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sh. behelligen, bräsig, Bräuigam, Brombeere, Brösel, Brosame, Butzemann, Butzenscheibe
sh. drollig, Damhirsch, Dienstag, Duckdalbe, dunnemals,
sh. Eberesche, Eierschecke, Elfenbein, emsig, Engerling, entbehren, erwähnen
sh. Flederwisch, Firlefanz,
sh. garstig, Garaus, gebaren, gebären, Gebärde, gebühren, Geburt, gediegen, gedunsen, Gekröse, Gelichter, genesen, genug, begnügen, vergnügen
bräsig
Wortherkunft
Hinweise zum Wort bräsig
| Bedeutung: | schwerfällig, träge; begriffsstutzig, langweilig |
| Beispielsatz: | Sie saßen stundenlang auf der Bank und starrten bräsig auf das Treiben im Park.
Die Kinder hockten den ganzen Nachmittag bräsig auf dem Sofa und starrten auf ihr Handy. |
| Wortinfo: | Wortart: Adjektiv
Worttrennung: brä·sig Aussprache: [ˈbrɛːzɪç] |
Wortformen
Das Wort bräsig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| bräsig | bräsiger | am bräsigsten |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort bräsig |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - bräsig
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Weiterführende Informationen zum Wort bräsig
| Entstehung: | niederdeutsch bräsig = wohlgenährt, kräftig, in einigen Regionen (Berlin, Mecklenburg auch in der Bedeutung träge, schwerfällig, faul; vermutlich zu einem niederdeutschen Wortstamm brās/bras mit der Bedeutung „schwer, voll, massig“; Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden; heute wird bräsig vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet. |
| Wortbildungen: | norddeutsch: blusterbräsig = bauchig, dick, aufgeblasen, stuurbräsig = stur, hartnäckig |
| Ableitungen: | – |
| Interessantes: | 1978 bis 1980 lief im NDR bzw. ARD eine Fernsehserie nach einer Romanvorlage von Fritz Reuter mit dem Namen Onkel Bräsig. |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Duden-online (nicht werbefrei), ZDL; Wörterbuchnetz hier vor allem Grimmm, MeckWb, WWb, WWb bras. Plattdeutsch.de,
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Bräutigam
Wortherkunft
Fremdsprachen
| Das alte Wort brūtigomo findest du auch in anderen germanischen Sprachen wieder. | ||||||||||||||||||||||||||||
|
Hinweise zum Wort Bräutigam
| Bedeutung: | zukünftiger Ehemann |
| Beispielsatz: | Die Braut und der Bräutigam gehen gemeinsam zum Altar. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen: der Bräutigam
Worttrennung: Bräu-ti-gam Aussprache: [ˈbʁɔʏ̯tɪɡaːm] |
Wortformen
Das Grundwort Bräutigam bezeichnet einen Mann kurz vor oder während der Hochzeit. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein e angehängt. Für den Dativ sind im Singular zwei Varianten möglich. Im Plural wird en ergänzt
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Bräutigam | die Bräutigame |
| 2. Fall | Genitiv | des Bräutigams | der Bräutigame |
| 3. Fall | Dativ | dem Bräutigam, dem Bräutigame | den Bräutigamen |
| 4. Fall | Akkusativ | den Bräutigam | die Bräutigame |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Bräutigam |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Bräutigam
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Weiterführende Informationen zum Wort Bräutigam
| Entstehung: |
|
| Wortbildungen: | Jubelbräutigam, Seelenbräutigam, Silberbräutigam; veraltet: Bräutigamsabend, Bräutigamsgabe, Bräutigamsliebe, Bräutigamsprobe, Bräutigamsthaler, |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | Wenn du mehr über die Heirat erfahren möchtest, wie die Hochzeitszeremonie in den verschiedenen Religionen abläuft? Viele Antworten auf diese Fragen findest du auf der Internetseite Religionen entdecken. |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2, Goethe; für Regiolekte: Rheinisches WB, Mecklenburgisches WB, Pfälzisches WB, Südhessisches WB; veraltete Wörter: Campe ), ZDL
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Brombeere
Wortherkunft
| Die Brombeere hieß im Mittelalter brāmberi. Im ersten Teil des Wortes steckt das althochdeutsche Wort brāmo. Das bedeutete „Dornenstrauch“. Der zweite Teil des Wortes (beri) ist die Beere. Die brāmberi ist demnach die Beere, die an einem Dornenstrauch wächst. | |
| Die Brombeere ist keine richtige Beere. In der Biologie gehört diese Frucht zur Gruppe der Steinfrüchte. Wenn du genau wissen willst, warum das so ist, dann findest du im Kinderlexikon eine verständliche Beschreibung. | |
| Das Wort ist auch in anderen germanischen Sprachen verbreitet, z. B. englisch bramble (Dornenstrauch) und niederländisch braam. |
Hinweise zum Wort Brombeere
| Bedeutung: | Brombeeren sind blau-schwarze Früchte, die an einem stacheligen Strauch wachsen. |
| Beispielsatz: | Ich esse gerne Brombeeren mit Sahne. |
| Wortinfo: | Wortart: Substantiv, Femininum
Worttrennung: Brom·bee·re Aussprache: [ˈbʁɔmˌbeːʁə] |
Wortformen
Das Substantiv Brombeere ist weiblich. Alle Wortformen in der Einzahl entsprechen dem Grundwort. Alle Pluralformen haben als Zusatz am Ende den Buchstaben n.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Brombeere | die Brombeeren |
| 2. Fall | Genitiv | der Brombeere | der Brombeeren |
| 3. Fall | Dativ | der Brombeere | den Brombeeren |
| 4. Fall | Akkusativ | die Brombeere | die Brombeeren |
| weitere Beeren und Früchte auf rechtschreibwiki.de: Himbeere, Moltebeere |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Brombeere
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Weiterführende Informationen zum Wort Brombeere
| Entstehung: |
|
| Wortbildungen: | sh. Wörterliste |
| Ableitungen: | – |
| Interessantes: | Die Brombeere ist keine echte Beere, sondern – wie die Himbeere, die Kratzbeere und die Moltebeere – eine Sammelsteinfrucht.
Viele Bilder zur Brombeere findest du z. B. auf grundschulmaterial.de. Dort sind auch Unterrichtsmaterialien, Bilder und Arbeitsblätter von Beeren und Früchten |
Wörterliste
| Pflanze und Pflanzenteile |
|---|
| Brombeerblatt, Brombeerbusch, Brombeergerank, Brombeergesträuch, Brombeergestrüpp, Brombeerhecke, Brombeerpflanze, Brombeerranke, Brombeerstrauch |
| Tiere (leben an/mit der Pflanze) |
| Brombeergallmilbe, Brombeerperlmuttfalter, Brombeer-Perlmuttfalter, Brombeerspinner, Brombeerzipfelfalter, Brombeer-Zipfelfalter |
| Lebensmittel und Produkte aus der Frucht |
| Brombeercreme, Brombeereis, Brombeerfruchtsaft, Brombeergelee, Brombeerkompott, Brombeerkonfitüre, Brombeerkuchen, Brombeerlikör, Brombeermarmelade, Brombeermilch, Brombeersaft, Brombeerscherbett, Brombeerschnee, Brombeersirup, Brombeerwein |
| sonstiges (Eigenschaften, übertragene Bedeutung) |
| Brombeeraroma, Brombeerton, Brombeerkoalition |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch) ZDL Wikipedia Duden-online (nicht werbefrei)
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Brösel
Wortherkunft
Hinweise zum Wort Brösel
| Bedeutung: | kleines, trockenes Stückchen von Brot, Kuchen oder Gebäck; Krümel |
| Beispielsatz: | Auf dem Tisch lagen noch einige Brösel vom Kuchen. |
| Wortinfo: | Wortart: Substantiv, Maskulinum
Worttrennung: Brö·sel Aussprache: [ˈbrøːzl̩] |
Wortformen
Das Substantiv Brösel ist männlich und wird häufig im Plural verwendet.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Brösel | die Brösel |
| 2. Fall | Genitiv | des Brösels | der Brösel |
| 3. Fall | Dativ | dem Brösel | den Bröseln |
| 4. Fall | Akkusativ | den Brösel | die Brösel |
| weitere Informationen findest du beim Stichwort Brosame |
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Brosame
Wortherkunft
Hinweise zum Wort Brosame
| Bedeutung: | winziges Stück von zerbröckeltem Brot oder Gebäck; Krümel
Das Wort wird meist im Plural (Brosamen) und oft im übertragenen Sinn gebraucht. |
| Beispielsatz: | Für mich bleiben nur die Brosamen übrig. |
| Wortinfo: | Wortart: Substantiv, Maskulinum
Worttrennung: Bro·sa·me Aussprache: [ˈbroːzamə] |
Wortformen
Das Substantiv Brosame ist männlich und wird meist im Plural verwendet.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Brosame | die Brosamen |
| 2. Fall | Genitiv | des Brosamens | der Brosamen |
| 3. Fall | Dativ | dem Brosamen | den Brosamen |
| 4. Fall | Akkusativ | den Brosamen | die Brosamen |
| zur Wortgeschichte Brösel |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Brosame |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Brosame
| zurück zur Wortgeschichte Brosame |
Weiterführende Informationen zum Wort Brosame
| Entstehung: | ie. *bhrē̌us- = zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln → 8. Jh. ahd. brōs(a)ma → mhd. brosem(e), brosme → nhd. Brosame
16. Jh. Verkürzung von spätmhd. brosemlīn, frühnhd. bröslein → nhd. Brösel | |
| Wortbildungen: | Bosame -
Brösel: bröselig, Brotbrösel, Kuchenbrösel, Semmelbrösel, Speckbrösel, Tabakbrösel, Zwiebackbrösel | |
| Ableitungen: | Brösel, broseln | |
| Interessantes: | Eine gute Beschreibung zu Brösel und Brosamen findest du bei Wikipedia.
Martin Luther verwendet den Begriff Brosamen in seiner Bibelübersetzung: Neues Testament, Mathäus 15,27. In anderen Übersetzungen finden wir Brotkrumen, Brosamlein, Krümel, Brootbrocken, Die Stelle im Matthäus Evangelium in der Luther den hebräischen Begriff mit Brosame übersetzt ist aus verschiedenen Gründen interessant und für viele unverständlich und verwirrend: Jesus, der sich nur für an sein Volk, die Juden wendet und die andern, Heiden mit Hunden vergleicht?!. Wer mehr zu dieser Bibelstelle und verschiedenen Erklärungen interessiert finden bei gutefrage.net oder auf YouTube in der Scetch-Bibel interessante Interpretationen. |
- |
Unikales Morphem ?
| Das Wort Brosame lässt sich historisch in mehrere Bestandteile zerlegen (bros + -ame). Diese Bestandteile kommen heute nicht mehr als selbstständige Wörter vor. Das Morphem bros kommt mit Umlaut im Wort Brösel vor (Allomorphie). | |
| Das Morphem bros kommt nicht isoliert (wegen Bösel) vor. Es ist daher kein nikales Morphem. | |
| Das Morphem ame ist Bestandteil des Wortes Brosame. Es kommt nicht isoliert und nur in diesem Wort vor. Im Wort Brösel (mhd. brosemlin) ist dieses Morphem nicht mehr enthalten. | |
| Das Morphem ame kann daher als unikales Morphem betrachtet werden. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Goethe, Grimm-2), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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drollig
Wortherkunft
Hinweise zum Wort drollig
| Bedeutung: | auf eine eigenartige oder ungewöhnliche Weise lustig; komisch, possierlich |
| Beispielsatz: | Der kleine Hund sah mit seinem schiefen Kopf ganz drollig aus. |
| Wortinfo: | Wortart: Adjektiv
Worttrennung: drol-lig Aussprache: [ˈdʁɔlɪç] |
| Adjektiv / Adverb | Das Wort drollig kann als Adjektiv oder Adverb verwendet werden. Im Kinderlexikon wird dir am Beispiel von drollig der Unterschied erklärt. |
Wortformen
Das Wort drollig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| drollig | drolliger | am drolligsten |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort drollig |
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Info - drollig
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Weiterführende Informationen zum Wort drollig
| Entstehung: | niederländisch nl. drol = kleiner, dicker, etwas komisch aussehender Mann → nl. drollig = Spaßmacher, Knirps → mittelniederdeutsch drolle = Spaßmacher, lustige Figur → niederdeutsch drollig = lustig
möglicherweise verwandt mit engl. droll ← |
| Wortbildungen: | drolligerweise, |
| Ableitungen: | Drolligkeit |
| Interessantes: | Das Wort drollig gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die eine Mischung aus „lustig“ und „seltsam“ ausdrücken.
Im Unterschied zu lustig wirkt drollig oft etwas ungewöhnlich oder leicht absurd. Solche Bedeutungsnuancen entstehen häufig aus Figurenbezeichnungen (z. B. Kobold → lustig → drollig). |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (siehe hier Adelung (Herkunft niedersächsisch drullig), Grimm-2 (nl drullig > ndd drullig), Goethe), ZDL, Duden-online
Niederländisch: drol, drollig, drrollig, 16. Jh. Etymologiedatenbank.nl, Digitale Bibliothek (DBNL), Textbeispiele: Den lacchenden Apoll, uytbarstende in drollige rymen (1667), Der Struwwelpeter oder Lustige Geschichten und drrollige Bilder (1880)
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Damhirsch
Wortherkunft
| Der Damhirsch ist eine Hirschart mit geflecktem Fell und schaufelförmigem Geweih. Er lebt heute in vielen Teilen Europas in Wäldern und Parks. | |
| Interessantes: | Wenn du mehr über diese Damhirsche erfahren möchtest, dann findest du im Kinderlexikon interessante Bilder und Beschreibungen.
