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= Info - gebaren (Wortgruppe) =
= Info - indoeuropäisch ''*bher'' (Wortgruppe) =


=Berg=
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
Das Wort ''Berg'' schreiben wir am Ende mit ''g'', obwohl wir dort [k] hören. In der Mehrzahl ''Berge'' kannst du das [g] deutlich hören. Das Wort ''Berg'' ist sehr alt. Es gehört zu einer Wortfamilie, zu der auch ''Burg'' und ''bergen'' gehören.
</div>
</div>
 
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__TOC__
__TOC__


== Etymologie ==
<div style="font-size:1.2em">'''Vorbemerkung:'''</div>


Viele althochdeutsche Wörter haben ihren Ursprung in der [[Germanischer Sprachraum|germanischen Sprachfamilie]]. Einige Wörter können noch weiter zurückverfolgt werden auf eine indoeuropäische (indogermanische) Wurzel. Ein kurzes Erklärvideo zur Entwicklung der europäischen Sprachen findest du [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SRF_Wissen_-_Wie_entstanden_die_europ%C3%A4ischen_Sprachen%3F.webm hier]. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es (in groben Zügen) erst für das [[Althochdeutsch|Althochdeutsche]] (ab ca. 8. bis Mitte 11. Jh.). Für die germanischen Sprachen gibt es nur wenige schriftlichen Belege (z. B. in [[Runenschrift]]. Trotzdem können germanische und indoeuropäische Wörter sprachwissenschaftlich rekonstruiert werden. Die Schreibung der so erschlossenen Aussprache einiger Wörter werden mit vorangestelltem '''*''' gekennzeichnet.
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Warum schreiben wir Berg nicht mit ''k'' am Ende?
|}
===Diskussion===
{| style="width: 100%; font-size: 1.2em"
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 10%" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Suche das Kontrollwort. Es ist die Mehrzahl: ''Berge''.  
Hier kannst du deutlich das [g] hören. Da wir den Wortstamm immer gleich schreiben, wird auch die Einzahl ''Berg'' mit ''g'' am Wortende geschrieben.
 
Der “weiche” Laut [g] wird am Wortende (Auslaut) „hart“, wie ein [k] gesprochen. Daher nenne wir dies auch „Auslautverhärtung“.
|
|- style="vertical-align:top;"
|rowspan="2"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ''Berg'' ist ein sehr, sehr altes Wort. Das germanische Wort *berga- bedeutete ''Höhe'' zugleich aber auch ''Schutz''. Wenn die Germanen in Gefahr waren, dann suchten sie auf einer ''Höhe'', also auf einem Berg, ''Schutz''. Denn dort oben konnten sie die Landschaft überschauen und so mögliche Feinde früh erkennen.
|-
|Später bauten sie auf dem ''Berg'' eine Schutzhütte und noch später eine ''Burg''. Die ''Burg'' ist also die ''Befestigung'' auf dem ''Berg'', die ''Schutz'' bietet.  
|
|-
|
|Auch das Verb ''bergen'' = ''schützen, bewahren'' gehört zu dieser Wortfamilie. Wenn also die Bergretter einen verletzten im ''Gebirge'' retten, dann ''schützen'' sie ihn und ''bewahren'' ihn vor dem Tod.
|- style="vertical-align:top;"
|[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Ein ''Berg'' ist eine große Erhebung in der Landschaft. Das Wort kann aber auch für eine große Menge von Dingen verwendet werden. Wenn sich zum Beispiel viele Kleidungsstücke auf dem Boden stapeln, können wir von einem ''Berg Wäsche'' sprechen.
|- style="vertical-align:top;"
|[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Die nordeuropäischen Länder haben das alte germanische Wort ''berc'' übernommen. In den Niederlanden, in Norwegen und Schweden wird das Wort genauso wie bei uns geschrieben: ''berg''. In Dänemark schreibt man ''bjerg''.
|-
|}
{|style="width: 100%"
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|}


<div style="font-size:1.2em">'''Germanische Ableitungen vom ie. *bher, bherə = ''tragen, heben'''''</div>
==Weiterführende Informationen==
===Modellwortschatz===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort '''Berg''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
</div>
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-593-VS.jpg
File:MWS-593-RS.jpg
</gallery>
<div style="font-size:1.2em">
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=593 Fremdsprachen] anhören.
</div>


Die Wörter ''gebaren, gebären, Gebärde, Geburt'' und ''gebühren'' haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = ''heben, tragen''. Auf die Bedeutung  *bher(ə) = ''tragen'' können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: ''Bahre'' (= Trage), ''Bürde'' (= was getragen wird), ''entbehren'' (= nicht tragen) und auch das Suffix -''bar'' (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) ''. ''All diese Wörter enthalten das Morphem ''behr''. Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (''*bher(ə'') = ''heben'' findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in ''empor'' und ''empören'', aber auch in ''Berg'' und ''Burg''.
==Hinweise zum Wort ''Berg''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|eine größere Erhebung in einer Landschaft
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Von dem Berg hat man eine gute Aussicht auf das Tal.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, der Berg


Die folgende Tabelle enthält Beispiele für Ableitungen deutscher Wörter vom indoeuropäischen *''bher''. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten. Die Verlinkungen in der ersten Spalte führen zu der entsprechenden Seite im [[Hauptseite|rechtschreibwiki.de]].
'''Worttrennung:''' Berg; Ber-ge


{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top; margin:auto"
'''Aussprache:''' [bɛʁk]
|+ Beispiele für die Herkunft und Entwicklung von Grundwörtern zu indoeuropäisch *''bher(ə)''
! style="width: 15%" |Grundwort
! style="width: 12%" |ie., urgerm.
! style="width: 8%" |germ.
! style="width: 20%" |Verb (ohne Präfix)
! style="width: 10%" |ahd.
! style="width: 10%" |mhd.
! style="width: 25%" |ursprüngliche Bedeutung
|-
|-
![[gebären]]
|'''Ableitungen:'''
| rowspan="8" |ie. *bher, *bherə-
|bergen, Gebirge
urgerm. *beran
|-
|}


= tragen, heben, hervorbringen, gebären,
==Wortformen==
|*ga*beran
<div style="font-size:1.2em">
| rowspan="4" |*beran = tragen, gebären
Das Wort ''Berg'' ist ein männliches Nomen. Die Mehrzahl lautet ''Berge''.
|gibāran
</div>
|gebāren
 
|hervortragen → zur Welt bringen
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
![[entbehren]]
!style="text-align:left"|1. Fall
|*an*beran
!Nominativ
|inbēran
|der Berg
|enbern
|die Berge
|nicht tragen → entbehren
|-
|-
! [[-bar]]
!style="text-align:left"|2. Fall
|*bera-, berja-
!Genitiv
| -bāri
|des Berges
| -bære
|der Berge
|Verb: tragend → Suffix -ber/-bar i.S.v. machbar, möglich
|-
|-
![[Bahre]]
!style="text-align:left"|3. Fall
|*bērō, *bǣrō
!Dativ
|bāra
|dem Berg
|bāre
|den Bergen
|Tragegestell
|-
|-
![[Info - gebaren|gebaren]], [[Gebaren]]
!style="text-align:left"|4. Fall
| rowspan="2" |*ga*barjan
!Akkusativ
| rowspan="2" |*bērja-, *bǣrja = Benehmen,  Aussehen, Gebaren
|den Berg
|gibārōn, gibāra
|die Berge
|gebāren
|sich betragen
|-
|-
![[Gebärde]], [[gebärden]]
|}
|gibārida, gibārōn
 
|gebærde, gebæren
==Wortbildungen==
|Benehmen, sichtbarer Ausdruck
Vom Grundwort ''Berg'' können sehr viele zusammengesetzte Wörter gebildet werden. Dabei kann das Nomen ''Berg'' in den Wortbildungen ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen, z. B. ''Bergbau'', (der Abbau eines Gesteins unter der Erde), ''Berghütte'' (eine Hütte auf einem Berg), ''Bergschuhe'' (Schuhe, die für Bergsteiger geeignet sind), ''Schieferberg'' (ein Berg aus Schiefergestein), ''Schneeberg'' (ein Berg aus Schnee), ''Weinberg'' (ein Berg auf dem Wein angebaut wird). Die folgende Tabelle ordnet einige Beispielwörter nach solchen Bedeutungsgruppen und danach, ob das Wort Berg am Wortanfang oder am Wortende steht.
 
