkt. Wenn weder in der deutschen noch in der englischen Version von Wiktionary ein Eintrag zu finden war wurde die Übersetzung mit der Internetseite von Brilliant Maps verlinkt. Dort findest du eine sehr schöne Länderkarte von Europa mit den Übersetzungen, farblich nach Sprachgruppen unterschieden.

Vornamen

In den germanischen und slavischen Sprachen kommen die alten Wörter für Frieden in vielen Vornamevarianten vor. In beiden Sprachgruppen gibt es über hundert Vornamen, die auf das germanische fridu oder slavische mir zurückgeführt werden können.

In den germanischen Sprachen sind die meisten Vornamen einmalig und relativ selten. Einige wenige Vornamen waren in der Vergangenheit allerdings sehr produktiv und haben viele weitere Vornamen und Kurzformen gebildet. Diese Vornamen sind auch von anderen Sprachen übernommen worden. Die folgende Tabelle enthält die fünf Vornamen mit den meisten Ableitungen. In der Klammer hinter den Namen wird angegeben, wie viele Personen mit diesem Vornamen in Wikipedia-Artikeln vorkommen. Diese Zahlen zeigen vor allem die Bedeutsamkeit eines Vornamens (in der Vergangenheit).

Vornamen, in denen das germanische fridu enthalten ist.
Friedrich (19.560)
Bedeutung: ahd. rich = mächtig, Herrscher; „friedlicher Herrscher“
Ableitungen (7.454) männlich: Fiete (25), Fred (1.004), Frederik (569), Frido (17), Fridolin (120), Friedel (156), Friedensreich (2), Friederich (103), Friederick, Friedolin (2), Fritz (4.551); weiblich: Frederike (25), Frida (134), Frieda (185), Friede (22), Friederike (470), Fritzi (27), Rieke (28), Rike (14)
international (Beispiele): Bedřich (CZ), Federico (ES) (IT), Federigo (IT), Fred (DK) (FR) (NL) (NO) (PT) (SE), Freddie (DK), Freddy (DK) (FR) (NL), Frédéric (FR), Frederick (GB), Frederico (PT), Frederik (DK) (NL), Fredo (IT), Fredric (GB), Fredrick (GB), Fredrik (FI) (NO) (SE), Freek (NL), Fricis (LV), Friderich (DK), Friderik (SI), Friðrekur (IS), Frīdrihs (LV), Friðrik (IS), Fríðrikkur (FO), Fríðrikur (FO) (IS), Frigyes (HU), Frissi (IS), Frits (NL), Fryderyk (PL), Priidik (EE), Priit (EE), Reetu (FI), Retu (FI), Rico (PT), Rietelikki (FI), Rieterik (FI), Rieti (FI), Rietrikki (FI), Rik (NL), Veeti (FI); weiblich: Bedřiška (CZ), Farîtaríka (GL), Federica (IT), Frederica (GB), Frederica (PT), Frederikke (DK), Frédérique (FR), Fredrika (FI), Fredrika (SW), Freida (GB), Fríðrika (FO), Friðrika (IS), Friðrikka (IS), Fridrikka(FO), Frieda (GB), Fryderyka (PL), Rica (GB), Rietriikka (FI), Rietrikka (FI), Riika (FI), Riikka (FI), Rika (SW), Rikke (DK)
Gottfried (2.053)
Bedeutung: ahd. got = Gott; „göttlicher Friede“
Ableitungen (401) männlich: Göpf (3), Göpfert (20), Götz (368), Govert (10); weiblich: Gottfriede
international (Beispiele): Bogomir (BG), Bogomir (SI), Bogumił (PL), Bohumír (CZ), Geoff (GB), Geoffrey (GB), Geoffroi (FR), Geoffroy (FR), Godefridus (NL), Godefroi (FR), Godefroid (FR), Godefroy (FR), Godfrey (GB), Godfried (NL), Goffredo (IT) , Govert (NL), Jeff (GB), Jeffery (GB), Jeffrey (GB)
Siegfried (1.490)
Bedeutung: ahd. ahd. sigu, sigi = Sieg; „der mit/nach dem Sieg, Frieden schafft“
Ableitungen (378) männlich: Sifrid (2), Sigefrid (0), Sigfrid (40), Sigfried (18), Sigifrid (0); Sigi (42), Siggi (26), Sig (10); weiblich: Sigrid (240)
international (Beispiele): Sigfrid (GB), Sigurd (GB), Sigurt (nord.), Sigvard (nord.), Sivert (nord.), Sivrit (nord.)
Wilfried (519)
Bedeutung: ahd. willio = Wille; „der mit dem Friedenswillen“
Ableitungen (88) männlich: Willfried (10), Wilfrid (72); weiblich: Wilfriede (6)
international (Beispiele): Wilfred (GB), Wilfredo (ES), Wilfrid (GB)
Winfried (359)
Bedeutung: ahd. wini = Freund; „der friedliche Freund“
Ableitungen (70) männlich: Winfred (12), Winfrid (12), Wini (4), Winni (4), Winnie (38), Wynfreth, Wynfried; weiblich: Winfridia
Weitere Beispiele bekannter deutscher Vornamen, die auf gem. fridu zurückgeführt werden können
Ehrenfried (ahd. ēra = Ehre → ehrenvoller Friede), Friedbert (ahd. bert = glänzend, berühmt → glänzender Friede), Friedemann (ahd. man = Mann → Mann des Friedens), Friedhelm (ahd. helm = Helm, Schutz → Schutz durch Frieden), Friedland (ahd. land = Land → Landfrieden), Gerfried (ahd. ger = Speer → Speerfrieden / Speer des Friedens), Helfried (ahd. helm = Helm, Schutz → Schutz-Friede / Friede als Schutz), Manfried (allem. man → Mann des Friedens), Ottfried (ahd. ot = Besitz, Erbe → Erbfrieden / Besitzfrieden),
Es gibt auch Namen, die die Buchstabenfolge fried enthalten jedoch nicht auf germ fridu = Friede zurückzuführen sind. Der bekannteste Name ist Elfriede Dieser Vorname ist aus dem englischen Elfreda in die deutsche Sprache als Elfrieda/Elfriede übernommen worden. Der englische Name ist zusammengesetzt aus altengl. ælf = Elfe und þryþ = Stärke. Er bedeutet daher Elfenstärke / starke Elfe.

In slavischen Sprachen können die meisten Namensableitungen vom altslavischen mir auf einige wenige Grundnamen zurückgeführt werden. Unterschiede gibt es vor allem in der Schreibung eines Namens in den einzelnen slavischen Landessprachen. Als Beispiel wurde in der folgenden Tabelle diese unterschiedlichen Schreibungen für die Namen Miroslav und Wladimir einmal differenziert nach verschiedenen Landessprachen aufgeführt.

Die Buchstabenfolge mir (мир) kann in slavischen Sprachen in der Regel auf das altslavische миръ = Welt, Frieden zurück geführt werden. Das ist allerdings nicht immer der Fall. Im Mittelalter konkurrierte hiermit das gotische mers (germ. mer, ahd. mera = bedeutend, berühmt). Dieses altgermanische Wort wurde vor allem in Vornamen in den slavischen Sprachen zu mir und damit volksetymologisch als mir = Friede, Welt, umgedeutet. Als Beispiel für solche Umdeutungen werden in der folgenden Tabelle die Namen Miroslav, Tihomir und Wladimir aufgeführt.

Vornamen, in denen das slavische mir (мир) enthalten ist.
Wort Bedeutung Ableitungen
Bohumír (14) bogŭ = „Gott“ und mir = „Friede/Welt“ (slaw. mirŭ / миръ)

Bedeutung: „Gottesfriede / Friede Gottes“ (deutsch: Gottfried)

Bogomir, Bogumir, Bohumíra (w)
Dragomir (Драгомир) (18) dorgŭ / drag = „kostbar, lieb“ → Bedeutung: „dem der Friede kostbar ist“. Drahomír, Drahomíra (w)
Jaromír (65) jarŭ = „energisch/heftig“ → Bedeutung: „energischer Friede“. Jaromir, Jaromíra (w)
Kazimir (Казимир) (23)

Casimir (189),

Kasimir (161)

altslavisch *kaziti = „verderben, schädigen, zerstören“, *mirъ = Friede / Welt / Ordnung; → Bedeutung: „Zerstörer des Friedens“;

wissenschaftlich umstritten: poln. kazać = befehlen, verkünden Bedeutung: → „Friedensstifter“

Casimir, Casimiro, Kasimir, Kasimira, Kazimiera, Kazimierz, Kazimír, Kázmér
Lubomír (57) ľuby = „Liebe“ → Bedeutung: „Liebe zum Frieden“. Ljubomir (Љубомир), Lubomierz, Ľubomír, Lubomíra, Ľubomíra, Lyubomir / Lubomir (Любомир), Lyubomyr (Любомир), Lyubomyra (Любомира)
Mojmír (7) mojĭ = „mein“ → Bedeutung: „mein Friede“. Mojmir, Momir (Момир)
Radomir (Радомир) (26) radŭ = „froh, bereitwillig“ → Bedeutung: „froher Friede“. Radmir (Радмир), Radomír, Radomíra, Radomira (w) (Радомира), Ratimir
Sławomir (6) slava = „Ruhm“ → Bedeutung: „Ruhm des Friedens“. Slavomir, Slavomír, Slavomíra, Sławomira (w)
Zvonimir (26) zvonŭ = „Klang/Läuten“ → Bedeutung: „Klang des Friedens“. Dzvonimir (Ѕвонимир), Zvonimira (w)
Nicht auf mir = „Friede/Welt“ können folgende Vornamen zurückgeführt werden:
Miroslav (232)

Miroslaw (73)

germ. mer = groß, bedeutend, berühmt, -slav = lat. sclavus, Slawe; → Bedeutung: „berühmter Slave“

Erst später wurden volksetymologisch mir und slava = Ruhm, Ehre assoziiert; Bedeutung also nicht „ruhmreicher Friede“, wie gerne angenommen wird. Diese Fehldeutung findet sich auf vielen Namensseiten, wie z. B. auf behind the name, Adazing,

Míra (RS), Mira (Мира) (div.), Mirče (Мирче) / Mirche (MK), Mircea (RO), Mirco (IT), Mireček (RS), Mirek (PL), Mirka (Мирка) (CS), Mirko (Мирко) (RS), Miro (HR), Miroslava (Мирослава) (div.), Mirosław (PL), Mirosława (PL), Myroslav (Мирослав) (UA), Myroslava (Мирослава) (UA)
Tihomir (16) slawisch ticho = still, ruhig, germ. mera = groß, bedeutend, berühmt → Bedeutung: „große Stille“ oder „stille Größe“

Erst später wurde volksetymologisch mir assoziiert; Bedeutung also nicht „stiller Friede“, wie gerne angenommen wird.

