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==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==

Version vom 19. Februar 2026, 00:03 Uhr

Ebenholz

Hinweise zum Wort Ebenholz

Bedeutung: Ebenholz ist ein sehr hartes Holz.
Beispielsatz: Die geschnitzten Figuren aus Ebenholz sind sehr wertvoll.
Wortinfo: Wortart: Nomen, das Ebenholz, die Ebenhölzer; Worttrennung: Eben-holz, Eben-höl-zer; Aussprache: [ˈeːbn̩ˌhɔlt͡s]
Herkunft: Der erste Wortteil ist schon sehr alt. Die alten Ägypter nannten ein besonders hartes schwarzes Holz hbnj. Wie genau sie dieses Wort ausgesprochen haben wissen wir heute nicht mehr. Die Ägypter haben früher nur die Konsonantenbuchstaben aufgeschrieben. Die Vokale wurden beim Sprechen ergänzt. Die Römer nannten das harte Holz des Ebenholzbaums hebenus. Schau dir einmal das Wort genau an. Findest du die Konsonantenbuchstaben der Ägypter wieder? Ganz genau! nur der letzte Buchstabe fehlt und wurde bei den Römern durch die Endung -us ersetzt.

Die Germanen haben das Wort von den Römern übernommen. Im Mittelalter hieß es bei uns ebenus. Jetzt sind noch zwei alte Ägyptische Buchstaben zu finden. Und diese beiden Buchstaben sind auch in unserem Ebenholz enthalten.

Die Engländern nennen es ebony. Auch hier sind zwei Buchstaben aus dem Wort der Ägypter, so wie bei uns. Allerdings sprechen es die Engländer etwas anders als bei uns: [ɛb.ən.i]. Vielleicht haben die Ägypter vor über fünf tausend Jahren das Wort ganz genauso gesprochen. Wir wissen es nicht.

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Weiterführende Informationen

Entstehung: ägypt. hbnj (= hartes schwarze Holz) > hebräisch > håvnîm (הָבְנִים) > griech. ébenos (ἔβενος) > lat. ebenus > ahd. ebena > mhd. (h)ebēnus > hd. ab 16. Jh. ebenholz
Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: In der Märchensammlung der Brüder Grimm findet sich das bekannte Märchen Schneewittchen. Hier der Anfang:
Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. Da saß eine Königin an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rote im weißen Schnee so schön aussah, dachte sie bei sich: Hätt' ich ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz an dem Rahmen! Bald darauf bekam sie ein Töchterlein, das war so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz und ward darum Schneewittchen (Schneeweißchen) genannt. ...

Unikales Morphem ?

Das Morphem eben in der Wortbildung Ebenholz kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und nur in der einzigen Wortbildung Ebenholz vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum Morphem eben (Adjektiv eben, Nomen Ebene) gibt es nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem eben ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo, DWDS, Wiktionary

Wortherkunft: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem AWb, BMZ, FWb, MNWB, Adelung, Goethe, Grimm-1), Grimm-2), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info.

Zitat Schneewittchen: Grimms Märchen (nicht werbefrei)

(Alle Belege/Quellen im Februar 2026 abgerufen.)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen


Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Eberesche

Hinweise zum Wort Eberesche

Bedeutung: Laubbaum mit rötlich braunen Früchten
Beispielsatz: Die Eberesche ist ein anderer Name für die Vogelbeere.
Wortinfo: Wortart: Nomen, die Eberesche, die Ebereschen, Worttrennung: Eber-esche, Aussprache: [ˈeːbɐˌʔɛʃə]
Herkunft: Der erste Teil des Wortes (eber) hat seinen Namen von der Farbe der Blätter und Früchte. Das alte (gallische) Wort eburo bedeutete rötlich braun.

Die Blätter der Eberesche ähneln den Blättern einer Esche. Daher stammt der zweite Teil des Wortes. Beide Bäume haben außer dem Namen sonst keine Gemeinsamkeiten.

Die rohen Beeren der Eberesche sind für Menschen zwar nicht giftig, können aber durch ihren bitteren Geschmack Bauchschmerzen verursachen. Wenn sie aber gekocht werden, dann verlieren sie ihre Bitterkeit.

Die Beeren der Eberesche werden von vielen Vogelarten als Nahrung geschätzt. Daher wird dieser Baum auch Vogelbeere genannt.

Die folgenden Bilder zeigen links eine Allee mit Ebereschen. Hier kannst du schön die rötlich braune Farbe der Blätter erkennen. Danach ist der Baum im ersten Wortteil benannt: eber = rötlich braun. Daneben siehst du die Blätter und Früchte der Eberesche. Im Vergleich siehst du auf dem Bild daneben die Blätter einer Esche. Die Blätter der beiden Bäume sind sehr ähnlich. Daran kannst du erkennen, warum die Leute früher den zweiten Teil des Namens nach der Esche genannt haben.
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Weiterführende Informationen

Entstehung: ie. *erb(h)-, *reb(h)- = dunkelrötlich, bräunlich; air. ibar = Eibe; ahd. asc, mhd. asch = Esche
Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Wenn du mehr über die Eberesche erfahren möchtest, so findest du leicht verständliche Beschreibung auf folgenden Internetseiten:Botanikus, Ökolandbau, NABU
Die Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) benennt jedes Jahr einen Baum zum Baum des Jahres. Viele Bilder und eine umfangreiche Beschreibung findest du auf der Internetseite der Schutzgemeinschaft deutscher Wald: Baum des Jahres 1997: die Eberesche.

