Info - begehren
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Auf dieser Seite kannst du mehr über das Verb begehren erfahren. Hier findest du eine Liste mit Wortbildungen und Belege für die Herkunft zu diesem Wort.
Weiterführende Informationen zum Wort begehren
| Entstehung: | ie. *g̑her- = begehren, wünschen → germ. *gerōn
→ Adjektiv: ahd. mhd. ger → Verb: ahd. gerōn → mhd. gern (beide Wörter sind nach dem Mittelalter untergegangen) → ahd. bigerōn und mhd. begern, begirn → nhd. begehren |
| Wortbildungen: | sh. Wörterliste begehrlich, Begehrlichkeit; aufbegehren, selten: abbegehren, fortbegehren, heimbegehren, zurückbegehren |
| Ableitungen: | Begehren, Begehr |
| Interessantes: | Die Wortfamilie zeigt eine interessante Bedeutungsentwicklung: Aus einem ursprünglichen Adjektiv (ahd. gern = begierig, verlangend) entwickelte sich parallel das Verb (ahd. gerōn = verlangen). Daraus entstanden verschiedene Wörter wie gern (etwas bereitwillig tun) und Gier (starkes Verlangen).
Das zugrunde liegende Adjektiv und das Verb sind nach dem Mittelalter außer Gebrauch gekommen. Erhalten geblieben ist nur die Wortbildung mit dem Präfix be-. Das heutige Verb begehren wird meist in gehobener oder formeller Sprache verwendet. Am häufigsten wird begehren im erotischen Sinn (erotisches Verlangen, nach Berührung, Vereinigung) gebraucht. |
Wörterliste
| Verben |
|---|
| begehren, aufbegehren (Aufbegehren), selten: abbegehren, fortbegehren, heimbegehren, zurückbegehren |
| Adjektive |
| begehrt, begehrlich (Begehrlichkeit), begehrenswert, heißbegehrt (heiß begehrt), vielbegehrt |
| Nomen |
| Abrissbegehren, Abwahlbegehren, Asylbegehren, Aufnahmebegehren, Auskunftsbegehren, Auslieferungsbegehren, Ausreisebegehren, Beitrittsbegehren, Bürgerbegehren, Freiheitsbegehren, Initiativbegehren, Klagebegehren, Kreditbegehren, Kündigungsbegehren, Mitgliederbegehren, Räumungsbegehren, Referendumsbegehren, Reformbegehren, Revisionsbegehren, Scheidungsbegehren, Subventionsbegehren, Unterlassungsbegehren, Volksbegehren, |
Unikales Morphem ?
| Aus dem ie. *g̑her- sind das Verb begehren (ahd. gerōn), das Nomen Gier (ahd. girīn) und das Adjektiv gern (ahd. gerno) entstanden. Trotz dieser gemeinsamen indogermanischen Wurzel haben sich hieraus bereits in althochdeutscher Zeit verschiedene Wörter mit verschiedenen Bedeutungen und Schreibungen entwickelt.
Es besteht kein etymologischer Zusammenhang zum Nomen Gehrung (germ. *gaiza-) = Verbindung zweier Holzteile. Das Morphem gehr in begehren kommt nicht isoliert vor. (Das zugehörige Verb ist bereits zum Ende der mittelhochdeutschen Zeit untergegangen.) Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix be- vor. | |
| Das Morphem gehr im Verb begehren muss daher als unikales Morphem betrachtet werden. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung), FWb, Goethe, Grimm-2), ZDL, Duden-online (nicht werbefrei), Duden, Herkunftswörterbuch, 6. Aufl., 2013
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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