Tihomira (RS), Tikhomir (Тихомир) (RU)
Wladimir (1008)

Vladimir (1308)

Wolodymyr (165)

slawisch vlad (владь) = Macht oder Herrschaft, got. mers = groß, ahd. mari = bedeutend, berühmt → Bedeutung: „groß in seiner Macht“; analog hierzu der deutsche Vorname Waldemar

Erst später wurde volksetymologisch mir assoziiert; Bedeutung also nicht „Friedensherrscher", wie gerne angenommen wird.

Eine interessante Übereinstimmung: Der Namenstag von Waldemar und Wladimir ist für beide der 15. Juli

Uladzimir (Уладзімір) (BY), Vladimír (CZ), Vladímir (ES), Vladimir (Владимир) (RU), Vladimiro (IT), Vlastimír (CZ), Vlastimir (Властимир) (RS), Włodzimierz (PL), Wolodymyr (Володимир) (UA)
Diese Fehldeutungen finden sich auf vielen Namensseiten, wie z. B. auf Adazing, behind_the_name, beliebte_vornamen, etymonline, ebenso die vielen Baby-Vornamen-Suche-Seiten im Internet ... Korrekt hingegen auf BabyNamesPedia, baby_vornamen.at, vorname.com, ...

Aus dem lateinischen Wort pax = Frieden haben sich in romanischen Sprachen - anders als in germanischen und slavischen Sprachen - nur sehr wenige Vornamen entwickelt. Diese können auf drei Vornamengruppen eingegrenzt werden:

  1. Direkt aus dem lateinischen pax = hat sich in römisch‑christlicher Tradition das italienische Pace und hiervon italienisch Paix und spanisch Paz entwickelt.
  2. Aus lateinisch pacificus, zusammen gesetzt aus pax + facere = Frieden stiftend, haben sich mit gleicher Bedeutung Vornamen in verschiedenen Sprachen entwickelt.
  3. Das lateinische Adjektiv placidus hat die Bedeutung still, ruhig, friedlich. Hiervon haben sich in romanischen Sprachen verschiedene Vornamen entwickelt mit der Bedeutung der/die Ruhige, Friedliche.
Vornamen, die vom lateinischen pax abgeleitet sind.
Sprache Übersetzung Aussprache
1 Latein Pax [paks]
1 Englisch Pace [ˈpeɪs]
1 Französisch Paix [pɛ]
1 Italienisch Pace [ˈpa.tʃe]
1 Spanisch Paz [paθ]
2 Latein Pacificus [paˈkiː.fi.kus]
2 Französisch Pacifique [pa.si.fik]
2 Italienisch, Spanisch Pacifico [paˈtʃi.fi.ko/paθiˈfiko]
2 Italienisch, Spanisch Pacifica [paˈtʃi.fi.ka/pa.ˈθi.fi.ka]
3 Latein Placidus [ˈpla.ki.dus]
3 Englisch Placid [ˈplæs.ɪd]
3 Französisch Placide [pla.sid]
3 Italienisch Placido [ˈpla.tʃi.do]
3 Italienisch Placidia [plaˈki.di.a]
3 Portugiesisch Plácido [ˈpla.θi.ðo]
3 Spanisch Plácido [ˈpla.si.ðo]
3 Spanisch Plácida [ˈpla.θi.ða]

Wenn du mehr über einen Vornamen erfahren möchtest, dann klicke auf den Vornamen. Du gelangst dann zu der (nicht werbefreien und englischen) Internetseite Behind the Name.

Aus der semitischen Wurzel š-l-m = Friede, Glück, Gesundheit haben sich die hebräische und arabische Grußformeln Schalom und Salam entwickelt. diese beiden Wörter sind die Grundlage für einige Vornamen im arabischen Raum, die auch in europäische Landessprachen übernommen wurden. Die folgende Tabelle enthält einige Beispiele für Vornamen aus der semitischen Sprache. Diese sind in drei Gruppen zusammengefasst:

  1. Direkte Ableitung vom semitischen š-l-m
  2. Ableitungen vom biblischen Namen Salomon, hebräisch Shlomo, arabisch Suleiman. Der Name Salomon findet sich in dieser Form in vielen Bibelübersetzungen und ist auch als Nachname sehr verbreitet.
  3. Der Name der Religion Islam wird vor allem in arabischen Sprachen auch als Vorname benutzt. Von diesem sind einige wenige weitere Vornamen abgeleitet.
  4. Muslim wird als allgemeine Bezeichnung für Anhänger Mohameds verwendet, kommt aber auch als Vorname vor.
Vornamen, die von der semitischen Wurzel š-l-m abgeleitet sind.
Sprache Vorname Aussprache
1 Arabisch Salām
1 Arabisch, Indonesisch, Uigurisch Salām (سلام) [saˈlaːm]
1 Arabisch Abd as-Salām (عبد السلام) [ʕabd as saˈlaːm]
1 Arabisch Salim (سالم) [ˈsaːlim]
1 Arabisch Salima (سالمة) [ˈsaːlima]
1 Arabisch, Persisch, Urdu Salman (سلمان) [salˈmaːn]
1 Bengalisch Salman (সালমান) [salˈmaːn]
1 Englisch, Deutsch, Georgisch, Griechisch, (Hebräisch) Salome [saˈloːme], [sə.ˈloʊ.mi]
1 Arabisch Salim (سالم) [ˈsaːlim]
1 Arabisch, Urdu Saleem (سليم) [sa.ˈliːm]
1 Arabisch, Englisch (m/w) Salem (سالم) [ˈsaːlim]
1 Arabisch Salima (سليمة), Selima (w) [sa.ˈliː.ma]
1 Albanisch, Türkisch Selim
1 Arabisch, Türkisch Selima (سليمة), Selime (w) [seˈlim]
2 Hebräisch Salomon, šəlōmōh (שְׁלֹמֹה)
2 Hebräisch šəlōmōh (שְׁלֹמֹה), šālōm (שָׁלוֹם) [ˈzaːlomɔ]
2 Hebräisch Shlomo [ʃloˈmo]
2 Französisch. Biblisch Salomon [sa.lo.ˈmon]
2 Portuguese Salomão
2 Spanisch Salomón [sa.lo.ˈmon]
2 Ungarisch Salamon [ˈʃɒ.lɒ.mon]
2 Arabisch Suleiman
2 Arabisch Suleiman (سليمان) [suˈlajmaːn]
2 Arabisch, Indonesisch, Malaiisch Sulaiman (سليمان) [su.laj.ˈmaːn]
2 Arabisch, Kirgisisch Sulayman (سليمان), (Сулайман) [su.laj.ˈmaːn]
2 Arabisch (Maghrebi) Slimane [su.laj.ˈmaːn]
2 Albanisch, Bosnisch Sulejman [sy.lej.ˈman]
2 Bosnisch Suljo
2 Kasachisch Süleimen (Сүлеймен)
2 Persisch Soleiman (سلیمان) [so.lej.ˈmɒːn]
2 Semitic Mythology Shalim
2 Türkisch, Azerbaijanisch Süleyman [sy.lej.ˈman]
2 Turkmenisch Süleýman [sy.lej.ˈman]
2 West-Afrikanisch Souleymane [su.le.man]
3 Arabisch Islam (إسلام )
3 Arabisch, Tschetschenisch Islam (إسلام ), (Ислам) [ʔis.ˈlaːm]
3 Arabisch, Tschetschnisch Islama [ʔis.ˈlaːma]
3 Aserbaidschanisch, Kasachisch, Türkisch İslam [ʔis.ˈlaːm]
3 Indonesisch Islamawati [ɪs.ˈlaː.ma.ˌwa.ti]
3 Persisch Eslam (اسلام) [ʔis.ˈlaːm]
3 Tschetschenisch,Baschkirisch Islambek (Исламбек ), Islambäk (Исламбәк)
3 Usbekisch Islom [ʔis.ˈlaːm]
4 Arabisch Muslim (Moslem)
4 Arabisch, Indonesisch, Malaiisch Muslim (مسلم) [ˈmus.lim]
4 Arabisch, Usbekisch, Bengalisch Muslima (مسلمة) (w) [ˈmus.li.ma]
4 Persisch Moslem (مسلم) [mos.ˈlem]
4 Türkisch, Aserbaidschanisch Müslüm [mys.ˈlym]

