NoSoSt Entwicklung 2: Unterschied zwischen den Versionen

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__TOC__
Die bereits erstellen Seiten ''billig'' und ''putzig'' müssen korrigiert werden. Beide Wörter sind keine unikalen Morpheme
=Dienstag=
__TOC__


==Hinweise zum Wort ''Dienstag''==
Zu ''Buchsbaum'' müssen noch die Seiten ''Buchse'' und ''Büchse'' erstellt werden. Siehe hierzu die Excel-Tabelle.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
<div style="color:red;">
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
Die bereits erstelle Seite ''billig'' muss korrigiert werden. Das Wort ist kein unikales Morphem
|der zweite Tag der Woche
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Am Dienstag gehe ich mit meiner Freundin ins Kino.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, der Dienstag; meist ohne Plural


'''Worttrennung:''' Diens-tag
Die Seiten Aschenputtel und Aschenbrödel müssen aktualisiert werden (Wörterseiten ersetzen durch neue Wörterseiten und Infoseiten).
</div>


'''Aussprache:''' [ˈdiːnstaːk]
sh. drollig, Damhirsch, Dienstag, Duckdalbe, dunnemals,
|-
|}


==Wortformen==
sh. emsig,
<div style="font-size:1.2em">
Das Grundwort ''Dienstag'' wird fast immer nur in der Einzahl (Singular) verwendet. Eine Mehrzahl (Plural) kommt nur selten vor. Im 2. Fall (Genitiv) wird häufig ein ''s'' angehängt.
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
sh. Flederwisch, Firlefanz,  
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural (selten)
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Dienstag
|die Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Dienstag'''<u>s</u>''', des Dienstag'''<u>es</u>'''
|der Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Dienstag
|den Dienstag'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Dienstag
|die Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
|}


== Wortherkunft ==
sh. garstig, Garaus, gebaren, gebären, Gebärde, gebühren, Geburt, gediegen, gedunsen, Gekröse, Gelichter, genesen, genug, begnügen, vergnügen
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Bei den Germanen nannte man eine Volksversammlung ''Thing''. Der germanische Gott Tyr war der Beschützer dieser Versammlung.


Der Name ''Dienstag'' geht auf eine alte Form ''thingsus'' zurück. Diese bedeutete ''Beschützer des Things''. Aus dieser Form entwickelte sich später das heutige Wort ''Dienstag''.
<div style="color:red>#REDIRECT [[Verweisseite]]
{{DISPLAYTITLE:Stichwort}}
</div>
----
__TOC__


Der Wortteil ''dien'' hat also nichts mit dem Verb ''dienen'' zu tun.
----
|-
|}


</br>
=Berg=
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Berg'' schreiben wir am Ende mit ''g'', obwohl wir dort [k] hören. In der Mehrzahl ''Berge'' kannst du das [g] deutlich hören. Das Wort ''Berg'' ist sehr alt. Es gehört zu einer Wortfamilie, zu der auch ''Burg'' und ''bergen'' gehören.
</div>
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Dienstag| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Dienstag''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


=Info - Dienstag=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Dienstag|'''zurück zur Wortgeschichte ''Dienstag''''']]
|}
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Dienstag''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Der Name des Wochentages geht auf den germanischen Gott '''Tyr''' zurück.


Im Althochdeutschen lautete der Name ''Ziestag'' oder ''Thingstag''. Das Wort hängt mit dem germanischen ''Thing'' zusammen. So nannte man früher eine Volksversammlung oder ein Gericht.
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Warum schreiben wir Berg nicht mit ''k'' am Ende?
|}
===Diskussion===
{| style="width: 100%; font-size: 1.2em"
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 10%" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Suche das Kontrollwort. Es ist die Mehrzahl: ''Berge''.  
Hier kannst du deutlich das [g] hören. Da wir den Wortstamm immer gleich schreiben, wird auch die Einzahl ''Berg'' mit ''g'' am Wortende geschrieben.


Der Gott Tyr galt als Beschützer solcher Versammlungen. Der Tag wurde deshalb nach ihm benannt.
Der “weiche” Laut [g] wird am Wortende (Auslaut) „hart“, wie ein [k] gesprochen. Daher nenne wir dies auch „Auslautverhärtung“.
|
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Vergleich mit anderen Sprachen:'''
|rowspan="2"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ''Berg'' ist ein sehr, sehr altes Wort. Das germanische Wort *berga- bedeutete ''Höhe'' zugleich aber auch ''Schutz''. Wenn die Germanen in Gefahr waren, dann suchten sie auf einer ''Höhe'', also auf einem Berg, ''Schutz''. Denn dort oben konnten sie die Landschaft überschauen und so mögliche Feinde früh erkennen.
|-
|Später bauten sie auf dem ''Berg'' eine Schutzhütte und noch später eine ''Burg''. Die ''Burg'' ist also die ''Befestigung'' auf dem ''Berg'', die ''Schutz'' bietet.
|
|
{| class="wikitable"
! Sprache
! Name für Dienstag
|-
|-
|Deutsch
|
|Dienstag
|Auch das Verb ''bergen'' = ''schützen, bewahren'' gehört zu dieser Wortfamilie. Wenn also die Bergretter einen verletzten im ''Gebirge'' retten, dann ''schützen'' sie ihn und ''bewahren'' ihn vor dem Tod.
|-
|- style="vertical-align:top;"
|Englisch
|[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Tuesday
|Ein ''Berg'' ist eine große Erhebung in der Landschaft. Das Wort kann aber auch für eine große Menge von Dingen verwendet werden. Wenn sich zum Beispiel viele Kleidungsstücke auf dem Boden stapeln, können wir von einem ''Berg Wäsche'' sprechen.
|-
|- style="vertical-align:top;"
|Niederländisch
|[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|dinsdag
|Die nordeuropäischen Länder haben das alte germanische Wort ''berc'' übernommen. In den Niederlanden, in Norwegen und Schweden wird das Wort genauso wie bei uns geschrieben: ''berg''. In Dänemark schreibt man ''bjerg''.
|-
|Schwedisch
|tisdag
|-
|Dänisch
|tirsdag
|-
|-
|Norwegisch
|tirsdag
|}
|}
|- style="vertical-align:top;"
{|style="width: 100%"
|'''Wortbildungen:'''
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| -
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|}
 
== Wochentage ==
{{Wochentage}}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dien'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dien'' in der Wortbildung ''Dienstag'' kann daher<span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Weiterführende Informationen==
===Modellwortschatz===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort '''Berg''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
</div>
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-593-VS.jpg
File:MWS-593-RS.jpg
</gallery>
<div style="font-size:1.2em">
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=593 Fremdsprachen] anhören.
</div>


==Belege/Quellen==
==Hinweise zum Wort ''Berg''==
 
[https://www.dwds.de/wb/Dienstag DWDS], 
[https://de.wiktionary.org/wiki/Dienstag Wiktionary], 
[https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz], 
[https://www.owid.de/suche/wort?wort=Dienstag OWID], 
[https://www.zdl.org/?q=Dienstag ZDL]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Dienstag|'''zurück zur Wortgeschichte ''Dienstag''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
=Duckdalbe=
__TOC__
 
==Hinweise zum Wort ''Duckdalbe''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 55%; vertical-align:top;"|Im Hafenboden eingerammte Pfähle, die der Markierung der Fahrrinne dienen oder an denen Schiffe festgemacht werden können.
|eine größere Erhebung in einer Landschaft
| rowspan="3" style="width: 15%; |[[file:20260304 Dalben Oberhafenkanal Hamburg 06.jpg|right|x150px]]
| rowspan="3" style="width: 15%; |[[file:20260304 Dalbe 02 KMJ.jpg|right|x150px]]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Duckdalben markieren die Fahrrinne für die Schiffe.''
|''Von dem Berg hat man eine gute Aussicht auf das Tal.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen: die Duckdalbe, die Duckdalben
|'''Wortart:''' Nomen, der Berg


'''Worttrennung:''' Duck-dal-be
'''Worttrennung:''' Berg; Ber-ge


'''Aussprache:''' [ˈdʊkˌdalbə]
'''Aussprache:''' [bɛʁk]
|- style="vertical-align:top;"
|-
|'''Unterschied:'''
|'''Ableitungen:'''
| colspan="3" |[[file:20260304 Dalben.jpg|right|x75px]]Meist wird ein einzelner Pfahl als ''Dalbe'' und eine Pfahlgruppe als ''Duckdalbe'' bezeichnet. Die oberen Bilder zeigen also ''Duckdalben''. Hier sind jeweils drei Pfähle miteinander verbunden. Das rechte Bild zeigt in der Mitte drei ''Dalben'', also einzelne Pfähle, an denen längere Schiffe festmachen können.
|bergen, Gebirge
|-
|}
|}


==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
In der Einzahl (Singular) übernehmen alle vier Fälle das Grundwort. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''n'' angehängt.
Das Wort ''Berg'' ist ein männliches Nomen. Die Mehrzahl lautet ''Berge''.
</div>
</div>


Zeile 189: Zeile 114:
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|die Duckdalbe
|der Berg
|die Duckdalb'''<u>en</u>'''
|die Berge
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|der Duckdalbe
|des Berges
|der Duckdalb'''<u>en</u>'''
|der Berge
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|der Duckdalbe
|dem Berg
|den Duckdalb'''<u>en</u>'''
|den Bergen
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|die Duckdalbe
|den Berg
|die Duckdalb'''<u>en</u>'''
|die Berge
|-
|-
|}
|}