Unikales Morphem ?

Das Morphem eber kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit Esche vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum gleichlautenden Morphem Eber (= männliches Schwein, ahd. ebur, mhd. eber) besteht nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem eber ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

Abbildungen: Wikipedia: Eberesche: 1 a) Von Mbdortmund - Eigenes Werk, GFDL 1.2, 1 b) Von Straktur - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Wikipedia: Esche: 2 a) Von AnRo0002 - Eigenes Werk, CC0, 2 b) CC BY-SA 3.0

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen


Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Eidechse

Hinweise zum Wort Eidechse

Bedeutung: Echse mit langem, leicht abbrechendem Schwanz.
Beispielsatz: Eidechsen sind zierlich und flink. Eidechsen liegen gern in der Sonne.
Wortinfo: Wortart: Nomen, die Eidechse, die Eidechsen, Worttrennung: Ei-dech-se, Aussprache: [ˈaɪ̯dɛksə]
Herkunft: In dem ersten Teil des Wortes steckt das alte griechische Wort für Schlange = échis. Die Eidechse ist demnach eine schlangenförmige Echse.
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Weiterführende Informationen

Entstehung: Die Herkunft des Begriffes Eidechse ist noch nicht vollständig geklärt. Am wahrscheinlichsten ist folgendes:

Der Begriff geht zurück auf: ie. *egu̯hi-, *eg̑hi- ⇒ griech. échis (ἔχις) = Schlange ⇒ germ. *agi-, *awi- = schlangenartig, Deser germanische Begriff für Schlange wurde ergänzt um ein zweites germanisches Wort, *þahsjō(n) = spindelförmig. Beim Übergang zum althochdeutschen wurde aus germ. *agi- ⇒ ahd. egi und aus germ, *þahsjō(n)dehsa also ahd. egidehsa. Darauf folgte mhd. egedehse, eidehse und schließlich hochdeutsch unsere heutige Eidechse.

Anfang des 19. Jh. versuchten verschiedene Wissenschaftler die Vielzahl der Tiere in Gruppen zu ordnen. Der deutsche Biologe, Mediziner und Naturphilosoph Lorenz Oken schlug als eine Untergruppe der Schuppenkriechtiere den Begriff der Echsen vor. Dabei interpretierte er den Namen Eidechse als Wortbildung aus eid und echse. An dieser Gruppen-Definition orientierten sich viele Wissenschaftler im 19. und 20. Jh. Nach der heutigen Systematik der Einordnung der Tiere gilt die Gruppe der Echsen als veraltet. Dennoch haben sich im deutschsprachigen Raum viele Tiernamen mit der Bezeichnung Echse (und nicht Dechse, was etymologisch korrekter wäre) erhalten, z. B.

Brückenechse, Fischechse, Flatterechse, Flugechse, Gürtelechse, Krustenechse, Meerechse, Panzerechse, Riesenechse, Schönechse, Schuppenechse, Urechse, Urzeitechse

Wortbildungen:

Eidechse

Erstglied (Bestimmungswort): Eidechsenart, Eidechsenhaut, Eidechsenleder, Eidechsenmännchen, Eidechsennatter, Eidechsenschuh, Eidechsenschwanz, Eidechsentasche, Eidechsenweibchen, Eidechsschuh,  …
Letztglied (Grundwort): Dorneidechse, Mauereidechse, Perleidechse, Rieseneidechse, Smaragdeidechse, Waldeidechse, Zauneidechse, Zauneidechse , …
Adjektive: eidechsenähnlich, eidechsenartig
Ableitungen: Eidechschen
Interessantes: Interessante Kinderseiten zum Stichwort: KiwiThek (übersichtlich geordnete Seite), mini-KLexikon, KLexikon, Grundschulwiki,

Unikales Morphem ?

Das Wort Eidechse muss nach aktuellem Forschungsstand in die Morpheme ei und dechse zerlegt werden. Sowohl das Morphem ei als auch dechse kommen in dieser Bedeutung nur in dieser einen Wortverbindung Eidechse und nicht isoliert vor. Alle Wortbildungen mit diesen Morphemen kommen nur in der Zusammensetzung Eidechse vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Die Morpheme ei und dechse sind daher unikale Morpheme.

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Belege/Quellen

Eidechse: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

Entstehung: DWDS, Wikipedia: Echsen, Eidechsen, Schuppenkriechtiere, Lorenz Oken, Wörterbuchnetz: DWB -1 (Grimm), DWB-2 (Grimm), GWb (Goethe), Adelung, Lexer (dëhse), AGd (egidehsa) BMZ (dëhse), BMZ (egidëhse)

Echse: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

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Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Eierschecke

Hinweise zum Wort Eierschecke

Bedeutung: Kuchen
Beispielsatz: Eine sächsische Kuchenspezialität ist eine Eierschecke.
Wortinfo: Wortart: Nomen, die Eierschecke, Eierschecken, Worttrennung: Ei-er-sche-cke, Aussprache: Vorlage:Lautschriftˈʃɛkə]
Herkunft: Aus Eiern, Quark, Rosinen und Mandelsplittern bestehende Überzugmasse für einen Blechkuchen. In manchen Gegenden werden auch Äpfel, Quark und Mohn verwendet. Der Ursprung des Grundwortes ist unklar.
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Weiterführende Informationen