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Krieg und Frieden

Wie sieht es mit der Verwendung der Wörter Friede(n) und Krieg aus? Um dies herauszufinden wurde der Wortschatz der Gegenwartssprache (linkes Diagramm) und er ZDL-Regionalkorpus (ab 1993, rechtes Diagramm) aus dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) ausgewertet.
In diesem linken Diagramm wurden die beiden Wörter Krieg und Frieden über 120 Jahre hinweg ausgewertet.
Quelle
Bei der Analyse wurden die Wortschätze aus Zeitungen und der gesprochenen Sprache nicht mit einbezogen.
Für die Auswertung von Zeitungen steht nur eine begrenzte Datenbasis zur Verfügung.
Quelle
Dieses Diagramm gibt die Auswertung für die letzten zwanzig Jahre wieder. Bei der Analyse werden die Wortschätze aus dem linken Diagramm (durchgezogene Linie) im Vergleich zur Textauswertung Regionaler Zeitungen (gestrichelte Linien) dargestellt.
Bi-W-F Frieden-Krieg-1.jpg
Bi-W-F Frieden-Krieg-2.jpg
Am Anfang des vorigen Jahrhunderts dominiert das Wort Krieg. Der erste Weltkrieg und die Zeit der Hitler-Diktatur prägten das Leben der Menschen. Die spiegelt sich auch im Gebrauch der Wörter Frieden und Krieg in den ausgewerteten Texten wieder. Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs ging es in den Herzen und Köpfen der Menschen um Frieden. Die Friedensbewegung in den 60er Jahren, die Demonstrationen gegen die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland (NATO-Doppelbeschluss) und schließlich die deutsche Wiedervereinigung (1989) zeigen auch in der Sprache deutliche Veränderungen. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war vom Friedenswillen geprägt. Der Zerfall Jugoslawiens (ab 1991) und der Irakkrieg (2003-2011) brachte dann den Krieg wieder zurück nach Europa, ins aktuelle Leben und ins Gedächtnis und prägte auch die Sprache.
Ganz anders stellt sich die Verwendung der Gegensätze Frieden und Krieg dar, wenn Regionale Zeitungen nach diesen Begriffen durchsucht werden. Das rechte Diagramm zeigt, dass der Gebrauch der beiden Wörter ganz entgegengesetzt zur Benutzung in anderen Textkorpora ausfällt.
Die journalistische Redensart „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.“ scheint sich hier zu bewahrheiten. Einerseits wird in Lebensgeschichten immer noch häufig auf den zweiten Weltkrieg und die Folgezeit Bezug genommen: „Ich war elf Jahre alt und es war Krieg.“ (1), „... (ist er) unbeschadet aus dem Krieg zurückgekehrt.“ (2), „Im Krieg ist hier alles zerstört worden.“ (3). Andererseits wird Krieg gern auch als Vergleich herangezogen: „...wir sind im Krieg mit einem Virus ... (Corona)“ (4) „Die Hooligans verhielten sich vor dem Stadion wie im Krieg.“ (5), „Das ist hier wie im Krieg“, sagt eine Verkäuferin ... (6) „.“ Nicht selten wird auch von einem Krieg gegen etwas oder jemanden berichtet: „Krieg gegen die Natur“ (7), „Krieg gegen das Virus“ (8), „... gegen den Staat“ (9), „... gegen den Terror“ (10), „... gegen das Establishment“ (11), „... gegen die Zukunft (12)“ „... gegen die islamistische Ideologie(13)“ „gegen Krebs“ (14) usw. usf. Und dann gibt es noch die weltweit tatsächlich geführten Kriege: „Krieg gegen Armenien“(15), „Eritrea“ (16), „Aserbaidschan“ (17) „Jemen“ (18), „Syrien“ (19) usw.

referencen müssen noch eingebaut werden - Wie?

1) Allgemeine Zeitung, 14.12.2020, 2) Münchner Merkur, 31.12.2020, 3) Rhein-Zeitung, 24.12.2020, 4) Der Tagesspiegel, 15.12.2020, 5) , 6) Rhein-Zeitung, 15.12.2020, 7) Thurgauer Zeitung, 25.08.202, 8) Kieler Nachrichten, 31.12.2020, 9) Oberösterreichische Nachrichten, 14.12.2020, 10) Neue Westfälische, 7.12.2020, 11) Neue Westfälische, 10.12.2020, 12) Frankfurter Rundschau, 21.11.2020, 13) Oberösterreichische Nachrichten, 31.10.2020, 14) General-Anzeiger, 22.09.2020, 15) Kleine Zeitung, 13.12.2020, 16) Frankfurter Rundschau, 09.12.2020, 17) Oberösterreichische Nachrichten, 27.11.2020, 18) Kleine Zeitung, 11.11.2020, 19) Rhein-Zeitung, 10.03.2020,

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Redensarten/Zitate

Text fehlt

xx

Mehrwortausdrücke und Redensarten mit dem Grundwort Frieden
Mehrwortausdruck Bedeutung
A Frieden ist das höchste Gut Wertschätzung des Friedens als erstrebenswerteste Lebens- oder Staatsbedingung.
B Frieden schaffen Aktiv dazu beitragen, dass ein friedlicher Zustand entsteht (z. B. durch Vermittlung oder Maßnahmen).
B Frieden stiften Vermitteln und dafür sorgen, dass Streit endet oder gar nicht entsteht.
C etwas in Frieden lassen Eine Sache unberührt lassen; nicht weiter daran herumändern oder eingreifen.
C jemanden in Frieden lassen Jemanden in Ruhe lassen; nicht stören oder belästigen.
C seinen Frieden mit etwas machen Mit einer Situation abschließen; sie akzeptieren und innerlich zur Ruhe kommen.
C seinen Frieden mit jemandem machen Sich mit jemandem versöhnen; einen Konflikt beilegen/akzeptabel beenden.
C um des Friedens willen Aus Rücksicht auf Frieden/Ruhe; um Konflikte zu vermeiden.
C um des lieben Friedens willen Damit kein Streit entsteht; um die Harmonie/den Hausfrieden zu wahren.
C (mit jdm.) Frieden schließen/machen Sich versöhnen; einen Streit/Konflikt beenden.
D für Frieden sorgen dafür sorgen, dass es ruhig/ohne Streit bleibt; Streit schlichten.
D den Frieden bewahren/halten Den erreichten Frieden bewahren; keinen neuen Streit beginnen oder Konflikte nicht eskalieren lassen.
D es herrscht Frieden Es ist ruhig; es gibt keinen Streit oder Krieg.
D Gib ihm Frieden! Lass ihn in Ruhe; bedränge ihn nicht weiter.
E dem Frieden nicht trauen Misstrauisch gegenüber einer scheinbar ruhigen/friedlichen Lage sein; man erwartet Ärger.
E unter dem Deckmantel des Friedens etwas tun, das vorgeblich friedlich ist, tatsächlich aber eigennützig/gefährlich.
E Friede, Freude, Eierkuchen Ironisch: scheinbar perfekte Harmonie; Konflikte/Probleme werden ausgeblendet.
F in Frieden ruhen Formel für Verstorbene: im Tod Ruhe finden; nicht mehr gestört werden.
F Ruhe in Frieden Grabformel: Ausdruck des Wunsches, dass der Verstorbene im Tod Frieden findet.

xxx

Zitate, in denen das Grundwort Frieden vorkommt
Zitate Quelle
Beispiele für Zitate aus Wikiquote
Denn Frieden ernährt, aber Unfrieden verzehrt. Johann Peter Hebel, Das wohlfeile Mittagessen
Der Friede ist zu wichtig, um ihn den Männern alleine zu überlassen! Johanna Dohnal, zitiert in: Presseheft zum Film "Die Dohnal" von Sabine Derflinger (2019)
Nichts ist mit dem Frieden verloren. Aber alles kann mit dem Krieg verloren sein. Pius XII., Radiobotschaft vom 24. August 1939
Niemand, der bei Verstand ist, zieht den Krieg dem Frieden vor; denn in diesem begraben die Söhne ihre Väter, in jenem die Väter ihre Söhne. Herodot, Historien 1, 87, 4 / Krösus
Nur eine solidarische Welt kann eine gerechte und friedvolle Welt sein. Richard von Weizsäcker, Verantwortung für sozialen Fortschritt, Gerechtigkeit und Menschenrechte, 1986
Nur zwischen Glaube und Vertrauen ist Friede. Friedrich Schiller, "Wallenstein"
Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Matthäus 5,25
Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Matthäus 5,9
...
Beispiele für Zitate aus Gute Zitate (nicht werbefrei)
Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg. Mahatma Gandhi
Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen. Mahatma Gandhi
Dauerhafter Frieden beruht auf wechselseitiger Achtung. Dalai Lama
Soldatengräber sind die besten Prediger des Friedens. Albert Schweitzer
Der teuerste Frieden ist billiger als der billigste Krieg. Alexander Pope
Lieber ein mittelmäßiger Frieden als ein glorreicher Krieg. Maria Theresia
Wir sind gegen den Gorilla-Krieg - wir sagen: Frieden schaffen ohne Affen! Stefan Raab
Der Frieden kommt durch Verständigung, nicht durch Vereinbarung. Sprichwort
...
Weitere Quellen:
Aphorismen (1523), berühmte Zitate (316), bk-Luebeck (47), Gute Zitate (750), phraseo (1), Wikiquote (50), Zitate-online.de (42), Zitatforschung (7)


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Belege/Quellen

Modellwortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Modellwortschatz

Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo, DWDS Frieden, Friedhof, Weltfriede (+ 170). Wiktionary: Frieden, Friedhof, Weltfriede (+ 110)

Rechtschreibung: Wiktionary, Duden, DWDS, IDS

Etymologie: DWDS, etymonline, Wörterbuchnetz, Wortbedeutung.info, Wikipedia, Wiktionary, Wiktionary-en,

Vornamen: Wikipedia - Liste deutscher Vornamen, Liste von Vornamen, Liste der Namenstage, Arabischer Name, Persondata.toolforge (Quantifizierung der Wikipedia Namensseiten), sowie Friedrich; Siegfried usw. (sh. direkte Verlinkungen der Vornamen);

Einzelseiten zu Vornamen in Fremdsprachen: BabyNamesPedia, behind the name, etymonline, nordic names, ...

Einzelseiten zu deutschen Vornamen: baby_vornamen.at, beliebte_vornamen, vorname.com, ...

