NoSoSt Entwicklung
hell/behelligen
| Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein heller Junge. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel. |
| Ulli, Klasse 2, Regensburg |
| Was hat das Wort behelligen mit dem Adjektiv hell zu tun? |
| Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg |
| Wir haben im Kunstunterricht über hell und dunkel gesprochen. Was bedeutet hell, welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass hell auch stören kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig stören soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv hell in das Verb behelligen? |
Wortherkunft
heller Junge
behelligen
Hinweise zum Wort behelligen
| Bedeutung: | stören, belästigen |
| Beispielsatz: | Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: be·hel·li·gen Aussprache: [bəˈhɛlɪɡn̩] |
Wortformen
hell
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| hell | heller | am hellsten |
behelligen
Das Verb behelligen wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb haben gebildet.
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich behellige | ich behelligte | ich habe behelligt |
| 2. Person | du behelligst | du behelligtest | du hast behelligt | |
| 3. Person | er/sie/es behelligt | er/sie/es behelligte | er/sie/es hat behelligt | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir behelligen | wir behelligten | wir haben behelligt |
| 2. Person | ihr behelligt | ihr behelligtet | ihr habt behelligt | |
| 3. Person | sie behelligen | sie behelligten | sie haben behelligt | |
Modellwortschatz
| Weiterführende Informationen zum Grundwort behelligen |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - hell/behelligen
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Weiterführende Informationen zum Wort behelligen
| Entstehung: | behelligen: ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. hellegen, helligen = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. behelligen = stören, belästigen, lästig fallen
hell: ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. hel = tönend, mhd. hel = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: hallen, einhellig, misshellig |
| Wortbildungen: | Behelligung, unbehellitgt |
| hell | |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | Das Verb behelligen wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.
Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb helligen „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt. |
Wörterliste zum Adjektiv hell
| Adjektive | |
|---|---|
| Farbadjektive | hellen, hell, helle, Helle, [1], hellbeige, hellblau, hellblond, hellbraun, hellfarbig, hellgelb, hellglänzend, hellgrau, hellgrün, helllila, hellrosa, hellrot, hellviolett, hellweiß |
| so hell wie ... | ... die Dämmerung: dämmerhell, ... Glas: glashell, glockenhell, kristallhell, mondhell, neonhell, schneehell, silberhell, sonnenhell, sternenhell, tageshell, wasserhell |
| sonstige (Erstglied) | hellauf, helläugig, helldunkel, hellerleuchtet, hellerlicht, hellhaarig, hellhäutig, hellleuchtend, helllicht, helllodernd, hellstrahlend, hellwach |
| sonstige (Letztglied) | überhell, geisteshell, |
| Nomen | |
| Erstglied | Hellraumprojektor, Hellriegel, Hellung, Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei, |
| Letztglied | Stimmungsaufheller, Stimmungsaufhellung, Tageshelle, Taghelle |
| Wortgruppen | |
| hellhörig, Hellhörigkeit,
hellsichtig, Hellsicht, Hellsichtigkeit, hellsehen, Hellsehen, Hellseher, Hellseherei, Hellseherin, hellseherisch, | |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch) ZDL Wikipedia Duden-online
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Hagebutte
Wortherkunft
Hinweise zum Wort Hagebutte
| Bedeutung: | Rote Scheinfrucht verschiedener Rosenarten |
| Beispielsatz: | Im Herbst leuchten die roten Hagebutten an den Hecken. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, feminin
Worttrennung: Ha-ge-but-te Aussprache: [ˈhaːɡəˌbʊtə] |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Hagebutte | die Hagebutten |
| 2. Fall | Genitiv | der Hagebutte | der Hagebutten |
| 3. Fall | Dativ | der Hagebutte | den Hagebutten |
| 4. Fall | Akkusativ | die Hagebutte | die Hagebutten |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Hagebutte |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Hagebutte
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Weiterführende Informationen zum Wort Hagebutte
| Entstehung: | ahd. haganbutta, mhd. hagenbutz
butte möglicherweise aus dem niederländischen but = stumpf abgeleitet. Einige Autoren sehen auch einen Zusammenhang mit butz = Klumpen, Knoten, Kerngehäuse. Der erste Wortteil hag bedeutete ursprünglich: Umzäunung, Hecke, eingehegter Ort. Von hag sind auch die Wörter Hecke, Hain, Gehege und Hagedorn abgeleitet. |
| Wortbildungen: | Hagebuttenmarmelade, Hagebuttentee, Hagebuttenkern, Hagebuttenstrauch |
| Ableitungen: | Hagedorn, Hecke, Gehege |
| Interessantes: | Die Hagebutte ist botanisch keine echte Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht.
Die Früchte enthalten sehr viel Vitamin C und werden häufig zu Tee oder Marmelade verarbeitet. |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, Goethe, Grimm), BDO, ZDL, Wikipedia, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Hahn
| Warum schreibt wir Henne und nicht *Hänne ? Das Wort ist doch von Hahn abgeleitet |
| Klasse 4 |
Diskussion
Weiterführende Informationen zum Wort Hahn
Modellwortschatz
Hinweise zum Wort
| Bedeutung: | Ein Hahn ist das männliche Haushuhn. Das Wort wird aber auch für verschiedene technische Geräte verwendet, aus denen Flüssigkeiten oder Gase herausfließen können.
a) männliches Haushuhn b) Absperr- oder Auslassvorrichtung für Flüssigkeiten oder Gase |
| Beispielsatz: | Der Hahn krähte schon vor Sonnenaufgang.