Entstehung: Schecke: ahd. schecho, mhd. schëcke, schëgge - eng anschliessender durchsteppter leibrock, der auch als panzer gebraucht wurde (sh. Quelle). Eierschecke: Im 14. Jh. war Schecke die Bezeichnung für einen Männerrock, der an der Taille mit einem breiten Gürtel eng geschnürt wurde. Diese Dreiteilung des Rocks war vermutlich Namensgeber für das Wort Eierschecke (sh. Quelle).
Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Kochrezepte (nicht werbefrei): Die Eierschecke, Dresdener Eierschecke, Freiberger Eierschecke,

Unikales Morphem ?

Das Morphem scheck(e) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem scheck(e) ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

Entstehung: Wikipedia, Mittelhochdeutsches Wörterbuch (BMZ), Mittelhochdeutsches Handwörterbuch (Lexer),

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Elfenbein

Hinweise zum Wort Elfenbein

Bedeutung: Material von Tierzähnen, Stoßzähne vor allem von Elefanten, Mammut und Walen
Beispielsatz: Die Stoßzähne der Elefanten sind aus Elfenbein.
Wortinfo: Wortart: Nomen; Worttrennung: El-fen-bein, Aussprache: [ˈɛlfn̩ˌbaɪ̯n]
Herkunft: Aus dem althochdeutschen Wort für helfant (= Elefant) entwickelte sich schon früh das Wort helfenbein. Das althochdeutsche Wort bein hatte früher auch die Bedeutung Knochen. Das helfenbein war also ein Knochen des Elefanten.
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Weiterführende Informationen

Deklination
Singular Plural
Nominativ das Elfenbein die Elfenbeine
Genitiv des Elfenbeins, des Elfenbeines der Elfenbeine
Dativ dem Elfenbein, dem Elfenbeine den Elfenbeinen
Akkusativ das Elfenbein die Elfenbeine
Entstehung: Elefant: griech. ἐλέφας (eléphās) > ahd. helfant; ahd. helfantbein = Elefantenknochen, Elfenbein, mhd. helfenbein; ab 16. Jh. auch elfenbein (in Angleichung an griech. und lat. ohne h)
Wortbildungen

Elfenbein:

Adjektive: elfenbeinartig, elfenbeinern, elfenbeinfarben

Nomen: Elfenbeinarbeit, Elfenbeinbüste, Elfenbeinexport, Elfenbeinfächer, Elfenbeinfarbe, Elfenbeinfigur, Elfenbeingegenstand, Elfenbeingriff, Elfenbeinhandel, Elfenbeinhändler, Elfenbeinimitation, Elfenbeinjäger, Elfenbeinkamm, Elfenbeinkästchen, Elfenbeinknopf, Elfenbeinkopf, Elfenbeinkugel,Elfenbeinlöffel,Elfenbeinpalast, Elfenbeinporzellan, Elfenbeinschnitzerei, Elfenbeinthron, Elfenbeinturm (Redensart), Elfenbeinturm , Mammutelfenbein, ...

Namen: Länder: Elfenbeinküste (Land in Afrika)

Pflanzen: Elfenbein-Mannstreu (Pflanze), Elfenbeinröhrling (Pilzart), Elfenbeinschneckling (Pilzart),

Tiere: Elfenbein-Federlibelle (Libellenart), Elfenbein-Flechtenbärchen (Schmetterling), Elfenbeinmöwe (Mövenart), Elfenbeinspecht (Vogelart), ...

sonstiges: Elfenbeinturm (Metapher), Elfenbeinmuseum in Schloss Erbach
Ableitungen: -
Interessantes: Interessante Artikel für Kinder findest du im Klexikon (Elefant, Elfenbein) und im Mini-Klexikon (Elefant, Elfenbein). eine interessante Sendung für Kinder über Elefanten, Elfenbein und Elfenbeinschmuggel findest du in der Sendereihe Löwenzahn.

Unikales Morphem ?

Das Morphem elfen kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen sind nur zusammen mit dem Nomen bein bekannt. Einen Zusammenhang des Wortes mit dem Zahlwort elf oder den Elfen (Fabelwesen) gibt es nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem elfen ist daher ein unikales Morphem.

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emsig

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Hinweise zum Wort emsig

Bedeutung: ausdauernd, mit großem Eifer und fleiß arbeiten; unermüdlich, tüchtig
Beispielsatz: Die Bienen sammeln emsig Pollen und fliegen von Blüte zu Blüte.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv; emsig - emsiger - am emsigsten; Worttrennung: em-sig; Aussprache: [ˈɛmzɪç]
Herkunft: Aus dem Adjektiv emiʒ (fortwährend, ständig, immer) entwickelte sich schon im frühen Mittelalter die Adjektivform mit dem Suffix -ig, zunächst emiʒʒig, später emʒic. = häufig, eifrig. Das Wort kommt nur im deutschsprachigen Raum vor.
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Weiterführende Informationen

Entstehung: ahd. emiʒʒīg, emeʒʒīg, mhd. emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
Wortbildungen: -
Ableitungen: Emsigkeit
Interessantes: Bitte ggf. Link zu andere (für Kinder interessante) Seiten einfügen

Unikales Morphem ?