Grafik: How to say peace in European Languages - brilliantmaps.com, instagram.com

Mehrwortausdrücke, Redensarten: Zitate: DWDS, Wikipedia, Wiktionary, wissen.de; Aphorismen (1523), berühmte Zitate (316), bk-Luebeck (47), Gute Zitate (750), phrasio (1), Wikiquote (50), Zitate-online.de (42), Zitatforschung (7)

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Gebaren

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Wortherkunft

Herr Wort Das Nomen Gebaren bezeichnet die Art und Weise, wie sich jemand verhält oder benimmt.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāren zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete. Hieraus wurde dann bereits im Mittelalter unsere heutige Form gebāren entwickelt.

Entstanden ist das Nomen aus dem Verb gibārōn. Dieses Verb ist veraltet und wird heute nur noch sehr selten benutzt.

Frau Fremd Englisch: behavior, conduct

Französisch: comportement Lateinisch: mores

Hinweise zum Wort Gebaren

Bedeutung: Verhalten, Benehmen (meist auffällig oder kritisch gemeint)
Beispielsatz: Sein arrogantes Gebaren fiel allen sofort auf.

Das geschäftliche Gebaren dieser Firma ist nicht seriös.

Er legte ein sehr auffälliges Gebaren an den Tag.

Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum

Worttrennung: Ge-ba-ren

Aussprache: [ɡəˈbaːʁən]

Wortformen

Das Nomen Gebaren wird meist nur im Singular verwendet.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Gebaren
2. Fall Genitiv des Gebarens
3. Fall Dativ dem Gebaren
4. Fall Akkusativ das Gebaren

Das Verb gebaren ist ein starkes Verb. Es wird heute kaum noch verwendet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich gebare ich gebarte ich habe gebart
2. Person du gebarst du gebartest du hast gebart
3. Person er/sie/es gebart er/sie/es gebate er/sie/es hat gebart
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir gebaren wir gebarten wir haben gebart
2. Person ihr gebart ihr gebartet ihr habt gebart
3. Person sie gebaren sie gebarten sie haben gebart



Weiterführende Informationen zum Grundwort Gebaren
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Info - Gebaren

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Weiterführende Informationen zum Wort Gebaren

Entstehung: Verb tragen: germ. *beran → ahd. beran → mhd. bern = tragen, bringen, hervorbringen

germ: *gabarjan → Verb gebaren: → ahd. gibārōn → mhd. mnd. gebāren

→ Nomen: ahd. gibāren → mhd. gebāren

Wortbildungen: Ausgabengebaren, Bühnengebaren, Finanzgebaren, Geschäftsgebaren, Haushaltsgebaren, Herrschaftsgebaren, Machtgebaren
Ableitungen: gebaren (Grundwort), Gebaren (Konversion), Gebarung (Ableitung)
Wortgruppen: Das Wort Gebaren wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:
„sein seltsames Gebaren“
„ein unangemessenes Gebaren“
Zitate: „Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ (Quelle)

„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ (Quelle)

Wortvergleich

Die Wörter gebaren, gebären, Gebärde, Geburt und gebühren haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = heben, tragen. Auf die Bedeutung *bher(ə) = tragen dieser Wurzel können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: Bahre (= Trage), Bürde (= was getragen wird), entbehren (= nicht tragen) und auch das Suffix -bar (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) . All diese Wörter enthalten das Morphem behr. Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (*bher(ə) = heben) findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in empor und empören, aber auch in Berg.

Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht über die Ableitungen der deutschen Wörter vom indoeuropäischen *bher. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten.

Herkunft und Entwicklung von von Grundwörtern zu indoeuropäisch *bher(ə)
Grundwort ie. germ. Verb (ohne Präfix) ahd. mhd. ursprüngliche Bedeutung
gebaren, Gebaren *bher- = tragen, heben *beraną alt: ahd. beran, mhd. bern = tragen, Frucht tragen, hervorbringen, gebären gibārōn, gibāra gebāren sich betragen
gebären gibāran gebāren hervortragen → zur Welt bringen
Gebärde, gebärden gibārida, gibārōn gebærde, gebæren Benehmen, sichtbarer Ausdruck
entbehren inbēran enbern nicht tragen → entbehren
-bar *beraz -bāri -bære tragbar → möglich
Geburt *burþiz *burdi- - giburt geburt Leibesfrucht tragen
Bahre *berō - bāra bāre Tragegestell
Bürde *burþi- - burdi bürde das Getragene
empor *bher- = heben ⚠️ *(ga)bur- ⚠️ alt: ahd. bor = Höhe, Spitze; alt: ahd. in bore = in der Höhe empōr empōr emporheben
empören *(ga)burjan⚠️ alt: mhd. bōr empōren empōren emporheben → aufregen
gebühren, Gebühr *burjaną ⚠️ alt: ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten gibūren, giburī gebürn, gebüre heben, zuteilen
Berg * bhereg̑h-, * bherg̑os-

Erweiterung zu *bher

*berga - berg berc hoch, erhaben, das erhobene

Unikales Morphem ?

Der Wortstamm bar (ahd. bār) kommt in dieser Bedeutung („tragen, sich verhalten“) auch in verwandten Wörtern vor. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortstamms ist für die meisten nicht mehr erkennbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bar ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem: Adelung, Goethe, Grimm, MWb), ZDL, Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Die folgenden Wörter müssen noch überarbeitet und an die neue Version von </nowiki>gebaren angepasst werden.

gebären

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Wortherkunft

Herr Wort Das Verb gebären bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Es gehört zum Wortfeld von Geburt und gebären.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāran zurück.

Es gehört zu einer alten Wortfamilie mit der Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“.

Verwandt sind u. a.: gebären, Geburt, gebürtig.

Frau Fremd Englisch: to give birth, to bear

Französisch: enfanter Lateinisch: parere

Hinweise zum Wort gebären

Bedeutung: ein Kind zur Welt bringen
Beispielsatz: Die Frau gebar ein gesundes Kind.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ge-bä-ren

Aussprache: [ɡəˈbɛːʁən]

Wortformen

Das Verb gebären ist ein starkes Verb.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich gebäre ich gebar ich habe geboren
2. Person du gebierst du gebarst du hast geboren
3. Person er/sie/es gebiert er/sie/es gebar er/sie/es hat geboren
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir gebären wir gebaren wir haben geboren
2. Person ihr gebärt ihr gebart ihr habt geboren
3. Person sie gebären sie gebaren sie haben geboren



Weiterführende Informationen zum Grundwort gebären
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Info - gebären

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Weiterführende Informationen zum Wort gebären

Entstehung: ahd. gibāran → mhd. gebāren

Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“

→ Spezialisierung: „ein Kind zur Welt bringen“

Wortbildungen: Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
Ableitungen: Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
Interessantes: Das Verb gebären ist eng verwandt mit gebaren, hat aber eine andere Bedeutungsentwicklung:
gebären → körperlicher Vorgang (Kind zur Welt bringen)
gebaren → Verhalten, Benehmen

Beide Wörter gehen jedoch auf denselben alten Wortstamm zurück.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bar kommt in gebaren und mit Umlaut in gebären und Gebärde und als Verbabstrakta in Geburt vor. Auf den gleichen germ. und ahd. Ursprung können auch das Suffix -bar, die Verneinung entbehren (= nicht tragen) sowie Bahre und Bürde zurückgeführt werden, auch wenn diese Zusammenhänge heute kaum noch erkannt werden. Siehe hierzu die Tabelle auf der Seite Info - Gebaren
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bar ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/gebären https://de.wiktionary.org/wiki/gebären https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=gebären https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt https://www.duden.de/rechtschreibung/gebären

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Gebärde

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Wortherkunft

Herr Wort Eine Gebärde ist eine Bewegung des Körpers, besonders der Hände oder des Gesichts, mit der etwas ausgedrückt wird.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāra zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete.

Im Mittelhochdeutschen lautete die Form gebār.

Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie gebaren (= sich verhalten).

Frau Fremd Englisch: gesture

Französisch: geste Lateinisch: gestus

Hinweise zum Wort Gebärde

Bedeutung: bewusste oder unbewusste Körperbewegung als Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken
Beispielsatz: Mit einer freundlichen Gebärde begrüßte sie die Gäste.
Wortinfo: Wortart: Nomen, Feminin

Worttrennung: Ge-bär-de

Aussprache: [ɡəˈbɛːʁdə]

Wortformen

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Gebärde die Gebärden
2. Fall Genitiv der Gebärde der Gebärden
3. Fall Dativ der Gebärde den Gebärden
4. Fall Akkusativ die Gebärde die Gebärden



Weiterführende Informationen zum Grundwort Gebärde
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Gebärde

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Weiterführende Informationen zum Wort Gebärde

Entstehung: ahd. gibāra → mhd. gebār = Verhalten, Benehmen

→ nhd. Gebärde = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens

Wortbildungen: Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher
Ableitungen: gebaren (sich verhalten), Gebaren
Interessantes: Das Wort Gebärde zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung

Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der Gebärdensprache, einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bar in Gebärde kommt auch in gebären, ohne Umlaut in Gebaren, und als Verbalabsstraktum in Geburt vor, auch wenn diese Zusammenhänge heute nicht mehr erkennbar sind.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm bär (ahd. bār) ist bedeutungstragend („tragen, hervorbringen, sich verhalten“) und auch in verwandten Wörtern erhalten.
Die Struktur ist historisch nachvollziehbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bar ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/Gebärde https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=Gebärde https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



zurück zur Wortgeschichte Gebärde
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



gebühren

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Wortherkunft

Herr Wort Das Verb gebühren wird heute vor allem in der Bedeutung „zustehen“ oder „angemessen sein“ verwendet, meist in gehobener Sprache.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibūrēn zurück.

Dieses bedeutete „sich gehören, zukommen, passend sein“.

Es gehört zur Wortfamilie von gebühren (Substantiv: die Gebühr).

Frau Fremd Englisch: to be due, to befit

Französisch: convenir, être dû

Hinweise zum Wort gebühren

Bedeutung: 1. jemandem zustehen

2. angemessen sein, sich gehören (gehoben)

Beispielsatz: Ihm gebührt großer Dank.

So viel Respekt gebührt dir.

Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ge-büh-ren

Aussprache: [ɡəˈbyːʁən]

Wortformen

Das Verb gebühren wird meist unpersönlich oder nur in bestimmten Formen verwendet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich gebühre ich gebührte ich habe gebührt
2. Person du gebührst du gebührtest du hast gebührt
3. Person er/sie/es gebührt er/sie/es gebührte er/sie/es hat gebührt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir gebühren wir gebührten wir haben gebührt
2. Person ihr gebührt ihr gebührtet ihr habt gebührt
3. Person sie gebühren sie gebührten sie haben gebührt



Weiterführende Informationen zum Grundwort gebühren
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - gebühren

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Weiterführende Informationen zum Wort gebühren

Entstehung: ahd. gibūrēn → mhd. gebüeren

Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“

→ nhd. gebühren = „zustehen“

Wortbildungen: Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
Ableitungen: Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
Interessantes: Das Wort gebühren wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
„Ehre, wem Ehre gebührt“

Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.

Unikales Morphem ?

Das Wort gebühren enthält kein unikales Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm bühr ist historisch bedeutungstragend („passen, zukommen“) und mit Gebühr verwandt.
Die Struktur ist historisch erklärbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang zwischen gebühren und Gebühr oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/gebühren https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=gebühren https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren

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Geburt

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Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Geburt bezeichnet das Zur-Welt-Kommen eines Menschen oder Tieres sowie den Beginn eines neuen Lebens.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche giburt zurück, das „Geborenwerden, Abstammung“ bedeutete.

Es gehört zur Wortfamilie von gebären und geht auf eine alte Bedeutung „tragen, hervorbringen“ zurück.

Frau Fremd Englisch: birth

Französisch: naissance Lateinisch: nativitas

Hinweise zum Wort Geburt

Bedeutung: 1. das Zur-Welt-Kommen eines Kindes oder Lebewesens

2. Herkunft, Abstammung (gehoben)

Beispielsatz: Die Geburt des Kindes verlief ohne Komplikationen.

Er ist von adeliger Geburt.

Wortinfo: Wortart: Nomen, Feminin

Worttrennung: Ge-burt

Aussprache: [ɡəˈbʊʁt]

Wortformen

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Geburt die Geburten
2. Fall Genitiv der Geburt der Geburten
3. Fall Dativ der Geburt den Geburten
4. Fall Akkusativ die Geburt die Geburten



Weiterführende Informationen zum Grundwort Geburt
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Info - Geburt

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Weiterführende Informationen zum Wort Geburt

Entstehung: ahd. giburt → mhd. geburt

Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“

→ nhd. Geburt = Vorgang des Geborenwerdens

Wortbildungen: Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
Ableitungen: gebären, gebürtig, Gebärende
Interessantes: Das Wort Geburt zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
hervorbringen → geboren werden → Ursprung

Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:

„die Geburt einer Idee“

Damit kann Geburt auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.

Unikales Morphem ?

Das Wort Geburt enthält kein unikales Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm burt (ahd. burt) gehört zur Wortfamilie von gebären und bedeutet „hervorbringen, geboren werden“.
Die Wortstruktur ist historisch erklärbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang mit gebären oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/Geburt https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=Geburt https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt

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Gefahr

Frage: Autofahren ist gefährlich - Stimmt das? Was hat Gefahr / gefährlich mit fahren zu tun?

genug

  1. REDIRECT genügen #REDIRECT genügend #REDIRECT Genüge #REDIRECT ungenügend - Weiterleitungen müssen noch angelegt werden

Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Wort genug. Es wird meist als Adjektiv verwendet. Das Wort genug gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Es bedeutet, dass etwas ausreichend oder in ausreichender Menge vorhanden ist.

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Wortherkunft

Herr Alt Das Wort genug gab es schon im Mittelalter, also vor über tausend Jahren. Damals hieß es zunächst ginuog oder ginuogi, später dann genuoc und noch später genug.
Herr Wort Mit dem Wort genug sagen wir, dass etwas ausreichend vorhanden ist. Wir können zum Beispiel sagen:
a) Wir haben genug Brot gekauft.
b) Jetzt habe ich genug gearbeitet.
c) Das ist gut genug.

In allen Beispielen bedeutet das Wort: Es reicht aus.

Herr Alt Das zugrunde liegende germanische Verb *nōga ist schon sehr früh verschwunden. Bereits im Mittelalter gab es dieses Verb nicht mehr.
Frau Fremd Das ist ja interessant. Jetzt verstehe ich auch einige Übersetzungen unseres kleinen Wörtchens genug.
Sprache genug Aussprache
Deutsch genug [ɡəˈnuːk]
Dänisch nok [nʌɡ̊ˀ]
Isländisch nóg [nouːɣ]
Englisch enough [ɪˈnʌf]
Niederdeutsch noog [noːx]
Niederländisch genoeg [ɣəˈnux]
Norwegisch nok [nɔk]
Schwedisch nog, noga [nɔɡ], [ˈnuːɡa]
Nur in den Niederlanden und in der englischen Sprache gibt es die Ableitung von dem alten Wort mit der Vorsilbe (Präfix) ge-. In allen anderen Nordeuropäischen Länder kann das Wort direkt auf das alte germanische Verb *noug zurückgeführt werden.
Herr Wort Vom Wort genug ist das Verb genügen abgeleitet. Es bedeutet etwas ist genug oder ausreichend vorhanden.

Von dem Verb genügen ist das Adjektiv genügend abgeleitet. Das bezeichnet meist, das von einer Sache eine ausreichende (= genügend) eine Menge oder Qualität vorhanden ist.

Frau Fremd In Österreich nennt man die Schulnote 4 = genügend und die Note 6 = ungenügend

Hinweise zur Wortgruppe genug

genug

Bedeutung: ausreichend; so viel wie nötig vorhanden
Beispielsatz: Für alle Kinder war genug Kuchen da.
Wortinfo: Wortart: Adverb, Pronomen, Adjektiv

Worttrennung: ge·nug

Aussprache: [ɡəˈnuːk]

genügen

Bedeutung: a) Maß, Menge - es ist ausreichend (genug) vorhanden

b) etwas zufriedenstellend erledigen

Beispielsatz: a) Zwei Kuchen sollten für den Kindergeburtstag wohl genügen.

b) Die Leistungen genügen nicht den Anforderungen, die vorher vereinbart waren.

Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ge-nü-gen

Aussprache: [ɡəˈnyːɡn̩]

genügend

Bedeutung: eine ausreichende Menge oder zufriedenstellende Qualität; etwas ist angemessen, befriedigend, gut

in Österreich: die Schulnote 4

Beispielsatz: Mama hat genügend Kuchen gebacken. Es reicht für alle Geburtstagskinder.
Wortinfo: Wortart: Adverb, Pronomen, selten auch Adjektiv

Worttrennung: ge-nü-gend

Aussprache: [ɡəˈnyːɡn̩t]

ungenügend

Bedeutung: etwas weist deutliche Mängel auf, etwas ist bezogen auf die Vorgaben nicht ausreichend

in Deutschland: schlechteste Schulnote, Note 6 (Im Gebrauch als Schulnote kann das Adjektiv nicht gesteigert werden.)

Beispielsatz: Er hatte sich für die Klassenarbeit und ungenügend vorbereitet.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: un-ge-nü-gend

Aussprache: [ɡəˈnyːɡn̩t]

Wortformen

Das Wort genug wird meistens als Fürwort (Pronomen) verwendet. Es verändert daher seine Form nicht, ganz gleich wie es im Satz verwendet wird.

Vom Wort genug ist auch das Verb genügen abgeleitet. Die verschiedenen Wortformen werden regelhaft gebildet:

Präsens Präteritum Perfekt Futur
Singular 1. Person ich genüge ich genügte ich habe genügt ich werde genügen
2. Person du genügst du genügtest du hast genügt du wirst genügen
3. Person er/sie/es genügt er/sie/es genügte er/sie/es hat genügt er/sie/es wird genügen
Plural 1. Person wir genügen wir genügten wir haben genügt wir werden genügen
2. Person ihr genügt ihr genügtet ihr habt genügt ihr werdet genügen
3. Person sie genügen sie genügten sie haben genügt sie werden genügen

Das Wort genügend kann als Adverb (Umstandswort) oder wie das Wort genug als Pronomen (Fürwort) verwendet werden. Demnach kann auch das Wort genügend nicht gesteigert werden.

Das Gegenwort ungenügend ist ein Adjektiv, das regelhaft gesteigert werden kann:

Positiv Komparativ Superlativ
ungenügend ungenügender am ungenügendsten



siehe auch die Wortgeschichten begnügen und vergnügen
siehe auch die weiterführenden Informationen zu begnügen und vergnügen
Weiterführende Informationen zum Grundwort genug
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



xxx Info - genug

zurück zur Wortgeschichte genug

Auf dieser Seite findest du weiterführende Hinweise zum Wort genug. Das Wort genug gehört zu einer alten Wortfamilie mit den Wörtern genügen, begnügen und vergnügen. In all diesen Wörtern ist das Morphem nug bzw. nüg enthalten. Wenn du mehr wissen möchtest, so findest du im letzten Kapitel interessante weitere Belege und Quellen.


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Weiterführende Informationen zum Wort genug

Entstehung: ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
genügen: ahd. ginuogen, mhd. genüegen
hierzu gehören auch die Wortbildungen begnügen (mhd. begenüegen = zufrieden stellen) und vergnügen (mhd. vergenüegen = zufriedenstellen, erfreuen)
Ableitungen: Genüge, genügen, genügend
Wortbildungen:

genug: genuggetan, genugsam, genugtun, Genugtuung, übergenug

genügen: Genüge, genügend, Genügen, Genügsamkeit, selbstgenügsam, Selbstgenügsamkeit, Ungenügen, ungenügend

Interessantes: Das Wort genug gehört zu einer sehr alten germanischen Wortfamilie. Verwandte Wörter gibt es heute noch in vielen germanischen Sprachen. Das ursprüngliche Verb ist allerdings schon vor vielen Jahrhunderten verschwunden.

xxx Unikales Morphem ?