Hier einige Beispielwörter für Wortbildungen mit dem Nomen [https://klexikon.zum.de/wiki/Gebirge ''Berg']:
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
|+''Berg'' am Wortanfang (Erstglied, Bestimmungswort)
|-
|-
![[Bürde]]
!colspan="2" |[https://klexikon.zum.de/wiki/Bergbau Bergbau]
|*burþī(n)
| -
|burdi
|bürde
|Bürde, Last,
|-
|-
![[Info - Geburt|Geburt]]
|style="width:15%"|Bergbau
|*burþi(z)
|style="width:85%"|das Gewinnen von Kohle, Erz, Salz und anderen Rohstoffen aus der Erde
| ahd. burt = Gestalt, Geburt
mhd. burt = Herkunft
|giburt
|geburt
|Leibesfrucht tragen
|-
|-
![[bergen]]
|Bergleute
| rowspan="3" |ie. *bherg
|Menschen, die im Bergbau arbeiten
ie. *bherg̑hos
|*bergan
| -
|bergan
|bergen
|bergen, schützen, verwahren
|-
|-
![[Berg]]
|Bergmann
|*bergō,  *berga-
|ein Mann, der im Bergbau arbeitet
|*berg = hoch, erhaben
|berg
|berc
|Berg, Höhe, Schutz
|-
|-
![[Burg]]
|Bergwerk
|*burg
|eine Anlage, in der Rohstoffe aus der Erde gewonnen werden
|urspr. befestigte Höhe
|burg
|burc
|befestigte Höhe
|-
|-
![[empor]]
!colspan="2" |Gefahren und Rettung
| rowspan="3" |*bher- = heben ⚠️
|*ga*bur- ⚠️
|ahd. bor = Höhe, Spitze;
ahd. in bore = in der Höhe
|empōr
|empōr
|emporheben
|-
|-
![[empören]]
|Bergrettung
|*ga*burjan⚠️
|die Rettung von Menschen, die in den Bergen in Not geraten sind
|ahd. mhd. bōr
|empōren
|empōren
|emporheben → aufregen
|-
|-
![[gebühren]], [[Info - Gebühr|Gebühr]]
|Bergrutsch
|*burjaną ⚠️
|das Abrutschen von Erde und Gestein an einem Berg
|ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten
|gibūren, giburī
|gebürn, gebüre
|heben, zuteilen
|-
|-
|}
|Bergsturz
 
|das plötzliche Herabstürzen großer Mengen von Fels und Gestein
Aus ie.  *bher, *bherə = ''tragen'' entwickelte sich mit dem Präfix ''ga''-  germ. gaberan ''= hervortragen, zur Welt bringen, gebären'' und ''gebaren = betragen''. Dies führte zur Bedeutung ''ausdrücken, benehmen, verhalten = gebärden'' und dem Nomen ''Gebärde''. Mit dem verneinenden Präfix an- germ. anberan = ''nicht tragen, nicht haben'' entwickelte sich ''entbehren'' in der heutigen Bedeutung. 
 
Das Nomen von ie. *bherə führte schon in germanischer Zeit zu germ. *bērō in der Bedeutung ''Tragegestell'', woraus über ahd. ''bāra'' die ''Bahre'' wurde. Ein anderer Vokalwechsel (Dentalsuffix) führte zu germ. *burþīn woraus sich die Wörter ''Bürde'' (eine Last tragen) und germ. *burþi- = ''das Getragene'' woraus sich ahd. burt = ''Herkunft'' (heute noch im Mehrwortausdruck: ''von edler Geburt'') und ahd. giburt = ''Geburt'' entwickelte. 
 
Schon sehr früh entwickelte sich aus ie.  *bher, *bherə-(= heben) die Bedeutung ''in die Höhe heben'', daraus dann ''die Höhe = Berg'' und ''in der Höhe Schutz suchen'', dann ''bergen = schützen'' und schließlich ''Burg'' = ''befestigte Höhe die Schutz bietet''. 
 
==Fremdsprachen==
Die germanischen Ableitungen vom ie. *bher, *bherə = ''tragen, heben'' finden sich auch in nordgermanischen Sprachen. Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für verwandte Wörter.
 
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top; margin:auto"
|+ Beispiele für nordeuropäische Ableitungen vom indoeuropäisch *''bher(ə)''
! style="width: 12%" |Germanisch
! style="width: 14%" |Deutsch
! style="width: 14%" |Niederländisch
! style="width: 14%" |Englisch
! style="width: 14%" |Dänisch
! style="width: 14%" |Schwedisch
! style="width: 18%" |Norwegisch
|-
|-
|*gaberan
!colspan="2" |Landschaft und Gewässer
|gebären
|baren
|bear
|bære
|bära
|bære (Nynorsk: bera)
|-
|-
|*anberan
|Bergbach
|entbehren
|ein Bach, der durch die Berge fließt
|ontberen
|—
|undvære¹
|umbära¹
|—
|-
|-
|*bera-, *berja-
|Berggipfel
| -bar
|der höchste Punkt eines Berges
| -baar
|—
| -bar¹
| -bar¹
| -bar¹
|-
|-
|*bērō, *bǣrō
|Berghang
|Bahre
|die schräge Seite eines Berges
|baar
|bier
|båre
|bår
|båre
|-
|-
|*gabarjan
|Berghöhle
|gebaren , Gebaren
|eine Höhle in einem Berg
|gebaren, gebaar
|bearing³
|—
|—
|—
|-
|-
|*gabarjan
|Bergkette
|Gebärde , gebärden
|mehrere miteinander verbundene Berge
|gebaar, gebaren
|—
|—
|—
|geberde, geberde seg¹
|-
|-
|*burþī(n)
|Bergquelle
|Bürde
|eine Quelle, aus der in den Bergen Wasser hervortritt
|—
|burden
|byrde
|börda
|byrde
|-
|-
|*burþi(z)
|Bergsee
|Geburt
|ein See in den Bergen
|geboorte
|birth
|byrd²
|börd²
|byrd²
|-
|-
|*bergan
|Bergspitze
|bergen
|der oberste Teil eines Berges
|bergen
|—
|bjerge / bjærge
|bärga
|berge
|-
|-
|*bergō, *berga-
!colspan="2" |Pflanzen und Tiere
|Berg
|berg
|—
|bjerg
|berg
|berg
|-
|-
|*burg
|Bergahorn
|Burg
|eine Ahornart, die häufig in Gebirgen wächst
|burcht, burg
|borough, burgh
|borg
|borg
|borg
|-
|-
|}
|Bergwald
Anmerkungen zu einzelnen Wörtern:
|ein Wald, der an Berghängen wächst
 
¹ Die markierten Wörter sind nur indirekt als norddeutsche Lehnwort in die Sprache übernommen worden.
 
² Die Wörter haben heute vorwiegend die Bedeutung „Abstammung/Herkunft“ statt „Geburt“.
 
³ Verwandte Neubildung, keine unmittelbare Fortsetzung von gabarjan.
 
== Belege/Quellen==
'''Quellen für Ableitungen vom ie. *bher:'''
 
Köbler: [https://www.koeblergerhard.de/germ/tg/germ_tg.html germanisches Wb.], [https://koeblergerhard.de/idg/idg_kurzform.html indogermanisches Wb.] [https://www.koeblergerhard.de/ahd/ahd.html althochdeutsches Wb.], [https://koeblergerhard.de/mhd/mhd_kurzform.html mittelhochdeutsches Wb]. 
 
Indoeuropäische Wörter [https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Pokorny Julius Pokorny]: Indogermanisches etymologisches Wörterbuch, Tübingen/Bern/München, 5. Aufl. 2005   
 
Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Sprachen Germanische Sprachen],  [https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachen Indoeuropäische Sprachen]. [https://de.wikipedia.org/wiki/Runen Runenschrift], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wulfilabibel Wulfila-Bibel]
 
'''Quellen für nordgermanische Sprachen:'''
 
Niederländisch: [https://etymologiebank.nl/ etymologiebank.nl], [https://gtb.ivdnt.org/search/ Historische woordenboeken], Englisch: [https://www.etymonline.com/ etymonline.com], [https://ordnet.dk/ddo Den Danske Ordbog], [https://ordnet.dk/ods Ordbog over det Danske Sprog], Schwedisch: [https://svenska.se/ Sök i tre ordböcker på en gång], Norwegisch: [https://ordbokene.no/ ordbøkene,no]
 
<div style="color:red">
Beispiele für ie. *bher in Fremdsprachen / Fremdwörter
</div>
----
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebaren''==
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebaren''''']]
|}
----
 
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
 
 
Das Nomen Gebaren geht auf ein altes Verb mit der Bedeutung „sich benehmen, sich verhalten“ zurück und gehört zur indoeuropäischen Wortgruppe *bher(ə)- „tragen, heben“. Damit ist es unter anderem mit ''gebären, Gebärde, Geburt'' und ''gebühren'' verwandt. Heute wird ''Gebaren'' häufig in kritischer oder negativer Bedeutung gebraucht, etwa in Ausdrücken wie „seltsames Gebaren“ oder „unangemessenes Gebaren“.
 