Das Morphem ems im Adjektiv emsig kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Von diesem Morphem gibt es nur eine Ableitung/Wortbildung (= Emsigkeit). Die Grundlage ist die Wortbildung ems + ig.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem ems ist daher in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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Engerling

Hinweise zum Wort Engerling

Bedeutung: Larve eines Maikäfert
Beispielsatz: Die Engerlinge fressen die Wurzeln von unterschiedlichen Pflanzen.
Wortinfo: Wortart: Nomen, der Engerling, die Engerlinge; Worttrennung: En-ger-ling, En-ger-lin-ge; Aussprache: [ˈɛŋɐlɪŋ]
Herkunft: Aus dem althochdeutschen angar = Made, Larve wurde später enger und dann die Verkleinerungsform Engerling.
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Weiterführende Informationen

Entstehung: ie. *angu̯(h)- = Schlange, ahd. angar, mhd. anger, enger = Enger; bereits im 10. Jh. auch mit dem Suffix -ring und später -ling; ahd. engiring, engirling, mhd. engerlinc.
Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Zu den Maikäfern gibt es eine interessante Seite im Klexikon. Dort findest du auch eine Beschreibung der Entwicklung von der Larve (Engerling) bis zum Käfer.

Unikales Morphem ?

Die Bezeichnung für die Maikäfer Larven als Engerling ist nicht verwandt mit dem Adjektiv eng. das Morphem enger kommt nicht isoliert vor und hiervon gibt es auch keine Wortbildungen.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem enger ist in dieser Bedeutung daher ein unikales Morphem.

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entbehren

{{DISPLAYTITLE:entbehren}} entbehrlich, Entbehrung #REDIRECT [[entbehren]]


Hinweise zum Wort entbehren

Bedeutung: etwas oder jemanden vermissen
Beispiel: Ich habe als Kind früher vieles entbehren müssen.

Ich möchte dich für keinen Tag in meinem Leben entbehren.

Wortinfo: Wortart: Verb; Vorttrennung: ent-beh-ren; Aussprache: [ɛntˈbeːʁən]
Herkunft: Das mittelhochdeutsche Verb enbern ist eine Verneinung des untergegangenen Verbs beran, bern = tragen. Die erste Silbe en ist die Verneinung. Ursprünglich bedeutete das Wort also etwas nicht tragen oder etwas nicht bei sich tragen. Das, was man nicht bei sich tragen kann, das braucht man auch nicht. So hat sich aus enbern = nicht tragen die Bedeutung ermangeln und vermissen entwickelt.
Das untergegangene Verb beran (bern) ist auch noch in anderen Wörtern zu finden, zum Beispiel:
Interessantes:
  • gebären, mittelhochdeutsch gebern = zu Ende getragen, dazu gehört auch das Nomen Geburt
  • Eimer, mittelhochdeutsch einber = ein Behälter, den man mit einer Hand tragen kann
  • Zuber, zu = zwei, also ein Behälter, den man mit zwei Händen tragen muss
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Weiterführende Informationen

Konjugation:
Person Gegenwart (Präsens) 1. Vergangenheit (Präteritum) 2. Vergangenheit (Perfekt)
1. Person ich entbehre wir entbehren ich entbehrte wir entbehrten ich habe entbehrt wir haben entbehrt
2. Person du entbehrst ihr entbehrt du entbehrtest ihr entbehrtet du hast entbehrt ihr habt entbehrt
3. Person er/sie/es entbehrt sie entbehren er ... entbehrte sie entbehrten er ... hat entbehrt sie haben entbehrt
Entstehung: Aus dem Verb ahd. beran, mhd. bern = tragen, hervorbringen hat sich mit dem altdeutschen Präfix in- = nein, nicht (als Negation ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern = nicht tragen entwickelt. Das ursprüngliche Verb (beran, bern) ist schon früh untergegangen und kommt nur noch in einigen Regiolekten vor. Das Präfix ahd. in- und mittelhochdeutsch en- ist in späterer Zeit an das verbreitete Präfix ent- angepasst worden.
Wortbildungen

(entbehren):

Nomen: Entbehrung, Entbehrlichkeit, Unentbehrlichkeit

Adjektive: entbehrlich, entbehrt, entbehrungsreich, entbehrungsvoll, langentbehrt, unentbehrlich