Einen umfangreicheren Text und viele Bilder findest du im Zootier-Lexikon. |
| Das alte Wort für Wild lautete im Mittelalter tamo oder tame. Daraus entwickelte sich Dam-.
Dieses Wort wurde später mit Tierbezeichnungen kombiniert, z. B. Hirsch, Bock oder Wild. So entstand das zusammengesetzte Wort Damhirsch. | |
| Englisch: fallow deer; Französisch: daim; Lateinisch: dama |
Hinweise zum Wort Damhirsch
| Bedeutung: | mittelgroßer Hirsch mit meist geflecktem Fell und schaufelartigem Geweih |
| Beispielsatz: | Im Wildpark konnten wir mehrere Damhirsche beobachten. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, maskulin
Worttrennung: Dam-hirsch Aussprache: [ˈdamˌhɪʁʃ] |
Wortformen
Das Wort Damhirsch ist ein Nomen und wird regelmäßig dekliniert.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Damhirsch | die Damhirsche |
| 2. Fall | Genitiv | des Damhirsches | der Damhirsche |
| 3. Fall | Dativ | dem Damhirsch | den Damhirschen |
| 4. Fall | Akkusativ | den Damhirsch | die Damhirschee |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Damhirsch |
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Info - Damhirsch
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Weiterführende Informationen zum Wort Damhirsch
| Entstehung: | ie. *dem(ə)- = zähmen, bändigen → griech. damálēs (δαμάλης) = junger Stier → lat. damma, spätlat. dāma → 8. Jh. ahd. dām, tām; 9. Jh., dāmo, tāmo; 12. Jh. mhd. tāme, damme, bis ins 17. Jh. Dam = gezähmtes Horntier; ab dem 16. Jh. wird Dam zur Verdeutlichung zunehmend ergänzt mit den Domen Hirsch oder Bock = Damhirsch, Dambock.
ahd. tamo, tame = Wild → mhd. dam → nhd. Dam (Wildart) + Hirsch (männliches Tier mit Geweih) → Damhirsch = „Hirsch aus der Gruppe des Damwilds“ |
| Wortbildungen: | Dam: Dambock, Damleder, Damtier, Damwild (Damwildgehege);
Damhirsch: Damhirschgeweih, Damhirschjagd, Damhirschkalb, Damhirschragout |
| Ableitungen: | - |
| Rechtschreibung: | Das a im ersten Wortteil wird kurz und betont gesprochen, [ˈdam]. Das führt nicht selten dazu, dass das Wort Damhirsch fälschlich mit doppeltem m geschrieben wird (falsch: *Dammhirsch). |
| Interessantes: | Der Damhirsch stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde schon in der Antike als Jagdtier gehalten.
Typisch ist sein schaufelförmiges Geweih, das ihn von anderen Hirscharten unterscheidet. Das Wort zeigt eine klassische Zusammensetzung aus Tiergruppe (Dam) und genauer Bestimmung (Hirsch). |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (siehe Adelung, Goethe, Grimm-1, Grimm-2), ZDL, Wikipedia, Duden-online
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Dienstag
Wortherkunft
Fremdsprachen
Hinweise zum Wort Dienstag
| Bedeutung: | der zweite Tag der Woche |
| Beispielsatz: | Am Dienstag gehe ich mit meiner Freundin ins Kino. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, der Dienstag; meist ohne Plural
Worttrennung: Diens-tag Aussprache: [ˈdiːnstaːk] |
Wortformen
Das Grundwort Dienstag wird fast immer nur in der Einzahl (Singular) verwendet. Eine Mehrzahl (Plural) kommt nur selten vor. Im 2. Fall (Genitiv) wird häufig ein s angehängt.
| Singular | Plural (selten) | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Dienstag | die Dienstage |
| 2. Fall | Genitiv | des Dienstags, des Dienstages | der Dienstage |
| 3. Fall | Dativ | dem Dienstag | den Dienstagen |
| 4. Fall | Akkusativ | den Dienstag | die Dienstage |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Dienstag |
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Info - Dienstag
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Weiterführende Informationen zum Wort Dienstag
| Entstehung: | Bei den Römern hieß der Kriegsgott Mārs. Danach ist auch der Planet Mars benannt. Die Germanen übernahmen von den Römern das System der Benennung der Wochentage. Der germanische Kriegsgott hieß *Þingsaz (latinisiert Thingsus).
Das Wort hängt mit dem germanischen Thing zusammen. So nannte man früher eine Volksversammlung oder ein Gericht. Der Gott Tyr (Thingsus) galt als Beschützer solcher Versammlungen. Der Tag wurde deshalb nach ihm benannt. Daraus entwickelte sich im 12. Jh. ahd. ziestag, mhd. ziestac. Zunächst verbreitete sich der niederdeutsche Name dingesdach, dinstag am Niederrhein (13. Jh.) von dort verbreitete er sich bis zum 17. Jh. auf den gesamten deutschsprachigen Raum. |
| Wortbildungen: | - |
| Ableitungen: | - |
Wochentage
Die Römer nannten die Wochentage nach den damals bekannten Planeten der Erde. Die einzelnen Planeten waren für die Römer zugleich Götter. Die Germanen übernahmen dieses System. Sie änderten die Namen und benannten die Wochentage nach ihren Göttern. Als die Christen die germanischen Länder missionierten versuchten sie, diese heidnischen Namen der Wochentage umzubenennen. Dies konnten sie jedoch nur bei dem Mittwoch (Mitte der Woche) und dem Samstag (Ableitung vom hebräischen Sabbat = Ruhetag) durchsetzen.
Die Zählung der Wochentage begann bei den Römern mit dem Sonnengot (Sonntag). Erst mit Beschluss der UNO 1978 setzte sich weltweit die heute gebräuchliche Zählung mit dem Montag als ersten Tag der Woche durch.
| röm. Zählung | Römische Planeten | Germanische Götter | germanisch Mythologie | seit 1978 UNO | Tag | Wochentag heute |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2 | Mond | Mani | Gott des Mondes | 1 | Montag | germ. Gott |
| 3 | Mars | Tyr/Tiu/ Ziu, Thingsus | Gott des Krieges und des Rechts | 2 | Dienstag | germ. Gott |
| 4 | Merkur | Wodan, Odin, Futhark | Hauptgott der Germanen | 3 | Mittwoch | Mitte der Woche |
| 5 | Jupiter | Donar, Thor | Gott des Donners | 4 | Donnerstag | germ. Gott |
| 6 | Venus | Frija/Frigg | Schutzgöttin der Ehe und des Lebens | 5 | Freitag | germ. Gott |
| 7 | Saturn | Saturn; Sabbat | Gott der Aussaat; Ruhetag (Judentum) | 6 | Samstag | hebr. Sabbat |
| 1 | Sonne | Sonne, Sol | Sonnengott (lat. männl. / germ. weibl.) | 7 | Sonntag | röm./germ. Gott |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem dien kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. | |
| Das Morphem dien in der Wortbildung Dienstag kann daher als unikales Morphem betrachtet werden. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, OWID, ZDL
Fremdsprachen: Dänisch, Englisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
| zurück zur Wortgeschichte Dienstag |
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Duckdalbe
Wortherkunft
| Vermutlich stammt das Wort Duckdalbe aus den Niederlanden. Dort bedeutet das Verb duiken = tauchen. Einen Pfahl oder eingerammten Pfosten nennt man dort dalbe.
Die Duckdalbe ist also ein Pfahl, der tief in den Boden des Hafens eingetaucht oder eingerammt ist. | ||
| Auch in anderen Sprachen rund um die Nordsee findet man ähnliche Wörter. Allen liegt das niederländische Wort dukdalve zugrunde. | ||
Hinweise zum Wort Duckdalbe
| Bedeutung: | Im Hafenboden eingerammte Pfähle, die der Markierung der Fahrrinne dienen oder an denen Schiffe festgemacht werden können. | ||
| Beispielsatz: | Die Duckdalben markieren die Fahrrinne für die Schiffe. | ||
| Wortinfo: | Wortart: Nomen: die Duckdalbe, die Duckdalben
Worttrennung: Duck-dal-be Aussprache: [ˈdʊkˌdalbə] | ||
| Unterschied: | Meist wird ein einzelner Pfahl als Dalbe und eine Pfahlgruppe als Duckdalbe bezeichnet. Die oberen Bilder zeigen also Duckdalben. Hier sind jeweils drei Pfähle miteinander verbunden. Das rechte Bild zeigt in der Mitte drei Dalben, also einzelne Pfähle, an denen längere Schiffe festmachen können. | ||
Wortformen
In der Einzahl (Singular) übernehmen alle vier Fälle das Grundwort. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein n angehängt.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Duckdalbe | die Duckdalben |
| 2. Fall | Genitiv | der Duckdalbe | der Duckdalben |
| 3. Fall | Dativ | der Duckdalbe | den Duckdalben |
| 4. Fall | Akkusativ | die Duckdalbe | die Duckdalben |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Duckdalbe |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Duckdalbe
| zurück zur Wortgeschichte Duckdalbe |
Weiterführende Informationen zum Wort Duckdalbe
| Entstehung: | Die Herkunft des Wortes Duckdalbe ist unklar. Es gibt drei verschiedene Erklärungsansätze: |
| |
| Wortbildungen: | Zum Bestandteil dalbe gibt es mehrere Wortbildungen:
Anlegedalbe, Eisbrecherdalbe, Führungsdalbe, Leitdalbe, Leuchtfeuerdalbe, Schutzdalbe, Streichdalbe, Vertäuungsdalbe |
| Interessantes: | Eine anschauliche Beschreibung von Dalben und ihrer Funktion in Häfen findest du bei Wikipedia zum Stichwort Dalbe. |
Sprachvergleich
In fast allen europäischen Ländern wird der Begriff Duckdalbe vom niederländischen dukdalve abgeleitet. In einigen Ländern (z. B. Dänemark, Spanien) wird auch auf den Herzog von Alba Bezug genommen. Die genaue Bedeutung (Pfahlgruppe im Hafen zum Festmachen oder Abweisen von Schiffen) ist überall ähnlich. In einigen Ländern werden auch die Markierungen einer Fahrrinne mit dem Begriff Dalbe bezeichnet.
| Sprache | Dalbe | Duckdalbe | Quellen |
|---|---|---|---|
| Deutsch | Dalbe | Duckdalbe | Wikipedia |
| Niederländisch | dalf | dukdalf / dukdalve | Wikipedia |
| Norwegisch | dalbe / pæle | dykdalb | Wikipedia |
| Dänisch | dalbe | dukdalbe / duc d’albe | Wikipedia |
| Schwedisch | dykdalb | Wikipedia | |
| Englisch | dolphin | Wikipedia | |
| Französisch | duc-d’Albe | Wikipedia | |
| Spanisch | duque de Alba | Wikipedia | |
Unikales Morphem ?
Da das niederländische Wort an die deutsche Schreibung angepasst wurde (Lehnwort) wird es nicht als Fremdwort behandelt. Es gibt keinen etymologischen Zusammenhang zum Verb ducken.
| Das Morphem duck kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor und nur in der Wortbildung Duckdalbe. | |
| Das Morphem duck ist daher ein unikales Morphem. | |
| Das Morphem dalbe kommt isoliert und in mehreren Wortbildungen vor. | |
| Das Morphem dalbe ist daher kein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
Etymologie und Rechtschreibung: DWDS, OWID, ZDL, Wikipedia, Duden-online
Weitere Quellen wurden im Text verlinkt (sh. Tabelle in Kap. Sprachvergleich).
Landkarte: Die Landkarte wurde aus den Daten der Übersetzungen (sh. Tabelle in Kap. Sprachvergleich) mit Hilfe von ChatGPT erstellt.
Abbildungen: Die Abbildungen von Dalben wurden von Wikipedia und elbetreff.de (Herzlichen Dank an Andreas Glock für die Genehmigung für die Verwendung der Abbildung.) entnommen.
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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dunnemals
Wortherkunft
| Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen. Dort bedeutet dunn so viel wie dann oder damals.
Das Wort dunnemals ist eine Verkürzung von anno dunnemals. Diese Redewendung bedeutete ursprünglich: damals, vor langer Zeit. |
Hinweise zum Wort dunnemals
| Bedeutung: | damals |
| Beispielsatz: | Dunnemals gab es noch eine Volksschule. |
| Wortinfo: | Wortart: Adverb
Worttrennung: dun-ne-mals Aussprache: [ˈdʊnəmaːls] |
Wortformen
Das Wort dunnemals ist ein Adverb. Adverbien haben keine verschiedenen Wortformen.
| Weiterführende Informationen zum Grundwort dunnemals |
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Info - dunnemals
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Weiterführende Informationen zum Wort dunnemals
| Entstehung: | 19. Jh. Das Wort stammt aus dem niederdeutschen dunn = dann, damals.