== Wortherkunft ==
==Wortbildungen==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
Vom Grundwort ''Berg'' können sehr viele zusammengesetzte Wörter gebildet werden. Dabei kann das Nomen ''Berg'' in den Wortbildungen ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen, z. B. ''Bergbau'', (der Abbau eines Gesteins unter der Erde), ''Berghütte'' (eine Hütte auf einem Berg), ''Bergschuhe'' (Schuhe, die für Bergsteiger geeignet sind), ''Schieferberg'' (ein Berg aus Schiefergestein), ''Schneeberg'' (ein Berg aus Schnee), ''Weinberg'' (ein Berg auf dem Wein angebaut wird). Die folgende Tabelle ordnet einige Beispielwörter nach solchen Bedeutungsgruppen und danach, ob das Wort Berg am Wortanfang oder am Wortende steht.
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
 
| colspan="2" |Vermutlich stammt das Wort ''Duckdalbe'' aus den Niederlanden. Dort bedeutet das Verb ''duiken'' = tauchen. Einen Pfahl oder eingerammten Pfosten nennt man dort ''dalbe''.
Hier einige Beispielwörter für Wortbildungen mit dem Nomen [https://klexikon.zum.de/wiki/Gebirge ''Berg']:
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
|+''Berg'' am Wortanfang (Erstglied, Bestimmungswort)
|-
!colspan="2" |[https://klexikon.zum.de/wiki/Bergbau Bergbau]
|-
|style="width:15%"|Bergbau
|style="width:85%"|das Gewinnen von Kohle, Erz, Salz und anderen Rohstoffen aus der Erde
|-
|Bergleute
|Menschen, die im Bergbau arbeiten
|-
|Bergmann
|ein Mann, der im Bergbau arbeitet
|-
|Bergwerk
|eine Anlage, in der Rohstoffe aus der Erde gewonnen werden
|-
!colspan="2" |Gefahren und Rettung
|-
|Bergrettung
|die Rettung von Menschen, die in den Bergen in Not geraten sind
|-
|Bergrutsch
|das Abrutschen von Erde und Gestein an einem Berg
|-
|Bergsturz
|das plötzliche Herabstürzen großer Mengen von Fels und Gestein
|-
!colspan="2" |Landschaft und Gewässer
|-
|Bergbach
|ein Bach, der durch die Berge fließt
|-
|Berggipfel
|der höchste Punkt eines Berges
|-
|Berghang
|die schräge Seite eines Berges
|-
|Berghöhle
|eine Höhle in einem Berg
|-
|Bergkette
|mehrere miteinander verbundene Berge
|-
|Bergquelle
|eine Quelle, aus der in den Bergen Wasser hervortritt
|-
|Bergsee
|ein See in den Bergen
|-
|Bergspitze
|der oberste Teil eines Berges
|-
!colspan="2" |Pflanzen und Tiere
|-
|Bergahorn
|eine Ahornart, die häufig in Gebirgen wächst
|-
|Bergwald
|ein Wald, der an Berghängen wächst
|-
|Bergwiese
|eine Wiese in den Bergen
|-
|Bergziege
|eine Ziege, die in bergigen Gebieten lebt
|-
!colspan="2" |Wandern und Tourismus
|-
|Bergbahn
|eine Bahn, die auf einen Berg hinauf- und hinunterfährt
|-
|Bergführer
|jemand, der andere Menschen sicher durch die Berge führt
|-
|Berghütte
|eine Hütte in den Bergen, in der Wanderer oft essen oder übernachten können
|-
|Bergpfad
|ein schmaler Weg in den Bergen
|-
|Bergschuh
|ein fester Schuh zum Wandern und Klettern in den Bergen
|-
|Bergstation
|die obere Station einer Seil- oder Bergbahn
|-
|Bergwanderung
|eine Wanderung in den Bergen
|-
!colspan="2" |sonstige Wortbildungen
|-
|Bergdorf
|ein Dorf, das in den Bergen liegt
|-
|Bergkristall
|ein farbloser, durchsichtiger Quarz
|-
|Bergluft
|die Luft in den Bergen
|-
|Bergstraße
|eine Straße, die durch die Berge oder auf einen Berg führt
|-
|}


Die ''Duckdalbe'' ist also ein Pfahl, der tief in den Boden des Hafens ''eingetaucht'' oder eingerammt ist.
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
|-  
|+''Berg'' am Wortende (Letztglied, Grundwort)
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Herr Fremd|Herr Fremd]]
|-
| colspan="2" |[[file:ChatGPT Duckdalbe 20260305.jpg | rechts | 320px]]Auch in anderen Sprachen rund um die Nordsee findet man ähnliche Wörter. Allen liegt das niederländische Wort ''dukdalve'' zugrunde.
!colspan="2" |Bauwerke und Geschichte
|-
|style="width:15%"|Burgberg
|style="width:85%"|ein Berg oder Hügel, auf dem eine Burg steht oder stand
|-
|Ölberg
|der Berg bei Jerusalem, der aus der Bibel bekannt ist
|-
|Schlossberg
|ein Berg oder Hügel, auf dem ein Schloss steht oder stand
|-
!colspan="2" |Bergformen und Landschaft
|-
|Eisberg
|ein großer Eisblock, der im Meer oder in einem See schwimmt
|-
|Feuerberg
|ein Berg, aus dem Feuer oder glühendes Gestein kommt; Bezeichnung für einen Vulkan
|-
|Hausberg
|ein Berg in der Nähe eines Ortes, den die Menschen dort besonders gut kennen und häufig besuchen
|-
|Inselberg
|ein einzelner Berg, der deutlich aus einer flacheren Landschaft herausragt
|-
|Kegelberg
|ein Berg, der ungefähr die Form eines Kegels hat
|-
|Schneeberg
|ein Berg, auf dem viel Schnee liegt; auch Name verschiedener Berge
|-
|Tafelberg
|ein Berg mit steilen Seiten und einer auffallend flachen Oberseite
|-
|Vorberge
|kleinere Berge, die vor einem höheren Gebirge liegen
|-
|Einzelberg
|ein Berg, der einzeln und nicht als Teil einer Bergkette steht
|-
|Sandberg
|eine größere Erhebung aus Sand
|-
|Unterwasserberg
|ein Berg, der sich unter der Meeresoberfläche erhebt
|-
|Vulkanberg
|ein Berg, der durch vulkanische Vorgänge entstanden ist
|-
!colspan="2" |Gestein und Material
|-
|Basaltberg
|ein Berg, der ganz oder zu großen Teilen aus Basalt besteht
|-
|Kreideberg
|ein Berg oder eine Erhebung, die aus Kreidegestein besteht
|-
|Schieferberg
|ein Berg, der viel Schiefergestein enthält
|-
|Steinberg
|ein Berg oder Hügel, der aus viel Gestein besteht
|-
!colspan="2" |großer Haufen, angehäufte Masse
|-
|Abfallberg
|eine sehr große Menge Abfall, die wie ein Berg aufgetürmt ist
|-
|Altpapierberg
|eine große Menge gesammelten Altpapiers
|-
|Müllberg
|eine große Menge aufgeschütteten Mülls oder eine daraus entstandene Erhebung
|-
|Schuttberg
|eine große Menge Schutt, die zu einem Berg aufgeschüttet wurde
|-
|Trümmerberg
|ein künstlicher Hügel oder Berg aus Trümmern zerstörter Gebäude
|-
!colspan="2" |sonstige Bedeutungen
|-
|Weinberg
|ein Hang oder Gelände, auf dem Weinreben angebaut werden
|-
|Schuldenberg
|eine sehr große Menge an Schulden
|-
|Blocksberg
|ein sagenhafter Berg, auf dem sich der Sage nach Hexen treffen
|-
|Datenberg
|eine sehr große Menge an Daten
|-
|-
|}
|}


</br>
==Redensarten==
Es gibt viele Redensarten, in denen das Nomen ''Berg'' vorkommt. Hier einige Beispiele:
<div style="color:red"> Dieses Kapitel fehlt noch </div>
 
 
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{{W-Fußnote-bher}}
|[[Info - Duckdalbe| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Duckdalbe''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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= Info - indoeuropäisch ''*bher'' (Wortgruppe) =
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>


=Info - Duckdalbe=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Duckdalbe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Duckdalbe''''']]
|}
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Duckdalbe''==
== Etymologie ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
<div style="font-size:1.2em">'''Vorbemerkung:'''</div>
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
 
|Die Herkunft des Wortes ''Duckdalbe'' ist unklar. Es gibt drei verschiedene Erklärungsansätze:
Viele althochdeutsche Wörter haben ihren Ursprung in der [[Germanischer Sprachraum|germanischen Sprachfamilie]]. Einige Wörter können noch weiter zurückverfolgt werden auf eine indoeuropäische (indogermanische) Wurzel. Ein kurzes Erklärvideo zur Entwicklung der europäischen Sprachen findest du [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SRF_Wissen_-_Wie_entstanden_die_europ%C3%A4ischen_Sprachen%3F.webm hier]. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es (in groben Zügen) erst für das [[Althochdeutsch|Althochdeutsche]] (ab ca. 8. bis Mitte 11. Jh.). Für die germanischen Sprachen gibt es nur wenige schriftlichen Belege (z. B. in [[Runenschrift]]. Trotzdem können germanische und indoeuropäische Wörter sprachwissenschaftlich rekonstruiert werden. Die Schreibung der so erschlossenen Aussprache einiger Wörter werden mit vorangestelltem '''*''' gekennzeichnet.
 