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebaren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Verb ''tragen'': germ. *beran → ahd. beran → <abbr>mhd.</abbr> bern = tragen, bringen, hervorbringen
ie. *bher- = tragen, heben → germ. *barjan = schlagen → germ. *gabarjan = gebaren benehmen
:→ Verb ''gebaren:'' → ahd. gibārōn (9. Jh.) → <abbr>mhd.</abbr> <abbr>mnd.</abbr> gebāren
::→ Nomen ''Gebaren:'' ahd. ''gibāren'' (11.Jh.) ''→'' mhd. ''gebāren''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortgruppe ''*bher(ə)'':'''
|Das Wort ''gebaren'' hat seinen Ursprung im indoeuropäischen Wort ''*bher(ə) = heben, tragen.'' Somit ist es eng verwandt mit ''[[gebären]], [[Gebärde]], [[Geburt]]'' und ''gebühren.'' Auf die Bedeutung  *bher(ə) = ''tragen'' können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: ''[[Bahre]]'' (= Trage), ''[[Bürde]]'' (= was getragen wird), ''[[entbehren]]'' (= nicht tragen) und auch das Suffix [[-bar|-''bar'']] (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) ''. ''All diese Wörter enthalten das Morphem ''behr. ''Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (''*bher(ə'') = heben findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in ''[[empor]]'' und ''[[empören]]'', aber auch in ''[[Berg]]''und ''[[Burg]]''. Auf der Seite [[Wortgruppe indoeuropäisch *bher]] kannst du mehr über diese Zusammenhänge erfahren.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Fremdsprachen:'''
|Das Wort ''Gebaren'' ist weitgehend auf den deutschen Sprachraum beschränkt. Lediglich in England und auf Island finden wir Wörter, die ebenfalls auf das germanische *beran zurückgeführt werden können. In England sagt man ''bearing'' und auf Island ''að bera''.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Ausgabengebaren Ausgabengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Bühnengebaren Bühnengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Finanzgebaren Finanzgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Geschäftsgebaren Geschäftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Haushaltsgebaren Haushaltsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Herrschaftsgebaren Herrschaftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Machtgebaren Machtgebaren]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/gebaren gebaren] (Grundwort), [https://www.dwds.de/wb/Gebaren Gebaren] (Konversion), [https://www.dwds.de/wb/Gebarung Gebarung] (Ableitung)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Mehrwortausdrücke:'''
|Das Wort ''Gebaren'' wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:
 
: „sein seltsames Gebaren“ 
: „ein unangemessenes Gebaren“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Zitate:'''
|„Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ ([https://gutezitate.com/zitat/120966 Quelle], [https://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius Konfuzius])
„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ ([https://gutezitate.com/zitat/249087 Quelle], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Herrhausen Alfred Herrhausen])
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Der Wortstamm ''bar'' (ahd. ''bār'') kommt in dieser Bedeutung („tragen, sich verhalten“) auch in verwandten Wörtern vor. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortstamms ist für die meisten nicht mehr erkennbar.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Bergwiese
|Das Morphem ''bar'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|eine Wiese in den Bergen
|-
|-
|}
|Bergziege
 
|eine Ziege, die in bergigen Gebieten lebt
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
'''gebaren:''' [https://www.dwds.de/wb/gebaren DWDS], [https://www.duden.de/rechtschreibung/gebaren Duden-online] (nicht werbefrei), [https://de.wiktionary.org/wiki/gebaren Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=gebaren ZDL]; [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00527 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00564 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02567 Grimm], [https://www.mhdwb-online.de/wb.php?linkid=47649000#47649000 MWb]),
 
'''Gebaren:''' [https://www.dwds.de/wb/Gebaren DWDS], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebaren Duden-online](nicht werbefrei), [https://de.wiktionary.org/wiki/Gebaren Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=Gebaren ZDL]; [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02567 Grimm], [https://www.mhdwb-online.de/wb.php?linkid=47649000#47649000 MWb]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|-
|[[Wortgruppe indoeuropäisch *bher|'''mehr zum Wortursprung ''indoeuropäisch *bher''''']]
!colspan="2" |Wandern und Tourismus
|-
|-
|[[Gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebaren''''']]
|Bergbahn
|}
|eine Bahn, die auf einen Berg hinauf- und hinunterfährt
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
 
<div style="color:red">
Die folgenden Wörter müssen noch überarbeitet und an die neue Version von </nowiki>''gebaren'' angepasst werden.
</div>
 
= gebären =
{{DISPLAYTITLE:gebären}}
 
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebären'' bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Das Wort ist schon sehr alt und gehört zu einer Wortfamilie mit der ursprünglichen Bedeutung „tragen, hervorbringen“. Daher sind Wörter wie ''Geburt'' und ''gebürtig'' mit ''gebären'' verwandt. Gebären ist ein starkes Verb: Es heißt zum Beispiel sie ''gebiert'', sie ''gebar'' und sie ''hat geboren''.
</div>
 
----
 
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Bergführer
|Das Verb ''gebären'' bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Es gehört zum Wortfeld von ''Geburt'' und ''gebären''.
|jemand, der andere Menschen sicher durch die Berge führt
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Berghütte
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāran'' zurück. 
|eine Hütte in den Bergen, in der Wanderer oft essen oder übernachten können
 
Es gehört zu einer alten Wortfamilie mit der Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“. 
 
Verwandt sind auch die Wörter ''gebären'', ''Geburt'', ''gebürtig''.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Bergpfad
|In einigen nordeuropäischen Ländern findest du diese Wortbedeutung in Wörtern, die den gleichen Ursprung haben. Hier einige Beispiele: In den Niederlanden heißt es ''baren'', in Norwegen ''bære'' und auf Island ''að bera''.
|ein schmaler Weg in den Bergen
|-
|-
|}
|Bergschuh
 
|ein fester Schuh zum Wandern und Klettern in den Bergen
==Hinweise zum Wort ''gebären''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|ein Kind zur Welt bringen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Frau gebar ein gesundes Kind.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' ge-bä-ren
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁən]
|-
|-
|}
|Bergstation
 
|die obere Station einer Seil- oder Bergbahn
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebären'' ist ein starkes Verb. Die 2. und 3. Person wird in der Einzahl (Singular) mit ''ie'' (''du gebierst, er/sie/es gebiert'') gebildet. In der Vergangenheitsform (Präteritum) wird aus dem ''ä'' ein ''o'' (z. B. ''ich habe geboren'').
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|Bergwanderung
(Singular)
|eine Wanderung in den Bergen
! style="width: 13%" |1. Person
|ich gebäre
|ich gebar
|ich habe geboren
|-
|-
!2. Person
!colspan="2" |sonstige Wortbildungen
|du gebierst
|du gebarst
|du hast geboren
|-
|-
!3. Person
|Bergdorf
|er/sie/es gebiert
|ein Dorf, das in den Bergen liegt
|er/sie/es gebar
|er/sie/es hat geboren
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Bergkristall
(Plural)
|ein farbloser, durchsichtiger Quarz
!1. Person
|wir gebären
|wir gebaren
|wir haben geboren
|-
|-
!2. Person
|Bergluft
|ihr gebärt
|die Luft in den Bergen
|ihr gebart
|ihr habt geboren
|-
|-
!3. Person
|Bergstraße
|sie gebären
|eine Straße, die durch die Berge oder auf einen Berg führt
|sie gebaren
|sie haben geboren
|-
|-
|}
|}


</br>
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
----
|+''Berg'' am Wortende (Letztglied, Grundwort)
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|-
!colspan="2" |Bauwerke und Geschichte
|-
|style="width:15%"|Burgberg
|style="width:85%"|ein Berg oder Hügel, auf dem eine Burg steht oder stand
|-
|Ölberg
|der Berg bei Jerusalem, der aus der Bibel bekannt ist
|-
|Schlossberg
|ein Berg oder Hügel, auf dem ein Schloss steht oder stand
|-
!colspan="2" |Bergformen und Landschaft
|-
|-
|'''weitere mit [[gebähren]] verwandte Wörter: [[Bahre]], [[-bar]], [[Berg|Berg]], [[bergen]], [[Bürde]], [[Burg]], [[entbehren]], [[Gebärde]], [[gebärden]], [[Gebaren]], [[Gebühr]], [[gebühren]], [[Geburt]]'''
|Eisberg
|ein großer Eisblock, der im Meer oder in einem See schwimmt
|-
|-
|[[Info - indoeuropäisch *bher (Wortgruppe)|'''Info - Wortguppe indoeuropäisch ''*bher''''']]
|Feuerberg
|ein Berg, aus dem Feuer oder glühendes Gestein kommt; Bezeichnung für einen Vulkan
|-
|-
|}
|Hausberg
{{WörterABC-Tabelle}}
|ein Berg in der Nähe eines Ortes, den die Menschen dort besonders gut kennen und häufig besuchen
__INDEX__
 
----
 
= Info - gebären =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|}
----
 
Das Verb ''gebären'' geht auf die indoeuropäische Wurzel *bher(ə)- mit der Bedeutung „tragen, heben“ zurück. Über germanische und althochdeutsche Formen entwickelte sich die Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“, die später auf „ein Kind zur Welt bringen“ verengt wurde. Mit ''gebären'' sind unter anderem ''Geburt'', ''gebürtig'' und ''Gebärde'' verwandt; weiter entfernte Verwandtschaft besteht auch zu Wörtern wie Bahre, Bürde und entbehren. Der Wortstamm bar ist deshalb kein unikales Morphem.
 