Es entwickelte sich aus der Redewendung anno dunnemals. |
| Wortbildungen: | - |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | Das lateinische Wort anno bedeutet im Jahre. Seit dem 15. Jahrhundert stellte man es häufig vor Datierungen.
Daraus entstanden später verschiedene scherzhafte Redewendungen für vor langer Zeit:
|
Unikales Morphem ?
| Das Morphem dunn(e) kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor. | |
| Das Morphem dunn(e) ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, ZDL
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Eberesche
Wortherkunft
| Der erste Teil des Wortes (eber) hat seinen Namen von der Farbe der Blätter und Früchte. Das alte (gallische) Wort eburo bedeutete rötlich braun.
Die Blätter der Eberesche ähneln den Blättern einer Esche. Daher stammt der zweite Teil des Wortes. Beide Bäume haben außer dem Namen sonst keine Gemeinsamkeiten. | |
| Die rohen Beeren der Eberesche sind für Menschen zwar nicht giftig, können aber durch ihren bitteren Geschmack Bauchschmerzen verursachen. Wenn sie aber gekocht werden, dann verlieren sie ihre Bitterkeit.
Die Beeren der Eberesche werden von vielen Vogelarten als Nahrung geschätzt. Daher wird dieser Baum auch Vogelbeere genannt. | |
| Die folgenden Bilder zeigen links eine Allee mit Ebereschen. Hier kannst du schön die rötlich braune Farbe der Blätter erkennen. Danach ist der Baum im ersten Wortteil benannt: eber = rötlich braun. Daneben siehst du die Blätter und Früchte der Eberesche. Im Vergleich siehst du auf dem Bild daneben die Blätter einer Esche. Die Blätter der beiden Bäume sind sehr ähnlich. Daran kannst du erkennen, warum die Leute früher den zweiten Teil des Namens nach der Esche genannt haben. | |
|
| |
| Wenn du mehr über die Eberesche wissen möchtest, dann findest du auf der Infoseite weitere Hinweise. |
Hinweise zum Wort Eberesche
| Bedeutung: | Laubbaum mit rötlich braunen Früchten |
| Beispielsatz: | Die Eberesche ist ein anderer Name für die Vogelbeere. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen
Worttrennung: Eber-esche Aussprache: [ˈeːbɐˌʔɛʃə] |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Eberesche | die Ebereschen |
| 2. Fall | Genitiv | der Eberesche | der Ebereschen |
| 3. Fall | Dativ | der Eberesche | den Ebereschen |
| 4. Fall | Akkusativ | die Eberesche | die Ebereschen |
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Info - Eberesche
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Weiterführende Informationen zum Wort Eberesche
| Entstehung: | ie. *erb(h)-, *reb(h)- = dunkelrötlich, bräunlich; air. ibar = Eibe; ahd. asc, mhd. asch = Esche; frühnhd. eberboum, eberasch, hd. Eberesche |
| Wortbildungen: | - |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | Wenn du mehr über die Eberesche erfahren möchtest, so findest du leicht verständliche Beschreibung auf folgenden Internetseiten:Botanikus, Ökolandbau, NABU |
| Die Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) benennt jedes Jahr einen Baum zum Baum des Jahres. Viele Bilder und eine umfangreiche Beschreibung findest du auf der Internetseite der Schutzgemeinschaft deutscher Wald: Baum des Jahres 1997: die Eberesche. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem eber kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit Esche vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum gleichlautenden Morphem Eber (= männliches Schwein, ahd. ebur, mhd. eber) besteht nicht. | |
| Das Morphem eber ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Abbildungen: Wikipedia: Eberesche: 1 a) Von Mbdortmund - Eigenes Werk, GFDL 1.2, 1 b) Von Straktur - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Wikipedia: Esche: 2 a) Von AnRo0002 - Eigenes Werk, CC0, 2 b) CC BY-SA 3.0
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Eierschecke
Wortherkunft
| Aus Eiern, Quark, Rosinen und Mandelsplittern bestehende Überzugmasse für einen Blechkuchen. In manchen Gegenden werden auch Äpfel, Quark und Mohn verwendet. Der Ursprung des Grundwortes ist unklar. | |
Hinweise zum Wort Eierschecke
| Bedeutung: | Die Eierschecke ist eine Kuchenspezialität. Diese kommt ursprünglich aus Sachsen und Thüringen. |
| Beispielsatz: | Ich mag vor allem die Dresdener Eierschecke. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen
Worttrennung: Ei-er-sche-cke Aussprache: [ˈaɪ̯ɐˈʃɛkə] |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Eierschecke | die Eierschecken |
| 2. Fall | Genitiv | der Eierschecke | der Eierschecken |
| 3. Fall | Dativ | der Eierschecke | den Eierschecken |
| 4. Fall | Akkusativ | die Eierschecke | die Eierschecken |
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Info - Eierschecke
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Weiterführende Informationen zum Wort Eierschecke
| Entstehung: | Schecke: ahd. schecho, mhd. schëcke, schëgge - eng anschliessender durchsteppter leibrock, der auch als panzer gebraucht wurde (sh. Quelle). Eierschecke: Im 14. Jh. war Schecke die Bezeichnung für einen Männerrock, der an der Taille mit einem breiten Gürtel eng geschnürt wurde. Diese Dreiteilung des Rocks war vermutlich Namensgeber für das Wort Eierschecke (sh. Quelle). |
| Wortbildungen: | - |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | Kochrezepte (nicht werbefrei): Die Eierschecke, Dresdener Eierschecke, Freiberger Eierschecke, |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem scheck(e) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor. | |
| Das Morphem scheck(e) ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Entstehung: Wikipedia, Mittelhochdeutsches Wörterbuch (BMZ), Mittelhochdeutsches Handwörterbuch (Lexer),
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Elfenbein
Wortherkunft
| Aus dem althochdeutschen Wort für helfant (= Elefant) entwickelte sich schon früh das Wort helfenbein. Das althochdeutsche Wort bein hatte früher auch die Bedeutung Knochen. Das helfenbein war also ein Knochen des Elefanten. | |
Hinweise zum Wort Elfenbein
| Bedeutung: | Material von Tierzähnen, Stoßzähne vor allem von Elefanten, Mammut und Walen |
| Beispielsatz: | Die Stoßzähne der Elefanten sind aus Elfenbein. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen
Worttrennung: El-fen-bein Aussprache: [ˈɛlfn̩ˌbaɪ̯n] |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Elfenbein | die Elfenbeine |
| 2. Fall | Genitiv | des Elfenbeins, des Elfenbeines | der Elfenbeine |
| 3. Fall | Dativ | dem Elfenbein, dem Elfenbeine | den Elfenbeinen |
| 4. Fall | Akkusativ | das Elfenbein | die Elfenbeine |
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Info - Elfenbein
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Weiterführende Informationen zum Wort Elfenbein
| Entstehung: | Elefant: griech. ἐλέφας (eléphās) > ahd. helfant; ahd. helfantbein = Elefantenknochen, Elfenbein, mhd. helfenbein; ab 16. Jh. auch elfenbein (in Angleichung an griech. und lat. ohne h) |
| Wortbildungen: | Adjektive: elfenbeinartig, elfenbeinern, elfenbeinfarben
Nomen: Elfenbeinarbeit, Elfenbeinbüste, Elfenbeinexport, Elfenbeinfächer, Elfenbeinfarbe, Elfenbeinfigur, Elfenbeingegenstand, Elfenbeingriff, Elfenbeinhandel, Elfenbeinhändler, Elfenbeinimitation, Elfenbeinjäger, Elfenbeinkamm, Elfenbeinkästchen, Elfenbeinknopf, Elfenbeinkopf, Elfenbeinkugel,Elfenbeinlöffel,Elfenbeinpalast, Elfenbeinporzellan, Elfenbeinschnitzerei, Elfenbeinthron, Elfenbeinturm (Redensart), Elfenbeinturm , Mammutelfenbein, ... |
| Namen: | Länder: Elfenbeinküste (Land in Afrika)
Pflanzen: Elfenbein-Mannstreu (Pflanze), Elfenbeinröhrling (Pilzart), Elfenbeinschneckling (Pilzart), Tiere: Elfenbein-Federlibelle (Libellenart), Elfenbein-Flechtenbärchen (Schmetterling), Elfenbeinmöwe (Mövenart), Elfenbeinspecht (Vogelart), ... |
| sonstiges: | Elfenbeinturm (Metapher), Elfenbeinmuseum in Schloss Erbach |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | Interessante Artikel für Kinder findest du im Klexikon (Elefant, Elfenbein) und im Mini-Klexikon (Elefant, Elfenbein). eine interessante Sendung für Kinder über Elefanten, Elfenbein und Elfenbeinschmuggel findest du in der Sendereihe Löwenzahn. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem elfen kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen sind nur zusammen mit dem Nomen bein bekannt. Einen etymologischen Zusammenhang des Wortes mit dem Zahlwort elf oder den Elfen (Fabelwesen) gibt es nicht. | |
| Das Morphem elfen ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Adelung, Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
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emsig
{{DISPLAYTITLE:emsig}}
Wortherkunft
| Aus dem alten Adjektiv emiʒ (= fortwährend, ständig, immer) entwickelte sich schon im frühen Mittelalter die Adjektivform mit der Nachsilbe (Suffix) -ig, zunächst emiʒʒig, später emʒic. in der Bedeutung häufig, eifrig. | |
| Das Wort kommt nur im deutschsprachigen Raum vor. |
Hinweise zum Wort emsig
| Bedeutung: | ausdauernd, mit großem Eifer und fleiß arbeiten; unermüdlich, tüchtig |
| Beispielsatz: | Die Bienen sammeln emsig Pollen und fliegen von Blüte zu Blüte. |
| Wortinfo: | Wortart: Adjektiv
Worttrennung: em-sig Aussprache: [ˈɛmzɪç] |
Wortformen
| Grundstufe (Positiv) | Vergleichsstufe (Komparativ) | Höchststufe (Superlativ) |
|---|---|---|
| emsig | emsiger | am emsigsten |
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Info - emsig
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Weiterführende Informationen zum Wort emsig
| Entstehung: | ahd. emiʒʒīg, emeʒʒīg, mhd. emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich |
| Wortbildungen: | - |
| Ableitungen: | Emsigkeit |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem ems im Adjektiv emsig kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Von diesem Morphem gibt es nur eine Ableitung/Wortbildung (= Emsigkeit). Die Grundlage ist die Wortbildung ems + ig. Einen etymologischen Zusammenhang mit anderen gleichlautenden Morphemen oder Namen gibt es nicht. | |
| Das Morphem ems ist daher in dieser Bedeutung ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Adelung, Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
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Engerling
Wortherkunft
| Aus dem althochdeutschen Wort angar = Made, Larve wurde später enger und dann die Verkleinerungsform Engerling. |
Hinweise zum Wort Engerling
| Bedeutung: | Der Engerling ist die Larve eines Maikäfert | |
| Beispielsatz: | Die Engerlinge fressen die Wurzeln von unterschiedlichen Pflanzen. | |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen
Worttrennung: En-ger-ling, En-ger-lin-ge Aussprache: [ˈɛŋɐlɪŋ] |
|
| Interessantes: | Zu den Maikäfern gibt es eine interessante Seite im Klexikon. Dort findest du auch eine Beschreibung der Entwicklung von der Larve (Engerling) bis zum Käfer. | |
| Die Engerlinge unterscheiden sich von anderen Larven unter anderem durch ihre Form. Sie sehen fast wie der Buchstabe "C" aus. |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Engerling | die Engerlinge |
| 2. Fall | Genitiv | des Engerlings | der Engerlinge |
| 3. Fall | Dativ | dem Engerling | den Engerlingen |
| 4. Fall | Akkusativ | den Engerling | die Engerlinge |
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Info - Engerling
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Weiterführende Informationen zum Wort Engerling
| Entstehung: | ie. *angu̯(h)- = Schlange, ahd. angar, mhd. anger, enger = Enger; bereits im 10. Jh. auch mit dem Suffix -ring und später -ling; ahd. engiring, engirling, mhd. engerlinc. |
| Wortbildungen: | - |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | Als Engerling wird nicht nur die Larve des Maikäfers genannt. In der Biologie zählen hierzu alle Larven der Familie der Scarabaeoidea, also auch die Larven Blatthornkäfer, Erdkäfer, Hirschkäfer, Mistkäfer, Rosenkäfer und weltweit über 35.000 weitere Arten. (Quelle). |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem enger kommt nicht isoliert vor und hiervon gibt es auch keine Wortbildungen. Die Bezeichnung für die Maikäfer Larven als Engerling ist nicht verwandt mit dem Adjektiv eng. | |
| Das Morphem enger ist in dieser Bedeutung daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
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entbehren
{{DISPLAYTITLE:entbehren}} entbehrlich, Entbehrung #REDIRECT [[entbehren]]
Wortherkunft
| Das mittelhochdeutsche Verb enbern ist eine Verneinung des untergegangenen Verbs beran, bern = tragen. Die erste Silbe en ist die Verneinung. Ursprünglich bedeutete das Wort also etwas nicht tragen oder etwas nicht bei sich tragen. Das, was man nicht bei sich tragen kann, das braucht man auch nicht. So hat sich aus enbern = nicht tragen die Bedeutung ermangeln und vermissen entwickelt. | |
| Das untergegangene Verb beran (bern) ist auch noch in anderen Wörtern zu finden, zum Beispiel: | |
|
Hinweise zum Wort entbehren
| Bedeutung: | etwas oder jemanden vermissen |
| Beispiel: | Ich habe als Kind früher vieles entbehren müssen.