<div style="font-size:1.2em">'''Germanische Ableitungen vom ie. *bher, bherə = ''tragen, heben'''''</div>
 
Die Wörter ''gebaren, gebären, Gebärde, Geburt'' und ''gebühren'' haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = ''heben, tragen''. Auf die Bedeutung  *bher(ə) = ''tragen'' können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: ''Bahre'' (= Trage), ''Bürde'' (= was getragen wird), ''entbehren'' (= nicht tragen) und auch das Suffix -''bar'' (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) ''. ''All diese Wörter enthalten das Morphem ''behr''. Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (''*bher(ə'') = ''heben'' findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in ''empor'' und ''empören'', aber auch in ''Berg'' und ''Burg''.
 
Die folgende Tabelle enthält Beispiele für Ableitungen deutscher Wörter vom indoeuropäischen *''bher''. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten. Die Verlinkungen in der ersten Spalte führen zu der entsprechenden Seite im [[Hauptseite|rechtschreibwiki.de]].
 
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top; margin:auto"
|+ Beispiele für die Herkunft und Entwicklung von Grundwörtern zu indoeuropäisch *''bher(ə)''
! style="width: 15%" |Grundwort
! style="width: 12%" |ie., urgerm.
! style="width: 8%" |germ.
! style="width: 20%" |Verb (ohne Präfix)
! style="width: 10%" |ahd.
! style="width: 10%" |mhd.
! style="width: 25%" |ursprüngliche Bedeutung
|-
|-
|
![[gebären]]
|
| rowspan="8" |ie. *bher, *bherə-
# Das Wort ''Duckdalbe'' stammt aus dem Niederländischen. Dort bedeuten '''''duiken''''' = (ein)tauchen  und '''''dalbe''''' = eingerammter Pfahl im Wasser. Demnach ist die ''Duckdalbe'' ein Pfahl, der tief in den Boden eines Hafens eingerammt wird.
urgerm. *beran
# Der spanische Feldherr und Herzog von Alba (spanisch [https://de.wikipedia.org/wiki/Fernando_%C3%81lvarez_de_Toledo,_Herzog_von_Alba#Statthalter_der_Niederlande '''Duque de Alba''']) war in der Mitte des 16. Jh. Stadthalter in den Niederlanden (die damals noch eine spanische Kolonie waren) und ließ dort den calvinistischen Aufstand ([https://de.wikipedia.org/wiki/Reformatorischer_Bildersturm#Niederlande Bildersturm]) brutal niederschlagen. Er soll in den niederländischen Häfen Pfähle anlegen lassen, damit auch größere (Kriegs)Schiffe dort anlegen konnten. In Spanien nennt man die Dalben ''duque de Alba.''  Auch in Dänemark ist die Bezeichnung ''duc d’albe'' geläufig. Möglich ist aber auch, dass diese Namensgebung eine spätere Umdeutung des niederländischen Begriffes (sh. 1.) ist.
# Als '''eher unwahrscheinlich''' gelten Ableitungen von niederdeutschen, westfriesischen oder englischen Wörtern, wie z. B. von engl. dock = Dock (Anlage zum Warten von Schiffen, nl. dokke). Ebenfalls unwahrscheinlich sind Ableitungen von den Verben ''(an)docken'' = etwas fest verbinden oder ''ducken'' = sich schnell nach unter beugen. Der zweite Teil (dalbe) könnte von niederländisch ''dalle/dallen'' = Balken, Schlucht, Tal abgeleitet sein. Auch dieser Erklärungsversuch wird heute eher als unwahrscheinlich angesehen.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Zum Bestandteil ''dalbe'' gibt es mehrere Wortbildungen:


[https://www.dwds.de/wb/Anlegedalbe Anlegedalbe],
= tragen, heben, hervorbringen, gebären,
[https://www.dwds.de/wb/Eisbrecherdalbe Eisbrecherdalbe],
|*ga*beran
[https://www.dwds.de/wb/F%C3%BChrungsdalbe Führungsdalbe], 
| rowspan="4" |*beran = tragen, gebären
[https://www.dwds.de/wb/Leitdalbe Leitdalbe], 
|gibāran
[https://www.dwds.de/wb/Leuchtfeuerdalbe Leuchtfeuerdalbe], 
|gebāren
[https://www.dwds.de/wb/Schutzdalbe Schutzdalbe], 
|hervortragen → zur Welt bringen
[https://www.dwds.de/wb/Streichdalbe Streichdalbe], 
|-
[https://www.dwds.de/wb/Vert%C3%A4uungsdalbe Vertäuungsdalbe]
![[entbehren]]
|- style="vertical-align:top;"
|*an*beran
|'''Interessantes:'''
|inbēran
|Eine anschauliche Beschreibung von Dalben und ihrer Funktion in Häfen findest du bei Wikipedia zum Stichwort [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe '''Dalbe'''].
|enbern
|}
|nicht tragen → entbehren
 
|-
==Sprachvergleich==
! [[-bar]]
In fast allen europäischen Ländern wird der Begriff ''Duckdalbe'' vom niederländischen ''dukdalve'' abgeleitet. In einigen Ländern (z. B. Dänemark, Spanien) wird auch auf den Herzog von Alba Bezug genommen. Die genaue Bedeutung (Pfahlgruppe im Hafen zum Festmachen oder Abweisen von Schiffen) ist überall ähnlich. In einigen Ländern werden auch die Markierungen einer Fahrrinne mit dem Begriff ''Dalbe'' bezeichnet.
|*bera-, berja-
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto;"
| -bāri
!style="width: 25%; |Sprache
| -bære
!style="width: 25%; |Dalbe
|Verb: tragend → Suffix -ber/-bar i.S.v. machbar, möglich
!style="width: 35%; |Duckdalbe
|-
!style="width: 15%; |Quellen
![[Bahre]]
|*bērō, *bǣrō
|bāra
|bāre
|Tragegestell
|-
|-
|Deutsch
![[Info - gebaren|gebaren]], [[Gebaren]]
|Dalbe
| rowspan="2" |*ga*barjan
|Duckdalbe
| rowspan="2" |*bērja-, *bǣrja = Benehmen,  Aussehen, Gebaren
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia]
|gibārōn, gibāra
|gebāren
|sich betragen
|-
|-
|Niederländisch
![[Gebärde]], [[gebärden]]
|dalf
|gibārida, gibārōn
|dukdalf / dukdalve
|gebærde, gebæren
|[https://nl.wikipedia.org/wiki/Dukdalf Wikipedia]
|Benehmen, sichtbarer Ausdruck
|-
|-
|Norwegisch
![[Bürde]]
|dalbe / pæle
|*burþī(n)
|dykdalb
| -
|[https://no.wikipedia.org/wiki/Dykdalb Wikipedia]
|burdi
|bürde
|Bürde, Last,
|-
|-
|Dänisch
![[Info - Geburt|Geburt]]
|dalbe
|*burþi(z)
|dukdalbe / duc d’albe
| ahd. burt = Gestalt, Geburt
|[https://da.wikipedia.org/wiki/Duc_d%27albe Wikipedia]
mhd. burt = Herkunft
|giburt
|geburt
|Leibesfrucht tragen
|-
|-
|Schwedisch
![[bergen]]
| colspan="2" style="text-align:center"|dykdalb
| rowspan="3" |ie. *bherg
|[https://sv.wikipedia.org/wiki/Dykdalb Wikipedia]
ie. *bherg̑hos
|*bergan
| -
|bergan
|bergen
|bergen, schützen, verwahren
|-
|-
|Englisch
![[Berg]]
| colspan="2" style="text-align:center" |dolphin
|*bergō,  *berga-
|[[wikipedia:Dolphin_(structure)|Wikipedia]]
|*berg = hoch, erhaben
|berg
|berc
|Berg, Höhe, Schutz
|-
|-
|Französisch
![[Burg]]
| colspan="2" style="text-align:center" |duc-d’Albe
|*burg
|[https://fr.wikipedia.org/wiki/Duc-d%27Albe Wikipedia]
|urspr. befestigte Höhe
|burg
|burc
|befestigte Höhe
|-
|-
|Spanisch
![[empor]]
| colspan="2" style="text-align:center" |duque de Alba
| rowspan="3" |*bher- = heben ⚠️
|[https://es.wikipedia.org/wiki/Duque_de_Alba_(obra_mar%C3%ADtima) Wikipedia]
|*ga*bur- ⚠️
|}
|ahd. bor = Höhe, Spitze;
 
ahd. in bore = in der Höhe
==Unikales Morphem ?==
|empōr
Da das niederländische Wort an die deutsche Schreibung angepasst wurde (Lehnwort) wird es nicht als Fremdwort behandelt. Es gibt keinen etymologischen Zusammenhang zum Verb ''ducken''.
|empōr
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|emporheben
| colspan="2" |Das Morphem ''duck'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor und nur in der Wortbildung ''Duckdalbe''.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
![[empören]]
|Das Morphem ''duck'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|*ga*burjan⚠️
|ahd. mhd. bōr
|empōren
|empōren
|emporheben → aufregen
|-
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''dalbe'' kommt isoliert und in mehreren Wortbildungen vor.
![[gebühren]], [[Info - Gebühr|Gebühr]]
|*burjaną ⚠️
|ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten
|gibūren, giburī
|gebürn, gebüre
|heben, zuteilen
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''dalbe'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
Aus ie.  *bher, *bherə = ''tragen'' entwickelte sich mit dem Präfix ''ga''-  germ. gaberan ''= hervortragen, zur Welt bringen, gebären'' und ''gebaren = betragen''. Dies führte zur Bedeutung ''ausdrücken, benehmen, verhalten = gebärden'' und dem Nomen ''Gebärde''. Mit dem verneinenden Präfix an- germ. anberan = ''nicht tragen, nicht haben'' entwickelte sich ''entbehren'' in der heutigen Bedeutung. 