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebären''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Verb ''tragen'': germ. *beran → ahd. beran → mhd. bern = tragen, bringen, hervorbringen
ie. *bher- = tragen, heben
:→ germ. *barjan = schlagen → germ. *gabarjan = gebaren benehmen
::→ ahd. ''giberan'' → mhd. ''geberen''
:::Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“, später Bedeutungsverengung auf „ein Kind zur Welt bringen“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortgruppe ''*bher(ə)'':'''
|Das Wort ''gebaren'' hat seinen Ursprung im indoeuropäischen Wort ''*bher(ə) = heben, tragen.'' Somit ist es eng verwandt mit ''[[gebären]], [[Gebärde]], [[Geburt]]'' und ''gebühren.'' Auf die Bedeutung  *bher(ə) = ''tragen'' können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: ''[[Bahre]]'' (= Trage), ''[[Bürde]]'' (= was getragen wird), ''[[entbehren]]'' (= nicht tragen) und auch das Suffix [[-bar|-''bar'']] (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) ''. ''All diese Wörter enthalten das Morphem ''behr. ''Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (''*bher(ə'') = heben findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in ''[[empor]]'' und ''[[empören]]'', aber auch in ''[[Berg]]''und ''[[Burg]]''. Auf der Seite [[Wortgruppe indoeuropäisch *bher]] kannst du mehr über diese Zusammenhänge erfahren.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Fremdsprachen:'''
|In nordgermanischen Sprachen werden auch Wörter verwendet, die auf das germanische *beran zurückgeführt werden können. Hier einige Beispiele:
:Niederländisch: <u>baren</u> - bevallen
:Englisch: give birth - <u>bear</u>
:Norwegisch: føde - <u>bære</u>
:Isländisch: fæða - bera - <u>að bera</u>
:Dänisch: føde - <u>barsle</u>
:Schwedisch: att föda
Daneben gibt es föda /fæða / føde. Auch für diese Wörter werden germanische, westgermanische oder gotische Wurzeln vermutet, z. B.
 
idg. *pid, germ. *fetan, *fīten, got. *fitan = gebären, kreißen, ziehen. Möglich ist auch germ. *farsī, wgerm. *fore = gebären, davon abgeleitet wgerm. *fōdian = erzeugen, gebären hervorbringen. Auf dieses Verb kann auch das heute noch gebräuchliche Nomen ''Färse'' - ''weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat'' zurückgeführt werden,
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bar'' kommt in ''gebaren'' und mit Umlaut in ''gebären''  und ''Gebärde'' und als Verbabstrakta in ''Geburt'' vor. Auf den gleichen germ. und ahd. Ursprung können auch das Suffix -''bar'', die Verneinung ''entbehren'' (= nicht tragen) sowie ''Bahre'' und ''Bürde'' zurückgeführt werden, auch wenn diese Zusammenhänge heute kaum noch erkannt werden.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Inselberg
|Das Morphem ''bar'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|ein einzelner Berg, der deutlich aus einer flacheren Landschaft herausragt
|-
|-
|}
|Kegelberg
 
|ein Berg, der ungefähr die Form eines Kegels hat
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/gebären DDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/gebären Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=gebären ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/gebaeren Duden] (nicht werbefrei)
 
Etymologie: [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00528#0 Adelung],[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00565#0 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02569#0 Grimm]; [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Splett&lemid=B00424 AWb-Splett], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=geb%C3%A4ren BDO, gebären], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=b%C3%A4ren3 BDO, bären] (hier vor allem die Wortbildungen), [https://koeblergerhard.de/wgerm/wgerm(materialien)89086abs20140325.htm Köbler-wgerm.], [https://koeblergerhard.de/got/got.html Köbler-got.], 
 
[https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt Wikipedia] (Geburt)
 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|-
|[[Wortgruppe indoeuropäisch *bher|'''mehr zum Wortursprung ''indoeuropäisch *bher''''']]
|Schneeberg
|ein Berg, auf dem viel Schnee liegt; auch Name verschiedener Berge
|-
|-
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|Tafelberg
|}
|ein Berg mit steilen Seiten und einer auffallend flachen Oberseite
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Gebärde =
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>
 
----
 
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Vorberge
|Eine ''Gebärde'' ist eine Bewegung des Körpers, besonders der Hände oder des Gesichts, mit der etwas ausgedrückt wird.
|kleinere Berge, die vor einem höheren Gebirge liegen
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Einzelberg
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāra'' zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete. 
|ein Berg, der einzeln und nicht als Teil einer Bergkette steht
 
Im Mittelhochdeutschen lautete die Form ''gebār''. 
 
Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''gebaren'' (= sich verhalten).
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Sandberg
|Das mittelhochdeutsche Wort ''gebār'' findest du heute noch in der niederländischen Sprache. Dort schreibt man es ''gebaar''. In Dänemark nennt man es genauso wie bei uns. Allerdings wird es dort etwas anders geschrieben, nämlich so: ''gebærde''.
|eine größere Erhebung aus Sand
 
|-
|-
|}
|Unterwasserberg
 
|ein Berg, der sich unter der Meeresoberfläche erhebt
==Hinweise zum Wort ''Gebärde''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|bewusste oder unbewusste Körperbewegung als Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Mit einer freundlichen Gebärde begrüßte sie die Gäste.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin
 
'''Worttrennung:''' Ge-bär-de
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁdə]
|-
|-
|}
|Vulkanberg
 
|ein Berg, der durch vulkanische Vorgänge entstanden ist
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!colspan="2" |Gestein und Material
!Nominativ
|die Gebärde
|die Gebärden
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
|Basaltberg
!Genitiv
|ein Berg, der ganz oder zu großen Teilen aus Basalt besteht
|der Gebärde
|der Gebärden
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
|Kreideberg
!Dativ
|ein Berg oder eine Erhebung, die aus Kreidegestein besteht
|der Gebärde
|den Gebärden
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
|Schieferberg
!Akkusativ
|ein Berg, der viel Schiefergestein enthält
|die Gebärde
|die Gebärden
|-
|-
|}
|Steinberg
 
|ein Berg oder Hügel, der aus viel Gestein besteht
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|-
|'''weitere mit [[Gebärde]] verwandte Wörter: [[Bahre]], [[-bar]], [[Berg|Berg]], [[bergen]], [[Bürde]], [[Burg]], [[entbehren]], [[gebärden]], [[Gebaren]], [[Gebühr]], [[gebühren]], [[Geburt]]'''
!colspan="2" |großer Haufen, angehäufte Masse
|-
|-
|[[Info - indoeuropäisch *bher (Wortgruppe)|'''Info - Wortguppe indoeuropäisch ''*bher''''']]
|Abfallberg
|eine sehr große Menge Abfall, die wie ein Berg aufgetürmt ist
|-
|-
|}
|Altpapierberg
{{WörterABC-Tabelle}}
|eine große Menge gesammelten Altpapiers
__INDEX__
 
----
 
= Info - Gebärde =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|}
----
 
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
 
 
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebärde''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibāra'' → mhd. ''gebār'' = Verhalten, Benehmen 
 
→ nhd. ''Gebärde'' = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|gebaren (sich verhalten), Gebaren
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Gebärde'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
 
: Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung 
 
Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der ''Gebärdensprache'', einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bar'' in ''Gebärde'' kommt auch in ''gebären'', ohne Umlaut in ''Gebaren'', und als Verbalabsstraktum in ''Geburt'' vor, auch wenn diese Zusammenhänge heute nicht mehr erkennbar sind.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Müllberg
|Das Morphem ''bar'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|eine große Menge aufgeschütteten Mülls oder eine daraus entstandene Erhebung
|-
|-
|}
|Schuttberg
 
|eine große Menge Schutt, die zu einem Berg aufgeschüttet wurde
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Gebärde DDS]
[https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde Wiktionary]
[https://www.zdl.org/?q=Gebärde ZDL]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde Wikipedia]
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde Duden]
 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: (Adelung, Grimm) 
 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|-
|[[Wortgruppe indoeuropäisch *bher|'''mehr zum Wortursprung ''indoeuropäisch *bher''''']]
|Trümmerberg
|ein künstlicher Hügel oder Berg aus Trümmern zerstörter Gebäude
|-
|-
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
!colspan="2" |sonstige Bedeutungen
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= gebühren =
 
{{DISPLAYTITLE:gebühren}}
 
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebühren'' bedeutet „jemandem zustehen“ oder „angemessen sein“ und wird heute vor allem in gehobener Sprache verwendet. Es ist schon seit dem Mittelalter belegt. Zum Verb gehört das Nomen ''Gebühr''. Beide Wörter gehören zu einer sehr alten Wortfamilie, deren Ursprung die Bedeutung „tragen, heben“ hatte.
</div>
 
----
 
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Weinberg
|Das Verb ''gebühren'' wird heute vor allem in der Bedeutung „zustehen“ oder „angemessen sein“ verwendet, meist in gehobener Sprache.
|ein Hang oder Gelände, auf dem Weinreben angebaut werden
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Schuldenberg
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibūrēn'' zurück. 
|eine sehr große Menge an Schulden
 
Dieses bedeutete „sich gehören, zukommen, passend sein“. 
 
