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Aus Fragen an Graf Ortho
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Die bereits erstellen Seiten ''billig'' und ''putzig'' müssen korrigiert werden. Beide Wörter sind keine unikalen Morpheme
Zu ''Buchsbaum'' müssen noch die Seiten ''Buchse'' und ''Büchse'' erstellt werden. Siehe hierzu die Excel-Tabelle.
<div style="color:red;">
Die bereits erstelle Seite ''billig'' muss korrigiert werden. Das Wort ist kein unikales Morphem
Die Seiten Aschenputtel und Aschenbrödel müssen aktualisiert werden (Wörterseiten ersetzen durch neue Wörterseiten und Infoseiten).
</div>
sh. drollig, Damhirsch, Dienstag, Duckdalbe, dunnemals,
sh. emsig,
sh. Flederwisch, Firlefanz,
sh. garstig, Garaus, gebaren, gebären, Gebärde, gebühren, Geburt, gediegen, gedunsen, Gekröse, Gelichter, genesen, genug, begnügen, vergnügen
<div style="color:red>#REDIRECT [[Verweisseite]]
{{DISPLAYTITLE:Stichwort}}
</div>
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__TOC__
__TOC__
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----


{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00; font-size: 1.2em"
=Berg=
|Warum schreiben wir Montag ohne ''d''? Es ist doch von dem Wort ''Mond'' abgeleitet
<div style="font-size:1.2em">
|}
Das Wort ''Berg'' schreiben wir am Ende mit ''g'', obwohl wir dort [k] hören. In der Mehrzahl ''Berge'' kannst du das [g] deutlich hören. Das Wort ''Berg'' ist sehr alt. Es gehört zu einer Wortfamilie, zu der auch ''Burg'' und ''bergen'' gehören.
</div>
----


{| style="width: 100%; font-size: 1.0em"
|Im Unterricht haben wir über die Wochentage gesprochen. Unsere Lehrerin hat gesagt: Die Namen der Wochentage sind schon über 4.000 Jahre alt. Es sind die alten Namen der Planeten. Der erste Tag ist der Sonntag, die Sonne. Der zweite Tag der Montag, der Mond usw. Warum schreiben wir dann nicht ''Mondtag''? Das wußte unsere Lehrerin auch nicht. Lieber Graf Otho, kannst du uns das erklären?
|- style="text-align:right; font-size: 0.9em"
|Diesterwegschule, Klasse 3, Ahlen, 2010
|}
__TOC__
__TOC__
==Diskussion==
<div style="text-align:left; margin:0 auto; font-size: 1.2em">


{| style="width: 100%;"
 
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Warum schreiben wir Berg nicht mit ''k'' am Ende?
|}
===Diskussion===
{| style="width: 100%; font-size: 1.2em"
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 10%" |[[file:Bi-GO-Ortho.jpg|link=Graf Ortho | 120px]]
| style="width: 10%" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das ist eine wirklich interessante Frage. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Schön, dass ihr so aufmerksam seid.
|Suche das Kontrollwort. Es ist die Mehrzahl: ''Berge''.  
Wenn das Wort ''Montag'' schon so alt ist, dann kann uns nur Herr Alt weiterhelfen. Ich bin gespannt, ob er erklären kann, wo das ''d'' im Wort ''Montag'' geblieben ist.
Hier kannst du deutlich das [g] hören. Da wir den Wortstamm immer gleich schreiben, wird auch die Einzahl ''Berg'' mit ''g'' am Wortende geschrieben.
|- style="vertical-align:top;"
 
| style="width: 10%" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg|link=Herr Alt | 120px]]
Der “weiche” Laut [g] wird am Wortende (Auslaut) „hart“, wie ein [k] gesprochen. Daher nenne wir dies auch „Auslautverhärtung“.
|Puh! Das ist nicht so einfach.  
|
Eure Lehrerin hat ganz recht: Die Benennung der Wochentage haben wir vor mehr als 4.000 Jahren von den Babylonier geerbt. Für sie waren die Sonne, der Mond und die anderen Planeten Götter.
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 10%" |[[file:Bi-GO-Kurz.jpg|link=Frau Kurz | 120px]]
|Ojeh! Jetzt fängt Herr Alt schon im alten Babylon an. Das wird eine lange Nacht. Ich geh' dann schon mal schlafen.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
| rowspan="3" style="width: 10%" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg|link=Herr Alt | 120px]]
|rowspan="2"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Warum sind Sie immer so ungeduldig? Warten Sie ab: Ich überspringe ganz schnell 3.000 Jahre. Sie werden sehen: dann wird es richtig spannend. Und am Ende wartet eine Überraschung.
|Das Wort ''Berg'' ist ein sehr, sehr altes Wort. Das germanische Wort *berga- bedeutete ''Höhe'' zugleich aber auch ''Schutz''. Wenn die Germanen in Gefahr waren, dann suchten sie auf einer ''Höhe'', also auf einem Berg, ''Schutz''. Denn dort oben konnten sie die Landschaft überschauen und so mögliche Feinde früh erkennen.
|-
|-
|Also: Die Griechen haben die Regel für die Benennung der Wochentage von den Babyloniern übernommen und die Römer von den Griechen und die Germanen von den Römern. Allerdings hatten sie andere Namen für ihre Götter. So nannten die Griechen die Göttin des Mondes ''heméra Selḗnes'', die Römer ''diēs Lūnae'' und die Germanen ''*guda mēnan''.
|Später bauten sie auf dem ''Berg'' eine Schutzhütte und noch später eine ''Burg''. Die ''Burg'' ist also die ''Befestigung'' auf dem ''Berg'', die ''Schutz'' bietet.  
|
|-
|-
|Aus dem Götternamen ''mēnan'' wurde in althochdeutscher Zeit (8. bis 11. Jahrhundert) ''māno.'' Der Montag ist also der „Tag des Mondes“ bzw. der „Tag der Göttin des Mondes“. Der Wochentag hieß bis ins 11. Jahrhundert ''manotag'' und später ''mantag'' und noch später ''montag''.
|
|Auch das Verb ''bergen'' = ''schützen, bewahren'' gehört zu dieser Wortfamilie. Wenn also die Bergretter einen verletzten im ''Gebirge'' retten, dann ''schützen'' sie ihn und ''bewahren'' ihn vor dem Tod.
|- style="vertical-align:top;"
|[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Ein ''Berg'' ist eine große Erhebung in der Landschaft. Das Wort kann aber auch für eine große Menge von Dingen verwendet werden. Wenn sich zum Beispiel viele Kleidungsstücke auf dem Boden stapeln, können wir von einem ''Berg Wäsche'' sprechen.
|- style="vertical-align:top;"
|[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Die nordeuropäischen Länder haben das alte germanische Wort ''berc'' übernommen. In den Niederlanden, in Norwegen und Schweden wird das Wort genauso wie bei uns geschrieben: ''berg''. In Dänemark schreibt man ''bjerg''.
|-
|-
|- style="vertical-align:top;"
|}
| style="width: 10%" |[[file:Bi-GO-Kurz.jpg|link=Frau Kurz | 120px]]
{|style="width: 100%"
|Moment mal: Dann gab es ja nie ein ''d'' beim ''Mond''!
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
|- style="vertical-align:top;"
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
| rowspan="2" style="width: 10%" |[[file:Bi-GO-Ortho.jpg|link=Graf Ortho | 120px]]
| Da ist Herrn Alt wirklich eine Überraschung gelungen!
Die Frage ist also nicht: Warum schreiben wir den ''Montag'' '''ohne''' ''d''. Sondern: Warum schreiben wir den ''Mond'' '''mit''' ''d''!
|-
|-
|Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Diese Geschichte findest du beim Stichwort <u>'''[[Mond]]'''</u>.
|}
|}
==Weiterführende Informationen==
===Modellwortschatz===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort '''Berg''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
</div>
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-593-VS.jpg
File:MWS-593-RS.jpg
</gallery>
<div style="font-size:1.2em">
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=593 Fremdsprachen] anhören.
</div>
</div>
==Hinweise zum Wort ''Montag''==
 
==Hinweise zum Wort ''Berg''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|der erste Tag der Woche
|eine größere Erhebung in einer Landschaft
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Am Montag fängt die Schule wieder an.''
|''Von dem Berg hat man eine gute Aussicht auf das Tal.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, der Montag; meist ohne Plural
|'''Wortart:''' Nomen, der Berg


'''Worttrennung:''' Mon-tag
'''Worttrennung:''' Berg; Ber-ge


'''Aussprache:''' [ˈmoːnˌtaːk]
'''Aussprache:''' [bɛʁk]
|-
|'''Ableitungen:'''
|bergen, Gebirge
|-
|-
|}
|}
Zeile 65: Zeile 103:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Grundwort ''Montag'' wird fast immer nur in der Einzahl (Singular) verwendet. Eine Mehrzahl (Plural) kommt nur selten vor. Im 2. Fall (Genitiv) wird häufig ein ''s'' angehängt.
Das Wort ''Berg'' ist ein männliches Nomen. Die Mehrzahl lautet ''Berge''.
</div>
</div>


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!style="width: 14%"|
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 41%"|Singular
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 25%"|Plural (selten)
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|der Montag
|der Berg
|die Montag'''<u>e</u>'''
|die Berge
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|des Montag'''<u>s</u>''', des Montag'''<u>es</u>'''
|des Berges
|der Montag'''<u>e</u>'''
|der Berge
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|dem Montag, dem Montag'''<u>e</u>'''
|dem Berg
|den Montag'''<u>en</u>'''
|den Bergen
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|den Montag
|den Berg
|die Montag'''<u>e</u>'''
|die Berge
|-
|-
|}
|}


</br>
==Wortbildungen==
----
Vom Grundwort ''Berg'' können sehr viele zusammengesetzte Wörter gebildet werden. Dabei kann das Nomen ''Berg'' in den Wortbildungen ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen, z. B. ''Bergbau'', (der Abbau eines Gesteins unter der Erde), ''Berghütte'' (eine Hütte auf einem Berg), ''Bergschuhe'' (Schuhe, die für Bergsteiger geeignet sind), ''Schieferberg'' (ein Berg aus Schiefergestein), ''Schneeberg'' (ein Berg aus Schnee), ''Weinberg'' (ein Berg auf dem Wein angebaut wird). Die folgende Tabelle ordnet einige Beispielwörter nach solchen Bedeutungsgruppen und danach, ob das Wort Berg am Wortanfang oder am Wortende steht.
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Dienstag| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Dienstag''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----


== Info - Montag ==
Hier einige Beispielwörter für Wortbildungen mit dem Nomen [https://klexikon.zum.de/wiki/Gebirge ''Berg']:
 
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
 
|+''Berg'' am Wortanfang (Erstglied, Bestimmungswort)
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Montag''==
|-
 