Dreh bitte den Wasserhahn zu! |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, maskulin
Worttrennung: Hahn Aussprache: [haːn] |
Wortformen
Das Wort Hahn ist ein männliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Hahn | die Hähne |
| 2. Fall | Genitiv | des Hahnes / Hahns | der Hähne |
| 3. Fall | Dativ | dem Hahn | den Hähnen |
| 4. Fall | Akkusativ | den Hahn | die Hähne |
| zu den Wortgeschichten Henne und Huhn |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Hahn |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Hahn
| zurück zur Wortgeschichte Hahn |
Die Wörter Hahn und Henne gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Beide reichen bis in die germanische Zeit zurück. Den Ursprung vermuten die Sprachwissenschaftler noch viel früher in der indoeuropäischen Sprachfamilie. Auf dieser Seite erfährst du mehr über den Ursprung, die Bedeutung und die Vielfalt der Bedeutungen in den Wortbildungen mit den Nomen Hahn und Hähnchen.
Weiterführende Informationen zum Wort Hahn
| Entstehung: | ie. *kan- = singen, klingen, tönen
Der Hahn wurde wahrscheinlich nach seinem Krähen benannt. Das Wort gehört damit zu den Tiernamen, die auf einen charakteristischen Laut zurückgehen. Die technische Bedeutung Wasserhahn entstand erst nach dem Mittelalter. Viele Zapfhähne wurden damals mit einer Hahnfigur geschmückt. |
| Interessantes: | In vielen Kulturen gilt der Hahn als Symbol für Wachsamkeit und den Beginn des Tages. Auf Kirchtürmen findet man häufig einen Wetterhahn. Er erinnert zugleich an das Krähen des Hahnes am Beginn des Tages und zeigt zugleich die Windrichtung an.
Die weibliche Form zum Hahn ist die Henne. Beide Wörter bilden ein altes Wortpaar, ähnlich wie Stier und Kuh oder Widder und Schaf. |
| Wappentiere | Der Hahn kommt auch in verschiedenen Wappen vor. Er findet sich in den Wappen von Städten, Firmen, Vereinen, Ländern usw. Häufig symbolisiert er Kampfbereitschaft, Wachsamkeit oder Verteidiger der Familie. Hier einige Orte aus Deutschland, die den Hahn in ihrem Städtewappen führen:
|
| Auch international findes du den Hahn in vielen Städten als Wappentier. Hier einige Beispiele von europäischen Orten:
| |
| Wenn dich der Hahn als Wappentier interessiert, dann findest du im Internet auf der Seite wikimedia commons viele hundert weitere Beispiele. Die meisten Hähne kommen in Familienwappen vor, aber auch in Vereinenswappen, Ländern (z. B. Kenia) und selbst in der Olympiamannschaft von Frankreich. |
Wortbildungen
Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Hahn. In den meisten Wortbildungen steht Hahn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Hahn als Tier |
|---|
| Auerhahn, Backhahn, Berghahn, Birkhahn, Brathahn, Bruderhahn, Fasanenhahn, Finkenhahn, Flughahn, Gickelhahn, Gockelhahn, Goldhahn, Hahn, Hahnen, Hahnenküken, Hahnium, Hahnwald, Haselhahn, Haushahn, Hüpfhahn, Junghahn, Kanarienhahn, Kapaun, Kapphahn, Kickelhahn, Knurrhahn, Lichtenhahn, Masthahn, Meerhahn, Pfauenhahn, Pfauhahn, Piephahn, Rehhahn, Seehahn, Straußenhahn, Truthahn, Truthahnschießen, Urhahn, Wildenhahn, Zuchthahn, ... |
| 2. Hahn als Körpermerkmal |
| Hahnenbalken, Hahnenbrust, Hahnendorn, Hahnenfeder, Hahnenfuß, Hahnenfußgewächs, Hahnenhode, Hahnenhütchen, Hahnenkamm, Hahnenkammrennen, Hahnenklee, Hahnenschwanz, Hahnensporn, Hahnenstimme, Hahnentritt, Hahnentrittmuster, Hahnkeule, ... |
| 3. Hahn als Verhaltenstyp |
| Hahnenbalz, Hahnenkampf, Hahnenschau, Hahnenwackel, Hahnrei, Kampfhahn, Platzhahn, Spielhahn, Streithahn, Zankhahn, ... |
| 4. Hahn als Zeitanzeiger |
| Hahnenkräh, Hahnenkraht, Hahnenruf, Hahnenschrei, Hahnenwecker, ... |
| 5. Hahn als Symboltier |
| Hahn roter Hahn, Tempelhahn, Turmhahn, Wetterhahn, Windhahn, ... |
| 6. Hahn als technische Vorrichtung |
| Abflusshahn, Ablasshahn, Absperrhahn, Abstellhahn, Ausflusshahn, Auslasshahn, Benzinhahn, Bierhahn, Dreiwegehahn, Einhebelhahn, Einweghahn, Fasshahn, Gashahn, Hahnenwasser, Haupthahn, Kippenhahn, Kraftstoffhahn, Leitungshahn, Mehrwegehahn, Messinghahn, Nickelhahn, Nothahn, Ölhahn, Quetschhahn, Regulierhahn, Schwenkhahn, Sperrhahn, Spundhahn, Streichhahn, Süßhahn, Tautenhahn, Uhrhahn, Vierwegehahn, Warmwasserhahn, Wasserhahn, Zapfhahn, Zweiwegehahn, Zwickelhahn, ... |
| 7. Hahn als Teil von Waffen und Geräten |
| Abzugshahn, Gewehrhahn, Revolverhahn, Schnapphahn, ... |
| 8. Hahn in übertragenen Bedeutungen |
| Geldhahn (manchmal auch als Finanzhahn, Kredithahn, Zinshahn bezeichnet), ... |
Nicht ganz so oft kommt das Nomen Hähnchen in Wortbildungen vor. Hier dominiert das Wort als Erstglied. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Hähnchen als Geflügel und Jungtier |
|---|
| Backhähnchen, Brathähnchen, Grillhähnchen, Hähnchen, Masthähnchen, Tiefkühlhähnchen |
| 2. Hähnchen als Nahrungsmittel |
| Hähnchenbraten, Hähnchenbrühe, Hähnchenbrust, Hähnchenfilet, Hähnchenfleisch, Hähnchenflügel, Hähnchenhack, Hähnchenkeule, Hähnchenschenkel, Hähnchenschnitzel, Hähnchenspieß, Hähnchenteil |
| 3. Hähnchen in Zucht, Haltung und Vermarktung |
| Hähnchenkrise, Hähnchenmast, Hähnchenmäster, Hähnchenschlachterei, Hähnchenschlachtung |
| 4. „-hähnchen“ als Tiername |
| Getreidehähnchen, Goldhähnchen, Lilienhähnchen, Spargelhähnchen, , |
Redensarten und Sprichwörter mit „Hahn“
Der Hahn fällt durch seinen roten Kamm, sein buntes Gefieder und sein selbstbewusstes Auftreten auf. Er verteidigt sein Revier und zeigt den Hennen seine Stärke. Deshalb steht der Hahn in vielen Redensarten für Stolz, Selbstbewusstsein und manchmal auch für Überheblichkeit.
