| B, DWDS, Wiktionary,
Wortherkunft: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem AWb, BMZ, FWb, MNWB, Adelung, Goethe, Grimm-1), Grimm-2), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info. Alle Belege abgerufen im Februar 2026 (Alle Quellen im Februar 2026 abgerufen.)
Zitat Schneewittchen: Grimms Märchen (nicht werbefrei)
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Eberesche
Hinweise zum Wort Eberesche
| Bedeutung:
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Laubbaum mit rötlich braunen Früchten
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| Beispielsatz:
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Die Eberesche ist ein anderer Name für die Vogelbeere.
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| Wortinfo:
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Wortart: Nomen, die Eberesche, die Ebereschen, Worttrennung: Eber-esche, Aussprache: [ˈeːbɐˌʔɛʃə]
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| Herkunft:
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Der erste Teil des Wortes (eber) hat seinen Namen von der Farbe der Blätter und Früchte. Das alte (gallische) Wort eburo bedeutete rötlich braun.
Die Blätter der Eberesche ähneln den Blättern einer Esche. Daher stammt der zweite Teil des Wortes. Beide Bäume haben außer dem Namen sonst keine Gemeinsamkeiten.
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Die rohen Beeren der Eberesche sind für Menschen zwar nicht giftig, können aber durch ihren bitteren Geschmack Bauchschmerzen verursachen. Wenn sie aber gekocht werden, dann verlieren sie ihre Bitterkeit.
Die Beeren der Eberesche werden von vielen Vogelarten als Nahrung geschätzt. Daher wird dieser Baum auch Vogelbeere genannt.
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Die folgenden Bilder zeigen links eine Allee mit Ebereschen. Hier kannst du schön die rötlich braune Farbe der Blätter erkennen. Danach ist der Baum im ersten Wortteil benannt: eber = rötlich braun. Daneben siehst du die Blätter und Früchte der Eberesche. Im Vergleich siehst du auf dem Bild daneben die Blätter einer Esche. Die Blätter der beiden Bäume sind sehr ähnlich. Daran kannst du erkennen, warum die Leute früher den zweiten Teil des Namens nach der Esche genannt haben.
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Weiterführende Informationen
| Entstehung:
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ie. *erb(h)-, *reb(h)- = dunkelrötlich, bräunlich; air. ibar = Eibe; ahd. asc, mhd. asch = Esche
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| Wortbildungen:
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-
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| Ableitungen:
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-
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| Interessantes:
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Wenn du mehr über die Eberesche erfahren möchtest, so findest du leicht verständliche Beschreibung auf folgenden Internetseiten:Botanikus, Ökolandbau, NABU
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Die Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) benennt jedes Jahr einen Baum zum Baum des Jahres. Viele Bilder und eine umfangreiche Beschreibung findest du auf der Internetseite der Schutzgemeinschaft deutscher Wald: Baum des Jahres 1997: die Eberesche.
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Unikales Morphem ?
| Das Morphem eber kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit Esche vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum gleichlautenden Morphem Eber (= männliches Schwein, ahd. ebur, mhd. eber) besteht nicht.
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Das Morphem eber ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Abbildungen: Wikipedia: Eberesche: 1 a) Von Mbdortmund - Eigenes Werk, GFDL 1.2, 1 b) Von Straktur - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Wikipedia: Esche: 2 a) Von AnRo0002 - Eigenes Werk, CC0, 2 b) CC BY-SA 3.0
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Eidechse
Hinweise zum Wort Eidechse
| Bedeutung:
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Echse mit langem, leicht abbrechendem Schwanz.
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| Beispielsatz:
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Eidechsen sind zierlich und flink. Eidechsen liegen gern in der Sonne.
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| Wortinfo:
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Wortart: Nomen, die Eidechse, die Eidechsen, Worttrennung: Ei-dech-se, Aussprache: [ˈaɪ̯dɛksə]
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| Herkunft:
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In dem ersten Teil des Wortes steckt das alte griechische Wort für Schlange = échis. Die Eidechse ist demnach eine schlangenförmige Echse.
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Weiterführende Informationen
| Entstehung:
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Die Herkunft des Begriffes Eidechse ist noch nicht vollständig geklärt. Am wahrscheinlichsten ist folgendes:
Der Begriff geht zurück auf: ie. *egu̯hi-, *eg̑hi- ⇒ griech. échis (ἔχις) = Schlange ⇒ germ. *agi-, *awi- = schlangenartig, Deser germanische Begriff für Schlange wurde ergänzt um ein zweites germanisches Wort, *þahsjō(n) = spindelförmig. Beim Übergang zum althochdeutschen wurde aus germ. *agi- ⇒ ahd. egi und aus germ, *þahsjō(n) ⇒ dehsa also ahd. egidehsa. Darauf folgte mhd. egedehse, eidehse und schließlich hochdeutsch unsere heutige Eidechse.
Anfang des 19. Jh. versuchten verschiedene Wissenschaftler die Vielzahl der Tiere in Gruppen zu ordnen. Der deutsche Biologe, Mediziner und Naturphilosoph Lorenz Oken schlug als eine Untergruppe der Schuppenkriechtiere den Begriff der Echsen vor. Dabei interpretierte er den Namen Eidechse als Wortbildung aus eid und echse. An dieser Gruppen-Definition orientierten sich viele Wissenschaftler im 19. und 20. Jh. Nach der heutigen Systematik der Einordnung der Tiere gilt die Gruppe der Echsen als veraltet. Dennoch haben sich im deutschsprachigen Raum viele Tiernamen mit der Bezeichnung Echse (und nicht Dechse, was etymologisch korrekter wäre) erhalten, z. B.
Brückenechse, Fischechse, Flatterechse, Flugechse, Gürtelechse, Krustenechse, Meerechse, Panzerechse, Riesenechse, Schönechse, Schuppenechse, Urechse, Urzeitechse
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| Wortbildungen:
Eidechse
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Erstglied (Bestimmungswort): Eidechsenart, Eidechsenhaut, Eidechsenleder, Eidechsenmännchen, Eidechsennatter, Eidechsenschuh, Eidechsenschwanz, Eidechsentasche, Eidechsenweibchen, Eidechsschuh, …
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Letztglied (Grundwort): Dorneidechse, Mauereidechse, Perleidechse, Rieseneidechse, Smaragdeidechse, Waldeidechse, Zauneidechse, Zauneidechse , …
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Adjektive: eidechsenähnlich, eidechsenartig
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| Ableitungen:
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Eidechschen
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| Interessantes:
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Interessante Kinderseiten zum Stichwort: KiwiThek (übersichtlich geordnete Seite), mini-KLexikon, KLexikon, Grundschulwiki,
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Unikales Morphem ?
| Das Wort Eidechse muss nach aktuellem Forschungsstand in die Morpheme ei und dechse zerlegt werden. Sowohl das Morphem ei als auch dechse kommen in dieser Bedeutung nur in dieser einen Wortverbindung Eidechse und nicht isoliert vor. Alle Wortbildungen mit diesen Morphemen kommen nur in der Zusammensetzung Eidechse vor.
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Die Morpheme ei und dechse sind daher unikale Morpheme.
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Belege/Quellen
Eidechse: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Entstehung: DWDS, Wikipedia: Echsen, Eidechsen, Schuppenkriechtiere, Lorenz Oken, Wörterbuchnetz: DWB -1 (Grimm), DWB-2 (Grimm), GWb (Goethe), Adelung, Lexer (dëhse), AGd (egidehsa) BMZ (dëhse), BMZ (egidëhse)
Echse: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Eierschecke
Hinweise zum Wort Eierschecke
| Bedeutung:
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Kuchen
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| Beispielsatz:
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Eine sächsische Kuchenspezialität ist eine Eierschecke.
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| Wortinfo:
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Wortart: Nomen, die Eierschecke, Eierschecken, Worttrennung: Ei-er-sche-cke, Aussprache: Vorlage:Lautschriftˈʃɛkə]
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| Herkunft:
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Aus Eiern, Quark, Rosinen und Mandelsplittern bestehende Überzugmasse für einen Blechkuchen. In manchen Gegenden werden auch Äpfel, Quark und Mohn verwendet. Der Ursprung des Grundwortes ist unklar.
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Weiterführende Informationen
| Entstehung:
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Schecke: ahd. schecho, mhd. schëcke, schëgge - eng anschliessender durchsteppter leibrock, der auch als panzer gebraucht wurde (sh. Quelle). Eierschecke: Im 14. Jh. war Schecke die Bezeichnung für einen Männerrock, der an der Taille mit einem breiten Gürtel eng geschnürt wurde. Diese Dreiteilung des Rocks war vermutlich Namensgeber für das Wort Eierschecke (sh. Quelle).
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| Wortbildungen:
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-
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| Ableitungen:
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-
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| Interessantes:
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Kochrezepte (nicht werbefrei): Die Eierschecke, Dresdener Eierschecke, Freiberger Eierschecke,
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Unikales Morphem ?
| Das Morphem scheck(e) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
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Das Morphem scheck(e) ist daher ein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
DWDS, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Entstehung: Wikipedia, Mittelhochdeutsches Wörterbuch (BMZ), Mittelhochdeutsches Handwörterbuch (Lexer),
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Elfenbein
Hinweise zum Wort Elfenbein
| Bedeutung:
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Material von Tierzähnen, Stoßzähne vor allem von Elefanten, Mammut und Walen
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| Beispielsatz:
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Die Stoßzähne der Elefanten sind aus Elfenbein.
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| Wortinfo:
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Wortart: Nomen; Worttrennung: El-fen-bein, Aussprache: [ˈɛlfn̩ˌbaɪ̯n]
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| Herkunft:
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Aus dem althochdeutschen Wort für helfant (= Elefant) entwickelte sich schon früh das Wort helfenbein. Das althochdeutsche Wort bein hatte früher auch die Bedeutung Knochen. Das helfenbein war also ein Knochen des Elefanten.
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Weiterführende Informationen
| Deklination
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Singular
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Plural
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| Nominativ
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das Elfenbein
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die Elfenbeine
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| Genitiv
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des Elfenbeins, des Elfenbeines
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der Elfenbeine
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| Dativ
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dem Elfenbein, dem Elfenbeine
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den Elfenbeinen
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| Akkusativ
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das Elfenbein
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die Elfenbeine
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| Entstehung:
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Elefant: griech. ἐλέφας (eléphās) > ahd. helfant; ahd. helfantbein = Elefantenknochen, Elfenbein, mhd. helfenbein; ab 16. Jh. auch elfenbein (in Angleichung an griech. und lat. ohne h)
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| Wortbildungen
Elfenbein:
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Adjektive: elfenbeinartig, elfenbeinern, elfenbeinfarben
Nomen: Elfenbeinarbeit, Elfenbeinbüste, Elfenbeinexport, Elfenbeinfächer, Elfenbeinfarbe, Elfenbeinfigur, Elfenbeingegenstand, Elfenbeingriff, Elfenbeinhandel, Elfenbeinhändler, Elfenbeinimitation, Elfenbeinjäger, Elfenbeinkamm, Elfenbeinkästchen, Elfenbeinknopf, Elfenbeinkopf, Elfenbeinkugel,Elfenbeinlöffel,Elfenbeinpalast, Elfenbeinporzellan, Elfenbeinschnitzerei, Elfenbeinthron, Elfenbeinturm (Redensart), Elfenbeinturm , Mammutelfenbein, ...