!colspan="2" |[https://klexikon.zum.de/wiki/Bergbau Bergbau]
===Modellwortschatz===
|-
Das Wort '''Montag''' gehört nicht zum '''Modellwortschatz.'''
|style="width:15%"|Bergbau
 
|style="width:85%"|das Gewinnen von Kohle, Erz, Salz und anderen Rohstoffen aus der Erde
Das Wort '''Monat''' gehört zum '''Modellwortschatz''' (Karteikarte: [[:File:MWS-44-VS.jpg|Vorderseite]], [[:file:MWS-44-RS.jpg| Rückseite]]).
|-
 
|Bergleute
Das Wort '''Mond''' gehört zum '''Modellwortschatz''' (Karteikarte: [[:File:MWS-587-VS.jpg|Vorderseite]], [[:file:MWS-587-RS.jpg| Rückseite]]).
|Menschen, die im Bergbau arbeiten
 
|-
Du kannst dir die Wörter [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=44 Monat] und [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=587 Mond] auch in einigen Fremdsprachen anhören.
|Bergmann
 
|ein Mann, der im Bergbau arbeitet
===Wörterliste===
|-
{| class="wikitable" style="width: 100%;"
|Bergwerk
|-
|eine Anlage, in der Rohstoffe aus der Erde gewonnen werden
| style="width: 15%; vertical-align:top" |[https://de.wiktionary.org/wiki/Montag Montag],
|-
[https://de.wiktionary.org/wiki/montags montags]
!colspan="2" |Gefahren und Rettung
|'''Tageszeiten (Nomen und zugehörige Adverbien):'''
|-
[https://de.wiktionary.org/wiki/Montagabend Montagabend] [https://de.wiktionary.org/wiki/montagabends (montagabends)], [https://de.wiktionary.org/wiki/Montagmittag Montagmittag] [https://de.wiktionary.org/wiki/montagmittags (montagmittags)], [https://de.wiktionary.org/wiki/Montagmorgen Montagmorgen] [https://de.wiktionary.org/wiki/montagmorgens (montagmorgens)], [https://de.wiktionary.org/wiki/Montagnachmittag Montagnachmittag] [https://de.wiktionary.org/wiki/montagnachmittags (montagnachmittags)], [https://de.wiktionary.org/wiki/Montagnacht Montagnacht] [https://de.wiktionary.org/wiki/montagnachts (montagnachts)], [https://de.wiktionary.org/wiki/Montagvormittag Montagvormittag] [https://de.wiktionary.org/wiki/montagvormittags (montagvormittags)],
|Bergrettung
|die Rettung von Menschen, die in den Bergen in Not geraten sind
|-
|Bergrutsch
|das Abrutschen von Erde und Gestein an einem Berg
|-
|Bergsturz
|das plötzliche Herabstürzen großer Mengen von Fels und Gestein
|-
!colspan="2" |Landschaft und Gewässer
|-
|Bergbach
|ein Bach, der durch die Berge fließt
|-
|-
| style="vertical-align:top" |Adjektiv:
|Berggipfel
|montägig, montäglich
|der höchste Punkt eines Berges
|-
|-
| style="vertical-align:top" |Grundwort:
|Berghang
|Montagausgabe, Montagsausgabe, [https://de.wiktionary.org/wiki/Montagsauto Montagsauto], [https://de.wiktionary.org/wiki/Montagsdemonstration Montagsdemonstration] ([https://de.wiktionary.org/wiki/Montagsdemo Montagsdemo]), Montagsproduktion, [https://de.wiktionary.org/wiki/Montagswagen Montagswagen]
|die schräge Seite eines Berges
|-
|-
| style="vertical-align:top" |Bestimmungswort:
|Berghöhle
|Faschingsmontag, Fastnachtsmontag, Güdelmontag/Güdismontag (= Rosenmontag schweizerisch), [https://de.wiktionary.org/wiki/Ostermontag Ostermontag], [https://de.wiktionary.org/wiki/Pfingstmontag Pfingstmontag], [https://de.wiktionary.org/wiki/Rosenmontag Rosenmontag] (Rosenmontagsumzug, [https://de.wiktionary.org/wiki/Rosenmontagszug Rosenmontagszug])
|eine Höhle in einem Berg
|-
|-
|}
|Bergkette
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum '''Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache'''. Dort findest du auch weitere Informationen zum Wort (Wortart, Aussprache, Bedeutung, Herkunft usw.).
|mehrere miteinander verbundene Berge
 
==Fremdsprachen==
Die nordeuropäischen Sprachen können zum großen Teil von der altgermanischen Sprache abgeleitet werden. Dementsprechend lassen sich auch die Bezeichnungen für den Wochentag Montag auf den Germanischen Gott [https://de.wikipedia.org/wiki/Mani_(Mythologie) Mani] zurückführen.
 
Den Wechsel von [a] nach [o]  haben die Begriffe nur im deutschen und englischen Sprachraum vollzogen. [Hochdeutsch: ''Montag'', regional auch ''Montach'' (Berlinerisch), ''Monda'' (Bayerisch), ''Mondach'' (Kölsch); Österreichisch, regional ''Moantog, Montog, Montig''; Westfriesisch: ''moandei''; Luxemburgisch: ''Meindeg''; Englisch: ''Monday'', Schottisch: ''Monanday''.] In allen anderen Ländern der germanischen Sprachfamilie hat sich das [a] erhalten.
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 75%; margin: auto;" ;
|+germanische Fremdsprachen
! style="width: 20%;" |Fremdsprache
! style="width: 20%;" |Name der Sprache
! style="width: 30%;" |Land
! style="width: 30%;" |Region
|-
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/mandag#mandag_(D%C3%A4nisch) mandag]
|Bergquelle
|Dänisch
|eine Quelle, aus der in den Bergen Wasser hervortritt
|Dänemark
|
|-
|-
|Montag
|Bergsee
|Hochdeutsch
|ein See in den Bergen
|Deutschland
|
|-
|-
|mandi
|Bergspitze
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Nordfriesisch Nordfriesisch]
|der oberste Teil eines Berges
|Deutschland
|Schleswig-Holstein
|-
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/maanantai#maanantai_(Finnisch) maanantai]
!colspan="2" |Pflanzen und Tiere
|Finnisch
|Finnland
|
|-
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Monday#Monday_(Englisch) Monday]
|Bergahorn
|Englisch
|eine Ahornart, die häufig in Gebirgen wächst
|Großbritannien
|
|-
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Monanday#Monanday_(Scots) Monanday]
|Bergwald
|Schottisch
|ein Wald, der an Berghängen wächst
|Großbritannien
|Schottland
|-
|-
|Méindeg
|Bergwiese
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Luxemburgisch Luxemburgisch]
|eine Wiese in den Bergen
|Luxemburg
|
|-
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/maandag#maandag_(Niederl%C3%A4ndisch) maandag]
|Bergziege
|Niederländisch
|eine Ziege, die in bergigen Gebieten lebt
|Niederlande
|
|-
|-
|moandei
!colspan="2" |Wandern und Tourismus
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Westfriesisch Westfriesisch]
|Niederlande
|Friesland
|-
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/mandag#mandag_(Bokm%C3%A5l) mandag]
|Bergbahn
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Bokm%C3%A5l Bokmål]
|eine Bahn, die auf einen Berg hinauf- und hinunterfährt
|Norwegen
|regional
|-
|-
|mánnodat
|Bergführer
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Nordsamisch Nordsamisch]
|jemand, der andere Menschen sicher durch die Berge führt
|Norwegen/Schweden/Finnland/
|Lappland
|-
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/m%C3%A5ndag#m%C3%A5ndag_(Schwedisch) måndag]
|Berghütte
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Nynorsk Nynorsk]
|eine Hütte in den Bergen, in der Wanderer oft essen oder übernachten können
|Norwegen
|
|-
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/m%C3%A5ndag#m%C3%A5ndag_(Schwedisch) måndag]
|Bergpfad
|Schwedisch
|ein schmaler Weg in den Bergen
|Schweden
|
|}
In den Ländern, deren Sprachen auf Latein zurückgeführt werden (romanische Sprachfamilie), dominieren Ableitungen von der römischen Göttin ''Luna.'' Auch die neueren Plansprachen (z. B. Esperanto) haben den ''Montag'' von der römischen Göttin abgeleitet. In einigen Sprachen ist der Begriff eine Zusammenziehung von lateinisch ''diēs Lūnae,'' z.B. Walisisch ''didd Llun'' oder Katalanisch ''dilluns''.
 
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 75%; margin: auto;" ;
|+romanische Fremdsprachen
! style="width: 20%;" |Fremdsprache
! style="width: 20%;" |Name der Sprache
! style="width: 30%;" |Land
! style="width: 30%;" |Region
|-
|-
|dies Lunae
|Bergschuh
|Latein
|ein fester Schuh zum Wandern und Klettern in den Bergen
| -
|
|-
|-
|Lun
|Bergstation
|Bretonisch
|die obere Station einer Seil- oder Bergbahn
|Frankreich
|Bretagne
|-
|-
|lundi
|Bergwanderung
|Französisch
|eine Wanderung in den Bergen
|Frankreich
|
|-
|-
|luni
!colspan="2" |sonstige Wortbildungen
|Korsisch
|Frankreich
|Korsika/Sardinien
|-
|-
|diluns
|Bergdorf
|Okzitanisch
|ein Dorf, das in den Bergen liegt
|Frankreich
|Südfrankreich
|-
|-
|de'Lun
|Bergkristall
|Kornisch
|ein farbloser, durchsichtiger Quarz
|Großbritannien
|Cornwall
|-
|-
|Diluain
|Bergluft
|Schottisch-Gälisch
|die Luft in den Bergen
|Großbritannien
|Schottland
|-
|-
|dydd Llun
|Bergstraße
|Walisisch
|eine Straße, die durch die Berge oder auf einen Berg führt
|Großbritannien
|Wales
|-
|-
|Luan
|}
|Irisch
 
|Irland
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
|
|+''Berg'' am Wortende (Letztglied, Grundwort)
|-
|-
|lunis
!colspan="2" |Bauwerke und Geschichte
|Friaulisch
|Italien
|Venezien
|-
|-
|lunedì
|style="width:15%"|Burgberg
|Italienisch
|style="width:85%"|ein Berg oder Hügel, auf dem eine Burg steht oder stand
|Italien
|
|-
|-
|lunis
|Ölberg
|Sardisch
|der Berg bei Jerusalem, der aus der Bibel bekannt ist
|Italien
|Sardinien
|-
|-
|luni
|Schlossberg
|Sizilianisch
|ein Berg oder Hügel, auf dem ein Schloss steht oder stand
|Italien
|Sizilien
|-
|-
|luni
!colspan="2" |Bergformen und Landschaft
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Rum%C3%A4nische_Sprache Rumänisch]
|Rumänien, Republik Moldau
|
|-
|-
|llunes
|Eisberg
|Asturisch
|ein großer Eisblock, der im Meer oder in einem See schwimmt
|Spanien
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Asturien Asturien]
|-
|-
|luns
|Feuerberg
|Galicisch
|ein Berg, aus dem Feuer oder glühendes Gestein kommt; Bezeichnung für einen Vulkan
|Spanien
|Galicien
|-
|-
|dilluns
|Hausberg
|Katalanisch
|ein Berg in der Nähe eines Ortes, den die Menschen dort besonders gut kennen und häufig besuchen
|Spanien
|Katalonien
|-
|-
|lunes
|Inselberg
|Spanisch
|ein einzelner Berg, der deutlich aus einer flacheren Landschaft herausragt
|Spanien
|
|-
|-
|luja
|Kegelberg
|Romani
|ein Berg, der ungefähr die Form eines Kegels hat
|Sprache der Roma
|
|-
|-
|lundo
|Schneeberg
|Esperanto
|ein Berg, auf dem viel Schnee liegt; auch Name verschiedener Berge
|Plansprache
|
|-
|-
|lundio
|Tafelberg
|Ido
|ein Berg mit steilen Seiten und einer auffallend flachen Oberseite
|Plansprache
|
|-
|-
|lunedi
|Vorberge
|Interlingua
|kleinere Berge, die vor einem höheren Gebirge liegen
|Plansprache
|
|-
|-
|lundie
|Einzelberg
|Novial
|ein Berg, der einzeln und nicht als Teil einer Bergkette steht
|Plansprache
|
|}
In den meisten anderen Sprachen dominieren Begriffe, die den Montag als den ''zweiten Tag'' der Woche bezeichnen.
 