verwandte Wörter: Es gibt einige Wörter, die mit dem untergegangenen Verb mhd. bern (= tragen) verwandt bzw. hiervon abgeleitet sind. Dazu gehören die oben genannten Wörter gebären, Geburt, Eimer und Zuber. Hier sind weitere Wörter, denen man diesen Zusammenhang nicht auf den ersten Blick ansehen kann:
  • Bürde = im übertragenen Sinn eine Last tragen - ie. *bher(ə), germ. *burþīn, ahd. burdī, mhd. bürde
  • Bahre = Trage, Gestell, auf der ein Toter getragen wird - ie. *bher(ə), germ. *bērō, ahd. bāra (8./9. Jh.), mhd. bāre
  • Gebärde = ie. *bher(ə), ahd. gibārida, mhd. gebærde
  • gebaren = ie. *bher(ə), ahd. gibārōn, mhd. gebāren
  • gebühren (Gebühr) = sich zutragen, zufallen - * bher(ə), germ. *(gi)burjan, ahd. giburien, giburren, mhd. gebürn
Das mittelhochdeutsche Präfix en- (= nicht, nein) führt zusammen mit dem mittelhochdeutschen Verb bern in der Bedeutung heben, erhaben auch zu weiteren Verwandtschaften, zum Beispiel: empor (enbore = in die Höhe), empören (enbœ̅ren = erheben). Die gleiche germanische Wurzel haben auch die Wörter Berg (* bherg̑os-, germ. *berga-, mhd. berc = hoch erhaben) und Burg (germ. *burg-, mhd. burc = befestigte Höhe). Damit sind auch viele Vor- und Ortsnamen mit dem untergegangenen althochdeutschen Verb beran verwandt, von Birgit (die Erhabene) und Ingeborg bis Augsburg und Wittenberg.

Unikales Morphem ?

Das zugrunde liegende gemeingermanische Verb beran, ber ist ausgestorben. Erhalten geblieben ist das Morphem ber nur in der ursprünglich verneinenden Bedeutung mit dem Präfix ent-. Hiervon sind auch alle Wortbildungen mit dem Morphem ent- + behr abgeleitet.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem behr ist in dieser Bedeutung daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

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erwähnen

Hinweise zum Wort erwähnen

Bedeutung: a) etwas beiläufig anmerken

b) etwas urkundlich nennen, anführen

Beispielsatz: a) Er hat in unserem Gespräch gestern gar nicht erwähnt, dass er vor drei Wochen operiert wurde.

b) Der Name unserer Stadt wurde bereits im 12. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt.

Wortinfo: Wortart: Verb; ich erwähne, du erwähnst, er/sie/es erwähnt, wir erwähnen; wir haben erwähnt

Worttrennung: er-wäh-nen; Aussprache: [ɛɐ̯ˈvɛːnən]

Herkunft: Das Wort ist von dem ausgestorbenen mittelhochdeutschen Wort ge-wähenen = sagen, berichten, gedenken abgeleitet. Hieraus entwickelte sich später unsere heutige Bedeutung.
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Weiterführende Informationen

Konjugation:
Person Gegenwart (Präsens) 1. Vergangenheit (Präteritum) 2. Vergangenheit (Perfekt)
1. Person ich erwähne wir erwähnen ich erwähnte wir erwähnten ich habe erwähnt wir haben erwähnt
2. Person du erwähnst ihr erwähnt du erwähntest ihr erwähntet du hast erwähnt ihr habt erwähnt
3. Person er/sie/es erwähnt sie erwähnen er ... erwähnte sie erwähnten er ... hat erwähnt sie haben erwähnt
Entstehung: ahd. giwahanen neben giwahan, mhd. gewähenen, seit 16. Jh. als erwähnen im heutigen Sinne belegt.

in Abgrenzung hierzu und nicht verwandt: ahd. mhd. wān, wōn = Vermutung, Meinung, Hoffnung, Erwartung, Vorstellung, Scheu (sh. DWDS); ab 16. Jh. = Selbsttäuschung, ab 18. Jh. trügerische Vorstellung, Medizin: krankhafte Erscheinung, zwanghafte Einbildung

Bedeutungs-

Unterschied:

Die Stadt Soest wurde bereits 836 urkundlich erwähnt. In einer alten Urkunde steht, dass die Stadt Lübeck bereits 1160 das Stadtrecht erhalten hat. Im ersten Beispiel bedeutet erwähnen, dass Soest möglicherweise schon sehr viel früher das Stadtrecht verlieben bekommen hat. Es bedeutet nicht, dass Soest 836 das Stadtrecht erhalten hat.
Wortbildungen: Adjektivbildungen: ersterwähnt, erwähnenswert, erwähntermaßen, obenerwähnt, vorerwähnt, unerwähnt,

Nomenbildungen: Ersterwähnung, Nichterwähnung, Obenerwähnte,

Ableitungen: Grundwort: erwähnen, Adjektiv: erwähnt, Nomen: Erwähnung,
Interessantes:

Unikales Morphem ?

Das Morphem wähn kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix er- vor. Es gibt keinen Bedeutungszusammenhang zwischen dem Morphem wähn in erwähnen und wähn im Verb wähnen (Grundwort Wahn).
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem wähn ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

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Fronleichnam

Hinweise zum Wort Fronleichnam

Bedeutung: Fronleichnam ist für katholische Christinnen und Christen ein wichtiger Feiertag. An diesem Tag erinnern sie an das Abendmahl, dass Jesus Christus mit seinen Jüngern am Tag vor seinem Tod gefeiert hat. Die Kommunion ist hierfür ein wichtiges Zeichen (Hostie als Leib Christi), dass Christus in uns weiterlebt.
Beispielsatz: Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiern die katholischen Christen das Fronleichnamfest.
Wortinfo: Bitte Wortart einfügen (Artikel, Plural bei Nomen), Trennstellen, Lautschrift hinzufügen.
Herkunft: Der erste Teil des Wortes (fron) ist ein altdeutsches Wort (frōno). Es bedeutete zunächst Herr, Herrschaft. Das zugehörige Adjektiv vrōn bedeutete demnach herrschaftlich. Später wurde es in den christlichen Kirchen auf die Bedeutung Herr (= Gott, Jesus Christus) und das Adjektiv auf heilig bzw. göttlich verengt.