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| Namen:
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Länder: Elfenbeinküste (Land in Afrika)
Pflanzen: Elfenbein-Mannstreu (Pflanze), Elfenbeinröhrling (Pilzart), Elfenbeinschneckling (Pilzart),
Tiere: Elfenbein-Federlibelle (Libellenart), Elfenbein-Flechtenbärchen (Schmetterling), Elfenbeinmöwe (Mövenart), Elfenbeinspecht (Vogelart), ...
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| sonstiges:
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Elfenbeinturm (Metapher), Elfenbeinmuseum in Schloss Erbach
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| Ableitungen:
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-
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| Interessantes:
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Interessante Artikel für Kinder findest du im Klexikon (Elefant, Elfenbein) und im Mini-Klexikon (Elefant, Elfenbein). eine interessante Sendung für Kinder über Elefanten, Elfenbein und Elfenbeinschmuggel findest du in der Sendereihe Löwenzahn.
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Unikales Morphem ?
| Das Morphem elfen kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen sind nur zusammen mit dem Nomen bein bekannt. Einen Zusammenhang des Wortes mit dem Zahlwort elf oder den Elfen (Fabelwesen) gibt es nicht.
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Das Morphem elfen ist daher ein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Adelung, Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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emsig
{{DISPLAYTITLE:emsig}}
Hinweise zum Wort emsig
| Bedeutung:
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ausdauernd, mit großem Eifer und fleiß arbeiten; unermüdlich, tüchtig
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| Beispielsatz:
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Die Bienen sammeln emsig Pollen und fliegen von Blüte zu Blüte.
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| Wortinfo:
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Wortart: Adjektiv; emsig - emsiger - am emsigsten; Worttrennung: em-sig; Aussprache: [ˈɛmzɪç]
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| Herkunft:
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Aus dem Adjektiv emiʒ (fortwährend, ständig, immer) entwickelte sich schon im frühen Mittelalter die Adjektivform mit dem Suffix -ig, zunächst emiʒʒig, später emʒic. = häufig, eifrig. Das Wort kommt nur im deutschsprachigen Raum vor.
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Weiterführende Informationen
| Entstehung:
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ahd. emiʒʒīg, emeʒʒīg, mhd. emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
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| Wortbildungen:
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-
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| Ableitungen:
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Emsigkeit
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| Interessantes:
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Bitte ggf. Link zu andere (für Kinder interessante) Seiten einfügen
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Unikales Morphem ?
| Das Morphem ems im Adjektiv emsig kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Von diesem Morphem gibt es nur eine Ableitung/Wortbildung (= Emsigkeit). Die Grundlage ist die Wortbildung ems + ig.
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Das Morphem ems ist daher in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Adelung, Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Engerling
Hinweise zum Wort Engerling
| Bedeutung:
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Larve eines Maikäfert
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| Beispielsatz:
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Die Engerlinge fressen die Wurzeln von unterschiedlichen Pflanzen.
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| Wortinfo:
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Wortart: Nomen, der Engerling, die Engerlinge; Worttrennung: En-ger-ling, En-ger-lin-ge; Aussprache: [ˈɛŋɐlɪŋ]
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| Herkunft:
|
Aus dem althochdeutschen angar = Made, Larve wurde später enger und dann die Verkleinerungsform Engerling.
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Weiterführende Informationen
| Entstehung:
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ie. *angu̯(h)- = Schlange, ahd. angar, mhd. anger, enger = Enger; bereits im 10. Jh. auch mit dem Suffix -ring und später -ling; ahd. engiring, engirling, mhd. engerlinc.
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| Wortbildungen:
|
-
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| Ableitungen:
|
-
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| Interessantes:
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Zu den Maikäfern gibt es eine interessante Seite im Klexikon. Dort findest du auch eine Beschreibung der Entwicklung von der Larve (Engerling) bis zum Käfer.
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Unikales Morphem ?
| Die Bezeichnung für die Maikäfer Larven als Engerling ist nicht verwandt mit dem Adjektiv eng. das Morphem enger kommt nicht isoliert vor und hiervon gibt es auch keine Wortbildungen.
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Das Morphem enger ist in dieser Bedeutung daher ein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Adelung, Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
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entbehren
{{DISPLAYTITLE:entbehren}}
entbehrlich, Entbehrung #REDIRECT [[entbehren]]
Hinweise zum Wort entbehren
| Bedeutung:
|
etwas oder jemanden vermissen
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| Beispiel:
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Ich habe als Kind früher vieles entbehren müssen.
Ich möchte dich für keinen Tag in meinem Leben entbehren.
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| Wortinfo:
|
Wortart: Verb; Vorttrennung: ent-beh-ren; Aussprache: [ɛntˈbeːʁən]
|
| Herkunft:
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Das mittelhochdeutsche Verb enbern ist eine Verneinung des untergegangenen Verbs beran, bern = tragen. Die erste Silbe en ist die Verneinung. Ursprünglich bedeutete das Wort also etwas nicht tragen oder etwas nicht bei sich tragen. Das, was man nicht bei sich tragen kann, das braucht man auch nicht. So hat sich aus enbern = nicht tragen die Bedeutung ermangeln und vermissen entwickelt.
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Das untergegangene Verb beran (bern) ist auch noch in anderen Wörtern zu finden, zum Beispiel:
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| Interessantes:
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- gebären, mittelhochdeutsch gebern = zu Ende getragen, dazu gehört auch das Nomen Geburt
- Eimer, mittelhochdeutsch einber = ein Behälter, den man mit einer Hand tragen kann
- Zuber, zu = zwei, also ein Behälter, den man mit zwei Händen tragen muss
|
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Weiterführende Informationen
| Konjugation:
|
| Person
|
Gegenwart (Präsens)
|
1. Vergangenheit (Präteritum)
|
2. Vergangenheit (Perfekt)
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| 1. Person
|
ich entbehre
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wir entbehren
|
ich entbehrte
|
wir entbehrten
|
ich habe entbehrt
|
wir haben entbehrt
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| 2. Person
|
du entbehrst
|
ihr entbehrt
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du entbehrtest
|
ihr entbehrtet
|
du hast entbehrt
|
ihr habt entbehrt
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| 3. Person
|
er/sie/es entbehrt
|
sie entbehren
|
er ... entbehrte
|
sie entbehrten
|
er ... hat entbehrt
|
sie haben entbehrt
|
|
| Entstehung:
|
Aus dem Verb ahd. beran, mhd. bern = tragen, hervorbringen hat sich mit dem altdeutschen Präfix in- = nein, nicht (als Negation ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern = nicht tragen entwickelt. Das ursprüngliche Verb (beran, bern) ist schon früh untergegangen und kommt nur noch in einigen Regiolekten vor. Das Präfix ahd. in- und mittelhochdeutsch en- ist in späterer Zeit an das verbreitete Präfix ent- angepasst worden.
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| Wortbildungen
(entbehren):
|
Nomen: Entbehrung, Entbehrlichkeit, Unentbehrlichkeit
Adjektive: entbehrlich, entbehrt, entbehrungsreich, entbehrungsvoll, langentbehrt, unentbehrlich
|
| verwandte Wörter:
|
Es gibt einige Wörter, die mit dem untergegangenen Verb mhd. bern (= tragen) verwandt bzw. hiervon abgeleitet sind. Dazu gehören die oben genannten Wörter gebären, Geburt, Eimer und Zuber. Hier sind weitere Wörter, denen man diesen Zusammenhang nicht auf den ersten Blick ansehen kann:
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|
- Bürde = im übertragenen Sinn eine Last tragen - ie. *bher(ə), germ. *burþīn, ahd. burdī, mhd. bürde
- Bahre = Trage, Gestell, auf der ein Toter getragen wird - ie. *bher(ə), germ. *bērō, ahd. bāra (8./9. Jh.), mhd. bāre
- Gebärde = ie. *bher(ə), ahd. gibārida, mhd. gebærde
- gebaren = ie. *bher(ə), ahd. gibārōn, mhd. gebāren
- gebühren (Gebühr) = sich zutragen, zufallen - * bher(ə), germ. *(gi)burjan, ahd. giburien, giburren, mhd. gebürn
|
|
|
Das mittelhochdeutsche Präfix en- (= nicht, nein) führt zusammen mit dem mittelhochdeutschen Verb bern in der Bedeutung heben, erhaben auch zu weiteren Verwandtschaften, zum Beispiel: empor (enbore = in die Höhe), empören (enbœ̅ren = erheben). Die gleiche germanische Wurzel haben auch die Wörter Berg (* bherg̑os-, germ. *berga-, mhd. berc = hoch erhaben) und Burg (germ. *burg-, mhd. burc = befestigte Höhe). Damit sind auch viele Vor- und Ortsnamen mit dem untergegangenen althochdeutschen Verb beran verwandt, von Birgit (die Erhabene) und Ingeborg bis Augsburg und Wittenberg.
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Unikales Morphem ?
| Das zugrunde liegende gemeingermanische Verb beran, ber ist ausgestorben. Erhalten geblieben ist das Morphem ber nur in der ursprünglich verneinenden Bedeutung mit dem Präfix ent-. Hiervon sind auch alle Wortbildungen mit dem Morphem ent- + behr abgeleitet.
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Das Morphem behr ist in dieser Bedeutung daher ein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
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Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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erwähnen
Hinweise zum Wort erwähnen
| Bedeutung:
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a) etwas beiläufig anmerken
b) etwas urkundlich nennen, anführen
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| Beispielsatz:
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a) Er hat in unserem Gespräch gestern gar nicht erwähnt, dass er vor drei Wochen operiert wurde.
b) Der Name unserer Stadt wurde bereits im 12. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt.
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| Wortinfo:
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Wortart: Verb; ich erwähne, du erwähnst, er/sie/es erwähnt, wir erwähnen; wir haben erwähnt
Worttrennung: er-wäh-nen; Aussprache: [ɛɐ̯ˈvɛːnən]
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| Herkunft:
|
Das Wort ist von dem ausgestorbenen mittelhochdeutschen Wort ge-wähenen = sagen, berichten, gedenken abgeleitet. Hieraus entwickelte sich später unsere heutige Bedeutung.
|
|
Weiterführende Informationen
| Konjugation:
|
| Person
|
Gegenwart (Präsens)
|
1. Vergangenheit (Präteritum)
|
2. Vergangenheit (Perfekt)
|
| 1. Person
|
ich erwähne
|
wir erwähnen
|
ich erwähnte
|
wir erwähnten
|
ich habe erwähnt
|
wir haben erwähnt
|
| 2. Person
|
du erwähnst
|
ihr erwähnt
|
du erwähntest
|
ihr erwähntet
|
du hast erwähnt
|
ihr habt erwähnt
|
| 3. Person
|
er/sie/es erwähnt
|
sie erwähnen
|
er ... erwähnte
|
sie erwähnten
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er ... hat erwähnt
|
sie haben erwähnt
|
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| Entstehung:
|
ahd. giwahanen neben giwahan, mhd. gewähenen, seit 16. Jh. als erwähnen im heutigen Sinne belegt.
in Abgrenzung hierzu und nicht verwandt: ahd. mhd. wān, wōn = Vermutung, Meinung, Hoffnung, Erwartung, Vorstellung, Scheu (sh. DWDS); ab 16. Jh. = Selbsttäuschung, ab 18. Jh. trügerische Vorstellung, Medizin: krankhafte Erscheinung, zwanghafte Einbildung
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| Bedeutungs-
unterschied:
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Die Stadt Soest wurde bereits 836 urkundlich erwähnt. In einer alten Urkunde steht, dass die Stadt Lübeck bereits 1160 das Stadtrecht erhalten hat. Im ersten Beispiel bedeutet erwähnen, dass Soest möglicherweise schon sehr viel früher das Stadtrecht verlieben bekommen hat. Es bedeutet nicht, dass Soest 836 das Stadtrecht erhalten hat.
|
| Wortbildungen:
|
Adjektivbildungen: ersterwähnt, erwähnenswert, erwähntermaßen, obenerwähnt, vorerwähnt, unerwähnt,
Nomenbildungen: Ersterwähnung, Nichterwähnung, Obenerwähnte,
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| Ableitungen:
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Grundwort: erwähnen, Adjektiv: erwähnt, Nomen: Erwähnung,
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| Interessantes:
|
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Unikales Morphem ?
| Das Morphem wähn kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix er- vor. Es gibt keinen Bedeutungszusammenhang zwischen dem Morphem wähn in erwähnen und wähn im Verb wähnen (Grundwort Wahn).
