Info - Freitag

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Weiterführende Informationen zum Wort Freitag

Deklination

Singular Plural
Nominativ der Freitag die Freitage
Genitiv des Freitags, des Feitages der Freitage
Dativ dem Freitag, dem Freitage den Freitagen
Akkusativ den Freitag die Freitage

Entstehung

ahd. frī(j)atag (9. Jh.), mhd. vrītac; Tag der Göttin ahd. Frīa, anord. Frigg.
Die Babylonier nannten die Wochentage nach den damals bekannten Planeten. Der (nach heutiger Zeitrechnung) fünfte Tag der Woche wurde nach dem Planeten Venus genannt. Die Römer verehrten die Planeten als Götter. Die Germanen übernahmen diese Einteilung der Wochentage: Mani = Montag, Tiu/Tyr = Dienstag und Donar = Donnerstag. Venus (lateinisch diēs Veneris) war bei den Römern die Liebesgöttin. Der Logik von Montag, Dienstag und Donnerstag folgend hätten die Germanen diesen Wochentag nach ihrer Liebesgöttin Freya nennen müssen. Sie wählten jedoch den Namen Frigga (nordgermanisch) bzw. Frija oder Freja (südgermanisch). Dies war die Gemahlin des Gottes Odin und als Göttin die Schutzpatronin der Ehe und des Lebens. Hiervon sind die alt- und mittelhochdeutschen Namen für den Freitag (frījatag, vrītac) abgeleitet.

Diese Abweichung von der Benennung des Wochentags führte in der Folgezeit zu Verwechslungen zwischen der Göttin Freya und Frija. Damit verbunden auch eine fälschliche Zuordnung des Namens Freitag zur Göttin Freya und nicht Frija. Hinzu kommt, dass beide Namen der Göttinnen vom altindischen priyā́ = Liebe, Geliebte abgeleitet werden. Eng verwandt hiermit ist das altindische priyáḥ = lieb auf das unser Adjektiv frei (ie. *prāi-, *prī- = gern haben) zurückgeführt werden kann.

Wortbildungen

Wortbildungen: Erstglied: Freitagabend, Freitagausgabe, Freitagfrüh, Freitagmittag, Freitagmorgen, Freitagnachmittag, Freitagnacht, Freitagsausgabe, Freitagsbeschäftigung, Freitagsbier, Freitagsgebet, Freitagsleerung, Freitagsmoschee, Freitagspartie, Freitagspiel, Freitagsprediger, Freitagspredigt, Freitagsschluss, Freitagssitzung, Freitagsspiel, Freitagstour, Freitagstraining, Freitagstreff, Freitagsvergnügen, Freitagsvorstellung, Freitagvormittag
Letztglied: Karfreitag,  Karfreitagsabkommen, Karfreitagsfischessen, Karfreitagsgottesdienst, Karfreitagskonzert, Karfreitagsliturgie, Karfreitagsprozession, Karfreitagszauber
Ableitungen: freitags, freitäglich
Interessantes:

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Unikales Morphem ?

Trotz der gemeinsamen indoeuropäischen Wurzel (*prāi-, *prī) wird im althochdeutschen zwischen frei (fri) und dem Freitag als frījatag (Tag der Göttin Frija, Göttin der Ehe und des Lebens) unterschieden. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass das Morphem frei in Freitag in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen, sondern nur in der Kombination mit -tag, vorkommt.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem frei in Freitag ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

Herkunft, Freitag: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

Mythologie der Göttinnen: Wikipedia: Freya, Frigg/Frija/Frea, Wochentage

europäische Namen der Wochentage: Wiktionary

Herkunft frei: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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