Leichnam bezeichnet einen toten menschlichen Körper. Die Bedeutung dieses Wortes findest du beim Stichwort Leichnam näher beschrieben.

Das Wort Fronleichnam bedeutet demnach der Leib des Herrn, bzw. der Leib des verstorbenen Jesus Christus.

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Weiterführende Informationen

Entstehung: Fron: germ. *frawan-, ahd. frāho, frōno, mhd. vrōn = Herrscher, Herr, König, Gott, dann explizit auf Jesus Christus bezogen;

Leichnam: (siehe Leichnam) ahd. līhhamo, mhd. līcham(e), līchname = Leib, Körper, toter menschlicher Körper, Leiche

Fronleichnam: mhd. vrōnlīcham, der vrōne līcham = der Leib des Herrn; ahd. frōn = Herr, Plural frōno = Herren, Götter

Wortbildungen: Fronleichnam, Fronleichnamsfeier, Fronleichnamsfest, Fronleichnamsgottesdienst, Fronleichnamsprozession, Fronleichnamstag, Fronleichnamsspiel,
Ableitungen: Fron, fronen, frönen; Leichnam
Interessantes: In der ZDF-Mediathek der Kinderseite Logo ist ein lesenswerte kurze Beschreibung über den Feiertag Fronleichnam (siehe auch Feiertage).

Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum Online Wörterbuch Wiktionary. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora.

Unikales Morphem ?

Die Morpheme fron und leich kommen auch isoliert (Fron, Leiche) und in anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Die Morpheme fron und leich sind daher keine unikale Morpheme.
Das Morphem nam kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor (siehe hierzu das Stichwort Leichnam).
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem nam in (Fron)Leichnam ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

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Freitag

Von vielen Schülerinnen und Schülern gab es Fragen zu den Namen der Wochentage. Stellvertretend hierfür die logische Frage von Meli:
Warum heißt der Freitag Freitag? Wir haben doch er am Samstag schulfrei.
Melin, Klasse 3, Berlin

Diskussion

Herr Alt Die Römer benannten die Wochentage nach den ihnen bekannten Planeten des Sonnensystems. Diese Planeten verehrten sie auch als Götter. Die Germanen übernahmen diese Namensgebung für die Wochentage von den Römern. Allerdings suchten sie hierfür Namen von Göttern, die von den Germanen verehrt wurden. So bekamen einige Wochentage ihre Namen. Den ersten Tag der Woche nannten die Germanen nach dem Gott Mani = Montag, den Dienstag nach dem Gott Tiu/Tyr, der Donnerstag hat seinen Namen vom Gott Donar und den Freitag nannten sie nach der Götting Freja.
Der erste Teil im Wort Freitag hat demnach nichts mit dem Adjektiv frei zu tun. Es ist abgeleitet vom Namen der Göttin Frija. Im Mittelalter hieß der Tag frījatag (althochdeutsch) später vrītac (mittelhochdeutsch) und noch später ist aus dem lang gesprochenen Vokal i der Doppellaut ei geworden, also Freitag (hochdeutsch).
Frau Fremd
Word for Friday in European Languages.jpg
Ich habe im Internet noch eine interessante Landkarte von Europa entdeckt. Dort wird das Wort Freitag in den Übersetzungen in die europäischen Sprachen angezeigt. Hier kannst du schön erkennen, dass der Freitag abgeleitet ist von
Frija, Frea: germanische Sprachen: norwegisch, schwedisch, dänisch, deutsch, niederländisch, österreichisch, schweizerdeutsch und auch englisch
Venus: romanischen Sprachen: französisch, italienisch, spanisch aber auch albanisch, koreanisch, rumänisch
fünfter Tag: slavische Sprachen: bulgarisch, Kroatisch, polnisch, russisch, serbisch, slowenisch, slowakisch, tschechisch ukrainisch aber auch finnisch und ungarisch
sechster Tag: hebräisch, isländisch, portugiesisch
sonstige Bezeichnungen: griechisch (paraskeví = Tag vor Sabbat), arabisch, türkisch (cuma = Tag nach der Moscheeversammlung)

Hinweise zum Wort Freitag

Bedeutung: Der Freitag ist der fünfte Tag der mit Montag beginnenden Woche.
Beispielsatz: Die meisten Leute arbeiten von Montag bis Freitag.
Wortinfo: Wortart: Nomen, der Freitag, die Freitage

Worttrennung: Frei-tag, Frei-ta-ge

Aussprache: [ˈfʁaɪ̯ˌtaːk]

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Info - Freitag

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Weiterführende Informationen zum Wort Freitag