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|
Das Morphem wähn ist daher ein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
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Fronleichnam
Hinweise zum Wort Fronleichnam
| Bedeutung:
|
Fronleichnam ist für katholische Christinnen und Christen ein wichtiger Feiertag. An diesem Tag erinnern sie an das Abendmahl, dass Jesus Christus mit seinen Jüngern am Tag vor seinem Tod gefeiert hat. Die Kommunion ist hierfür ein wichtiges Zeichen (Hostie als Leib Christi), dass Christus in uns weiterlebt.
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| Beispielsatz:
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Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiern die katholischen Christen das Fronleichnamfest.
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| Wortinfo:
|
Bitte Wortart einfügen (Artikel, Plural bei Nomen), Trennstellen, Lautschrift hinzufügen.
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| Herkunft:
|
Der erste Teil des Wortes (fron) ist ein altdeutsches Wort (frōno). Es bedeutete zunächst Herr, Herrschaft. Das zugehörige Adjektiv vrōn bedeutete demnach herrschaftlich. Später wurde es in den christlichen Kirchen auf die Bedeutung Herr (= Gott, Jesus Christus) und das Adjektiv auf heilig bzw. göttlich verengt.
Leichnam bezeichnet einen toten menschlichen Körper. Die Bedeutung dieses Wortes findest du beim Stichwort Leichnam näher beschrieben.
Das Wort Fronleichnam bedeutet demnach der Leib des Herrn, bzw. der Leib des verstorbenen Jesus Christus.
|
|
Weiterführende Informationen
| Entstehung:
|
Fron: germ. *frawan-, ahd. frāho, frōno, mhd. vrōn = Herrscher, Herr, König, Gott, dann explizit auf Jesus Christus bezogen;
Leichnam: (siehe Leichnam) ahd. līhhamo, mhd. līcham(e), līchname = Leib, Körper, toter menschlicher Körper, Leiche
Fronleichnam: mhd. vrōnlīcham, der vrōne līcham = der Leib des Herrn; ahd. frōn = Herr, Plural frōno = Herren, Götter
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| Wortbildungen:
|
Fronleichnam, Fronleichnamsfeier, Fronleichnamsfest, Fronleichnamsgottesdienst, Fronleichnamsprozession, Fronleichnamstag, Fronleichnamsspiel,
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| Ableitungen:
|
Fron, fronen, frönen; Leichnam
|
| Interessantes:
|
In der ZDF-Mediathek der Kinderseite Logo ist ein lesenswerte kurze Beschreibung über den Feiertag Fronleichnam (siehe auch Feiertage).
|
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum Online Wörterbuch Wiktionary. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora.
Unikales Morphem ?
| Die Morpheme fron und leich kommen auch isoliert (Fron, Leiche) und in anderen Wortbildungen vor.
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Die Morpheme fron und leich sind daher keine unikale Morpheme.
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| Das Morphem nam kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor (siehe hierzu das Stichwort Leichnam).
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Das Morphem nam in (Fron)Leichnam ist daher ein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
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Freitag
Hinweise zum Wort Freitag
| Bedeutung:
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Der Freitag ist der fünfte Tag der mit Montag beginnenden Woche.
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| Beispielsatz:
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Die meisten Leute arbeiten von Montag bis Freitag.
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| Wortinfo:
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Bitte Wortart einfügen (Artikel bei Nomen), bitte Trennstellen hinzufügen.
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| Herkunft:
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Die Römer benannten die Wochentage nach den ihnen bekannten Planeten des Sonnensystems. Diese Planeten verehrten sie auch als Götter. Die Germanen übernahmen diese Namensgebung für die Wochentage von den Römern. Allerdings suchten sie hierfür Namen von Göttern, die von den Germanen verehrt wurden. So bekamen einige Wochentage ihre Namen. Den ersten Tag der Woche nannten die Germanen nach dem Gott Mani = Montag, den Dienstag nach dem Gott Tiu/Tyr, der Donnerstag hat seinen Namen vom Gott Donar und den Freitag nannten sie nach der Götting Freya.
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Weiterführende Informationen
| Deklination
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Singular
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Plural
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| Nominativ
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der Freitag
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die Freitage
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| Genitiv
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des Freitags, des Feitages
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der Freitage
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| Dativ
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dem Freitag, dem Freitage
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den Freitagen
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| Akkusativ
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den Freitag
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die Freitage
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| Entstehung:
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ahd. frī(j)atag (9. Jh.), mhd. vrītac; Tag der Göttin ahd. Frīa, anord. Frigg.
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Der erste Teil des Namens Freitag ist abgeleitet vom indoeuropäischen *prāi-, was gernhaben, lieben bedeutete. In der germanischen Mythologie war Freya die Geliebte des Gottes Odin. Im germanischen entwickelte sich aus *prāi- eine Bedeutungsverschiebung von lieb zu frei.
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| Wortbildungen:
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Erstglied: Freitagabend, Freitagausgabe, Freitagfrüh, Freitagmittag, Freitagmorgen, Freitagnachmittag, Freitagnacht, Freitagsausgabe, Freitagsbeschäftigung, Freitagsbier, Freitagsgebet, Freitagsleerung, Freitagsmoschee, Freitagspartie, Freitagspiel, Freitagsprediger, Freitagspredigt, Freitagsschluss, Freitagssitzung, Freitagsspiel, Freitagstour, Freitagstraining, Freitagstreff, Freitagsvergnügen, Freitagsvorstellung, Freitagvormittag
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Letztglied: Karfreitag, Karfreitagsabkommen, Karfreitagsfischessen, Karfreitagsgottesdienst, Karfreitagskonzert, Karfreitagsliturgie, Karfreitagsprozession, Karfreitagszauber
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| Ableitungen:
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freitags
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| Interessantes:
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Unikales Morphem ?
| Das Morphem frei kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor. Die vorkommenden Wortbildungen sind keine Ableitungen vom Adjektiv frei, sondern vom Nomen Freitag.
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Das Morphem frei in Freitag ist daher ein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Flederwisch
Hinweise zum Wort Flederwisch
| Bedeutung:
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a) Wisch aus Gänsefedern zum Abstauben
früher auch Handfeger, der aus Gänseflügeln hergestellt wurde.
b) Scherzhafte Bezeichnung für ein unruhiges, lebhaftes Kind.
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| Beispielsatz:
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a) Das Stubenmädchen fegt mit dem Flederwisch den Staub vom Schrank.
b) Rita ist ein richtiger wilder Flederwisch
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| Wortinfo:
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Nomen: der Flederwisch, die Flederwische; Worttrennung: Fle-der-wisch; Aussprache: [ˈfleːdɐˌvɪʃ]
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| Herkunft:
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Das Wort ist zusammengesetzt aus den mittelhochdeutschen Verben vlederen (= flattern) und wischen.
Früher nannte man den aus Gänsefedern zusammengebundenen Staubbesen auch federwisch.
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Weiterführende Informationen
| Deklination
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Singular
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Plural
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| Nominativ
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der Flederwisch
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die Flederwische
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| Genitiv
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des Flederwischs, des Flederwisches
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der Flederwische
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| Dativ
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dem Flederwisch, dem Flederwische
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den Flederwischen
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| Akkusativ
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den Flederwisch
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die Flederwische
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| Entstehung:
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fledern: mhd. vlederen, vledern = flattern; mhd. vederwisch = Federwisch, seit 15. Jh. dann vlederwisch
wischen: ahd. wisken, mhd. wischen, wüschen
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| Ableitungen und Wortbildungen:
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fledern: hierzu Flederbeer, Fledermaus, Fledertier, zerfledern
fleddern: (rotw. fladern = waschen; vermutlich von mhd. vlederen abgeleitet), zerfleddern, Leichenfledderer, ...
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| Interessantes:
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Bei Wikipedia ist ein interessanter Artikel, der die Herstellung und Funktion der aus Gänsefedern gebundenen Handfeger oder Staubwedel beschreibt.
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Unikales Morphem ?
| Das Morphem fleder kommt isoliert im Verb fledern vor. Von diesem Verb gibt es weitere Wortbildungen, z. B. Flederhund, Fledermaus usw.
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Das Morphem fleder ist daher kein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Firlefanz
Hinweise zum Wort Firlefanz
| Bedeutung:
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überflüssiges, wertloses unnützes Zeug; törichtes Gerede; Unsinn
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| Beispielsatz:
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Nehmt keinen Firlefanz mit auf die Reise. Macht nicht so einen Firlefanz um die kleine Feier.
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| Wortinfo:
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Nomen: der Firlefanz, die Firlefanze; Worttrennung: Fir-le-fanz; Aussprache: [ˈfɪʁləˌfants]
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| Herkunft:
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Früher nanne man in Frankreich einen lustigen Tanz, in dem viel gehüpft und gesprungen wurde virelai. Daraus ist im späten Mittelalter das Wort firlifanz entstanden. Die Bedeutung überflüssiges Zeug und Unsinn hat sich hieraus erst später entwickelt.
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Weiterführende Informationen
| Entstehung:
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Die genaue Herkunft ist unklar. Vermutlich liegt dem Wort das afrz. lai = Gedicht und afrz. virelai = Ringel-, Reigenlied zugrunde. Der zweite Teil des Wortes fanz könnte von mhd. tanz abgeleitet sein. Möglich ist aber auch, dass der Ursprung in dem mhd. Wort alefanz = Schalk, Possen liegt.
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| Wortbildungen:
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Firlefanzerei, veraltet: firlefanzen, Firlefanzer
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| Ableitungen:
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-
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Unikales Morphem ?
| Die Morpheme firle und fanz kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
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Die Morpheme firle und fanz sind daher unikale Morpheme.
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Seitenanfang
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Adelung, Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Feldwebel
Hinweise zum Wort Feldwebel
| Bedeutung:
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Dienstgrad in der Bundeswehr (Militär)
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| Beispielsatz:
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Der Feldwebel ist der unterste Dienstgrad in der Gruppe der Unteroffiziere.
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| Wortinfo:
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der Feldwebel, die Feldwebel, Worttrennung: Feld-we-bel, Aussprache: [ˈfɛltˌveːbl̩]
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| Herkunft:
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Feld: Im Mittelalter bezeichnete man eine leere, Fläche als Feld. Später wurde hieraus ein Gegenwort zu Wald. Kriegerische Auseinandersetzungen wurden früher vor allem auf freiem Gelände ausgetragen. So wurde das nomen Feld schon sehr früh auch im militärischen Sprachgebrauch verwendet, z. B. Kampffeld, Feldwache.