In der slavischen Sprachfamilie können die Begriffe auf das urslavische ''ponedělъkъ'' zurückgeführt werden: ''po'' (= nach) ''neděl’a'' (= keine Arbeit = Sonntag). Der Montag ist demnach ''der erste Tag nach dem Tag, an dem nicht gearbeitet wird''.
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 75%; margin: auto;" ;
|+slavische Fremdsprachen
! style="width: 20%;" |Fremdsprache
! style="width: 20%;" |Transkription
! style="width: 30%;" |Sprache
! style="width: 30%;" |Land
|-
|-
|панядзелак
|Sandberg
|panjadzelak
|eine größere Erhebung aus Sand
|Weißrussisch
|Belarus
|-
|-
|ponedeljak
|Unterwasserberg
|
|ein Berg, der sich unter der Meeresoberfläche erhebt
|Bosnisch
|Bosnien
|-
|-
|понеделник
|Vulkanberg
|ponedelnik
|ein Berg, der durch vulkanische Vorgänge entstanden ist
|Bulgarisch
|Bulgarien
|-
|-
|ponedjeljak
!colspan="2" |Gestein und Material
|
|Kroatisch
|Kroation
|-
|-
|понеделник
|Basaltberg
|ponedelnik
|ein Berg, der ganz oder zu großen Teilen aus Basalt besteht
|Mazedonisch
|Mazedonien
|-
|-
|poniedziałek
|Kreideberg
|
|ein Berg oder eine Erhebung, die aus Kreidegestein besteht
|Polnisch
|Polen
|-
|-
|понедельник
|Schieferberg
|ponedelʹnik
|ein Berg, der viel Schiefergestein enthält
|Russisch
|Russland
|-
|-
|pondelok
|Steinberg
|
|ein Berg oder Hügel, der aus viel Gestein besteht
|Slowakisch
|Slowakei
|-
|-
|ponedeljek
!colspan="2" |großer Haufen, angehäufte Masse
|
|Slowenisch
|Slowenien
|-
|-
|pondělí
|Abfallberg
|
|eine sehr große Menge Abfall, die wie ein Berg aufgetürmt ist
|Tschechisch
|Tschechien
|-
|-
|понеділок
|Altpapierberg
|ponedilok
|eine große Menge gesammelten Altpapiers
|Ukrainisch
|Ukraine
|}
 
 
Nicht nur in den europäischen Sprachen wird der ''Montag'' vom ''Mond'' abgeleitet. Auch in fernöstlichen Sprachen finden wir diese Ableitung. So ist beispielsweise auch in Japan 月曜日 (getsuyōbi) der ''Wochentag des Mondes'': [https://de.wiktionary.org/wiki/%E6%9C%88 月] = [ts.kʲi] = Mond, [https://de.wiktionary.org/wiki/%E6%9B%9C%E6%97%A5 曜日] = [joː.bi] = Wochentag).
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 75%; margin: auto;" ;
|+sonstige Fremdsprachen
! style="width: 18%;" |Fremdsprache
! style="width: 18%;" |Transkription
! style="width: 18%;" |Sprache
! style="width: 18%;" |Land
! style="width: 28%;" |Bedeutung
|-
|-
|सोमवार
|Müllberg
|somavār
|eine große Menge aufgeschütteten Mülls oder eine daraus entstandene Erhebung
|Hindi
|Indien
|Mondwochentag
|-
|-
|月曜日
|Schuttberg
|getsuyōbi
|eine große Menge Schutt, die zu einem Berg aufgeschüttet wurde
|Japanisch
|Japan
|Wochentag des Mondes
|-
|-
|월요일
|Trümmerberg
|wolyoil
|ein künstlicher Hügel oder Berg aus Trümmern zerstörter Gebäude
|Koreanisch
|Korea
|Wochentag des Mondes
|}
<div style="vertical-align:top; text-align:center; font-size: 0.9em">
[[File:Pik-Linie.jpg]]<br>
</div>
===Unikales Morphem ?===
{|
|'''Wortinfo:'''
|Nomen: der Montag, die Montage; Worttrennung: Mon-tag; Aussprache: [ˈmoːnˌtaːk]
|-
|-
|- style="vertical-align:top;"
!colspan="2" |sonstige Bedeutungen
|'''Entstehung:'''
|ahd. ''mānetac'', ''mānotag'', mhd. māntac, ''mōntac'' = Tag des Mondes
lateinisch ''dies Lunae'' = Tag der Mondgöttin Luna
 
Monat: ahd. ''mānōd'' (8. Jh.), mhd. ''mānō''t, ''mēnō''t, mhd. ''mōnō''t
|-
|-
|Weinberg
|ein Hang oder Gelände, auf dem Weinreben angebaut werden
|-
|-
|- style="vertical-align:top;"
|Schuldenberg
|'''Ableitungen:'''
|eine sehr große Menge an Schulden
|montags
|-
|-
|}
|Blocksberg
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|ein sagenhafter Berg, auf dem sich der Sage nach Hexen treffen
| colspan="2" |Das Morphem ''mon'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und nur in den beiden Wörtern ''Montag'' und ''Monat''.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Datenberg
||Das Morphem ''mon'' ist daher <span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''.</span>
|eine sehr große Menge an Daten
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Redensarten==
[[Quellen Wörter]]
Es gibt viele Redensarten, in denen das Nomen ''Berg'' vorkommt. Hier einige Beispiele:
<div style="color:red"> Dieses Kapitel fehlt noch </div>
 


Montag: [https://de.wiktionary.org/wiki/Montag Wiktionary], Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Montag (Montag)], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wochentag (Wochentage)],  [https://www.dwds.de/wb/Montag DWDS], [https://www.deutschestextarchiv.de/search/ddc/search?fmt=html&corpus=ready&ctx=&q=Mond+%23less_by_date&limit=100 DTA], [https://www.wortbedeutung.info/Montag/ Wortbedeutung.info],
----
----
{{W-Fußnote-bher}}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----


----
----
=Dienstag=
= Info - indoeuropäisch ''*bher'' (Wortgruppe) =
__TOC__
 
==Hinweise zum Wort ''Dienstag''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|der zweite Tag der Woche
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Am Dienstag gehe ich mit meiner Freundin ins Kino.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, der Dienstag; meist ohne Plural


'''Worttrennung:''' Diens-tag
'''Aussprache:''' [ˈdiːnstaːk]
|-
|}
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Grundwort ''Dienstag'' wird fast immer nur in der Einzahl (Singular) verwendet. Eine Mehrzahl (Plural) kommt nur selten vor. Im 2. Fall (Genitiv) wird häufig ein ''s'' angehängt.
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural (selten)
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Dienstag
|die Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Dienstag'''<u>s</u>''', des Dienstag'''<u>es</u>'''
|der Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Dienstag
|den Dienstag'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Dienstag
|die Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
|}


== Wortherkunft ==
__TOC__
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Bei den Germanen nannte man eine Volksversammlung ''Thing''. Der germanische Gott Tyr war der Beschützer dieser Versammlung.


Der Name ''Dienstag'' geht auf eine alte Form ''thingsus'' zurück. Diese bedeutete ''Beschützer des Things''. Aus dieser Form entwickelte sich später das heutige Wort ''Dienstag''.
== Etymologie ==
<div style="font-size:1.2em">'''Vorbemerkung:'''</div>


Der Wortteil ''dien'' hat also nichts mit dem Verb ''dienen'' zu tun.
Viele althochdeutsche Wörter haben ihren Ursprung in der [[Germanischer Sprachraum|germanischen Sprachfamilie]]. Einige Wörter können noch weiter zurückverfolgt werden auf eine indoeuropäische (indogermanische) Wurzel. Ein kurzes Erklärvideo zur Entwicklung der europäischen Sprachen findest du [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SRF_Wissen_-_Wie_entstanden_die_europ%C3%A4ischen_Sprachen%3F.webm hier]. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es (in groben Zügen) erst für das [[Althochdeutsch|Althochdeutsche]] (ab ca. 8. bis Mitte 11. Jh.). Für die germanischen Sprachen gibt es nur wenige schriftlichen Belege (z. B. in [[Runenschrift]]. Trotzdem können germanische und indoeuropäische Wörter sprachwissenschaftlich rekonstruiert werden. Die Schreibung der so erschlossenen Aussprache einiger Wörter werden mit vorangestelltem '''*''' gekennzeichnet.
|-
|}


</br>
<div style="font-size:1.2em">'''Germanische Ableitungen vom ie. *bher, bherə = ''tragen, heben'''''</div>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Dienstag| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Dienstag''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


=Info - Dienstag=
Die Wörter ''gebaren, gebären, Gebärde, Geburt'' und ''gebühren'' haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = ''heben, tragen''. Auf die Bedeutung  *bher(ə) = ''tragen'' können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: ''Bahre'' (= Trage), ''Bürde'' (= was getragen wird), ''entbehren'' (= nicht tragen) und auch das Suffix -''bar'' (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) ''. ''All diese Wörter enthalten das Morphem ''behr''. Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (''*bher(ə'') = ''heben'' findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in ''empor'' und ''empören'', aber auch in ''Berg'' und ''Burg''.
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Dienstag|'''zurück zur Wortgeschichte ''Dienstag''''']]
|}
----
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Dienstag''==
Die folgende Tabelle enthält Beispiele für Ableitungen deutscher Wörter vom indoeuropäischen *''bher''. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten. Die Verlinkungen in der ersten Spalte führen zu der entsprechenden Seite im [[Hauptseite|rechtschreibwiki.de]].
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Der Name des Wochentages geht auf den germanischen Gott '''Tyr''' zurück.


Im Althochdeutschen lautete der Name ''Ziestag'' oder ''Thingstag''. Das Wort hängt mit dem germanischen ''Thing'' zusammen. So nannte man früher eine Volksversammlung oder ein Gericht.
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top; margin:auto"
|+ Beispiele für die Herkunft und Entwicklung von Grundwörtern zu indoeuropäisch *''bher(ə)''
! style="width: 15%" |Grundwort
! style="width: 12%" |ie., urgerm.
! style="width: 8%" |germ.
! style="width: 20%" |Verb (ohne Präfix)
! style="width: 10%" |ahd.
! style="width: 10%" |mhd.
! style="width: 25%" |ursprüngliche Bedeutung
|-
![[gebären]]
| rowspan="8" |ie. *bher, *bherə-
urgerm. *beran


Der Gott Tyr galt als Beschützer solcher Versammlungen. Der Tag wurde deshalb nach ihm benannt.
= tragen, heben, hervorbringen, gebären,
|- style="vertical-align:top;"
|*ga*beran
|'''Vergleich mit anderen Sprachen:'''
| rowspan="4" |*beran = tragen, gebären
|
|gibāran
{| class="wikitable"
|gebāren
! Sprache
|hervortragen → zur Welt bringen
! Name für Dienstag
|-
|-
|Deutsch
![[entbehren]]
|Dienstag
|*an*beran
|inbēran
|enbern
|nicht tragen → entbehren
|-
|-
|Englisch
! [[-bar]]
|Tuesday
|*bera-, berja-
| -bāri
| -bære
|Verb: tragend → Suffix -ber/-bar i.S.v. machbar, möglich
|-
|-
|Niederländisch
![[Bahre]]
|dinsdag
|*bērō, *bǣrō
|bāra
|bāre
|Tragegestell
|-
|-
|Schwedisch
![[Info - gebaren|gebaren]], [[Gebaren]]
|tisdag
| rowspan="2" |*ga*barjan
| rowspan="2" |*bērja-, *bǣrja = Benehmen,  Aussehen, Gebaren
|gibārōn, gibāra
|gebāren
|sich betragen
|-
|-
|Dänisch
![[Gebärde]], [[gebärden]]
|tirsdag
|gibārida, gibārōn
|gebærde, gebæren
|Benehmen, sichtbarer Ausdruck
|-
|-
|Norwegisch
![[Bürde]]
|tirsdag
|*burþī(n)
|}
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
| -
|- style="vertical-align:top;"
|burdi
|'''Ableitungen:'''
|bürde
|Bürde, Last,
|-
![[Info - Geburt|Geburt]]
|*burþi(z)
| ahd. burt = Gestalt, Geburt
mhd. burt = Herkunft
|giburt
|geburt
|Leibesfrucht tragen
|-
![[bergen]]
| rowspan="3" |ie. *bherg
ie. *bherg̑hos
|*bergan
| -
| -
|}
|bergan
 
|bergen
== Wochentage ==
|bergen, schützen, verwahren
{{Wochentage}}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dien'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dien'' in der Wortbildung ''Dienstag'' kann daher<span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
![[Berg]]
 
|*bergō,  *berga-
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|*berg = hoch, erhaben
 
|berg
==Belege/Quellen==
|berc
 
|Berg, Höhe, Schutz
[https://www.dwds.de/wb/Dienstag DWDS], 
[https://de.wiktionary.org/wiki/Dienstag Wiktionary], 
[https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz], 
[https://www.owid.de/suche/wort?wort=Dienstag OWID],   
[https://www.zdl.org/?q=Dienstag ZDL]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Dienstag|'''zurück zur Wortgeschichte ''Dienstag''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
=Duckdalbe=
__TOC__
 