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebühren'' (Substantiv: ''die Gebühr'').
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Blocksberg
|In einigen nordeuropäischen Ländern findest du diese Wortbedeutung in Wörtern, die den gleichen Ursprung haben. In Norwegen und Dänemark heißt das Verb ''gebyrer''.
|ein sagenhafter Berg, auf dem sich der Sage nach Hexen treffen
|-
|-
|[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Datenberg
|Zum Verb gebühren gehört das Nomen ''Gebühr''. Hiervon gibt es sehr viele Wortbildungen. Mehr zu diesem Nomen kannst du auf der Seite [[Gebühr]] erfahren.
|eine sehr große Menge an Daten
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''gebühren''==
==Redewendungen==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
Es gibt einige Redewendungen oder feststehende Ausdrücke, in denen das Nomen ''Berg'' vorkommt. Dabei wird häufig der ''Berg'' im übertragenen Sinne als etwas großes, bedeutendes verwendet. Hier einige Beispiele:
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. jemandem steht etwas zu 
2. angemessen sein, sich gehören (gehoben)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Ihm gebührt großer Dank.''
''So viel Respekt gebührt dir.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' ge-büh-ren


'''Aussprache:''' [ɡəˈbyːʁən]
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
|+ Mehrwortausdrücke / Redewendungen
|-
|-
|}
!Der Berg ruft.
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebühren'' wird meist unpersönlich oder nur in bestimmten Formen verwendet.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|Jemand hat Lust, in die Berge zu fahren, dort zu wandern oder zu klettern.
(Singular)
::''Endlich sind Ferien und wir fahren zum Wandern in die Alpen. Der Berg ruft!''
! style="width: 13%" |1. Person
|ich gebühre
|ich gebührte
|ich habe gebührt
|-
|-
!2. Person
!Etwas oder jemand kann Berge versetzen.
|du gebührst
|du gebührtest
|du hast gebührt
|-
|-
!3. Person
|Jemand kann etwas schaffen, das zuerst sehr schwierig oder fast unmöglich erscheint.
|er/sie/es gebührt
::''Wenn alle zusammenhelfen, können wir Berge versetzen. Auch eine sehr schwierige Aufgabe können wir gemeinsam schaffen.''
|er/sie/es gebührte
|er/sie/es hat gebührt
|-
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
!Jemandem goldene Berge versprechen.
(Plural)
!1. Person
|wir gebühren
|wir gebührten
|wir haben gebührt
|-
|-
!2. Person
|Jemand verspricht einem anderen sehr viel Gutes, obwohl er diese Versprechen wahrscheinlich nicht halten kann.
|ihr gebührt
::''Der Verkäufer versprach uns goldene Berge und behauptete, sein Fahrrad könne niemals kaputtgehen. Wir glaubten ihm nicht alles.''
|ihr gebührtet
|ihr habt gebührt
|-
|-
!3. Person
!Jemandem stehen die Haare zu Berge.
|sie gebühren
|sie gebührten
|sie haben gebührt
|-
|-
|}
|Jemand erschrickt sehr oder findet etwas ganz schrecklich.
 
::''Als plötzlich ein lauter Schrei aus dem dunklen Keller kam, standen mir die Haare zu Berge.''
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|-
|'''weitere mit [[gebühren]] verwandte Wörter: [[Bahre]], [[-bar]], [[Berg|Berg]], [[bergen]], [[Bürde]], [[Burg]], [[entbehren]], [[Gebärde]], [[gebärden]], [[gebären]], [[Gebaren]], [[Gebühr]], [[Geburt]]'''
!Über alle Berge sein.
|-
|-
|[[Info - indoeuropäisch *bher (Wortgruppe)|'''Info - Wortguppe indoeuropäisch ''*bher''''']]
|Jemand ist schon weit weg und nicht mehr zu erreichen.
::''Als die Polizei kam, waren die Diebe schon über alle Berge. Sie waren längst verschwunden.''
|-
|-
|}
!Über den Berg sein.
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - gebühren =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebühren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibūrēn'' → mhd. ''gebüeren'' 
 
Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“ 
 
→ nhd. ''gebühren'' = „zustehen“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''gebühren'' wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
 
: „Ehre, wem Ehre gebührt“ 
 
Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''gebühren'' enthält kein unikales Morphem.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|:Das Schlimmste ist vorbei. Zum Beispiel geht es einem kranken Menschen wieder besser.
|Der Wortstamm ''bühr'' ist historisch bedeutungstragend („passen, zukommen“) und mit ''Gebühr'' verwandt.
::''Lena war mehrere Tage sehr krank. Jetzt geht es ihr wieder viel besser und der Arzt sagt: „Sie ist über den Berg.“''
|-
|-
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch erklärbar.
!Wie der Ochs vorm Berg stehen.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Jemand weiß nicht, was er tun soll oder wie er eine Aufgabe lösen kann.
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang zwischen ''gebühren'' und ''Gebühr'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
::''Ben las die schwierige Rechenaufgabe und wusste überhaupt nicht, wie er anfangen sollte. Er stand da wie der Ochs vorm Berg.''
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>


==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/gebühren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren Wiktionary],  [https://www.zdl.org/?q=gebühren ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren Duden] (nicht werbefrei)
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (Adelung, Grimm),
[https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr Wikipedia], 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
<br>
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
<div style="text-align:center">
|-
[[Info - Berg|'''weiterführende Informationen zum Grundwort ''Berg''''']]</div>
|[[Wortgruppe indoeuropäisch *bher|'''mehr zum Wortursprung ''indoeuropäisch *bher''''']]
{{W-Fußnote-bher}}
|-
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----
----


= Geburt =
=Info - Berg=
==Herkunft==
==Wörterlisten==
==Redensarten==
<div style="color:red">Einleitungstext fehlt noch</div>Die Beispielsätze wurden zum Teil von ChatGPT erstellt (Zeile 1 und 2),
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
|+ Mehrwortausdrücke / Redewendungen
|-
![https://www.dwds.de/wb/Berge%20versetzen Berge versetzen]
|-
|Etwas nahezu Unmögliches oder außerordentlich Schwieriges vollbringen; durch große Überzeugung, Willenskraft oder Anstrengung Außergewöhnliches erreichen.
:''Mit ihrem großen Einsatz hat die kleine Mannschaft Berge versetzt und das Projekt doch noch rechtzeitig abgeschlossen.''
Die Wendung geht auf das biblische Bild vom Glauben zurück, der Berge versetzen kann.
|-
![https://www.dwds.de/wb/Glaube%20versetzt%20Berge Glaube versetzt Berge]
|-
|Varianten: ''der Glaube versetzt Berge'' / ''der Glaube kann Berge versetzen''
Wer fest an etwas glaubt und großes Vertrauen hat, kann scheinbar Unmögliches erreichen.
:'' wir das wirklich schaffen? – Wir müssen es versuchen: Glaube versetzt Berge.''
Die Wendung hat biblischen Ursprung ([https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1CO.13.2 1Korinther 13, 2], [https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.11.23 Markus 11, 23], [https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.17.20 Matthäus 17,20]).


<div style="font-size:1.2em">
Heute wird diese Wendung auch in nicht religiöser Bedeutung verwendet. Beispiel: Du musst an dich fest glauben. Dann kannst du alles schaffen: Der Glaube versetzt Berge.
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
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</div>
![https://www.dwds.de/wb/der%20Berg%20krei%C3%9Fte%20und%20gebar%20eine%20Maus der Berg kreißte und gebar eine Maus]
 
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|Variante: ''Der Berg kreißte und gebar ein Mäuschen.''
 
Trotz großer Ankündigungen oder großen Aufwands kommt am Ende nur ein unbedeutendes oder enttäuschendes Ergebnis heraus.
__TOC__
:''Monatelang wurde die große Reform angekündigt, doch geändert wurden nur zwei kleine Vorschriften – der Berg kreißte und gebar eine Maus.''
 
Die Wendung stammt aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ars_poetica_(Horaz) Ars poetica] des römischen Dichters [https://de.wikipedia.org/wiki/Horaz Horaz]. Das Verb ''kreißen'' (= Geburtswehen haben, gebären) wird heute nur noch sehr selten verwendet und kommt vor allem in der Wortbildung ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Krei%C3%9Fsaal Kreißsaal]'' vor.
==Wortherkunft==
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{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
![https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Berg_ruft der Berg ruft]
|-
|Ausdruck für den Wunsch oder die Aufforderung, in die Berge zu fahren, zu wandern oder Bergsport zu betreiben.
:''Das Wetter soll am Wochenende hervorragend werden. Hol deine Wanderschuhe raus – der Berg ruft!''
Die Formulierung ist heute ein geflügeltes Wort; bekannt wurde sie auch durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Luis_Trenker Luis Trenkers] gleichnamigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Krei%C3%9Fsaal Bergfilm von 1938].
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![https://www.dwds.de/wb/ein%20Berg%20voller ein Berg voller ...]
|-
|Variante: ''Ein ganzer Berg voller'' ...
Bildliche Bezeichnung für eine sehr große Menge von etwas.
:''Nach den Ferien wartete auf dem Schreibtisch ein Berg voller Arbeit auf mich. Durch den Streik gibt es in den Straße Berge voller Müll.''
Das Wort Berg bezeichnet hier keine Landschaftsform, sondern eine große Ansammlung.
|-
![https://www.dwds.de/wb/goldene%20Berge%20versprechen goldene Berge versprechen]
|-
|Jemandem sehr große Vorteile, Erfolge oder Reichtümer versprechen, obwohl diese Versprechen wahrscheinlich nicht eingehalten werden können.
:''Vor der Vertragsunterzeichnung versprach man ihm goldene Berge; später erfüllte sich kaum eine der Zusagen.''
Phormio (römischer Komödiendichter) I,2 Vers 68. lat. montes auri pollicens = „Berge von Gold versprechend“.
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| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
![https://www.dwds.de/wb/jmdm.%20stehen%20die%20Haare%20zu%20Berge jmdm. stehen die Haare zu Berge]
|Das Wort ''Geburt'' bezeichnet das Zur-Welt-Kommen eines Menschen oder Tieres sowie den Beginn eines neuen Lebens.
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| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Jemand ist äußerst erschrocken, entsetzt oder empfindet etwas als haarsträubend.
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''giburt'' zurück, das „Geborenwerden, Abstammung“ bedeutete.
:''Als sie von den Sicherheitsmängeln hörte, standen ihr die Haare zu Berge.''
 