Ich möchte dich für keinen Tag in meinem Leben entbehren. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: ent-beh-ren Aussprache: [ɛntˈbeːʁən] |
Wortformem (Flexion)
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich entbehre | ich entbehrte | ich habe entbehrt |
| 2. Person | du entbehrst | du entbehrtest | du hast entbehrt | |
| 3. Person | er/sie/es entbehrt | er/sie/es entbehrte | er/sie/es hat entbehrt | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir entbehren | wir entbehrten | wir haben entbehrt |
| 2. Person | ihr entbehrt | ihr entbehrtet | ihr habt entbehrt | |
| 3. Person | sie entbehren | sie entbehrten | sie haben entbehrt | |
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Info - entbehren
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Weiterführende Informationen zum Wort entbehren
| Entstehung: | Aus dem Verb ahd. beran, mhd. bern = tragen, hervorbringen hat sich mit dem altdeutschen Präfix in- = nein, nicht (als Negation ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern = nicht tragen entwickelt. Das ursprüngliche Verb (beran, bern) ist schon früh untergegangen und kommt nur noch in einigen Regiolekten vor. Das Präfix ahd. in- und mittelhochdeutsch en- ist in späterer Zeit an das verbreitete Präfix ent- angepasst worden. |
| Wortbildungen:
(entbehren): |
Nomen: Entbehrung, Entbehrlichkeit, Unentbehrlichkeit
Adjektive: entbehrlich, entbehrt, entbehrungsreich, entbehrungsvoll, langentbehrt, unentbehrlich |
| verwandte Wörter: | Es gibt einige Wörter, die mit dem untergegangenen Verb mhd. bern (= tragen) verwandt bzw. hiervon abgeleitet sind. Dazu gehören die oben genannten Wörter gebären, Geburt, Eimer und Zuber. Hier sind weitere Wörter, denen man diesen Zusammenhang nicht auf den ersten Blick ansehen kann: |
| |
| Das mittelhochdeutsche Präfix en- (ahd. in-) führt zusammen mit dem mittelhochdeutschen Verb bern in der Bedeutung heben, erhaben auch zu weiteren Verwandtschaften, zum Beispiel: empor (ahd. in bore, mhd. enbore = in die Höhe), empören (ahd. irbōren, mhd. enbœ̅ren = erheben). Die gleiche germanische Wurzel haben auch die Wörter Berg (* bherg̑os-, germ. *berga-, mhd. berc = hoch erhaben) und Burg (germ. *burg-, mhd. burc = befestigte Höhe). Damit sind auch viele Vor- und Ortsnamen mit dem untergegangenen althochdeutschen Verb beran verwandt, von Birgit (die Erhabene) und Ingeborg (die Hüterin) bis Augsburg und Wittenberg. |
Unikales Morphem ?
| Das zugrunde liegende gemeingermanische Verb beran, ber ist ausgestorben. Erhalten geblieben ist das Morphem ber nur in der ursprünglich verneinenden Bedeutung mit dem Präfix ent-. Hiervon sind auch alle Wortbildungen mit dem Morphem ent- + behr abgeleitet. | |
| Das Morphem behr ist in dieser Bedeutung daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Adelung, Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
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erwähnen
Wortherkunft
| Das Wort ist von dem ausgestorbenen mittelhochdeutschen Wort ge-wähenen = sagen, berichten, gedenken abgeleitet. Hieraus entwickelte sich später unsere heutige Bedeutung. | |
| Das Verb erwähnen ist nicht verwandt mit dem Nomen Wahn und dem hiervon abgeleiteten Verb wähnen. |
Hinweise zum Wort erwähnen
| Bedeutung: | a) etwas beiläufig anmerken
b) etwas urkundlich nennen, anführen |
| Beispielsatz: | a) Er hat in unserem Gespräch gestern gar nicht erwähnt, dass er vor drei Wochen operiert wurde.
b) Der Name unserer Stadt wurde bereits im 12. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
; ich erwähne, du erwähnst, er/sie/es erwähnt, wir erwähnen; wir haben erwähnt Worttrennung: er-wäh-nen Aussprache: [ɛɐ̯ˈvɛːnən] |
Wortformem (Flexion)
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich erwähne | ich erwähnte | ich habe erwähnt |
| 2. Person | du erwähnst | du erwähntest | du hast erwähnt | |
| 3. Person | er/sie/es erwähnt | er/sie/es erwähnte | er/sie/es hat erwähnt | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir erwähnen | wir erwähnten | wir haben erwähnt |
| 2. Person | ihr erwähnt | ihr erwähntet | ihr habt erwähnt | |
| 3. Person | sie erwähnen | sie erwähnten | sie haben erwähnt | |
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Info - erwähnen
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Weiterführende Informationen zum Wort erwähnen
| Entstehung: | ahd. giwahanen neben giwahan, mhd. gewähenen, seit 16. Jh. als erwähnen im heutigen Sinne belegt
in Abgrenzung hierzu und nicht verwandt: ahd. mhd. wān, wōn = Vermutung, Meinung, Hoffnung, Erwartung, Vorstellung, Scheu (sh. DWDS); ab 16. Jh. = Selbsttäuschung, ab 18. Jh. trügerische Vorstellung, Medizin: krankhafte Erscheinung, zwanghafte Einbildung |
| Bedeutungs-
Unterschied: |
Die Stadt Soest wurde bereits 836 urkundlich erwähnt. In einer alten Urkunde steht, dass die Stadt Lübeck bereits 1160 das Stadtrecht erhalten hat. Im ersten Beispiel bedeutet erwähnen, dass Soest möglicherweise schon sehr viel früher das Stadtrecht verlieben bekommen hat. Es bedeutet nicht, dass Soest 836 das Stadtrecht erhalten hat. |
| Wortbildungen: | Adjektivbildungen: ersterwähnt, erwähnenswert, erwähntermaßen, obenerwähnt, vorerwähnt, unerwähnt, ...
Nomenbildungen: Ersterwähnung, Nichterwähnung, Obenerwähnte, ... |
| Ableitungen: | Grundwort: erwähnen, Adjektiv: erwähnt, Nomen: Erwähnung |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem wähn kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix er- vor. Es gibt keinen Bedeutungszusammenhang zwischen dem Morphem wähn in erwähnen und wähn im Verb wähnen (Grundwort Wahn). | |
| Das Morphem wähn ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Adelung, Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
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Flederwisch
Wortherkunft
| Das Wort ist zusammengesetzt aus den mittelhochdeutschen Verben vlederen (= flattern) und wischen.
Früher nannte man den aus Gänsefedern zusammengebundenen Staubbesen auch federwisch. In der Abbildung rechts findest du einige Beispiele wie diese Federwische früher ausgesehen haben. |
Hinweise zum Wort Flederwisch
| Bedeutung: | a) Wisch aus Gänsefedern zum Abstauben
früher auch Handfeger, der aus Gänseflügeln hergestellt wurde. b) Scherzhafte Bezeichnung für ein unruhiges, lebhaftes Kind. |
| Beispielsatz: | a) Das Stubenmädchen fegt mit dem Flederwisch den Staub vom Schrank.
b) Rita ist ein richtiger wilder Flederwisch |
| Wortinfo: | Nomen: der Flederwisch, die Flederwische; Worttrennung: Fle-der-wisch; Aussprache: [ˈfleːdɐˌvɪʃ] |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Flederwisch | die Flederwische |
| 2. Fall | Genitiv | des Flederwischs, des Flederwisches | der Flederwische |
| 3. Fall | Dativ | dem Flederwisch, dem Flederwische | den Flederwischen |
| 4. Fall | Akkusativ | den Flederwisch | die Flederwische |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Flederwisch |
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Info - Flederwisch
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Weiterführende Informationen zum Wort Flederwisch
| Entstehung: | fledern: mhd. vlederen, vledern = flattern; mhd. vederwisch = Federwisch, seit 15. Jh. dann vlederwisch
wischen: ahd. wisken, mhd. wischen, wüschen |
| Ableitungen und Wortbildungen: | fledern: hierzu Flederbeer, Fledermaus, Fledertier, zerfledern
fleddern: (rotw. fladern = waschen; vermutlich von mhd. vlederen abgeleitet), zerfleddern, Leichenfledderer, ... |
| Interessantes: | Bei Wikipedia ist ein interessanter Artikel, der die Herstellung und Funktion der aus Gänsefedern gebundenen Handfeger oder Staubwedel beschreibt. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem fleder kommt isoliert im Verb fledern vor. Von diesem Verb gibt es weitere Wortbildungen, z. B. Flederhund, Fledermaus usw. | |
| Das Morphem fleder ist daher kein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info, Flederwisch
Abbildung: Flederwisch
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Firlefanz
Wortherkunft
| Früher nannte man in Frankreich einen lustigen Tanz, in dem viel gehüpft und gesprungen wurde virelai. Daraus ist im späten Mittelalter das Wort firlifanz entstanden. Die Bedeutung überflüssiges Zeug und Unsinn hat sich hieraus erst später entwickelt. |
Hinweise zum Wort Firlefanz
| Bedeutung: | überflüssiges, wertloses unnützes Zeug; törichtes Gerede; Unsinn |
| Beispielsatz: | Nehmt keinen Firlefanz mit auf die Reise. Macht nicht so einen Firlefanz um die kleine Feier. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen
Worttrennung: Fir-le-fanz Aussprache: [ˈfɪʁləˌfants] |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Firlefanz | die Firlefanze |
| 2. Fall | Genitiv | des Firlefanzes | der Firlefanze |
| 3. Fall | Dativ | dem Firlefanz | den Firlefanzen |
| 4. Fall | Akkusativ | den Firlefanz | die Firlefanze |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Firlefanz |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Firlefanz
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Weiterführende Informationen zum Wort Firlefanz
| Entstehung: | Die genaue Herkunft ist unklar. Vermutlich liegt dem Wort das afrz. lai = Gedicht und afrz. virelai = Ringel-, Reigenlied zugrunde. Der zweite Teil des Wortes fanz könnte von mhd. tanz abgeleitet sein. Möglich ist aber auch, dass der Ursprung in dem mhd. Wort alefanz = Schalk, Possen liegt. |
| Wortbildungen: | Firlefanzerei, veraltet und heute nicht mehr gebräuchlich: firlefanzen, Firlefanzer |
| Ableitungen: | - |
Unikales Morphem ?
| Die Morpheme firle und fanz kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor. | |
| Die Morpheme firle und fanz sind daher unikale Morpheme. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Adelung, Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info, Wikipedia
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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garstig
Wortherkunft
| Das Wort garstig beschreibt etwas, das unangenehm, widerlich oder böse wirkt. Das kann sich sowohl auf das Verhalten einer Person beziehen, als auch auf Gerüche oder Situationen. | |
| Das Wort geht auf mittelhochdeutsch garst zurück, das „ranzig, schlecht riechend“ bedeutete.
Verwandt ist althochdeutsch gerstī = Hass, Groll. Ursprünglich bezeichnete garstig also etwas, das Ekel oder Abscheu hervorruft. Die Bedeutung wurde später auf Verhalten von Menschen übertragen. |
Hinweise zum Wort garstig
| Bedeutung: | 1. widerlich, ekelerregend
2. böse, gemein, unangenehm im Verhalten |
| Beispielsatz: | Er war heute besonders garstig zu seinen Mitschülern. |
| Wortinfo: | Wortart: Adjektiv
Worttrennung: gars-tig Aussprache: [ˈɡaʁstɪç] |
Wortformen
Das Wort garstig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| garstig | garstiger | am garstigsten |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort garstig |
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Info - garstig
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Weiterführende Informationen zum Wort garstig
| Entstehung: | ie. *ghers-, *ghres- = Widerwille, Abscheu, Ekel → ahd. gerstī = Hass, Groll
→ mhd. garst = ranzig, übel riechend → nhd. garstig Bedeutungsentwicklung: Ekel, Gestank → unangenehm → böse, gemein |
| Wortbildungen: | |
| Ableitungen: | Garstigkeit |
| Interessantes: | Das Wort zeigt eine typische Bedeutungsverschiebung:
Ähnliche Entwicklungen gibt es bei Wörtern wie:
Das ältere Wort garst ist heute nicht mehr gebräuchlich. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem garst im Wort garstig kommt heute nicht mehr isoliert und nur in der Wortbildung garstig vor. Die einzige weitere Wortbildung (Garstigkeit) ist vom Adjektiv garstig abgeleitet. | |
| Das Morphem garst ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, Goethe), ZDL, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Garaus
Wortherkunft
| Das Adjektiv gar bedeutete im Mittelhochdeutschen „ganz, vollständig“, aus bedeutete „zu Ende“.