- stolz wie ein Hahn sein
- sich aufplustern wie ein Hahn
- wie ein Hahn auf dem Mist auftreten
- jeder Hahn ist König auf seinem Mist
- der Hahn denkt, die Sonne gehe seinetwegen auf
- wie ein Hahn im Korb sein
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die selbstbewusst auftreten, sich wichtigmachen oder ihre eigene Bedeutung überschätzen.
Schon lange bevor es Wecker gab, kündigte der Hahn mit seinem Krähen den neuen Tag an. Deshalb wurde er zum Symbol für den frühen Morgen.
- mit dem Hahn aufstehen
- früh wie ein Hahn auf den Beinen sein
- mit den Hühnern schlafen gehen und mit dem Hahn aufstehen
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die früh schlafen gehen oder sehr früh aufstehen.
Der Hahn macht durch sein Krähen auf sich aufmerksam. Wenn aber „kein Hahn danach kräht“, interessiert sich niemand für eine Sache.
- danach kräht kein Hahn
- kein Hahn kräht danach
- da wird kein Hahn nach krähen
Bedeutung: Niemand interessiert sich für etwas oder schenkt ihm Beachtung.
Früher bezeichnete man ein Feuer oft als „roten Hahn“. Die Flammen erinnerten an den roten Hahnenkamm.
- den roten Hahn aufs Dach setzen
- der rote Hahn kräht auf dem Dach
- den roten Hahn aufsteigen lassen
- den roten Hahn reiten lassen
Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf Feuer, Brände oder Brandstiftung.
Der Hahn spielt auch in der christlichen Tradition und im Volksglauben eine Rolle.
- ehe der Hahn kräht
- der Hahn kräht dreimal
- wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist
Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf religiöse Erzählungen oder auf Beobachtungen des Wetters.
Die meisten Redensarten mit Hahn beziehen sich auf:
- Stolz und Selbstbewusstsein
- den Beginn des Tages
- Interesse oder Gleichgültigkeit
- Feuer und Brände
- Religion und Volksglauben
Der Hahn erscheint in der Sprache meist als auffälliges, selbstbewusstes und weithin hörbares Tier.
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
Übersetzungen: Dänisch, Englisch, Französisch, Finnisch, Isländisch, Italienisch, Latein, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
| zu den Wortgeschichten Henne und Huhn |
| zurück zur Wortgeschichte Hahn |
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Henne
Eine Henne ist das weibliche Haushuhn. Sie legt Eier und zieht ihre Küken auf.
Wortherkunft
| Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet. | ||||||||||||
| Das Wort Henne gab es schon im Althochdeutschen als henna. Es gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Die Wörter Hahn und Henne bilden seit vielen Jahrhunderten ein Wortpaar für die männlichen und weiblichen Tiere des Haushuhns. | ||||||||||||
| In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen: | ||||||||||||
|
Hinweise zum Wort Henne
| Bedeutung: | Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet. |
| Beispielsatz: | Die Henne führte ihre Küken über den Bauernhof. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, feminin
Worttrennung: Hen·ne Aussprache: [ˈhɛnə] |
Wortformen
Das Wort Henne ist ein weibliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Henne | die Hennen |
| 2. Fall | Genitiv | der Henne | der Hennen |
| 3. Fall | Dativ | der Henne | den Hennen |
| 4. Fall | Akkusativ | die Henne | die Hennen |
| zu den Wortgeschichten Hahn und Huhn |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Henne |
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Info - Henne
| zurück zur Wortgeschichte Henne |
Die Wörter Henne und Hahn gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Sie bilden ein altes Wortpaar für die weiblichen und männlichen Tiere des Haushuhns.
Weiterführende Informationen zum Wort Henne
| Entstehung: | ie. *kan- = singen, tönen, rufen
Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich gehört es zur gleichen alten Wortfamilie wie Hahn. |
| Wortbildungen: | Gluckhenne, Legehenne, Bruthenne, Haushenne, Hennenfeder, Hennenstall |
| Ableitungen: | hennenartig, Hennenhaltung, Hühnerhenne |
| Interessantes: | Die Henne ist eines der wichtigsten Nutztiere des Menschen. Sie liefert Eier und wird seit mehreren tausend Jahren gehalten.