Deklination
Singular Plural
Nominativ der Freitag die Freitage
Genitiv des Freitags, des Feitages der Freitage
Dativ dem Freitag, dem Freitage den Freitagen
Akkusativ den Freitag die Freitage
Entstehung: ahd. frī(j)atag (9. Jh.), mhd. vrītac; Tag der Göttin ahd. Frīa, anord. Frigg.
Die Babylonier nannten die Wochentage nach den damals bekannten Planeten. Der (nach heutiger Zeitrechnung) fünfte Tag der Woche wurde nach dem Planeten Venus genannt. Die Römer verehrten die Planeten als Götter. Die Germanen übernahmen diese Einteilung der Wochentage: Mani = Montag, Tiu/Tyr = Dienstag und Donar = Donnerstag. Venus (lateinisch diēs Veneris) war bei den Römern die Liebesgöttin. Der Logik von Montag, Dienstag und Donnerstag folgend hätten die Germanen diesen Wochentag nach ihrer Liebesgöttin Freya nennen müssen. Sie wählten jedoch den Namen Frigga (nordgermanisch) bzw. Frija oder Freja (südgermanisch). Dies war die Gemahlin des Gottes Odin und als Göttin die Schutzpatronin der Ehe und des Lebens. Hiervon sind die alt- und mittelhochdeutschen Namen für den Freitag (frījatag, vrītac) abgeleitet.

Diese Abweichung von der Benennung des Wochentags führte in der Folgezeit zu Verwechslungen zwischen der Göttin Freya und Frija. Damit verbunden auch eine fälschliche Zuordnung des Freitags zur Göttin Freya und nicht Frija. Hinzu kommt, dass beide Namen der Göttinnen vom altindischen priyā́ = Liebe, Geliebte abgeleitet werden. Eng verwandt hiermit ist das altindische priyáḥ = lieb auf das unser Adjektiv frei (ie. *prāi-, *prī- = gern haben) zurückgeführt werden kann.

Hier muss noch der etymologische Zsammenhang zum Adjektiv frei eingefügt werden DWDS: ie. *prāi-, *prī- ‘gern haben, schonen, friedlich-frohe Gesinnung’ wie auch aind. priyáḥ ‘eigen, lieb’, prīṇā́ti ‘erfreut, ergötzt, ermuntert, findet Gefallen an etw., genießt’, https://www.dwds.de/wb/etymwb/frei Wikipedia: Wochentage: https://de.wikipedia.org/wiki/Wochentag, Abbildung Wiktionary STichwort Freitag https://de.wiktionary.org/wiki/Freitag ggf. einfügen (Kapitel Interessantes?)
Wortbildungen: Erstglied: Freitagabend, Freitagausgabe, Freitagfrüh, Freitagmittag, Freitagmorgen, Freitagnachmittag, Freitagnacht, Freitagsausgabe, Freitagsbeschäftigung, Freitagsbier, Freitagsgebet, Freitagsleerung, Freitagsmoschee, Freitagspartie, Freitagspiel, Freitagsprediger, Freitagspredigt, Freitagsschluss, Freitagssitzung, Freitagsspiel, Freitagstour, Freitagstraining, Freitagstreff, Freitagsvergnügen, Freitagsvorstellung, Freitagvormittag
Letztglied: Karfreitag,  Karfreitagsabkommen, Karfreitagsfischessen, Karfreitagsgottesdienst, Karfreitagskonzert, Karfreitagsliturgie, Karfreitagsprozession, Karfreitagszauber
Ableitungen: freitags, freitäglich
Interessantes:

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Unikales Morphem ?

Trotz der gemeinsamen indoeuropäischen Wurzel (*prāi-, *prī) wird im althochdeutschen zwischen frei (fri) und dem Freitag als frījatag (Tag der Göttin Frija, Göttin der Ehe und des Lebens) unterschieden. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass das Morphem frei in Freitag in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen, sondern nur in der Kombination mit -tag, vorkommt.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem frei in Freitag ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

Herkunft, Freitag: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

Mythologie der Göttinnen: Wikipedia: Freya, Frigg/Frija/Frea, Wochentage

europäische Namen der Wochentage: Wiktionary

Herkunft frei: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

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Flederwisch

Hinweise zum Wort Flederwisch

Bedeutung: a) Wisch aus Gänsefedern zum Abstauben

früher auch Handfeger, der aus Gänseflügeln hergestellt wurde.

b) Scherzhafte Bezeichnung für ein unruhiges, lebhaftes Kind.

Beispielsatz: a) Das Stubenmädchen fegt mit dem Flederwisch den Staub vom Schrank.

b) Rita ist ein richtiger wilder Flederwisch

Wortinfo: Nomen: der Flederwisch, die Flederwische; Worttrennung: Fle-der-wisch; Aussprache: [ˈfleːdɐˌvɪʃ]
Herkunft: Das Wort ist zusammengesetzt aus den mittelhochdeutschen Verben vlederen (= flattern) und wischen.

Früher nannte man den aus Gänsefedern zusammengebundenen Staubbesen auch federwisch.

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Weiterführende Informationen

Deklination
Singular Plural
Nominativ der Flederwisch die Flederwische
Genitiv des Flederwischs, des Flederwisches der Flederwische
Dativ dem Flederwisch, dem Flederwische den Flederwischen
Akkusativ den Flederwisch die Flederwische
Entstehung: fledern: mhd. vlederen, vledern = flattern; mhd. vederwisch = Federwisch, seit 15. Jh. dann vlederwisch

wischen: ahd. wisken, mhd. wischen, wüschen

Ableitungen und Wortbildungen: fledern: hierzu Flederbeer, Fledermaus, Fledertier, zerfledern

fleddern: (rotw. fladern = waschen; vermutlich von mhd. vlederen abgeleitet), zerfleddern, Leichenfledderer, ...