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-webel: Der zweite Wortteil ist auf das alte Wort weibel zurückzuführen. Schon im Mittelalter nannte man einen Amtsdiener Weibel. Das zugehörige Verb ist weibeln. Es bedeutete hin und her bewegen. Der Weibel war also ein Amtsdiener, der z. B. Nachrichten (Briefe, Dokumente, Befehle) vom Fürsten zum Gericht oder zum Rathaus usw. hin und her brachte.
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Weiterführende Informationen
| Entstehung:
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Feld: ahd. feld = Ebene, Breite, leere Fläche, mhd. veld, hd. Feld
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-webel: Nomen: ahd. webil, mhd. weibel; < Verb: ahd. weibōn (10. Jh.), mhd. weiben = hin und her bewegen
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Feldwebel: ist seit dem 16. Jh. belegt. Die Form Feldweibel (nur im süddeutschen Raum und der Schweiz) findet sich seit dem 16. Jh. und wurde ab dem 17. Jh. zunehmend von Feldwebel ersetzt. So finden sich in historischen Korpora zum Wort Feldweibel nur 64 Belege (Quelle). Demgegenüber sind in dem gleichen Zeitraum über 5000 Belege zum Stichwort Feldwebel zu finden (Quelle). In der Gegenwartskorpora des DWDS kommt weder weibel (Quelle) noch webel (Quelle) als isolierte Wörter vor.
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| Wortbildungen:
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Feldwebel, Feldwebelin, Hauptfeldwebel, Kompaniefeldwebel, Oberfeldwebel, Oberstabsfeldwebel, Sanitätsfeldwebel, Stabsfeldwebel, Unterfeldwebel, Vizefeldwebel
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umgangssprachlich abwertend: Feldwebelton (befehlender Ton), Karbolfeldwebel (kommandierende Stations- oder Oberschwester),
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Unikales Morphem ?
| Das Morphem weib in Weibel bzw. weiben ist nur noch in der Schweiz gebräuchlich. Das Morphem web im zweiten Wortteil -webel ist als eine Reduktion des Diphthongs ei zu e (Monophthongierung) und kommt heute nur noch in der Wortbildung Feldwebel vor.
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Das Morphem webel kann daher als ein unikales Morphem betrachtet werden.
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Quellen/Belege
Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo, DWDS, Wiktionary, Duden,
Rechtschreibung, Etymologie: Duden, DWDS, Wiktionary, IDS
Etymologie: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, Wortbedeutung.info, Wikipedia,
.=
Frieden
| Kannst du uns sagen, ob es eine Pluralform von der Frieden gibt?
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| Heißt es eigentlich der Friede oder der Frieden?
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| Moni, Klasse 2, Bremerhaven
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Diskussion
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Tja, die einen sagen so und die anderen so. Was ist Ihre Meinung Herr Wort?
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In einigen Wörterbüchern werden beide Wörter gleichberechtigt aufgeführt. In anderen wird der Friede als die ältere Form von der Frieden bezeichnet.
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| Rein formal ist es sicherlich richtig, dass ein Plural von dem Wort Frieden gebildet werden kann (der Frieden, die Frieden). In der normalen Sprache allerdings wird das Pluralwort kaum vorkommen. In der Regel werden zusammengesetzte Wörter verwendet, die leichter als Plural passen, z. B. Friedensschlüsse oder Friedensverträge.
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Früher sprach man von Friede (also ohne n am Wortende). Zu diesem Wort gibt es ganz sicher einen Plural (der Friede, die Frieden).
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| So entlässt beispielsweise der Priester in einer christlichen Kirche am Ende der Messe die Gläubigen mit den Worten: “Der Friede sei mit dir/euch.”
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Ich fasse einmal zusammen:
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| In der gehobenen Sprache und in alten Redewendungen (z. B. “Friede, Freude, Eierkuchen”) wirst du das Wort Friede häufiger antreffen. In neuerer Zeit wird dagegen häufiger die Form der Frieden (Einzahl) verwendet.
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| Die Mehrzahl (die Frieden) wird hingegen nur sehr, sehr selten verwendet. In der Regel werden zur Bildung der Mehrzahl Wortbildungen genutzt, z. B. Friedensgespräche, Friedenskonferenzen, Friedensschlüsse, Friedensverträge.
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Lieber Herr Alt, auf die Auffassung, dass Friede die ältere und Frieden die neuere Form sein soll, bin ich auch in verschiedenen Wörterbüchern gestoßen. Allerdings stimmt dies nicht ganz. Es kommt auch sehr auf die Bedeutung an:.
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- Wenn wir die Bedeutung kein Krieg meinen, dann können wir beide Wörter bedeutungsgleich verwenden. Hier ist heute die Form Frieden (Einzahl, kein Plural) gebräuchlich:
- Schon lange herrschte Frieden (Friede) zwischen den Ländern.
- Die Menschen in der Ukraine wünschen sich nichts sehnlicher als einen gerechten dauerhaften Frieden.
- Das Wort kann aber auch im Sinne von Ruhe und Harmonie benutzt werden. Hier wird vor allem in der gehobenen Sprache die Form Friede bevorzugt.
- Der Friede zwischen den sonst so streitbaren Geschwistern war schon fast unheimlich.
- Auch in Zitaten, vor allem aus der Bibel ist die Form Friede noch gebräuchlich:
- Der Friede sei mit euch! Friede seiner Asche!
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In den europäischen Sprachen kannst du vor allem vier Sprachgruppen für das Wort Frieden finden:
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- Germanische Sprachen in Nordeuropa, z. B. dänisch, norwegisch, schwedisch = fred
- In den romanischen Sprachen wird das Wort vom lateinischen pax abgeleitet, z. B. französisch paix, italienisch pace, spanisch und portugiesisch paz. Auch das englische Wort peace ist vom lateinischen abgeleitet.
- In Osteuropa finden wir in der slavischen Sprachfamilie das Wort mir. Es bedeutete ursprünglich Welt, Gemeinschaft, friedliche Zusammenleben. So wird das Wort in Bulgarien, Russland, Serbien und der Ukraine geschrieben: мир.
- Und dann gibt es noch einige andere regionale Sprachfamilien mit ganz unterschiedlichen Bezeichnungen, z. B. Finnland = rauha, Litauen = taika, Polen = pokój und Ungarn = béke.
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Weiterführende Informationen
Modellwortschatz
Das Wort Frieden gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Hinweise zum Wort
| Bedeutung:
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a) friedliches Miteinander,
b) Verhältnis zwischen Staaten ohne Gewalt, ohne Krieg
c) Ruhe, Stille
d) religiöse Erfüllung (christliche Religionen)
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| Beispielsatz:
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a) Wir wollen einfach nur in Frieden gelassen werden.
b) Nach jahrelanger Auseinandersetzung schlossen die beiden Staaten endlich Frieden.
c) Hier konnte er den Frieden in der Natur genießen.
d) Der Friede sei mit euch!
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| Wortinfo:
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der Friede, die Frieden; der Frieden
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| Herkunft:
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Das Wort Friede hat seine Wurzeln in der germanischen Sprache. Im Mittelalter hieß es fridu, später vride und hieraus hat sich das hochdeutsch Friede entwickelt.
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Interessantes
| Phönizier
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Vor etwa dreitausend Jahren lebten im heutigen Libanon ein Seefahrervolk, die Phönizier. Sie waren die ersten, die ein Alphabet entwickelten. Das phönizische Alphabet wurde in semitische Sprachen übernommen. Hieraus entwickelte sich später sowohl die hebräische als auch die arabische Sprache.
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| Alphabet
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Das phönizische Alphabet bestand nur aus Konsonanten Die Vokale wurden beim Sprechen hinzugefügt. Die Buchstabenfolge s-l-m bedeutete Gesundheit, Ruhe, Glück und Frieden.
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| Schalom
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Diese Buchstabenfolge (s-l-m) wurde im hebräischen zu schalom. Am Sabbat, dem siebten Tag in der Woche (Ruhetag) wünschen sich Juden Schabbat Schalom, einen „friedvollen Sabbat“.
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| Salam
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Die Buchstabenfolge s-l-m wurden in der arabischen Sprache slim oder salam gesprochen. Hieraus entwickelte sich die arabische Grußformel salām ʿalaikum (səˈlɑːm əˌleɪkʊm) „Der Frieden auf Euch!“
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| Islam
Muslime
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Auch diese Bezeichnung für die im arabischen Raum weit verbreitete Religion (Islam) ist von der Buchstabenfolge s-l-m abgeleitet. Und auch in der Bezeichnung für die angehörigen dieser Religion, die Muslime steckt das semitische Wort s-l-m.
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Mehr über das Wort Frieden kannst du auf der Seite weiterführende Informationen zum Wort Frieden erfahren. Ddort findest du weitere Vergleiche zwischen verschiedenen Sprachgruppen, zur Herkunft des Wortes und zu den umfangreichen Wortbildungen zum Grundwort Frieden.
Seitenanfang
Quellen Wörter/Wortanalyse:
Modellwortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Modellwortschatz,
Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo
Rechtschreibung: Wiktionary, Duden, DWDS, IDS
Etymologie: DWDS, educalingo, Wörterbuchnetz, Wortbedeutung.info, Wikipedia
=
Info - Friede
Weiterführende Informationen zum Wort Frieden
Informationen zum Wort
Modellwortschatz
Das Wort Frieden gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite).
Du kannst dir auch einige [Fremdsprachen] anhören.
Herkunft
Das deutsche Wort Friede hat seinen Ursprung im germanischen *friþu-, althochdeutsch fridu, mittelhochdeutsch vride.
Bei den Römern war Pax der Name für die Göttin des Friedens. Bei den Römern war Friede verbunden mit einer vertraglichen Vereinbarung (= pactum). Das lateinische Nomen Pax ist die Grundlage für den Begriff Frieden in den romanischen Sprachen.
Das urslawische Wort *mirъ hatte die Bedeutung Frieden und zugleich Gemeinschaft und Welt. In den meisten slawischen Sprachen haben sich beide Bedeutungen bis heute erhalten. In Russland beispielsweise wurde bis zur Rechtschreibreform (1916) unterschieden zwischen мир = Frieden und мiръ = Welt. Danach übernahm das russische мир wieder wie im urslawischen beide Bedeutungen. Das urslawische Wort hat sich in fast allen slawischen Sprachen erhalten (siehe hierzu das Kapitel Fremdsprachen Gruppe 3).
In der semitischen Schrift gab es noch keine Vokalbuchstaben. Diese wurden beim Sprechen hinzugefügt. Aus der semitischen Buchstabenfolge š-l-m hat sich in der hebräischen Sprache das Wort Schalom (= Frieden, Ruhe, Glück, Gesundheit) und in den arabischen Sprachen salam, silm, salm (= Frieden mit Gott) entwickelt.
Wörterlisten
Es gibt mehr als 600 Wortbildungen, die das Grundmorphem fried enthalten. Die folgende Tabelle gibt Beispiele für Wortbildungen. Diese sind nach der Wortart gruppiert.
Gruppierung der Wortbildungen nach Wortarten
| Nomen
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Bei den meisten Wortbildungen (≥ 350) steht das Grundmorphem am Wortanfang (Erstglied, Bestimmungswort).
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| Erstglied:
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Von wenigen Ausnahmen abgesehen folgt auf dieses Morphem als Bindeglied die Silbe -ens- gefolgt vom Grundwort. Beispiele: Friedenskonferenz, Friedensplan, Friedensbewegung, Friedensnobelpreis, Friedenskongress, Friedensforschung, Friedensstifter, Friedenskongress, ...