Die Henne legt auch dann Eier, wenn kein Hahn vorhanden ist. Aus diesen Eiern können jedoch keine Küken schlüpfen. Zusammen mit Hahn bildet Henne ein sogenanntes Movierungspaar, also ein Wortpaar zur Kennzeichnung männlicher und weiblicher Tiere. |
Wortbildungen
Es gibt einige wenige Wortbildungen mit dem Nomen Henne. In den Wortbildungen steht Henne (von wenigen Ausnahmen abgesehen) als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Henne als weibliches Tier |
|---|
| Henne, Junghenne |
| 2. Henne als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Nutzung) |
| Brathenne, Hennenhaltung, Käfighenne, Legehenne, Legehennenanlage, Legehennenfarm, Legehennenfutter, Legehennenhaltung, Legehennenkäfig, ... |
| 3. Henne als Muttertier (Brüten, Kükenaufzucht) |
| Bruthenne, Gluckhenne, Hennenküken, ... |
| 4. Henne als besondere oder auffällige Henne |
| Fettenhenne, Fetthenne, Krampfhenne, Maschennetzhenne, ... |
| 5. Henne als Bezeichnung anderer Tierarten |
| Auerhenne, Birkhenne, Fasanenhenne, Pfauenhenne, Pfauhenne, Puthenne, Putthenne, Truthenne, ... |
Redensarten und Sprichwörter mit „Henne“
Hennen beschützen ihre Küken und wärmen sie unter ihren Flügeln. Deshalb stehen sie oft für Fürsorge und manchmal auch für Überfürsorge.
- wie eine Glucke auf ihre Küken aufpassen
- eine Glucke sein
- sich benehmen wie eine Glucke
- jemanden unter die Flügel nehmen
Bedeutung: Sich besonders fürsorglich um andere kümmern.
Hennen legen Eier und sichern damit den Fortbestand ihrer Art. Deshalb entstanden Redensarten über Ursprung, Reichtum und Glück.
- Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?
- die Henne, die goldene Eier legt
- man soll die Henne nicht schlachten, die die Eier legt
- auch die blindeste Henne findet einmal ein Korn
Bedeutung: Fragen nach dem Ursprung, dauerhafter Nutzen oder unerwartetes Glück.
Hennen machen oft lautstark auf sich aufmerksam. Daraus entstanden Redensarten über Unruhe und viel Gerede.
- gackern wie eine Henne
- ein Gegacker wie im Hühnerstall
- herumlaufen wie eine aufgescheuchte Henne
Bedeutung: Lautes Reden, Aufregung oder hektisches Verhalten.
Hennen reagieren schnell auf Gefahren und suchen Schutz.
- ängstlich wie eine Henne sein
- sich verkriechen wie eine Henne
Bedeutung: Vorsichtig, schreckhaft oder furchtsam sein.
Die meisten Redensarten mit Henne beziehen sich auf drei Dinge:
- das Eierlegen,
- das Beschützen der Küken,
- das Gackern und aufgeregte Verhalten.
Beim Hahn stehen dagegen meist Stolz, Macht und der morgendliche Hahnenschrei im Mittelpunkt. Henne und Hahn ergänzen sich also auch in den Redensarten: Die Henne steht eher für Fürsorge und Alltag, der Hahn eher für Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit.
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Goethe, Grimm, Krünitz, WWb), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
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Huhn
Ein Huhn ist ein Haustier, das Eier legt und vom Menschen seit vielen tausend Jahren gehalten wird.
Wortherkunft
| Das Wort Huhn bezeichnet heute meist das Haushuhn. Genau genommen umfasst das Wort sowohl den Hahn als auch die Henne. Oft wird das Wort aber auch speziell für die Henne verwendet. | ||||||||||||
| Das Wort Huhn ist sehr alt. Schon im Althochdeutschen gab es die Form huon. Die Sprachwissenschaftler vermuten, dass das Wort ursprünglich ein junges Tier bezeichnete. Erst später wurde daraus die allgemeine Bezeichnung für das Haushuhn. | ||||||||||||
| In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen: | ||||||||||||
|
Hinweise zum Wort Huhn
| Bedeutung: | a) Haushuhn als Tierart b) Sammelbezeichnung für Hahn und Henne |
| Beispielsatz: | Das Huhn scharrte auf dem Hof nach Körnern. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, Neutrum
Worttrennung: Huhn Aussprache: [huːn] |
Wortformen
Das Wort Huhn ist ein sächliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Huhn | die Hühner |
| 2. Fall | Genitiv | des Huhnes / Huhns | der Hühner |
| 3. Fall | Dativ | dem Huhn | den Hühnern |
| 4. Fall | Akkusativ | das Huhn | die Hühner |
| zu den Wortgeschichten Hahn und Henne |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Huhn |
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Info - Huhn
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Das Wort Huhn gehört zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Es bezeichnet die gesamte Tierart, zu der Hahn und Henne gehören.
Weiterführende Informationen zum Wort Huhn
| Entstehung: | urgerm. *hōna-, *hūna- = Huhn
Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise bezeichnete das Wort ursprünglich ein junges Tier oder Küken. Das Wort Huhn ist mit niederländisch hoen, englisch hen und schwedisch höna verwandt. |
| Interessantes: | Das Haushuhn gehört zu den ältesten Nutztieren des Menschen. Es stammt vom Bankivahuhn aus Südostasien ab und wird seit mehreren tausend Jahren gezüchtet.