Interessantes: Bei Wikipedia ist ein interessanter Artikel, der die Herstellung und Funktion der aus Gänsefedern gebundenen Handfeger oder Staubwedel beschreibt.

Unikales Morphem ?

Das Morphem fleder kommt isoliert im Verb fledern vor. Von diesem Verb gibt es weitere Wortbildungen, z. B. Flederhund, Fledermaus usw.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem fleder ist daher kein unikales Morphem.

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Firlefanz

Hinweise zum Wort Firlefanz

Bedeutung: überflüssiges, wertloses unnützes Zeug; törichtes Gerede; Unsinn
Beispielsatz: Nehmt keinen Firlefanz mit auf die Reise. Macht nicht so einen Firlefanz um die kleine Feier.
Wortinfo: Nomen: der Firlefanz, die Firlefanze; Worttrennung: Fir-le-fanz; Aussprache: [ˈfɪʁləˌfants]
Herkunft: Früher nanne man in Frankreich einen lustigen Tanz, in dem viel gehüpft und gesprungen wurde virelai. Daraus ist im späten Mittelalter das Wort firlifanz entstanden. Die Bedeutung überflüssiges Zeug und Unsinn hat sich hieraus erst später entwickelt.
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Weiterführende Informationen

Entstehung: Die genaue Herkunft ist unklar. Vermutlich liegt dem Wort das  afrz. lai = Gedicht und afrz. virelai = Ringel-, Reigenlied zugrunde. Der zweite Teil des Wortes fanz könnte von mhd. tanz abgeleitet sein. Möglich ist aber auch, dass der Ursprung in dem  mhd. Wort alefanz = Schalk, Possen liegt.
Wortbildungen: Firlefanzerei, veraltet: firlefanzen, Firlefanzer
Ableitungen: -

Unikales Morphem ?

Die Morpheme firle und fanz kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Die Morpheme firle und fanz sind daher unikale Morpheme.

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Belege/Quellen

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Feldwebel

Hinweise zum Wort Feldwebel

Bedeutung: Dienstgrad in der Bundeswehr (Militär)
Beispielsatz: Der Feldwebel ist der unterste Dienstgrad in der Gruppe der Unteroffiziere.
Wortinfo: der Feldwebel, die Feldwebel, Worttrennung: Feld-we-bel, Aussprache: [ˈfɛltˌveːbl̩]
Herkunft: Feld: Im Mittelalter bezeichnete man eine leere, Fläche als Feld. Später wurde hieraus ein Gegenwort zu Wald. Kriegerische Auseinandersetzungen wurden früher vor allem auf freiem Gelände ausgetragen. So wurde das nomen Feld schon sehr früh auch im militärischen Sprachgebrauch verwendet, z. B. Kampffeld, Feldwache.
-webel: Der zweite Wortteil ist auf das alte Wort weibel zurückzuführen. Schon im Mittelalter nannte man einen Amtsdiener Weibel. Das zugehörige Verb ist weibeln. Es bedeutete hin und her bewegen. Der Weibel war also ein Amtsdiener, der z. B. Nachrichten (Briefe, Dokumente, Befehle) vom Fürsten zum Gericht oder zum Rathaus usw. hin und her brachte.
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Weiterführende Informationen

Entstehung: Feld: ahd. feld = Ebene, Breite, leere Fläche, mhd. veld, hd. Feld
-webel: Nomen: ahd. webil, mhd. weibel; < Verb: ahd. weibōn (10. Jh.), mhd. weiben = hin und her bewegen
Feldwebel: ist seit dem 16. Jh. belegt. Die Form Feldweibel (nur im süddeutschen Raum und der Schweiz) findet sich seit dem 16. Jh. und wurde ab dem 17. Jh. zunehmend von Feldwebel ersetzt. So finden sich in historischen Korpora zum Wort Feldweibel nur 64 Belege (Quelle). Demgegenüber sind in dem gleichen Zeitraum über 5000 Belege zum Stichwort Feldwebel zu finden (Quelle). In der Gegenwartskorpora des DWDS kommt weder weibel (Quelle) noch webel (Quelle) als isolierte Wörter vor.
Wortbildungen: Feldwebel, Feldwebelin, Hauptfeldwebel, Kompaniefeldwebel, Oberfeldwebel, Oberstabsfeldwebel, Sanitätsfeldwebel, Stabsfeldwebel, Unterfeldwebel, Vizefeldwebel
umgangssprachlich abwertend: Feldwebelton (befehlender Ton), Karbolfeldwebel (kommandierende Stations- oder Oberschwester),

Unikales Morphem ?

Das Morphem weib in Weibel bzw. weiben ist nur noch in der Schweiz gebräuchlich. Das Morphem web im zweiten Wortteil -webel ist als eine Reduktion des Diphthongs ei zu e (Monophthongierung) und kommt heute nur noch in der Wortbildung Feldwebel vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem webel kann daher als ein unikales Morphem betrachtet werden.

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Quellen/Belege

Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo, DWDS, Wiktionary, Duden,

Rechtschreibung, Etymologie: Duden, DWDS, Wiktionary, IDS

Etymologie: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, Wortbedeutung.info, Wikipedia,


Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z