Das Nomen Garaus entstand aus dem Ausruf gar aus. Das riefen die Wachen Anfang des 16. Jahrhunderts in den Städten Nürnberg und Regensburg, wenn abends die Stadttore geschlossen wurden. Dieser Ausruf wurde später auf das Tagesende und den Glockenschlag übertragen, der das Ende des Tages „einläutete“. Die Verbindung gar aus bedeutete also zunächst: „vollständig zu Ende“. Daraus entwickelte sich später das Nomen Garaus in der Bedeutung Ende. | |
| Das Nomen wird heute nicht mehr isoliert verwendet. Es kommt nur noch in der Redewendung jemanden den Garaus machen vor und bedeutet jemanden töten, also das Leben eines Menschen absichtlich (mit Gewalt) beenden.
Diese Redewendung wird manchmal auch scherzhaft gemeint, z. B. „Kannst du nicht endlich der surrenden Mücke an der Fensterscheibe den Garaus machen." (freundliche Umschreibung für das Töten der Mücke). |
Hinweise zum Wort Garaus
| Bedeutung: | Ende, vollständige Vernichtung (meist in festen Wendungen) |
| Beispielsatz: | Der Sturm machte dem alten Baum den Garaus. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, Neutrum
Worttrennung: Gar-aus Aussprache: [ˈɡaːɐ̯ˌʔaʊ̯s] |
Wortformen
Das Wort Garaus wird meist nur im Singular verwendet und tritt überwiegend in festen Wendungen auf.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Garaus | – |
| 2. Fall | Genitiv | des Garaus | – |
| 3. Fall | Dativ | dem Garaus | – |
| 4. Fall | Akkusativ | das Garaus | – |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Garaus |
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Info - Garaus
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Weiterführende Informationen zum Wort Garaus
| Entstehung: | germ. *garwa- → ahd. garo = fertig, vollständig → mhd. gar = bereit, vollständig, ganz ; gar + aus = zu Ende
Ausruf: gar aus = vollständig vorbei → Substantivierung: das Garaus |
| Wortbildungen: | den Garaus machen (feste Redewendung) |
| Ableitungen: | - |
| Bedeutungs-
entwicklung: |
Das Wort Garaus ist ein Beispiel für die sogenannte „Zusammenrückung“:
Heute wird es fast ausschließlich in festen Wendungen verwendet, besonders:
Die ursprüngliche wörtliche Bedeutung („ganz aus“) ist im heutigen Sprachgefühl nicht mehr unmittelbar erkennbar. Bei dem Adjektiv gar hat sich von der ursprünglichen Bedeutung ahd. garo = fertig eine Bedeutungsverengung auf den gastronomischen Bereich im Sinne von fertig gegart verengt. |
Unikales Morphem ?
| Das Wort Garaus ist zusammengesetzt aus dem Adjektiv gar und dem Adverb aus. Das Adjektiv gar wird heute nur in der eingeschränkten gastronomischen Bedeutung verwendet. In der Wortbildung Garaus wird heute kein Bedeutungszusammenhang zum Adjektiv gar gesehen.
Einerseits: Das Morphem gar (als Adjektiv gar) kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen (z. B. Garküche, Garkoch, halbgar) vor. Es handelt sich daher nicht um ein unikales Morphem. | |
| Das Morphem gar ist demnach kein unikales Morphem. | |
| Andererseits: Heute wird kaum noch ein Zusammenhang zwischen dem Adjektiv gar (im gastronomischen Sinne) und dem Morphem gar im Nomen Garaus gesehen, zumal das Nomen nur noch in der Redewendung jemandem oder etwas den Garaus machen (im Sinne von töten, beenden) vorkommt. Aus diesem Grunde kann auch garaus als ein Morphem (= kleinste bedeutungstragende Einheit) betrachtet werden. | |
| Das Morphem garaus kann daher auch als ein unikales Morphem betrachtet werden. | |
| Das Adjektiv gar (ahd. garo) hat zudem einen Bedeutungswandel erlebt, von ursprünglich ahd. garo = vollständig, gerüstet, bereit gemacht hin zur heutigen(eingeschränkten) Bedeutung gar = fertig gekocht, gebraten, gebacken etc.
Auch das Morphem gar in Garaus hat einen Bedeutungswandel vollzogen. Aus der ursprünglichen Bedeutung vollständig, vorbei in der Wortgruppe gar aus ist eine Redewendung entstanden, die auf jmdn. oder etw. töten, vernichten eingeschränkt ist. | |
| Wenn nur das Morphem gar isoliert betrachtet wird, so bleibt zunächst offen, ob es aufgrund der Bedeutungsverschiebungen als unikales Morphem betrachtet werden kann. Daher wird das Morphem gar bis zur Klärung zunächst als unklar eingestuft. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz sh. Adelung, vor allem Grimm-1, Wander (Sprichwörterlexikon Anfang 19. Jh. zeigt noch eine große Vielfalt der Redewendungen mit dem Nomen Garaus), ZDL, Wikipedia, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Gebaren
Wortherkunft
| Das Nomen Gebaren bezeichnet die Art und Weise, wie sich jemand verhält oder benimmt. | |
| Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāren zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete. Hieraus wurde dann bereits im Mittelalter unsere heutige Form gebāren entwickelt.
Entstanden ist das Nomen aus dem Verb gibārōn. Dieses Verb ist veraltet und wird heute nur noch sehr selten benutzt. | |
| Englisch: behavior, conduct
Französisch: comportement Lateinisch: mores |
Hinweise zum Wort Gebaren
| Bedeutung: | Verhalten, Benehmen (meist auffällig oder kritisch gemeint) |
| Beispielsatz: | Sein arrogantes Gebaren fiel allen sofort auf.
Das geschäftliche Gebaren dieser Firma ist nicht seriös. Er legte ein sehr auffälliges Gebaren an den Tag. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, Neutrum
Worttrennung: Ge-ba-ren Aussprache: [ɡəˈbaːʁən] |
Wortformen
Das Nomen Gebaren wird meist nur im Singular verwendet.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Gebaren | – |
| 2. Fall | Genitiv | des Gebarens | – |
| 3. Fall | Dativ | dem Gebaren | – |
| 4. Fall | Akkusativ | das Gebaren | – |
Das Verb gebaren ist ein starkes Verb. Es wird heute kaum noch verwendet.
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich gebare | ich gebarte | ich habe gebart |
| 2. Person | du gebarst | du gebartest | du hast gebart | |
| 3. Person | er/sie/es gebart | er/sie/es gebate | er/sie/es hat gebart | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir gebaren | wir gebarten | wir haben gebart |
| 2. Person | ihr gebart | ihr gebartet | ihr habt gebart | |
| 3. Person | sie gebaren | sie gebarten | sie haben gebart | |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Gebaren |
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Info - Gebaren
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Weiterführende Informationen zum Wort Gebaren
| Entstehung: | Verb: ahd. beran → mhd. bern = tragen, bringen, hervorbringen
→ Verb: ahd. gibārōn → mhd. mnd. gebāren → Nomen: ahd. gibāren → mhd. gebāren |
| Wortbildungen: | Ausgabengebaren, Bühnengebaren, Finanzgebaren, Geschäftsgebaren, Haushaltsgebaren, Herrschaftsgebaren, Machtgebaren |
| Ableitungen: | gebaren (Grundwort), Gebaren (Konversion), Gebarung (Ableitung) |
| Wortgruppen: | Das Wort Gebaren wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:
|
| Zitate: | „Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ (Quelle)
„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ (Quelle) |
Wortvergleich
Die Wörter gebaren, gebären, Gebärde, Geburt und gebühren haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = heben, tragen. Auf die Bedeutung *bher(ə) = tragen dieser Wurzel können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: Bahre (= Trage), Bürde (= was getragen wird), entbehren (= nicht tragen) und auch das Suffix -bar (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) . All diese Wörter enthalten das Morphem behr. Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (*bher(ə) = heben) findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in empor und empören, aber auch in Berg.
Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht über die Ableitungen der deutschen Wörter vom indoeuropäischen *bher. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten.
| Grundwort | ie. | germ. | Verb (ohne Präfix) | ahd. | mhd. | ursprüngliche Bedeutung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| gebaren, Gebaren | *bher- = tragen, heben | *beraną | alt: ahd. beran, mhd. bern = tragen, Frucht tragen, hervorbringen, gebären | gibārōn, gibāra | gebāren | sich betragen |
| gebären | gibāran | gebāren | hervortragen → zur Welt bringen | |||
| Gebärde, gebärden | gibārida, gibārōn | gebærde, gebæren | Benehmen, sichtbarer Ausdruck | |||
| entbehren | inbēran | enbern | nicht tragen → entbehren | |||
| -bar | *beraz | -bāri | -bære | tragbar → möglich | ||
| Geburt | *burþiz *burdi- | - | giburt | geburt | Leibesfrucht tragen | |
| Bahre | *berō | - | bāra | bāre | Tragegestell | |
| Bürde | *burþi- | - | burdi | bürde | das Getragene | |
| empor | *bher- = heben ⚠️ | *(ga)bur- ⚠️ | alt: ahd. bor = Höhe, Spitze; alt: ahd. in bore = in der Höhe | empōr | empōr | emporheben |
| empören | *(ga)burjan⚠️ | alt: mhd. bōr | empōren | empōren | emporheben → aufregen | |
| gebühren, Gebühr | *burjaną ⚠️ | alt: ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten | gibūren, giburī | gebürn, gebüre | heben, zuteilen | |
| Berg | * bhereg̑h-, * bherg̑os-
Erweiterung zu *bher |
*berga | - | berg | berc | hoch, erhaben, das erhobene |
Unikales Morphem ?
| Der Wortstamm bar (ahd. bār) kommt in dieser Bedeutung („tragen, sich verhalten“) auch in verwandten Wörtern vor. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortstamms ist für die meisten nicht mehr erkennbar. | |
| Das Morphem bar ist daher kein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem: Adelung, Goethe, Grimm, MWb), ZDL, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Die folgenden Wörter müssen noch überarbeitet und an die neue Version von </nowiki>gebaren angepasst werden.
gebären
Wortherkunft
| Das Verb gebären bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Es gehört zum Wortfeld von Geburt und gebären. | |
| Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāran zurück.
Es gehört zu einer alten Wortfamilie mit der Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“. Verwandt sind u. a.: gebären, Geburt, gebürtig. | |
| Englisch: to give birth, to bear
Französisch: enfanter Lateinisch: parere |
Hinweise zum Wort gebären
| Bedeutung: | ein Kind zur Welt bringen |
| Beispielsatz: | Die Frau gebar ein gesundes Kind. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: ge-bä-ren Aussprache: [ɡəˈbɛːʁən] |
Wortformen
Das Verb gebären ist ein starkes Verb.
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich gebäre | ich gebar | ich habe geboren |
| 2. Person | du gebierst | du gebarst | du hast geboren | |
| 3. Person | er/sie/es gebiert | er/sie/es gebar | er/sie/es hat geboren | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir gebären | wir gebaren | wir haben geboren |
| 2. Person | ihr gebärt | ihr gebart | ihr habt geboren | |
| 3. Person | sie gebären | sie gebaren | sie haben geboren | |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort gebären |
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Info - gebären
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Weiterführende Informationen zum Wort gebären
| Entstehung: | ahd. gibāran → mhd. gebāren
Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“ → Spezialisierung: „ein Kind zur Welt bringen“ |
| Wortbildungen: | Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit |
| Ableitungen: | Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung) |
| Interessantes: | Das Verb gebären ist eng verwandt mit gebaren, hat aber eine andere Bedeutungsentwicklung:
Beide Wörter gehen jedoch auf denselben alten Wortstamm zurück. |
Unikales Morphem ?
| Das Wort gebären enthält kein unikales Morphem. | |
| Der Wortstamm bär (ahd. bār) bedeutet „tragen, hervorbringen“ und ist auch in anderen Wörtern erhalten (z. B. Geburt). | |
| Die Struktur ist historisch erklärbar. | |
| Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang oft nicht mehr transparent, sodass der Wortaufbau nicht mehr erkannt wird. | |
Belege/Quellen
https://www.dwds.de/wb/gebären https://de.wiktionary.org/wiki/gebären https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=gebären https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt https://www.duden.de/rechtschreibung/gebären
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Gebärde
Wortherkunft
| Eine Gebärde ist eine Bewegung des Körpers, besonders der Hände oder des Gesichts, mit der etwas ausgedrückt wird. | |
| Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāra zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete.