Sprachlich interessant ist die Beziehung zwischen Huhn, Hahn und Henne:
Die Redewendung wie die Hühner auf der Stange sitzen beschreibt Menschen, die dicht gedrängt nebeneinandersitzen. |
Wortbildungen
Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Huhn. In den Wortbildungen steht Huhn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Huhn als Tierart (Haus- und Wildhühner) |
|---|
| Bankivahuhn, Bantamhuhn, Brahmahuhn, Haubenhuhn, Haushuhn, Italienerhuhn, Kammhuhn, Kotschinchinahuhn, Lachshuhn, Schopfhuhn, Seidenhuhn, Weißhuhn, Zigeunerhuhn, Zwerghuhn, ... |
| 2. Huhn als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Landwirtschaft) |
| Batteriehuhn, Freilandhuhn, Hybridhuhn, Käfighuhn, Kampfhuhn, Landhuhn, Landhuhnrasse, Legehuhn, Masthuhn, Masthuhn, Rassehuhn, Stallhuhn, Zwienutzungshuhn, ... |
| 3. Huhn als Lebensmittel |
| Backhuhn, Brathuhn, Curryhuhn, Paprikahuhn, Perlhuhnbrust, Suppenhuhn, ... |
| 4. Huhn als Bezeichnung anderer Vogelarten |
| Auerhuhn, Binsenhuhn, Birkhuhn, Blässhuhn, Blesshuhn, Brahmaputrahuhn, Feldhuhn, Felsenhuhn, Flughuhn, Gabelhuhn, Großfußhuhn, Haselhuhn, Hokkohuhn, Königshuhn, Moorhuhn, Perlhuhn, Präriehuhn, Purpurhuhn, Puthuhn, Rackelhuhn, Raufußhuhn, Rebhuhn, Rothuhn, Satyrhuhn, Schneehuhn, Steinhuhn, Steißhuhn, Steppenhuhn, Sultanshuhn, Sumpfhuhn, Teichhuhn, Truthuhn, Waldhuhn, Wasserhuhn, Wildhuhn, ... |
| 5. Huhn als übertragene oder besondere Benennung |
| Gummihuhn, Leichenhuhn, Unglückshuhn, ... |
Deutlich häufiger kommt die Pluralform mit Umlaut, Hühner, in Wortbildungen vor. In der Wortbildung kommt die Pluralform (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nur als Erstglied vor. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Hühner als Tiere (Körperteile, Krankheiten, Verhalten) |
|---|
| Hühnerbein, Hühnerbiss, hühnerblind, Hühnerblut, Hühnerdarm, Hühnerdreck, Hühnerdung, Hühnerei, hühnereigroß, Hühnereiweiß, Hühnerfeder, Hühnergackern, Hühnergelege, Hühnergrind, Hühnergrippe, Hühnerhaufen, Hühnerkacke, Hühnerkadaver, Hühnerkamm, Hühnerkopf, Hühnerkot, Hühnerkralle, Hühnerküken, Hühnermist, Hühnerpest, Hühnerschar, Hühnerscheiße, Hühnervolk, ... |
| 2. Hühnerhaltung, Zucht und Landwirtschaft |
| Hühnerbaron, Hühnerbestand, Hühnerdieb, Hühnerfabrik, Hühnerfarm, Hühnerfutter, Hühnerhalter, Hühnerhaltung, Hühnerjagd, Hühnermast, Hühnerproduktion, Hühnerrasse, Hühnerschlachtung, Hühnerzucht, Hühnerzüchter, ... |
| 3. Hühner als Lebensmittel |
| Hühnerbouillon, Hühnerbraten, Hühnerbrühe, Hühnerbrust, Hühnerfilet, Hühnerfleisch, Hühnerfrikassee, Hühnergericht, Hühnerkeule, Hühnerklein, Hühnerkoch, Hühnerleber, Hühnerpaste, Hühnerragout, Hühnersalat, Hühnerschlegel, Hühnerschnitzel, Hühnerspieß, Hühnersuppe, ... |
| 4. Hühner als Lebensraum und Ausstattung |
| Hühnergehege, Hühnerhaus, Hühnerhof, Hühnerkäfig, Hühnerlatte, Hühnernest, Hühnerstall, Hühnerstange, Hühnersteige, Hühnertreppe, Hühnerzwinger, ... |
| 5. Hühner als andere Tier- oder Pflanzennamen |
| Hühnerfloh, Hühnergans, Hühnerhabicht, Hühnerlaus, Hühnervogel, ... |
| 6. Hühner in übertragenen oder bildlichen Benennungen |
| Hühnerauge, Hühneraugenpflaster, Hühnerbeige, Hühnerbucht, Hühnergott, Hühnerhaut, Hühner-KZ, Hühnerleid, Hühnermädchen, Hühnerposten, ... |
Redensarten und Sprichwörter mit „Huhn“
Hühner reagieren schnell auf ungewohnte Geräusche oder Gefahren. Deshalb stehen sie in vielen Redensarten für Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit.
- herumlaufen wie ein aufgescheuchtes Huhn
- wie ein kopfloses Huhn herumlaufen
- dastehen wie das Huhn vorm Messer
- wie ein nasses Huhn aussehen
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die hektisch, ratlos, verängstigt oder hilflos wirken.
In einem Hühnerstall geht es oft laut und lebhaft zu. Viele Hühner laufen durcheinander und machen Geräusche.
- wie im Hühnerstall
- ein Hühnerhaufen sein
- ein Gegacker wie im Hühnerstall
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Unordnung, Lärm und durcheinanderes Verhalten.