==Hinweise zum Wort ''Duckdalbe''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 55%; vertical-align:top;"|Im Hafenboden eingerammte Pfähle, die der Markierung der Fahrrinne dienen oder an denen Schiffe festgemacht werden können.
| rowspan="3" style="width: 15%; |[[file:20260304 Dalben Oberhafenkanal Hamburg 06.jpg|right|x150px]]
| rowspan="3" style="width: 15%; |[[file:20260304 Dalbe 02 KMJ.jpg|right|x150px]]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Duckdalben markieren die Fahrrinne für die Schiffe.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen: die Duckdalbe, die Duckdalben
 
'''Worttrennung:''' Duck-dal-be
 
'''Aussprache:''' [ˈdʊkˌdalbə]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Unterschied:'''
| colspan="3" |[[file:20260304 Dalben.jpg|right|x75px]]Meist wird ein einzelner Pfahl als ''Dalbe'' und eine Pfahlgruppe als ''Duckdalbe'' bezeichnet. Die oberen Bilder zeigen also ''Duckdalben''. Hier sind jeweils drei Pfähle miteinander verbunden. Das rechte Bild zeigt in der Mitte drei ''Dalben'', also einzelne Pfähle, an denen längere Schiffe festmachen können.
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
In der Einzahl (Singular) übernehmen alle vier Fälle das Grundwort. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''n'' angehängt.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
![[Burg]]
!Nominativ
|*burg
|die Duckdalbe
|urspr. befestigte Höhe
|die Duckdalb'''<u>en</u>'''
|burg
|burc
|befestigte Höhe
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
![[empor]]
!Genitiv
| rowspan="3" |*bher- = heben ⚠️
|der Duckdalbe
|*ga*bur- ⚠️
|der Duckdalb'''<u>en</u>'''
|ahd. bor = Höhe, Spitze;
ahd. in bore = in der Höhe
|empōr
|empōr
|emporheben
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
![[empören]]
!Dativ
|*ga*burjan⚠️
|der Duckdalbe
|ahd. mhd. bōr
|den Duckdalb'''<u>en</u>'''
|empōren
|empōren
|emporheben → aufregen
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
![[gebühren]], [[Info - Gebühr|Gebühr]]
!Akkusativ
|*burjaną ⚠️
|die Duckdalbe
|ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten
|die Duckdalb'''<u>en</u>'''
|gibūren, giburī
|gebürn, gebüre
|heben, zuteilen
|-
|-
|}
|}


== Wortherkunft ==
Aus ie.  *bher, *bherə = ''tragen'' entwickelte sich mit dem Präfix ''ga''- germ. gaberan ''= hervortragen, zur Welt bringen, gebären'' und ''gebaren = betragen''. Dies führte zur Bedeutung ''ausdrücken, benehmen, verhalten = gebärden'' und dem Nomen ''Gebärde''. Mit dem verneinenden Präfix an- germ. anberan = ''nicht tragen, nicht haben'' entwickelte sich ''entbehren'' in der heutigen Bedeutung.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| colspan="2" |Vermutlich stammt das Wort ''Duckdalbe'' aus den Niederlanden. Dort bedeutet das Verb ''duiken'' = tauchen. Einen Pfahl oder eingerammten Pfosten nennt man dort ''dalbe''.


Die ''Duckdalbe'' ist also ein Pfahl, der tief in den Boden des Hafens ''eingetaucht'' oder eingerammt ist.
Das Nomen von ie. *bherə führte schon in germanischer Zeit zu germ. *bērō in der Bedeutung ''Tragegestell'', woraus über ahd. ''bāra'' die ''Bahre'' wurde. Ein anderer Vokalwechsel (Dentalsuffix) führte zu germ. *burþīn woraus sich die Wörter ''Bürde'' (eine Last tragen) und germ. *burþi- = ''das Getragene'' woraus sich ahd. burt = ''Herkunft'' (heute noch im Mehrwortausdruck: ''von edler Geburt'') und ahd. giburt = ''Geburt'' entwickelte.
|-  
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Herr Fremd|Herr Fremd]]
| colspan="2" |[[file:ChatGPT Duckdalbe 20260305.jpg | rechts | 320px]]Auch in anderen Sprachen rund um die Nordsee findet man ähnliche Wörter. Allen liegt das niederländische Wort ''dukdalve'' zugrunde.
|-
|}


</br>
Schon sehr früh entwickelte sich aus ie.  *bher, *bherə-(= heben) die Bedeutung ''in die Höhe heben'', daraus dann ''die Höhe = Berg'' und ''in der Höhe Schutz suchen'', dann ''bergen = schützen'' und schließlich ''Burg'' = ''befestigte Höhe die Schutz bietet''. 
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Duckdalbe| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Duckdalbe''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
==Fremdsprachen==
 
Die germanischen Ableitungen vom ie. *bher, *bherə = ''tragen, heben'' finden sich auch in nordgermanischen Sprachen. Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für verwandte Wörter.
=Info - Duckdalbe=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Duckdalbe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Duckdalbe''''']]
|}
----
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Duckdalbe''==
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top; margin:auto"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|+ Beispiele für nordeuropäische Ableitungen vom indoeuropäisch *''bher(ə)''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
! style="width: 12%" |Germanisch
|Die Herkunft des Wortes ''Duckdalbe'' ist unklar. Es gibt drei verschiedene Erklärungsansätze:
! style="width: 14%" |Deutsch
! style="width: 14%" |Niederländisch
! style="width: 14%" |Englisch
! style="width: 14%" |Dänisch
! style="width: 14%" |Schwedisch
! style="width: 18%" |Norwegisch
|-
|-
|
|*gaberan
|
|gebären
# Das Wort ''Duckdalbe'' stammt aus dem Niederländischen. Dort bedeuten '''''duiken''''' = (ein)tauchen  und '''''dalbe''''' = eingerammter Pfahl im Wasser. Demnach ist die ''Duckdalbe'' ein Pfahl, der tief in den Boden eines Hafens eingerammt wird.
|baren
# Der spanische Feldherr und Herzog von Alba (spanisch [https://de.wikipedia.org/wiki/Fernando_%C3%81lvarez_de_Toledo,_Herzog_von_Alba#Statthalter_der_Niederlande '''Duque de Alba''']) war in der Mitte des 16. Jh. Stadthalter in den Niederlanden (die damals noch eine spanische Kolonie waren) und ließ dort den calvinistischen Aufstand ([https://de.wikipedia.org/wiki/Reformatorischer_Bildersturm#Niederlande Bildersturm]) brutal niederschlagen. Er soll in den niederländischen Häfen Pfähle anlegen lassen, damit auch größere (Kriegs)Schiffe dort anlegen konnten. In Spanien nennt man die Dalben ''duque de Alba.''  Auch in Dänemark ist die Bezeichnung ''duc d’albe'' geläufig. Möglich ist aber auch, dass diese Namensgebung eine spätere Umdeutung des niederländischen Begriffes (sh. 1.) ist.
|bear
# Als '''eher unwahrscheinlich''' gelten Ableitungen von niederdeutschen, westfriesischen oder englischen Wörtern, wie z. B. von engl. dock = Dock (Anlage zum Warten von Schiffen, nl. dokke). Ebenfalls unwahrscheinlich sind Ableitungen von den Verben ''(an)docken'' = etwas fest verbinden oder ''ducken'' = sich schnell nach unter beugen. Der zweite Teil (dalbe) könnte von niederländisch ''dalle/dallen'' = Balken, Schlucht, Tal abgeleitet sein. Auch dieser Erklärungsversuch wird heute eher als unwahrscheinlich angesehen.
|bære
|- style="vertical-align:top;"
|bära
|'''Wortbildungen:'''
|bære (Nynorsk: bera)
|Zum Bestandteil ''dalbe'' gibt es mehrere Wortbildungen:
 
[https://www.dwds.de/wb/Anlegedalbe Anlegedalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Eisbrecherdalbe Eisbrecherdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/F%C3%BChrungsdalbe Führungsdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Leitdalbe Leitdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Leuchtfeuerdalbe Leuchtfeuerdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Schutzdalbe Schutzdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Streichdalbe Streichdalbe], 
[https://www.dwds.de/wb/Vert%C3%A4uungsdalbe Vertäuungsdalbe]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Eine anschauliche Beschreibung von Dalben und ihrer Funktion in Häfen findest du bei Wikipedia zum Stichwort [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe '''Dalbe'''].
|}
 
==Sprachvergleich==
In fast allen europäischen Ländern wird der Begriff ''Duckdalbe'' vom niederländischen ''dukdalve'' abgeleitet. In einigen Ländern (z. B. Dänemark, Spanien) wird auch auf den Herzog von Alba Bezug genommen. Die genaue Bedeutung (Pfahlgruppe im Hafen zum Festmachen oder Abweisen von Schiffen) ist überall ähnlich. In einigen Ländern werden auch die Markierungen einer Fahrrinne mit dem Begriff ''Dalbe'' bezeichnet.
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto;"
!style="width: 25%; |Sprache
!style="width: 25%; |Dalbe
!style="width: 35%; |Duckdalbe
!style="width: 15%; |Quellen
|-
|-
|Deutsch
|*anberan
|Dalbe
|entbehren
|Duckdalbe
|ontberen
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia]
|—
|undvære¹
|umbära¹
|—
|-
|-
|Niederländisch
|*bera-, *berja-
|dalf
| -bar
|dukdalf / dukdalve
| -baar
|[https://nl.wikipedia.org/wiki/Dukdalf Wikipedia]
|—
| -bar¹
| -bar¹
| -bar¹
|-
|-
|Norwegisch
|*bērō, *bǣrō
|dalbe / pæle
|Bahre
|dykdalb
|baar
|[https://no.wikipedia.org/wiki/Dykdalb Wikipedia]
|bier
|båre
|bår
|båre
|-
|-
|Dänisch
|*gabarjan
|dalbe
|gebaren , Gebaren
|dukdalbe / duc d’albe
|gebaren, gebaar
|[https://da.wikipedia.org/wiki/Duc_d%27albe Wikipedia]
|bearing³
|—
|—
|—
|-
|-
|Schwedisch
|*gabarjan
| colspan="2" style="text-align:center"|dykdalb
|Gebärde , gebärden
|[https://sv.wikipedia.org/wiki/Dykdalb Wikipedia]
|gebaar, gebaren
|—
|—
|—
|geberde, geberde seg¹
|-
|-
|Englisch
|*burþī(n)
| colspan="2" style="text-align:center" |dolphin
|Bürde
|[[wikipedia:Dolphin_(structure)|Wikipedia]]
|—
|burden
|byrde
|börda
|byrde
|-
|-
|Französisch
|*burþi(z)
| colspan="2" style="text-align:center" |duc-d’Albe
|Geburt
|[https://fr.wikipedia.org/wiki/Duc-d%27Albe Wikipedia]
|geboorte
|birth
|byrd²
|börd²
|byrd²
|-
|-
|Spanisch
|*bergan
| colspan="2" style="text-align:center" |duque de Alba
|bergen
|[https://es.wikipedia.org/wiki/Duque_de_Alba_(obra_mar%C3%ADtima) Wikipedia]
|bergen
|}
|—
 
|bjerge / bjærge
==Unikales Morphem ?==
|bärga
Da das niederländische Wort an die deutsche Schreibung angepasst wurde (Lehnwort) wird es nicht als Fremdwort behandelt. Es gibt keinen etymologischen Zusammenhang zum Verb ''ducken''.
|berge
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''duck'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor und nur in der Wortbildung ''Duckdalbe''.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|*bergō, *berga-
|Das Morphem ''duck'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|Berg
|berg
|—
|bjerg
|berg
|berg
|-
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''dalbe'' kommt isoliert und in mehreren Wortbildungen vor.
|*burg
|Burg
|burcht, burg
|borough, burgh
|borg
|borg
|borg
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''dalbe'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|}
|}
Anmerkungen zu einzelnen Wörtern:


[[#top | Seitenanfang]]<br>
¹ Die markierten Wörter sind nur indirekt als norddeutsche Lehnwort in die Sprache übernommen worden.