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| Bei einigen wenigen Wortbildungen wird das Morphem fried direkt mit dem Grundwort (Letztglied) verbunden. Dies sind meist Substantivierungen von Adjektiven. Beispiele: Friedfertigkeit, Friedlichkeit, Friedlosigkeit, Friedsamkeit. Sehr selten sind direkte Ergänzungen mit Substantiven, Beispiele: Friedfisch, Friedwald, Friedhof Von der Wortbildung Friedhof gibt es allerdings über 75 weitere Wortbildungen, z. B. Friedhofsgärtner, Friedhofsgelände, Friedhofsgebühr, Friedhofskapelle, Friedhofsordnung, Friedhofsverwaltung. Weitere Wortbildungen sh. Binnenglied.
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| Letztglied:
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Am Wortende steht meist der Singular -fried (Beispiel: Störenfried) oder -friede (z. B. Unfriede) . Häufig gibt es zu diesem Singularwort auch das Pluralwort -frieden, das in vielen Online-Wörterbüchern (DWDS, Wiktionary) primär genannt wird. Beispiele: Burgfriede, Hausfrieden/Hausfriede, Seelenfrieden/Seelenfriede, Unfrieden/Unfriede, Weltfrieden/Weltfriede, ...
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| Binnenglied:
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Das Morphem -fried- kommt als Binnenglied in der Regel als Ableitung von einer Wortbildung fried- als Erst- (Beispiel: Separatfriedensvertrag) oder -fried als Letztglied, (Beispiele: Nahostfriedensprozesses , Feldfriedensbruch)
|
| Die beiden häufigsten Wortbildungen mit fried im Wortinneren sind die Wörter Friedhof (≥ 75) und Weltfriede (≥ 15)
|
| Weltfriede - Beispiele: Weltfriedensbewegung, Weltfriedensdienst, Weltfriedenskonferenz, Weltfriedenskongress, Weltfriedenslager, Weltfriedenslauf, Weltfriedensordnung, Weltfriedensrat, Weltfriedenstag, Weltfriedenstreffen, Weltfriedenszustand, ...
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| Friedhof - Beispiele: Dorffriedhof, Heldenfriedhof,Nationalfriedhof, Soldatenfriedhof, Stadtfriedhof, Waldfriedhof, ...; Autofriedhof, Datenfriedhof, Schiffsfriedhof, Zugfriedhof, ...
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| Verben
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Das veraltete und heute nur noch selten genutzte Verb frieden (= unter Schutz stellen) kommt heute nur noch mit vorangestelltem Präfix bzw. Partikel vor. Hiervor sind dann weitere Wortbildungen möglich.
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| befrieden, befriedigen, befriedigend (Befriedigung), unbefriedigend
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| einfrieden (Einfriedung, Einfriedungshecke, Einfriedungsmauer, Einfriedungszaun)
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| umfrieden (Umfriedung)
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| zufrieden (Zufriedenheit, Arbeitszufriedenheit, Kundenzufriedenheit, Lebenszufriedenheit, Patientenzufriedenheit, Unzufriedenheit), zufriedenstellen, hochzufrieden, selbstzufrieden, unzufrieden
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| Adjektive
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Aus dem Morphem fried lassen sich mit typischen Adjektivsuffixen einige nicht selten benutzte Adjektive bilden. Beispiele: friedlich (unfriedlich), friedlos, friedsam, friedvoll
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| Mit der Ergänzung -ens- und als Letztglied ein Adjektiv lassen sich viele weitere Adjektive bilden. Beispiele: friedensfähig, friedenstüchtig, friedenswillig, friedliebend, ...
|
Die Grundbedeutung des Wortes Friede/Frieden (sicheres Zusammenleben von Staaten und Personengruppen) wird durch verschiedene Wortbildungen erweitert. Die folgende Tabelle gibt Beispiele für zwölf verschiedene Bedeutungsgruppen.
Gruppierung der Wortbildungen (Nomen) nach Bedeutungsgruppen
| 1. Friedensschluss & Rechtstexte
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umfasst alles, was formal geregelt wird (Vertrag, Abkommen, Resolution usw.) (Verträge, Abkommen, Resolutionen)
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| Friedensabkommen, Friedenskonferenz, Friedensschluss, Friedensverhandlung, Friedensvertrag, ... (≥ 30)
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| Burgfriede, Landfriede, Präliminarfrieden, Religionsfriede, ...
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| 2. Friedensprozess & Diplomatie
|
alles, was den Weg zum Frieden beschreibt (Verhandlungen, Initiativen, Maßnahmen)
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| Friedensangebot, Friedensgespräch, Friedensinitiative, Friedensplan, Friedensprozess, ... (≥ 50)
|
| Verhandlungsfrieden, ...
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| 3. Friedenssicherung & Einsatz
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konkrete Sicherungsmaßnahmen (Peacekeeping, Missionen, Militär)
|
| Friedensdelegation, Friedenseinsatz, Friedensmission, Friedenssicherung, Friedenstruppe, ... (≥ 25)
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| 4. Friedensbewegung & Zivilgesellschaft
|
gesellschaftliche Friedensarbeit im öffentlichen Raum (Aktivismus, Protest, Kampagnen)
|
| Friedensbewegung, Friedensbotschafter, Friedensdemonstration, Friedensfest, Friedensmanifest, Friedensmarsch, ... (≥ 75)
|
| 5. Konflikt & Gegenbegriffe
|
alles, was Frieden verhindert oder zerstört (Bruch, Gegner, Störung, Gefährdung)
|
| Friedensbruch, Friedensdiktat, Friedensfeind, Friedensgegner, Friedensstörer, ... (≥ 10)
|
| Diktatfrieden, Gewaltfrieden, Schandfrieden, Scheinfriede, Unfriede, ...
|
| 6. Organisationen & Gremien
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Friedensarbeit als strukturierte Organisation (Vereine, Komitees, Koordination)
|
| Friedensbeirat, Friedensbeobachter, Friedensblock, Friedensbund, Friedensbündnis, ... (≥ 20)
|
| 7. Personen & Preise
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Personen oder Personengruppen (Titel, Rollen, Auszeichnungen)
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| Friedensfilmpreis, Friedenskanzler, Friedensnobelpreis, Friedensnobelpreisträger, -trägerin, ... (≥ 15)
|
| 8. Religion & Kultur
|
Friedensbegriffe in Liturgie, Ritualen, Kulturtraditionen (Rituale, Gottesdienst, Friedensgruß etc.)
|
| Friedensandacht, Friedensengel, Friedensgebet, Friedensglocke. Friedenskuss, ... (≥ 20)
|
| Gottesfriede, Sonntagsfriede, ...
|
| 9. Symbole, Orte & Objekte
|
Frieden als sichtbares Zeichen (Zeichen, Denkmäler, Parks, Dinge)
|
| Friedensbaum, Friedensfahne, Friedenspfeife, Friedenssymbol, Friedenstaube, ... (≥ 35)
|
| Friedhof, s. o., ... (≥ 60)
|
| 10. Werte, Ideen & Motivation
|
Frieden als innerer/gesellschaftlicher Wertbegriff (Hoffnung, Wille, Sehnsucht, Konzept)
|
| Friedensgedanke, Friedensidee, Friedenssehnsucht, Friedensstifter, Friedenswille, ... (≥ 40)
|
| Hausfriede, Seelenfriede, Weltfriede, ...
|
| 11. Wirtschaft & Ressourcen
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alle Begriffe, die mit Wirtschaft zu tun haben (Nutzen, Finanzierung, Dividende, Steuer)
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| Friedensdividende, Friedensproduktion, Friedensware, Friedenswerkstatt, Friedenswirtschaft, ... (≥ 10)
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| Arbeitsfriede, Betriebsfriede, ...
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| 12. Wissenschaft, Bildung & Ethik
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Frieden als Fachgebiet, Reflexion, Lehre, Ethik (Forschung, Pädagogik, Theorie)
|
| Friedenserziehung, Friedensethik, Friedensförderung, Friedensforscher, Friedensforschung, ... (≥ 20)
|
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum Online Wörterbuch Wiktionary. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora.
Anregungen für den Unterricht
Rechtschreib- und Sprachunterricht
Sprachgruppen
Das Wort Friede kann im Unterricht gut genutzt werden, um Übersetzungen in verschiedenen Sprachgruppen zu vergleichen. Die Übersetzungen in den europäischen Sprachen sind vor allem in den drei Sprachgruppen der germanischen (Nordeuropa), romanischen (Südeuropa) und slavischen (Osteuropa) Sprachgruppen sind länderübergreifen sehr ähnlich. Auch die vom Semitischen abgeleiteten Sprachen weisen hier sehr viel Ähnlichkeiten auf. Einige Fremdsprachen sind auf der Karteikarte des Modellwortschatzes aufgeführt. Diese Übersetzungen können als Grundlage für weitere Fremdsprachen genutzt werden. Im Kapitel Fremdsprachen ist das Nomen Frieden in viele Fremdsprachen nach Sprachgruppen geordnet zusammengestellt.
Schülerinnen und Schüler können mit Hilfe des Google Übersetzers selbst nach Übersetzungen in die verschiedenen europäischen Sprachen erforschen. Ein Auftrag könnte beispielsweise lauten: „Wie wird das Wort Frieden in anderen Sprachen ausgedrückt. Nutzt hierfür auf eurem Laptop/Notebook/Computer den Google Übersetzer. Wählt im rechten Feld europäische Länder aus. In welchen Ländern gibt es Gemeinsamkeiten (Ähnlichkeiten). Ordnet die Länder nach Sprachgruppen oder nach Regionen.“
Vornamen
Die Vornamen der Schülerinnen und Schüler in einer Klasse sind im Sprachunterricht immer eine gute Gelegenheit, sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Sprachen auszutauschen. Je vielfältiger die in den Familien der Kinder gesprochenen Sprachen sind, desto interessanter wird es. Da viele Namen auf das Wort Frieden zurückgeführt werden können kann es für die Schüler(innen) interessant sein, die Bedeutung von hievon abgeleiteten Vornamen zu erkunden.
Relativ einfach ist es Namen zu finden, die mi Fried-, Frid- oder Fred- beginnen. Schwieriger ist es, wenn diese Wortteile am Wortende oder im Wortinneren vorkommen. Die Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler könnte zunächst darin bestehen, entsprechende Vornamen in der Klasse, dem Sportverein oder Schule usw. zu suchen. Im Internet kann die Vornamenliste bei Wikipedia hilfreich sein. Im Kapitel Vornamen findest du für fünf häufig vorkommende Vornamen (Friedrich, Gottfried, Siegfried, Wilfried, Winfried) angegeben, für wie viele Personen mit diesem Vornamen ein Wikipedia-Artikel existiert. Immerhin kommen bei Wikipedia in den Top-100 deutscher Vornamen drei Vornamen vor, die vom germanischen fridu abgeleitet sind: Friedrich (Platz 1), Gottfried (Pl. 70), Siegfried (Pl. 75) und Friederike (Pl. 46).
Eine echte Herausforderung ist es, Vornamen mit romanischem (pax, pace usw.) und slavischem (mir) Ursprung zu finden. Auch hierzu findest du einige Beispiele im Kapitel Vornamen. Interessant ist, dass ausgerechnet die beiden weltweit bekannten Personen, deren Staaten Krieg gegeneinander führen, glauben, den Frieden in ihren Vornamen zu tragen: Wladimir und Wolodymyr. Beide Namen sind slavischen Ursprungs und das slavische Wort für Frieden ist mir oder myr (мир). Warum diese beiden nicht Herrscher des Friedens (vlad / volod = herrschen, besitzen) sind, erfährst du ebenfalls im Kapitel Vornamen.