Hühner gelten im Volksglauben nicht als besonders kluge Tiere. Deshalb entstanden einige Redensarten über Vergesslichkeit oder mangelndes Nachdenken.
- ein Hühnerhirn haben
- ein dummes Huhn sein
- hirnlos wie ein Huhn
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die unüberlegt handeln oder als wenig klug gelten.
Hühner liefern Eier und waren früher für viele Familien besonders wertvoll. Deshalb entstanden Redensarten über Glück, Gewinn und Vorsicht.
- auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn
- das Huhn schlachten, das die goldenen Eier legt
- man soll die Hühner nicht zählen, bevor sie ausgeschlüpft sind
- lieber ein Ei heute als ein Huhn morgen
Bedeutung: Die Redensarten handeln von Glück, Nutzen, Geduld und vernünftigem Handeln.
Manche Sprichwörter beschreiben etwas, das niemals eintreten wird.
- wenn die Hühner Zähne hätten
Bedeutung: Etwas ist äußerst unwahrscheinlich oder praktisch unmöglich.
Die meisten Redensarten mit Huhn beziehen sich auf:
- Angst und Unsicherheit
- Lärm und Unordnung
- Dummheit oder Gedankenlosigkeit
- Eier, Glück und Nutzen
- Unwahrscheinliche Ereignisse
Das Huhn erscheint in der Sprache meist als einfaches Haustier des Alltags. Viele Redensarten spiegeln Beobachtungen wider, die Menschen über Jahrhunderte auf Bauernhöfen gemacht haben.
Gemeinsam betrachtet zeigen die Redensarten ein interessantes Bild:
- Der Hahn steht für Stolz, Macht und Aufmerksamkeit.
- Die Henne steht für Fürsorge, Eier und Schutz.
- Das Huhn steht für Alltag, Angst, Unordnung und Lebenserfahrung.
So ergänzen sich Hahn, Henne und Huhn in der deutschen Sprache zu einem ganzen Netz von Bildern und Vorstellungen.
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Grimm, Goethe, Krünitz), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
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Hai
Ein Hai ist ein großer Raubfisch, der in allen Meeren der Erde lebt. Das Wort schreiben wir mit <ai>. Diese ungewöhnliche Schreibung stammt wahrscheinlich aus einer nordischen Sprache.
| Warum schreibt man Hai mit ai, obwohl man doch ein ei hört? |
| H. G., Klasse 3, Köln |
Diskussion
| Das ist eine sehr kluge Frage. Wir hören ei und schreiben <ai>. Es gibt einige Wörter, die wir etwas anders schreiben, als wir es zunächst vermuten. Oft sind es ganz alte Wörter, die ihre Schreibung nie geändert haben, obwohl wir sie heute anders sprechen. Diese Wörter kann uns meist Herr Alt erklären. Es gibt aber auch Wörter, die wir aus anderen Sprachen übernommen haben. Hierfür ist Frau Fremd zuständig. Also liebe Kollegen, können Sie die Frage beantworten? | |
| Es kann sein, dass dies ein sehr altes Wort ist. In meinen alten Wörterbüchern habe ich aber keinen Hai gefunden. In meinen alten Wörterbüchern habe ich Formen gefunden, die auf nordische Sprachen zurückgehen. Liebe Frau Fremd: Wissen Sie woher das Wort kommt? | |
| Wahrscheinlich haben wir das Wort aus dem Niederländischen übernommen. Die Niederländer waren früher berühmte Seefahrer. Dort heißt der Fisch haai. Noch ältere verwandte Wörter finden wir in Island. Vermutlich bezeichnete das Wort ursprünglich einen Haken oder Pflock. Die spitze Rückenflosse eines Hais erinnert tatsächlich ein wenig an einen Haken. | |
| Der Hai ist ein Raubfisch. In Wortzusammensetzungen wird das Wort Hai manchmal auch übertragen verwendet. Dann meint es einen Menschen, der andere ausnutzt: | |
|
Weiterführende Informationen
Modellwortschatz
Das Wort Hai gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Hinweise zum Wort Hai
| Bedeutung: | a) großer Raubfisch der Meere
b) übertragen: rücksichtsloser Mensch |
| Beispielsatz: | Der Hai schwamm ruhig durch das Wasser. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, maskulin, der Hai
Worttrennung: - Aussprache: [haɪ̯] |
Wortformen
Das Wort Hai ist ein männliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Hai | die Haie |
| 2. Fall | Genitiv | des Hais | der Haie |
| 3. Fall | Dativ | dem Hai | den Haien |
| 4. Fall | Akkusativ | den Hai | die Haie |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Hai |
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Info - Hai
Das Wort Hai wurde vermutlich aus dem Niederländischen übernommen. Seine weitere Herkunft führt wahrscheinlich in den nordgermanischen Sprachraum. Die Schreibung mit <ai> erklärt sich dadurch, dass das Wort kein ursprünglich deutsches Erbwort ist.
Weiterführende Informationen zum Wort Hai
Modellwortschatz
Das Wort Hai gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite).
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Herkunft
| Entstehung: | ie. *k̑ā̌k-, *k̑ank- = Ast, Zweig, Pflock
|
Wortgeschichte
Aus dem germ. *hanh = spitzer Holzpflock entwickelte sich im isländischen hár die Doppelbedeutung Pflock, Dolle und Hai. Die Dolle ist die Halterung in der die Ruderblätter beim Ruderboot eingehängt werden. Diese Dolle war früher aus Holz und sah im Mittelalter bei den Wikingern noch ganz anders aus als bei uns heute. Schau dir einmal das Bild rechts an. Es zeigt die Keipe (so hieß die Dolle bei den Wikingern) eines Wikingerbootes. Und diese Keipe hat schon sehr viel Ähnlichkeit mit der Rückenflosse eines Hais. So ist diese Doppelbedeutung entstanden.