==Belege/Quellen==
² Die Wörter haben heute vorwiegend die Bedeutung „Abstammung/Herkunft“ statt „Geburt“.
'''Etymologie und Rechtschreibung:''' [https://www.dwds.de/wb/Duckdalbe DWDS], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Duckdalbe OWID], [https://www.zdl.org/?q=Duckdalbe ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Duckdalbe Duden-online]


Weitere Quellen wurden im Text verlinkt (sh. Tabelle in [[Info - Duckdalbe#Sprachvergleich|Kap. Sprachvergleich]]).
³ Verwandte Neubildung, keine unmittelbare Fortsetzung von gabarjan.


'''Landkarte:''' Die Landkarte wurde aus den Daten der Übersetzungen (sh. Tabelle in [[Info - Duckdalbe#Sprachvergleich|Kap. Sprachvergleich]]) mit Hilfe von [https://chatgpt.com/ ChatGPT] erstellt.
=Informationen zu den Grundwörtern=
 
== ''Gebaren''==
Abbildungen: Die Abbildungen von Dalben wurden von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia] und [http://www.elbetreff.de/Elbearchiv/elbe/flussbauwerke/f_flussbauwerke.htm elbetreff.de] (Herzlichen Dank an Andreas Glock für die Genehmigung für die Verwendung der Abbildung.) entnommen.
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
 
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|Verb ''tragen'': germ. *beran → ahd. beran → <abbr>mhd.</abbr> bern = tragen, bringen, hervorbringen
 
ie. *bher- = tragen, heben → germ. *barjan = schlagen → germ. *gabarjan = gebaren benehmen
----
:→ Verb ''gebaren:'' → ahd. gibārōn (9. Jh.) → <abbr>mhd.</abbr> <abbr>mnd.</abbr> gebāren
{| style="width: 100%; text-align:center;"
::→ Nomen ''Gebaren:'' ahd. ''gibāren'' (11.Jh.) ''→'' mhd. ''gebāren''
|[[Duckdalbe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Duckdalbe''''']]
|- style="vertical-align:top;"
|}
|'''Fremdsprachen:'''
{{WörterABC-Tabelle}}
|Das Wort ''Gebaren'' ist weitgehend auf den deutschen Sprachraum beschränkt. Lediglich in England und auf Island finden wir Wörter, die ebenfalls auf das germanische *beran zurückgeführt werden können. In England sagt man ''bearing'' und auf Island ''að bera''.
__INDEX__
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Wortbildungen:'''
----
|[https://www.dwds.de/wb/Ausgabengebaren Ausgabengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Bühnengebaren Bühnengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Finanzgebaren Finanzgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Geschäftsgebaren Geschäftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Haushaltsgebaren Haushaltsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Herrschaftsgebaren Herrschaftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Machtgebaren Machtgebaren]
=dunnemals=
__TOC__
 
==Hinweise zum Wort ''dunnemals''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|damals
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Ableitungen:'''
|''Dunnemals gab es noch eine Volksschule.''
|[https://www.dwds.de/wb/gebaren gebaren] (Grundwort), [https://www.dwds.de/wb/Gebaren Gebaren] (Konversion), [https://www.dwds.de/wb/Gebarung Gebarung] (Ableitung)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Mehrwortausdrücke:'''
|'''Wortart:''' Adverb
|Das Wort ''Gebaren'' wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:


'''Worttrennung:''' dun-ne-mals
: „sein seltsames Gebaren“ 
 
: „ein unangemessenes Gebaren“
'''Aussprache:''' [ˈdʊnəmaːls]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Zitate:'''
|„Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ ([https://gutezitate.com/zitat/120966 Quelle], [https://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius Konfuzius])
„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ ([https://gutezitate.com/zitat/249087 Quelle], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Herrhausen Alfred Herrhausen])
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
[[#top |Seitenanfang]]<br>
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''dunnemals'' ist ein '''Adverb'''. 
Adverbien haben keine verschiedenen Wortformen.
</div>


== Wortherkunft ==
== ''gebären'' ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen. Dort bedeutet ''dunn'' so viel wie ''dann'' oder ''damals''.
|Verb ''tragen'': germ. *beran → ahd. beran → mhd. bern = tragen, bringen, hervorbringen
ie. *bher- = tragen, heben
:→ germ. *barjan = schlagen → germ. *gabarjan = gebaren benehmen
::→ ahd. ''giberan'' → mhd. ''geberen''
:::Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“, später Bedeutungsverengung auf „ein Kind zur Welt bringen“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Fremdsprachen:'''
|In nordgermanischen Sprachen werden auch Wörter verwendet, die auf das germanische *beran zurückgeführt werden können. Hier einige Beispiele:
:Niederländisch: <u>baren</u> - bevallen
:Englisch: give birth - <u>bear</u>
:Norwegisch: føde - <u>bære</u>
:Isländisch: fæða - bera - <u>að bera</u>
:Dänisch: føde - <u>barsle</u>
:Schwedisch: att föda
Daneben gibt es föda /fæða / føde. Auch für diese Wörter werden germanische, westgermanische oder gotische Wurzeln vermutet, z. B.


Das Wort ''dunnemals'' ist eine Verkürzung von ''anno dunnemals''. 
idg. *pid, germ. *fetan, *fīten, got. *fitan = gebären, kreißen, ziehen. Möglich ist auch germ. *farsī, wgerm. *fore = gebären, davon abgeleitet wgerm. *fōdian = erzeugen, gebären hervorbringen. Auf dieses Verb kann auch das heute noch gebräuchliche Nomen ''Färse'' - ''weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat'' zurückgeführt werden,
Diese Redewendung bedeutete ursprünglich: ''damals, vor langer Zeit''.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
|-
|-
|}
|}


</br>
[[#top |Seitenanfang]]<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - dunnemals| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''dunnemals''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= Info - dunnemals =
 
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[dunnemals|'''zurück zur Wortgeschichte ''dunnemals''''']]
|}
----
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''dunnemals''==
== ''Gebärde'' ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|19. Jh. Das Wort stammt aus dem niederdeutschen ''dunn'' = dann, damals.
|ahd. ''gibāra'' → mhd. ''gebār'' = Verhalten, Benehmen 


Es entwickelte sich aus der Redewendung ''anno dunnemals''.
→ nhd. ''Gebärde'' = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
| -
|Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher;
gebärdenreich, gebärdensprachlich, ungebärdig (Ungebärdigkeit)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|gebärden
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das lateinische Wort ''anno'' bedeutet ''im Jahre''. Seit dem 15. Jahrhundert stellte man es häufig vor Datierungen.
|Das Wort ''Gebärde'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:


Daraus entstanden später verschiedene scherzhafte Redewendungen für ''vor langer Zeit'':
: Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung 


*''anno dazumal'' - damals, vor langer Zeit
Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der ''Gebärdensprache'', einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.
*''anno dunnemals'' - damals
*''anno Tobak'' - vor langer Zeit, als man zu Tabak noch Tobak sagte. (Das Wort ''Tabak'' stammt von den Ureinwohnern Nordamerikas. Sie nannten ihre Pfeifen nach der Antilleninsel ''Tobago'', die in ihrer Form den Pfeifen ähnelt. Aus diesem Namen hat sich ''Tobak'' und hieraus unser heutiges Wort ''Tabak'' entwickelt.)
*''anno pief'' - vor langer Zeit, als man noch nicht Tabak in Pfeifen (ahd. fîfâ, nd. pipe) rauchte
*''anno Tuck'' - damals, als es noch nicht Gewohnheit war (mhd. tuc = stoßen, schlagen, Tuck = Bewegung, Gewohnheit)
*''anno Leipzig-einundleipzig'' - vor langer Zeit, vor dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 ([https://de.wikipedia.org/wiki/Leipzig#Trivia/Redewendung mehr])
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
== ''gebühren'' ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dunn(e)'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|-
|ahd. ''gibūrēn'' → mhd. ''gebüeren''
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dunn(e)'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“ 


==Belege/Quellen==
→ nhd. ''gebühren'' = „zustehen“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''gebühren'' wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:


[https://www.dwds.de/wb/dunnemals DWDS],   
: „Ehre, wem Ehre gebührt“  
[https://de.wiktionary.org/wiki/dunnemals Wiktionary], 
[https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz], 
[https://www.zdl.org/?q=dunnemals ZDL]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.
|}


<br>
== ''Geburt'' ==
----
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|[[dunnemals|'''zurück zur Wortgeschichte ''dunnemals''''']]
|ahd. ''giburt'' → mhd. ''geburt'' 
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“ 
=Bräutigam=
__TOC__


==Hinweise zum Wort ''Bräutigam''==
→ nhd. ''Geburt'' = Vorgang des Geborenwerdens
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|'''Wortbildungen:'''
|zukünftiger Ehemann
|Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Ableitungen:'''
|''Die Braut und der Bräutigam gehen gemeinsam zum Altar.''
|gebären, gebürtig, Gebärende
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Interessantes:'''
|'''Wortart:''' Nomen: der Bräutigam
|Das Wort ''Geburt'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
 
: hervorbringen → geboren werden → Ursprung 
 
Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:


'''Worttrennung:''' Bräu-ti-gam
: „die Geburt einer Idee“ 


'''Aussprache:''' [ˈbʁɔʏ̯tɪɡaːm]
Damit kann ''Geburt'' auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.
|-
|}
|}


==Wortformen==
== ''Gebühr'' ==
<div style="font-size:1.2em">
Siehe hierzu die Wortseite [[Gebühr]] und die Infoseite [[Info - Gebühr]].
Das Grundwort ''Bräutigam'' bezeichnet einen Mann kurz vor oder während der Hochzeit. 
In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''e'' angehängt. Für den Dativ sind im Singular zwei Varianten möglich. Im Plural wird ''en'' ergänzt
</div>


{| class="wikitable" style="width: 65%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
== ''entbehren'' ==
!style="width: 14%"|
Siehe hierzu die Wortseite [[entbehren]] und die Infoseite [[Info - entbehren]].
!style="width: 20%"|
!style="width: 41%"|Singular
!style="width: 25%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Bräutigam'''<u>s</u>'''
|der Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Bräutigam, dem Bräutigam'''<u>e</u>'''
|den Bräutigam'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
|}


== Wortherkunft ==
== ''Berg'' ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
Siehe hierzu die Wortseite [[Berg]] und die Infoseite [[Info - Berg]].
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Im frühen Mittelalter hieß der zukünftige Ehemann ''brūtigomo''. Im ersten Teil des Wortes ''brut'' kannst du unser heutiges Wort ''Braut'' wiederfinden. Der zweite Teil ist auf das althochdeutsche Wort für Mann = ''gomo'' zurückzuführen. Dieses Wort ist mit dem lateinischen Wort ''homo'' (= Mensch, Mann) verwandt.