Die Morpheme nug und mit Umlaut nüg kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur zusammen mit der Vorsilbe ge- (bzw. der Verkürzung dieser Vorsilbe zu g- in begnügen und vergnügen) in Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem nug bzw. nüg ist daher ein unikales Morphem.
Das Morphem gnüg in begnügen und vergnügen enthält das verkürzte Präfix ge-. Die Wörter lassen sich also als be- + g(e)- + nüg bzw. ver- + g(e)- + nüg erklären. Das eigentliche Morphem bleibt daher nüg (sh. hierzu auch begnügen).

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xxx Belege/Quellen

genug: DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei); Wörterbuchnetz: Adelung, BDO, Grimm, Goethe

genügen: DWDS, Wiktionary ZDL; Duden-online (nicht werbefrei); Wörterbuchnetz: Adelung, Grimm, Goethe

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



siehe auch die Wortgeschichten begnügen und vergnügen
zurück zur Wortgeschichte genug
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



begnügen

Wer sich mit etwas begnügt, ist damit zufrieden und verlangt nicht mehr.

Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Verb begnügen, was es bedeutet, wie es entstanden ist und wie die Wortformen im Satz gebildet werden.

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Wortherkunft

Herr Wort Wenn du dich mit etwas begnügst, dann bist du damit zufrieden. Du sagst also: Das reicht mir. Ich brauche nicht mehr.
Herr Alt Das Wort ist von dem mittelhochdeutschen Verb begenüegen = zufriedenstellen abgeleitet. Darin steckt das Verb genügen und dies ist wiederum auf genug zurückzuführen.

Hinweise zum Wort begnügen

Bedeutung: mit etwas zufrieden sein; nicht mehr verlangen
Beispielsatz: Lena begnügte sich mit einem kleinen Stück Kuchen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·gnü·gen

Aussprache: [bəˈɡnyːɡn̩]

Wortformen

Das Wort begnügen ist ein regelmäßiges Verb. Es wird meistens reflexiv (auf sich selbst bezogen) gebraucht: sich begnügen. Du kannst also nicht sagen: ich begnüge dich, sondern nur ich begnüge mich ...

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich begnüge mich ich begnügte mich ich habe mich begnügt
2. Person du begnügst dich du begnügtest dich du hast dich begnügt
3. Person er/sie/es begnügt sich er/sie/es begnügte sich er/sie/es hat sich begnügt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir begnügen uns wir begnügten uns wir haben uns begnügt
2. Person ihr begnügt euch ihr begnügtet euch ihr habt euch begnügt
3. Person sie begnügen sich sie begnügten sich sie haben sich begnügt



siehe auch die Wortgeschichten genug, genügen und vergnügen
Weiterführende Informationen zum Grundwort begnügen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



xxx Info - begnügen

zurück zur Wortgeschichte begnügen

Das Verb begnügen gehört zur Wortfamilie von genug und genügen. Es zeigt, dass jemand mit dem zufrieden ist, was vorhanden ist.

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xxx Weiterführende Informationen zum Wort begnügen

Entstehung: ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen

⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen

⇒ genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
⇒ genügen: ahd. ginuogen, mhd. genüegen
⇒ mhd. benüegen, frühnhd. benügen = genug haben
⇒ parallel hierzu mhd. begenüegen = befriedigen, zufriedenstellen

Fazit: Das Wort ist eine Verschmelzung von mhd. genüegen und mhd. benüegen = zufrieden sein. Das neuhochdeutsche benügen hält sich im deutschen Sprachraum bis Anfang des 18. Jahrhunderts, vereinzelt auch noch später. Es wird bereits ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von der Form begnügen verdrängt und ist heute ausgestorben.

Mehrwortausdrücken: sich begnügen, sich damit begnügen, sich mit wenig begnügen
Ableitungen: begnügsam, begnügt, Begnügung, Selbstbegnügung
Interessantes: Das Wort begnügen ist eng mit genug verwandt. Wer sich begnügt, sagt gewissermaßen: „Das ist genug für mich.“
Die Verkürzung des Präfix ge- zu g- finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
begnügen - mhd. begenüegen
eignen - mhd. eigenen
Gnade - mhd. genāde
leugnen - mhd. lougenen
vergnügen - nhd. vergenügen

xxx Redensarten, Zitate

Die Bedeutung von begnügen = sich mit etwas abfinden kann sowohl positiv (ich bin mit etwas zufrieden) als auch negativ (mit etwas unzufrieden sein) verwendet werden. Es gibt nur wenige Redensarten und Zitate, in denen begnügen vorkommt. In den meisten wird das Verb in einer eher negativen Konnotation benutzt. Eine Anregung zum Nachdenken oder Schmunzeln finden sich hier allemal. Hier einige Beispiele:

„Wenn du dich zu begnügen wüßtest, dann bräuchtest du den Tyrannen nicht zu schmeicheln.“ ― Diogenes von Sinope (413-323 v.Ch.) – Quelle
„Wenn die Pfaffen nicht Tyrannen der Fürsten sein können, begnügen sie sich damit, ihre Schmeichler zu werden.“ ― Charles de Montesquieu (1689-1755) – Quelle
„Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem begnügen unmöglich.“ ― Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) – Quelle
„In der Kunst muss man sich mit den Entdeckungen begnügen und sich vor den Erklärungen hüten.“ ― Georges Braque (1882-1963) – Quelle
„Warum sollen wir uns damit begnügen, Kopien zu sein, wo Gott uns als Originale in die Welt gesetzt hat?“ ― Billy Graham (1918-2028) – Quelle
„Frauen begnügen sich nicht mehr mit der Hälfte des Himmels, sie wollen die Hälfte der Welt.“ ― Alice Schwarzer (1942-) – Quelle
...

xxx Unikales Morphem ?

Einerseits: Das Morphem nüg kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in genügen, begnügen, vergnügen, genügend und Genügsamkeit.

Wenn wir beim Wort begnügen eine Zusammensetzung der Morpheme be-+ge-+nüg betrachten, dann kommt das Morphem nüg (und ohne Umlaut nug) nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ge- vor. Demnach wäre das Morphem nüg bzw. nug unikal.

Andererseits: Betrachten wir hingegen begnügen als Zusammensetzung der Morpheme be-+gnüg, dann kommt das Morphem gnüg nicht isoliert aber auch in der Wortbildung vergnügen vor, von der es viele weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem gnüg nicht unikal.
Herkunft: Betrachtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb nügen (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben betrachtet werden. Das g im Verb begnügen ist eine Verschmelzung (sh. Kontamination von be- und ge-, sh. mhd. begenüegen). Demnach ist g in begnügen eine Allomorph zum Präfix ge-. Das Verb begnügen muss daher als Zusammensetzung der Morpheme be-+ge-+nüg betrachtet werden und nüg (beziehungsweise nung) ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ge- vorkommt.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem nüg ist daher ein unikales Morphem.

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xxx Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier insbesondere: Adelung, Goethe, Grimm-1, [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B01497#0 Grumm-2]), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



zurück zur Wortgeschichte begnügen
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vergnügen

Wer sich vergnügt, hat Spaß, freut sich oder verbringt eine schöne Zeit.

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Wortherkunft

Herr Alt In dem Wort vergnügen steckt das Wort genug. Im Mittelalter hatte das Wort genuoc die Bedeutung es reicht, es ist ausreichend oder es stellt zufrieden. Aus genuoc entwickelten sich die Wörter genügen und vergenügen. Die Vorsilbe ge- wurde später auf den Buchstaben g verkürzt. So entstand das heutige Verb vergnügen.

Ähnlich entwickelte sich auch das Wort begnügen. Es hieß früher begenügen.

Herr Wort Das ist interessant. Aus zufriedenstellen (genug) wurde zunächst zufrieden sein (vergenügen). Daraus entwickelte sich die Bedeutung fröhlich sein und schließlich unsere heutige Bedeutung Spaß haben oder sich freuen. So kann sich die Bedeutung eines Wortes im Laufe der Zeit Schritt für Schritt verändern.
Frau Fremd englisch: to amuse, to enjoy oneself

französisch: s'amuser
spanisch: divertirse

Hinweise zum Wort vergnügen

Bedeutung: a) Freude bereiten

b) Spaß haben
c) sich amüsieren

Beispielsatz: Die Kinder vergnügten sich den ganzen Nachmittag im Schwimmbad.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ver·gnü·gen

Aussprache: [fɛɐ̯ˈɡnyːɡn̩]

Wortformen

Das Wort vergnügen wird heute meist reflexiv gebraucht: sich vergnügen.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich vergnüge mich ich vergnügte mich ich habe mich vergnügt
2. Person du vergnügst dich du vergnügtest dich du hast dich vergnügt
3. Person er/sie/es vergnügt sich er/sie/es vergnügte sich er/sie/es hat sich vergnügt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir vergnügen uns wir vergnügten uns wir haben uns vergnügt
2. Person ihr vergnügt euch ihr vergnügtet euch ihr habt euch vergnügt
3. Person sie vergnügen sich sie vergnügten sich sie haben sich vergnügt



Weiterführende Informationen zum Grundwort vergnügen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - genug (Wortgruppe)

zurück zur Wortgeschichte vergnügen

Das Verb vergnügen gehört zur Wortfamilie von genug und genügen. Seine heutige Bedeutung Spaß haben entwickelte sich aus der älteren Bedeutung zufrieden sein.