Die Wendung ist schon sehr alt.Erst Wendungen schon in Mesopotamien und bei Homer und Vergil.
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und geht auf eine alte Bedeutung „tragen, hervorbringen“ zurück.
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| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
![https://www.dwds.de/wb/jmdm.%20stellen%20sich%20die%20Haare%20zu%20Berge jmdm. stellen sich die Haare zu Berge]
|In einigen nordeuropäischen Ländern findest du diese Wortbedeutung in Wörtern, die den gleichen Ursprung haben. Hier einige Beispiele:
norwegisch: ---
 
dänisch: ---
 
Schwedisch: födelse, börd
 
Niederländisch: geboorte
 
Englisch: (child)birth
 
Isländisch:
|-
|-
|}
|Variante: ''jemandem stehen die Haare zu Berge''
 
Jemand erschrickt oder ist über etwas zutiefst entsetzt.
==Hinweise zum Wort ''Geburt''==
:''Bei der Vorstellung, wie knapp der Unfall verhindert worden war, stellten sich ihm die Haare zu Berge.''
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
sh. jdm. stehen die Haare zu Berge
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. das Zur-Welt-Kommen eines Kindes oder Lebewesens 
2. Herkunft, Abstammung (gehoben)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Geburt des Kindes verlief ohne Komplikationen.'' 
''Er ist von adeliger Geburt.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin
 
'''Worttrennung:''' Ge-burt
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbʊʁt]
|-
|-
|}
![https://www.dwds.de/wb/mit%20etw.%20hinter%20dem%20Berg%20halten mit etw. hinter dem Berg halten]
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
|Variante: ''mit etwas hinterm Berg halten''
!Nominativ
Etwas Wichtiges zunächst verschweigen, zurückhalten oder nicht offen sagen.
|die Geburt
:''Mit seiner Kritik hielt er zunächst hinter dem Berg und wartete die weitere Entwicklung ab.''
|die Geburten
Das Bild stammt ursprünglich aus dem Militärischen: Truppen oder Geschütze konnten hinter einem Berg vor dem Gegner verborgen werden.
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
![https://www.dwds.de/wb/mit%20etw.%20nicht%20hinter%20dem%20Berg%20halten mit etw. nicht hinter dem Berg halten]
!Genitiv
|der Geburt
|der Geburten
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
|Variante: ''mit etwas nicht hinterm Berg halten''
!Dativ
Etwas offen und ohne Zögern aussprechen oder zeigen; eine Meinung, Absicht oder Information nicht verbergen.
|der Geburt
:''Die Eltern hielten mit ihrer Kritik an der neuen Regelung nicht hinter dem Berg.''
|den Geburten
sh. etwas hinter dem Berge halten
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
![https://www.dwds.de/wb/%C3%BCber%20alle%20Berge über alle Berge]
!Akkusativ
|die Geburt
|die Geburten
|-
|-
|}
|Bereits weit entfernt, verschwunden oder geflohen und deshalb nicht mehr leicht erreichbar sein.
 
:''Als die Polizei eintraf, waren die Einbrecher längst über alle Berge.''
</br>
Die Wendung ist bereits in Schriften Luthers belegt.
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|-
|'''weitere mit [[gebühren]] verwandte Wörter: [[Bahre]], [[-bar]], [[Berg|Berg]], [[bergen]], [[Bürde]], [[Burg]], [[entbehren]], [[Gebärde]], [[gebärden]], [[gebären]], [[Gebaren]], [[Gebühr]], [[gebühren]], [[Geburt]]'''
![https://www.dwds.de/wb/%C3%BCber%20den%20Berg%20sein über den Berg sein]
|-
|-
|[[Info - indoeuropäisch *bher (Wortgruppe)|'''Info - Wortguppe indoeuropäisch ''*bher''''']]
|Varianten: ''über dem Berg sein'' / ''überm Berg sein''
Die schwierigste oder gefährlichste Phase einer Situation oder Krise überwunden haben; besonders häufig auf eine schwere Krankheit bezogen.
:''Nach einigen kritischen Tagen ist die Patientin nun über den Berg.''
Ursprünglich: Wenn jemand über einen Berg wandert, dann hat er den schwierigsten Teil erreicht, sobald er auf der Spitze des Berges steht.
|-
|-
|}
![https://de.wikipedia.org/wiki/Wenn_der_Prophet_nicht_zum_Berg_kommt%2C_muss_der_Berg_zum_Propheten_kommen?utm_source=chatgpt.com wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen.]
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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= Info - Geburt =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|}
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{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Erwachsene>>
 
 
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Geburt''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''giburt'' → mhd. ''geburt'' 
 
Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“ 
 
→ nhd. ''Geburt'' = Vorgang des Geborenwerdens
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|gebären, gebürtig, Gebärende
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Geburt'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
 
: hervorbringen → geboren werden → Ursprung 
 
Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:
 
: „die Geburt einer Idee“ 
 
Damit kann ''Geburt'' auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''Geburt'' enthält kein unikales Morphem.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Wenn sich eine Sache nicht von selbst so entwickelt wie gewünscht, muss man selbst aktiv werden, den ersten Schritt tun oder sich den Umständen anpassen.
|Der Wortstamm ''burt'' (ahd. ''burt'') gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und bedeutet „hervorbringen, geboren werden“.
:''Wenn die Eltern nicht zu unseren Informationsveranstaltungen kommen, besuchen wir sie eben vor Ort – wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen.''
Die Wendung wird auf eine orientalische Erzähltradition zurückgeführt; eine bekannte europäische Fassung findet sich bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Francis_Bacon Francis Bacon].
|-
|-
| colspan="2" |Die Wortstruktur ist historisch erklärbar.
![https://www.dwds.de/wb/wie%20der%20Ochs%20vorm%20Berg wie der Ochs vorm Berg]
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Varianten: ''wie der Ochse vorm Berg'' / ''wie der Ochs(e) am Berg'' / ''dastehen, wie der Ochs(e) vorm Berg stehen'' / ''wie der Ochs(e) am Berg stehen''
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang mit ''gebären'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
Ratlos, hilflos oder verständnislos sein und nicht wissen, wie man weitermachen soll.
:''Ohne die notwendigen Unterlagen saß ich vor der Steuererklärung wie der Ochs vorm Berg.''
Das Bild bezieht sich wahrscheinlich auf einen Ochsen als Zugtier, der vor einer starken Steigung stehen bleibt und nicht weiterkommt.
|-
|-
|}
|}
[[#top | Seitenanfang]]<br>


==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


https://www.dwds.de/wb/Geburt 
'''Redensarten:''' „Der Berg kreißte …“ K. Mahrenholtz & D. Parsi: Allerhöchste Eisenbahn!, Duden-Verlag, 2020, S. 20; „Berge versetzen …“ Bibelzitate: [https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/1CO.13.2 1Korinther 13, 2], [https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MRK.11.23 Markus 11, 23], [https://www.die-bibel.de/bibel/LU17/MAT.17.20 Matthäus 17,20]; „Haare zu Berge...“ [https://de.pons.com/p/wissensecke/phrasen-und-wendungen/haare-stehen-zu-berge?utm_source=chatgpt.com Pons],
https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) 
https://www.zdl.org/?q=Geburt 
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt 
https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Wortgruppe indoeuropäisch *bher|'''mehr zum Wortursprung ''indoeuropäisch *bher''''']]
|-
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


[https://studylib.net/doc/29015441/duden---redewendungen-2020?utm_source=chatgpt.com&p=109 Duden Bd. 11 Redewendungen] „goldene Berge...“ (Seite 108 - 109) weitere Wendungen aufführen: https://studylib.net/doc/29015441/duden---redewendungen-2020?utm_source=chatgpt.com&p=110
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Aktuelle Version vom 10. Oktober 2026, 19:32 Uhr

Die bereits erstellen Seiten billig und putzig müssen korrigiert werden. Beide Wörter sind keine unikalen Morpheme

Zu Buchsbaum müssen noch die Seiten Buchse und Büchse erstellt werden. Siehe hierzu die Excel-Tabelle.