Das alte Wort ''gome'' gibt es heute nicht mehr. Es wurde schon früh im deutschsprachigen Raum durch ''Mann'' ersetzt.
= Unikales Morphem ? =
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das '''Morphem ''bar''''' kommt in ''gebaren / Gebaren'' und mit Umlaut in ''gebären'' und ''Gebärde'' und als Verbabstrakta in ''Geburt'' vor. Auf den gleichen germ. und ahd. Ursprung können auch das Suffix -''bar'', die Verneinung ''entbehren'' (= nicht tragen) sowie ''Bahre'' und ''Bürde'' zurückgeführt werden. Bereits in der germanischen Sprache und später in den alt- und neuhochdeutschen Belegen sind die verschiedenen Wörter, die ihren Ursprung im indoeuropäischen ''bher'' haben, deutlich unterschieden, sodass heute kaum noch ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Wörter dieser Sprachgruppe gesehen wird.
Als unikale Morpheme werden in der folgenden Zusammenstellung nur solche Morpheme eingruppiert, die bereits in althochdeutscher Zeit deutlich unterschieden wurden und nicht als Ablautvarianten betrachtet werden können.
|-
|-
|}
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
== Fremdsprachen ==
|Das Morphem ''bar'' und mit Umlaut ''bär'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Das alte Wort ''brūtigomo'' findest du auch in anderen germanischen Sprachen wieder.
|-
|-
|
| colspan="2" |Das '''Morphem ''bühr''''' in ''Gebühr'' und ''gebühren'' unterscheidet sich bereits in der germanischen Sprache von den vom indoeuropäischen ''bher'' abgeleiteten Wörtern mit der Bedeutung ''tragen, heben, hervorbringen''. Es kommt heute nicht mehr isoliert und in Wortbildungen nur gemeinsam mit dem Präfix ''ge''- vor.
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto;"
! style="width: 22% | Sprache
! style="width: 22% | Wort
! style="width: 22% | Aussprache
! style="width: 34% | Quelle
|-
|-
|Dänisch
|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|brudgom
|Das Morphem ''bühr'' kann daher als <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>. betrachtet werden.
|[ˈbʁuðˌkʌm]
|[https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=brudgom Den Danske Ordbog]
|-
|-
|Isländisch
| colspan="2" |Das '''Morphem ''bur-t''''' in ''Geburt'' kommt nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur gemeinsam mit dem Präfix ''ge-'' vor. Das Nomen ''Geburt'' ist ein Verbalabstraktum von ''gebären''. Die Endung ''ti'' kennzeichnet bereits im germanischen das Nomen und der Vokal [u] muss als Ablaut zum [a] (''gebaren'') bzw. [ä] (''gebären'') betrachtet werden. Auf der Bedeutungsebene ist ein Zusammenhang zwischen dem Verb ''gebären'' und dem Nomen ''Geburt'' zu erkennen.
|brúðgumi
|[ˈpruːðkʏmɪ]
|[https://islenskordabok.arnastofnun.is/ord/7042 Íslensk orðabók]
|-
|-
|Englisch
|[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|bridegroom
|Das Morphem ''bar'' und mit Umlaut ''bär'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|[ˈbɹaɪdɡɹuːm]
|[https://www.oxfordlearnersdictionaries.com/definition/english/bridegroom Oxford Learner’s]
|-
|-
|Niederländisch
| colspan="2" |Das '''Morphem ''behr''''' in ''entbehren'' (ahd. inberan) ist eine Ablautbildung zum Morphem ''bar'' in ''gebären'' (ahd. gibāran). Das Morphem kommt nicht isoliert vor, Wortbildungen nur mit dem Präfix ''ent''-. Die Morpheme behr, bar, bär müssen als verschiedene Varianten des ursprünglichen germ. ''beran'' betrachtet werden.
|bruidegom
|[ˈbrœy̯dəɣɔm]
|[https://www.vandale.nl/gratis-woordenboek/nederlands/betekenis/bruidegom Van Dale]
|-
|-
|Norwegisch
|[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|brudgom
|Die Morpheme ''behr, bar'' und mit Umlaut ''bär'' sind daher<span style="color:red"> '''keine unikale Morphem'''</span>.
|[ˈbrʉːdɡʊm]
|[https://ordbokene.no/brudgom Bokmålsordboka]
|-
|Schwedisch
|brudgum
|[ˈbrʉːdɡɵm]
|[https://svenska.se/so/?id=11029 Svensk Ordbok]
|}
|-
|-
|}
|}


</br>
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
----
 
{| style="width: 100%; text-align:center;"
[[#top |Seitenanfang]]<br>
|[[Info - Bräutigam| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bräutigam''''']]
 
|}
= Belege/Quellen =
{{WörterABC-Tabelle}}
'''Quellen für Ableitungen vom ie. *bher:'''
__INDEX__
 
Köbler: [https://www.koeblergerhard.de/germ/tg/germ_tg.html germanisches Wb.], [https://koeblergerhard.de/idg/idg_kurzform.html indogermanisches Wb.] [https://www.koeblergerhard.de/ahd/ahd.html althochdeutsches Wb.], [https://koeblergerhard.de/mhd/mhd_kurzform.html mittelhochdeutsches Wb]. 
 
Indoeuropäische Wörter [https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Pokorny Julius Pokorny]: Indogermanisches etymologisches Wörterbuch, Tübingen/Bern/München, 5. Aufl. 2005   
 
Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Sprachen Germanische Sprachen],  [https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachen Indoeuropäische Sprachen]. [https://de.wikipedia.org/wiki/Runen Runenschrift], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wulfilabibel Wulfila-Bibel]
 
'''Quellen für nordgermanische Sprachen:'''
 
Niederländisch: [https://etymologiebank.nl/ etymologiebank.nl], [https://gtb.ivdnt.org/search/ Historische woordenboeken], Englisch: [https://www.etymonline.com/ etymonline.com], [https://ordnet.dk/ddo Den Danske Ordbog], [https://ordnet.dk/ods Ordbog over det Danske Sprog], Schwedisch: [https://svenska.se/ Sök i tre ordböcker på en gång], Norwegisch: [https://ordbokene.no/ ordbøkene,no]
 
'''Quellen für Einzelwörter:'''


----
'''gebaren:''' [https://www.dwds.de/wb/gebaren DWDS], [https://www.duden.de/rechtschreibung/gebaren Duden-online] (nicht werbefrei), [https://de.wiktionary.org/wiki/gebaren Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=gebaren ZDL]; [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00527 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00564 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02567 Grimm], [https://www.mhdwb-online.de/wb.php?linkid=47649000#47649000 MWb]
=Info - Bräutigam=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bräutigam|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bräutigam''''']]
|}
----
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bräutigam''==
'''Gebaren:''' [https://www.dwds.de/wb/Gebaren DWDS], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebaren Duden-online](nicht werbefrei), [https://de.wiktionary.org/wiki/Gebaren Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=Gebaren ZDL]; [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02567 Grimm], [https://www.mhdwb-online.de/wb.php?linkid=47649000#47649000 MWb]
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|
*'''Braut:''' germ. *brudi–, ahd. mhd. brūt
*'''Mann/-gam:''' ie. *dhghem = Erde, germ. *guman-, ahd. gomo, mhd. gome; verwandt mit lat. homo
*'''Bräutigam:''' germ. *brūdigumōn, ahd. brūtigomo, mhd. bruitegume
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Jubelbr%C3%A4utigam Jubelbräutigam], [https://www.dwds.de/wb/Seelenbr%C3%A4utigam Seelenbräutigam], [https://www.dwds.de/wb/Silberbr%C3%A4utigam Silberbräutigam]; veraltet: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07472 Bräutigamsabend], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07473 Bräutigamsgabe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07474 Bräutigamsliebe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07475 Bräutigamsprobe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07476 Bräutigamsthaler],  
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Wenn du mehr über die Heirat erfahren möchtest, wie die Hochzeitszeremonie in den verschiedenen Religionen abläuft? Viele Antworten auf diese Fragen findest du auf der Internetseite [https://www.religionen-entdecken.de/suche?qtype=frage&suche=Heirat&religion=All Religionen entdecken].
|-
|}


==Unikales Morphem ?==
'''gebären:''' [https://www.dwds.de/wb/gebären DDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/gebären Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=gebären ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/gebaeren Duden] (nicht werbefrei); Etymologie: [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00528#0 Adelung],[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00565#0 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02569#0 Grimm]; [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Splett&lemid=B00424 AWb-Splett], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=geb%C3%A4ren BDO gebären], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=b%C3%A4ren3 BDO bären] (hier vor allem die Wortbildungen), [https://koeblergerhard.de/wgerm/wgerm(materialien)89086abs20140325.htm Köbler-wgerm.], [https://koeblergerhard.de/got/got.html Köbler-got.] 
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bräut'' ist eine Umlautableitung von ''Braut'' (Allomorphie). Das Morphem ''braut'' kommt isoliert und in vielen Wortbildungen vor.
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| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''bräut/braut'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
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| colspan="2" |Das Morphem ''gam'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. In Wortbildungen kommt das Wort nur gemeinsam mit dem Erstglied ''bräut'' vor.
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| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''gam'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
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|}


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'''Gebärde:''' [https://www.dwds.de/wb/Gebärde DDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=Gebärde ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde Duden] (nicht werbefrei), [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00541 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00564 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02653 Grimm]


==Belege/Quellen==
'''gebühren:''' [https://www.dwds.de/wb/gebühren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren Wiktionary],  [https://www.zdl.org/?q=gebühren ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren Duden] (nicht werbefrei), [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00591 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00740 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G03064 Grimm], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr Wikipedia]


[https://www.dwds.de/wb/Br%C3%A4utigam DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Br%C3%A4utigam Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03902 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05140 Grimm-2], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04345 Goethe]; für Regiolekte: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B06970 Rheinisches WB], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B04957 Mecklenburgisches WB], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B05781 Pfälzisches WB], [https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/shwb/entry/Br%C3%A4utigam Südhessisches WB]; veraltete Wörter: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07471 Campe] ), [https://www.zdl.org/?q=Br%C3%A4utigam ZDL]
'''Geburt:''' [https://www.dwds.de/wb/Geburt DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=Geburt ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt Duden] (nicht werbefrei); https://www.woerterbuchnetz.de: (Adelung, Grimm) [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00596 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00596 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G03095 Grimm]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt Wikipedia]


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Aktuelle Version vom 5. Oktober 2026, 10:05 Uhr

Die bereits erstellen Seiten billig und putzig müssen korrigiert werden. Beide Wörter sind keine unikalen Morpheme

Zu Buchsbaum müssen noch die Seiten Buchse und Büchse erstellt werden. Siehe hierzu die Excel-Tabelle.

Die bereits erstelle Seite billig muss korrigiert werden. Das Wort ist kein unikales Morphem

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sh. drollig, Damhirsch, Dienstag, Duckdalbe, dunnemals,

sh. emsig,

sh. Flederwisch, Firlefanz,

sh. garstig, Garaus, gebaren, gebären, Gebärde, gebühren, Geburt, gediegen, gedunsen, Gekröse, Gelichter, genesen, genug, begnügen, vergnügen

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Berg

Das Wort Berg schreiben wir am Ende mit g, obwohl wir dort [k] hören. In der Mehrzahl Berge kannst du das [g] deutlich hören. Das Wort Berg ist sehr alt. Es gehört zu einer Wortfamilie, zu der auch Burg und bergen gehören.