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Weiterführende Informationen zur Wortgruppe genug

Entstehung

ie. *enk̑-, *nek̑- = erreichen, erlangen

⇒ germ. *nōga-, *nōgaz = genug seiend
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
genügen: ahd. ginuogen, mhd. genüegen = befriedigen, reichlich vorhanden sein
benügen: mhd. benüegen, frühnhd. benügen = genug haben
begnügen: (Kontamination aus genügen und benügen) mhd. begenüegen = befriedigen, zufriedenstellen
ab ca. 15. Jh. Verschmelzung der Präfixe be- und ge- durch Wegfall des e zu beg-: begnügen
vergnügen: mhd. vernüegen, frühnhd. vernügen = zufrieden stellen, Genugtuung leisten
parallel hierzu frühnhd. vergenügen
ab ca. 15. Jh. Verschmelzung der Präfixe ver- und ge- durch Wegfall des e zu verg-: vergnügen Fazit: Bei den Wörtern begnügen und vergnügen finden wir eine Verschmelzung von mhd. genüegen und mhd. benüegen bzw. mhd. vernügen. Das neuhochdeutsche benügen hält sich im deutschen Sprachraum bis Anfang des 18. Jahrhunderts, vereinzelt auch noch später. Es wird bereits ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von der Form begnügen verdrängt und ist heute ausgestorben. Gleiches gilt für das Verb vergnügen.


Bedeutungswandel vergnügen:

⇒ zunächst jemanden zufrieden stellen, befriedigen, entschädigen, eine Schuld begleichen
⇒ später innere Zufriedenheit empfinden
fröhlich stimmen, erheitern
⇒ heute meist: Spaß haben, sich amüsieren, sich freuen

Ableitungen

genug: Genüge, genügen, genügend
begnügen: begnügsam, Begnügung
vergnügen: vergnügt, vergnüglich, Vergnügen, Vergnügung

gn ⇒ g

Die Verkürzung des Präfix ge- zu g- finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:

begnügen - mhd. begenüegen
eignen - mhd. eigenen
Gnade - mhd. genāde
leugnen - mhd. lougenen
vergnügen - nhd. vergenügen

Wortbildungen

genug, genügen

Einführungstext fehlt noch - Hinweis: Genugtuung (23,5), genugtun (105), genugsam (232), übergenug (188) Nennung in DWDS-Korpora

genug: genugsam, genugtun, Genugtuung, übergenug
genügen Genüge, genügend, Genügen, Genügsamkeit, selbstgenügsam, Selbstgenügsamkeit, Ungenügen, ungenügend
begnügen begnügsam, Begnügung

vergnügen

Das Nomen Vergnügen als Letztglied ist in Wortbildungen sehr produktiv. Im Prinzip kann vieles zu einem Vergnügen führen. Das baden zum Badevergnügen, Ferien zu Ferienvergnügen, fahren zu Fahrvergnügen, Instagram zu Instagrammvergnügen, Radfahren zu Radfahrvergnügen, zu Mountainbikevergnügen, zu Rennradvergnügen, zu Radrennvergnügen usw. usf. All diese Wörter wirst du in keinem Wörterbuch finden. Immer wieder tauchen neue Dinge auf, an oder bei denen Menschen sich vergnügen.

Zur Nomenbildung Vergnügung gibt es deutlich weniger Wortbildungen. Es ist nicht sehr produktiv. Vergnügung steht in Wortbildungen (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) als Erstglied.

Die folgende Tabelle enthält viele Wortbildungen mit Vergnügen als Erst- oder Letztglied.

Wortbildungen zum Grundwort vergnügen
Vergnügen
Letzglied Abendvergnügen, Badevergnügen, Ballvergnügen, Einkaufsvergnügen, Eisvergnügen, Fahrvergnügen, Feierabendvergnügen, Ferienvergnügen, Fernsehvergnügen, Filmvergnügen, Freiluftvergnügen, Freizeitvergnügen, Gaumenvergnügen, Grillvergnügen, Hauptvergnügen, Hörvergnügen, Jagdvergnügen, Kindervergnügen, Kinovergnügen, Lesevergnügen, Massenvergnügen, Missvergnügen, Pistenvergnügen, Privatvergnügen, Schneevergnügen, Schwimmvergnügen, Sehvergnügen, Skivergnügen, Sommervergnügen, Sonntagsvergnügen, Spaßvergnügen, Spielvergnügen, Tanzvergnügen, Theatervergnügen, Urlaubsvergnügen, Volksvergnügen, Wintervergnügen, Wochenendvergnügen
Vergnügung
Erstglied Freizeitvergnügung, Vergnügungsangebot, Vergnügungsanlage, Vergnügungsausflug, Vergnügungsausschuss, Vergnügungsbetrieb, Vergnügungsdampfer, Vergnügungsetablissement, Vergnügungsfahrt, Vergnügungsindustrie, Vergnügungskommission, Vergnügungslokal, Vergnügungsmeile, Vergnügungsmöglichkeit, Vergnügungspalast, Vergnügungspark, Vergnügungsreise, Vergnügungsreisende, Vergnügungsschiff, Vergnügungsstätte, Vergnügungssteuer, Vergnügungssucht, Vergnügungssüchtige, Vergnügungstempel, Vergnügungsviertel, Vergnügungswart, Vergnügungswartin, Vergnügungszentrum, Volksvergnügung
Adjektive
-vergnügt missvergnügt, quietschvergnügt, seelenvergnügt, stillvergnügt; (Vergnügtheit)
vergnügung- vergnügenshalber, vergnügungslustig, vergnügungssteuerpflichtig, vergnügungssüchtig, vergnügungswillig
sonstige vergnüglich (Vergnüglichkeit), vergnügsam

Redensarten, Zitate

es fehlen noch Mehrwortausdrücke, Redensarten, Zitate für verschiedene Wörter (genug, genügen, begnügen, vergnügen)

Mehrwortausdrücke

begnügen: sich begnügen, sich damit begnügen, sich mit wenig begnügen
xx:

Redensarten

genug

Redensarten, die genug, genügend, begnügen oder vergnügen enthalten
Redensart / Sprichwort Kurze Bedeutung Belege
1 Genug ist besser als zuviel. Maßhalten ist besser, als mehr zu besitzen oder zu verlangen, als man braucht. Quelle (3402)
1 Genug haben ist mehr als viel haben. Zufriedenheit mit dem Vorhandenen macht reicher als großer Besitz ohne Genügsamkeit. Quelle (3403)
1 Nur der hat genug, wer sich's genug sein lässt. Wer mit dem zufrieden ist, was er hat, empfindet keinen Mangel. Quelle (S.198)
1 Wer nie genug hat, ist immer arm. Wer immer mehr haben will, fühlt sich trotz seines Besitzes arm; Gier verhindert Zufriedenheit. Quelle (S.52)
1 Das ist kaum genug für seinen hohlen Zahn. Eine Menge – ursprünglich besonders Essen oder Trinken – ist für jemanden viel zu klein; sie reicht bei Weitem nicht aus. Quelle
2 Dem Weisen genügt ein Wort. Ein kluger Mensch versteht schon einen kurzen Hinweis; man muss ihm nicht alles ausführlich erklären. Quelle
2 Das genügt! Aufforderung, mit etwas aufzuhören: „Jetzt ist es genug!“ Quelle
2 Das muss genügen. Mit dem Vorhandenen muss man sich zufriedengeben, auch wenn mehr wünschenswert wäre. Quelle
2 sich selbst genügen Mit sich selbst auskommen; andere Menschen oder äußere Dinge nicht benötigen, um zufrieden zu sein. Quelle
2 den Anforderungen genügen Die gestellten Anforderungen erfüllen; gut genug für einen bestimmten Zweck sein. Quelle
3 Wer sich begnügen lässt, hat alle Tage ein Fest. Wer mit dem zufrieden ist, was er hat, kann sich dauerhaft glücklich fühlen. Quelle
3 sich mit wenigem begnügen Mit wenig zufrieden sein und nicht mehr verlangen. Quelle
3 sich mit Brot und Wasser begnügen Mit sehr einfacher bzw. karger Versorgung zufrieden sein. Quelle
3 sich mit dem begnügen, was man hat Mit dem eigenen Besitz bzw. den vorhandenen Möglichkeiten zufrieden sein. Quelle
3 Mir begnüget, wie's Gott füget. Man nimmt zufrieden an, was einem das Schicksal bzw. Gott zuteilt. Quelle
4 Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Bevor man sich ausruht oder etwas Schönes unternimmt, soll man zunächst seine Pflichten erledigen. Quelle
4 Es war mir ein Vergnügen. Höfliche Formel: „Ich habe es gern getan“ bzw. „Es hat mich gefreut.“ Quelle
4 Ein teures Vergnügen sein. Etwas macht Freude oder ist erstrebenswert, kostet aber viel Geld. Quelle
4 Ein zweifelhaftes Vergnügen sein. Etwas, das eigentlich angenehm sein sollte, in Wirklichkeit aber wenig oder gar keine Freude macht; oft ironisch. Quelle
4 Mit Vergnügen! „Sehr gern!“; höfliche Antwort auf eine Bitte oder einen Vorschlag. Quelle

Zitate

genug


xxx

begnügen

Die Bedeutung von begnügen = sich mit etwas abfinden kann sowohl positiv (ich bin mit etwas zufrieden) als auch negativ (mit etwas unzufrieden sein) verwendet werden. Es gibt nur wenige Redensarten und Zitate, in denen begnügen vorkommt. In den meisten wird das Verb in einer eher negativen Konnotation benutzt. Eine Anregung zum Nachdenken oder Schmunzeln finden sich hier allemal. Hier einige Beispiele:

„Wenn du dich zu begnügen wüßtest, dann bräuchtest du den Tyrannen nicht zu schmeicheln.“ ― Diogenes von Sinope (413-323 v.Ch.) – Quelle
„Wenn die Pfaffen nicht Tyrannen der Fürsten sein können, begnügen sie sich damit, ihre Schmeichler zu werden.“ ― Charles de Montesquieu (1689-1755) – Quelle
„Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem begnügen unmöglich.“ ― Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) – Quelle
„In der Kunst muss man sich mit den Entdeckungen begnügen und sich vor den Erklärungen hüten.“ ― Georges Braque (1882-1963) – Quelle
„Warum sollen wir uns damit begnügen, Kopien zu sein, wo Gott uns als Originale in die Welt gesetzt hat?“ ― Billy Graham (1918-2028) – Quelle
„Frauen begnügen sich nicht mehr mit der Hälfte des Himmels, sie wollen die Hälfte der Welt.“ ― Alice Schwarzer (1942-) – Quelle
...
vergnügen
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Freude oder Vergnügen

Nicht nur für Psychologen interessant: Erich Fromm unterscheidet zwischen Vergnügen als kurzzeitiges Hochgefühl und Freude als ein Gefühl auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Beides kennzeichnet ein Lebensprinzip. Freude als langfristiges Lebensprinzip (Selbstverwirklichung) und Vergnügen als kurzfristiges Lebensprinzip (Kennzeichen der Konsumgesellschaft).


xxx Weiterführende Informationen zum Wort begnügen

Entstehung: ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen

⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen

⇒ genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
⇒ genügen: ahd. ginuogen, mhd. genüegen
⇒ mhd. benüegen, frühnhd. benügen = genug haben
⇒ parallel hierzu mhd. begenüegen = befriedigen, zufriedenstellen

Fazit: Das Wort ist eine Verschmelzung von mhd. genüegen und mhd. benüegen = zufrieden sein. Das neuhochdeutsche benügen hält sich im deutschen Sprachraum bis Anfang des 18. Jahrhunderts, vereinzelt auch noch später. Es wird bereits ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von der Form begnügen verdrängt und ist heute ausgestorben.