Im Mittelhochdeutschen lautete die Form gebār. Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie gebaren (= sich verhalten). | |
| Englisch: gesture
Französisch: geste Lateinisch: gestus |
Hinweise zum Wort Gebärde
| Bedeutung: | bewusste oder unbewusste Körperbewegung als Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken |
| Beispielsatz: | Mit einer freundlichen Gebärde begrüßte sie die Gäste. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, Feminin
Worttrennung: Ge-bär-de Aussprache: [ɡəˈbɛːʁdə] |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Gebärde | die Gebärden |
| 2. Fall | Genitiv | der Gebärde | der Gebärden |
| 3. Fall | Dativ | der Gebärde | den Gebärden |
| 4. Fall | Akkusativ | die Gebärde | die Gebärden |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Gebärde |
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Info - Gebärde
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Weiterführende Informationen zum Wort Gebärde
| Entstehung: | ahd. gibāra → mhd. gebār = Verhalten, Benehmen
→ nhd. Gebärde = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens |
| Wortbildungen: | Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher |
| Ableitungen: | gebaren (sich verhalten), Gebaren |
| Interessantes: | Das Wort Gebärde zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der Gebärdensprache, einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen. |
Unikales Morphem ?
| Das Wort Gebärde enthält kein unikales Morphem. | |
| Der Wortstamm bär (ahd. bār) ist bedeutungstragend („tragen, hervorbringen, sich verhalten“) und auch in verwandten Wörtern erhalten. | |
| Die Struktur ist historisch nachvollziehbar. | |
| Für heutige Sprecher ist die ursprüngliche Bedeutung („Verhalten“) jedoch nicht mehr direkt erkennbar. | |
Belege/Quellen
https://www.dwds.de/wb/Gebärde https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=Gebärde https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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gebühren
Wortherkunft
| Das Verb gebühren wird heute vor allem in der Bedeutung „zustehen“ oder „angemessen sein“ verwendet, meist in gehobener Sprache. | |
| Das Wort geht auf das althochdeutsche gibūrēn zurück.
Dieses bedeutete „sich gehören, zukommen, passend sein“. Es gehört zur Wortfamilie von gebühren (Substantiv: die Gebühr). | |
| Englisch: to be due, to befit
Französisch: convenir, être dû |
Hinweise zum Wort gebühren
| Bedeutung: | 1. jemandem zustehen
2. angemessen sein, sich gehören (gehoben) |
| Beispielsatz: | Ihm gebührt großer Dank.
So viel Respekt gebührt dir. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: ge-büh-ren Aussprache: [ɡəˈbyːʁən] |
Wortformen
Das Verb gebühren wird meist unpersönlich oder nur in bestimmten Formen verwendet.
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich gebühre | ich gebührte | ich habe gebührt |
| 2. Person | du gebührst | du gebührtest | du hast gebührt | |
| 3. Person | er/sie/es gebührt | er/sie/es gebührte | er/sie/es hat gebührt | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir gebühren | wir gebührten | wir haben gebührt |
| 2. Person | ihr gebührt | ihr gebührtet | ihr habt gebührt | |
| 3. Person | sie gebühren | sie gebührten | sie haben gebührt | |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort gebühren |
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Info - gebühren
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Weiterführende Informationen zum Wort gebühren
| Entstehung: | ahd. gibūrēn → mhd. gebüeren
Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“ → nhd. gebühren = „zustehen“ |
| Wortbildungen: | Gebühr, gebührend, gebührendermaßen |
| Ableitungen: | Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv) |
| Interessantes: | Das Wort gebühren wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben. |
Unikales Morphem ?
| Das Wort gebühren enthält kein unikales Morphem. | |
| Der Wortstamm bühr ist historisch bedeutungstragend („passen, zukommen“) und mit Gebühr verwandt. | |
| Die Struktur ist historisch erklärbar. | |
| Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang zwischen gebühren und Gebühr oft nicht mehr unmittelbar erkennbar. | |
Belege/Quellen
https://www.dwds.de/wb/gebühren https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=gebühren https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren
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Geburt
Wortherkunft
| Das Wort Geburt bezeichnet das Zur-Welt-Kommen eines Menschen oder Tieres sowie den Beginn eines neuen Lebens. | |
| Das Wort geht auf das althochdeutsche giburt zurück, das „Geborenwerden, Abstammung“ bedeutete.
Es gehört zur Wortfamilie von gebären und geht auf eine alte Bedeutung „tragen, hervorbringen“ zurück. | |
| Englisch: birth
Französisch: naissance Lateinisch: nativitas |
Hinweise zum Wort Geburt
| Bedeutung: | 1. das Zur-Welt-Kommen eines Kindes oder Lebewesens
2. Herkunft, Abstammung (gehoben) |
| Beispielsatz: | Die Geburt des Kindes verlief ohne Komplikationen.
Er ist von adeliger Geburt. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, Feminin
Worttrennung: Ge-burt Aussprache: [ɡəˈbʊʁt] |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Geburt | die Geburten |
| 2. Fall | Genitiv | der Geburt | der Geburten |
| 3. Fall | Dativ | der Geburt | den Geburten |
| 4. Fall | Akkusativ | die Geburt | die Geburten |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Geburt |
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Info - Geburt
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Weiterführende Informationen zum Wort Geburt
| Entstehung: | ahd. giburt → mhd. geburt
Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“ → nhd. Geburt = Vorgang des Geborenwerdens |
| Wortbildungen: | Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde |
| Ableitungen: | gebären, gebürtig, Gebärende |
| Interessantes: | Das Wort Geburt zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:
Damit kann Geburt auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen. |
Unikales Morphem ?
| Das Wort Geburt enthält kein unikales Morphem. | |
| Der Wortstamm burt (ahd. burt) gehört zur Wortfamilie von gebären und bedeutet „hervorbringen, geboren werden“. | |
| Die Wortstruktur ist historisch erklärbar. | |
| Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang mit gebären oft nicht mehr unmittelbar erkennbar. | |
Belege/Quellen
https://www.dwds.de/wb/Geburt https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=Geburt https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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gediegen
Wortherkunft
| Das Adjektiv hat sich bereits im Mittelalter aus dem Wort gedeihen (althochdeutsch githīhan) entwickelt. Gleichzeitig gab es schon sehr früh (8. Jahrhundert) das Wort gidigan, woraus später gediegen entstand. | |
| Das Adjektiv kann gut und solide, wertvoll oder sorgfältig bearbeitet bedeuten.
In Norddeutschland wird gediegen umgangssprachlich auch in der Bedeutung seltsam oder eigenartig verwendet. In der Bergmannssprache bezeichnet man mit gediegen Metalle, die keine fremden Bestandteile enthalten, also rein sind. |
Hinweise zum Wort gediegen
| Bedeutung: | hochwertig, sorgfältig gemacht, geschmackvoll |
| Beispielsatz: | Das Restaurant war sehr gediegen eingerichtet. |
| Wortinfo: | Wortart: Adjektiv
Worttrennung: ge-die-gen Aussprache: [ɡəˈdiːɡn̩] |
Wortformen
Das Wort gediegen ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| gediegen | gediegener | am gediegensten |
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Info - gediegen
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Weiterführende Informationen zum Wort gediegen
| Entstehung: | ahd. gidigan, mhd. gedigen; ursprünglich das Partizip Perfekt von ahd. githīhan, mhd. gedīhen = gedeihen
Das Adjektiv bedeutete ursprünglich „gut geraten“ oder „gut entwickelt“. |
| Wortbildungen: | Gediegenheit, gediegenerweise |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | In der Bergmannssprache spricht man von gediegenem Gold oder gediegenem Silber, wenn das Metall in reiner Form vorkommt.
Regional kann gediegen auch „merkwürdig“ oder „eigenartig“ bedeuten. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem dieg kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht selbstständig vor. Es erscheint nur noch mit dem Präfix ge- im Adjektiv gediegen. | |
| Das Morphem dieg ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, EWA, Goethe, Grimm), ZDL, Wikipedia, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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gedunsen
Weiterleitung einrichten #Redirektaufgedunsen
Wortherkunft
| Das Adjektiv ist vom ausgestorbenen althochdeutschen Verb dinsan = ziehen, zerren, schleppen abgeleitet.
Aus der Wortgruppe sich dinsen entwickelte sich die Bedeutung sich ausdehnen. Daraus entstand später das heute selten gebrauchte Wort gedunsen. Im Mittelalter lautete die Form zunächst githinsan. Später entwickelte sich daraus gedunsen. Wenn etwas aufgedunsen ist, dann ist es geschwollen oder ausgedehnt. | |
| Das Grundwort dinsen wird heute nicht mehr gebraucht. Man sagt auch: Das Wort ist ausgestorben.
Auch die Ableitung gedunsen kommt heute nur noch selten vor. Häufiger verwendet man das Wort aufgedunsen. | |
| Englisch: swollen, puffed up
Französisch: gonflé Lateinisch: tumidus |
Hinweise zum Wort gedunsen
| Bedeutung: | geschwollen, ausgedehnt, aufgetrieben |
| Beispielsatz: | Nach dem Stich war seine Hand ganz gedunsen. |
| Wortinfo: | Wortart: Adjektiv
Worttrennung: ge-dun-sen Aussprache: [ɡəˈdʊnzən] |
Wortformen
Das Wort gedunsen ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden heute kaum verwendet.
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| gedunsen | gedunsener | am gedunsensten |
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Info - gedunsen
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Weiterführende Informationen zum Wort gedunsen
| Entstehung: | ie. *tens = hin und herziehen
got. at-þinsan = heranziehen ahd. thinsan, dinsan, mhd. dinsen = ziehen, zerren, schleppen 8. Jh. ahd. thinsan; 9. Jh. githinsan, später gedunsen 15. Jh. aufdinsen, aufdunsen, später aufgedunsen |
| Wortbildungen: | aufgedunsen |
| Ableitungen: | Dunst, gedunsen wirken |
| Interessantes: | Das ursprüngliche Verb dinsen ist ausgestorben. Erhalten blieb das alte Morphem nur noch in wenigen Wörtern wie gedunsen oder aufgedunsen. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem duns beziehungsweise die ältere Form dins kommt heute nicht mehr selbstständig vor. Es erscheint fast nur noch in den Wörtern gedunsen und aufgedunsen. | |
| Das Morphem duns ist daher ein unikales Morphem. | |
| Das Präfix ge- kommt dagegen in vielen deutschen Wörtern vor. | |
| Das Morphem ge- ist daher kein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, ZDL, Duden-online
gedunsen: AWb, AWb-2, BMZ, Adelung, Grimm
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Gefahr
Gekröse
Wortherkunft
| Das mittelhochdeutsche Wort gekrœse bedeutete kleines Gedärm. Es ist vom mittelhochdeutschen Adjektiv krus = gedreht, gekrümmt abgeleitet und bedeutete ursprünglich also das Krause oder das Gedrehte. | |
| Das Wort bedeutete also ursprünglich kraus oder gedreht. Deshalb konnte es später verschiedene Dinge bezeichnen:
a) In der Anatomie nennt man die Falten im Bauchraum Gekröse. Diese umgeben die inneren Organe und halten halten sie zusammen. Diese Falten sehen auf den ersten Eindruck ziemlich kraus und wirr aus. b) In der Medizin bezeichnet Gekröse die Eingeweide oder Innereien von Menschen und Tieren. Der Darm ist stark gewunden und gedreht, daher dieser Name. c) In der Gastronomie nennt man essbare Innereien, besonders von Rindern oder Lämmern, ebenfalls Gekröse. d) Früher bezeichnete man auch eine kraus gefaltete Halskrause als Gekröse. Auch diese sieht kraus und gedreht aussah. Dieses Kleidungsstück ist aus der Mode gekommen. Du findest es nur noch auf alten Bildern. Auf dem rechten Bild siehst du eine solche Halskrause. |
Hinweise zum Wort Gekröse
| Bedeutung: | Eingeweide, Darmgekröse oder Innereien |
| Beispielsatz: | Der Arzt untersuchte das Gekröse des Patienten. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen
Worttrennung: Ge-krö-se Aussprache: [ɡəˈkʁøːzə] |
Wortformen
Das Wort Gekröse ist ein Nomen sächlichen Geschlechts. Es wird meist nur im Singular verwendet.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Gekröse | die Gekröse |
| 2. Fall | Genitiv | des Gekröses | der Gekröse |
| 3. Fall | Dativ | dem Gekröse | den Gekrösen |
| 4. Fall | Akkusativ | das Gekröse | die Gekröse |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Gekröse |
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Info - Gekröse
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Weiterführende Informationen zum Wort Gekröse
| Entstehung: | germ. *kruzla, ahd. krul, mhd. krol = kraus, lockig
mhd. krus = gedreht, gekrümmt, kraus mhd. gekrœse = kleines Gedärm; ürsprünglich also das Gedrehte oder das Krause |
| Wortbildungen: | Darmgekröse, Kalbsgekröse
veraltet: gekröselt, Gekrösader, Gekrösdrüse, Gekrösentzündung, Gekrösfell, Gekrösgeflecht, Gekröshaut, Gekrösmantel, Gekröspulsader, Gekrösschlagader |
| Grundwort: | Kröse, kröseln; Kröselzange, Kröseeisen, Kröseldorn (Krausbeere) |
| Interessantes: | Das Wort Gekröse wurde früher auch für die gefaltelte Halskrause verwendet, weil diese stark gekräuselt war.