Die bereits erstelle Seite billig muss korrigiert werden. Das Wort ist kein unikales Morphem

Die Seiten Aschenputtel und Aschenbrödel müssen aktualisiert werden (Wörterseiten ersetzen durch neue Wörterseiten und Infoseiten).

sh. drollig, Damhirsch, Dienstag, Duckdalbe, dunnemals,

sh. emsig,

sh. Flederwisch, Firlefanz,

sh. garstig, Garaus, gebaren, gebären, Gebärde, gebühren, Geburt, gediegen, gedunsen, Gekröse, Gelichter, genesen, genug, begnügen, vergnügen

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Berg

Das Wort Berg schreiben wir am Ende mit g, obwohl wir dort [k] hören. In der Mehrzahl Berge kannst du das [g] deutlich hören. Das Wort Berg ist sehr alt. Es gehört zu einer Wortfamilie, zu der auch Burg und bergen gehören.




Warum schreiben wir Berg nicht mit k am Ende?

Diskussion

Herr Wort Suche das Kontrollwort. Es ist die Mehrzahl: Berge.

Hier kannst du deutlich das [g] hören. Da wir den Wortstamm immer gleich schreiben, wird auch die Einzahl Berg mit g am Wortende geschrieben.

Der “weiche” Laut [g] wird am Wortende (Auslaut) „hart“, wie ein [k] gesprochen. Daher nenne wir dies auch „Auslautverhärtung“.

Herr Alt Das Wort Berg ist ein sehr, sehr altes Wort. Das germanische Wort *berga- bedeutete Höhe zugleich aber auch Schutz. Wenn die Germanen in Gefahr waren, dann suchten sie auf einer Höhe, also auf einem Berg, Schutz. Denn dort oben konnten sie die Landschaft überschauen und so mögliche Feinde früh erkennen.
Später bauten sie auf dem Berg eine Schutzhütte und noch später eine Burg. Die Burg ist also die Befestigung auf dem Berg, die Schutz bietet.
Auch das Verb bergen = schützen, bewahren gehört zu dieser Wortfamilie. Wenn also die Bergretter einen verletzten im Gebirge retten, dann schützen sie ihn und bewahren ihn vor dem Tod.
Herr Wort Ein Berg ist eine große Erhebung in der Landschaft. Das Wort kann aber auch für eine große Menge von Dingen verwendet werden. Wenn sich zum Beispiel viele Kleidungsstücke auf dem Boden stapeln, können wir von einem Berg Wäsche sprechen.
Frau Fremd Die nordeuropäischen Länder haben das alte germanische Wort berc übernommen. In den Niederlanden, in Norwegen und Schweden wird das Wort genauso wie bei uns geschrieben: berg. In Dänemark schreibt man bjerg.
Pik-Linie.jpg

Weiterführende Informationen

Modellwortschatz

Das Wort Berg gehört zum Modellwortschatz.

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.

Hinweise zum Wort Berg

Bedeutung: eine größere Erhebung in einer Landschaft
Beispielsatz: Von dem Berg hat man eine gute Aussicht auf das Tal.
Wortinfo: Wortart: Nomen, der Berg

Worttrennung: Berg; Ber-ge

Aussprache: [bɛʁk]

Ableitungen: bergen, Gebirge

Wortformen

Das Wort Berg ist ein männliches Nomen. Die Mehrzahl lautet Berge.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Berg die Berge
2. Fall Genitiv des Berges der Berge
3. Fall Dativ dem Berg den Bergen
4. Fall Akkusativ den Berg die Berge

Wortbildungen

Vom Grundwort Berg können sehr viele zusammengesetzte Wörter gebildet werden. Dabei kann das Nomen Berg in den Wortbildungen ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen, z. B. Bergbau, (der Abbau eines Gesteins unter der Erde), Berghütte (eine Hütte auf einem Berg), Bergschuhe (Schuhe, die für Bergsteiger geeignet sind), Schieferberg (ein Berg aus Schiefergestein), Schneeberg (ein Berg aus Schnee), Weinberg (ein Berg auf dem Wein angebaut wird). Die folgende Tabelle ordnet einige Beispielwörter nach solchen Bedeutungsgruppen und danach, ob das Wort Berg am Wortanfang oder am Wortende steht.

Hier einige Beispielwörter für Wortbildungen mit dem Nomen Berg':

Berg am Wortanfang (Erstglied, Bestimmungswort)
Bergbau
Bergbau das Gewinnen von Kohle, Erz, Salz und anderen Rohstoffen aus der Erde
Bergleute Menschen, die im Bergbau arbeiten
Bergmann ein Mann, der im Bergbau arbeitet
Bergwerk eine Anlage, in der Rohstoffe aus der Erde gewonnen werden
Gefahren und Rettung
Bergrettung die Rettung von Menschen, die in den Bergen in Not geraten sind
Bergrutsch das Abrutschen von Erde und Gestein an einem Berg
Bergsturz das plötzliche Herabstürzen großer Mengen von Fels und Gestein
Landschaft und Gewässer
Bergbach ein Bach, der durch die Berge fließt
Berggipfel der höchste Punkt eines Berges
Berghang die schräge Seite eines Berges
Berghöhle eine Höhle in einem Berg
Bergkette mehrere miteinander verbundene Berge
Bergquelle eine Quelle, aus der in den Bergen Wasser hervortritt
Bergsee ein See in den Bergen
Bergspitze der oberste Teil eines Berges
Pflanzen und Tiere
Bergahorn eine Ahornart, die häufig in Gebirgen wächst
Bergwald ein Wald, der an Berghängen wächst
Bergwiese eine Wiese in den Bergen
Bergziege eine Ziege, die in bergigen Gebieten lebt
Wandern und Tourismus
Bergbahn eine Bahn, die auf einen Berg hinauf- und hinunterfährt
Bergführer jemand, der andere Menschen sicher durch die Berge führt
Berghütte eine Hütte in den Bergen, in der Wanderer oft essen oder übernachten können
Bergpfad ein schmaler Weg in den Bergen
Bergschuh ein fester Schuh zum Wandern und Klettern in den Bergen
Bergstation die obere Station einer Seil- oder Bergbahn
Bergwanderung eine Wanderung in den Bergen
sonstige Wortbildungen
Bergdorf ein Dorf, das in den Bergen liegt
Bergkristall ein farbloser, durchsichtiger Quarz
Bergluft die Luft in den Bergen
Bergstraße eine Straße, die durch die Berge oder auf einen Berg führt
Berg am Wortende (Letztglied, Grundwort)
Bauwerke und Geschichte
Burgberg ein Berg oder Hügel, auf dem eine Burg steht oder stand
Ölberg der Berg bei Jerusalem, der aus der Bibel bekannt ist
Schlossberg ein Berg oder Hügel, auf dem ein Schloss steht oder stand
Bergformen und Landschaft
Eisberg ein großer Eisblock, der im Meer oder in einem See schwimmt
Feuerberg ein Berg, aus dem Feuer oder glühendes Gestein kommt; Bezeichnung für einen Vulkan
Hausberg ein Berg in der Nähe eines Ortes, den die Menschen dort besonders gut kennen und häufig besuchen
Inselberg ein einzelner Berg, der deutlich aus einer flacheren Landschaft herausragt
Kegelberg ein Berg, der ungefähr die Form eines Kegels hat
Schneeberg ein Berg, auf dem viel Schnee liegt; auch Name verschiedener Berge
Tafelberg ein Berg mit steilen Seiten und einer auffallend flachen Oberseite
Vorberge kleinere Berge, die vor einem höheren Gebirge liegen
Einzelberg ein Berg, der einzeln und nicht als Teil einer Bergkette steht
Sandberg eine größere Erhebung aus Sand
Unterwasserberg ein Berg, der sich unter der Meeresoberfläche erhebt
Vulkanberg ein Berg, der durch vulkanische Vorgänge entstanden ist
Gestein und Material
Basaltberg ein Berg, der ganz oder zu großen Teilen aus Basalt besteht
Kreideberg ein Berg oder eine Erhebung, die aus Kreidegestein besteht
Schieferberg ein Berg, der viel Schiefergestein enthält
Steinberg ein Berg oder Hügel, der aus viel Gestein besteht
großer Haufen, angehäufte Masse
Abfallberg eine sehr große Menge Abfall, die wie ein Berg aufgetürmt ist
Altpapierberg eine große Menge gesammelten Altpapiers
Müllberg eine große Menge aufgeschütteten Mülls oder eine daraus entstandene Erhebung
Schuttberg eine große Menge Schutt, die zu einem Berg aufgeschüttet wurde
Trümmerberg ein künstlicher Hügel oder Berg aus Trümmern zerstörter Gebäude
sonstige Bedeutungen
Weinberg ein Hang oder Gelände, auf dem Weinreben angebaut werden
Schuldenberg eine sehr große Menge an Schulden
Blocksberg ein sagenhafter Berg, auf dem sich der Sage nach Hexen treffen
Datenberg eine sehr große Menge an Daten

Redewendungen

Es gibt einige Redewendungen oder feststehende Ausdrücke, in denen das Nomen Berg vorkommt. Dabei wird häufig der Berg im übertragenen Sinne als etwas großes, bedeutendes verwendet. Hier einige Beispiele:

Mehrwortausdrücke / Redewendungen
Der Berg ruft.
Jemand hat Lust, in die Berge zu fahren, dort zu wandern oder zu klettern.
Endlich sind Ferien und wir fahren zum Wandern in die Alpen. Der Berg ruft!
Etwas oder jemand kann Berge versetzen.
Jemand kann etwas schaffen, das zuerst sehr schwierig oder fast unmöglich erscheint.
Wenn alle zusammenhelfen, können wir Berge versetzen. Auch eine sehr schwierige Aufgabe können wir gemeinsam schaffen.
Jemandem goldene Berge versprechen.
Jemand verspricht einem anderen sehr viel Gutes, obwohl er diese Versprechen wahrscheinlich nicht halten kann.
Der Verkäufer versprach uns goldene Berge und behauptete, sein Fahrrad könne niemals kaputtgehen. Wir glaubten ihm nicht alles.
Jemandem stehen die Haare zu Berge.
Jemand erschrickt sehr oder findet etwas ganz schrecklich.
Als plötzlich ein lauter Schrei aus dem dunklen Keller kam, standen mir die Haare zu Berge.
Über alle Berge sein.
Jemand ist schon weit weg und nicht mehr zu erreichen.
Als die Polizei kam, waren die Diebe schon über alle Berge. Sie waren längst verschwunden.
Über den Berg sein.
:Das Schlimmste ist vorbei. Zum Beispiel geht es einem kranken Menschen wieder besser.
Lena war mehrere Tage sehr krank. Jetzt geht es ihr wieder viel besser und der Arzt sagt: „Sie ist über den Berg.“
Wie der Ochs vorm Berg stehen.
Jemand weiß nicht, was er tun soll oder wie er eine Aufgabe lösen kann.
Ben las die schwierige Rechenaufgabe und wusste überhaupt nicht, wie er anfangen sollte. Er stand da wie der Ochs vorm Berg.



weiterführende Informationen zum Grundwort Berg
verwandte Wörter: Bahre, -bar, Berg, bergen, Bürde, Burg, entbehren, Gebärde, gebärden, Gebaren, gebären, Gebühr, gebühren, Geburt
Info - Wortguppe indoeuropäisch *bher
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Info - Berg

Herkunft

Wörterlisten

Redensarten

Einleitungstext fehlt noch

Die Beispielsätze wurden zum Teil von ChatGPT erstellt (Zeile 1 und 2),

Mehrwortausdrücke / Redewendungen
Berge versetzen
Etwas nahezu Unmögliches oder außerordentlich Schwieriges vollbringen; durch große Überzeugung, Willenskraft oder Anstrengung Außergewöhnliches erreichen.
Mit ihrem großen Einsatz hat die kleine Mannschaft Berge versetzt und das Projekt doch noch rechtzeitig abgeschlossen.

Die Wendung geht auf das biblische Bild vom Glauben zurück, der Berge versetzen kann.

Glaube versetzt Berge
Varianten: der Glaube versetzt Berge / der Glaube kann Berge versetzen

Wer fest an etwas glaubt und großes Vertrauen hat, kann scheinbar Unmögliches erreichen.

wir das wirklich schaffen? – Wir müssen es versuchen: Glaube versetzt Berge.

Die Wendung hat biblischen Ursprung (1Korinther 13, 2, Markus 11, 23, Matthäus 17,20).

Heute wird diese Wendung auch in nicht religiöser Bedeutung verwendet. Beispiel: Du musst an dich fest glauben. Dann kannst du alles schaffen: Der Glaube versetzt Berge.

der Berg kreißte und gebar eine Maus
Variante: Der Berg kreißte und gebar ein Mäuschen.

Trotz großer Ankündigungen oder großen Aufwands kommt am Ende nur ein unbedeutendes oder enttäuschendes Ergebnis heraus.

Monatelang wurde die große Reform angekündigt, doch geändert wurden nur zwei kleine Vorschriften – der Berg kreißte und gebar eine Maus.

Die Wendung stammt aus der Ars poetica des römischen Dichters Horaz. Das Verb kreißen (= Geburtswehen haben, gebären) wird heute nur noch sehr selten verwendet und kommt vor allem in der Wortbildung Kreißsaal vor.

der Berg ruft
Ausdruck für den Wunsch oder die Aufforderung, in die Berge zu fahren, zu wandern oder Bergsport zu betreiben.
Das Wetter soll am Wochenende hervorragend werden. Hol deine Wanderschuhe raus – der Berg ruft!

Die Formulierung ist heute ein geflügeltes Wort; bekannt wurde sie auch durch Luis Trenkers gleichnamigen Bergfilm von 1938.

ein Berg voller ...
Variante: Ein ganzer Berg voller ...

Bildliche Bezeichnung für eine sehr große Menge von etwas.

Nach den Ferien wartete auf dem Schreibtisch ein Berg voller Arbeit auf mich. Durch den Streik gibt es in den Straße Berge voller Müll.

Das Wort Berg bezeichnet hier keine Landschaftsform, sondern eine große Ansammlung.

goldene Berge versprechen
Jemandem sehr große Vorteile, Erfolge oder Reichtümer versprechen, obwohl diese Versprechen wahrscheinlich nicht eingehalten werden können.
Vor der Vertragsunterzeichnung versprach man ihm goldene Berge; später erfüllte sich kaum eine der Zusagen.

Phormio (römischer Komödiendichter) I,2 Vers 68. lat. montes auri pollicens = „Berge von Gold versprechend“.

jmdm. stehen die Haare zu Berge
Jemand ist äußerst erschrocken, entsetzt oder empfindet etwas als haarsträubend.
Als sie von den Sicherheitsmängeln hörte, standen ihr die Haare zu Berge.

Die Wendung ist schon sehr alt.Erst Wendungen schon in Mesopotamien und bei Homer und Vergil.

jmdm. stellen sich die Haare zu Berge
Variante: jemandem stehen die Haare zu Berge

Jemand erschrickt oder ist über etwas zutiefst entsetzt.

Bei der Vorstellung, wie knapp der Unfall verhindert worden war, stellten sich ihm die Haare zu Berge.

sh. jdm. stehen die Haare zu Berge

mit etw. hinter dem Berg halten
Variante: mit etwas hinterm Berg halten

Etwas Wichtiges zunächst verschweigen, zurückhalten oder nicht offen sagen.

Mit seiner Kritik hielt er zunächst hinter dem Berg und wartete die weitere Entwicklung ab.

Das Bild stammt ursprünglich aus dem Militärischen: Truppen oder Geschütze konnten hinter einem Berg vor dem Gegner verborgen werden.

mit etw. nicht hinter dem Berg halten
Variante: mit etwas nicht hinterm Berg halten

Etwas offen und ohne Zögern aussprechen oder zeigen; eine Meinung, Absicht oder Information nicht verbergen.

Die Eltern hielten mit ihrer Kritik an der neuen Regelung nicht hinter dem Berg.

sh. etwas hinter dem Berge halten

über alle Berge
Bereits weit entfernt, verschwunden oder geflohen und deshalb nicht mehr leicht erreichbar sein.
Als die Polizei eintraf, waren die Einbrecher längst über alle Berge.

Die Wendung ist bereits in Schriften Luthers belegt.

über den Berg sein
Varianten: über dem Berg sein / überm Berg sein

Die schwierigste oder gefährlichste Phase einer Situation oder Krise überwunden haben; besonders häufig auf eine schwere Krankheit bezogen.

Nach einigen kritischen Tagen ist die Patientin nun über den Berg.

Ursprünglich: Wenn jemand über einen Berg wandert, dann hat er den schwierigsten Teil erreicht, sobald er auf der Spitze des Berges steht.

wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen.
Wenn sich eine Sache nicht von selbst so entwickelt wie gewünscht, muss man selbst aktiv werden, den ersten Schritt tun oder sich den Umständen anpassen.
Wenn die Eltern nicht zu unseren Informationsveranstaltungen kommen, besuchen wir sie eben vor Ort – wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen.

Die Wendung wird auf eine orientalische Erzähltradition zurückgeführt; eine bekannte europäische Fassung findet sich bei Francis Bacon.

wie der Ochs vorm Berg
Varianten: wie der Ochse vorm Berg / wie der Ochs(e) am Berg / dastehen, wie der Ochs(e) vorm Berg stehen / wie der Ochs(e) am Berg stehen

Ratlos, hilflos oder verständnislos sein und nicht wissen, wie man weitermachen soll.

Ohne die notwendigen Unterlagen saß ich vor der Steuererklärung wie der Ochs vorm Berg.

Das Bild bezieht sich wahrscheinlich auf einen Ochsen als Zugtier, der vor einer starken Steigung stehen bleibt und nicht weiterkommt.

Belege/Quellen

Redensarten: „Der Berg kreißte …“ K. Mahrenholtz & D. Parsi: Allerhöchste Eisenbahn!, Duden-Verlag, 2020, S. 20; „Berge versetzen …“ Bibelzitate: 1Korinther 13, 2, Markus 11, 23, Matthäus 17,20; „Haare zu Berge...“ Pons,

Duden Bd. 11 Redewendungen „goldene Berge...“ (Seite 108 - 109) weitere Wendungen aufführen: https://studylib.net/doc/29015441/duden---redewendungen-2020?utm_source=chatgpt.com&p=110


Gefahr

Frage: Autofahren ist gefährlich - Stimmt das? Was hat Gefahr / gefährlich mit fahren zu tun?