Frieden oder Krieg
Das kleine Wörtchen Friede kann im Unterricht vielseitig verwendet werden, um ganz unterschiedliche Diskussionen anzuregen. Wie ist die Wirklichkeit in den Ländern Europas und der Welt? In welchen Ländern Europas herrscht Krieg und in welchen Ländern dominiert das friedliche miteinander? Leben wir nicht doch über alle Staaten hinweg in einer friedlichen Welt? Worüber wird aber mehr gesprochen und geschrieben? Was macht das mit uns? Werden hier eher die Ängste oder das friedliche Miteinander (die viel größere Realität) angesprochen. Leben wir mit Personen, die aus anderen Ländern, die zu uns gekommen sind nicht in der überwiegenden Mehrheit friedlich miteinander? Wie aber ist der Eindruck, der uns durch die Presse und dem Internet vermittelt werden?
Interessant ist das Gegensatzpaar Krieg und Frieden. „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.“, heißt ein Spruch unter Journalisten. Wie sieht es aus, wenn wir Texte in einer örtlichen Tageszeitung oder die Nachrichten in den verschiedenen TV-Sendern auswerten? Wie häufig kommt der Begriff Friede vor und wie oft werden Wortbildungen mit dem Grundwort Krieg verwendet? Anregungen zur Diskussion liefert die Auswertung von verschiedenen Textauswertungen im Hinblick auf diese beiden Wörtern. m Kapitel Krieg und Frieden (siehe unten) findest du hierzu zwei interessante Diagramme.
Fremdsprachen
Die folgende Tabelle enthält Übersetzungen des Wortes Frieden in verschiedene Sprachgruppen:
- germanische Sprachen (vor allem in Nordeuropa)
- romanische Sprachen (vor allem in Süd- und Westeuropa)
- slavische Sprachen (vor allem in Osteuropa)
- sonstige länderbezogene europäische Sprachen
- semitische Sprachen (hiervon sind vor allem die arabische und hebräische Sprachen abgeleitet)
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Die Sprache ist mit dem Artikel bei Wikipedia und das Wort mit dem Online Wörterbuch Wiktionary (deutsch/englisch) verlinkt. Wenn weder in der deutschen noch in der englischen Version von Wiktionary ein Eintrag zu finden war wurde die Übersetzung mit der Internetseite von Brilliant Maps verlinkt. Dort findest du eine sehr schöne Länderkarte von Europa mit den Übersetzungen, farblich nach Sprachgruppen unterschieden.
Vornamen
In den germanischen und slavischen Sprachen kommen die alten Wörter für Frieden in vielen Vornamevarianten vor. In beiden Sprachgruppen gibt es über hundert Vornamen, die auf das germanische fridu oder slavische mir zurückgeführt werden können.
In den germanischen Sprachen sind die meisten Vornamen einmalig und relativ selten. Einige wenige Vornamen waren in der Vergangenheit allerdings sehr produktiv und haben viele weitere Vornamen und Kurzformen gebildet. Diese Vornamen sind auch von anderen Sprachen übernommen worden. Die folgende Tabelle enthält die fünf Vornamen mit den meisten Ableitungen. In der Klammer hinter den Namen wird angegeben, wie viele Personen mit diesem Vornamen in Wikipedia-Artikeln vorkommen. Diese Zahlen zeigen vor allem die Bedeutsamkeit eines Vornamens (in der Vergangenheit).
Vornamen, in denen das germanische fridu enthalten ist.
| Friedrich (19.560)
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| Bedeutung: ahd. rich = mächtig, Herrscher; „friedlicher Herrscher“
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| Ableitungen (7.454) männlich: Fiete (25), Fred (1.004), Frederik (569), Frido (17), Fridolin (120), Friedel (156), Friedensreich (2), Friederich (103), Friederick, Friedolin (2), Fritz (4.551); weiblich: Frederike (25), Frida (134), Frieda (185), Friede (22), Friederike (470), Fritzi (27), Rieke (28), Rike (14)
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| international (Beispiele): Bedřich (CZ), Federico (ES) (IT), Federigo (IT), Fred (DK) (FR) (NL) (NO) (PT) (SE), Freddie (DK), Freddy (DK) (FR) (NL), Frédéric (FR), Frederick (GB), Frederico (PT), Frederik (DK) (NL), Fredo (IT), Fredric (GB), Fredrick (GB), Fredrik (FI) (NO) (SE), Freek (NL), Fricis (LV), Friderich (DK), Friderik (SI), Friðrekur (IS), Frīdrihs (LV), Friðrik (IS), Fríðrikkur (FO), Fríðrikur (FO) (IS), Frigyes (HU), Frissi (IS), Frits (NL), Fryderyk (PL), Priidik (EE), Priit (EE), Reetu (FI), Retu (FI), Rico (PT), Rietelikki (FI), Rieterik (FI), Rieti (FI), Rietrikki (FI), Rik (NL), Veeti (FI); weiblich: Bedřiška (CZ), Farîtaríka (GL), Federica (IT), Frederica (GB), Frederica (PT), Frederikke (DK), Frédérique (FR), Fredrika (FI), Fredrika (SW), Freida (GB), Fríðrika (FO), Friðrika (IS), Friðrikka (IS), Fridrikka(FO), Frieda (GB), Fryderyka (PL), Rica (GB), Rietriikka (FI), Rietrikka (FI), Riika (FI), Riikka (FI), Rika (SW), Rikke (DK)
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| Gottfried (2.053)
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| Bedeutung: ahd. got = Gott; „göttlicher Friede“
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| Ableitungen (401) männlich: Göpf (3), Göpfert (20), Götz (368), Govert (10); weiblich: Gottfriede
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| international (Beispiele): Bogomir (BG), Bogomir (SI), Bogumił (PL), Bohumír (CZ), Geoff (GB), Geoffrey (GB), Geoffroi (FR), Geoffroy (FR), Godefridus (NL), Godefroi (FR), Godefroid (FR), Godefroy (FR), Godfrey (GB), Godfried (NL), Goffredo (IT) , Govert (NL), Jeff (GB), Jeffery (GB), Jeffrey (GB)
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| Siegfried (1.490)
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| Bedeutung: ahd. ahd. sigu, sigi = Sieg; „der mit/nach dem Sieg, Frieden schafft“
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| Ableitungen (378) männlich: Sifrid (2), Sigefrid (0), Sigfrid (40), Sigfried (18), Sigifrid (0); Sigi (42), Siggi (26), Sig (10); weiblich: Sigrid (240)
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| international (Beispiele): Sigfrid (GB), Sigurd (GB), Sigurt (nord.), Sigvard (nord.), Sivert (nord.), Sivrit (nord.)
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| Wilfried (519)
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| Bedeutung: ahd. willio = Wille; „der mit dem Friedenswillen“
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| Ableitungen (88) männlich: Willfried (10), Wilfrid (72); weiblich: Wilfriede (6)
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| international (Beispiele): Wilfred (GB), Wilfredo (ES), Wilfrid (GB)
|
| Winfried (359)
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| Bedeutung: ahd. wini = Freund; „der friedliche Freund“
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| Ableitungen (70) männlich: Winfred (12), Winfrid (12), Wini (4), Winni (4), Winnie (38), Wynfreth, Wynfried; weiblich: Winfridia
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| Weitere Beispiele bekannter deutscher Vornamen, die auf gem. fridu zurückgeführt werden können
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| Ehrenfried (ahd. ēra = Ehre → ehrenvoller Friede), Friedbert (ahd. bert = glänzend, berühmt → glänzender Friede), Friedemann (ahd. man = Mann → Mann des Friedens), Friedhelm (ahd. helm = Helm, Schutz → Schutz durch Frieden), Friedland (ahd. land = Land → Landfrieden), Gerfried (ahd. ger = Speer → Speerfrieden / Speer des Friedens), Helfried (ahd. helm = Helm, Schutz → Schutz-Friede / Friede als Schutz), Manfried (allem. man → Mann des Friedens), Ottfried (ahd. ot = Besitz, Erbe → Erbfrieden / Besitzfrieden),
|
| Es gibt auch Namen, die die Buchstabenfolge fried enthalten jedoch nicht auf germ fridu = Friede zurückzuführen sind. Der bekannteste Name ist Elfriede Dieser Vorname ist aus dem englischen Elfreda in die deutsche Sprache als Elfrieda/Elfriede übernommen worden. Der englische Name ist zusammengesetzt aus altengl. ælf = Elfe und þryþ = Stärke. Er bedeutet daher Elfenstärke / starke Elfe.
|
In slavischen Sprachen können die meisten Namensableitungen vom altslavischen mir auf einige wenige Grundnamen zurückgeführt werden. Unterschiede gibt es vor allem in der Schreibung eines Namens in den einzelnen slavischen Landessprachen. Als Beispiel wurde in der folgenden Tabelle diese unterschiedlichen Schreibungen für die Namen Miroslav und Wladimir einmal differenziert nach verschiedenen Landessprachen aufgeführt.
Die Buchstabenfolge mir (мир) kann in slavischen Sprachen in der Regel auf das altslavische миръ = Welt, Frieden zurück geführt werden. Das ist allerdings nicht immer der Fall. Im Mittelalter konkurrierte hiermit das gotische mers (germ. mer, ahd. mera = bedeutend, berühmt). Dieses altgermanische Wort wurde vor allem in Vornamen in den slavischen Sprachen zu mir und damit volksetymologisch als mir = Friede, Welt, umgedeutet. Als Beispiel für solche Umdeutungen werden in der folgenden Tabelle die Namen Miroslav, Tihomir und Wladimir aufgeführt.
Vornamen, in denen das slavische mir (мир) enthalten ist.
| Wort
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Bedeutung
|
Ableitungen
|
| Bohumír (14)
|
bogŭ = „Gott“ und mir = „Friede/Welt“ (slaw. mirŭ / миръ)
Bedeutung: „Gottesfriede / Friede Gottes“ (deutsch: Gottfried)
|
Bogomir, Bogumir, Bohumíra (w)
|
| Dragomir (Драгомир) (18)
|
dorgŭ / drag = „kostbar, lieb“ → Bedeutung: „dem der Friede kostbar ist“.
|
Drahomír, Drahomíra (w)
|
| Jaromír (65)
|
jarŭ = „energisch/heftig“ → Bedeutung: „energischer Friede“.
|
Jaromir, Jaromíra (w)
|
| Kazimir (Казимир) (23)
Casimir (189),
Kasimir (161)
|
altslavisch *kaziti = „verderben, schädigen, zerstören“, *mirъ = Friede / Welt / Ordnung; → Bedeutung: „Zerstörer des Friedens“;
wissenschaftlich umstritten: poln. kazać = befehlen, verkünden Bedeutung: → „Friedensstifter“
|
Casimir, Casimiro, Kasimir, Kasimira, Kazimiera, Kazimierz, Kazimír, Kázmér
|
| Lubomír (57)
|
ľuby = „Liebe“ → Bedeutung: „Liebe zum Frieden“.
|
Ljubomir (Љубомир), Lubomierz, Ľubomír, Lubomíra, Ľubomíra, Lyubomir / Lubomir (Любомир), Lyubomyr (Любомир), Lyubomyra (Любомира)
|
| Mojmír (7)
|
mojĭ = „mein“ → Bedeutung: „mein Friede“.
|
Mojmir, Momir (Момир)
|
| Radomir (Радомир) (26)
|
radŭ = „froh, bereitwillig“ → Bedeutung: „froher Friede“.