==Belege/Quellen==
Das Nomen von ie. *bherə führte schon in germanischer Zeit zu germ. *bērō in der Bedeutung ''Tragegestell'', woraus über ahd. ''bāra'' die ''Bahre'' wurde. Ein anderer Vokalwechsel (Dentalsuffix) führte zu germ. *burþīn woraus sich die Wörter ''Bürde'' (eine Last tragen) und germ. *burþi- = ''das Getragene'' woraus sich ahd. burt = ''Herkunft'' (heute noch im Mehrwortausdruck: ''von edler Geburt'') und ahd. giburt = ''Geburt'' entwickelte.
'''Etymologie und Rechtschreibung:''' [https://www.dwds.de/wb/Duckdalbe DWDS], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Duckdalbe OWID], [https://www.zdl.org/?q=Duckdalbe ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Duckdalbe Duden-online]


Weitere Quellen wurden im Text verlinkt (sh. Tabelle in [[Info - Duckdalbe#Sprachvergleich|Kap. Sprachvergleich]]).
Schon sehr früh entwickelte sich aus ie. *bher, *bherə-(= heben) die Bedeutung ''in die Höhe heben'', daraus dann ''die Höhe = Berg'' und ''in der Höhe Schutz suchen'', dann ''bergen = schützen'' und schließlich ''Burg'' = ''befestigte Höhe die Schutz bietet''.


'''Landkarte:''' Die Landkarte wurde aus den Daten der Übersetzungen (sh. Tabelle in [[Info - Duckdalbe#Sprachvergleich|Kap. Sprachvergleich]]) mit Hilfe von [https://chatgpt.com/ ChatGPT] erstellt.
==Fremdsprachen==
Die germanischen Ableitungen vom ie. *bher, *bherə = ''tragen, heben'' finden sich auch in nordgermanischen Sprachen. Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für verwandte Wörter.  


Abbildungen: Die Abbildungen von Dalben wurden von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia] und [http://www.elbetreff.de/Elbearchiv/elbe/flussbauwerke/f_flussbauwerke.htm elbetreff.de] (Herzlichen Dank an Andreas Glock für die Genehmigung für die Verwendung der Abbildung.) entnommen.
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top; margin:auto"
|+ Beispiele für nordeuropäische Ableitungen vom indoeuropäisch *''bher(ə)''
! style="width: 12%" |Germanisch
! style="width: 14%" |Deutsch
! style="width: 14%" |Niederländisch
! style="width: 14%" |Englisch
! style="width: 14%" |Dänisch
! style="width: 14%" |Schwedisch
! style="width: 18%" |Norwegisch
|-
|*gaberan
|gebären
|baren
|bear
|bære
|bära
|bære (Nynorsk: bera)
|-
|*anberan
|entbehren
|ontberen
|—
|undvære¹
|umbära¹
|—
|-
|*bera-, *berja-
| -bar
| -baar
|—
| -bar¹
| -bar¹
| -bar¹
|-
|*bērō, *bǣrō
|Bahre
|baar
|bier
|båre
|bår
|båre
|-
|*gabarjan
|gebaren , Gebaren
|gebaren, gebaar
|bearing³
|—
|—
|—
|-
|*gabarjan
|Gebärde , gebärden
|gebaar, gebaren
|—
|—
|—
|geberde, geberde seg¹
|-
|*burþī(n)
|Bürde
|—
|burden
|byrde
|börda
|byrde
|-
|*burþi(z)
|Geburt
|geboorte
|birth
|byrd²
|börd²
|byrd²
|-
|*bergan
|bergen
|bergen
|—
|bjerge / bjærge
|bärga
|berge
|-
|*bergō, *berga-
|Berg
|berg
|—
|bjerg
|berg
|berg
|-
|*burg
|Burg
|burcht, burg
|borough, burgh
|borg
|borg
|borg
|-
|}
Anmerkungen zu einzelnen Wörtern:


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
¹ Die markierten Wörter sind nur indirekt als norddeutsche Lehnwort in die Sprache übernommen worden.


----
² Die Wörter haben heute vorwiegend die Bedeutung „Abstammung/Herkunft“ statt „Geburt“.
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Duckdalbe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Duckdalbe''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
³ Verwandte Neubildung, keine unmittelbare Fortsetzung von gabarjan.
=dunnemals=
__TOC__


==Hinweise zum Wort ''dunnemals''==
=Informationen zu den Grundwörtern=
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
== ''Gebaren''==
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|damals
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Verb ''tragen'': germ. *beran → ahd. beran → <abbr>mhd.</abbr> bern = tragen, bringen, hervorbringen
ie. *bher- = tragen, heben → germ. *barjan = schlagen → germ. *gabarjan = gebaren benehmen
:→ Verb ''gebaren:'' → ahd. gibārōn (9. Jh.) → <abbr>mhd.</abbr> <abbr>mnd.</abbr> gebāren
::→ Nomen ''Gebaren:'' ahd. ''gibāren'' (11.Jh.) ''→'' mhd. ''gebāren''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Fremdsprachen:'''
|Das Wort ''Gebaren'' ist weitgehend auf den deutschen Sprachraum beschränkt. Lediglich in England und auf Island finden wir Wörter, die ebenfalls auf das germanische *beran zurückgeführt werden können. In England sagt man ''bearing'' und auf Island ''að bera''.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Ausgabengebaren Ausgabengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Bühnengebaren Bühnengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Finanzgebaren Finanzgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Geschäftsgebaren Geschäftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Haushaltsgebaren Haushaltsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Herrschaftsgebaren Herrschaftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Machtgebaren Machtgebaren]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Ableitungen:'''
|''Dunnemals gab es noch eine Volksschule.''
|[https://www.dwds.de/wb/gebaren gebaren] (Grundwort), [https://www.dwds.de/wb/Gebaren Gebaren] (Konversion), [https://www.dwds.de/wb/Gebarung Gebarung] (Ableitung)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Mehrwortausdrücke:'''
|'''Wortart:''' Adverb
|Das Wort ''Gebaren'' wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:


'''Worttrennung:''' dun-ne-mals
: „sein seltsames Gebaren“ 
 
: „ein unangemessenes Gebaren“
'''Aussprache:''' [ˈdʊnəmaːls]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Zitate:'''
|„Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ ([https://gutezitate.com/zitat/120966 Quelle], [https://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius Konfuzius])
„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ ([https://gutezitate.com/zitat/249087 Quelle], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Herrhausen Alfred Herrhausen])
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
[[#top |Seitenanfang]]<br>
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''dunnemals'' ist ein '''Adverb'''. 
Adverbien haben keine verschiedenen Wortformen.
</div>


== Wortherkunft ==
== ''gebären'' ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen. Dort bedeutet ''dunn'' so viel wie ''dann'' oder ''damals''.
|Verb ''tragen'': germ. *beran → ahd. beran → mhd. bern = tragen, bringen, hervorbringen
ie. *bher- = tragen, heben
:→ germ. *barjan = schlagen → germ. *gabarjan = gebaren benehmen
::→ ahd. ''giberan'' → mhd. ''geberen''
:::Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“, später Bedeutungsverengung auf „ein Kind zur Welt bringen“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Fremdsprachen:'''
|In nordgermanischen Sprachen werden auch Wörter verwendet, die auf das germanische *beran zurückgeführt werden können. Hier einige Beispiele:
:Niederländisch: <u>baren</u> - bevallen
:Englisch: give birth - <u>bear</u>
:Norwegisch: føde - <u>bære</u>
:Isländisch: fæða - bera - <u>að bera</u>
:Dänisch: føde - <u>barsle</u>
:Schwedisch: att föda
Daneben gibt es föda /fæða / føde. Auch für diese Wörter werden germanische, westgermanische oder gotische Wurzeln vermutet, z. B.


Das Wort ''dunnemals'' ist eine Verkürzung von ''anno dunnemals''. 
idg. *pid, germ. *fetan, *fīten, got. *fitan = gebären, kreißen, ziehen. Möglich ist auch germ. *farsī, wgerm. *fore = gebären, davon abgeleitet wgerm. *fōdian = erzeugen, gebären hervorbringen. Auf dieses Verb kann auch das heute noch gebräuchliche Nomen ''Färse'' - ''weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat'' zurückgeführt werden,
Diese Redewendung bedeutete ursprünglich: ''damals, vor langer Zeit''.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
|-
|-
|}
|}


</br>
[[#top |Seitenanfang]]<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - dunnemals| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''dunnemals''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= Info - dunnemals =


{| style="width: 100%; text-align:center;"
== ''Gebärde'' ==
|[[dunnemals|'''zurück zur Wortgeschichte ''dunnemals''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''dunnemals''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|19. Jh. Das Wort stammt aus dem niederdeutschen ''dunn'' = dann, damals.
|ahd. ''gibāra'' → mhd. ''gebār'' = Verhalten, Benehmen 


Es entwickelte sich aus der Redewendung ''anno dunnemals''.
→ nhd. ''Gebärde'' = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
| -
|Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher;
gebärdenreich, gebärdensprachlich, ungebärdig (Ungebärdigkeit)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|gebärden
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das lateinische Wort ''anno'' bedeutet ''im Jahre''. Seit dem 15. Jahrhundert stellte man es häufig vor Datierungen.
|Das Wort ''Gebärde'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:


Daraus entstanden später verschiedene scherzhafte Redewendungen für ''vor langer Zeit'':
: Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung 


