Gebaren

Aus Fragen an Graf Ortho
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Das Nomen Gebaren bezeichnet die Art und Weise, wie sich jemand. Meist wird das Wort gebraucht, wenn ein Verhalten besonders auffällt oder kritisch beurteilt wird.

Das Wort ist schon sehr alt und wird heute kaum noch verwendet. Es kommt noch in alten Texten und in gehobenerer Sprache vor.



Wortherkunft

Herr Wort Das Nomen Gebaren bezeichnet die Art und Weise, wie sich jemand verhält oder benimmt.

Heute wird das Wort nur noch in einer gehobenen Sprache verwendet. Das zugehörige Verb findest du in der Alltagssprache kaum noch.

Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāren zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete. Hieraus entwickelte sich bereits im Mittelalter unsere heutige Form gebāren.

Entstanden ist das Nomen aus dem Verb gibārōn. Dieses Verb ist veraltet und wird heute nur noch sehr selten benutzt.

Hinweise zum Wort Gebaren

Bedeutung: Verhalten, Benehmen (meist auffällig oder kritisch gemeint)
Beispielsatz: Sein arrogantes Gebaren fiel allen sofort auf.

Das geschäftliche Gebaren dieser Firma ist nicht seriös.

Er legte ein sehr auffälliges Gebaren an den Tag.

Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum

Worttrennung: Ge-ba-ren

Aussprache: [ɡəˈbaːʁən]

Wortformen

Das Nomen Gebaren wird meist nur im Singular verwendet.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Gebaren –
2. Fall Genitiv des Gebarens –
3. Fall Dativ dem Gebaren –
4. Fall Akkusativ das Gebaren –

Das Verb gebaren ist ein starkes Verb. Es wird heute kaum noch verwendet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich gebare ich gebarte ich habe gebart
2. Person du gebarst du gebartest du hast gebart
3. Person er/sie/es gebart er/sie/es gebate er/sie/es hat gebart
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir gebaren wir gebarten wir haben gebart
2. Person ihr gebart ihr gebartet ihr habt gebart
3. Person sie gebaren sie gebarten sie haben gebart
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Verwandte Wörter

Warum schreiben wir Gebaren nicht mit h? Wir schreiben doch auch Bahre und nicht *Bare.
Theo, Klasse 6, Freiburg
Graf Ortho Das ist eine sehr kluge Frage. Wie bist du auf das Wort Gebaren gekommen? Das wird nur noch selten in gehobener Sprache verwendet.

(Anmerkung: später schrieb Theo in einer E-Mail, dass er in der Süddeutschen Zeitung über dieses Wort gestolpert ist.)

Herr Alt Nach dem Mittelalter und nach der Erfindung des Buchdrucks gab es eine lange Zeit keine einheitliche Regelung für die Rechtschreibung. Das Wort Gebaren wurde von einigen Buchdruckern mit h und von anderen ohne h geschrieben. Verschiedene Sprachwissenschaftler und Pädagogen (z. B. die Brüder Grimm und Konrad Duden) haben versucht für ihre Wörterbücher einheitliche Schreibungen durchzusetzen. Dabei erforschten sie vor allem die Herkunft der Wörter. Beim Wort Gebaren fanden sie den Zusammenhang zu einer ganzen Gruppe heraus, z. B. gebären, Geburt und auch die Nachsilbe (Suffix)-bar. Sie schlugen daher vor, das Wort Gebaren ähnlich wie gebären ohne h zu schreiben. Erst mit der Rechtschreibreform von 1902 setzte sich diese Schreibung durch.
Das Wort Bahre gehört zur gleichen Wortgruppe wie Gebaren. Auch dominierte im Mittelalter die Schreibung ohne h. Doch mit dem Buchdruck setzte sich bei diesem Wort die Schreibung mit h durch. Vielleicht sollte diese Schreibung deutlich vom Adjektiv bar (im Sinne von (Bargeld) oder der Nachsilbe -bar unterschieden werden. So ganz genau weiß man das heute nicht mehr.
Herr Alt Übrigens: Die Buchstabenfolge bahr (mit h) kommt nur in dem Wort Bahre vor. Es gibt (außer Namen wie z. B. Egon Bahr oder Bahretal) kein anderes Grundwort mit dieser Buchstabenfolge.




Das Wort gebaren hat seinen Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = heben, tragen. Somit ist es eng verwandt mit gebären, Gebärde, Geburt und gebühren. Auf die Bedeutung *bher(ə) = tragen können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: Bahre (= Trage), Bürde (= was getragen wird), entbehren (= nicht tragen).

Auch in der Nachsilbe (Suffix) -bar steckt die alte Bedeutung *bher(ə) = tragen, z. B. in den Wortbildungen tragbar, heilbar (ursprünglich: Heilung tragend), fruchtbar (ursprünglich: Früchte tragend), belastbar (ursprünglich: in der Lage sein, eine Last zu tragen). Weitere Beispiele im Sinne von heben, hervorbringen sind dankbar (Dank hervorbringen) oder furchtbar (Furcht hervorbringen)

All diese Wörter enthalten das Morphem behr. Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (*bher(ə) = heben findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in empor und empören, aber auch in Berg und Burg. Auf der Seite Info - indoeuropäisch *bher (Wortgruppe) kannst du mehr über diese Zusammenhänge erfahren.



verwandte Wörter: Bahre, -bar, Berg, bergen, Bürde, Burg, entbehren, Gebärde, gebärden, Gebaren, gebären, Gebühr, gebühren, Geburt
Info - Wortguppe indoeuropäisch *bher
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