|
Radmir (Радмир), Radomír, Radomíra, Radomira (w) (Радомира), Ratimir
|
| Sławomir (6)
|
slava = „Ruhm“ → Bedeutung: „Ruhm des Friedens“.
|
Slavomir, Slavomír, Slavomíra, Sławomira (w)
|
| Zvonimir (26)
|
zvonŭ = „Klang/Läuten“ → Bedeutung: „Klang des Friedens“.
|
Dzvonimir (Ѕвонимир), Zvonimira (w)
|
| Nicht auf mir = „Friede/Welt“ können folgende Vornamen zurückgeführt werden:
|
| Miroslav (232)
Miroslaw (73)
|
germ. mer = groß, bedeutend, berühmt, -slav = lat. sclavus, Slawe; → Bedeutung: „berühmter Slave“
Erst später wurden volksetymologisch mir und slava = Ruhm, Ehre assoziiert; Bedeutung also nicht „ruhmreicher Friede“, wie gerne angenommen wird. Diese Fehldeutung findet sich auf vielen Namensseiten, wie z. B. auf behind the name, Adazing,
|
Míra (RS), Mira (Мира) (div.), Mirče (Мирче) / Mirche (MK), Mircea (RO), Mirco (IT), Mireček (RS), Mirek (PL), Mirka (Мирка) (CS), Mirko (Мирко) (RS), Miro (HR), Miroslava (Мирослава) (div.), Mirosław (PL), Mirosława (PL), Myroslav (Мирослав) (UA), Myroslava (Мирослава) (UA)
|
| Tihomir (16)
|
slawisch ticho = still, ruhig, germ. mera = groß, bedeutend, berühmt → Bedeutung: „große Stille“ oder „stille Größe“
Erst später wurde volksetymologisch mir assoziiert; Bedeutung also nicht „stiller Friede“, wie gerne angenommen wird.
|
Tihomira (RS), Tikhomir (Тихомир) (RU)
|
| Wladimir (1008)
Vladimir (1308)
Wolodymyr (165)
|
slawisch vlad (владь) = Macht oder Herrschaft, got. mers = groß, ahd. mari = bedeutend, berühmt → Bedeutung: „groß in seiner Macht“; analog hierzu der deutsche Vorname Waldemar
Erst später wurde volksetymologisch mir assoziiert; Bedeutung also nicht „Friedensherrscher", wie gerne angenommen wird.
Eine interessante Übereinstimmung: Der Namenstag von Waldemar und Wladimir ist für beide der 15. Juli
|
Uladzimir (Уладзімір) (BY), Vladimír (CZ), Vladímir (ES), Vladimir (Владимир) (RU), Vladimiro (IT), Vlastimír (CZ), Vlastimir (Властимир) (RS), Włodzimierz (PL), Wolodymyr (Володимир) (UA)
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| Diese Fehldeutungen finden sich auf vielen Namensseiten, wie z. B. auf Adazing, behind_the_name, beliebte_vornamen, etymonline, ebenso die vielen Baby-Vornamen-Suche-Seiten im Internet ... Korrekt hingegen auf BabyNamesPedia, baby_vornamen.at, vorname.com, ...
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Aus dem lateinischen Wort pax = Frieden haben sich in romanischen Sprachen - anders als in germanischen und slavischen Sprachen - nur sehr wenige Vornamen entwickelt. Diese können auf drei Vornamengruppen eingegrenzt werden:
- Direkt aus dem lateinischen pax = hat sich in römisch‑christlicher Tradition das italienische Pace und hiervon italienisch Paix und spanisch Paz entwickelt.
- Aus lateinisch pacificus, zusammen gesetzt aus pax + facere = Frieden stiftend, haben sich mit gleicher Bedeutung Vornamen in verschiedenen Sprachen entwickelt.
- Das lateinische Adjektiv placidus hat die Bedeutung still, ruhig, friedlich. Hiervon haben sich in romanischen Sprachen verschiedene Vornamen entwickelt mit der Bedeutung der/die Ruhige, Friedliche.
Vornamen, die vom lateinischen pax abgeleitet sind.
|
|
Sprache
|
Übersetzung
|
Aussprache
|
| 1
|
Latein
|
Pax
|
[paks]
|
| 1
|
Englisch
|
Pace
|
[ˈpeɪs]
|
| 1
|
Französisch
|
Paix
|
[pɛ]
|
| 1
|
Italienisch
|
Pace
|
[ˈpa.tʃe]
|
| 1
|
Spanisch
|
Paz
|
[paθ]
|
| 2
|
Latein
|
Pacificus
|
[paˈkiː.fi.kus]
|
| 2
|
Französisch
|
Pacifique
|
[pa.si.fik]
|
| 2
|
Italienisch, Spanisch
|
Pacifico
|
[paˈtʃi.fi.ko/paθiˈfiko]
|
| 2
|
Italienisch, Spanisch
|
Pacifica
|
[paˈtʃi.fi.ka/pa.ˈθi.fi.ka]
|
| 3
|
Latein
|
Placidus
|
[ˈpla.ki.dus]
|
| 3
|
Englisch
|
Placid
|
[ˈplæs.ɪd]
|
| 3
|
Französisch
|
Placide
|
[pla.sid]
|
| 3
|
Italienisch
|
Placido
|
[ˈpla.tʃi.do]
|
| 3
|
Italienisch
|
Placidia
|
[plaˈki.di.a]
|
| 3
|
Portugiesisch
|
Plácido
|
[ˈpla.θi.ðo]
|
| 3
|
Spanisch
|
Plácido
|
[ˈpla.si.ðo]
|
| 3
|
Spanisch
|
Plácida
|
[ˈpla.θi.ða]
|
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Aus der semitischen Wurzel š-l-m = Friede, Glück, Gesundheit haben sich die hebräische und arabische Grußformeln Schalom und Salam entwickelt. diese beiden Wörter sind die Grundlage für einige Vornamen im arabischen Raum, die auch in europäische Landessprachen übernommen wurden. Die folgende Tabelle enthält einige Beispiele für Vornamen aus der semitischen Sprache. Diese sind in drei Gruppen zusammengefasst:
- Direkte Ableitung vom semitischen š-l-m
- Ableitungen vom biblischen Namen Salomon, hebräisch Shlomo, arabisch Suleiman. Der Name Salomon findet sich in dieser Form in vielen Bibelübersetzungen und ist auch als Nachname sehr verbreitet.
- Der Name der Religion Islam wird vor allem in arabischen Sprachen auch als Vorname benutzt. Von diesem sind einige wenige weitere Vornamen abgeleitet.
- Muslim wird als allgemeine Bezeichnung für Anhänger Mohameds verwendet, kommt aber auch als Vorname vor.
Vornamen, die von der semitischen Wurzel š-l-m abgeleitet sind.
|
|
Sprache
|
Vorname
|
Aussprache
|
|
|
|
|
|
| 1
|
Arabisch
|
Salām
|
|
| 1
|
Arabisch, Indonesisch, Uigurisch
|
Salām (سلام)
|
[saˈlaːm]
|
| 1
|
Arabisch
|
Abd as-Salām (عبد السلام)
|
[ʕabd as saˈlaːm]
|
| 1
|
Arabisch
|
Salim (سالم)
|
[ˈsaːlim]
|
| 1
|
Arabisch
|
Salima (سالمة)
|
[ˈsaːlima]
|
| 1
|
Arabisch, Persisch, Urdu
|
Salman (سلمان)
|
[salˈmaːn]
|
| 1
|
Bengalisch
|
Salman (সালমান)
|
[salˈmaːn]
|
| 1
|
Englisch, Deutsch, Georgisch, Griechisch, (Hebräisch)
|
Salome
|
[saˈloːme], [sə.ˈloʊ.mi]
|
| 1
|
Arabisch
|
Salim (سالم)
|
[ˈsaːlim]
|
| 1
|
Arabisch, Urdu
|
Saleem (سليم)
|
[sa.ˈliːm]
|
| 1
|
Arabisch, Englisch (m/w)
|
Salem (سالم)
|
[ˈsaːlim]
|
| 1
|
Arabisch
|
Salima (سليمة), Selima (w)
|
[sa.ˈliː.ma]
|
| 1
|
Albanisch, Türkisch
|
Selim
|
|
| 1
|
Arabisch, Türkisch
|
Selima (سليمة), Selime (w)
|
[seˈlim]
|
| 2
|
Hebräisch
|
Salomon, šəlōmōh (שְׁלֹמֹה)
|
|
| 2
|
Hebräisch
|
šəlōmōh (שְׁלֹמֹה), šālōm (שָׁלוֹם)
|
[ˈzaːlomɔ]
|
| 2
|
Hebräisch
|
Shlomo
|
[ʃloˈmo]
|
| 2
|
Französisch. Biblisch
|
Salomon
|
[sa.lo.ˈmon]
|
| 2
|
Portuguese
|
Salomão
|
|
| 2
|
Spanisch
|
Salomón
|
[sa.lo.ˈmon]
|
| 2
|
Ungarisch
|
Salamon
|
[ˈʃɒ.lɒ.mon]
|
| 2
|
Arabisch
|
Suleiman
|
|
| 2
|
Arabisch
|
Suleiman (سليمان)
|
[suˈlajmaːn]
|
| 2
|
Arabisch, Indonesisch, Malaiisch
|
Sulaiman (سليمان)
|
[su.laj.ˈmaːn]
|
| 2
|
Arabisch, Kirgisisch
|
Sulayman (سليمان), (Сулайман)
|
[su.laj.ˈmaːn]
|
| 2
|
Arabisch (Maghrebi)
|
Slimane
|
[su.laj.ˈmaːn]
|
| 2
|
Albanisch, Bosnisch
|
Sulejman
|
[sy.lej.ˈman]
|
| 2
|
Bosnisch
|
Suljo
|
|
| 2
|
Kasachisch
|
Süleimen (Сүлеймен)
|
|
| 2
|
Persisch
|
Soleiman (سلیمان)
|
[so.lej.ˈmɒːn]
|
| 2
|
Semitic Mythology
|
Shalim
|
|
| 2
|
Türkisch, Azerbaijanisch
|
Süleyman
|
[sy.lej.ˈman]
|
| 2
|
Turkmenisch
|
Süleýman
|
[sy.lej.ˈman]
|
| 2
|
West-Afrikanisch
|
Souleymane
|
[su.le.man]
|
| 3
|
Arabisch
|
Islam (إسلام )
|
|
| 3
|
Arabisch, Tschetschenisch
|
Islam (إسلام ), (Ислам)
|
[ʔis.ˈlaːm]
|
| 3
|
Arabisch, Tschetschnisch
|
Islama
|
[ʔis.ˈlaːma]
|
| 3
|
Aserbaidschanisch, Kasachisch, Türkisch
|
İslam
|
[ʔis.ˈlaːm]
|
| 3
|
Indonesisch
|
Islamawati
|
[ɪs.ˈlaː.ma.ˌwa.ti]
|
| 3
|
Persisch
|
Eslam (اسلام)
|
[ʔis.ˈlaːm]
|
| 3
|
Tschetschenisch,Baschkirisch
|
Islambek (Исламбек ), Islambäk (Исламбәк)
|
|
| 3
|
Usbekisch
|
Islom
|
[ʔis.ˈlaːm]
|
| 4
|
Arabisch
|
Muslim (Moslem)
|
|
| 4
|
Arabisch, Indonesisch, Malaiisch
|
Muslim (مسلم)
|
[ˈmus.lim]
|
| 4
|
Arabisch, Usbekisch, Bengalisch
|
Muslima (مسلمة) (w)
|
[ˈmus.li.ma]
|
| 4
|
Persisch
|
Moslem (مسلم)
|
[mos.ˈlem]
|
| 4
|
Türkisch, Aserbaidschanisch
|
Müslüm
|
[mys.ˈlym]
|
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Krieg und Frieden
| Wie sieht es mit der Verwendung der Wörter Friede(n) und Krieg aus? Um dies herauszufinden wurde der Wortschatz der Gegenwartssprache (linkes Diagramm) und er ZDL-Regionalkorpus (ab 1993, rechtes Diagramm) aus dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) ausgewertet.