*''anno dazumal'' - damals, vor langer Zeit
Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der ''Gebärdensprache'', einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.
*''anno dunnemals'' - damals
*''anno Tobak'' - vor langer Zeit, als man zu Tabak noch Tobak sagte. (Das Wort ''Tabak'' stammt von den Ureinwohnern Nordamerikas. Sie nannten ihre Pfeifen nach der Antilleninsel ''Tobago'', die in ihrer Form den Pfeifen ähnelt. Aus diesem Namen hat sich ''Tobak'' und hieraus unser heutiges Wort ''Tabak'' entwickelt.)
*''anno pief'' - vor langer Zeit, als man noch nicht Tabak in Pfeifen (ahd. fîfâ, nd. pipe) rauchte
*''anno Tuck'' - damals, als es noch nicht Gewohnheit war (mhd. tuc = stoßen, schlagen, Tuck = Bewegung, Gewohnheit)
*''anno Leipzig-einundleipzig'' - vor langer Zeit, vor dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 ([https://de.wikipedia.org/wiki/Leipzig#Trivia/Redewendung mehr])
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
== ''gebühren'' ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dunn(e)'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|-
|ahd. ''gibūrēn'' → mhd. ''gebüeren''
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dunn(e)'' ist daher '''ein unikales Morphem'''.
|-
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“ 


==Belege/Quellen==
→ nhd. ''gebühren'' = „zustehen“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''gebühren'' wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:


[https://www.dwds.de/wb/dunnemals DWDS],   
: „Ehre, wem Ehre gebührt“  
[https://de.wiktionary.org/wiki/dunnemals Wiktionary], 
[https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz], 
[https://www.zdl.org/?q=dunnemals ZDL]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.
|}


<br>
== ''Geburt'' ==
----
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|[[dunnemals|'''zurück zur Wortgeschichte ''dunnemals''''']]
|ahd. ''giburt'' → mhd. ''geburt'' 
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“ 
=Bräutigam=
__TOC__


==Hinweise zum Wort ''Bräutigam''==
→ nhd. ''Geburt'' = Vorgang des Geborenwerdens
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|'''Wortbildungen:'''
|zukünftiger Ehemann
|Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Ableitungen:'''
|''Die Braut und der Bräutigam gehen gemeinsam zum Altar.''
|gebären, gebürtig, Gebärende
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Interessantes:'''
|'''Wortart:''' Nomen: der Bräutigam
|Das Wort ''Geburt'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
 
: hervorbringen → geboren werden → Ursprung 
 
Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:


'''Worttrennung:''' Bräu-ti-gam
: „die Geburt einer Idee“ 


'''Aussprache:''' [ˈbʁɔʏ̯tɪɡaːm]
Damit kann ''Geburt'' auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.
|-
|}
|}


==Wortformen==
== ''Gebühr'' ==
<div style="font-size:1.2em">
Siehe hierzu die Wortseite [[Gebühr]] und die Infoseite [[Info - Gebühr]].
Das Grundwort ''Bräutigam'' bezeichnet einen Mann kurz vor oder während der Hochzeit. 
In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''e'' angehängt. Für den Dativ sind im Singular zwei Varianten möglich. Im Plural wird ''en'' ergänzt
</div>


{| class="wikitable" style="width: 65%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
== ''entbehren'' ==
!style="width: 14%"|
Siehe hierzu die Wortseite [[entbehren]] und die Infoseite [[Info - entbehren]].
!style="width: 20%"|
!style="width: 41%"|Singular
!style="width: 25%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Bräutigam'''<u>s</u>'''
|der Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Bräutigam, dem Bräutigam'''<u>e</u>'''
|den Bräutigam'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
|}


== Wortherkunft ==
== ''Berg'' ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
Siehe hierzu die Wortseite [[Berg]] und die Infoseite [[Info - Berg]].
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Im frühen Mittelalter hieß der zukünftige Ehemann ''brūtigomo''. Im ersten Teil des Wortes ''brut'' kannst du unser heutiges Wort ''Braut'' wiederfinden. Der zweite Teil ist auf das althochdeutsche Wort für Mann = ''gomo'' zurückzuführen. Dieses Wort ist mit dem lateinischen Wort ''homo'' (= Mensch, Mann) verwandt.


Das alte Wort ''gome'' gibt es heute nicht mehr. Es wurde schon früh im deutschsprachigen Raum durch ''Mann'' ersetzt.
= Unikales Morphem ? =
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das '''Morphem ''bar''''' kommt in ''gebaren / Gebaren'' und mit Umlaut in ''gebären'' und ''Gebärde'' und als Verbabstrakta in ''Geburt'' vor. Auf den gleichen germ. und ahd. Ursprung können auch das Suffix -''bar'', die Verneinung ''entbehren'' (= nicht tragen) sowie ''Bahre'' und ''Bürde'' zurückgeführt werden. Bereits in der germanischen Sprache und später in den alt- und neuhochdeutschen Belegen sind die verschiedenen Wörter, die ihren Ursprung im indoeuropäischen ''bher'' haben, deutlich unterschieden, sodass heute kaum noch ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Wörter dieser Sprachgruppe gesehen wird.
Als unikale Morpheme werden in der folgenden Zusammenstellung nur solche Morpheme eingruppiert, die bereits in althochdeutscher Zeit deutlich unterschieden wurden und nicht als Ablautvarianten betrachtet werden können.
|-
|-
|}
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
== Fremdsprachen ==
|Das Morphem ''bar'' und mit Umlaut ''bär'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|style="width: 15%; vertical-align:top;"|[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Das alte Wort ''brūtigomo'' findest du auch in anderen germanischen Sprachen wieder.
|-
|-
|
| colspan="2" |Das '''Morphem ''bühr''''' in ''Gebühr'' und ''gebühren'' unterscheidet sich bereits in der germanischen Sprache von den vom indoeuropäischen ''bher'' abgeleiteten Wörtern mit der Bedeutung ''tragen, heben, hervorbringen''. Es kommt heute nicht mehr isoliert und in Wortbildungen nur gemeinsam mit dem Präfix ''ge''- vor.
|
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto;"
! style="width: 22% | Sprache
! style="width: 22% | Wort
! style="width: 22% | Aussprache
! style="width: 34% | Quelle
|-
|-
|Dänisch
|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|brudgom
|Das Morphem ''bühr'' kann daher als <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>. betrachtet werden.
|[ˈbʁuðˌkʌm]
|[https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=brudgom Den Danske Ordbog]
|-
|-
|Isländisch
| colspan="2" |Das '''Morphem ''bur-t''''' in ''Geburt'' kommt nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur gemeinsam mit dem Präfix ''ge-'' vor. Das Nomen ''Geburt'' ist ein Verbalabstraktum von ''gebären''. Die Endung ''ti'' kennzeichnet bereits im germanischen das Nomen und der Vokal [u] muss als Ablaut zum [a] (''gebaren'') bzw. [ä] (''gebären'') betrachtet werden. Auf der Bedeutungsebene ist ein Zusammenhang zwischen dem Verb ''gebären'' und dem Nomen ''Geburt'' zu erkennen.
|brúðgumi
|[ˈpruːðkʏmɪ]
|[https://islenskordabok.arnastofnun.is/ord/7042 Íslensk orðabók]
|-
|-
|Englisch
|[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|bridegroom
|Das Morphem ''bar'' und mit Umlaut ''bär'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|[ˈbɹaɪdɡɹuːm]
|[https://www.oxfordlearnersdictionaries.com/definition/english/bridegroom Oxford Learner’s]
|-
|-
|Niederländisch
| colspan="2" |Das '''Morphem ''behr''''' in ''entbehren'' (ahd. inberan) ist eine Ablautbildung zum Morphem ''bar'' in ''gebären'' (ahd. gibāran). Das Morphem kommt nicht isoliert vor, Wortbildungen nur mit dem Präfix ''ent''-. Die Morpheme behr, bar, bär müssen als verschiedene Varianten des ursprünglichen germ. ''beran'' betrachtet werden.
|bruidegom
|[ˈbrœy̯dəɣɔm]
|[https://www.vandale.nl/gratis-woordenboek/nederlands/betekenis/bruidegom Van Dale]
|-
|-
|Norwegisch
|[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|brudgom
|Die Morpheme ''behr, bar'' und mit Umlaut ''bär'' sind daher<span style="color:red"> '''keine unikale Morphem'''</span>.
|[ˈbrʉːdɡʊm]
|[https://ordbokene.no/brudgom Bokmålsordboka]
|-
|Schwedisch
|brudgum
|[ˈbrʉːdɡɵm]
|[https://svenska.se/so/?id=11029 Svensk Ordbok]
|}
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</br>
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
[[#top |Seitenanfang]]<br>
|[[Info - Bräutigam| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bräutigam''''']]
 
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= Belege/Quellen =
{{WörterABC-Tabelle}}
'''Quellen für Ableitungen vom ie. *bher:'''
__INDEX__
 
Köbler: [https://www.koeblergerhard.de/germ/tg/germ_tg.html germanisches Wb.], [https://koeblergerhard.de/idg/idg_kurzform.html indogermanisches Wb.] [https://www.koeblergerhard.de/ahd/ahd.html althochdeutsches Wb.], [https://koeblergerhard.de/mhd/mhd_kurzform.html mittelhochdeutsches Wb]. 
 