Warum schreiben wir Berg nicht mit k am Ende?

Diskussion

Herr Wort Suche das Kontrollwort. Es ist die Mehrzahl: Berge.

Hier kannst du deutlich das [g] hören. Da wir den Wortstamm immer gleich schreiben, wird auch die Einzahl Berg mit g am Wortende geschrieben.

Der “weiche” Laut [g] wird am Wortende (Auslaut) „hart“, wie ein [k] gesprochen. Daher nenne wir dies auch „Auslautverhärtung“.

Herr Alt Das Wort Berg ist ein sehr, sehr altes Wort. Das germanische Wort *berga- bedeutete Höhe zugleich aber auch Schutz. Wenn die Germanen in Gefahr waren, dann suchten sie auf einer Höhe, also auf einem Berg, Schutz. Denn dort oben konnten sie die Landschaft überschauen und so mögliche Feinde früh erkennen.
Später bauten sie auf dem Berg eine Schutzhütte und noch später eine Burg. Die Burg ist also die Befestigung auf dem Berg, die Schutz bietet.
Auch das Verb bergen = schützen, bewahren gehört zu dieser Wortfamilie. Wenn also die Bergretter einen verletzten im Gebirge retten, dann schützen sie ihn und bewahren ihn vor dem Tod.
Herr Wort Ein Berg ist eine große Erhebung in der Landschaft. Das Wort kann aber auch für eine große Menge von Dingen verwendet werden. Wenn sich zum Beispiel viele Kleidungsstücke auf dem Boden stapeln, können wir von einem Berg Wäsche sprechen.
Frau Fremd Die nordeuropäischen Länder haben das alte germanische Wort berc übernommen. In den Niederlanden, in Norwegen und Schweden wird das Wort genauso wie bei uns geschrieben: berg. In Dänemark schreibt man bjerg.
Pik-Linie.jpg

Weiterführende Informationen

Modellwortschatz

Das Wort Berg gehört zum Modellwortschatz.

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.

Hinweise zum Wort Berg

Bedeutung: eine größere Erhebung in einer Landschaft
Beispielsatz: Von dem Berg hat man eine gute Aussicht auf das Tal.
Wortinfo: Wortart: Nomen, der Berg

Worttrennung: Berg; Ber-ge

Aussprache: [bɛʁk]

Ableitungen: bergen, Gebirge

Wortformen

Das Wort Berg ist ein männliches Nomen. Die Mehrzahl lautet Berge.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Berg die Berge
2. Fall Genitiv des Berges der Berge
3. Fall Dativ dem Berg den Bergen
4. Fall Akkusativ den Berg die Berge

Wortbildungen

Vom Grundwort Berg können sehr viele zusammengesetzte Wörter gebildet werden. Dabei kann das Nomen Berg in den Wortbildungen ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen, z. B. Bergbau, (der Abbau eines Gesteins unter der Erde), Berghütte (eine Hütte auf einem Berg), Bergschuhe (Schuhe, die für Bergsteiger geeignet sind), Schieferberg (ein Berg aus Schiefergestein), Schneeberg (ein Berg aus Schnee), Weinberg (ein Berg auf dem Wein angebaut wird). Die folgende Tabelle ordnet einige Beispielwörter nach solchen Bedeutungsgruppen und danach, ob das Wort Berg am Wortanfang oder am Wortende steht.

Hier einige Beispielwörter für Wortbildungen mit dem Nomen Berg':

Berg am Wortanfang (Erstglied, Bestimmungswort)
Bergbau
Bergbau das Gewinnen von Kohle, Erz, Salz und anderen Rohstoffen aus der Erde
Bergleute Menschen, die im Bergbau arbeiten
Bergmann ein Mann, der im Bergbau arbeitet
Bergwerk eine Anlage, in der Rohstoffe aus der Erde gewonnen werden
Gefahren und Rettung
Bergrettung die Rettung von Menschen, die in den Bergen in Not geraten sind
Bergrutsch das Abrutschen von Erde und Gestein an einem Berg
Bergsturz das plötzliche Herabstürzen großer Mengen von Fels und Gestein
Landschaft und Gewässer
Bergbach ein Bach, der durch die Berge fließt
Berggipfel der höchste Punkt eines Berges
Berghang die schräge Seite eines Berges
Berghöhle eine Höhle in einem Berg
Bergkette mehrere miteinander verbundene Berge
Bergquelle eine Quelle, aus der in den Bergen Wasser hervortritt
Bergsee ein See in den Bergen
Bergspitze der oberste Teil eines Berges
Pflanzen und Tiere
Bergahorn eine Ahornart, die häufig in Gebirgen wächst
Bergwald ein Wald, der an Berghängen wächst
Bergwiese eine Wiese in den Bergen
Bergziege eine Ziege, die in bergigen Gebieten lebt
Wandern und Tourismus
Bergbahn eine Bahn, die auf einen Berg hinauf- und hinunterfährt
Bergführer jemand, der andere Menschen sicher durch die Berge führt
Berghütte eine Hütte in den Bergen, in der Wanderer oft essen oder übernachten können
Bergpfad ein schmaler Weg in den Bergen
Bergschuh ein fester Schuh zum Wandern und Klettern in den Bergen
Bergstation die obere Station einer Seil- oder Bergbahn
Bergwanderung eine Wanderung in den Bergen
sonstige Wortbildungen
Bergdorf ein Dorf, das in den Bergen liegt
Bergkristall ein farbloser, durchsichtiger Quarz
Bergluft die Luft in den Bergen
Bergstraße eine Straße, die durch die Berge oder auf einen Berg führt
Berg am Wortende (Letztglied, Grundwort)
Bauwerke und Geschichte
Burgberg ein Berg oder Hügel, auf dem eine Burg steht oder stand
Ölberg der Berg bei Jerusalem, der aus der Bibel bekannt ist
Schlossberg ein Berg oder Hügel, auf dem ein Schloss steht oder stand
Bergformen und Landschaft
Eisberg ein großer Eisblock, der im Meer oder in einem See schwimmt
Feuerberg ein Berg, aus dem Feuer oder glühendes Gestein kommt; Bezeichnung für einen Vulkan
Hausberg ein Berg in der Nähe eines Ortes, den die Menschen dort besonders gut kennen und häufig besuchen
Inselberg ein einzelner Berg, der deutlich aus einer flacheren Landschaft herausragt
Kegelberg ein Berg, der ungefähr die Form eines Kegels hat
Schneeberg ein Berg, auf dem viel Schnee liegt; auch Name verschiedener Berge
Tafelberg ein Berg mit steilen Seiten und einer auffallend flachen Oberseite
Vorberge kleinere Berge, die vor einem höheren Gebirge liegen
Einzelberg ein Berg, der einzeln und nicht als Teil einer Bergkette steht
Sandberg eine größere Erhebung aus Sand
Unterwasserberg ein Berg, der sich unter der Meeresoberfläche erhebt
Vulkanberg ein Berg, der durch vulkanische Vorgänge entstanden ist
Gestein und Material
Basaltberg ein Berg, der ganz oder zu großen Teilen aus Basalt besteht
Kreideberg ein Berg oder eine Erhebung, die aus Kreidegestein besteht
Schieferberg ein Berg, der viel Schiefergestein enthält
Steinberg ein Berg oder Hügel, der aus viel Gestein besteht
großer Haufen, angehäufte Masse
Abfallberg eine sehr große Menge Abfall, die wie ein Berg aufgetürmt ist
Altpapierberg eine große Menge gesammelten Altpapiers
Müllberg eine große Menge aufgeschütteten Mülls oder eine daraus entstandene Erhebung
Schuttberg eine große Menge Schutt, die zu einem Berg aufgeschüttet wurde
Trümmerberg ein künstlicher Hügel oder Berg aus Trümmern zerstörter Gebäude
sonstige Bedeutungen
Weinberg ein Hang oder Gelände, auf dem Weinreben angebaut werden
Schuldenberg eine sehr große Menge an Schulden
Blocksberg ein sagenhafter Berg, auf dem sich der Sage nach Hexen treffen
Datenberg eine sehr große Menge an Daten

Redensarten

Es gibt viele Redensarten, in denen das Nomen Berg vorkommt. Hier einige Beispiele:

Dieses Kapitel fehlt noch



verwandte Wörter: Bahre, -bar, Berg, bergen, Bürde, Burg, entbehren, Gebärde, gebärden, Gebaren, gebären, Gebühr, gebühren, Geburt
Info - Wortguppe indoeuropäisch *bher
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Info - indoeuropäisch *bher (Wortgruppe)

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Etymologie

Vorbemerkung:

Viele althochdeutsche Wörter haben ihren Ursprung in der germanischen Sprachfamilie. Einige Wörter können noch weiter zurückverfolgt werden auf eine indoeuropäische (indogermanische) Wurzel. Ein kurzes Erklärvideo zur Entwicklung der europäischen Sprachen findest du hier. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es (in groben Zügen) erst für das Althochdeutsche (ab ca. 8. bis Mitte 11. Jh.). Für die germanischen Sprachen gibt es nur wenige schriftlichen Belege (z. B. in Runenschrift. Trotzdem können germanische und indoeuropäische Wörter sprachwissenschaftlich rekonstruiert werden. Die Schreibung der so erschlossenen Aussprache einiger Wörter werden mit vorangestelltem * gekennzeichnet.

Germanische Ableitungen vom ie. *bher, bherə = tragen, heben

Die Wörter gebaren, gebären, Gebärde, Geburt und gebühren haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = heben, tragen. Auf die Bedeutung *bher(ə) = tragen können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: Bahre (= Trage), Bürde (= was getragen wird), entbehren (= nicht tragen) und auch das Suffix -bar (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) . All diese Wörter enthalten das Morphem behr. Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (*bher(ə) = heben findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in empor und empören, aber auch in Berg und Burg.

Die folgende Tabelle enthält Beispiele für Ableitungen deutscher Wörter vom indoeuropäischen *bher. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten. Die Verlinkungen in der ersten Spalte führen zu der entsprechenden Seite im rechtschreibwiki.de.

Beispiele für die Herkunft und Entwicklung von Grundwörtern zu indoeuropäisch *bher(ə)
Grundwort ie., urgerm. germ. Verb (ohne Präfix) ahd. mhd. ursprüngliche Bedeutung
gebären ie. *bher, *bherə-

urgerm. *beran

= tragen, heben, hervorbringen, gebären,

*ga*beran *beran = tragen, gebären gibāran gebāren hervortragen → zur Welt bringen
entbehren *an*beran inbēran enbern nicht tragen → entbehren
-bar *bera-, berja- -bāri -bære Verb: tragend → Suffix -ber/-bar i.S.v. machbar, möglich
Bahre *bērō, *bǣrō bāra bāre Tragegestell
gebaren, Gebaren *ga*barjan *bērja-, *bǣrja = Benehmen, Aussehen, Gebaren gibārōn, gibāra gebāren sich betragen
Gebärde, gebärden gibārida, gibārōn gebærde, gebæren Benehmen, sichtbarer Ausdruck
Bürde *burþī(n) - burdi bürde Bürde, Last,
Geburt *burþi(z) ahd. burt = Gestalt, Geburt

mhd. burt = Herkunft

giburt geburt Leibesfrucht tragen
bergen ie. *bherg

ie. *bherg̑hos

*bergan - bergan bergen bergen, schützen, verwahren
Berg *bergō, *berga- *berg = hoch, erhaben berg berc Berg, Höhe, Schutz
Burg *burg urspr. befestigte Höhe burg burc befestigte Höhe
empor *bher- = heben ⚠️ *ga*bur- ⚠️ ahd. bor = Höhe, Spitze;

ahd. in bore = in der Höhe

empōr empōr emporheben
empören *ga*burjan⚠️ ahd. mhd. bōr empōren empōren emporheben → aufregen
gebühren, Gebühr *burjaną ⚠️ ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten gibūren, giburī gebürn, gebüre heben, zuteilen

Aus ie. *bher, *bherə = tragen entwickelte sich mit dem Präfix ga- germ. gaberan = hervortragen, zur Welt bringen, gebären und gebaren = betragen. Dies führte zur Bedeutung ausdrücken, benehmen, verhalten = gebärden und dem Nomen Gebärde. Mit dem verneinenden Präfix an- germ. anberan = nicht tragen, nicht haben entwickelte sich entbehren in der heutigen Bedeutung.