Die Niederländer waren über Jahrhunderte eine große Seefahrernation. Dort ist das nordische har bzw. haj bereits seit Mitte des 15. Jh. belegt (mnl. hay, nl. haai). Im deutschsprachigen Raum wurde das Wort aus den Niederlanden übernommen, zunächst Hay, später Hai. In Reiseberichten ist es seit Mitte des 17. Jh. belegt.
Wortbildungen
Wörterliste, Beispiele
Das Grundwort Hai kommt in vielen Wortbildungen vor. Besonders häufig sind Bezeichnungen einzelner Haiarten (Hai als Letztglied). Von den über 700 bekannten Haiarten enthalten rd. 500 Namen das Wort Hai. die folgende Tabelle enthält einige Beispiele, die zum größten Teil auch in Online-Wörterbüchern aufgeführt werden.
| Erstglied: | Haiangriff, Haifisch, Haifischbecken, Haifischflosse, Haifischflossensuppe, Haifischgebiss, Haifischhaut, Haifischmaul, Haifischmeer, Haifischteich, Haifischzahn, ... |
|---|---|
| Letztglied: | Ammenhai, Blauhai, Borneohai, Breitflossenhai, Bronzehai, Bullenhai, Dolchnasenhai, Dornhai, Eishai, Feinzahnhai, Fleckzahnhai, Galapagoshai, Gangeshai, Glatthai, Großnasenhai, Hammerhai, Hartnasenhai, Heringshai, Hornhai, Katzenhai, Koboldhai, Krokodilshai, Küstenhai, Lachshai, Menschenhai, Milchhai, Nasenhai, Pondicherryhai, Riesenhai, Riesenmaulhai, Sandbankhai, Sandtigerhai, Schildzahnhai, Schlafhai, Schlitzaugenhai, Schwarzfleckhai, Schwarzhai, Schwarznasenhai, Schweinsaugenhai, Seidenhai, Silberspitzenhai, Spatennasenhai, Speerzahnhai, Stachelhai, Stierkopfhai, Tigerhai, Urhai, Walbuchthai, Walhai, Weißnasenhai, Weißwangenhai, Zitronenhai, ... |
Bedeutungsgruppen
Die Namen der meisten Haie, die das Grundwort enthalten, können in fünf Bedeutungsgruppen geordnet werden. Somit ist diese Bezeichnung der Haie ein gutes Beispiel dafür, wie Tiere einer größeren Gruppe in der Biologie (deutsche Namen) benannt werden.
| 1. Körpermerkmale |
|---|
| Benennung nach Körperteilen, Form, Größe oder besonderen Merkmalen. |
| Beispiele: Breitflossenhai, Hammerhai, Großnasenhai, Riesenmaulhai, Speerzahnhai, Weißwangenhai |
| 2. Farbe oder Lebensraum |
| Benennung nach Färbung oder Lebensraum. |
| Beispiele: Blauhai, Bronzehai, Küstenhai, Sandbankhai, Eishai |
| 3. Ähnlichkeit mit anderen Tieren |
| Benennung nach Ähnlichkeiten zu anderen Tieren. |
| Beispiele: Bullenhai, Katzenhai, Krokodilshai, Tigerhai, Walhai |
| 4. Geografische Herkunft |
| Beispiele: Borneohai, Galapagoshai, Gangeshai, Pondicherryhai |
| 5. Sonstige zoologische Benennungen |
| Beispiele: Ammenhai, Koboldhai, Milchhai, Schlafhai, Urhai |
Hai in übertragener Bedeutung
Der Name Hai wird auch als Bild für einen rücksichtslosen Menschen verwendet. Hier ist der Hai als ein räuberischer Fisch der Namensgeber.
| Grundwort | Kurze Erläuterung |
|---|---|
| Finanzhai | Person, die andere im Finanzbereich rücksichtslos ausnutzt |
| Geldhai | besonders habgieriger Mensch |
| Immobilienhai | Person oder Unternehmen, das auf dem Immobilienmarkt andere ausnutzt |
| Kredithai | Person oder Firma, die Kredite zu unfairen Bedingungen vergibt |
| Miethai | Vermieter, der Mieter ausnutzt |
| Wohnungshai | Person oder Unternehmen, das Wohnungssuchende benachteiligt |
Redensarten
Das Wort Hai kommt nur sehr selten in Redensarten vor. Häufiger wird es in Vergleichen und in übertragener Bedeutungen verwendet.