Indoeuropäische Wörter [https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Pokorny Julius Pokorny]: Indogermanisches etymologisches Wörterbuch, Tübingen/Bern/München, 5. Aufl. 2005   
 
Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Sprachen Germanische Sprachen],  [https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachen Indoeuropäische Sprachen]. [https://de.wikipedia.org/wiki/Runen Runenschrift], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wulfilabibel Wulfila-Bibel]
 
'''Quellen für nordgermanische Sprachen:'''
 
Niederländisch: [https://etymologiebank.nl/ etymologiebank.nl], [https://gtb.ivdnt.org/search/ Historische woordenboeken], Englisch: [https://www.etymonline.com/ etymonline.com], [https://ordnet.dk/ddo Den Danske Ordbog], [https://ordnet.dk/ods Ordbog over det Danske Sprog], Schwedisch: [https://svenska.se/ Sök i tre ordböcker på en gång], Norwegisch: [https://ordbokene.no/ ordbøkene,no]


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'''Quellen für Einzelwörter:'''
=Info - Bräutigam=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bräutigam|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bräutigam''''']]
|}
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__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bräutigam''==
'''gebaren:''' [https://www.dwds.de/wb/gebaren DWDS], [https://www.duden.de/rechtschreibung/gebaren Duden-online] (nicht werbefrei), [https://de.wiktionary.org/wiki/gebaren Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=gebaren ZDL]; [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00527 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00564 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02567 Grimm], [https://www.mhdwb-online.de/wb.php?linkid=47649000#47649000 MWb]
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|*'''Braut:''' germ. *brudi–, ahd. mhd. brūt
*'''Mann/-gam:''' ie. *dhghem = Erde, germ. *guman-, ahd. gomo, mhd. gome; verwandt mit lat. homo
*'''Bräutigam:''' germ. *brūdigumōn, ahd. brūtigomo, mhd. bruitegume
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Jubelbr%C3%A4utigam Jubelbräutigam] ·
[https://www.dwds.de/wb/Seelenbr%C3%A4utigam Seelenbräutigam] ·
[https://www.dwds.de/wb/Silberbr%C3%A4utigam Silberbräutigam]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das alte Wort ''gomo'' bedeutete ursprünglich ''Mann'' oder ''Mensch''.
Es ist mit dem lateinischen Wort ''homo'' verwandt.


Im Laufe der Sprachgeschichte verschwand das Wort ''gome'' aus der deutschen Alltagssprache. Es blieb nur noch in der Wortbildung ''Bräutigam'' erhalten.
'''Gebaren:''' [https://www.dwds.de/wb/Gebaren DWDS], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebaren Duden-online](nicht werbefrei), [https://de.wiktionary.org/wiki/Gebaren Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=Gebaren ZDL]; [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02567 Grimm], [https://www.mhdwb-online.de/wb.php?linkid=47649000#47649000 MWb]
|}


==Unikales Morphem ?==
'''gebären:''' [https://www.dwds.de/wb/gebären DDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/gebären Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=gebären ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/gebaeren Duden] (nicht werbefrei); Etymologie: [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00528#0 Adelung],[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00565#0 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02569#0 Grimm]; [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Splett&lemid=B00424 AWb-Splett], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=geb%C3%A4ren BDO gebären], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=b%C3%A4ren3 BDO bären] (hier vor allem die Wortbildungen), [https://koeblergerhard.de/wgerm/wgerm(materialien)89086abs20140325.htm Köbler-wgerm.], [https://koeblergerhard.de/got/got.html Köbler-got.] 
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bräut'' ist eine Umlautableitung von ''Braut'' (Allomorphie). Das Morphem ''braut'' kommt isoliert und in vielen Wortbildungen vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''bräut/braut'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''gam'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. In Wortbildungen kommt das Wort nur gemeinsam mit dem Erstglied ''bräut'' vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''gam'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
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|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
'''Gebärde:''' [https://www.dwds.de/wb/Gebärde DDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=Gebärde ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde Duden] (nicht werbefrei), [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00541 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00564 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02653 Grimm]


==Belege/Quellen==
'''gebühren:''' [https://www.dwds.de/wb/gebühren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren Wiktionary],  [https://www.zdl.org/?q=gebühren ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren Duden] (nicht werbefrei), [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00591 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00740 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G03064 Grimm], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr Wikipedia]


[https://www.dwds.de/wb/Br%C3%A4utigam DWDS],
'''Geburt:''' [https://www.dwds.de/wb/Geburt DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=Geburt ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt Duden] (nicht werbefrei); https://www.woerterbuchnetz.de: (Adelung, Grimm) [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00596 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00596 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G03095 Grimm]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt Wikipedia]
[https://de.wiktionary.org/wiki/Br%C3%A4utigam Wiktionary],
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz],
[https://www.zdl.org/?q=Br%C3%A4utigam ZDL]


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{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
=Gefahr=
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Aktuelle Version vom 5. Oktober 2026, 10:05 Uhr

Die bereits erstellen Seiten billig und putzig müssen korrigiert werden. Beide Wörter sind keine unikalen Morpheme

Zu Buchsbaum müssen noch die Seiten Buchse und Büchse erstellt werden. Siehe hierzu die Excel-Tabelle.

Die bereits erstelle Seite billig muss korrigiert werden. Das Wort ist kein unikales Morphem

Die Seiten Aschenputtel und Aschenbrödel müssen aktualisiert werden (Wörterseiten ersetzen durch neue Wörterseiten und Infoseiten).

sh. drollig, Damhirsch, Dienstag, Duckdalbe, dunnemals,

sh. emsig,

sh. Flederwisch, Firlefanz,

sh. garstig, Garaus, gebaren, gebären, Gebärde, gebühren, Geburt, gediegen, gedunsen, Gekröse, Gelichter, genesen, genug, begnügen, vergnügen

#REDIRECT Verweisseite


Berg

Das Wort Berg schreiben wir am Ende mit g, obwohl wir dort [k] hören. In der Mehrzahl Berge kannst du das [g] deutlich hören. Das Wort Berg ist sehr alt. Es gehört zu einer Wortfamilie, zu der auch Burg und bergen gehören.




Warum schreiben wir Berg nicht mit k am Ende?

Diskussion

Herr Wort Suche das Kontrollwort. Es ist die Mehrzahl: Berge.

Hier kannst du deutlich das [g] hören. Da wir den Wortstamm immer gleich schreiben, wird auch die Einzahl Berg mit g am Wortende geschrieben.

Der “weiche” Laut [g] wird am Wortende (Auslaut) „hart“, wie ein [k] gesprochen. Daher nenne wir dies auch „Auslautverhärtung“.

Herr Alt Das Wort Berg ist ein sehr, sehr altes Wort. Das germanische Wort *berga- bedeutete Höhe zugleich aber auch Schutz. Wenn die Germanen in Gefahr waren, dann suchten sie auf einer Höhe, also auf einem Berg, Schutz. Denn dort oben konnten sie die Landschaft überschauen und so mögliche Feinde früh erkennen.
Später bauten sie auf dem Berg eine Schutzhütte und noch später eine Burg. Die Burg ist also die Befestigung auf dem Berg, die Schutz bietet.
Auch das Verb bergen = schützen, bewahren gehört zu dieser Wortfamilie. Wenn also die Bergretter einen verletzten im Gebirge retten, dann schützen sie ihn und bewahren ihn vor dem Tod.
Herr Wort Ein Berg ist eine große Erhebung in der Landschaft. Das Wort kann aber auch für eine große Menge von Dingen verwendet werden. Wenn sich zum Beispiel viele Kleidungsstücke auf dem Boden stapeln, können wir von einem Berg Wäsche sprechen.
Frau Fremd Die nordeuropäischen Länder haben das alte germanische Wort berc übernommen. In den Niederlanden, in Norwegen und Schweden wird das Wort genauso wie bei uns geschrieben: berg. In Dänemark schreibt man bjerg.
Pik-Linie.jpg

Weiterführende Informationen

Modellwortschatz

Das Wort Berg gehört zum Modellwortschatz.

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.

Hinweise zum Wort Berg

Bedeutung: eine größere Erhebung in einer Landschaft
Beispielsatz: Von dem Berg hat man eine gute Aussicht auf das Tal.
Wortinfo: Wortart: Nomen, der Berg

Worttrennung: Berg; Ber-ge

Aussprache: [bɛʁk]

Ableitungen: bergen, Gebirge

Wortformen

Das Wort Berg ist ein männliches Nomen. Die Mehrzahl lautet Berge.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Berg die Berge
2. Fall Genitiv des Berges der Berge
3. Fall Dativ dem Berg den Bergen
4. Fall Akkusativ den Berg die Berge

Wortbildungen

Vom Grundwort Berg können sehr viele zusammengesetzte Wörter gebildet werden. Dabei kann das Nomen Berg in den Wortbildungen ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen, z. B. Bergbau, (der Abbau eines Gesteins unter der Erde), Berghütte (eine Hütte auf einem Berg), Bergschuhe (Schuhe, die für Bergsteiger geeignet sind), Schieferberg (ein Berg aus Schiefergestein), Schneeberg (ein Berg aus Schnee), Weinberg (ein Berg auf dem Wein angebaut wird). Die folgende Tabelle ordnet einige Beispielwörter nach solchen Bedeutungsgruppen und danach, ob das Wort Berg am Wortanfang oder am Wortende steht.