|
| In diesem linken Diagramm wurden die beiden Wörter Krieg und Frieden über 120 Jahre hinweg ausgewertet. Bei der Analyse wurden die Wortschätze aus Zeitungen und der gesprochenen Sprache nicht mit einbezogen.
|
Für die Auswertung von Zeitungen steht nur eine begrenzte Datenbasis zur Verfügung. Dieses Diagramm gibt die Auswertung für die letzten zwanzig Jahre wieder. Bei der Analyse werden die Wortschätze aus dem linken Diagramm (durchgezogene Linie) im Vergleich zur Textauswertung Regionaler Zeitungen (gestrichelte Linien) dargestellt.
|
|
|
|
| Am Anfang des vorigen Jahrhunderts dominiert das Wort Krieg. Der erste Weltkrieg und die Zeit der Hitler-Diktatur prägten das Leben der Menschen. Die spiegelt sich auch im Gebrauch der Wörter Frieden und Krieg in den ausgewerteten Texten wieder. Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs ging es in den Herzen und Köpfen der Menschen um Frieden. Die Friedensbewegung in den 60er Jahren, die Demonstrationen gegen die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland (NATO-Doppelbeschluss) und schließlich die deutsche Wiedervereinigung (1989) zeigen auch in der Sprache deutliche Veränderungen. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war vom Friedenswillen geprägt. Der Zerfall Jugoslawiens (ab 1991) und der Irakkrieg (2003-2011) brachte dann den Krieg wieder zurück nach Europa, ins aktuelle Leben und ins Gedächtnis und prägte auch die Sprache.
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| Ganz anders stellt sich die Verwendung der Gegensätze Frieden und Krieg dar, wenn Regionale Zeitungen nach diesen Begriffen durchsucht werden. Das rechte Diagramm zeigt, dass der Gebrauch der beiden Wörter ganz entgegengesetzt zur Benutzung in anderen Textkorpora ausfällt.
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| Die journalistische Redensart „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.“ scheint sich hier zu bewahrheiten. Einerseits wird in Lebensgeschichten immer noch häufig auf den zweiten Weltkrieg und die Folgezeit Bezug genommen: „Ich war elf Jahre alt und es war Krieg.“ (1), „... (ist er) unbeschadet aus dem Krieg zurückgekehrt.“ (2), „Im Krieg ist hier alles zerstört worden.“ (3). Andererseits wird Krieg gern auch als Vergleich herangezogen: „...wir sind im Krieg mit einem Virus ... (Corona)“ (4) „Die Hooligans verhielten sich vor dem Stadion wie im Krieg.“ (5), „Das ist hier wie im Krieg“, sagt eine Verkäuferin ... (6) „.“ Nicht selten wird auch von einem Krieg gegen etwas oder jemanden berichtet: „Krieg gegen die Natur“ (7), „Krieg gegen das Virus“ (8), „... gegen den Staat“ (9), „... gegen den Terror“ (10), „... gegen das Establishment“ (11), „... gegen die Zukunft (12)“ „... gegen die islamistische Ideologie(13)“ „gegen Krebs“ (14) usw. usf. Und dann gibt es noch die weltweit tatsächlich geführten Kriege: „Krieg gegen Armenien“(15), „Eritrea“ (16), „Aserbaidschan“ (17) „Jemen“ (18), „Syrien“ (19) usw.
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referencen müssen noch eingebaut werden - Wie?
1) Allgemeine Zeitung, 14.12.2020, 2) Münchner Merkur, 31.12.2020, 3) Rhein-Zeitung, 24.12.2020, 4) Der Tagesspiegel, 15.12.2020, 5) , 6) Rhein-Zeitung, 15.12.2020, 7) Thurgauer Zeitung, 25.08.202, 8) Kieler Nachrichten, 31.12.2020, 9) Oberösterreichische Nachrichten, 14.12.2020, 10) Neue Westfälische, 7.12.2020, 11) Neue Westfälische, 10.12.2020, 12) Frankfurter Rundschau, 21.11.2020, 13) Oberösterreichische Nachrichten, 31.10.2020, 14) General-Anzeiger, 22.09.2020, 15) Kleine Zeitung, 13.12.2020, 16) Frankfurter Rundschau, 09.12.2020, 17) Oberösterreichische Nachrichten, 27.11.2020, 18) Kleine Zeitung, 11.11.2020, 19) Rhein-Zeitung, 10.03.2020,
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< references />
Redensarten/Zitate
Text fehlt
xx
Mehrwortausdrücke und Redensarten mit dem Grundwort Frieden
|
|
Mehrwortausdruck
|
Bedeutung
|
| A
|
Frieden ist das höchste Gut
|
Wertschätzung des Friedens als erstrebenswerteste Lebens- oder Staatsbedingung.
|
| B
|
Frieden schaffen
|
Aktiv dazu beitragen, dass ein friedlicher Zustand entsteht (z. B. durch Vermittlung oder Maßnahmen).
|
| B
|
Frieden stiften
|
Vermitteln und dafür sorgen, dass Streit endet oder gar nicht entsteht.
|
| C
|
etwas in Frieden lassen
|
Eine Sache unberührt lassen; nicht weiter daran herumändern oder eingreifen.
|
| C
|
jemanden in Frieden lassen
|
Jemanden in Ruhe lassen; nicht stören oder belästigen.
|
| C
|
seinen Frieden mit etwas machen
|
Mit einer Situation abschließen; sie akzeptieren und innerlich zur Ruhe kommen.
|
| C
|
seinen Frieden mit jemandem machen
|
Sich mit jemandem versöhnen; einen Konflikt beilegen/akzeptabel beenden.
|
| C
|
um des Friedens willen
|
Aus Rücksicht auf Frieden/Ruhe; um Konflikte zu vermeiden.
|
| C
|
um des lieben Friedens willen
|
Damit kein Streit entsteht; um die Harmonie/den Hausfrieden zu wahren.
|
| C
|
(mit jdm.) Frieden schließen/machen
|
Sich versöhnen; einen Streit/Konflikt beenden.
|
| D
|
für Frieden sorgen
|
dafür sorgen, dass es ruhig/ohne Streit bleibt; Streit schlichten.
|
| D
|
den Frieden bewahren/halten
|
Den erreichten Frieden bewahren; keinen neuen Streit beginnen oder Konflikte nicht eskalieren lassen.
|
| D
|
es herrscht Frieden
|
Es ist ruhig; es gibt keinen Streit oder Krieg.
|
| D
|
Gib ihm Frieden!
|
Lass ihn in Ruhe; bedränge ihn nicht weiter.
|
| E
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dem Frieden nicht trauen
|
Misstrauisch gegenüber einer scheinbar ruhigen/friedlichen Lage sein; man erwartet Ärger.
|
| E
|
unter dem Deckmantel des Friedens
|
etwas tun, das vorgeblich friedlich ist, tatsächlich aber eigennützig/gefährlich.
|
| E
|
Friede, Freude, Eierkuchen
|
Ironisch: scheinbar perfekte Harmonie; Konflikte/Probleme werden ausgeblendet.
|
| F
|
in Frieden ruhen
|
Formel für Verstorbene: im Tod Ruhe finden; nicht mehr gestört werden.
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| F
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Ruhe in Frieden
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Grabformel: Ausdruck des Wunsches, dass der Verstorbene im Tod Frieden findet.
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Zitate, in denen das Grundwort Frieden vorkommt
| Zitate
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Quelle
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| Beispiele für Zitate aus Wikiquote
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| Denn Frieden ernährt, aber Unfrieden verzehrt.
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Johann Peter Hebel, Das wohlfeile Mittagessen
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| Der Friede ist zu wichtig, um ihn den Männern alleine zu überlassen!
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Johanna Dohnal, zitiert in: Presseheft zum Film "Die Dohnal" von Sabine Derflinger (2019)
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| Nichts ist mit dem Frieden verloren. Aber alles kann mit dem Krieg verloren sein.
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Pius XII., Radiobotschaft vom 24. August 1939
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| Niemand, der bei Verstand ist, zieht den Krieg dem Frieden vor; denn in diesem begraben die Söhne ihre Väter, in jenem die Väter ihre Söhne.
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Herodot, Historien 1, 87, 4 / Krösus
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| Nur eine solidarische Welt kann eine gerechte und friedvolle Welt sein.
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Richard von Weizsäcker, Verantwortung für sozialen Fortschritt, Gerechtigkeit und Menschenrechte, 1986
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| Nur zwischen Glaube und Vertrauen ist Friede.
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Friedrich Schiller, "Wallenstein"
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| Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist.
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Matthäus 5,25
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| Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
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Matthäus 5,9
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| Beispiele für Zitate aus Gute Zitate (nicht werbefrei)
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| Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.
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Mahatma Gandhi
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| Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen.
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Mahatma Gandhi
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| Dauerhafter Frieden beruht auf wechselseitiger Achtung.
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Dalai Lama
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| Soldatengräber sind die besten Prediger des Friedens.
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Albert Schweitzer
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| Der teuerste Frieden ist billiger als der billigste Krieg.
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Alexander Pope
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| Lieber ein mittelmäßiger Frieden als ein glorreicher Krieg.
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Maria Theresia
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| Wir sind gegen den Gorilla-Krieg - wir sagen: Frieden schaffen ohne Affen!
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Stefan Raab
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| Der Frieden kommt durch Verständigung, nicht durch Vereinbarung.
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Sprichwort
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| Weitere Quellen:
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| Aphorismen (1523), berühmte Zitate (316), bk-Luebeck (47), Gute Zitate (750), phrasio (1), Wikiquote (50), Zitate-online.de (42), Zitatforschung (7)
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Belege/Quellen
Modellwortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Modellwortschatz
Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo, DWDS Frieden, Friedhof, Weltfriede (+ 170). Wiktionary: Frieden, Friedhof, Weltfriede (+ 110)
Rechtschreibung: Wiktionary, Duden, DWDS, IDS
Etymologie: DWDS, etymonline, Wörterbuchnetz, Wortbedeutung.info, Wikipedia, Wiktionary, Wiktionary-en,
Vornamen: Wikipedia - Liste deutscher Vornamen, Liste von Vornamen, Liste der Namenstage, Arabischer Name, Persondata.toolforge (Quantifizierung der Wikipedia Namensseiten), sowie Friedrich; Siegfried usw. (sh. direkte Verlinkungen der Vornamen);
Einzelseiten zu Vornamen in Fremdsprachen: BabyNamesPedia, behind the name, etymonline, nordic names, ...
Einzelseiten zu deutschen Vornamen: baby_vornamen.at, beliebte_vornamen, vorname.com, ...
Grafik: How to say peace in European Languages - brilliantmaps.com, instagram.com
Mehrwortausdrücke, Redensarten: Zitate: DWDS, Wikipedia, Wiktionary, wissen.de; Aphorismen (1523), berühmte Zitate (316), bk-Luebeck (47), Gute Zitate (750), phrasio (1), Wikiquote (50), Zitate-online.de (42), Zitatforschung (7)
Alle Internetseiten wurden abgerufen im Jan. 2026
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