Mehrwortausdrücken: sich begnügen, sich damit begnügen, sich mit wenig begnügen
Ableitungen: begnügsam, begnügt, Begnügung, Selbstbegnügung
Interessantes: Das Wort begnügen ist eng mit genug verwandt. Wer sich begnügt, sagt gewissermaßen: „Das ist genug für mich.“

xxx Weiterführende Informationen zum Wort vergnügen

Entstehung: ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen

⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen

⇒ genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
⇒ mhd. vernüegen, frühnhd. vernügen = zufrieden stellen, Genugtuung leisten
⇒ parallel hierzu frühnhd. vergenügen
⇒ ab dem 17. Jh. Verschmelzung des Präfixes ge- zu g = vergnügen

Bedeutungswandel:

⇒ zunächst jemanden zufrieden stellen, befriedigen, entschädigen, eine Schuld begleichen
⇒ später innere Zufriedenheit empfinden
fröhlich stimmen, erheitern
⇒ heute meist: Spaß haben, sich amüsieren, sich freuen
Wortbildungen: Vergnügen, Vergnügungspark, Vergnügungsreise, Vergnügungssteuer, Vergnügungssucht, Freizeitvergnügen
Ableitungen: vergnügt, vergnüglich, Vergnügen, Vergnügung
Interessantes: Das heutige Nomen Vergnügen wird sehr häufig gebraucht. Das Verb vergnügen dagegen erscheint heute meist in der reflexiven Form sich vergnügen.
Die Verkürzung des Präfixes ge- zu g- finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
begnügen – mhd. begenüegen
eignen – mhd. geeigenen
Gnade – mhd. genāde
leugnen – mhd. lougenen
vergnügen – frühnhd. vergenügen
Vergnügen oder Freude Nicht nur für Psychologen interessant: Erich Fromm unterscheidet zwischen Vergnügen als kurzzeitiges Hochgefühl und Freude als ein Gefühl auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Beides kennzeichnet ein Lebensprinzip. Freude als langfristiges Lebensprinzip (Selbstverwirklichung) und Vergnügen als kurzfristiges Lebensprinzip (Kennzeichen der Konsumgesellschaft).

xxx Wortbildungen

genug, genügen

Im Duden Wörterbuch wird genug primär der Gruppe der Pronomen (Indefinitpronomen) zugeordnet.

genug: genugsam, genugtun, Genugtuung, übergenug
genügen Genüge, genügend, Genügen, Genügsamkeit, selbstgenügsam, Selbstgenügsamkeit, Ungenügen, ungenügend
begnügen begnügsam, Begnügung

vergnügen

Das Nomen Vergnügen als Letztglied ist in Wortbildungen sehr produktiv. Im Prinzip kann vieles zu einem Vergnügen führen. Das baden zum Badevergnügen, Ferien zu Ferienvergnügen, fahren zu Fahrvergnügen, Autofahren zu Autofahrvergnügen, Autorennen zu Autorennvergnügen, Radfahren zu Radfahrvergnügen, zu Mountainbikevergnügen, zu Rennradvergnügen, zu Radrennvergnügen usw. usf. All diese Wörter wirst du in keinem Wörterbuch finden.

Zur Nomenbildung Vergnügung gibt es deutlich weniger Wortbildungen. Es ist nicht sehr produktiv. Vergnügung steht in Wortbildungen (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) als Erstglied.

Die folgende Tabelle enthält viele Wortbildungen mit Vergnügen als Erst- oder Letztglied.

Wortbildungen zum Grundwort vergnügen
Vergnügen
Letzglied Abendvergnügen, Badevergnügen, Ballvergnügen, Einkaufsvergnügen, Eisvergnügen, Fahrvergnügen, Feierabendvergnügen, Ferienvergnügen, Fernsehvergnügen, Filmvergnügen, Freiluftvergnügen, Freizeitvergnügen, Gaumenvergnügen, Grillvergnügen, Hauptvergnügen, Hörvergnügen, Jagdvergnügen, Kindervergnügen, Kinovergnügen, Lesevergnügen, Massenvergnügen, Missvergnügen, Pistenvergnügen, Privatvergnügen, Schneevergnügen, Schwimmvergnügen, Sehvergnügen, Skivergnügen, Sommervergnügen, Sonntagsvergnügen, Spaßvergnügen, Spielvergnügen, Tanzvergnügen, Theatervergnügen, Urlaubsvergnügen, Volksvergnügen, Wintervergnügen, Wochenendvergnügen
Vergnügung
Erstglied Freizeitvergnügung, Vergnügungsangebot, Vergnügungsanlage, Vergnügungsausflug, Vergnügungsausschuss, Vergnügungsbetrieb, Vergnügungsdampfer, Vergnügungsetablissement, Vergnügungsfahrt, Vergnügungsindustrie, Vergnügungskommission, Vergnügungslokal, Vergnügungsmeile, Vergnügungsmöglichkeit, Vergnügungspalast, Vergnügungspark, Vergnügungsreise, Vergnügungsreisende, Vergnügungsschiff, Vergnügungsstätte, Vergnügungssteuer, Vergnügungssucht, Vergnügungssüchtige, Vergnügungstempel, Vergnügungsviertel, Vergnügungswart, Vergnügungswartin, Vergnügungszentrum, Volksvergnügung
Adjektive
-vergnügt missvergnügt, quietschvergnügt, seelenvergnügt, stillvergnügt; (Vergnügtheit)
vergnügung- vergnügenshalber, vergnügungslustig, vergnügungssteuerpflichtig, vergnügungssüchtig, vergnügungswillig
sonstige vergnüglich (Vergnüglichkeit), vergnügsam

xxx Unikales Morphem ?

Das Morphem nüg kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in genügen, begnügen, vergnügen, genügend und Genügsamkeit.

Wenn wir beim Wort vergnügen eine Zusammensetzung der Morpheme ver-+ge-+nüg betrachten, dann kommt das Morphem nüg (und ohne Umlaut nug) nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ge- vor. Demnach wäre das Morphem nüg bzw. nug unikal.

Betrachten wir hingegen begnügen als Zusammensetzung der Morpheme be-+gnüg, dann kommt das Morphem gnüg nicht isoliert aber auch in der Wortbildung begnügen vor, von der es weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem gnüg nicht unikal.

Betrechtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb nügen (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben betrachtet werden. Das g im Verb vergnügen ist eine Verschmelzung (sh. Kontamination) (sh. frühnhd. vergenüegen). Demnach ist g in vergnügen eine Allomorph zum Präfix ge-. Das Verb vergnügen muss daher als Zusammensetzung der Morpheme be-+ge-+nüg betrachtet werden und nüg (beziehungsweise nung) ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ge- vorkommt.

Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem nüg ist daher ein unikales Morphem.

Unikales Morphem ?

oder kein unikales Morphem, da alle Wörter vom ahd. genug, genüg abgeleitet sind
Einerseits: Das Morphem nüg kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in genügen, begnügen, vergnügen, genügend und Genügsamkeit.

Wenn wir beim Wort vergnügen eine Zusammensetzung der Morpheme ver-+ge-+nüg betrachten, dann kommt das Morphem nüg (und ohne Umlaut nug) nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ge- vor. Demnach wäre das Morphem nüg bzw. nug unikal.

Andererseits: Betrachten wir hingegen vergnügen als Zusammensetzung der Morpheme be-+gnüg, dann kommt das Morphem gnüg nicht isoliert aber auch in der Wortbildung begnügen vor, von der es weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem gnüg nicht unikal.
Herkunft: Betrachtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb nügen (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben betrachtet werden. Das g im Verb vergnügen ist eine Verschmelzung (sh. Kontamination von be- und ge-, sh. frühnhd. vergenügen, 15. Jh.). Demnach ist g in vergnügen eine Allomorph zum Präfix ge-. Das Verb vergnügen muss daher als Zusammensetzung der Morpheme ver-+ge-+nüg betrachtet werden und nüg (beziehungsweise nung) ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ge- vorkommt.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem nüg ist daher ein unikales Morphem.


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Belege/Quellen

genug: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden-online (nicht werbefrei); Wörterbuchnetz: Adelung, BDO, Grimm, Goethe

genügen: DWDS, Wiktionary ZDL; Duden-online (nicht werbefrei); Wörterbuchnetz: Adelung, Grimm, Goethe

begnügen: DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei); Wörterbuchnetz: Adelung, Goethe, Grimm-1, Grimm-2

vergnügen: DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei); Wörterbuchnetz: Adelung, BDO, Grimm, Krünitz)


Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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