Hier einige Beispielwörter für Wortbildungen mit dem Nomen Berg':

Berg am Wortanfang (Erstglied, Bestimmungswort)
Bergbau
Bergbau das Gewinnen von Kohle, Erz, Salz und anderen Rohstoffen aus der Erde
Bergleute Menschen, die im Bergbau arbeiten
Bergmann ein Mann, der im Bergbau arbeitet
Bergwerk eine Anlage, in der Rohstoffe aus der Erde gewonnen werden
Gefahren und Rettung
Bergrettung die Rettung von Menschen, die in den Bergen in Not geraten sind
Bergrutsch das Abrutschen von Erde und Gestein an einem Berg
Bergsturz das plötzliche Herabstürzen großer Mengen von Fels und Gestein
Landschaft und Gewässer
Bergbach ein Bach, der durch die Berge fließt
Berggipfel der höchste Punkt eines Berges
Berghang die schräge Seite eines Berges
Berghöhle eine Höhle in einem Berg
Bergkette mehrere miteinander verbundene Berge
Bergquelle eine Quelle, aus der in den Bergen Wasser hervortritt
Bergsee ein See in den Bergen
Bergspitze der oberste Teil eines Berges
Pflanzen und Tiere
Bergahorn eine Ahornart, die häufig in Gebirgen wächst
Bergwald ein Wald, der an Berghängen wächst
Bergwiese eine Wiese in den Bergen
Bergziege eine Ziege, die in bergigen Gebieten lebt
Wandern und Tourismus
Bergbahn eine Bahn, die auf einen Berg hinauf- und hinunterfährt
Bergführer jemand, der andere Menschen sicher durch die Berge führt
Berghütte eine Hütte in den Bergen, in der Wanderer oft essen oder übernachten können
Bergpfad ein schmaler Weg in den Bergen
Bergschuh ein fester Schuh zum Wandern und Klettern in den Bergen
Bergstation die obere Station einer Seil- oder Bergbahn
Bergwanderung eine Wanderung in den Bergen
sonstige Wortbildungen
Bergdorf ein Dorf, das in den Bergen liegt
Bergkristall ein farbloser, durchsichtiger Quarz
Bergluft die Luft in den Bergen
Bergstraße eine Straße, die durch die Berge oder auf einen Berg führt
Berg am Wortende (Letztglied, Grundwort)
Bauwerke und Geschichte
Burgberg ein Berg oder Hügel, auf dem eine Burg steht oder stand
Ölberg der Berg bei Jerusalem, der aus der Bibel bekannt ist
Schlossberg ein Berg oder Hügel, auf dem ein Schloss steht oder stand
Bergformen und Landschaft
Eisberg ein großer Eisblock, der im Meer oder in einem See schwimmt
Feuerberg ein Berg, aus dem Feuer oder glühendes Gestein kommt; Bezeichnung für einen Vulkan
Hausberg ein Berg in der Nähe eines Ortes, den die Menschen dort besonders gut kennen und häufig besuchen
Inselberg ein einzelner Berg, der deutlich aus einer flacheren Landschaft herausragt
Kegelberg ein Berg, der ungefähr die Form eines Kegels hat
Schneeberg ein Berg, auf dem viel Schnee liegt; auch Name verschiedener Berge
Tafelberg ein Berg mit steilen Seiten und einer auffallend flachen Oberseite
Vorberge kleinere Berge, die vor einem höheren Gebirge liegen
Einzelberg ein Berg, der einzeln und nicht als Teil einer Bergkette steht
Sandberg eine größere Erhebung aus Sand
Unterwasserberg ein Berg, der sich unter der Meeresoberfläche erhebt
Vulkanberg ein Berg, der durch vulkanische Vorgänge entstanden ist
Gestein und Material
Basaltberg ein Berg, der ganz oder zu großen Teilen aus Basalt besteht
Kreideberg ein Berg oder eine Erhebung, die aus Kreidegestein besteht
Schieferberg ein Berg, der viel Schiefergestein enthält
Steinberg ein Berg oder Hügel, der aus viel Gestein besteht
großer Haufen, angehäufte Masse
Abfallberg eine sehr große Menge Abfall, die wie ein Berg aufgetürmt ist
Altpapierberg eine große Menge gesammelten Altpapiers
Müllberg eine große Menge aufgeschütteten Mülls oder eine daraus entstandene Erhebung
Schuttberg eine große Menge Schutt, die zu einem Berg aufgeschüttet wurde
Trümmerberg ein künstlicher Hügel oder Berg aus Trümmern zerstörter Gebäude
sonstige Bedeutungen
Weinberg ein Hang oder Gelände, auf dem Weinreben angebaut werden
Schuldenberg eine sehr große Menge an Schulden
Blocksberg ein sagenhafter Berg, auf dem sich der Sage nach Hexen treffen
Datenberg eine sehr große Menge an Daten

Redensarten

Es gibt viele Redensarten, in denen das Nomen Berg vorkommt. Hier einige Beispiele:

Dieses Kapitel fehlt noch



verwandte Wörter: Bahre, -bar, Berg, bergen, Bürde, Burg, entbehren, Gebärde, gebärden, Gebaren, gebären, Gebühr, gebühren, Geburt
Info - Wortguppe indoeuropäisch *bher
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Info - indoeuropäisch *bher (Wortgruppe)

{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>



Etymologie

Vorbemerkung:

Viele althochdeutsche Wörter haben ihren Ursprung in der germanischen Sprachfamilie. Einige Wörter können noch weiter zurückverfolgt werden auf eine indoeuropäische (indogermanische) Wurzel. Ein kurzes Erklärvideo zur Entwicklung der europäischen Sprachen findest du hier. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es (in groben Zügen) erst für das Althochdeutsche (ab ca. 8. bis Mitte 11. Jh.). Für die germanischen Sprachen gibt es nur wenige schriftlichen Belege (z. B. in Runenschrift. Trotzdem können germanische und indoeuropäische Wörter sprachwissenschaftlich rekonstruiert werden. Die Schreibung der so erschlossenen Aussprache einiger Wörter werden mit vorangestelltem * gekennzeichnet.

Germanische Ableitungen vom ie. *bher, bherə = tragen, heben

Die Wörter gebaren, gebären, Gebärde, Geburt und gebühren haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = heben, tragen. Auf die Bedeutung *bher(ə) = tragen können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: Bahre (= Trage), Bürde (= was getragen wird), entbehren (= nicht tragen) und auch das Suffix -bar (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) . All diese Wörter enthalten das Morphem behr. Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (*bher(ə) = heben findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in empor und empören, aber auch in Berg und Burg.

Die folgende Tabelle enthält Beispiele für Ableitungen deutscher Wörter vom indoeuropäischen *bher. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten. Die Verlinkungen in der ersten Spalte führen zu der entsprechenden Seite im rechtschreibwiki.de.

Beispiele für die Herkunft und Entwicklung von Grundwörtern zu indoeuropäisch *bher(ə)
Grundwort ie., urgerm. germ. Verb (ohne Präfix) ahd. mhd. ursprüngliche Bedeutung
gebären ie. *bher, *bherə-

urgerm. *beran

= tragen, heben, hervorbringen, gebären,

*ga*beran *beran = tragen, gebären gibāran gebāren hervortragen → zur Welt bringen
entbehren *an*beran inbēran enbern nicht tragen → entbehren
-bar *bera-, berja- -bāri -bære Verb: tragend → Suffix -ber/-bar i.S.v. machbar, möglich
Bahre *bērō, *bǣrō bāra bāre Tragegestell
gebaren, Gebaren *ga*barjan *bērja-, *bǣrja = Benehmen, Aussehen, Gebaren gibārōn, gibāra gebāren sich betragen
Gebärde, gebärden gibārida, gibārōn gebærde, gebæren Benehmen, sichtbarer Ausdruck
Bürde *burþī(n) - burdi bürde Bürde, Last,
Geburt *burþi(z) ahd. burt = Gestalt, Geburt

mhd. burt = Herkunft

giburt geburt Leibesfrucht tragen
bergen ie. *bherg

ie. *bherg̑hos

*bergan - bergan bergen bergen, schützen, verwahren
Berg *bergō, *berga- *berg = hoch, erhaben berg berc Berg, Höhe, Schutz
Burg *burg urspr. befestigte Höhe burg burc befestigte Höhe
empor *bher- = heben ⚠️ *ga*bur- ⚠️ ahd. bor = Höhe, Spitze;

ahd. in bore = in der Höhe

empōr empōr emporheben
empören *ga*burjan⚠️ ahd. mhd. bōr empōren empōren emporheben → aufregen
gebühren, Gebühr *burjaną ⚠️ ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten gibūren, giburī gebürn, gebüre heben, zuteilen

Aus ie. *bher, *bherə = tragen entwickelte sich mit dem Präfix ga- germ. gaberan = hervortragen, zur Welt bringen, gebären und gebaren = betragen. Dies führte zur Bedeutung ausdrücken, benehmen, verhalten = gebärden und dem Nomen Gebärde. Mit dem verneinenden Präfix an- germ. anberan = nicht tragen, nicht haben entwickelte sich entbehren in der heutigen Bedeutung.

Das Nomen von ie. *bherə führte schon in germanischer Zeit zu germ. *bērō in der Bedeutung Tragegestell, woraus über ahd. bāra die Bahre wurde. Ein anderer Vokalwechsel (Dentalsuffix) führte zu germ. *burþīn woraus sich die Wörter Bürde (eine Last tragen) und germ. *burþi- = das Getragene woraus sich ahd. burt = Herkunft (heute noch im Mehrwortausdruck: von edler Geburt) und ahd. giburt = Geburt entwickelte.

Schon sehr früh entwickelte sich aus ie. *bher, *bherə-(= heben) die Bedeutung in die Höhe heben, daraus dann die Höhe = Berg und in der Höhe Schutz suchen, dann bergen = schützen und schließlich Burg = befestigte Höhe die Schutz bietet.

Fremdsprachen

Die germanischen Ableitungen vom ie. *bher, *bherə = tragen, heben finden sich auch in nordgermanischen Sprachen. Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für verwandte Wörter.