| Redensart / Mehrwortausdruck | Kurze Beschreibung |
|---|---|
| ein großer Hai in der Finanzwelt | eine besonders mächtige, einflussreiche oder wohlhabende Person im Finanzwesen; oft mit dem Beiklang von Rücksichtslosigkeit oder Gewinnsucht |
| unter Haien schwimmen | sich in einer Umgebung bewegen, in der starke Konkurrenz herrscht und man ständig auf der Hut sein muss |
| ein Hai im Geschäftsleben | ein rücksichtsloser, durchsetzungsstarker Geschäftsmann oder Unternehmer, der vor allem auf den eigenen Vorteil bedacht ist |
| „Haie sind besser als ihr Ruf.“ | Hinweis darauf, dass Haie oft als gefährliche Monster gelten, tatsächlich aber meist weniger gefährlich sind als allgemein angenommen; häufig auch übertragen verwendet, um Vorurteile zu hinterfragen |
| sich unter die Haie wagen | sich bewusst in eine schwierige oder konkurrenzbetonte Situation begeben, in der man mit mächtigen oder skrupellosen Personen zu tun hat |
Belege/Quellen
Sprache: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden-online, Wörterbuchnetz hier vor allem BDO, Grimm, Goethe);
Wissen: Wikipedia: Haie, Systematik, Bilder/Audio/Video; Hai-Stiftung
Kinder: MiniKlexikon, Klexikon, PanaClub; Kindernetzt: SWR Kindernetz, Weißer Hai, Bambushai; Naturdetektive: Naturdetektive: Haie, Hammerhai, Katzenhai, Makohaie, Walhaie, Weißer Hai
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abhauen
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
| Wenn jemand abhaut (verschwindet), wird er dann gehauen ? |
| Johann, Klasse 2, Bremerhaven |
Diskussion
| Wenn früher ein Ritter in Gefahr geriet, dann trieb er sein Pferd mit kräftigen Schlägen an (er haute das Pferd), um möglichst schnell der Gefahr zu entkommen. So entstand in der Soldatensprache das Wort abhauen. Auch heute noch wird es in der Bedeutung von schnell weglaufen, verschwinden, sich davon machen verwendet, auch wenn dabei keiner mehr gehauen wird oder auf einem Pferd sitzt. | |
| Lieber Herr Wort, das ist eine sehr schöne Geschichte. Daran können sich Kinder sehr schön die Bedeutung weglaufen für das Verb abhauen merken. Allerdings stimmt die Geschichte nicht ganz.
Zunächst: Das Verb abhauen gab es schon im Mittelalter. Damals hieß es abahouwan. Aus aba ist die Vorsilbe ab- geworden und aus houwan das Verb hauen. Das alte Verb hatte die Bedeutung abschlagen, abschneiden oder abhacken. In den Mundarten, die in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen werden bedeutete hauen vor allem gehen, laufen, treten. Von diesem oberdeutschen Wort ist die Bedeutung weglaufen, verschwinden für das Verb abhauen vor rund einhundert Jahren in die Umgangssprache übernommen worden. | |
| Wenn du mehr zum Verb hauen wissen möchtest so findest du interessante Hinweise auf der Wörterseite hauen. |
Weiterführende Informationen
Hinweise zum Verb abhauen
| Bedeutung: | 1. etwas abschlagen, abtrennen
2. umgangssprachlich: sich (heimlich) davonmachen, verschwinden |
| Beispielsatz: | 1. Er hieb den vertrockneten Ast mit der Axt vom Baum ab.
2. Als er mich sah haute er ganz schnell ab. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb, Vorsilbe: ab-, Grundwort: hauen
Worttrennung: ab-hau-en Aussprache: [ˈapˌhaʊ̯ən] |
Wortformen
Das Wort abhauen ist ein Verb, dass aus der Vorsilbe (Präfix) ab- und dem Grundwort hauen zusammengesetzt ist. Es gibt zwei Bedeutungen: 1. etwas abtrennen und 2. verschwinden, weglaufen. In der ersten Bedeutung werden die Wortformen unregelmäßig gebildet (starkes Verb) und in der 2. Bedeutung regelmäßig (schwaches Verb).
1. Grundform: abhauen, Vergangenheit (Partizip II): abgehauen, Hilfsverb: haben
| abhauen = abschlagen
Hilfsverb: haben |
Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) sein | |
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich haue ab | ich hieb ab | ich habe abgehauen |
| 2. Person | du haust ab | du hiebst ab | du hast abgehauen | |
| 3. Person | er/sie/es haut ab | er/sie/es hieb ab | er/sie/es hat abgehauen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir hauen ab | wir hieben ab | wir haben abgehauen |
| 2. Person | ihr haut ab | ihr hiebt ab | ihr habt abgehauen | |
| 3. Person | sie hauen ab | sie hieben ab | sie haben abgehauen | |
2. Grundform: abhauen, Vergangenheit (Partizip II): abgehauen, Hilfsverb: sein
Im süddeutschen Sprachraum werden die Wortformen regelhaft gebildet. Diese Wortformen wurden auch in die hochdeutschen Umgangssprache für die Bedeutung weglaufen, verschwinden übernommen.
| abhauen = weglaufen
Hilfsverb: sein |
Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) sein | |
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich haue ab | ich haute ab | ich bin abgehauen |
| 2. Person | du haust ab | du hautest ab | du bist abgehauen | |
| 3. Person | er/sie/es haut ab | er/sie/es haute ab | er/sie/es ist abgehauen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir hauen | wir hauten | wir sind abgehauen |
| 2. Person | ihr haut ab | ihr hautet | ihr seid abgehauen | |
| 3. Person | sie hauen ab | hauten ab | sie sind abgehauen | |
Interessantes
Vielleicht kennst du das Wort Gassenhauer. Das ist ein Schlager der sehr bekannt und weit verbreitet ist. Ein Lied dass auf allen Straßen und in allen Gassen gesungen wird. Die Gasse war früher der unbefestigte Weg innerhalb einer Stadt. Die Straße hingegen der Weg von einem Ort zum anderen. Im zweiten Wortteil von Gassenhauer findest du das oberdeutsche Wort hauen in der Bedeutung gehen, laufen wieder.
Wer also durch die Gassen einer Stadt ging und dabei ein allen bekanntes Lied sang, der sang einen Gassenhauer. Dieses Wort wurde später in der Umgangssprache weitgehend vom Nomen Schlager' verdrängt.
| Weiterführende Informationen zum Grundwort abhauen |
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