Das Nomen von ie. *bherə führte schon in germanischer Zeit zu germ. *bērō in der Bedeutung Tragegestell, woraus über ahd. bāra die Bahre wurde. Ein anderer Vokalwechsel (Dentalsuffix) führte zu germ. *burþīn woraus sich die Wörter Bürde (eine Last tragen) und germ. *burþi- = das Getragene woraus sich ahd. burt = Herkunft (heute noch im Mehrwortausdruck: von edler Geburt) und ahd. giburt = Geburt entwickelte.

Schon sehr früh entwickelte sich aus ie. *bher, *bherə-(= heben) die Bedeutung in die Höhe heben, daraus dann die Höhe = Berg und in der Höhe Schutz suchen, dann bergen = schützen und schließlich Burg = befestigte Höhe die Schutz bietet.

Fremdsprachen

Die germanischen Ableitungen vom ie. *bher, *bherə = tragen, heben finden sich auch in nordgermanischen Sprachen. Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für verwandte Wörter.

Beispiele für nordeuropäische Ableitungen vom indoeuropäisch *bher(ə)
Germanisch Deutsch Niederländisch Englisch Dänisch Schwedisch Norwegisch
*gaberan gebären baren bear bære bära bære (Nynorsk: bera)
*anberan entbehren ontberen — undvære¹ umbära¹ —
*bera-, *berja- -bar -baar — -bar¹ -bar¹ -bar¹
*bērō, *bǣrō Bahre baar bier båre bår båre
*gabarjan gebaren , Gebaren gebaren, gebaar bearing³ — — —
*gabarjan Gebärde , gebärden gebaar, gebaren — — — geberde, geberde seg¹
*burþī(n) Bürde — burden byrde börda byrde
*burþi(z) Geburt geboorte birth byrd² börd² byrd²
*bergan bergen bergen — bjerge / bjærge bärga berge
*bergō, *berga- Berg berg — bjerg berg berg
*burg Burg burcht, burg borough, burgh borg borg borg

Anmerkungen zu einzelnen Wörtern:

¹ Die markierten Wörter sind nur indirekt als norddeutsche Lehnwort in die Sprache übernommen worden.

² Die Wörter haben heute vorwiegend die Bedeutung „Abstammung/Herkunft“ statt „Geburt“.

³ Verwandte Neubildung, keine unmittelbare Fortsetzung von gabarjan.

Informationen zu den Grundwörtern

Gebaren

Entstehung: Verb tragen: germ. *beran → ahd. beran → mhd. bern = tragen, bringen, hervorbringen

ie. *bher- = tragen, heben → germ. *barjan = schlagen → germ. *gabarjan = gebaren benehmen

→ Verb gebaren: → ahd. gibārōn (9. Jh.) → mhd. mnd. gebāren
→ Nomen Gebaren: ahd. gibāren (11.Jh.) → mhd. gebāren
Fremdsprachen: Das Wort Gebaren ist weitgehend auf den deutschen Sprachraum beschränkt. Lediglich in England und auf Island finden wir Wörter, die ebenfalls auf das germanische *beran zurückgeführt werden können. In England sagt man bearing und auf Island að bera.
Wortbildungen: Ausgabengebaren, Bühnengebaren, Finanzgebaren, Geschäftsgebaren, Haushaltsgebaren, Herrschaftsgebaren, Machtgebaren
Ableitungen: gebaren (Grundwort), Gebaren (Konversion), Gebarung (Ableitung)
Mehrwortausdrücke: Das Wort Gebaren wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:
„sein seltsames Gebaren“
„ein unangemessenes Gebaren“
Zitate: „Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ (Quelle, Konfuzius)

„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ (Quelle, Alfred Herrhausen)

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gebären

Entstehung: Verb tragen: germ. *beran → ahd. beran → mhd. bern = tragen, bringen, hervorbringen

ie. *bher- = tragen, heben

→ germ. *barjan = schlagen → germ. *gabarjan = gebaren benehmen
→ ahd. giberan → mhd. geberen
Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“, später Bedeutungsverengung auf „ein Kind zur Welt bringen“
Fremdsprachen: In nordgermanischen Sprachen werden auch Wörter verwendet, die auf das germanische *beran zurückgeführt werden können. Hier einige Beispiele:
Niederländisch: baren - bevallen
Englisch: give birth - bear
Norwegisch: føde - bære
Isländisch: fæða - bera - að bera
Dänisch: føde - barsle
Schwedisch: att föda

Daneben gibt es föda /fæða / føde. Auch für diese Wörter werden germanische, westgermanische oder gotische Wurzeln vermutet, z. B.

idg. *pid, germ. *fetan, *fīten, got. *fitan = gebären, kreißen, ziehen. Möglich ist auch germ. *farsī, wgerm. *fore = gebären, davon abgeleitet wgerm. *fōdian = erzeugen, gebären hervorbringen. Auf dieses Verb kann auch das heute noch gebräuchliche Nomen Färse - weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat zurückgeführt werden,

Wortbildungen: Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
Ableitungen: Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)

Seitenanfang

Gebärde

Entstehung: ahd. gibāra → mhd. gebār = Verhalten, Benehmen

→ nhd. Gebärde = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens

Wortbildungen: Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher;

gebärdenreich, gebärdensprachlich, ungebärdig (Ungebärdigkeit)

Ableitungen: gebärden
Interessantes: Das Wort Gebärde zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung

Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der Gebärdensprache, einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.

gebühren

Entstehung: ahd. gibūrēn → mhd. gebüeren

Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“

→ nhd. gebühren = „zustehen“

Wortbildungen: Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
Ableitungen: Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
Interessantes: Das Wort gebühren wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
„Ehre, wem Ehre gebührt“

Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.

Geburt

Entstehung: ahd. giburt → mhd. geburt

Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“

→ nhd. Geburt = Vorgang des Geborenwerdens

Wortbildungen: Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
Ableitungen: gebären, gebürtig, Gebärende
Interessantes: Das Wort Geburt zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
hervorbringen → geboren werden → Ursprung

Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:

„die Geburt einer Idee“

Damit kann Geburt auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.

Gebühr

Siehe hierzu die Wortseite Gebühr und die Infoseite Info - Gebühr.

entbehren

Siehe hierzu die Wortseite entbehren und die Infoseite Info - entbehren.

Berg

Siehe hierzu die Wortseite Berg und die Infoseite Info - Berg.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bar kommt in gebaren / Gebaren und mit Umlaut in gebären und Gebärde und als Verbabstrakta in Geburt vor. Auf den gleichen germ. und ahd. Ursprung können auch das Suffix -bar, die Verneinung entbehren (= nicht tragen) sowie Bahre und Bürde zurückgeführt werden. Bereits in der germanischen Sprache und später in den alt- und neuhochdeutschen Belegen sind die verschiedenen Wörter, die ihren Ursprung im indoeuropäischen bher haben, deutlich unterschieden, sodass heute kaum noch ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Wörter dieser Sprachgruppe gesehen wird.

Als unikale Morpheme werden in der folgenden Zusammenstellung nur solche Morpheme eingruppiert, die bereits in althochdeutscher Zeit deutlich unterschieden wurden und nicht als Ablautvarianten betrachtet werden können.

Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bar und mit Umlaut bär ist daher kein unikales Morphem.
Das Morphem bühr in Gebühr und gebühren unterscheidet sich bereits in der germanischen Sprache von den vom indoeuropäischen bher abgeleiteten Wörtern mit der Bedeutung tragen, heben, hervorbringen. Es kommt heute nicht mehr isoliert und in Wortbildungen nur gemeinsam mit dem Präfix ge- vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem bühr kann daher als ein unikales Morphem. betrachtet werden.
Das Morphem bur-t in Geburt kommt nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur gemeinsam mit dem Präfix ge- vor. Das Nomen Geburt ist ein Verbalabstraktum von gebären. Die Endung ti kennzeichnet bereits im germanischen das Nomen und der Vokal [u] muss als Ablaut zum [a] (gebaren) bzw. [ä] (gebären) betrachtet werden. Auf der Bedeutungsebene ist ein Zusammenhang zwischen dem Verb gebären und dem Nomen Geburt zu erkennen.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bar und mit Umlaut bär ist daher kein unikales Morphem.
Das Morphem behr in entbehren (ahd. inberan) ist eine Ablautbildung zum Morphem bar in gebären (ahd. gibāran). Das Morphem kommt nicht isoliert vor, Wortbildungen nur mit dem Präfix ent-. Die Morpheme behr, bar, bär müssen als verschiedene Varianten des ursprünglichen germ. beran betrachtet werden.
Pik-Kreis-rot.jpg Die Morpheme behr, bar und mit Umlaut bär sind daher keine unikale Morphem.

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen

Seitenanfang

Belege/Quellen

Quellen für Ableitungen vom ie. *bher:

Köbler: germanisches Wb., indogermanisches Wb. althochdeutsches Wb., mittelhochdeutsches Wb.

Indoeuropäische Wörter Julius Pokorny: Indogermanisches etymologisches Wörterbuch, Tübingen/Bern/München, 5. Aufl. 2005

Wikipedia: Germanische Sprachen, Indoeuropäische Sprachen. Runenschrift, Wulfila-Bibel

Quellen für nordgermanische Sprachen:

Niederländisch: etymologiebank.nl, Historische woordenboeken, Englisch: etymonline.com, Den Danske Ordbog, Ordbog over det Danske Sprog, Schwedisch: Sök i tre ordböcker på en gång, Norwegisch: ordbøkene,no

Quellen für Einzelwörter:

gebaren: DWDS, Duden-online (nicht werbefrei), Wiktionary, ZDL; Wörterbuchnetz: Adelung, Goethe, Grimm, MWb

Gebaren: DWDS, Duden-online(nicht werbefrei), Wiktionary, ZDL; Wörterbuchnetz: Grimm, MWb

gebären: DDS, Wiktionary, ZDL, Duden (nicht werbefrei); Etymologie: Wörterbuchnetz: Adelung,Goethe, Grimm; AWb-Splett, BDO gebären, BDO bären (hier vor allem die Wortbildungen), Köbler-wgerm., Köbler-got.

Gebärde: DDS, Wiktionary, ZDL, Wikipedia, Duden (nicht werbefrei), Wörterbuchnetz: Adelung, Goethe, Grimm

gebühren: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden (nicht werbefrei), Wörterbuchnetz: Adelung, Goethe, Grimm, Wikipedia

Geburt: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden (nicht werbefrei); https://www.woerterbuchnetz.de: (Adelung, Grimm) Adelung, Goethe, Grimm; Wikipedia



verwandte Wörter: Bahre, -bar, Berg, bergen, Bürde, Burg, entbehren, Gebärde, gebärden, Gebaren, gebären, Gebühr, gebühren, Geburt
Info - Wortguppe indoeuropäisch *bher
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Gefahr

Frage: Autofahren ist gefährlich - Stimmt das? Was hat Gefahr / gefährlich mit fahren zu tun?