Beispiele für nordeuropäische Ableitungen vom indoeuropäisch *bher(ə)
Germanisch Deutsch Niederländisch Englisch Dänisch Schwedisch Norwegisch
*gaberan gebären baren bear bære bära bære (Nynorsk: bera)
*anberan entbehren ontberen — undvære¹ umbära¹ —
*bera-, *berja- -bar -baar — -bar¹ -bar¹ -bar¹
*bērō, *bǣrō Bahre baar bier båre bår båre
*gabarjan gebaren , Gebaren gebaren, gebaar bearing³ — — —
*gabarjan Gebärde , gebärden gebaar, gebaren — — — geberde, geberde seg¹
*burþī(n) Bürde — burden byrde börda byrde
*burþi(z) Geburt geboorte birth byrd² börd² byrd²
*bergan bergen bergen — bjerge / bjærge bärga berge
*bergō, *berga- Berg berg — bjerg berg berg
*burg Burg burcht, burg borough, burgh borg borg borg

Anmerkungen zu einzelnen Wörtern:

¹ Die markierten Wörter sind nur indirekt als norddeutsche Lehnwort in die Sprache übernommen worden.

² Die Wörter haben heute vorwiegend die Bedeutung „Abstammung/Herkunft“ statt „Geburt“.

³ Verwandte Neubildung, keine unmittelbare Fortsetzung von gabarjan.

Informationen zu den Grundwörtern

Gebaren

Entstehung: Verb tragen: germ. *beran → ahd. beran → mhd. bern = tragen, bringen, hervorbringen

ie. *bher- = tragen, heben → germ. *barjan = schlagen → germ. *gabarjan = gebaren benehmen

→ Verb gebaren: → ahd. gibārōn (9. Jh.) → mhd. mnd. gebāren
→ Nomen Gebaren: ahd. gibāren (11.Jh.) → mhd. gebāren
Fremdsprachen: Das Wort Gebaren ist weitgehend auf den deutschen Sprachraum beschränkt. Lediglich in England und auf Island finden wir Wörter, die ebenfalls auf das germanische *beran zurückgeführt werden können. In England sagt man bearing und auf Island að bera.
Wortbildungen: Ausgabengebaren, Bühnengebaren, Finanzgebaren, Geschäftsgebaren, Haushaltsgebaren, Herrschaftsgebaren, Machtgebaren
Ableitungen: gebaren (Grundwort), Gebaren (Konversion), Gebarung (Ableitung)
Mehrwortausdrücke: Das Wort Gebaren wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:
„sein seltsames Gebaren“
„ein unangemessenes Gebaren“
Zitate: „Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ (Quelle, Konfuzius)

„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ (Quelle, Alfred Herrhausen)

Seitenanfang

gebären

Entstehung: Verb tragen: germ. *beran → ahd. beran → mhd. bern = tragen, bringen, hervorbringen

ie. *bher- = tragen, heben

→ germ. *barjan = schlagen → germ. *gabarjan = gebaren benehmen
→ ahd. giberan → mhd. geberen
Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“, später Bedeutungsverengung auf „ein Kind zur Welt bringen“
Fremdsprachen: In nordgermanischen Sprachen werden auch Wörter verwendet, die auf das germanische *beran zurückgeführt werden können. Hier einige Beispiele:
Niederländisch: baren - bevallen
Englisch: give birth - bear
Norwegisch: føde - bære
Isländisch: fæða - bera - að bera
Dänisch: føde - barsle
Schwedisch: att föda

Daneben gibt es föda /fæða / føde. Auch für diese Wörter werden germanische, westgermanische oder gotische Wurzeln vermutet, z. B.

idg. *pid, germ. *fetan, *fīten, got. *fitan = gebären, kreißen, ziehen. Möglich ist auch germ. *farsī, wgerm. *fore = gebären, davon abgeleitet wgerm. *fōdian = erzeugen, gebären hervorbringen. Auf dieses Verb kann auch das heute noch gebräuchliche Nomen Färse - weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat zurückgeführt werden,

Wortbildungen: Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
Ableitungen: Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)

Seitenanfang

Gebärde

Entstehung: ahd. gibāra → mhd. gebār = Verhalten, Benehmen

→ nhd. Gebärde = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens

Wortbildungen: Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher;

gebärdenreich, gebärdensprachlich, ungebärdig (Ungebärdigkeit)

Ableitungen: gebärden
Interessantes: Das Wort Gebärde zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung

Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der Gebärdensprache, einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.

gebühren

Entstehung: ahd. gibūrēn → mhd. gebüeren

Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“

→ nhd. gebühren = „zustehen“

Wortbildungen: Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
Ableitungen: Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
Interessantes: Das Wort gebühren wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
„Ehre, wem Ehre gebührt“

Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.

Geburt

Entstehung: ahd. giburt → mhd. geburt

Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“

→ nhd. Geburt = Vorgang des Geborenwerdens

Wortbildungen: Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
Ableitungen: gebären, gebürtig, Gebärende
Interessantes: Das Wort Geburt zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
hervorbringen → geboren werden → Ursprung

Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:

„die Geburt einer Idee“

Damit kann Geburt auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.

Gebühr

Siehe hierzu die Wortseite Gebühr und die Infoseite Info - Gebühr.

entbehren

Siehe hierzu die Wortseite entbehren und die Infoseite Info - entbehren.

Berg

Siehe hierzu die Wortseite Berg und die Infoseite Info - Berg.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bar kommt in gebaren / Gebaren und mit Umlaut in gebären und Gebärde und als Verbabstrakta in Geburt vor. Auf den gleichen germ. und ahd. Ursprung können auch das Suffix -bar, die Verneinung entbehren (= nicht tragen) sowie Bahre und Bürde zurückgeführt werden. Bereits in der germanischen Sprache und später in den alt- und neuhochdeutschen Belegen sind die verschiedenen Wörter, die ihren Ursprung im indoeuropäischen bher haben, deutlich unterschieden, sodass heute kaum noch ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Wörter dieser Sprachgruppe gesehen wird.

Als unikale Morpheme werden in der folgenden Zusammenstellung nur solche Morpheme eingruppiert, die bereits in althochdeutscher Zeit deutlich unterschieden wurden und nicht als Ablautvarianten betrachtet werden können.

Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bar und mit Umlaut bär ist daher kein unikales Morphem.
Das Morphem bühr in Gebühr und gebühren unterscheidet sich bereits in der germanischen Sprache von den vom indoeuropäischen bher abgeleiteten Wörtern mit der Bedeutung tragen, heben, hervorbringen. Es kommt heute nicht mehr isoliert und in Wortbildungen nur gemeinsam mit dem Präfix ge- vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem bühr kann daher als ein unikales Morphem. betrachtet werden.
Das Morphem bur-t in Geburt kommt nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur gemeinsam mit dem Präfix ge- vor. Das Nomen Geburt ist ein Verbalabstraktum von gebären. Die Endung ti kennzeichnet bereits im germanischen das Nomen und der Vokal [u] muss als Ablaut zum [a] (gebaren) bzw. [ä] (gebären) betrachtet werden. Auf der Bedeutungsebene ist ein Zusammenhang zwischen dem Verb gebären und dem Nomen Geburt zu erkennen.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bar und mit Umlaut bär ist daher kein unikales Morphem.
Das Morphem behr in entbehren (ahd. inberan) ist eine Ablautbildung zum Morphem bar in gebären (ahd. gibāran). Das Morphem kommt nicht isoliert vor, Wortbildungen nur mit dem Präfix ent-. Die Morpheme behr, bar, bär müssen als verschiedene Varianten des ursprünglichen germ. beran betrachtet werden.
Pik-Kreis-rot.jpg Die Morpheme behr, bar und mit Umlaut bär sind daher keine unikale Morphem.

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen

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Belege/Quellen

Quellen für Ableitungen vom ie. *bher:

Köbler: germanisches Wb., indogermanisches Wb. althochdeutsches Wb., mittelhochdeutsches Wb.

Indoeuropäische Wörter Julius Pokorny: Indogermanisches etymologisches Wörterbuch, Tübingen/Bern/München, 5. Aufl. 2005

Wikipedia: Germanische Sprachen, Indoeuropäische Sprachen. Runenschrift, Wulfila-Bibel

Quellen für nordgermanische Sprachen:

Niederländisch: etymologiebank.nl, Historische woordenboeken, Englisch: etymonline.com, Den Danske Ordbog, Ordbog over det Danske Sprog, Schwedisch: Sök i tre ordböcker på en gång, Norwegisch: ordbøkene,no

Quellen für Einzelwörter:

gebaren: DWDS, Duden-online (nicht werbefrei), Wiktionary, ZDL; Wörterbuchnetz: Adelung, Goethe, Grimm, MWb

Gebaren: DWDS, Duden-online(nicht werbefrei), Wiktionary, ZDL; Wörterbuchnetz: Grimm, MWb

gebären: DDS, Wiktionary, ZDL, Duden (nicht werbefrei); Etymologie: Wörterbuchnetz: Adelung,Goethe, Grimm; AWb-Splett, BDO gebären, BDO bären (hier vor allem die Wortbildungen), Köbler-wgerm., Köbler-got.

Gebärde: DDS, Wiktionary, ZDL, Wikipedia, Duden (nicht werbefrei), Wörterbuchnetz: Adelung, Goethe, Grimm

gebühren: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden (nicht werbefrei), Wörterbuchnetz: Adelung, Goethe, Grimm, Wikipedia

Geburt: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden (nicht werbefrei); https://www.woerterbuchnetz.de: (Adelung, Grimm) Adelung, Goethe, Grimm; Wikipedia



verwandte Wörter: Bahre, -bar, Berg, bergen, Bürde, Burg, entbehren, Gebärde, gebärden, Gebaren, gebären, Gebühr, gebühren, Geburt
Info - Wortguppe indoeuropäisch *bher
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Gefahr

Frage: Autofahren ist gefährlich - Stimmt das? Was hat Gefahr / gefährlich mit fahren zu tun?