In der heutigen Alltagssprache wird das Wort meist nur noch in der Medizin oder Fachsprache verwendet. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem kröse kommt im heutigen Sprachgebrauch als Nomen in einigen Dialekten, als Fachbegriff (Küfer, Glaser) und als Adjektiv kröseln vor. Demnach kommt das Morphem nicht isoliert und auch in verschiedenen Wortbildungen vor. | |
| Es gibt keinen etymologischen- oder Bedeutungszusammenhang zum Verb krosen, dem Nomen Kros/Krös und dem Eigennamen Krösus. | |
| Das Morphem krös ist daher kein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
Gekröse: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (Adelung, BDO, BMZ, Grimm, RhWb, ), ZDL, Duden-online
Kröse: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, (BDO, BMZ, Grimm), Idiotikon (Chrȫs, Grȫsch, Chrȫsch), Krünitz, ZDL, Duden-online
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Gelichter
Wortherkunft
| Das Wort Gelichter bezeichnet heute meistens eine Gruppe von Menschen, über die man sich ärgert oder schlecht denkt. Gemeint ist oft Gesindel oder eine unangenehme Menschengruppe. | |
| Das war früher ganz anders. Da hatte das Nomen Gelichter eine eher positive Bedeutung.
Im Mittelalter gab es das Wort lehtar. Es bedeutete Lager, Bett. Mit der Vorsilbe ge- entstand hieraus gelihter. Aus der Bedeutung Menschen, die aus dem gleichen Lager kommen entstand die Bedeutung Menschen mit übereinstimmender Art, Sippe, Geschlecht. Ab dem 17. Jahrhundert verschob sich die Bedeutung zunehmend ins negative. Heute bedeutete das Nomen Gesindel und wird umgangssprachlich eher als Schimpfwort und beleidigend verwendet. |
Hinweise zum Wort Gelichter
| Bedeutung: | abwertend: eine als schlecht oder unangenehm angesehene Gruppe von Menschen; Gesindel |
| Beispielsatz: | Der alte Mann wollte mit diesem lauten Gelichter nichts zu tun haben.
Nachts treiben sich im Park allerlei Gelichter herum. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, Neutrum
Worttrennung: Ge·lich·ter Aussprache: [ɡəˈlɪçtɐ] |
Wortformen
Das Wort Gelichter wird meist nur im Singular verwendet. Es bezeichnet häufig eine Menschengruppe als Gesamtheit.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Gelichter | die Gelichter |
| 2. Fall | Genitiv | des Gelichters | der Gelichter |
| 3. Fall | Dativ | dem Gelichter | den Gelichtern |
| 4. Fall | Akkusativ | das Gelichter | die Gelichter |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Gelichter |
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Info - Gelichter
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Weiterführende Informationen zum Wort Gelichter
| Entstehung: | ie. *legh- = (sich) legen, liegen; lat. lectus = Lagerstatt, Bett
|
| Wortbildungen: | Diebsgelichter / Diebesgelichter |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | Das Wort hatte ursprünglich keine negative Bedeutung. Erst im Laufe der Sprachgeschichte wurde daraus ein Schimpfwort für eine als unangenehm empfundene Menschengruppe. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem licht(er) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor. Ein etymologischer oder Bedeutungszusammenhang zum Nomen Licht besteht nicht. | |
| Das Morphem licht(er) ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm, Goethe, PfWb, RhWb), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
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genesen
Wortherkunft
| Das Verb genesen ist schon sehr alt. Vor rund tausend Jahren schrieb man ginesan. Das bedeutete überleben oder gerettet werden. Mit der Zeit hat sich die Bedeutung eingeengt. Früher hatte das Verb auch die Bedeutung ein Kind gebären, zur Welt bringen. Diese Bedeutung findest du heute aber nur noch in alten gehobenen Texten. | |
| Heute bedeutet genesen vor allem nach einer Krankheit wieder gesund werden. |
Hinweise zum Wort genesen
| Bedeutung: | nach einer Krankheit wieder gesund werden |
| Beispielsatz: | Nach einigen Wochen im Krankenhaus ist die Patientin wieder genesen. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: ge·ne·sen Aussprache: [ɡəˈneːzn̩] |
Wortformen
Das Verb genesen ist ein starkes Verb. Das Präteritum lautet genas. Das Partizip II heißt genesen, Hilfsverb sein.
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich genese | ich genas | ich bin genesen |
| 2. Person | du genest | du genasest, genast | du bist genesen | |
| 3. Person | er/sie/es genest | er/sie/es genas | er/sie/es ist genesen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir genesen | wir genasen | wir sind genesen |
| 2. Person | ihr genest | ihr genaset | ihr seid genesen | |
| 3. Person | sie genesen | sie genasen | sie sind genesen | |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort genesen |
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Info - genesen
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Weiterführende Informationen zum Wort genesen
| Entstehung: | ie. *nes- wohlbehalten wohin gelangen, das sichere Heim erreichen → germ. *nazjan genesen machen
|
| Wortbildungen: | genesen: wiedergenesen |
| Genesung (Erstglied): | Genesungsbegleiter, Genesungschance, Genesungsheim, Genesungskompanie, Genesungskur, Genesungsnachweis, Genesungsprozess, Genesungsurlaub, Genesungswunsch, Genesungszeit |
| Genesung (Letztglied): | Müttergenesung, Müttergenesungsheim, Müttergenesungskur, Müttergenesungswerk, Wiedergenesung |
| Genesene: | Genesenennachweis, Genesenenstatus |
| Ableitungen: | Genesung, die/der Genesene |
| Interessantes: | Während der Corona-Pandemie wurde das Wort Genesene sehr häufig verwendet. Damit bezeichnete man Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden hatten. Auch Wörter wie Genesungsnachweis oder Genesenenstatus wurden damals oft benutzt.
Die rechte Grafik zeigt den Verlauf des Nomens Genesung. Nach dem zweiten Weltkrieg und vielen Verletzten Soldaten und Zivilisten ging die Verwendungskurve mit einiger Verzögerung (die für die Genesung gebraucht wurde) steil nach oben. Fast auf den gleichen Höchststand stieg die Kurve 2021 in Folge der Coronapandemie an. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem nes kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur mit dem Präfix ge- im Wort genesen vor. Wortbildungen kommen zum Morphem nes nur zusammen mit dem Präfix ge- vor. | |
| Auf den gleichen germanischen Worturspung kann auch das Verb nähren zurückgeführt werden. Allerdings hat sich hieraus ein Morphem mit völlig anderer Schreibung entwickelt. | |
| Einen etymologischen und Bedeutungszusammenhang zur Wortfamilie Genese besteht nicht. | |
| Das Morphem nes ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, zu den alten Bedeutungen sh. vor allem: Grimm, hier 2. und 3., Goethe hier 2., Krünitz, Mittelhochdeutsch Wb), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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genug
- REDIRECT genügen #REDIRECT genügend #REDIRECT Genüge #REDIRECT ungenügend - Weiterleitungen müssen noch angelegt werden
Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Wort genug. Es wird meist als Adjektiv verwendet. Das Wort genug gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Es bedeutet, dass etwas ausreichend oder in ausreichender Menge vorhanden ist.
Wortherkunft
| Das Wort genug gab es schon im Mittelalter, also vor über tausend Jahren. Damals hieß es zunächst ginuog oder ginuogi, später dann genuoc und noch später genug. | |||||||||||||||||||||||||||
Mit dem Wort genug sagen wir, dass etwas ausreichend vorhanden ist. Wir können zum Beispiel sagen:
In allen Beispielen bedeutet das Wort: Es reicht aus. | |||||||||||||||||||||||||||
| Das zugrunde liegende germanische Verb *nōga ist schon sehr früh verschwunden. Bereits im Mittelalter gab es dieses Verb nicht mehr. | |||||||||||||||||||||||||||
| Das ist ja interessant. Jetzt verstehe ich auch einige Übersetzungen unseres kleinen Wörtchens genug. | |||||||||||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||||||||||
| Nur in den Niederlanden und in der englischen Sprache gibt es die Ableitung von dem alten Wort mit der Vorsilbe (Präfix) ge-. In allen anderen Nordeuropäischen Länder kann das Wort auf das alte germanische Verb *noug zurückgeführt werden. | |||||||||||||||||||||||||||
| vom Wort genug ist das Verb genügen abgeleitet. Es bedeutet etwas ist genug oder ausreichend vorhanden.
Von diesem Verb ist das Adjektiv genügend abgeleitet. Das bezeichnet meist, das von einer Sache eine ausreichende (= genügend) eine Menge oder Qualität vorhanden ist. | |||||||||||||||||||||||||||
| In Österreich nennt man die Schulnote 4 = genügend und die Note 6 = ungenügend |
Hinweise zur Wortgruppe genug
genug
| Bedeutung: | ausreichend; so viel wie nötig vorhanden |
| Beispielsatz: | Für alle Kinder war genug Kuchen da. |
| Wortinfo: | Wortart: Adverb, Pronomen, Adjektiv
Worttrennung: ge·nug Aussprache: [ɡəˈnuːk] |
genügen
| Bedeutung: | a) Maß, Menge - es ist ausreichend (genug) vorhanden
b) etwas zufriedenstellend erledigen |
| Beispielsatz: | a) Zwei Kuchen sollten für den Kindergeburtstag wohl genügen.
b) Die Leistungen genügen nicht den Anforderungen, die vorher vereinbart waren. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: ge-nü-gen Aussprache: [ɡəˈnyːɡn̩] |
genügend
| Bedeutung: | eine ausreichende Menge oder zufriedenstellende Qualität; etwas ist angemessen, befriedigend, gut
in Österreich: die Schulnote 4 |
| Beispielsatz: | Mama hat genügend Kuchen gebacken. Es reicht für alle Geburtstagskinder. |
| Wortinfo: | Wortart: Adverb, Pronomen, selten auch Adjektiv
Worttrennung: ge-nü-gend Aussprache: [ɡəˈnyːɡn̩t] |
ungenügend
| Bedeutung: | etwas weist deutliche Mängel auf, etwas ist bezogen auf die Vorgaben nicht ausreichend
in Deutschland: schlechteste Schulnote, Note 6 (Im Gebrauch als Schulnote kann das Adjektiv nicht gesteigert werden.) |
| Beispielsatz: | Er hatte sich für die Klassenarbeit und ungenügend vorbereitet. |
| Wortinfo: | Wortart: Adjektiv
Worttrennung: un-ge-nü-gend Aussprache: [ɡəˈnyːɡn̩t] |
Wortformen
Das Wort genug wird meistens als Adverb (Umstandswort) oder Pronomen (Fürwort) verwendet. Als Adjektiv (Eigenschaftswort) bleibt es unverändert und wird normalerweise nicht gesteigert.
Wenn das Wort genug als Adjektiv verwendet wird, dann ist es nicht steigerbar.
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| genug | – | – |
Vom Wort genug ist auch das Verb genügen abgeleitet. Die verschiedenen Wortformen werden regelhaft gebildet:
| Präsens | Präteritum | Perfekt | Futur | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Singular | 1. Person | ich genüge | ich genügte | ich habe genügt | ich werde genügen |
| 2. Person | du genügst | du genügtest | du hast genügt | du wirst genügen | |
| 3. Person | er/sie/es genügt | er/sie/es genügte | er/sie/es hat genügt | er/sie/es wird genügen | |
| Plural | 1. Person | wir genügen | wir genügten | wir haben genügt | wir werden genügen |
| 2. Person | ihr genügt | ihr genügtet | ihr habt genügt | ihr werdet genügen | |
| 3. Person | sie genügen | sie genügten | sie haben genügt | sie werden genügen | |
Das Wort genügend kann als Adverb (Umstandswort) oder Pronomen (Fürwort) verwendet werden. Demnach kann auch das Wort genügend nicht gesteigert werden.
Das Gegenwort ungenügend ist ein Adjektiv, das regelhaft gesteigert werden kann:
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| ungenügend | ungenügender | am ungenügendsten |
| siehe auch die Wortgeschichten begnügen und vergnügen |
| siehe auch die weiterführenden Informationen zu begnügen und vergnügen |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort genug |
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Info - genug
| zurück zur Wortgeschichte genug |
Auf dieser Seite findest du weiterführende Hinweise zum Wort genug. Das Wort genug gehört zu einer alten Wortfamilie mit den Wörtern genügen, begnügen und vergnügen. In all diesen Wörtern ist das Morphem nug bzw. nüg enthalten. Wenn du mehr wissen möchtest, so findest du im letzten Kapitel interessante weitere Belege und Quellen.
Weiterführende Informationen zum Wort genug
| Entstehung: | ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
|
| Ableitungen: | Genüge, genügen, genügend |
| Wortbildungen: |
genug: genuggetan, genugsam, genugtun, Genugtuung, übergenug genügen: Genüge, genügend, Genügen, Genügsamkeit, selbstgenügsam, Selbstgenügsamkeit, Ungenügen, ungenügend |
| Interessantes: | Das Wort genug gehört zu einer sehr alten germanischen Wortfamilie. Verwandte Wörter gibt es heute noch in vielen germanischen Sprachen. Das ursprüngliche Verb ist allerdings schon vor vielen Jahrhunderten verschwunden. |
Unikales Morphem ?
| Die Morpheme nug und mit Umlaut nüg kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur zusammen mit der Vorsilbe ge- (bzw. der Verkürzung dieser Vorsilbe zu g- in begnügen und vergnügen) in Wortbildungen vor. | |
| Das Morphem nug bzw. nüg ist daher ein unikales Morphem. | |
| Das Morphem gnüg in begnügen und vergnügen enthält das verkürzte Präfix ge-. Die Wörter lassen sich also als be- + g(e)- + nüg bzw. ver- + g(e)- + nüg erklären. Das eigentliche Morphem bleibt daher nüg. | |
Belege/Quellen
genug: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Grimm, Goethe), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)
genügen: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm, Goethe), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
| siehe auch die Wortgeschichten begnügen und vergnügen |
| zurück zur Wortgeschichte genug |
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begnügen
Wer sich mit etwas begnügt, ist damit zufrieden und verlangt nicht mehr.
Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Verb begnügen, was es bedeutet, wie es entstanden ist und wie die Wortformen im Satz gebildet werden.
Wortherkunft
| Wenn du dich mit etwas begnügst, dann bist du damit zufrieden. Du sagst also: Das reicht mir. Ich brauche nicht mehr. | |
| Das Wort ist von dem mittelhochdeutschen Verb begenüegen = zufriedenstellen abgeleitet. Darin steckt das Verb genügen und dies ist wiederum auf genug zurückzuführen. |
Hinweise zum Wort begnügen
| Bedeutung: | mit etwas zufrieden sein; nicht mehr verlangen |
| Beispielsatz: | Lena begnügte sich mit einem kleinen Stück Kuchen. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: be·gnü·gen Aussprache: [bəˈɡnyːɡn̩] |
Wortformen
Das Wort begnügen ist ein regelmäßiges Verb. Es wird meistens reflexiv (auf sich selbst bezogen) gebraucht: sich begnügen. Du kannst also nicht sagen: ich begnüge dich, sondern nur ich begnüge mich ...
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich begnüge mich | ich begnügte mich | ich habe mich begnügt |
| 2. Person | du begnügst dich | du begnügtest dich | du hast dich begnügt | |
| 3. Person | er/sie/es begnügt sich | er/sie/es begnügte sich | er/sie/es hat sich begnügt | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir begnügen uns | wir begnügten uns | wir haben uns begnügt |
| 2. Person | ihr begnügt euch | ihr begnügtet euch | ihr habt euch begnügt | |
| 3. Person | sie begnügen sich | sie begnügten sich | sie haben sich begnügt | |
| siehe auch die Wortgeschichten genug, genügen und vergnügen |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort begnügen |
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Info - begnügen
| zurück zur Wortgeschichte begnügen |
Das Verb begnügen gehört zur Wortfamilie von genug und genügen. Es zeigt, dass jemand mit dem zufrieden ist, was vorhanden ist.
Weiterführende Informationen zum Wort begnügen
| Entstehung: | ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
Fazit: Das Wort ist eine Verschmelzung von mhd. genüegen und mhd. benüegen = zufrieden sein. Das neuhochdeutsche benügen hält sich im deutschen Sprachraum bis Anfang des 18. Jahrhunderts, vereinzelt auch noch später. Es wird bereits ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von der Form begnügen verdrängt. |
| Mehrwortausdrücken: | sich begnügen, sich damit begnügen, sich mit wenig begnügen |
| Ableitungen: | begnügsam, begnügt, Begnügung, Selbstbegnügung |
| Interessantes: | Das Wort begnügen ist eng mit genug verwandt. Wer sich begnügt, sagt gewissermaßen: „Das ist genug für mich.“ |
Die Verkürzung des Präfix ge- zu g- finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
|
Redensarten, Zitate
Die Bedeutung von begnügen = sich mit etwas abfinden kann sowohl positiv (ich bin mit etwas zufrieden) als auch negativ (mit etwas unzufrieden sein) verwendet werden. Es gibt nur wenige Redensarten und Zitate, in denen begnügen vorkommt. In den meisten wird das Verb in einer eher negativen Konnotation benutzt. Eine Anregung zum Nachdenken oder Schmunzeln finden sich hier allemal. Hier einige Beispiele:
- „Wenn du dich zu begnügen wüßtest, dann bräuchtest du den Tyrannen nicht zu schmeicheln.“ ― Diogenes von Sinope (413-323 v.Ch.) – Quelle
- „Wenn die Pfaffen nicht Tyrannen der Fürsten sein können, begnügen sie sich damit, ihre Schmeichler zu werden.“ ― Charles de Montesquieu (1689-1755) – Quelle
- „Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem begnügen unmöglich.“ ― Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) – Quelle
- „In der Kunst muss man sich mit den Entdeckungen begnügen und sich vor den Erklärungen hüten.“ ― Georges Braque (1882-1963) – Quelle
- „Warum sollen wir uns damit begnügen, Kopien zu sein, wo Gott uns als Originale in die Welt gesetzt hat?“ ― Billy Graham (1918-2028) – Quelle
- „Frauen begnügen sich nicht mehr mit der Hälfte des Himmels, sie wollen die Hälfte der Welt.“ ― Alice Schwarzer (1942-) – Quelle
- ...
Unikales Morphem ?
| Das Morphem nüg kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in genügen, begnügen, vergnügen, genügend und Genügsamkeit.
Wenn wir beim Wort begnügen eine Zusammensetzung der Morpheme be-+ge-+nüg betrachten, dann kommt das Morphem nüg (und ohne Umlaut nug) nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ge- vor. Demnach wäre das Morphem nüg bzw. nug unikal. Betrachten wir hingegen begnügen als Zusammensetzung der Morpheme be-+gnüg, dann kommt das Morphem gnüg nicht isoliert aber auch in der Wortbildung vergnügen vor, von der es viele weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem gnüg nicht unikal. Betrechtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb nügen (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben getrachtet werden. Das g im Verb begnügen ist eine Verschmelzung (sh. Kontamination) (sh. mhd. begenüegen). Demnach ist g in begnügen eine Allomorph zum Präfix ge-. Das Verb begnügen muss daher als Zusammensetzung der Morpheme be-+ge-+nüg betrachtet werden und nüg (beziehungsweise nung) ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ge- vorkommt. | |
| Das Morphem nüg ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier insbesondere: Adelung, Goethe, Grimm-1, [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B01497#0 Grumm-2]), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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vergnügen
Wer sich vergnügt, hat Spaß, freut sich oder verbringt eine schöne Zeit.
Wortherkunft
| In dem Wort vergnügen steckt das Wort genug. Im Mittelalter hatte das Wort genuoc die Bedeutung es reicht, es ist ausreichend oder es stellt zufrieden. Aus genuoc entwickelten sich die Wörter genügen und vergenügen. Die Vorsilbe ge- wurde später auf den Buchstaben g verkürzt. So entstand das heutige Verb vergnügen.
Ähnlich entwickelte sich auch das Wort begnügen. Es hieß früher begenügen. | |
| Das ist interessant. Aus zufriedenstellen (genug) wurde zunächst zufrieden sein (vergenügen). Daraus entwickelte sich die Bedeutung fröhlich sein und schließlich unsere heutige Bedeutung Spaß haben oder sich freuen. So kann sich die Bedeutung eines Wortes im Laufe der Zeit Schritt für Schritt verändern. | |
| englisch: to amuse, to enjoy oneself französisch: s'amuser |
Hinweise zum Wort vergnügen
| Bedeutung: | a) Freude bereiten b) Spaß haben |
| Beispielsatz: | Die Kinder vergnügten sich den ganzen Nachmittag im Schwimmbad. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: ver·gnü·gen Aussprache: [fɛɐ̯ˈɡnyːɡn̩] |
Wortformen
Das Wort vergnügen wird heute meist reflexiv gebraucht: sich vergnügen.
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich vergnüge mich | ich vergnügte mich | ich habe mich vergnügt |
| 2. Person | du vergnügst dich | du vergnügtest dich | du hast dich vergnügt | |
| 3. Person | er/sie/es vergnügt sich | er/sie/es vergnügte sich | er/sie/es hat sich vergnügt | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir vergnügen uns | wir vergnügten uns | wir haben uns vergnügt |
| 2. Person | ihr vergnügt euch | ihr vergnügtet euch | ihr habt euch vergnügt | |
| 3. Person | sie vergnügen sich | sie vergnügten sich | sie haben sich vergnügt | |
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Info - vergnügen
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Das Verb vergnügen gehört zur Wortfamilie von genug und genügen. Seine heutige Bedeutung Spaß haben entwickelte sich aus der älteren Bedeutung zufrieden sein.
Weiterführende Informationen zum Wort vergnügen
| Entstehung: | ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
Bedeutungswandel:
|
| Wortbildungen: | Vergnügen, Vergnügungspark, Vergnügungsreise, Vergnügungssteuer, Vergnügungssucht, Freizeitvergnügen |
| Ableitungen: | vergnügt, vergnüglich, Vergnügen, vergnügungssüchtig |
| Interessantes: | Das heutige Nomen Vergnügen wird sehr häufig gebraucht. Das Verb vergnügen dagegen erscheint heute meist in der reflexiven Form sich vergnügen. |
Die Verkürzung des Präfixes ge- zu g- finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
| |
| Vergnügen oder Freude | Nicht nur für Psychologen interessant: Erich Fromm unterscheidet zwischen Vergnügen als kurzzeitiges Hochgefühl und Freude als ein Gefühl auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Beides kennzeichnet ein Lebensprinzip. Freude als langfristiges Lebensprinzip (Selbstverwirklichung) und Vergnügen als kurzfristiges Lebensprinzip (Kennzeichen der Konsumgesellschaft). |
Wörterliste
Das Nomen Vergnügen als Letztglied ist in Wortbildungen sehr produktiv. Im Prinzip kann vieles zu einem Vergnügen führen. Das baden zum Badevergnügen, Ferien zu Ferienvergnügen, fahren zu Fahrvergnügen, Autofahren zu Autofahrvergnügen, Autorennen zu Autorennvergnügen, Radfahren zu Radfahrvergnügen, zu Mountainbikevergnügen, zu Rennradvergnügen, zu Radrennvergnügen usw. usf. All diese Wörter wirst du in keinem Wörterbuch finden.
Zur Nomenbildung Vergnügung gibt es deutlich weniger Wortbildungen. Es ist nicht sehr produktiv. Vergnügung steht in Wortbildungen (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) als Erstglied.
Die folgende Tabelle enthält viele Wortbildungen mit Vergnügen als Erst- oder Letztglied.
| Vergnügen | |
|---|---|
| Letzglied | Abendvergnügen, Badevergnügen, Ballvergnügen, Einkaufsvergnügen, Eisvergnügen, Fahrvergnügen, Feierabendvergnügen, Ferienvergnügen, Fernsehvergnügen, Filmvergnügen, Freiluftvergnügen, Freizeitvergnügen, Gaumenvergnügen, Grillvergnügen, Hauptvergnügen, Hörvergnügen, Jagdvergnügen, Kindervergnügen, Kinovergnügen, Lesevergnügen, Massenvergnügen, Missvergnügen, Pistenvergnügen, Privatvergnügen, Schneevergnügen, Schwimmvergnügen, Sehvergnügen, Skivergnügen, Sommervergnügen, Sonntagsvergnügen, Spaßvergnügen, Spielvergnügen, Tanzvergnügen, Theatervergnügen, Urlaubsvergnügen, Volksvergnügen, Wintervergnügen, Wochenendvergnügen |
| Vergnügung | |
| Erstglied | Freizeitvergnügung, Vergnügungsangebot, Vergnügungsanlage, Vergnügungsausflug, Vergnügungsausschuss, Vergnügungsbetrieb, Vergnügungsdampfer, Vergnügungsetablissement, Vergnügungsfahrt, Vergnügungsindustrie, Vergnügungskommission, Vergnügungslokal, Vergnügungsmeile, Vergnügungsmöglichkeit, Vergnügungspalast, Vergnügungspark, Vergnügungsreise, Vergnügungsreisende, Vergnügungsschiff, Vergnügungsstätte, Vergnügungssteuer, Vergnügungssucht, Vergnügungssüchtige, Vergnügungstempel, Vergnügungsviertel, Vergnügungswart, Vergnügungswartin, Vergnügungszentrum, Volksvergnügung |
| Adjektive | |
| -vergnügt | missvergnügt, quietschvergnügt, seelenvergnügt, stillvergnügt; (Vergnügtheit) |
| vergnügung- | vergnügenshalber, vergnügungslustig, vergnügungssteuerpflichtig, vergnügungssüchtig, vergnügungswillig |
| sonstige | vergnüglich (Vergnüglichkeit), vergnügsam |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem nüg kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in genügen, begnügen, vergnügen, genügend und Genügsamkeit.
Wenn wir beim Wort vergnügen eine Zusammensetzung der Morpheme ver-+ge-+nüg betrachten, dann kommt das Morphem nüg (und ohne Umlaut nug) nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ge- vor. Demnach wäre das Morphem nüg bzw. nug unikal. Betrachten wir hingegen begnügen als Zusammensetzung der Morpheme be-+gnüg, dann kommt das Morphem gnüg nicht isoliert aber auch in der Wortbildung begnügen vor, von der es weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem gnüg nicht unikal. Betrechtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb nügen (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben betrachtet werden. Das g im Verb vergnügen ist eine Verschmelzung (sh. Kontamination) (sh. frühnhd. vergenüegen). Demnach ist g in vergnügen eine Allomorph zum Präfix ge-. Das Verb vergnügen muss daher als Zusammensetzung der Morpheme be-+ge-+nüg betrachtet werden und nüg (beziehungsweise nung) ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ge- vorkommt. | |
| Das Morphem nüg ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Grimm, Krünitz), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)
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